Zufrieden⸗ en umsonst regeleiteten deimweg zu m Wirrsal ndung, die ite Schich⸗ önnen wir an unser hron brin⸗ aus dem ihn vielen hte, es ist laß leuch⸗ wir. Viel ich denke, „dessen er liebst, ng gibst ronin R. gate. Gemeinden gs 8 Uhr, konfirmier⸗ Pfarrer yr: Pfarrer Kinderkirche rret Mahr. tags 8 Uhr, ikonfirmier⸗ e: Pfarrer hr: Pfarcer 11 Uhr: de: Pfarrer Ihr: Vibel⸗ Uhr: Vor⸗ euburg übet in Steier⸗ vang. Bund. elfahrtstag). 5 9½ Uhr: . 9½ Uhr: Nachmittags 455 — Steindrucheres n ist? Wir . onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 19 Gießen, Exauti, den 16. Mai 1920 9. Jahrg. Dankbare Menschen. Psalm 103, 2. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat. Es gibt so viele Menschen, die allezeit mürrisch, unzufrieden und verdrossenen Blickes einhergehen. Alles ist ihnen zu⸗ wider, über alles ärgern sie sich. Die Ur⸗ sache liegt daran, daß sie nicht dankbar find, und daß sie nicht dankbar sind, ist daraus zu erklären, daß sie keine offenen Augen für die Wohltaten Gottes haben. Sie meinen immer, ein großes gewaltiges Glück, etwa ein Millionengewinn oder eine ganz außergewöhnliche Ehrung müsse ihnen zuteil werden, und wenn das, wie es natürlich ist, ausbleibt, so verharren sie in finsterer Unzufriedenheit. Wer Augen hat, zu sehen, der sieht in seinem ganzen Leben die Gnade und Treue Gottes. Eine Nacht, die er in ruhigem Schlafe verbringt, ein Tag, der ihm in Pflichttreue und gesegneter Arbeit vergeht, treibt einen solchen Menschen zur Dankbar⸗ keit. Wenn er in dieser Frühlingszeit in das Freie geht, den dunkelgrünen Wald und die Blüten bäume sieht und den Gesang der Vögel vernimmt, so preist er die Güte seines Schöpfers. Jede Förderung seines Geistes⸗ und Gemütslebens, jeder freundliche Zu⸗ spruch eines ernsten und treuen Menschen, ein erhebender Gottesdienst, dem er bei⸗ wohnt, stimmt sein Herz zur Dankbarkeit. Die Gewißheit, daß einer in die Welt ge⸗ kommen ist, der unsere Not und Schuld auf sich genommen hat, die Gewißheit, von Gottes Liebe getragen, von Gott auf rechter Straße geführt zu werden, stimmt das Herz des Christen fröhlich. Ein glücklicher Mensch ist der dankbare Mensch, er vergißt nicht, was sein Gott Gutes an ihm getan hat, und gern eignet er sich das Wort an, mit dem der Psalter ausklingt: Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. H. B. Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 23. Gießener Familienleben in drei Generationen. (Fortsetzung.) Zte October. Der Wirth bey dem wir die Nacht zu⸗ gebracht, war ein sehr gefälliger Mann, er hohlte uns am Morgen mehrere Proben von seinem neuen Wein, besonders wird viel rother hier gezogen, in der Güte muß er indessen dem Lautenbacher(Laudenbacher) nachstehen. Weinheim liegt am Abhang eines Berges, hat reinliche Straßen und mit⸗ unter schöne Gebäude. Obgleich der gestrige starke Marsch uns etwas ermüdet hatte, so waren wir doch wieder fröhlich und mit frohem Muthe sehnten wir uns nach dem 4 Stunden entfernten Heidelberg. Als wir eine kleine Strecke hinter Weinheim waren, so hohlten wir einen Schumacher ein, der Leder in der Stadt eingekauft hatte. Wir fragten ihn nach dem nächsten Weg nach Heidelberg, er bat uns freundlich ihm zu folgen, indem er denselben Weg zu gehen willens sey. Auf einem Nebenweg, der etwas näher seyn sollte als auf der Landstraße, kamen