ergehen; lderwerb ung der eise un⸗ des Kon⸗ 10. Ok⸗ meinden n Eltern ber Kon⸗ und auf t hinzu⸗ verständ⸗ eier alle Konfir⸗ für die, en, sind religiöse Konfir⸗ die die rinitatis. 5 Kon⸗ 8. 9) Uhr: 11 Uhr: emeinde: Pfarrer r, abends ir mierten gemeinde. „abends ten weib⸗ einde. 9 ½ Uhr: 11 Uhr: jemeinde: 6 Uhr: nds——8 n männ⸗ m Lukas⸗ ännlichen im Jo⸗ 1. 2 Uhr: ung nach achtigall, 2¼ Uhr n Heim: sfest und örige der in. anderung. Ludwigs⸗ ung: Herr 3, Bruch⸗ naufseher, — teindruckerei E onntagsgruß emeindeblatt für die evan gelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 41 Gießen, 20. Sonnt. n. Trinitatis, den 7. Gktbr. 1920 9. Jahrg. Erntedankfest 1920. Sprüche Salomos 24, 33 u. 34. Du willst ein wenig schlafen und ein wenig schlum⸗ mern und ein wenig die Hände zu⸗ sammentun, daß du ruhest; aber es wird deine Armut kommen wie ein Wanderer und dein Mangel wie ein gewappneter Mann. Von Moritz von Schwind, der die von dem Gießener Professor Hugo von Ritgen neuerbaute Wartburg mit so vielen schönen Gemälden ausgeschmückt hat, rührt eine Federzeichnung her, die das Bibelwort ver⸗ anschaulicht: Du willst ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig die Hände zusammentun, daß du ruhest; aber es wird deine Armut kommen wie ein Wanderer und dein Mangel wie ein ge⸗ wappneter Mann. Auf einer Steinbank neben einer Gartenmauer ruht ein Mann, der seinen Spaten neben sich stehen hat. Träge faltet er die Hände und schläft, während die Sonne am Himmel steht und die Zeit da ist, da der Landmann eifrig die Hände rühren soll. Die Folgen seines Tuns hat der Künstler in genialer Weise an zwei Gestalten versinnbildlicht. Von rechts naht sich dem Schlafenden ein dürftig ge⸗ kleideter, elend aussehender Bettler, der sich auf einen Wanderstab stützt und einen Feld⸗ blumenstrauß in der Hand trägt. Dieser Bettler stellt die Armut dar, die über den trägen Menschen kommt. Links von dem ruhenden Feldarbeiter steht ein gewapp⸗ neter Mann, der mit hocherhobenem Schwerte von einem Baume Zweige her⸗ unterschlägt. Diese Figur versinnbildlicht uns den Mangel, der da eintritt, wo der Mensch sinnlose Zerstörung walten läßt. An dieses tiefsinnige Bild mußte ich in diesen Herbsttagen, da man allerwärts das Erntedankfest feiert, oft denken. Wohl hat Gott auch in diesem Jahre reichen Segen in Feld und Flur gespendet, trotzdem gehen rmut und Mangel durch die Lande. Un⸗ erhört sind die Preise für Lebensmittel und leider, drückend ist bis hinein in die ganz abgelegenen Dörfer die Wohnungsnot, nir⸗ gendswo ist im wirtschaftlichen Leben Ge⸗ ihen. Diese Uebelstände hat einzig und allein die Sünde der Menschen verschuldet. war der Trägheit kann man die Men⸗ schen von heute nicht zeihen, während des krieges haben die allermeisten weit hinaus über ihre Kraft gearbeitet. Wenn die Ar⸗ g 5 beitsleistungen nach dem Kriege nachgelassen haben, so liegt das zum guten Teile daran, daß viele infolge des Krieges körperlich und seelisch zusammengebrochen sind. Aber die Menschen haben es im Kriege gemacht wie der gewappnete Mann auf dem Bilde, sie haben Lebensmittel, Felder, Bäume, Häuser Anlagen verschiedenster Art und Material in so riesigem Umfange zerstört, daß ein Jahrhundert angestrengten Tuns hierfür keinen Ersatz schaffen kann. Und der ver⸗ brecherische Wucher unserer Tage, der unser Volk in der ganzen Welt verächtlich macht, schafft nicht nur Elend, sondern auch