hmittags donners⸗ hr: Ver⸗ hen Ju⸗ Montag emeinde⸗ nner der 7) Uhr: 11 Uhr: emeinde: Pfarrer 8. No⸗ gung der r Lukas⸗ nfirmier⸗ ohannes⸗ e Faust⸗ spiele im ind, ver⸗ bekannt⸗ Zufam⸗ Abends abteilung zu beson⸗ der Mit⸗ Daselbst nöstreich⸗ ren Mit⸗ Herren Schneider bendkasse i n. 0: Stif⸗ estgottes⸗ itwirkung Festpre⸗ 7½ Uhr Familien⸗ eder und Schreib⸗ idenplatz; Philipp⸗ Schuh⸗ an der irch Mit⸗ hierfür zu en Herrn der unter Wir emp⸗ zeitig für eindruckerei 2 einen Menschen ausgeführt wurde. onntagsgru Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 45 Gießen, 24. Sonnt. n. Trini tatis, den I4. Novbr. 1920 9. Jahrg Der Totengräber. Hebr. 4, 9. Darum ist noch eine Ruhe vor⸗ handen dem Volke Gottes. Am F Frühsommertage ging ich über den Friedhof einer deutschen Stadt. Hell leuch⸗ tete die Sonne, aber in dem Mittelweg war Schatten; denn die dichtbelaubten Bäume sind dort hoch emporgeschossen. In dichtem buntem Gerank breiteten sich auf den Grä bern die Blumen aus, und die Vögel sangen in der Morgenfrühe. Sonst war kein Laut zu hören. Doch, da hörte ich in regelmäßigen Zwischenräumen leise Schläge.-Ich ging dem Geräusche nach und fand den alten Toten⸗ gräber, der ein Grab grub. Man sah den Mann kaum, so tief war die Grube schon, er stand mitten in der Erde und hatte den Strohhut, der ihn vor der Sonne schützte, tief in die Stirn gezogen. Mit der Spitzhacke hatte er den Boden gelockert und warf nun die braune Erde heraus. Der alte gräber machte einen so ernsten Eindruck, seine Arbeit hatte etwas so Ehrwürdiges und Feierliches, es war die letzte Arbeit, die für Einem müden Pilger wurde das Bett bereitet. Wer es war, für den diese Arbeit getan wurde, wußte ich nicht, aber das offene, noch im Entstehen begriffene Grab hatte gar nichts Schreckhaftes an sich. Ich dachte, als ich es sah, an das schöne Wort in Paul Gerhardts Abendlied:„Es kommen Stund' und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd“, ich dachte auch an das Wort, das der Freiherr vom Stein in seinen letzten Lebensjahren oft aussprach: „Macht mir ein Bett, gar weich und schön; denn ich bin müde und will schlafen gehn.“ Das Grab, das einem Dahingeschiedenen gegraben wird, gibt dem müden Leib die Ruhe, und die Seele findet die Sabbatstille dort, wo sich das Volk Gottes in der ewigen Heimat vor Gottes Thron e heschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 26. Aus alten Anzeigeblättern. Von Heinrich Hochstätter sen. (Fortsetzung.) Die Anzeigeblätter des Jahrganges 1840 unterscheiden sich nur wenig von denen aus 1834; Druck, Verlag und Ausgabezeit sind noch dieselben, nur der Titel hat sich ein wenig geändert, er heißt jetzt„Anzeigeblatt der Stadt Gießen“. Das kleine Format ist „ Toten⸗ wiesen. An erster Stelle stehen immer noch die polizeilich festgestellten Preise für Frucht und Viktualien, die an sich keine nennens⸗ werten Unterschiede gegen früher aufweisen. Unter den Bekanntmachungen der Behörde findet sich als bemerkenswert ein Erlaß des Kreisamtes vom 18. September 1840 über eine Frucht⸗Markt⸗Ordnung fürs die Stadt Gießen. Darnach findet jeden Donnerstag ein ordentlicher Fruchtmarkt mit freier Con⸗ currenz auf dem Brand statt zum feilen