wir steets zwischen Weinbergen hin. Wir wurden unterwegs immer vertrauter mit unserm Schuster. Auf seine Anfrage, was eigentlich der Zweck unserer Reise sey, sagten wir ihm, daß wir drey schöne, reiche Mädchen in hiesiger Gegend aufzusuchen uns bemühten. Ey, versetzte er, im nächsten Ort, wo wir jetzt gleich hinkommen, ist wenigstens eine im Gasthaus zur Krone, welche diese Eigenschaften besitzt. Unsre Neugierde wurde dadurch gereitzt, diese angeblich reiche Schön⸗ heit zu sehen, wir beschlossen eine Flasche Wein daselbst einzunehmen, welches denn auch geschah, allein zu unserem Mißver⸗ gnügen war gerade der Gegenstand unsrer Wünsche ausgegangen, und die Spekulation war mißglückt. Unser Schuster, der nun einen anderen Weg zu gehen hatte, rieth uns die Chausse wieder zu verfolgen, die sich dann stets am Fuß des schönen Gebürges hinschlängelte, dessen mannigfaltige Ab⸗ wechselungen, bald dem Auge niedliche Re⸗ benhügel darbot, bald türmten sich die Berge aufeinander, und ein alter verwüsteter Turm oder eine verfallene Burg aus den Zeiten des Faustrechts blickte düster von der äußersten Spitze herunter; und contrastierte sehr an⸗ genehm mit den lachenden Dörfern, welche in Mengen am Fuß der Berge hingen. Jetzt bog der Weg um einen Berg⸗Rücken herum, und welch ein überraschender Anblick. Wir befanden uns am Ufer des Neckars, gegen uns über lag Heidelberg, prachtvoll am schönen Gestade, ganz umgeben von Bergen. Das über ihm liegende alte Schloß und die schönen mit Reben beflanzten Berge gaben ihm eine äußerst romantische Ansicht. Wir mußten noch eine Strecke am Ufer gehen, bis wir endlich die schöne Carlsbrücke er⸗ reichten, die uns auf das andere Ufer führte. Im Gasthaus zum Hecht suchten wir uns durch einen gutes Mittags⸗Essen und einige 3 — Fflaschen Neckar⸗Wein zu laben, nach diesem war unser erster Gedanke, das Heidelberger Faß zu sehen. Mühsam erglimmten wir den steilen Berg und kamen endlich auf dem Schloß an. In dem Schloßkeller, auf einem besonderen Gerüst liegt jener Fässer⸗Koloß, der mit ungeheuer dicken eisernen Reifen umgeben ist. Man versicherte uns, daß es ehedessen wirklich gebraucht worden wäre, und mehrmalen mit Wein angefüllt ge⸗ wesen seh. Außerdem lagen in demselben Keller noch viele sehr große Fässer von 7 bis 10 Fuder, die ehrwürdigen Ruinen dieses alten Schlosses zeugen noch deutlich seinen ehemaligen Glanz. Der dabey be⸗ findliche Schloßgarten entspricht ganz seinem Zweck, da er jedem offen stehet, so wird der Freund der Natur hier eine angenehme Erholung finden. Die reine Luft, die man auf diesem erhöhten Standpunkt atmet, die schattigen Lauben, und die angenehmen Ruhepunkte, welche allenthalben in ange⸗ nehmen Abwechselungen angelegt sind, wer⸗ den jedem Verehrer des Schönen willkom⸗ men seyn, dieses alles ist aber nicht zu ver⸗ gleichen mit der herrlichen Aussicht, welche man hier genießt und die schwache Feder eines Sterblichen nicht zu schildern ver⸗ mögend ist. Eine weite fruchtbare Ebene liegt hier vor dem staunenden Auge. In schlängelnden Krümmungen benetzt der Neckar diese schöne Fluren und eilt, sich endlich mit dem Rhein, den man hinter Mannheims Thürmen deutlich blinken steht, zu vereinen. Prachtvoll gelagert dehnt sich Heidelberg umgeben von Reben⸗Bergen an dem lieblichen Fluß hin. Im Hintergrunde begränzten die blauen