eine Erbitterung, vor deren Folgen es jedem Vaterlandsfreunde graut. Daß wir an diesem Erntedankfest traurig und verzagt sind, liegt wahrlich nicht an des großen Gottes Tun, Gott ist und bleibt getreu. Die Sünde der Menschen hat unser Elend verschuldet. Wollen wir in Zukunft vor dem mit Feldfrüchten gezierten Altare wieder fröhlich unsere Gotteslieder singen, so muß ein neues Geschlecht um uns her erstehen, ein Geschlecht, das sein Leben nach Gottes Geboten einrichtet, im Vertrauen auf den himmlischen Vater seinen Weg geht und dem die wichtigste Sorge die ist, daß es selig werde. H. B. Der Bundestag des hessenbundes. (Verband der evangelischen Jugendvereine in Hessen) vom 18. bis 20. Sept. 1920 in Darmstadt. Ein Bundes⸗ und ein Jugend⸗ und Turn⸗ tag sollte es sein, und das war es. Jung sind sie dort gewesen im besten Sinne, wohl etwa auch einmal im üblen Sinne; aber sie wollten doch echt sein und ehrlich und wahr, und sie waren es, und so verstanden wir ihr Jungsein. Waren nur Turner und Vertreter zu dem Tag eingeladen, so war es doch eine stattliche Anzahl, darunter ein gut Teil, ein erfreu⸗ lich hoher Prozentsatz aus dem„Mittel⸗ alter“, diese alle vereint unter dem Zeichen „Christus unser Meister“, ist das nicht eine helle Freude? Zusammengerufen waren sie vom Hessenbund und nach Darmstadt auf Einladung der dortigen Jugendvereinigun⸗ gen, die für Freiquartiere usw. im weit⸗ gehendsten Maße gesorgt hatten. Die ganze Leitung lag in Händen des Herrn. Pfarrers Lautenschläger⸗Darmstadt. Und wie war alles gut organisiert! Mögen manche welt⸗ lichen Vereine über unsere jungen Turn⸗ und Sportabteilungen lächeln, hier wurde be⸗ wiesen, daß der Hessenbund eine straffe Organisation ist, daß, wenn die Jugend innerlich fest gestärkt ist, das Aeußere um so rascher und fester zustande bringt und den Vereinen, die nur einseitige Jugend und Sportpflege treiben, in keiner Weise nach⸗ steht. Mancher Jüngling, der noch sonst einem andern Sportverein früher angehörte oder noch angehört und der schon manch Turnfest mitgemacht hatte, staunte über diesen Bundestag und seine Organisation. Schon bei der Ankunft in Darmstadt. Am Bahnhof standen Mitglieder der evangeli⸗ schen Jugendvereine Darmstadts mit Schil⸗ dern und empfingen mit Jubel die ankom⸗ menden Vereine. Diese wurden in ein Emp⸗ fangszimmer am Bahnhof geführt, wo Herr Pfarrer Lautenschläger die Freunde empfing und begrüßte. Quartierzettel wurden ver⸗ teilt, und Führer gingen mit den einzelnen Trupps zur Stadt. Alles war bis aufs genaueste festgelegt und lief programm⸗ mäßig nach der angesetzten Zeit ab. Der 18. und der 20. September war den Versammlungen, Sitzungen und Aussprachen gewidmet, der 19. den Leibesübungen, dem Sport, und zwar der Leichtathletik. Er⸗ öffnet wurde der Bundestag am Samstag nachmittag 4 Uhr durch eine Vertreterver⸗ sammlung im Gemeindehause der Stadt⸗ gemeinde, wo nach einer religiösen Eröff⸗ nung durch Herrn Pfarrer Goethe-Darm⸗ stadt die geschäftlichen Sachen erledigt wur⸗ den. Abends 8 Uhr fanden sich die Teil⸗ nehmer zu einer großen öffentlichen Ver⸗ sammlung für die evangelische männliche Jugend aller Kreise im„Feierabend“ in der Stiftstraße zusammen. Hier die Herren Pfarrer Lange-Frankfurt und Jugendpastor Benfey⸗Witten. Der erste Red⸗ ner behandelte das Thema:„Wie gewinne ich in den Strömungen unserer Zeit einen festen Standpunkt?