1 Nr. 11 ausführ⸗ Zeitung“ März. nervöser tudenten. n letzten irch diese egt, daß es Grab⸗ fe, gleich n ist, im ng folgt., mist Fritz zert⸗ und 18 Augs⸗ r, in der Charakter e kommen E-Moll“ um“ von ius Werk eder von n, Franz 2.50 Mk. Verkauf ing Busch 1 Haupt⸗ ifmerksam nung des Oktober 10 für Natthäus⸗ um ½10 ie Lukas⸗ rinitatis. 9/ Uhr: Uhr feiert gemeinde ndeglieder tag, den neindever⸗ rauen der al, Kirch⸗ 9½ Uhr: tittags 11 gemeinde: s 8 Uhr: l: Pfarr⸗ en 6. Ok⸗ reinigung essaal.— 58 Uhr: ädchen der saal. beginnen ttesdienste onntagsgruß Gemeindeblatt fuͤr die evangelische Kirchengemeinde Gießen Gießen, 19. Sonnt. n. Trinitatis, den Jo. Gktbr. 1920 9. Jahrg. Nr. 40 Das Alltägliche. Psalm 34, 2. Ich will den Herrn loben allezeit. Die Menschen sind undankbar. Gottes Güte und Allmacht tut täglich und stündlich Wun⸗ der vor ihren Augen, so viele und so häufig, daß sie sich daran gewöhnen als an etwas Alltägliches und verlernen, sich zu wundern, zu bewundern, zu danken. Goethe sagt einmal:„Einen Regenbogen, der eine Viertelstunde dauert, sieht man nicht mehr an.“ Jeder Morgen, der uns mit frischen Kräf⸗ ten an unser Tagewerk ruft, ist ein Wun⸗ der Gottes und sollte uns darum zu Andacht und Dank stimmen. Auf Schritt und Tritt begleitet uns Gottes Wundermacht durch den Tag. Wer sich den Sinn dafür nicht ab⸗ stumpfen läßt, sondern sich die Empfäng⸗ lichkeit für Gottes herrliches Walten im eigenen Dasein wie in der Umwelt, auch im Kleinen und Kleinsten des Alltags be⸗ wahrt, der lebt ein wahrhaft frisches, fröh⸗ liches Leben, in steter enger Verbindung mit dem Urquell des Lebens, dessen Geheimnisse er im Lichte der Ewigkeit ahnungsvoll. schaut. Er gleicht dem Sehenden gegenüber dem Kurzsichtigen, ja, Blinden, der stumpf⸗ sinnig an den Wundern des Lebens vorbei⸗ geht. Diese verhüllen sich seinem Blick durch den Staub des Alltags. So wird das ganze Seelenleben aus den göttlichen Höhen herabgedrückt und erniedrigt; es bleibt schließlich nur noch empfänglich für die Nachtseiten des Daseins, die es um so stärker empfindet, je mehr sich ihm die Strahlen göttlichen Lichtes verdunkeln. Daher so viel Weltschmerz und Pessimismus unter den Menschen. Hätten wir uns mehr den Blick für das Walten Gottes in seinen kleinen und großen Wunderwerken durch den Alltag hindurch bewahrt, wir würden auch in unserer trüben Gegenwart Trost und Freudigkeit die Fülle finden und statt der fortwährenden Klagen und Anklagen gegen den Weltenlenker noch reichlich Anlaß haben zu Lob und Dank, zu anbetender Bewunderung. 5 Denn je schlimmer uns das Leid heim⸗ gesucht hat, um so näher war uns Gottes schützende Vaterhand. Wie armselig ist der Mensch, der nur im Nebel der Alltagslast dahinkeucht, ohne die Sonnenstrahlen aus Himmelshöhen leuchten zu sehen! Demgegenüber gleicht der Tag des Andern einem Fest, der Gottes Wunder⸗ hand in allem sucht und findet, dem sich aus solcher Lebensphilosophie wahre Lebens⸗ freude erschließt. die Chronit des Gießener Ratsdieners Philipp Moritz Moll(1857— 1847). N Fortsetzung.) Vom 23. bis 26. Merz