Rhein⸗Gebürge diese schöne Scene. Voll Bewunderung über die erschöpften Schönheiten dieser Natur⸗Scene waren meine Blicke stets auf diese reizenden Gegenstände geheftet. Voll heiliger Ehr⸗ furcht entbrannt über die Meisterhand des Schöpfers dieser himmlischen Natur, ver⸗ ließen wir diesen Ort und stiegen langsam den Berg wieder hinunter zur Stadt, die wir nun allenthalben durchstreiften. Die Straßen sind größtentheils ziemlich weit und schön gepflastert, und die Stadt hat durch viele ansehnliche Gebäude das An⸗ sehen von Wohlhabenheit. Die Universität soll aber durch die strengen Maßregeln zur Ausrottung der Landsmannschaften viele Studierende verlohren haben und nur noch gegen 300 Studenten zählen. Gegen 4 Uhr nahmen wir von Heidelberg Abschied. Eine schnurgerade Allee führte uns nach Schwet⸗ zingen, welches 2 Stunden entfernt ist. Allenthalben bemerkten wir auf dem Weg dahin Haufen von Hopfenstangen, pira⸗ midenmäßig aufgestellt, diese Frucht wird 4. October. J Schwetzingen, ein kleines Städtchen, ist der Sommer⸗Aufenthalt des Badischen Hofes. Unser erster Wunsch war, die ge⸗ spannten Erwartungen von den so oft ge⸗ hörten Schönheiten in dem 800 Morgen großen Schloß⸗Garten zu befriedigen. Am frühen Morgen begaben wir uns dahin, der Hofgärtner war auf unsre Einladung bereit⸗ willig, uns im Garten umherzuführen. Stehet man unter dem Schloßthor, welches in den Garten einführt, so erblickt man vor sich durch eine Allee in weiter Ferne die Rhein⸗Gebürge, und in gerader Richtung hinter sich die Neckar⸗Gebürge, welches einen schönen Anblick gewähret. Kömmt man nun in den Garten, so erblickt man zuerst in der Mitte eines schönen Vorplatzes eine Fon⸗ taine, woraus sieben Wasserstrahlen empor⸗ steigen, wovon die stärckste bis 20 Fuß sich erhebt. Jetzt drangen wir in die herrlichen Alleen und Schatten⸗Gänge ein und kamen indeß zum Bade⸗Hauß hin, das Innere ist ganz von Marmor und äußerst kostbar ein⸗ gerichtet. Der Tempel des Apollo, welcher auf marmonen Seulen ruhet, zog bald unsere Aufmerksamkeit auf sich. Er stehet auf einem kleinen Hügel, an dessen Fuß sprudelt aus einem künstlich angebrachten Felsen ein Bach und bewirkt ein angenehmes Rauschen. Die türkische Moschee, dieses Prachtgebäude, mit seinen zwei runden Türmen, zeigte sich bald unsern forschenden Blick. Das Aeußere dieses schönen Gebäudes entspricht ganz dem Inneren. Marmor und Gold blicken überall verschwenderisch hervor. An den inneren Wänden der Moschee stehen Wahlsprüche aus dem Alkoran, man versichert uns, daß dieses Gebäude mehr als eine Million ge⸗ kostet habe. Jetzt zeigte man uns eine Allee, wodurch man in weiter Ferne ein Dorf erblickte, als wir an das Ende der Allee kamen, bemerkten wir die Täuschung, diese Landschaft war an eine Mauer ßperspec⸗ tivisch gemahlt. Ueberall hat Kunst und Natur in diesem schönen Garten sich er⸗ schöpft. Bald kamen wir durch herrliche Schattengänge zu einem Bach, der ein an⸗ genehmes Rieseln hervorbrachte, bald an einem Felsen, auf dem Pan mit der Wald⸗ pfeife saß und vor dem sich sprudelnd ein Wasser herunterstürzte, hier an einem klei⸗ nen Fluß, über den eine Brücke führt. Dort ändert sich das Schöne, Anmutige in eine wüste Gegend, worin die Ruinen eines alten Thurmes sichtbar werden, weiterhin in einem kleinen Wald, liegt wieder ein Tempel, kurz, Abwechselungen aller Art überraschen auf das angenehmste. Eine Menge der schön⸗ hier sehr häufig gebaut. Im Pfälzer Hof brachten wir die Nacht zu, und hatten Ur⸗ sache, über die dasige Bewirtung sehr zu⸗ frieden zu seyn. sten Statuen von Marmor sind in den Alleen aufgestellt und erhöhen deren Schön⸗ heit. (Fortsetzung folgt.) Jetzt Im Fli aar sa jeder, n klammer führte. 