Verkauf für Halm- und Hülsenfrüchte, Mehl, Heu und Stroh. Die Märkte beginnen am 1. Oktober(1840) und dauern von 9 Uhr vormittags bis mittags um 1 Uhr, und es wird durch Aufstecken einer Fahne deren Zeit bekanntgegeben. Die Einfuhr der für den Markt bestimmten Früchte darf nur durch das Wallthor und Neuenwegerthor auf dem kürzesten Weg nach dem Brand bewerkstelligt werden. Die weiteren Bestim⸗ mungen sind die auch sonst bei Marktord⸗ nungen üblichen. Die Bekanntmachungen der Stadt Gießen sind jetzt von dem Großh. Bürgermeister Schneider unterzeichnet, dem⸗ nach hat sich beim Oberhaupt der Stadt ein Wechsel vollzogen. Das Pfandhaus muß inzwischen seine Pforten den Bedrängten geöffnet haben, es erscheinen jetzt öfter Bekanntmachungen von bringt die Beilage vom demselben. So 8. August 1840 ein Verzeichnis von verfalle⸗ men Pfändern, die am 17. zur Versteigerung kommen sollen. Es sind zumeist Taschen⸗ uhren, Uhrketten, Ringe und kleinere Schmucksachen, Gebrauchsgegenstände, wie zinnerne Teller und Schüsseln, Stoffe und Kleidungsstücke, besonders schwarze und blaue Frackröcke, Herren- und Frauenmäntel, Bett⸗ zeug, Kissenüberzüge u. dgl. Im Hauptblatt erscheint gleichzeitig das nachstehende Publi⸗ candum: Wer entbehrliche usw. Gegenstände verwerthet zu haben wünschen sollte, wird hiermit ersucht, solche mit Angabe des ge⸗ ringsten Preises und gehörig verzeichnet längstens bis zum 12. August hierher ab⸗ geben zu lassen, um sie der am 17. d. M. stattfindenden Versteigerung anreihen zu können. Uebrigens bemerken wir, daß nur solche Gegenstände angenommen werden können, welche einzeln überbracht, wenig⸗ stens einen Werth von einem Gulden haben müssen. Die Verwaltung der Pfand⸗ und Leihanstalt bestand aus den Herren Bieler und Pfeil. Bieler war gleichzeitig Besitzer des Alexander-Wellenbades an der Neu⸗ benfalls geblieben, doch haben sich eine, bis⸗ weilen auch zwei Beilagen als nötig er⸗ ———— ä mühle(jetzt Elektrizitätswerk); er war Veteran aus den Kriegen unter Napoleon, — 178— hatte den russischen Feldzug und den Rück⸗ erhält gleichfalls die Benennung das„sil⸗ zug der großen Armee über die Beresina berne Roß“. Gez. J. M. Renner. mitgemacht und erreichte ein außergewöhnlich. Man konnte demnach in 9 Stunden von hohes Alter.(Adolf Bieler, geb den 17. Fe⸗ Gießen nach Frankfurt gelangen. bruar 1491, starb, nahezu 93 Jahre alt. In früheren Zeiten, als es noch keine am 26. Januar 1884. Anm. d. Red.) Pfeil Eisenbahnen gab und die Landstraßen noch war im Hauptberuf Verwalter des städtischen nicht so gut ange legt und fest ausgebaut Hospitals, in welchem alte, erwerbsunfähige waren, soll es auf der Strecke zwischen und mittellose Bürger und Bürg rinnen un⸗ Frankfurt und hier Stellen gegeben haben, entgeltlich Aufnahme fand n. Das Pfand⸗ die nicht ganz ungefährlich waren, so daß haus gebäude stand am Seltersweg auf dem mitunter Fuhrwerke verunglückten und Rei⸗ zum Hause Nr. 9, dem früheren Hospital gehö⸗ sende schwere Verletzungen davontrugen. rigen Grundstück, letzt Depot der freiwilligen Wenn daher jemand 0 reisen wollte, Sanitätsko. onne. Die Oberaufsicht über das so nahm er in der Regel vor seiner Abreise bei der ärmere en Bevölkerung