ich meine achten in dem ich „Meinen 3 e Anord⸗ schentliche ichmachte, Krankheit in den die Sehn⸗ sten wur⸗ deutsche ransport li wurde on Wald⸗ n ich in e Alpen⸗ August mich in lam noch iuschung. auschliste Am 20. icht, daß jkommen ht wurde teil, es 1 Platz⸗ t Schel⸗ das mir omman⸗ ps ver⸗ ber war ags um chstation wurden ilt wor⸗ unsere t wurde mpagnie gts. Nr. kam ich konnte Nach 38 Mo⸗ er und er Zeit eujahr). 2 Uhr: ags 11 neinde: Pfarrer abends nierten neinde. nigung id der Bottes⸗ pruckerel onntagsgruß Gemeindeblatt für die evan gelische Kirchengemeinde Gießen Mr. 2 Gießen, J. Sonntag n. Ep., den II. Januar 1920 9. Jahrg. Nachdruck verboten. vom Segen der Arbeit. Von Heinrich Schaefer. Psalm 128, 1 u. 2. Wohl dem, der den Herrn fürchtet und auf seinen Wegen geht. Du wirst dich nähren deiner Hände Arbeit; wohl dir, du hast es gut. Mein Nachbar ist ein Kettenschmied. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend schweißt er Ring an Ring. Sein immer klingender Ambos singt mir Tag für Tag ein Lied davon, daß treuer Arbeit der Lohn und der Segen nicht fehle. Als ich vor zehn Jahren zum erstenmal in seine Schmiede trat, hatte er noch eine kleine bescheidene Mietwohnung. Aber draußen vor dem Dorfe war das eigene Haus, der späte Lohn fleißiger Arbeit, schon im Werden. Nun wohnt er längst darin, hat seine eigene Schmiede und einen großen Garten drum herum. Er ist darüber schon 70 Jahre alt geworden, aber seine Schaffenskraft und Arbeitsfreude ist immer noch ungebrochen. Seine Frau sagte zu mir:„Meinen Sie, er könnte ruhen? Die Feiertage werden ihm immer zu lang. Wir hatten ihn einmal so weit, daß er seine Tochter in Holland auf mehrere Wochen besuchte. Was denken Sie? In zehn Tagen war er wieder hier. Er hielt es nicht aus, so schön es auch dort war; er wurde ganz krank davon, daß er seine Arbeit nicht hatte. Als er hier wieder vor seinem Feuer stand, da war er wieder zu⸗ frieden.“ Er ist mir oft ein Trost gewesen in dieser traurigen Zeit. Wenn mir der jammervolle Zustand der deutschen Arbeit, wie ihn Un⸗ verstand, Gewissenlosigkeit und Wahnsinn herbeigeführt haben, schwer auf der Seele liegt, und ich höre seinen emsigen Hammer, dann wird mir die Last wieder erträglicher. Und wenn auch das nicht hilft, dann trete ich wohl in die kleine Schmiede, um an⸗ gesichts dieses rüstigen unverdrossenen Schaf⸗ fens die Sorge eine Weile zu vergessen. Zwar erinnert mich die eiserne Kette, an der er arbeitet, immer wieder an unsere Knecht⸗ schaft. Aber ich habe auch zugleich vor Augen, was uns retten kann aus unserer Sklaverei: den stetigen, eisernen Fleiß, die unbeirrte Pflichttreue und jenen ernsten inn, der zu jeder rechten Arbeit gehört. Und dann reden wir wohl darüber, was uns heute nottäte. Er hat viel Zeit zum Sinnen vor seinem sprühenden Feuer und hat seine gefunden Meinungen von dem Elend unserer heutigen Arbeitsnöte.„Ich will Ihnen sagen, wie sie es heute mit der Arbeit halten: sie wollen wenig säen, aber reichlich ernten. Darum ist im Schaffen kein Segen mehr. Der Unsegen aber wird immer deutlicher und größer werden, er wird sich erheben wie ein lauern⸗ des, wildes Tier, um uns alle zu ver⸗ schlingen, wenn wir uns nicht rechtzeitig vorsehen und uns selber ändern.