“ und legte in seiner Rede dar, daß ein junger Mann, wenn er innerlich nicht gefestigt ist, den Anforde⸗ rungen und Versuchungen unserer jetzigen Zeit nicht gewachsen ist. Nicht einseitige Körperpflege macht unsere Jugend stark, nein, der innere feste Kern, und den wollen sprachen digung — 162— Der 19. September war der Sporttag. Den Wettkämpfen voraus ging morgens 10 Uhr in der Stadtkirche ein Festgottes⸗ dienst, wo Herr Pfarrer Lautenschläger den Altardienst und Herr Jugendpastor Benfey⸗ Witten die Festpredigt übernommen hatten. Der Kirchengesangverein verschönte durch seine Lieder die Feier. Der Festpredigt lagen die Worte„Volk Israel, stehe deinem Gotte gegenüber“ zugrunde. Auch hier wurden noch einmal die Gefahren der heutigen Zeit unserer Jugend vor Augen geführt und die Mahnung ausgesprochen: Haltet fest an Jesus Christus in allen Lagen eures Lebens, und ihr könnt Gott einst am kommenden jüngsten Tage gegenüberstehen. Nachmittags 2 Uhr fingen die leichtathle⸗ tischen Kämpfe an. Auch hier mußte man wieder über die Organisation staunen. Das Programm enthielt nicht allein alle Ver⸗ anstaltungen, sondern auch die Namen der gemeldeten Turner les hatten sich 284 ge⸗ meldet und waren angetreten), die mit Num⸗ mern versehen waren, so daß auch der Fremde und Nichteingeweihte an Hand des⸗ selben die Kämpfe genau verfolgen konnte und wußte, was gespielt wurde und wer spielte. Die Kämpfe bestanden aus Einzel⸗ wettkämpfen um die Bundesmeisterschaften, Dreikämpfen und Stafetten. Auch unser Gießener Wartburgverein, dek mit 4 Ver⸗ tretern und 22 Turnern angetreten war, konnte eine große Anzahl Preise mit heim⸗ bringen. Alles wickelte sich rasch und ohne Unfall bei prächtigem Wetter ab. Am Abend vereinigte man sich beim Festabend der Darmstädter Jugendvereinigungen in der Turnhalle am Woogsplatz. Ein abwechse⸗ lungsreiches Programm mit Siegerverkün⸗ fahrtszeit; denn die meisten Turner ver⸗ ließen am Sonntag abend die gastlichen Darmstädter Freunde. Aber alle in dem Bewußtsein, etwas Großes mitgemacht zu haben, sie schauten mit Stolz auf diese Ver⸗ anstaltung des Bundes zurück, Der Abschied wir ihnen geben. Der zweite Redner sprach über:„Das Erwachen der deutschen Ju⸗ gend“. Er sprach über das Suchen der Jugend nach neuen Formen an Stelle der vielfach veralteten, oder soll ich sagen, ver⸗ greisten Form, auch besonders kirchlicher Organisationen und Vereinigungen. Jugend, bewußte Jugend will nun einmal auch jugendgemäße Formen, und das ist ihr Recht. Sie will nicht tatenlos zusehen, sie will mitarbeiten und nicht nur gepflegt sein, sie will geführt und geholfen haben, und Führer und Helfer wollen wir gern mit unserem ganzen Herzen und unserer ganzen Person sein. Beide Redner hinterließen einen tiefen Eindruck auf die Teilnehmer. war ebenso herzlich wie der Empfang, und manche Freundschaft wurde geschlossen. Der 20. September war für die Führer und Helfer der Jugend, Führertagung, wo Herr Pastor Benfey über:„Die Krisis der Jugendarbeit und ihre Ueberwindung sprach und gute Ratschläge und Auskunst aus den reichen Erfahrungen seiner Arbeit gab. Mit der Sitzung der Hessischen Ju⸗ gendhelfervereinigung, die sich auflöste und mit dem Hessenbund verschmolzen wurde, schloß der in allen Teilen mustergültig ver⸗ laufene Bundestag, er wird allen Teilne mern unvergeßlich bleiben. 