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Dort in eine tes alten in einem bel, kurz, hen auf r schön⸗ in den Schön⸗ — 78 Urgroßtantens Raritätenschrank. Von Helma Esselborn. (Fortsetzung.) Jetzt aber kam die Hauptsache, Anita. Im Flitterröckchen mit Blumen im Locken⸗ haar sah sie reizend aus, doch bemerkte jeder, wie ängstlich die Kleine war. Sie klammerte sich an die Alte, die sie herbei⸗ führte. Starr schauten die großen schwarzen Augen vor sich hin, und ein Zittern lief durch die schmalen feinen Glieder. Ein energischer Ruck des Vaters brachte sie erst zu sich, und unter seiner Führung stieg sie die Leiter hinauf. Erst oben schien die Angst von ihr gewichen. Sie sah sich strah⸗ lend um, grüßte nach rechts und nach links mit dem kleinen Fächer, den sie bald in den Händen hielt, bald in den rosa Gürtel steckte und ging ohne Zaudern auf dem Seil hin und her. Ihre Füßchen schienen wirklich in der Luft zu schweben, sie verdoppelte und verdreifachte das Tempo und drehte sich und gaukelte wie ein Schmet⸗ terling auf dem Seil. Ein kurzer Anlauf, und sie war wieder beim Aufstieg angelangt, wo ihr der Vater einen kleinen mit Gold⸗ papier beklebten Schubkarren hinschob. Sie ergriff ihn mit beiden Händchen und schob das Gefährt vorsichtig bis ans Ende des Seiles, drehte sich unter atemloser Span⸗ nung der Zuschauer um und kehrte wohl⸗ behalten zur Leiter zurück. Ein Jubel brach los, die Zuschauer riefen laut„Bravo Bravo!“ Strahlend verneigte sich die Kleine und wollte heruntersteigen. Da ruft ihr der Mann ein paar Worte zu. Sie scheint nicht zu wollen, bittend faltet sie die Händ⸗ chen, aber auf ein nochmaliges barsches „Avanti!“ ergreift sie abermals den Schub⸗ karren und betritt nochmals die gefahrvolle Bahn. Am Ende des Seiles angekommen, geht plötzlich ein Schwanken durch die kleine Gestalt, der Karren entfällt den kraftlosen Händchen, sie versucht eine Sekunde noch das Gleichgewicht zu gewinnen, dann ein gellender Schrei, und Anita liegt mit zer⸗ schmetterten Gliedern auf dem Pflaster des Platzes. Es war ein entsetzlicher Augenblick, und Jung und Alt konnten im ersten Schrecken kaum begreifen, was geschehen war. Die zunächst Stehenden sprangen hinzu, die alte Großmutter kam herbeigestürzt und warf sich weinend über das Kind.„Anita, mein Schäfchen, Anita, mein Blümchen, hat er dich gemordet der schreckliche Mensch?“„so jammerte sie laut. Senor Lukas stand dabei und kaute am Schnurrbart. Wild fuhr die Alte auf ihn los. In einer fremden Sprache zankte sie mit ihm hin und her, und so viel verstand man, daß sie dem Manne vorwarf, ein zweites Mal die gefährliche Fahrt verlangt zu haben. Er stand achsel⸗ zuckend dabei und drehte schließlich der kei⸗ fenden Alten den Rücken. 