“ Hat er nicht tausendmal recht, mein Nach⸗ bar Kettenschmied? Der Segen der Arbeit ist hin. Wenig säen und viel ernten, das ist keine ehrliche, ge⸗ sunde Sache mehr. Es ist kein Glück dabei. Wo sind denn heute glückliche, zufriedene Arbeiter? Was hilft der hohe Verdienst eines kurzen Arbeitstages? Das Geld hat kein Gewicht mehr. Die leichten Papier⸗ scheine werden wie Blätter im Herbst von jedem Wind hierhin und dorthin getrieben, von einer Hand in die andere. Wie ge⸗ wonnen, so zerronnen! Es ist kein Segen in diesem Gelde. Wo ist die stille Freude ge⸗ blieben, die unsere Väter am sauer erwor⸗ benen, aber gediegenen Taler hatten? Wir lassen uns blenden von den höheren Zah⸗ len. Aber wenn du einem Ausländer ein⸗ mal etwas zu zahlen hättest, und er schöbe dir verächtlich deine Scheine über den Tisch zurück, dann würdest du merken, was dein Geld wert ist. Und warum gilt es so wenig? Es steckt nicht Arbeit genug hinter diesen bunten Scheinen! Aber ich weiß, wenn mein Nachbar Ketten⸗ schmied vom Segen der Arbeit spricht, dann meint er noch etwas Anderes und Besseres. Ich denke dann an sein zufriedenes Gesicht, wenn er nach Feierabend noch seine Bäume und Beete pflegt, oder mit seiner Pfeife auf der Bank vor dem Hause sitzt. Er ist ein glücklicher Mensch. Und das Glück wächst aus seiner treuen Arbeit. Die erfüllte Tages⸗ pflicht macht ihn froh, und diese Freude ist ihm ebensoviel wert wie der Tagesverdienst selbst. Er hat zu seiner Arbeit eine Art Liebesverhältnis. Wenn sie ihm einmal fehlt, wie damals, als er nach Holland reiste, ist er krank und unglücklich wie ein Bräutigam, dem die Braut entrissen ist. Wenn wir doch diesen Geist der Arbeitsliebe und Pflicht⸗ treue wieder hätten! Wenn wir ihn zumal unseren jugendlichen Arbeitern einpflanzen könnten! Ich habe meinen Nachbar gefragt, was wir tun könnten, um solches zu erreichen. Da sah tion zu ein für allemal zu entrichtenden freywilligen Beyträgen eröfnet, und es hat er mich bedeutsam an, legte seine Hände auch diese Subscription, der Erwartung fast feierlich zusammen und sagte:„Wenn welche man sich von dem patriotischen Eifer mein Vater einen Acker säte, dann sagte er des hiesigen Publikums für alle und jede beim ersten Wurf leise ein paar Worte. Sie hießen: Das walte Gott! Und wenn meine gemeinnützige Anstalten machen können, vollkommen entsprochen; dergestalt, daß Mutter ein Brot anschnitt, dann schlug sie dieses so nöthig als nützliche Institut, läng⸗ über ihm mit dem Messer erst ein Kreuz als Dankes⸗ und Segenszeichen. Wir sind bei diesem Brot, wenn es auch oft trocken gegessen werden mußte, trefflich gediehen. Es geschah bei uns alles mit einem stillen Blick nach oben, viele Worte wurden dabei nicht gemacht. Das war eine ganz unschein⸗ bare Sache, was sie aber wert ist, das habe ich im Laufe meines Lebens selber immer mehr erfahren. Denn ich habe von meinen Eltern ganz in der Stille diese schlichte Kunst gelernt, und wenn ich morgens den ersten Schlag mit meinem Hammer tue, dann denke ich an meiner Eltern Brauch. Und Sie sehen: ich habe mich nicht schlecht dabei gestanden.“ 1 5. Das war seine Antwort auf die Frage, wie uns zu helfen wäre. Sie enthält fürwahr den rechten Weg zum Segen der Arbeit. Wo sind die Eltern, die ihren Kindern so voran⸗ gehen wollen? Der alte Spruch ist noch immer gut: Bet' und arbeit', so hilft Gott allzeit!— Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 19. Die Einrichtung einer Straßenbeleuchtung in Gießen. Es sind jetzt gerade 114 Jahre verflossen, seitdem die Stadt Gießen ihre Straßen beleuchtet. Johann Henrich Schaffstädt be⸗ richtet in seiner von uns im vorigen Jahre im„Sonntagsgruß“ abgedruckten Chronik vom Jahre 1806:„D. 13ten Jan⸗ wary sind zum ersten mahl die Laternen angesteckt worten der Anfang ist gemacht worten in der Walthor Straße. d. Iten Mertz sind die letzten von den großen auf⸗ gehangen wordten.