5 Am Sonntag den 3. Oktober fanden die ersten Faustball⸗Wettspiele um die Kreis⸗ und Bundes meisterschaften der A=. und 5⸗ Abteilungen auf Einladung des Offenbacher Wartburgvereins auf dessen Sportplatz in unterhielt die Gäste bis zur Ab⸗ Offenbach seres 0 Spiele v alle Spie spiel find Sonntag, Bruderve⸗ Offenbach unsere N. herzlich e falls au kommen. Die Chr⸗ Philipp Am 12 Dr. Nebe (Ernst boren am Professors und der Thom. Ei Nebel, den sich sehr geschichte l lichungen Chronik wir im grußes“ lich von Am 6. und Metz neten ern. Am 9. gezogen. Am 12 Adolph⸗Fe begangen, gehalten u „( Dieses sammlung Gustav⸗Ad Schulunter gesetzt. Un der Stadt nehmer z. hielt die J versammlu schlossen w in Buschs wurde da Melanchthe die Kirche Am 31. inter im (Dieses angibt, in Am 15. und Tobia⸗ rmordung mittelst de; gerichtet. Sporttag. morgens estgottes⸗ läger den Benfey⸗ n hatten. te durch igt lagen em Gotte wurden igen Zeit t und die fest an s Lebens, mmenden ichtathle⸗ ißte man nen. 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Dezember feierte der Professor Dr. Nebel sein 50jähriges Doktorjubiläum. (Ernst Ludwig Nebel war zu Gießen ge⸗ boren am 17. Februar 1772 als Sohn des Professors Dr. med. Christoph Ludwig Nebel und der Friederike Katharina Anna, geb. Thom. Er starb dahier am 30. Mai 1854. Nebel, der Professor der Medizin war, hat sich sehr viel mit der Gießener Lokal⸗ geschichte beschäftigt und wertvolle Veröffent⸗ lichungen herausgebracht. Die Gießener Chronik des Dreißigjährigen Krieges, die wir im Jahrgang 1914 des„Sonntags⸗ grußes“ veröffentlichten, stammt mutmaß⸗ lich von ihm.) 1844. Am 6. Februar wurden Buchbinder Rühl und Metzger Adolph Möhl zu Beigeord⸗ neten ernannt. Am 9. April sind wir ins Oswaldshaus gezogen. Am 12. Juni wurde hier das Gustav⸗ Adolph⸗Fest feierlich mit einem Gottesdienst begangen, wobey von vielen Pfarrern Reden gehalten wurden. 0 „(Dieses Fest war die zweite Jahresver⸗ jammlung des Hessischen Hauptvereins der Gustav⸗Adolph⸗Stiftung. Vorlesungen und Schulunterricht wurden am Festtage aus⸗ gesetzt. Um 8 Uhr war Gottesdienst in der Stadtkirche, zu dem sich 2500 Teil⸗ nehmer zusammengefunden hatten, Engel hielt die Predigt, darnach war die Jahres⸗ versammlung gleichfalls in der Kirche. Be⸗ schlossen wurde das Fest mit einem Mahle in Buschs Garten. Bei dieser Gelegenheit wurde das jetzt noch vorhandene Bild Melanchthons von Gießener Bürgern für die Kirche gestiftet.) a Am 31. August brannte es bey Ziegler Winter im Nebengebäude. (Dieses Anwesen lag, wie Herr Hochstätter angibt, in den Eichgärten.) 1845. Am 15. Februar wurden Nikolaus Fehl und Tobias Franz aus Freiensteinau wegen Ermordung des Johannes Fehl dahier mittelst des Fallbeiles auf dem Trieb 1 gerichtet. die Khronit des Gießener natsdieners den Erinnerungen des „(Eine Mordtat schlimmster Art fand hier ihre Sühne. Tobias Franz wollte sich mit der Frau seines Schwagers Johannes Fehl, die ein Vermögen von 2838 Gulden hatte, verheiraten, und hatte sich entschlossen, deren Ehemann zu töten. Er bestimmte im Einver⸗ ständnis mit der Frau den Johannes Fehl zu einem Holzdiebstahl im Walde, nachdem er vorher den Nikolaus Fehl überredet hatte, den Johannes Fehl aus dem Hinterhalte zu erschießen. Tobias Franz hatte außerdem seine Schwester mitgenommen und als Wache am Waldrande aufgestellt, sie sollte zugleich auch seine Unschuld beweisen. Nikolaus Fehl wurde im Walde versteckt. Johannes Fehl sägte zwei Bäume ab, da hustete Franz, und das war das Zeichen