oft segensreich feierlichen Abschied von seiner Familie und wirkende Institut führte die Stadtverwal⸗ traf, wie man sich erzählte, letztwillige Be⸗ tung. Der Betrieb dieser Anstalt bestand stimmungen. An sehr verrufenen Stellen, noch in den sechziger Jahren, wurde aber besonders aber beim Uebergang über den eingestellt, weil zwei als Diener angenom⸗ Vilbeler Berg, sollen viele Reisende es vor⸗ mene Persönlichkeiten sich grobe Unterschleife g gezogen haben, auszusteigen und ein Stück und schwere Ordnungsvergehen hatten zu⸗ zu gehen, als sich dem Fuhrwerk anzuver⸗ schulden kommen lassen. trauen. In Gießen lag kein Militär, nur ein In der nächstfolgenden Nummer macht kleines Wande welches das Fried⸗ sich auf die vorstehe 858 Anzeige hin die berger Bataillon zum Bewachen des Arrest⸗ Konkurrenz bemerkbar Der Lohnkutscher und hauses nach hier abgab, war in der Kaserne Fuhrwerksbesitzer Wi lhelm Rühl in der Flü⸗ am Seltersweg(jetzt Meisters Wurstfabrik) gelsgasse(jetzt Dammstraße) zeigt an, daß untergebracht. Dieses unterstand dem Major er in Kürze einen neuen Familienwagen Peppler, der als hessischer Offizier an den erhalten wird, welcher den Namen das„gol⸗ napoleonischen Feldzügen teilgenommen hatte dene Roß“ erhalten soll, und mit mehreren und dem auch die Versorgung der Mann⸗ Abtheilungen versehen ist, und bei welchem schaft oblag. Die Familie Peppler war hier auch verschiedene Preise stattfinden sollen, ansässig, die Söhne hatten den kaufmänni⸗ so mache er hierdurch einstweilen darauf schen Beruf ergriffen, erwarben die Getreide- aufmerksam, daß der geringste Preis von mühle an der oberen Lahn, wo jetzt die von Gießen nach Friedberg nur 30 Kreuzer be⸗ Ferdinand Burk erbaute Kunstmühle steht, tragen soll. Hierbei sei bemerkt, daß Appel verbanden damit unter Benutzung der Wasser⸗ bisher kein Fuhrwerksbesitzer war, wohl aber kraft eine Schneidmühle(Holzsägewerk) und ein rühriger und unternehmender Kauf⸗ errichteten außerdem eine Badeanstalt mit mann. Er hatte auf der Mäusburg in einem Wellenbädern und stillen Bädern. Zu der schmalen Häuschen zwischen der Dreihäuser⸗ damaligen Zeit war dieses ein großes Unter⸗ gasse und dem Kreuz ein Lebensmittel⸗ und nehmen, es hatte jedoch unter der umsichti⸗ Kolonialwarengeschäft angefangen, und ich gen Leitung der Besitzer guten Erfolg und erinnere mich noch sehr gut, daß ich, wenn 1995 Ansehen. Zu Anzeigen verschiedener ich als ganz kleiner Junge vom Seltersweg, Art wurden die Blätter von den Vorgenann⸗ wo wir wohnten, nach dem Marktplatz zu ten wiederholt in Anspruch genommen.— meinen Großeltern stiefelte, auf der Mäus⸗ Die Zustände im Reiseverkehr vorgegen⸗ burg stets Halt machte, um mit Scheu und wärtigt uns eine Bekanntmachung vom Bewunderung ein großes Reklamebild mit 24. August 1840: einem schwarzen Kerl darauf zu betrachten, 1. Regelmäßige Fahrt zwischen Gießen das Appel neben seiner Eingangstür hatte und Friedberg. Mein Wagen das„silberne anbringen lassen. Es stellte nämlich einen Roß“ geht von heute ab jeden Tag nach Neger vor, der in buntem Kopfschmuck unter Friedberg und wieder zurück. Er geht mor⸗ einer Palme an Tabakballen gelehnt, seine gens ums 6 Uhr hier ab und kommt