22 T... Ein energischer Zuruf unseres Arztes, der sich inzwischen durchgedrängt hatte, brachte die Alte zur Ruhe. Nachdem er sich davon überzeugt hatte, daß noch Leben in dem bewußtlosen Kinde war, wurde es sorg⸗ sam aufgepackt und ins nächstliegende Haus gebracht, das die Bäuerin bereitwillig öff⸗ nete. Wohl zeterte die Alte, doch ein Blick auf den Wagen hatte dem Arzt genügt, um mit bestimmter Handbewegung das An⸗ sinnen, das Kind da hineinzubringen, ab⸗ zulehnen. Traurig verlief sich die Menge. Spät brachte uns unser Vater die Kunde ins Haus, die Kleine lebe noch, habe aber beide Beine gebrochen, und da der Arzt auch noch innere Verletzungen befürchte, so könne sie vorläufig nicht transportiert werden, sondern müsse beim Hansjakob ruhig liegen bleiben.„Da hat sie's gut getroffen!“ setzte er hinzu,„die Bäuerin ist eine Frau, die das Herz auf dem rechten Flecke hat.“ In den nächsten Tagen gabs natürlich nur ein Gespräch im Ort: das Mädchen mit den flüchtigen Füßen. Einer Ueber⸗ führung ins Krankenhaus der nächsten Stadt hatten sich die braven Bauersleute wider⸗ setzt. Der saubere Seiltänzer war nämlich, nachdem er vom Arzt vernommen hatte, daß Anita ihren leichten Gang wohl für immer verloren haben würde, bei Nacht und Nebel verschwunden und hatte nur einen Brief zurückgelassen, wonach Anita nicht sein Kind war, sondern von ihm nur aus Gnade und Barmherzigkeit angenommen und unterhalten worden sei. Ein Päckchen Papiere, darunter Anitas Taufschein und der Trauschein ihrer wahren Eltern lagen dabei. Mutter Margret, Hansjakobs Frau, brachte dies alles meinem Vater und erbat seinen Rat. Der schüttelte bedenklich den Kopf:„Mutter Margret, da habt Ihr Euch etwas aufgeladen, es wäre doch besser, Ihr ließet die Kleine jetzt ins Krankenhaus bringen. Von da kommt sie später ins Armenhaus oder in sonst eine Anstalt, wie es der Staat bestimmt.“ Aber Mutter Margret schüttelte den Kopf: „Nein, Herr Revierförster, das gibt's nicht, das arme Kind ins Armenhaus, da hätt' sichs besser gleich tot gefallen. Nein, wissen Sie, ich hab's mit dem Hansjakob schon be⸗ sprochen, die Anita bleibt bei uns. Es ist jetzt ein Jahr, daß unser Herrgott unser liebes Kind zu sich genommen hat, und wissen Sie“— hier fuhr sie mit dem Schürzenzipfel sich über die Augen—„ich muß jetzt immer denken, er hat uns einen Ersatz dafür geschickt.“ Mein Vater drohte ihr mit dem Finger: „Margret, Margret, Euer gutes Herz geht mit Euch durch, habt Ihr Euch das auch wohl überlegt? Das Mädchen bleibt viel⸗ leicht ein Krüppel, und Ihr wißt auch ——— nicht, wo es herstammt. Es ist fahrender Leute Kind, das Blut läßt sich nicht ver⸗ leugnen.“ „Und wenn schon, ich gebs nicht wieder her.“ Damit hatte sich Mutter Margret entschieden. (Fortsetzung folgt.) Nur zwei Worte. Weiß ich auch nicht den Weg, Du weißt ihn wohl. Die vielen Wirren, die zur Zeit unser Leben beschweren und wohl noch lange hin⸗ aus uns umgeben werden, machen, daß wir sehnsuchtsvoll nach Befreiung aus all dem Dunkel, nach einem Lichtstrahl, einem Hoff⸗ nungsschimmer ausschauen, der uns den Frieden in Haus und Herz, in unser Denken und Sinnen bringen soll. Da sind es zwei Worte, die mir in stillen Stunden Begleiter sind, sie geben mir die Zuversicht, daß, wenn wir sie in ihrer ganzen Tiefe zu er⸗ fassen vermögen, sie uns den Weg weisen können, unser Leben und Streben ganz dem zu überlassen, der allein uns zum Frieden, zur Klarheit hier und dort in der Ewigkeit zu führen vermag, und zur Befreiung von äußerer und innerer Not. Es sind die Worte:„Du weißt den Weg!