für den Meuchelmörder, den verhängnisvollen Schuß abzugeben. Die Frau des Ermordeten heuchelte großes Er⸗ schrecken, und Tobias Franz stellte die Sache so dar, als sei Johannes beim Holzdiebstahl von einem Unterförster erschossen worden. Der Meuchelmörder hatte einen Lohn von 5 Gulden bekommen, er gestand seine Tat, war auch reuevoll, während der Anstifter des Mordes verstockt blieb. Franz und Nikolaus Fehl wurden zum Tode verurteilt, das Fallbeil hatte 4 Minuten, nachdem der trau⸗ rige Zug auf dem Triebe angekommen war, seine Arbeit getan. Die Frau des Ermorde⸗ ten wurde zu 16 Jahren Zuchthaus ver⸗ urteilt.— Zu dieser Hinrichtung sei aus Herrn Hochstätter noch bemerkt, daß auf dem Marktplatze von dem Kriminaglrichter das Urteil verlesen und den beiden Verurteilten der Stab gebrochen wurde. Zu diesem Zwecke war eine Estrade aufgeschlagen worden, auf der sich im Beisein von Richtern und Vertretern der hiesigen Behörden der Akt vollzog. Vom Hause seiner Großeltern Ferber sah unser Gewährsmann, damals ein noch nicht ganz sechsjähriger Knabe, diesem Vorgange zu. Unter militäri⸗ scher Bedeckung wurden die Delinquenten nach dem Trieb zur Richtstätte geführt.) Vom Monat Dezember an liegt das Eis moch auf der Lahn, und am 14. Merz hatten wir noch 14 Grad Kälte, wobei ein mehrere Fuß hoher Schnee. Am 22. Merz als am Ostersamstag hatten wir 13 Grad Kälte und den ersten Feiertag Morgens hatten wir Tauwetter mit Regen, so daß am zweiten Feiertag Morgens Feuerleitern an mehreren Orten der Stadt zum Uebergehen gelegt wer⸗ den mußten. Am 19. Merz waren es fünfzig Jahre, daß der alte Heyer kopuliert war und am 27. Merz wurde die Goldene Hochzeit ge⸗ feiert im Einhorn und Abends Ball im Gesellschaftssaal. (Georg Wilhelm Friedrich Heyer, bekann⸗ ter Gießener Buchhändler, war geboren zu Bromskirchen bei Biedenkopf am 2. März 1771. Da sein Vater, ein Revierförster, früh starb und die Mutter mit sieben unversorg⸗ —— ten Kindern allein stand, so ging Heyer nach seiner Konfirmation nach Gießen, um sich hier Arbeit zu suchen. Er wurde Ausläufer bei dem Buchhändler Krieger, dann Buch⸗ handlungslehrling. Durch seinen Fleiß und seine Tüchtigkeit kam er immer mehr in die Höhe und wurde als Buchhändler in ganz Deutschland bekannt. Auch politisch hat er sich betätigt, er war mehreremale Mitglied des Hessischen Landtages und gehörte zu den Gründern des Gießener Gesellschafts⸗ vereins. Sein Beispiel zeigt, daß strebsame Menschen auch in der alten Zeit, da man das Schlagwort„Freie Bahn dem Tüch⸗ tigen“ noch nicht kannte, vorwärts gekom⸗ men sind. Heyer starb zwei Jahre nach seiner goldenen Hochzeit, nämlich am 28. März 1847. Diese Angaben über sein Leben ent⸗ nehmen wir einem Artikel, den unser Mit⸗ arbeiter Dr. Karl Esselborn im 1. Bande der „Hessischen Biographien“ veröffentlicht hat.) Am 27. Merz Abends ging das Eis von der Lahn weg, wobei es eine große Fluth gab. Am 31. Merz morgens um 7 Uhr wurde der August Hermes aus der Pulver⸗ mühle beerdigt und wurde der Sarg in einem Nachen herübergebracht. (August Hermes war Wirt in der Pulver⸗ mühle.) 