ren. Ich bis auf tränken Stunden n kämp⸗ en. In⸗ bgekocht fam ich ieder et⸗ es auch hn und gewesen, hmittags elle; ich idlich zu elch eine zen Tag hier die . Aug.). Hedwig wußten, gehabt, tung des e Pferde tter dem n verur⸗ h zusam⸗ gte Stel⸗ beschoß. gesehen, Krieg in kämpfen dadurch ne große die id dieses yt ihnen 15 wer⸗ urchsucht. der nach⸗ ine eigene denen ge⸗ rand ge⸗ lle hatten erhalten; ngezündet ½8 Uh Schade, 1 Be⸗ 1 behandelt. 1 reichlich ßen Hitze schweren angenehm folgt.) rinitatis). 3 8 Uhr, steukonfir⸗ nde, Pfr. Becker. gs 8 Uhr, eukonfir⸗ Pfarrer r: Pfarr⸗ teindruckerei . onntagsgruß Gemeindeblatt fuͤr die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 31 Gießen, 10. Sonnt. n. Trinitatis, den 8. August 1920 9. ö Soziale Gesinnung. 1. Kor. 12, 26. So ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und so ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glie⸗ der mit. Seit Jahrzehnten gehören in Deutschland die Bezeichnungen„soziale Gesinnung“ und „soziale Betätigung“ zum Gemeingut aller, aber ein Blick auf das derzeitige öffentliche Leben zeigt, daß unter uns von sozialer Gesinnung so gut wie nichts zu finden ist. Seit dem unglücklichen Ausgange des Krieges ist bei uns eine Rücksichtslosigkeit im Aufstellen von Forderungen erwacht, die alles Dagewesene übersteigt. Produ⸗ zenten, Fabrikanten, Kaufleute, Beamte, Ar⸗ beiter beanspruchen für ihre Erzeugnisse, ihre Fabrikate, ihre Waren, ihre Arbeits⸗ leistungen eine Bezahlung, die, wenn man frühere Zustände damit vergleicht, auch un⸗ ter Berücksichtigung des gesunkenen Geld⸗ wertes, an das Fabelhafte, das Phantastische grenzen. Dagegen könnte man ja nichts einwenden, wenn Mittel in reicher Fülle vorhanden wären, aber wohin wir schauen in Staat und Gemeinde, da ist ein bedroh⸗ liches Defizit wahrzunehmen. Obwohl das sich kein Einsichtiger verhehlt, so wird doch gefordert und bewilligt, daß wir nichts vor Augen sehen als den völligen wirtschaft⸗ lichen Zusammenbruch. Keiner fragt nach . anderen, keiner fragt nach dem Wohl und Wehe der Allgemeinheit. Man ver⸗ steht nicht, daß die, die ein Volksganzes bilden, nicht verstehen wollen, daß jeder leidet, wenn das Ganze leidet, und daß für den einzelnen die Gesundung nur wenn das ganze Volk ge⸗ Unser Volk wird nicht in die Höhe in Die Frage nach der Ver⸗ billigung der Gebrauchsgegenstände ist in letzter Linie eine ethische Frage. Wir müssen uns aufraffen und es jenen altpreußischen Beamten gleichtun, die dem Staate in Zeiten des Krieges und der Not für äußerst ge⸗ ringe Bezahlung dienten und so gz 5 8 kommen kann, sundet. kommen, wenn ihm Platz greift. diese Erkenntnis nicht retteten. In Gewaltmärschen bis zur Marne. Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. Landgerichtsrat Trümpert, Gießen. (Fortsetzung.) 26. 8. 