“ Es hat lange gedauert, bis man dieses Ziel erreicht hatte, 5 Jahre lang schwebten die Vorverhandlungen über eine Straßenbeleuchtung, und zwar sind die hierzu erforderlichen Gelder nicht aus städti⸗ schen Mitteln, sondern aus freiwilligen Bei⸗ trägen einzelner Bürger aufgebracht wor⸗ den. Eine Bekanntmachung der Landgräf⸗ lichen Polizeideputation vom 4. Dezember 1805 gibt hierüber Aufschluß. Die Bekannt⸗ machung hat folgenden Wortlaut: Bekanntmachung. Als vor nunmehro fünf Jahren Endes⸗ unterzeichnete Behörde einen Plan zur nächt⸗ lichen Beleuchtung der Stadt Giessen ent⸗ worfen, hat dieselbe, veranlaßt durch das freywillige Anerbieten mehrerer hiesigen Einwohner, zur Bewürkung des zur An⸗ schaffung der nöthigen Laternen nebst Zu⸗ behör erforderlichen Fonds, eine Subscrip⸗ stens würde zu Stande gebracht worden seyn, fals nicht die Ausmittlung des zur Bestreitung der jährlichen Beleuchtungs⸗ und Unterhaltungs⸗Kosten erforderlichen Fonds, den bisherigen Aufenthalt ver⸗ ursachet hätte. Publikum auf keine Weise druckender Fond ausgemittelt worden, und die höchste Ge⸗ nehmigung Sr. Landgräfl. Durchlaucht des regierenden Herrn Landgrafen zu Hessen erhalten hat, mithin der baldigsten Aus⸗ führung des entworfenen Plans nichts mehr im Wege stehet, gleichwohl, seit der vor fünf Jahren zur Anschaffung der Laternen beschehenen Subseription, in dem Personal der hiesigen Einwohnerschaft beträchtliche Veränderungen sich ereignet haben, indem nicht nur mehrere der Subscribenten theils versiorben, theils von hier weggezogen sind, beträchtliche Anzahl neuer Einwohner, zu deren patriotischem Eifer für ein so sehr gemeinnütziges Institut, man billig gleiches Zutrauen heget, gewonnen hat; als hat man sich bewogen gefunden, eine neue Sub⸗ seription zu Anschaffung der Laternen samt Zubehör, zu eröfnen. So wie nun Endesunterzeichnete Behörde von dem rühmlichst bekannten Eifer der hiesigen Einwohner für alle und jede zum gemeinen Besten abzweckende Anstalten er⸗ wartet, daß ein jeder dieses, für die Sicher⸗ heit gegen Diebereyen und sonstige Un⸗ ordnungen, für die Erleichterung der Ar⸗ beiten bey Feuersgefahr, für die Bequem⸗ lichkeit und städtische Wohlanständigkeit über⸗ haupt, in gleichen Grad zuträgliche In⸗ mögensumständen angemessenen, ohnehin nur ein für allemal zu thuenden Beytrag, unterstützen werde; so verspricht dagegen dieselbe ihrer Seits, nicht nur alles was in ihren Kräften stehet anzuwenden, damit durch die zweckmäsigste Einrichtung dieser Anstalt, die Erwartung des Publikums baldigst be⸗ friedigt werde, sondern auch für die pflicht⸗ mäsigste und nützlichste Verwendung der Subscriptions⸗Gelder alle nur mögliche Sorge zu tragen. Giessen den Aten December 1805. Landgräfl. Hess. Polizeydeputation dahier. Wir blickten vor dem Kriege etwas stolz auf die alten Zeiten und ihre unvollkomme⸗ nen Einrichtungen herab, nun hat der Krieg uns wieder ungeheuer weit zurückgebracht. Wir brauchen hierbei nur an unsere Ver⸗ Da aber nunmehro ein solcher, das hiesige sondern auch die hiesige Stadt seitdem eine stitut, durch einen freywilligen seinen Ver⸗ kehrssch man sic Eisenba 1 richte 11 Uhr, die dun wie den Bewußt] Diebere! die Be anständi leuchtun unter d wir nog müssen. Als ig las, tra tief das tum, u auf.