5 (Schluß folgt.) Uleine Mitteilungen. Montag, den 18. Oktober, abends 8 Uhr. wird Pfarrer Deggau aus Beedenkirchen, früher am Elisabethenstift zu Darmstadt, in der Johanneskirche einen Lichtbildervortrag über den Maler Wilhelm Steinhausen hal⸗ ten. Bekanntlich ist Steinhausen, der in Frankfurt lebt, der Schöpfer einer großen Zahl von religösen Bildern. Da Pfarrer Deggau mit Steinhausen befreundet ist, so wird man von seinem Vortrage etwas ganz Besonderes erwarten dürfen. Der Ertrag des Vortrages ist für das Diakonissenhaus Elisabethenstift in Darmstadt bestimmt, das sich wie viele kirchliche und gemeinnützige Anstalten infolge der Zeitlage jetzt in einer gewissen Notlage befindet. Im Hinblick auf die wertvollen Dienste, die die aus diesem Hause hervorgegangenen Schwestern seit Gemeindegliedern Jahrzehnten unseren leisten, werden viele sich veranlaßt fühlen, den Vortrag Deggaus zu besuchen. * Wir haben vor wenigen Wochen im „Sonntagsgruß“ die Erinnerungen des Hauptmanns Berthold Ebel an die Schlacht bei Gravelotte veröffentlicht. Der Verfasser schreibt darin, daß er vor der Schlacht bei Vionville, als das Gepäck abgelegt wurde, auch sein Umhängetäschchen abgelegt habe. Hierzu teilt uns ein Leser unseres Blattes mit:„Dieses Umhängetäschchen habe ich gekannt. Ich war 1870 ein Knabe von 14 Jahren und sah bei der Mobilmachung, — 164— wie der damalige Vizefeldwebel Ebel aus dem Geschäfte von Senner auf der Mäus⸗ burg kams und das neugekaufte Umhänge⸗ täschchen in der Hand trug.“ Daß nach 50 Jahren ein verhältnismäßig gering⸗ fügiger Vorgang durch Ebels Aufzeichnung dem Herrn, der diese Bekundung uns ge⸗ macht hat, wieder in die Erinnerung kam, ist merkwürdig, aber auch ein Beweis dafür, wie glaubwürdig Ebel auch da ist, wo er Kleinigkeiten erwähnt. Kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 17. Okt., 20. nach Trinitatis. Erntedankfest. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Becker.— Montag, den 18. Oktober, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weib⸗ lichen Jugend der Markusgemeinde.— Donnerstag, den 21. Oktober, abends 8 Uhr, versammelt sich der Frauenverein der Mar⸗ kusgemeinde im Gemeindesaal. In der Johanneskirche. Vorm. 9/2 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Abends 8 Uhr: Bibel⸗ besprechung im Johannessaal: Pfarrer Adolph.— Abends /8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde.— Freitag, den 22. Oktober abends ½6 Uhr: Vereinigung der konfir⸗ mierten weiblichen Jugend der Johannes⸗ gemeinde.— Montag, den 18. Oktober, abends 8 Uhr, wird in der Johanneskirche ein Lichtbildervortrag über Wilhelm Stein⸗ hausen von Pfarrer Deggau zum Besten des Diakonissenhauses gehalten werden. ** Wartburg⸗Verein. Sonntag, den 17. Oktober: 33. Jahres⸗ fest. Morgens 7 Uhr: Choralblasen vom Stadtkirchturm. 9½ Uhr: Gemeinsamer Gottesdienst in der Johanneskirche unter Mitwirkung der Chöre und des Harfenisten Herrn Wigger. Nachmittags 3 Uhr im Ge⸗ meindehause Kirchstr. 9: Akademische Feier: Uebergabe eines Bildes des verstorbenen 1. Vorsitzenden Herrn Pfarrer Schwabe und einer Ehrentafel unserer gefallenen Mit⸗ glieder. Abends 7½ Uhr im Saale des Hotel Einhorn: Familienabend. Eintritt für Mit⸗ glieder und deren Angehörige je 1 Mk., für Das Belegen von mehreren Plätzen bei der Abendfeier durch eine Person ist nicht ge⸗ stattet. Evang. Arbeiterverein. Sonntag, den 17. Oktober: Beteiligung am Stiftungsfest des Wartburgvereins. R. Lange, Gießen. ckerei Nichtmitglieder 2.50 Mk. Saalöffnung 7Uhr. Geme Nr. 42 Di Röm. 8, die diene „Jedes einschneid gewesen letzten W᷑ Pforte v losen Kr niger vor ter, an bis es de schlingt. wieder vi ernsten seinen„9 uns. 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