um 10½¼ Pfeife schmauchte. Später erwarb Appel ein Uhr in Friedberg an, mittags um ½4 Uhr Haus auf dem Neuenweg jetzt Nr. 15), geht er in Friedberg wieder ab und trifft worin er sein Geschäft. in größerem Umfang abends um 8 Uhr hier ein. An⸗ und Abfuhr⸗ betreiben konnte, aber das Unglück hatte, daß orte sind in Gießen im Rappen, 85 Friedberg ihm sein Wareninagazin in der Schäferei ein⸗ in den drei Schwertern. gez. G. Appel. mal abbrannte. Dieses Warenmaggzin lag 2. Regelmäßige Fahrt 9 Friedberg hinter dem Wohn⸗ und Geschä fte hense ne und Frankfurt. Abfahrt aus Friedberg mor⸗ und stieß an das schmale Gäßche en, welch gens um 11 Uhr, Ankunft in Frankfurt den Neuenweg mit der Semen mittags um 3 Uhr. Zur gleichen Zeit geht bindet. Den etwas breiteren Teil„d 8 ein Wagen von Frankfurt nach Friedberg Gäßchens hieß man die„Schäferei“; af zurück. Abfahrort in Frankfurt an der Reichs- Name„Erlengasse“ taucht erst später auf, krone. Fahrkaxe 42 Kreuzer. Der Wagen(Schluß folgt.) Ei Aus den d. R. Lan 5. J morgen gute Wü An solche sten Jah feiern. H einander aus dreiß Meine se Meter hin Bronislar Bäume Neben jed 1½ Mete eingedeckt kleiner O halten sich und Nack darin ste gelangen. guter Dir wohnt de Dach der Scherenfer auf einer lich beoba von unter befinden der Bzurc wie diese. die feindli durch Dor denen nur nen von u 3 Te hen, nach zerschossen. an das Ge In dem Zimmer 1 ganzen Ta immer nm Erde sind Bei dem der Resert der als It 8 m 1 m so aus 2 Klasse en Von der dungen zu lungsbeoba utnant Einer von immer dra verbringen mit Unter gar langsa Feldküche das„sil⸗ nden von och keine ißen noch rusgebaut zwischen en haben, „ so daß und Rei⸗ ontrugen. n wollte, 5 r Abreise 0 ie und lige Be⸗ en über den e es vor⸗ ein Stück anzuver⸗ er macht hin die tscher und der Flü⸗ an, daß ienwagen das„gol⸗ mehreren welchem n sollen, n darauf reis von euzer be⸗ aß Appel vohl aber r Kauf⸗ in einem reihäuser⸗ ittel⸗ und und ich ich, wenn ltersweg, ktplatz zu r Mäus⸗ 1 und bild mit etrachten, tür hatte ich einen uck unter nt, seine Uppel ein Nr. 15), Umfang hatte, daß iferei ein⸗ sazin lag se Appels „welches aße ver⸗ il, dieses rei“; der äter auf. Ein Winter an der Bzura. Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. Landgerichtsrat Trümpert in Gießen. (Fortsetzung.) 5. Januar 1915. Heute ist Mutters. morgen Schwiegervaters Geburtstag. Viele gute W̃ zünsche wandern von hier zu ihnen. An solchen Tagen denke ich immer, im näch⸗ sten Jahre wollen wir sie um so feiern. Hier gibt es sehr viele, nahe bei⸗ einander lieg 85 D Dörfer, die meist aber nur aus dreißig bis fünfzig Gebäuden bestehen. Meine sechs Geschütze sind ungefähr 500 Meter hinter der südlichen Hälfte des Dorfes Bronislawy, durch dessen Häuser und hohe Bäume gegen Sicht gedeckt, eingegraben. Neben jedem Geschütz befindet sich ein etwa 1 Meter hoher, oben mit Balken und Erde eingedeckte 1 Unterstand, in dem sich auch ein kleiner Ofen befindet. In dieser halten sich die Bedienungsmannschaften Tag und Nacht auf; sie können nicht aufrecht darin stehen, und nur gelangen. Die Leute sind aber vergnügt und guter Dinge. In einem Hause des Dorfes wohnt der Batterietrupp, und unter dem Dach der