hatten wir einen 1½ Fuß hohen Schnee. Am 29. Merz starb Her Bürgermeister Schneider. (Johann Melchior Schneider, Großherzog⸗ licher Bürgermeister der Stadt Gießen, starb im Alter von 71 Jahren am 28. März 1840 und wurde am 31. März zu Grabe gebracht.) Am 8. Mai erhielt Herr Professor Dr. Liebig das Ehrenbürgerrecht. Juni, den 4. wurde der Knopf vom Kirchturm genommen und fanden sich Mün⸗ zen und eine Schrift von 1699 darin. (Ueber diesen Vorgang hat der„Sonn⸗ tagsgruß“, Jahrgang 1912, Nr. 44 u. 45, ausführlich berichtet.) Den 13. Juni Nachmittags gegen 6 Uhr kam der Thronfolger von Rußland hier durch und den 22. der Kaiser von Rußland auch. Vom 16. bis zum 20. Juni wurde der Thurmknopf vergoldet, wieder aufgesteckt und mehrere Münzen und Documenten hinein gelegt. Am 28. Juli brannte es in Leihgestern. Am 18. August brannte es in Magnus seiner Dörre. (Das Brauhaus von Magnus, in dessen Dörre es brannte, stand in der Braugasse und ist jetzt die Brennerei der Firma Wil⸗ helm Wallenfels& Sohn.) Am 6. Septr. wurde die katolische Kirche durch den Bischof Kaiser aus Mainz ein⸗ geweiht. Jahr 1841. 1 5 8. Januar einen Schnee von 1½ Fuß hoch. Am 18. Januar war das Wasser so groß, daß man ins Beckersgarten zu dem Fenster einsteigen mußte. (Der hier erwähnte„Beckers Garten“ ist zweifellos der später in den Besitz der Fa⸗ milie Pistor gelangte Garten, der am Neu⸗ städter Tor lag und in unserem Artikel „Gießener Familienleben in drei Genera⸗ tionen“ neulich auf Grund einer alten Auf⸗ zeichnung beschrieben wurde.) (In früheren Jahren, solange die alte Britkke noch stand, schwoll das Wasser der Lahn nach langen und strengen Wintern beim Eisgang zuweilen sehr hoch an, so daß es die Torhäuschen umspülte und in die Stadt eindrang. Wie Herr Hochstätter mit⸗ teilt, so gehörte Beckers Garten zum Pro⸗ — 158— dem Erlös die Das Bild ist hatte und mit des Bildes bestritt. anstaltet Kosten menadehause; der Besitzer wurde zur Unter- eine Kopie des bekannten Lutherbildes in scheidung von anderen Becker, wie Pumpe⸗ becker und Geißebecker der Promenadebecker genannt.) Am 18. Juli hatten wir einen Sturm, der Bäume umriß und das Obst abschlug. Am 18. November wurden in der Stadt⸗ kirche die Felddienstzeichen für den Kreis Gießen ausgegeben. (Diese Feier war augenscheinlich gedacht als 25jährige Gedenkfeier der Befreiungs⸗ kriege, und allen, die an diesen sowie an den vorausgegangenen Napoleonischen Krie⸗ gen teilgenommen hatten, wurden durch die Großherzogliche Regierung Erinnerungs⸗ zeichen ausgehändigt. Frühmorgens war Reveille, ausgeführt von Trommlern und Musikanten. Aus 35 Gemeinden waren die Veteranen nach Gießen gekommen. Der von dem Rendanten Bieler geführte Zug stellte sich am„Russischen Hof“ auf. Am Re⸗ gierungsgebäude, das damals am Kanzlei⸗ berge stand, wurden die Felddienstzeichen in Empfang genommen und auf einem Kissen in die Stadtkirche getragen. Der Gesangverein„Liederkranz“ eröffnete mit einem Vortrage die Feier, worauf Kirchen⸗ rat Dr. Engel die Festpredigt hielt. Hierauf teilten Offiziere und Beamte die