“ und:„Dein Wille geschehe!“ Machen wir sie uns doch ganz zu eigen, nehmen wir sie zu Beglei⸗ tern unseres täglichen Lebens, so werden wir stillen, dankbaren Herzens wandern können bis zur Befreiung aus aller Not. Weiß ich auch nicht den Weg, du weißt ihn wohl; Das macht die Seele still und friedevoll. Ists doch umsonst, daß ich mich sorgend müh', Daß ängstlich schlägt mein Herz, sei's spät, sei's früh. Du weißt den Weg ja doch, du weißt die Zeit, Dein Plan ist fertig schon und liegt bereit. Ich preise dich für deiner Liebe Macht, Ich rühm' die Gnade, die mir Heil gebracht. Du weißt, woher der Wind so stürmisch weht, Und du gebietest ihm, kommst nie zu spät, Drum wart' ich still, dein Wort ist ohne Trug, Du weißt den Weg für mich, das ist genug. Dieses Lied stammt aus dem Baltenlande, wo es in der Zeit entsetzensvoller Leiden während der Verfolgungen aller Gebildeten, von einer jungen gläubigen Seele ge⸗ sungen, für alle, die es hörten, von erheben⸗ dem Eindruck war. 6 Uirchliche Anzeigen. Sonntag den 16. Mai. Exaudi. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Becker.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Lukasgemeinde: Pfarrer Bech⸗ tolsheimer.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Vormittags 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. 4 Am 1. Pfingstfeiertag findet in der Jo⸗ hanneskirche Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannes⸗ gemeinde, am 2. Pfingstseiertag in der Stadt⸗ kirche für Matthäus⸗ und Markusgemeinde, jedesmal im Hauptgottesdienst statt. Die Ge⸗ meindepfarrer erbitten vorherige Anmeldung. 1 Wartburg⸗Verein. Sonntag den 16. Mai: Familienausflug nach Annerod. Abmarsch: 2 Uhr vom Schützenhaus(Trieb). 1. Pfingstfeiertag: Zweitägige Tour nach Homberg. Anmeldungen bei Frl. Pfaff und Herrn Gg. Pfaff, Dammstr. 30 oder im Heim. 2. Pfingstfeiertag: Tagestour mit Ab⸗ kochen(nur für die männl. Abtlg.) nach Allendorf-Nordeck. Anmeldungen bis Don⸗ nerstag den 20. Mai im Heim bei Herrn Engels erbeten. Alles Nähere am Brett im eim. „ Evangelischer Arbeiter verein. 1. Pfingstfeiertag, vorm. 9½ Uhr: Ge⸗ meinsamer Kirchgang(Stadtkirche). 2. Pfingstfeiertag: Familienausflug nach der Waldschenle bei Großen-Linden. Daselbst Gesellschaftsspiele. Abmarsch 2 Uhr. Ecke Liebig⸗ und Frankfurter Straße. Führung: Herr Loh. * Volkskirchliche Arbeitsgemein- schaft. Am Dienstag den 18. l. M. erstattet Land⸗ gerichtsrat Neuenhagen im Markus⸗ saal über die Tagung des Landes⸗ kirchentages in Darmstadt Bericht. Da über die Verhandlungen in der Press nur kurz berichtet wurde, wird eine eingehende Schil⸗ erung für viele von besonderem Interesse sein. Der Besuch der Veranstaltung ist allen Baronin R. evang. Gemeindemitgliedern gestattet. Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange, Gießen. 1. Joh. 4, von& Gotte da be das 9 In den haben sich unserem 2 Technik. hervorgebe kunde, die bedeutend nisvoller die Techn nicht imst schaffen, f ihr Lob ni denken w' da zu jede den Wolk weiß ein hofe, dari zige Sohn dium beer das Feld seines Te Heimat d Die Völk dem Geiß walt drär — auch di unglücklie Wir ve pheten A von Gott Mahnuns Gottes er bekennt, Fleisch g Geist Got Herzen a vergebend Leben fir Herz froh Geist all! machen, sich über reichen a nach den Geist wo! von Got heißung ihr arg Gaben ge im Himr die ihn b