zugehörigen Scheuer ist das Scherenfernrohr aufgestellt, an dem man, auf einer Leiter stehend, beobachtet. Gewöhn⸗ lich beobachte ich aber mit meinem Glas von unten, vor der Scheuer 9 Wir befinden uns hier etwa 2000 Meter von — Bzura entfernt, liegen aber viel höher wie diese. Jenseits der Bzura ziehe n sich die feindliche n Schützengräben hin. Sie gehen durch Dorf und Gut Kozlow⸗Biscupi, von denen nur noch Trümmer stehen. Wir kön⸗ nen von unserer Beobachtungsstelle aus einen e Teil des feindlichen Geländes über⸗ ehen, nach Nordosten zu bis nach dem stark zerschossenen Sochaczew, nach Südosten bis an das Gelände der Rawka. In dem Beobachtungshaus ist ein großes Zimmer mit einem Herd, unter dem den ganzen Tag das Holzfeuer brennt. J In diesem Zimmer wohnt der Batterietrupp; auf der Erde sind die Strohlager. Bei dem Trupp ist auch der Unteroffizier der Reserve Wilhelm Nebel aus Worms, der als Junge lange bei meinen Eltern in Pension war. Er rückte als Gefreiter der Reserve mit der Batterie aus und zeichnete sich so aus, daß er bald das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt und Unteroffizier wurde. Von dem Hause gehen Telephonverbin⸗ dungen zur Feuerstellung und zur Abtei⸗ lungsbeobachtung. Tagsüber bin ich mit Leutnant Thüre auch in diesem Zimmer. Einer von uns oder ein Unteroffizier ist immer draußen zum Beobachten. Die Zeit verbringen wir, wenn Kicht geschossen wird, mit Unterhalten und Lesen. Der Tag geht gar langsam herum. Um 1 Uhr! kommt die Feldküche und bringt warme Suppe mit froher Stiefel aus Erdhöhle re ichlich kriechend hinein⸗ werden, den und Stühle ein. schütze mehrmals auf, haus. etwas Fleisch. Um 4 Uhr wird es schon dunkel, und dann schläft so allmählich der Artilleriekampf ein, dafür lassen sich dann die Maschinengewe hre und das Infanterie⸗ feuer verne ehmen. In den letzten drei Tagen herrschte ein scheußlich kalte er Ostind, auch liegt Schnee. Durch das viele Stehen im Schnee habe ich mir, da die Stiefel etwas eng sind, mehrere Zehen leicht erfroren, was recht unangenehm ist. Zwischen vier und fünf Uhr gehen wir in den etwa 5 Minuten entfernten nörd⸗ lichen Teil des Dorfes, wo sich unser Wohn⸗ haus befindet. In einem geräumigen Zim⸗ mer steht ein kleiner Herd, der auch den ganzen Tag geheizt und auf den für uns gekocht wird. Pier angekommen, werden die und die warmen Pantoffeln angezogen. Infolge de* geringen Bewegung habe ich den ganzen Tag kalte Füße. Um 6 Uhr gibt es meist warmes Abendessen, und gut zubereitet. Zum Glück finden sich hier bei jedem Haus große Kar⸗ toffelvorräte vor. Das nötige Kochgeschirr nen noch aus Frankreich. Zu trinken gibt es Tee, Kakao, Grog und seltener Wein. Bei bescheidenem Kerzenlicht spielen wir dann han Dame oder Mühle; Zum Skat fehlt noch der dritte Mann. Das Zimmer hat zwei nicht gut schljeßende Fen⸗ ster. Auf⸗ der einen Seite ist auf dem Boden das Lagerstroh ausgebreitet, auf dem dann abends die Decken und Kissen zurechtgemacht andern Teil nehmen ein Kleider⸗ ein Küchenschrank, der 5 Tisch An der Wand hängt eine Uhr mit hübf chem Schlag, die 5 Raum he imischer macht. In einem zweiten Raum wohnen die Leute des Beobachtungswagens, dabei mein Bursche Ackermann