Erinne⸗ rungszeichen aus. Nach der Austeilung sprach Pfarrer Bonhard; ein Mittagessen in Buschs Garten beschloß die Feier.) Jahr 1842. Am 16. August wurde die große Glocke vom Thurm herabgelassen, am 19. ge⸗ gossen und am 30. wieder auf den Thurm gezogen. Am 3. Mai brach das Feuer in Hamburg aus und brannte bis den 9., wo über 1800 Häuser abbrannten. Vom 14. auf den 15. Mai brannte es in Niedereisenhausen bei Biedenkopf. (Dieser Brand zerstörte 16 Wohnhäuser und 30 weitere Gebäude.) Vom 18. bis 19. Juni brannte es in Steinbach. (Noch viel verheerender als in Nieder- eisenhausen wütete das Feuer in unserer Nachbargemeinde, 25 Wohnhäuser, 50 Scheu⸗ men, 113 Nebengebäude fielen dem Element zum Opfer; Kirche, Schul⸗ und Pfarrhaus wurden gerettet. Es soll herzzerreißend ge⸗ wesen sein, als die Obdachlosen mit Kindern, Vieh und Habseligkeiten unter freiem Himmel lagerten. Zum Glück war es an diesem Tage windstill, sonst wäre das Unheil noch viel größer gewesen. Die vielen Strohdächer waren dem Umsichgreifen der Flammen sehr günstig. Aus Gießen wurden massen⸗ haft Lebensmittel nach Steinbach gebracht und in der Nähe der Brandstelle ausgeteilt.) Am 6. November wurde das Lutherbild in der Stadtkirche aufgehängt. (Dieses Bild war ein Geschenk eines hie⸗ sigen Gesangvereins, der zwei Konzerte ver⸗ der Stadtkirche zu Weimar.) 1843. Am 18. und 19. Januar gaben die Ge⸗ schwister Milanollo zwei Konzerte. (Die Geschwister Milanollo waren Kinder, die aus Italien stammten und damals als Violinvirtuosen sehr gefeiert wurden.) Am 23. Januar kam der Georg Melchior Sack ins Leichenhaus und stand bis zum 4. Februar aufgestellt, es war der erste, der aufgestellt wurde. gewöhnliches, daß man einen Verstorbenen vor der Bestattung im Leichenhause auf⸗ bahrte. Georg Melchior Sack,„Burger und Wirth“, starb im Alter von 56 Jahren infolge eines unglücklichen Sturzes. Auf⸗ fällig, daß, obwohl der Tod am 21 Ja⸗ nuar erfolgt war, die Beerdigung erst am 4. Februar stattfand.) 5 Am 7. Februar wurde der Franz Wil⸗ helm Vahlberg, Maurergesell, aus Braun⸗ schweig durch das Fallbeil hingerichtet. (Vahlberg, geboren 1814, ein vielfach vorhestrafter Mensch, hatte in Nidda ein zweiundeinhalbjähriges Mädchen ermordet. Er war der erste Verbrecher, der im rechts⸗ rheinischen Deutschland mit dem Fallbeil hingerichtet wurde. Ein Zeitungsbericht mel⸗ dete, daß die Hinrichtung mit„Ruhe und größter Präzision“ ausgeführt worden sei. Damals hat man von Räubern und Mör⸗ dern ein weit größeres Aufsehen gemacht, als das heutzutage geschieht. Es erschien eine Schrift, betitelt„Kurze Darstellung des Lebens und Verbrechens des Franz Wilhelm Vahlberg aus Braunschweig“.— Diese Schrift war bei C. Schild am Linden⸗ platz, Balser auf der Mäusburg und Spengel am Markt zu haben.) 