1914. Morgens 3 Uhr Wecken. Im Dunkeln wird das Biwak abgeschlagen, Jahrg. geschirrt und gesattelt. Um 5 Uhr Vor⸗ marsch in Richtung Carignan. Die Bat⸗ terie nahm mehrere Stellungen ein, kam aber nicht zum Schuß. Der Feind scheint über die Maas zurückgegangen zu sein. Bei Sailly überschreiten wir den Chiers⸗ fluß und marschieren noch bis Vaux, wo unsere schwere Artillerie bereits in Stellung ist und über uns hinwegfeuert. Es wurde bekanntgegeben, daß sämtliche feindliche Ar⸗ meen gef schlagen 1095 im Rückzuge seien. Auf den Maashöhen bei Vaux gehen wir in Stellung und feuern bis zum Eintritt der Dunkelheit gegen verschiedene Ziele jen⸗ seits der Maas, bekommen dabei auch zum erstenmal Feuer feindlicher schwerer Artille⸗ rie. Die einschlagenden Geschosse schleudern die schwarze Erde wie ein Sprudel haushoch in die Höhe. Erst spät rücken wir bei völliger Dunkelheit auf schlechten Wegen aus der Stellung ab, wobei wir die Pferde führen müssen. Um ½12 Uhr können wir endlich unter strömendem Regen bei Vaux Biwak beziehen. 7. 8. 1914. Die letzte Nacht kamen wir erst um 1 Uhr in einem dürftigen Zelt zur Ruhe. Um 5 Uhr werden wir geweckt; es wird geschirrt und gesattelt. Der Regen setzt wieder ein. Als wir schon tüchtig naß sind, kommt der Befehl zum Absatteln. Wir richten wieder ein notdürftiges Zelt her und stärken uns mit Kaffee und Honigbrot. Gestern bestand meine Nahrung nur in etwas Brot und Speck. Da die Franzosen ihre verschanzte Stellung jenseits der Maas noch innehaben, soll unsere Fußartillerie dieselbe zusammenschießen, und wir sollen heute nachmittag auf einer von unseren Pionieren trotz des feindlichen Feuers ge⸗ bauten Brücke die Maas überschreiten. Ich bezweifle, ob das so schnell gehen wird. Das Beschießen feindlicher Flieger bietet einen interessanten Anblick. Leider ist es erfolglos. Nachmittags. Das Duell der schweren Artillerie dauert noch an, was für uns, die wir untätig dabei liegen, nicht ange⸗ nehm ist. Während sich der Himel über Mittag aufgehellt hatte, trieb uns jetzt hef⸗ tiger Regen wieder in unser Zigeunerzelt. Meine Frau meint, für die Zurückbleibenden, die nahe Angehörige im Felde haben, sei der Krieg schlimmer, als für die, die draußen sind. Aber wenn man den Krieg kennen gelernt hat, dann denkt man darüber doch anders. Wer es nicht miterlebt hat, vermag sich keine Vorstellung von den anstrengenden ö 12 Märschen, den Unbilden der Witterung, von Hitze und Nässe, dem Entbehren dessen, was der Kulturmensch für unbedingt nötig hält, und schließlich von dem Ernst der Schlacht zu machen. Die Stimmung bei uns, Offi⸗ zieren wie Mannschaften, ist zwar bezüglich des Ausgangs des Krieges nach wie vor zu⸗ versichtlich, aber sie ist doch gegenüber der Zeit der anfänglichen Friedensmärsche sehr ernst geworden. 28. 8. 1914. Gestern abend nach 6 Uhr waren wir noch an derselben Stelle wie vorgestern in Stellung gegangen und hatten auf Schützengräben und den Wald jenseits der Maas geschossen. Wir gruben uns ein und schliefen bei den Geschützen ohne Zelt auf Stroh. Die Nacht war kalt und der Schlaf nur kurz. Nach 4 Stunden Ruhe wurde um 3 Uhr geweckt und um 4 Uhr abgerückt. Bei Dunkelheit ging es zunächst auf schlechten Wegen bis auf die Straße Carignan—Mouzon, an welcher Fackeln brannten. Kurz nach 5 Uhr überschritten wir auf der von den Pionieren gebauten Brücke die Maas und kamen nach Faubourg de Mouzon, wo unsere schwere Artillerie sehr gewirkt hatte. Wir marschieren hinter dem Res.⸗J.