und der Koch, Kanonier Heldmann. Spätestens um 9 Uhr geht es zur Ruhe. Gegen Morgen wird es immer recht kalt. schrank, Natürlich schlafen wir in den Kleidern, nur die Stiefel sind ausgezogen. Da auch nachts geschossen wird, und bei dem Abfeuern der weiter rückwärts stehenden schweren Ge⸗ unser Häuschen wackelt und die Fensterscheiben klirren, wache ich nachts aber man hat doch genug Schlaf. Um ½7 Uhr wird geweckt. Wir waschen uns im Stalleimer; aber die Haupt. sache ist, daß wir uns hier täglich was schen und die Zähne putzen können. Nach dem Kaffeetrinken pilgere ich zum Moba n Der Weg führt in freiem Felde an einem sehr hohen Kruzifix vorüber, an dem ich mein Morgengebet verrichte. Meine Ge⸗ danken weilen gar viel in die liebe Heimat. O, wie sehne ich mich oft nach meinen Lieben! Wie lange dieses Leben hier so fortgehen soll, ist nicht abzusehen. Es heißt, wir bleiben wohl bis Mitte März hier liegen. In Frankreich ging es uns nicht so gut Dort wären schon längst sämtliche Häuser Brand geschossen, was hier sehr leicht ist, da alle Häuser Strohdächer haben. Die Russen schonen aber offenbar mit Rücksicht auf die Polen absichtlich die Ortschaften. So haben wir Menschen und die Pferde, die im nördlichen Dorfteil in Scheuern und in Wohnhäusern stehen und sich in sehr gutem Zustand befinden, es recht gut. Wir haben — 180 in der nächsten Zeit wieder eine Neubelebu n der deutschen Frömmigkeit unserem Volle den Aufstieg bringen werde. 22 Mitglieder des Vereins, die auf eine 25jährige Mitglied⸗ schaft zurückblicken, wurden durch Ehren⸗ urkunden, die Herr Verwalter Schnabel über⸗ reichte, ausgezeichnet. Im übrigen trugen ein flott gespielter Einakter„Die Radikal⸗ kur“, musikalische und deklamatorische Dar⸗ auf der Gegenseite schon viele Häuser in bietungen, Vorträge der Gesangsabteilung Brand geschossen und, wenn wir vorrücken des Vereins sowie ein sehr beifällig auf⸗ und jenseits der Bzura in Stellung kom⸗ genommener Damenreigen in besonderem men würden, hätten wir das vielfach zu Maße zur Unterhaltung bei. bereuen. Unsere Fahrer wohnen auch alle in Häusern. In den im feindlichen Feuer⸗ bereich befindlichen Dörfern befinden sich keine Einwohner mehr. (Fortsetzung folgt.) Kleine Mitteilungen. Die schönen und gemütvollen Erzählun⸗ gen, die Helma Esselborn unter dem Titel „Urgroßtantens Raritätenschrank“ im „Sonntagsgruß“ veröffentlicht hat, sind nun im Verlage des„Hessischen Volksschriften⸗ vereins“ in Buchform erschienen. Der Zeit n Zfeutier ich 3 1 in 4 5— f 9 entsprechend prälentiert sich das Büchlein Versammung des Frauenvereins der Mat⸗ in einfachem, aber geschmackvollem Gewande. Die Leser unseres Gemeindeblattes haben an der Erfindungskunst talente der Verfasserin ihre Freude gehabt. „Altmodische Geschichten“ nennt sie ihre Erzählungen, sie sind insofern altmodisch, als sie von der Unruhe und der Effekt⸗ hascherei der Gegenwart weit entfernt sind und deutsches Familienleben so spiegeln, wie es in alter und wirklich guter Zeit bestand. Das Büchlein ist sehr geeignet zu Geschenk⸗ zwecken; mancher, der sich von der Urgroß⸗ tante gern erzählen ließ, wird mit ihren Berichten andern, namentlich an Weih⸗ nachten, eine Freude