5 Am 1. Mai Abends brach in Frankfurt auf dem Zimmerhof des Herrn Koch Feuer aus, welches man hier ganz deutlich sehen konnte. (Das Feuer war auf dem Zimmerplatze des Zimmermeisters Koch entstanden und hatte das Holzlager des Herrn Lejeune ergriffen. Natürlich hat man in Gießen nur den Feuerschein gesehen, vielleicht auch am Tage die Rauchwolken. Der Sommer 1843 war sehr trocken, deshalb hat auth das Feuer an Gebäuden und Holzbeständen reiche Nahrung gefunden. In Hessen ent⸗ stand Teuerung, Vieh konnte nicht mehr gemästet werden, man schaffte es vielfach ab, so daß großer Fleischmangel entstand.) Am 8. Mai wurde die Brücke gelegt ans Kühne Haus in der Wallthorstraße. Vor dem Hause des Buchbinders Kühn jetzt Walltorstraße 27— zog sich nat der Bekundung des Herrn Hochstätter ein sogenannter Flutgraben quer über die Straße, der mit einigen schlecht schließen⸗ (Nach dieser Notiz war es etwas Un⸗ den Pla gräben früher al infolge v eingedrur wieder a artiger G Am 9. welche vo worden kommen 5 Kreuze 10. Juli Spital g steigert, d Spital, d verkauft. Schelle be außen he (In di kehrungen Brotnot. der Behü sorgung i Am 17 Hause des altes Kin dessen To worden, x entlassen. Am 28. ger ihre gegeben 1 tember ih auch gesc schlachtet erste Flei am 8. da waag, als und am erste Ham die Metzge ten sie er Ochsen, Ki (Das al engen S Augenschei mit den Fleischprei waren ei Futternot große Aeh hatte.) Noch e Zu unse grußes“ er einer Sekt getragen. Zunächst apostol geben, Gli treue gege noch Ansp. meinscha meinschaft rlös die Bild ist bildes in die Ge⸗ 1 Kinder, mals als den.) Melchior bis zum erste, der vas Un⸗ storbenen iuse auf⸗ rger und Jahren es. Auf⸗ 21 Ja⸗ erst am anz Wil⸗ Braun⸗ ichtet. vielfach idda ein ermordet. m rechts⸗ Fallbeil richt mel⸗ tuhe und rden sei. nd Mör⸗ gemacht, erschien arstellung 5 Franz beig,; 1 Linden⸗ Spengel Frankfurt och Feuer lich sehen i merplatze iden und Lejeune 1 Gießen eicht auch Sommer hat auch beständen essen ent⸗ icht mehr ielfach ab, stand.) jelegt ans 56, ers Kühn sich nach tätter ein über die schließen⸗ den Platten zugedeckt war. Solche Flut⸗ gräben durchschnitten gleich einem Netz früher alle Stadtteile, in ihnen wurde das infolge von Ueberschwemmung in die Stadt eingedrungene Lahnwasser gesammelt und wieder abgeführt. Jedenfalls ist ein der⸗ artiger Graben damals übermauert worden.) Am 9. Juli kam die Frucht von Mainz, welche von dem hiesigen Kreisrath angekauft worden war, weil sie hier nicht zu be⸗ kommen war; denn das Pfund Brot kostete 5 Kreuzer, die Mest Kartoffeln 36 Kr. Am 10., Juli wurden 80 Malter Frucht im Spital gegen Lieferung von Brod ver⸗ steigert, den 14. Juli wurde das Brod im Spital, der 4pfündige Laib zu 14 Kreuzern verkauft. Den 30. Juli wurde durch die Schelle bekannt gemacht, daß das Brod von außen herein gebracht werden durfte. (In diesen Maßnahmen sehen wir Vor⸗ kehrungen gegen die damals herrschende Brotnot. Um wieviel mehr ist das Eingreifen der Behörden in die Nahrungsmittelver⸗ sorgung in unseren Tagen nötig geworden.“) Am 17. Juli wurde in dem Brunnen im Hause des Schneiders Schmitt ein 7 Monate altes Kind gefunden und denselben Abend dessen Tochter ins Bezirksgefängnis gebracht worden, wurde aber am 14. August wieder entlassen. 