“ If Sie deut muß; de stehen. fühlbar, bungen, wir Glei Herz ent schen, ir gegen br Lebens; ruhe un die Ersc genossen sein müs und die Nun hinter un ob diese, den wir größte L daß wir Geist an gekniet,; als es w uns einz triebe ut letzten 2 oft nur um inne gerüstet neue Jal ben, mit rungen d die Not ernstlich in Gefal den Hei ihnen ei htenden es hat artung 1 Eifer id jede önnen, daß - läng⸗ worden es zur ktungs⸗ rlichen ver⸗ hiesige r Fond e Ge⸗ ht des Hessen Aus⸗ mehr r vor ternen rsonal htliche indem theils sind, t eine „ sehr eiches hier. stolz me⸗ rieg icht. Ver⸗ kehrsschwierigkeiten zu denken. Fast muß man sich wundern, daß man jetzt, da die Eisenbahnen versagen, nicht wieder von Stadt zu Stadt Postwagenverkehr einge⸗ richtet hat. Und wenn wir jetzt abends nach 11 Uhr, wenn der Mond nicht scheint, durch die dunklen Straßen gehen, so kommt uns wie den Alten vor 114 Jahren wieder zum Bewußtsein, daß„für die Sicherheit gegen Dieberehen und sonstige Unordnungen, für die Bequemlichkeit und städtische Wohl⸗ anständigkeit überhaupt“ eine bessere Be⸗ leuchtung doch sehr notwendig wäre. Aber unter den obwaltenden Umständen werden wir noch recht lange im Dunkeln gehen müssen. H. B. zum neuen Jahre! O lehr' uns jeden Tag es immer mehr verstehen, daß wir durch Freud und Leid zu dir zur Heimat gehen! Als ich kürzlich im Johannisevangelium las, traf mich im ersten Kapitel besonders tief das Wort:„Und er kam in sein Eigen⸗ tum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ Ist das nicht eine erschütternde Klage? Sie deutet uns an, was Jesus gelitten haben muß; denn ganz können wir es kaum ver⸗ stehen. Ist es uns selbst doch schmerzlich fühlbar, wenn unsere aufrichtigen Bestre⸗ bungen, zu helfen, verkannt werden, wenn wir Gleichgültigkeit finden da, wo wir das Herz entgegenbrachten. Wir aber sind Men⸗ schen, irrende Menschenkinder; Jesus da⸗ gegen brachte Worte und Werke göttlichen Lebens; man sollte denken, daß in der Un⸗ ruhe und Sorge des menschlichen Daseins die Erscheinung Christi allen seinen Zeit⸗ genossen eine Befreiung ihrer Lasten hätte sein müssen. Aber, er kam in sein Eigentum und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Nun liegen Advent und Weihnachten hinter uns und die Frage tritt an uns heran, ob diese Zeit uns den inneren Segen brachte, den wir ersehnten, ob das Versenken in die größte Liebestat Gottes uns so gefördert hat, daß wir uns sagen können: Wir haben im Geist an der Krippe des himmlischen Kindes gekniet, wir haben ihm die Herzen geöffnet, als es wartend davor stand, um als Gast bei uns einzukehren?— Haben wir in dem Ge⸗ triebe und bei der vermehrten Arbeit der letzten Wochen uns die Stille geschaffen, oft nur für wenige Minuten, die nötig ist, um innerlich nicht zu verarmen? Wir müssen gerüstet über die Schwelle des alten in das neue Jahr hinübergehen, mit festerem Glau⸗ ben, mit größerer Treue für alle Anforde⸗ rungen des Lebens, mit wärmerer Liebe für die Not unserer Mitmenschen. Laßt uns ernstlich darüber nachdenken, ob wir nicht in Gefahr stehen, zu denen zu gehören, die den Heiland nicht aufnahmen, als er bei ihnen einkehren wollte, er, der allein uns 71— Frieden und unseren Seelen die ewige Selig⸗ keit bringen kann. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, Erlöser, du mein einzig Gut! Für dich hast du mirs nur gegeben, in dir allein es selig ruht Baronin R. Landgrafen⸗Geschichten. Unter diesem Titel hat unser Mitarbeiter Dr. Karl Esselborn im Verlage der N. G. Elwert'schen Verlagsbuchhandlung in Marburg vor kurzem ein schön ausgestattetes und interessantes Buch in die Welt gehen lassen(Preis 4,30 Mk.). Wie Esselborn im Auffinden von interessanten Stoffen über⸗ haupt eine glückliche Hand hat, so auch hier. In der Darmstädter Kabinettsbibliothek werden handschriftliche Aufzeichnungen des Darmstädter Schriftstellers Friedrich Hild (17831847) aufbewahrt, die in mehreren Heften Anekdoten enthalten, die sich auf die Landgrafen Ernst Ludwig, Ludwig VIII. nungen hat Esselborn der Vergessenheit ent⸗ rissen und das Interessanteste daraus in seinem Buche vereinigt. Hild hat zumeist aus mündlicher Tradition geschöpft. Das, was wir in der neuen Ausgabe lesen, sind Gespenstergeschichten, Militäranekdoten, Schwänke und Witze, die von jeher eine be⸗ liebte Volkslektüre gewesen sind und auch heute noch viele Leser anziehen. Esselborns Buch hat jedoch über das Anekdotenhafte hinaus Bedeutung, es ist kulturgeschichtlich sehr interessant; denn es spiegelt uns das 18. Jahrhundert, in dem jene Landgrafen re⸗ gierten, wieder Nicht überall herrschte wäh⸗ rend dieses Zeitraums an den deutschen Fürstenhöfen ein so freier und weiter Geist wie in Weimar, nicht überall war ein geistig so überlegener Herrscher zu finden wie in Preußen, als Friedrich der Große regierte. Landgraf Ernst Ludwig(1678— er kam als elffähriger Knabe zur Regierung— bis 1739) war sehr abergläubisch, was schon daraus hervorgeht, daß er der Goldmacher⸗ kunst zugetan war. Der Jagdleidenschaft war er mehr ergeben, als seinen Untertanen dienlich war. Diese Leidenschaft und die Sucht, durch prunkvolle Bauten zu glänzen, hatten eine große Verschuldung des Landes zur Folge. Ludwig VIII.(1739 bis 1768) gab ihm, was den Aberglauben betraf, nichts nach und war gleichfalls der Jagd,„der fürstlichen Freude der Männer“, wie der Dichter Moritz Graf Strachwitz sagt, sehr ergeben. Auf seinen Jagdreisen war er zu⸗ weilen von einem hundertköpfigen Troß be⸗ gleitet. Die Jagdnarrheit— einen anderen Ausdruck kann man hier gar nicht ge⸗ brauchen— veranlaßte ihn dazu, von Kra⸗ nichstein nach Darmstadt oder Wolfsgarten öfter in einem Wagen zu fahren, der von vier Hirschen gezogen wurde. Ludwig IX. und Ludwig IX. beziehen. Diese Aufzeich⸗ 8 (1768 bis 1790) hatte eine unüberwindliche Abneigung gegen seine Hauptstadt Darm⸗ stadt und widmete sich in Pirmasens der Ausbildung von Rekruten. Diese nicht erfreuliche Zeit wird in Essel⸗ borns Buch, in dem allerdings das Heitere, Humoristische überwiegt, geschildert. Beson⸗ deren Wert hat das Buch durch 12 beigege⸗ bene Tafeln, die das Leben am Darmstädter Hofe wiedergeben und die genannten Für⸗ sten im Glanze ihrer Herrschergewalt ab⸗ bilden. In gewohnter historischer Gründ⸗ lichkeit und Genauigkeit hat der Verfasser eine Reihe von Anmerkungen beigefügt, die über die im Buche genannten Personen näheren Bescheid geben. Allen Freunden heimischer Geschichte und Kulturgeschichte sei das Buch, das auch in jeder Volksbibliothek seinen Platz finden kann, angelegentlich empfohlen. Kleine Mitteilungen. Der Familienabend des Evangelischen Bundes am dritten Adventssonntag in der gut gefüllten Stadtkirche verlief äußerst harmonisch und anregend. Nachdem Herr Görlach eine Bachsche Fuge durch den Raum hatte brausen lassen, gab er mit zwei Künstlern der Reichswehrkapelle die Moditation von Bach⸗Gounod wundervoll fein wieder. Dann begrüßte der Vorsitzende des Zweig⸗Vereins Professor Dr. Schmoll die Versammlung, und es folgte ein Vor⸗ trag des Herrn Divisionspfarrers Tiesmeyer über„Deutsche Arbeit und deutsch⸗evange⸗ lische Kirche in Lothringen“. Auf Grund langjähriger eigener Beobachtungen entwarf der Redner eine plastische, teilweise tief