⸗R. 116 auf der Straße nach Beaumont vor. Rechts und links sind be⸗ waldete Anhöhen; das Tal wird immer schmäler. Oberleutnant von Holly aus Gie⸗ ßen, mit dem ich eine Zeitlang zusammen⸗ reite, findet die Lage recht unklar und ungemütlich. 0 wi plötzlich im Walde links ein heftiges In⸗ fanteriefeuer; die Geschosse fliegen um uns her. Wir sind die vorderste Batterie der Abteilung und müssen halten, da die ganze Marschkolonne, in der sich die Gefechts⸗ bagage unmittelbar hinter den Bataillonen bzw. Batterien befindet, vor uns stockt. Nun setzt auch feindliches Artilleriefeuer ein, das zur Erhöhung der Verwirrung beiträgt. Man muß hierbei bedenken, daß den Trup⸗ pen damals die Gefechtserfahrung noch fehlte. Die hinter uns marschierende 4. Bat⸗ terie geht rechts der Straße in Stellung und feuert über uns hinweg, erhält aber bald selbst Artilleriefeuer. Auf die Mel⸗ dung, in dem hinter uns auf der Höhe liegenden Wald sei feindliche Infanterie ein⸗ gedrungen— bei deren Richtigkeit wir uns in einem sogen. Wurstkessel befunden hätten wir mit dem Rücken nach dem eigentlichen Feind stehen, und ziehe die Protzen und Staffel dicht an den Waldrand, wo auch die Infanteriebagage nebst Feldküchen Schutz gesucht hat. Auf den angeblich vom Feind besetzten Wald schoß ich mich nur ein und wartete dann weiteren Befehl oder Mel⸗ dungen ab. Da wir bald auch(für uns von rückwärts) Artilleriefeuer erhalten, sind Um 7 Uhr entwickelt sich — lasse ich, da der Batterieführer weggeritten ist, in dem schmalen Tal die Batlerie nach rückwärts abprotzen, so daß wir froh, als wir kurz nach ½ 10 Uhr aus dieser üblen Lage herauskommen, indem der Befehl kommt, oberhalb der 4. Batterie in einer Waldblöße aufzufahren. Wir konnten nur kurz auf feindliche Infanterie feuern, die bald in einer Bodensenkung verschwindet. Dann bietet sich uns kein Ziel mehr. Da⸗ gegen erhalten wir bald heftiges Artillerie⸗ feuer von der Flanke, in dem wir den ganzen Tag über lagen, ohne selbst noch einmal feuern zu können. Damals wurden von uns noch keine größeren Erdarbeiten zum Schutz gegen das feindliche Feuer aus⸗ geführt, was später, wie selbstverständlich, ohne besonderen Befehl in jeder Stellung durch die Geschützbedienung geschah. Die 4. Batterie ist schon früh aus dieser Stellung worden; auch von unserer Infanterie sehen und hören wir nichts. Bei dem Flankenfeuer bietet der neben jedem Geschütz aufgestellte Munitionshinterwagen wenig Schutz. Offizierstellvertreter Heil aus Wickstadt, ein uns allen sehr lieber Kame⸗ rad, der gleich mir sich als Zugführer bei einem Geschütz befindet, findet durch einen Volltreffer den Tod, wobei fast die ganze Bedienung außer Gefecht gesetzt wird. Auch bei den Protzen, die nach der Vorschrift sich einige hundert Meter hinter der Batterie befinden, gibt es ernste Verluste. Um 5 Uhr schweigt endlich das feindliche Feuer. Wir stehen einsam und verlassen in der Wald⸗ blöße. Die Batterie hatte von 8 Uhr an im Infanterie⸗, von ½9 Uhr an in, zeit⸗ weise sehr starkem, Artilleriefeuer gestanden. Da wir selbst, außer ganz zu Anfang, nicht schießen konnten, war das eine große An⸗ forderung an die Batterie, die sich aber im allgemeinen sehr gut hielt. Um ½6 Uhr nachmittags wurde ich weg⸗ geschickt, um nach dem Abteilungskomman⸗ deur, mit dem wir keine Verbindung hatten (später wurde stets gleich telephonische Ver⸗ bindung hergestellt), zu suchen und Befehle für die Nacht zu holen. 