5 Am 28. August haben die hiesigen Metz⸗ Grundlage die Bibel ist. Die Neuapostoli⸗ schen aber sagen, daß sie nicht an die Bibel gebunden seien, sie wollen die Stimme Gottes vielmehr in ihren„Aposteln“ finden. Damit stehen sie auf einer Stufe mit den Schwarmgeistern, die sich während Luthers Aufenthalt auf der Wartburg in Wittenberg breit machten und deren Unwert der Refor⸗ mator dann so aufdeckte, daß sie bald von der Bildfläche verschwanden. Der Haupt⸗ irrtum der Neuapostolischen ist der, daß sie behaupten, daß Jesus in ihren„Aposteln“ also in dem Bahnmeister Krebs und in dem Landwirt Niemeyer, gegenwärtig sei. Das ist nicht nur ein Irrtum, sondern eine un⸗ geheure Torheit, die man einem zurech⸗ nungsfähigen Menschen nicht eigentlich zu⸗ trauen sollte, eine Torheit, die sich nur solche zu eigen machen können, die mit ihrem schwarmgeistigen Wesen schon hart an die Grenze eines Zustandes gekommen sind, über den nur der Irrenarzt ein Urteil geben kann. Ein Lied, das in dem Gesang⸗ buche der Neuapostolischen steht, verbreitet diesen Irrwahn. In ihm heißt es: „Andere suchen in den Lüften Ihn, der immer bei uns ist, Nicht in Gräbern, nicht in Grüften Ist der Heiland Jesus Christ. Hier im Fleische, im Apostel, ger ihre Patente auf dem Rathaus ab⸗ Zeigt sich Gott dem Kindersinn. gegeben mit der Erklärung, den 1. Sep⸗ tember ihre Gewerbe niederzulegen, welches auch geschehen ist und keiner mehr ge⸗ O mein Apostel birgt mich gut, Ein starker Fels im wilden Sturm. Fest steht er, braust auch hoch die Flut, schlachtet hat. Am 7. September wurde das Ein starker Fels im wilden Sturm. erste Fleisch im Zeughaus verkauft und am 8. das erste Vieh in der alten Güter⸗ waag, als Schlachthaus benutzt, geschlachtet, und am 9. verkaufte der Georg Loni das erste Hammelfleisch. Am 19. October haben die Metzger wieder geschlachtet, jedoch muß⸗ ten sie erklären, was sie schlachten wolten Ochsen, Kühe oder Schweine. 3 (Das alte Schlachthaus stand in dem sehr engen Schulgäßchen, Ecke Wagengasse. Augenscheinlich waren die Metzger damals mit den von der Behörde festgesetzten Fleischpreisen unzufrieden; die hohen Preise waren eine Folge der Trockenheit und Futternot des Sommers 1843, der mithin große Aehnlichkeit mit dem Sommer 1893 hatte.)(Fortsetzung folgt.) Noch einmal die Neuapostolischen. Zu unserem in Nr. 33 des„Sonntags⸗ grußes“ enthaltenen Artikel„Warnung vor einer Sekte“ sei heute noch einiges nach⸗ getragen. 5 8 Zunächst sei darauf hingewiesen, daß die Neuapostolischen, die sich zur Zeit Mühe geben, Glieder unserer Gemeinde zur Un⸗ treue gegen ihre Kirche zu verleiten, kaum noch Anspruch darauf haben, eine christliche meinschaft zu sein. Christlich ist eine Ge⸗ meinschaft nur dann, wenn ihre religiöse Ja, Jesus in der Sendung will ich traun, Er ist mein Fels, er ist mein Fels, er ist mein Fels. Ja, Jesus in der Sendung will ich traun. Er ist mein Fels, ein starker Fels im wilden Sturm. O lieber Fels, Apostel mein, Ein starker Fels im wilden Sturm, Ich flieh zu dir, du birgst mich fein, Du starker Fels im wilden Sturm.