machen wollen. Der Herausgeber des„Sonntagsgrußes“, Pfarrer Bechtolsheimer, ist gern bereit, Bestellungen zu vermitteln und bittet um Anmeldungen. Da das Büchlein nur 1.50 Mk. kostet, so wird es gewiß starken, Absatz finden. f Der„Evangelische Arbeiterverein“ feierte am letzten Sonntag sein Stiftungsfest. Vor⸗ mittags fand in der Stadtkirche ein Fest⸗ gottesdienst statt, bei dem Pfarrer Becker eine zu Herzen gehende Predigt hielt. Durch zwei Lieder des Gemischten Chors des Ver⸗ eins wurde der Gottesdienst besonders ein⸗ drucksvoll gestaltet. Abends vereinigte man sich zu einem außerordentlich gut besuchten Familienabend im Saale des Hotels Ein⸗ und dem Erzähler⸗ 25 25 N n ee Pfarrassistent Ramge.— Vormittags 11 Uhr: horn. Landgerichtsrat Neuenhagen hielt die von hohem sittlichen Ernst und vaterländi⸗ schem Geiste erfüllte Ansprache. Er verglich die gegenwärtige Zeit der Demütigung und der Ohnmacht mit der Zeit nach dem Dreißigjährigen Kriege und gab der Hoff⸗ nung Ausdruck, daß wie damals so auch in Uirchliche Anzeigen. Sonntag den 14. Nov., 24. n. Trinitatis. In der Stadtkirche. Vormittags 9/ Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Kin⸗ derkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr. — Abends 5 Uhr: Pfarrer Becker.— Montag den 15. November, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde.— Donners⸗ tag den 18. November: Helferversammlung der Männer⸗ und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinde im . i Gemeindesaal.— Montag den 15. November, abends 8 Uhr: thäus gemeinde. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal: Pfarrer Mahr.— Mon⸗ tag den 15. November, abends ½8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde.— Freitag den 19. November, abends ½6 Uhr: Vereini⸗ gung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde. Im Monfirmandensaal(Liebigstr. 56). Nach⸗ mittags 2. Taubstummengottesdienst. Pfarrer Bechtolsheimer. Sonntagsverein für Mädchen. Jeden Sonn⸗ tag nachmittag Zusammenkunft Diezstr. 151. Wartburg⸗ Verein. Sonntag den 14. November, abends 8¼ Uhr, im Heim, Diezstraße 15: Vortrag: Pfarrer Bechtolsheimer. Gäste herzlich will⸗ kommen. Ebenso sind auch die männlichen unterstützenden und Beiratsmitglieder zu un⸗ seren Vorträgen herzlich eingeladen.— Unsere Mitglieder können die Karten für das große Konzert in der Aula, welches am Donnerstag den 25. November stattfindet, schon jetzt an jedem Vereinsabend in Emp⸗ fang nehmen; nicht frühzeitig abgeholte Kar⸗ ten werden zum Verkauf freigegeben. Montag den 15. November, abends 8 im Johannessaal: Vortrag des Pfarrers Hickel⸗ Darmstadt:„Der Notstand der Inneren Mission“. Berant wortlich: pfarrer Bechtols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindrucheref R. Lange, Gießen. A Eine nicht bl einer V Schmerz und wer begießt, unsere E zum Ch Stunde christlich Trauern. Sie m mung u erden. wie das nen eine nicht das geschichte vor das von ihm „Mit dei Welt gen unser Ji Andenken vor uns thias Cl. seine best schaut. J Vate Vaters, u geben mo verklärten Sonne G Vater ge Reinste 1 stammt,! Andenkens von der „Bin ich jetzt vor 1 Hand betr über sein Kind“/ 0 wenden:, loren?“ 5 eine Gewi um sie z Stück mein