1½ Stunden ritt ich umher, den Revolver schußbereit in der Hand, durch Wald und Feld, bergauf und ab. Ich fand nicht die Abteilung, wohl aber den Divisionsstab, bei dem ich für die Batterie Befehle erhielt. Als ich um 7 Uhr in unsere Stellung zurückkam, war die Bat⸗ terie fort, ich allein auf weiter Flur, der Wald auf der anderen Seite der Straße nach früherer Meldung der Infanterie wie⸗ der vom Feinde besetzt. Ich ritt auf der Straße zurück und fand endlich meine Bat⸗ terie südwestlich Faubourg de Mouzon, wo sie für die Nacht in Stellung gegangen war. Ich war völlig erschöpft, denn wir hatten den ganzen Tag nichts zu essen bekommen, auch morgens keinen Kaffee. Ich hatte nur von Zeit zu Zeit ein wenig Schokolade und Brot, das ich in der Tasche hatte, geknappert und aus der Feldflasche einen Schluck Wasser getrunken. Dabei die große Hitze, körper⸗ herausgezogen liche Anf Todmüde zur Ruhe 29. 8 schlafen; erwarten sind geste offenbar versagt. Soeben des Gen der Mair bliebener zösischen Verbindu werte üb marschstre sich auch gehende Truppent 6. Armee uns die Feind sie Die un sind ents. truppen, Sie halt fanterie sammenn ten, wie zerluste um die i teile fest sprach el der mir gestern 1 jetzt nur führt. A verloren Fahnentr gen wied Fahnen Division luste. M. Verwund Mouzon hatte im legenheit August 1 die viele Gräber J.⸗R. 1. des Kar Eltern l 28. Aug dunkler während Res.⸗Div nungen geben he 30. 8. weit. W zunächst zogen. 2 empfinde Ihr aus dem der terie in konnten feuern, hwindet. jr. Da⸗ ctillerie⸗ vir den ost noch wurden arbeiten ter aus⸗ tändlich, Stellung ih. Die Stellung unserer nichts. en jedem erwagen Heil aus r Kame⸗ ihrer bei durch fast die etzt wird. zorschrift Batterie m 5 Uhr er. Wir r Wald⸗ Uhr an in, zeit⸗ estanden. ng, nicht oße An⸗ aber im ich weg⸗ komman⸗ ig hatten sche Ver⸗ ) Befehle nden ritt it in der gauf und ng, wohl h für die m 7 Uhr die Bat⸗ Flur, der r Straße terie wie⸗ auf der eine Bat⸗ uzon, wo igen war. ir hatten ekommen, hatte nur olade und jeknappert ick Wasser e, körper⸗ N— 123— liche Anstrengung und seelische Erregung. Todmüde strecke ich mich bei einem Geschütz zur Ruhe nieder. 29. 8. 1914. Bis 5 Uhr konnten wir schlafen; es war feucht und kalt. Jetzt erwarten wir den Angriff des Feindes. Wir sind gestern in eine richtige Falle gegangen; offenbar hatte die Aufklärung vollständig versagt. 5 Soeben höre ich, daß die Untersuchung des Generalkommandos ergeben hat, daß der Maire von Mouzon und ein zurückge⸗ bliebener französischer Major mit den fran⸗ zösischen Truppen in(wohl telephonischer) Verbindung gestanden, und alles Wissens⸗ werte über unsere Stärke und die Vor⸗ marschstraßen mitgeteilt haben. So läßt es 1 sich auch allein erklären, daß jeder vor⸗ gehende oder neu in Stellung gebrachte Truppenteil sofort Feuer erhielt. Da das 6. Armeekorps in der Nacht südlich von uns die Maas überschritten hat, soll der Feind sich zurückgezogen haben. Die uns jetzt gegenüberstehenden Truppen sind entschieden tapferer, wie die Kolonial⸗ truppen, mit denen wir zuerst kämpften. Sie halten energisch Stand. Unsere In⸗ fanterie ging gestern wieder, ohne ein Zu⸗ sammenwirken mit der Artillerie abzuwar⸗ ten, wie toll darauf los, hatte dabei große erluste und dann fehlte es an Reserven, um die im ersten Ansturm errungenen Vor⸗ teile festzuhalten oder auszubauen. Ich sprach eben Major Schröder aus Gießen, der mir erzählte, daß das Res.