“ An dieser Probe neuapostolischer Poesie und Menschenvergötterung werden unsere Leser genug haben. l Ein weiteres Merkmal dieser sonderbaren Menschen ist der fanatische Haß, den sie der evangelischen Kirche entgegenbringen, der Kirche, der ihre Vorfahren in unwandelbarer Treue, der sie selbst früher angehört haben und deren Segensspuren sie erkennen müß⸗ ten, wenn sie nicht ganz verblendet wären. Von diesem Hasse zeugt eine kleine Schrift, die ein gewisser Ernst Wächter— der Name scheint ein Pseudonym zu sein zusammen⸗ gestellt hat und die im„Neuapostolischen Verlage“ erschienen ist. Ein anonymer Ab⸗ sender hat diese Schrift dem Herausgeber des „Sonntagsgrußes“, nachdem der erwähnte Artikel erschienen war, mit einer unfreund⸗ lichen Widmung zugehen lassen. In dieser Schrift werden auf ganzen 34 Seiten un⸗ — günstige Urteile über die evangelische Kirche zusammengestellt, wobei der„Apostel“— vermutlich ist Ernst Wächter ein solcher— mit dem„Komitee Konfessionslos“ Hand in Hand geht. Wenn irgendwo einmal ein Pfarrer die Einrichtungen unserer Kirche kritistert hat, so wird das mit Wohlbehagen gebucht. Ein amerikanischer Geistlicher, so wird hier mitgeteilt, soll über die Pfarrer ein sehr herbes Urteil ausgesprochen haben. Der Verfasser weiß natürlich sehr gut, daß man bei uns nicht nachprüfen kann, ob ein Pfarrer Broocks in Paris im Staate Illinois existiert und zu welcher religiösen Denomi⸗ mation er gehört. Die Konfirmation, die unser Volk so wertschätzt, wird eine rühr⸗ selige Komödie, das Abendmahl eine Zere⸗ monie genannt. Die Theologischen Fakul⸗ täten werden in Bausch und Bogen vexr⸗ dammt, was Leuten ja nicht schwer fällt, denen alle Wissenschaft etwas ganz Unbe⸗ kanntes ist. Da man in Deutschland nicht genug Beweise dafür aufbringen kann, daß die evangelische Kirche am Ende ihrer Tage angelangt sei, so müssen auch England und die Schweiz herhalten. Wie gut muß es doch um die vielgeschmähte Kirche stehen, daß ihre Gegner nicht mehr gegen sie zu⸗ sammentragen können, als auf diesen 34 Seiten steht. Während des Krieges hat sich gezeigt, was die evangelische Kirche unserem Volke war, und auch jetzt steht sie moch fest trotz des Umschwungs der politi⸗ schen Lage. Wie wird es in fünf Jahren mit den Neuapostolischen aussehen? Be⸗ kanntlich befehden Sekten zuerst die evan⸗ gelische Kirche, dann aber befehden sich ihre Glieder untereinander, und zwar in sehr heftiger Weise.. Alles in allem, Evangelische, seid auf eurer Hut! Laßt euch von Verführern, die euch die Ruhe des Gewissens und den Frieden der Seele rauben würden, nicht umgarnen und habt acht auf die Schwachen, Allein⸗ stehenden und Jungen unter uns, die in Gefahr stehen, der Zudringlichkeit exaltierter Menschen zu erliegen! Glieder von Sekten haben es namentlich auf Dienstmädchen ab⸗ gesehen, die von Eltern und Heimat getrennt sind und deshalb leicht zu bereden sind. Uleine Mitteilungen. Das Konzert, das der Organist Fritz Schink und die Konzert⸗ und Oratorien⸗ sängerin Klara Weber am 2. Oktober in der Stadtkirche veranstalteten, hinterließ bei allen Besuchern tiefe Befriedigung. Es waren zwei weihevolle Stunden, die