er⸗ greifende Schilderung der Verhältnisse in dem nun wieder von uns abgeri' senen Lothringen: ein hohes Lied auf deutsche Arbeit und Unternehmungslust, zumal auf das Wirken der deutsch-evangelischen Kirche im ehema⸗ ligen Reichsland. Zahlenmäßige Angaben, verwoben mit persönlichen Erinnerungen an den Grafen Haeseler, an Kirchenweihen und Kaiserworte, auch an mancherlei unerfreu⸗ liche Kämpfe mit neidischen französisch den⸗ kenden Gegnern ließen ein Bild entstehen, das allen Besuchern des Abends unvergeßlich sein wird und auch bei ihnen den lebhaften Wunsch hervorgerufen hat, daß alle diese Arbeit nicht umsonst gewesen sein möchte, auch wenn der weitaus größte Teil der deutsch⸗evangelischen Pfarrer inzwischen von den Franzosen ausgewiesen worden ist und auch die wenigen noch im Lande weilenden mit der Ausweisung rechnen müssen. Möchte es gelingen, wenigstens den kirchlichen Zu⸗ sammenhang mit den abgetrennten Stam⸗ mes⸗ und Glaubensbrüdern aufrechtzuerhal⸗ ten.— Mit dem wiederum künstlerisch dargebotenen Largo von Händel und dem gemeinsamen Gesang des Lutherliedes schloß die eindrucksvolle Veranstaltung, der im Laufe des Januars ein zweiter Abend folgen soll. * Infolge der Weihnachtsferien und der mehrmaligen Unterbrechung unserer Sonn⸗ tagsgottesdienste, die durch die Kohlenknapp⸗ heit notwendig geworden ist, hat auch die Abhaltung unserer Kindergottesdienste eine Unterbrechung erfahren. Damit die Kinder und ihre Eltern Bescheid wissen, teilen wir mit, daß Sonntag den 11. Januar Kinder⸗ kirche für die Markus⸗ und Johannes⸗ gemeinde, Sonntag den 18. Januar Kinder⸗ kirche für die Matthäus⸗ und Lukas⸗ gemeinde ist. worte für den Jahresanfang. Der blasse Tod ist ein Reitersmann, dem keiner davonreiten kann, wohl dem, den er auf das Roß nimmt und mit ihm in den Himmel reitet— ein ganzes Jahr ist er dir schon wieder näher zugeritten, und übers Jahr? Ach, wer weiß, wie bald die Glocke schallt! 1 Emil Frommel. Auf dem Zifferblatt einer alten Turmuhr in Nürnberg steht die lateinische Inschrift: „Una harum ultima“, d. h. eine von diesen Stunden wird die letzte sein. Derselbe Ge⸗ danke ist an der Uhr des Rathauses in Minden so ausgedrückt:„Omnes vulnerant, ultima caedit“, d. h. alle verwunden, die letzte tötet. Schöner ist die Erinnerung auf dem Zifferblatt einer Uhr in Straßburg: „Nescitis, qua hora veniat herus“, d. h. ihr wißt nicht, wann der Herr kommt. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 11. Januar (1. Sonntag nach Epiphanias). 5 Gottesdienst. Kollekte für die Heidenmission. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrassistent Schaefer.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markus⸗ gemeinde: Pfarrer Becker.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr.— Montag den 12. Jan., abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmier⸗ ten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. — Dienstag den 13. Januar, nachm. 4 Uhr: Frauenmissionsverein(Kirchstr. 9). In der Johanneskirche. Vorm. 9/ Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 88 Uhr: Ver⸗ einigung der konfirmierten männlichen Ju⸗ gend der Johannesgemeinde.— Montag den 12. Januar, abends ½8 Uhr: Vereini⸗ gung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde.— Freitag den 16. Ja⸗ nuar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Js⸗ hannesgemeinde. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch⸗ und Steindruckeref R. Lange, Gießen. auf die Sei Br. 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