⸗J.⸗R. 116 gestern über 60 Proz. verloren hat und jetzt nur noch ein Bataillon bildet, das er führt. Abends hätten sämtliche Fahnen für verloren gegolten, doch hätten sich die Fahnenträger mit der Fahne bis zum Mor⸗ gen wieder eingefunden. Später wurden alle Fahnen in die Heimat zurückgeschickt. Unsere Division hatte gestern überhaupt starke Ver⸗ luste. Meine Batterie verlor 1 Toten, 11 Verwundete, von denen später noch zwei in Mouzon starben, und 12 Pferde tot. Ich hatte im Sommer 1916 noch einmal Ge⸗ legenheit, über das Schlachtfeld vom 28 August 1914 zu fahren und sah voll Schmerz die vielen, vielen mit Kreuzen gezierten Gräber der braven Kameraden des Res.⸗ J.⸗R. 116, besuchte damals auch das Grab des Kameraden Heil, das ich für seine Eltern hatte photographieren lassen. Der 28. August 1914 war ein dies ater(ein dunkler Tag) und einer der verlustreichsten während des ganzen Krieges für die 25. Res.⸗Division, weshalb ich meine Aufzeich⸗ nungen darüber hier ungekürzt wiederge⸗ geben habe. 30. 8. 1914. Wir kamen gestern nicht weit. Wir rückten bis Voncg vor, wo wir zunächst parkierten und abend Biwak be⸗ zogen. Auch konnte geschlachtet werden. Wir empfinden es sehr unangenehm, daß wir keine Feldküchen haben. Bei Kriegsausbruch war wohl nur die Infanterie mit Feld⸗ küchen ausgestattet. Generalfeldmarschall Graf Hgeseler soll sich deren Einführung lange widersetzt haben. Die einzelnen Fahr⸗ zeuge müssen für sich in den Kochgeschirren kochen, und da ist es jetzt schon sehr häufig vorgekommen, daß das Essen, ehe es fertig gekocht war, weggeschüttet werden mußte, weil Marschbefehl kam. Auch morgens war sehr häufig keine Zeit zum Kaffeekochen. Die fast achtstündige Ruhe heute nacht tat uns sehr wohl, da wir seither meist nur 3—4 Stunden Schlaf hatten. (Fortsetzung folgt.) Urgroßtantens RNaritätenschrank. Von Helma Esselborn. (Fortsetzung.) Christel weint spät abends in ihrem Kämmerlein. Horch, klopft es nicht leise am Fenster? Zögernd öffnet sie den Laden. Da vernimmt sie ganz leise den Amselpfiff, und gleich darauf taucht das glückliche Gesicht des Waldläufers vor ihr auf. Sie schlägt die Hände zusammen. Was sieht sie in seiner Hand? Einen Hirschdukaten, und leise er⸗ zählt er ihr die ganze Geschichte. „Gute Nacht, Frau Leibschütz! Morgen kaufe ich mir sie!“ Uebermütig küßt er den kleinen Mund, und leise schließt das glück⸗ liche Mädel das Fenster. Heute schlägt der Herr Vater nicht auf den Tisch. Er steht stumm und sprachlos, nimmt schließlich der Tochter Hand und legt sie in die braune des Waldläufers. Und als das im Dorf bekannt wird, und die neugierigen Nachbarn kommen, da sagt er stolz:„Mein Schwiegersohn, der Herr Leib⸗ schütz, hat seiner hochfürstlichen Durchlaucht dem Herrn Landgrafen das Leben gerettet.