sie mit Bach, Mozart, Mendelssohn und Schumann ver⸗ brachten. Solche Konzerte sind eigentlich ein Bedürfnis für eine große Stadt⸗ gemeinde; denn gerade in schweren Zeiten übt die Kirchenmusik ihren erhebenden und tröstenden Einfluß aus. Das Konzert war mäßig besucht. Dieser Umstand schreckt jedoch der einmal betretenen Bahn weitergehen; denn ihr Absehen ist nicht auf Gelderwerb gerichtet, sondern auf die Erbauung der religiös und kirchlich gesinnten Kreise un⸗ seres Volkes. 1 Die Feiern, die zur Eröffnung des Kon⸗ firmandenunterrichts Sonntag, den 10. Ok⸗ tober, in allen Gießener Kirchengemeinden stattfinden, haben die Aufgabe, den Eltern und den Kindern die Wichtigkeit der Kon⸗ firmandenzeit vor Augen zu stellen und auf die rechte Ausnützung dieser Zeit hinzu⸗ weisen. Es wird deshalb als selbstverständ⸗ lich angesehen, daß an dieser Feier alle Eltern und Familienglieder der Konfir⸗ manden Anteil nehmen. Aber auch für die, die nicht zu diesem Kreise gehören, sind diese Feiern bestimmt; denn die religiöse Unterweisung der Jugend und der Konfir⸗ mandenunterricht sind Aufgaben, die die ganze Gemeinde interessieren. Uirchliche Anzeigen. Sonntag, den 10. Okt., 19. nach Trinitatis. Feier zur Eröffnung des Kon⸗ fir mandenunterrichts. In der Stadtkirche. Vormittags 9¼ Uhr: Pfarrer Becker.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Mahr.— Montag, den 11. Oktober, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. — Donnerstag, den 14. Oktober, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weib⸗ lichen Jugend der Matthäusgemeinde. In der Johanneskirche. Vorm. 9⅛ Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 1/8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männ⸗ lichen Jugend der Lukasgemeinde im Lukas⸗ saal und der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Jo⸗ hannessaal. 5 Wartburg⸗ Verein. Sonntag, den 10. Oktober, nachm. 2 Uhr: Waldwanderung der Jugendabteilung nach Annerod. Führer: Abt. I: Eckel, Nachtigall, Abt. 11: Engels, Schön. Abmarsch 2¼ Uhr Ludwigsplatz. Abends 8 Uhr im Heim. Vortrag, Bekanntm. über Stiftungsfest und Ausgabe der Karten für Angehörige der Mitglieder. Evang. Arbeiterverein. Sonntag, den 10. Okt.: Pilzwanderung. Abmarsch morgens 7 Uhr vom Ludwigs⸗ platz, Rückkehr gegen 12 Uhr. Führung: Herr Büttner. Angemeldet: Georg Ruths, Bru straße 4, Heinrich Preußer, Wagenaufseher, die beiden Künstler nicht ab, sie wollen auf Nord⸗Anlage 3. — uc und Steindruchere Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗ R. Lange, Gießen. Gemet Nr. 41 Sprüche ein w mern samm wird Wand gewaz Von N dem Gieß neuerbaut Gemälden Federzeich anschaulick und ein die Händ aber es w Wanderer wappneter neben ein der seiner Träge fa während! die Zeit d Hände rül hat der zwei Gest naht sich kleideter, auf einen blumenstra Bettler ste trägen M ruhenden neter M. Schwerte unterschläg den Mang sinnlose Ze An diest diesen Her Erntedankf Gott auch in Feld u rmut un erhört sind Kleider, dr abgelegenen gendswo i ihen. 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