“ Der Waldläufer aber neckt noch Jahr und Tag sein Weibchen, und wenn es mal anders will als er, so ruft er:„Ruhig, Alte, sonst verkauf ich dich wieder für einen Hirsch⸗ dukaten!“ 15. Die letzte Geschichte. Jahre waren hingegangen. Der fünfzehn⸗ jährige Backfisch, der ich jetzt war, verstand sich besser mit der alten Tante als das nase⸗ weise Schulmädchen von früher. Ob ich vernünftiger, ob die Großtante durchs Alter weicher geworden war, wer kann's wissen? Mich hatte der Zauber des Altjungfern⸗ stühchens gefangen genommen, ich ging jetzt doppelt gern, namentlich in der Dämmerung, hinüber zu einem Schwätzchen. So auch heute. Es war zwei Tage vor Weihnachten. Ich hatte beim letzten Tagesschein in der Stadt noch Stickseide geholt, die mir zum Fertigstellen der letzten Weihnachtsarbeit fehlte, und war durchgefroren mit dicken Schneestollen an den kalten Füßen heim⸗ — 124— gekommen. Mutter schien nicht sehr erbaut von meinem Erscheinen. Ich störte sie wohl bei ihren heimlichen Vorbereitungen zum Feste. Darum zog ich ab zur Großtante, die sich seit einigen Tagen nicht so ganz wohl fühlte. Sie hustete, und Mutter hatte erst heute früh gemeint:„Tante Luise ist recht zusammen⸗ gegangen.“ Diese hatte ihren Sessel an den Kachelofen gerückt und saß mit einem großen Umschlagtuch und einer Decke über den Knien recht hinfällig zusammengekauert da. Ihr großer grauer Kater hatte es sich auf ihrem Schoß bequem gemacht und schnurrte behaglich. Sie freute sich sichtlich, als ich kam. Doch daß ich kein Licht machen wollte, schien ihr nicht recht zu passen. „Das Dämmerstündchen ist doch so schön. Tantchen,“ schmeichelte ich und setzte mich ans Fenster vor ihren Nähtisch, wo die letzten Tageslichter auf den daraufstehenden Gegen⸗ ständen tanzten. Mein Blick fiel auf die mir wohlbekannte Silhouette, die einen Stu⸗ denten mit blauer Mütze und blau⸗goldnem Band darstellte und von einem Vergißmein⸗ nichtkränzchen umrahmt war. dem Kalmougra⸗Oel. Mit einem weiteren Präparat desselben, dem Ajuni, hat man im Aussätzigenasyl der Brüdergemeinde zu Jerusalem bereits im Jahre 1917 einen überraschenden Erfolg erzielt. Ein Kranker wurde dadurch geheilt und ist bis jetzt ba⸗ zillenfrei geblieben. Nachdem nunmehr wei⸗ tere Arzneimittel aus der Schweiz in Je⸗ rusalem eingetroffen sind, will man die Kur im großen Stile beginnen. Hoffentlich mit weiterem bleibenden Erfolg. * Im November 1911 verspürten wir, wie in ganz Süddeutschland, so auch in Gießen einen nicht unbedeutenden Erdstoß. Der⸗ gleichen Erscheinungen sind hier schon früher beobachtet worden. Am 29. Juli 1846 abends gegen ½9 Uhr erfolgten kurz nach⸗ einander mehrere Erdstöße. Stühle wank⸗ ten, angelehnte Türen bewegten sich, auf⸗ gehängte Schellen ertönten, Wasser lief aus offenen Gefäßen über. Am deutlichsten emp⸗ fanden Personen, die gerade am Tische saßen und schrieben, diese Bewegungen im Erdinnern. In Klein⸗Linden und Leih⸗ „Das Bild des Vetters Wilhelm blaßt immer mehr ab,“ bemerkte ich. „Laß nur, es schadet nichts,“ antwortete Tante,„bald gebt ihr's mir mit ins Grab.“ Erstaunt fuhr ich auf:„Aber Tante, wer wird so reden, du lebst noch lange, sprich nicht vom Sterben. Wirst uns doch Weih⸗ nachten nicht verderben wollen!“ fuhr ich scherzend fort. gestern flüchteten Leute auf das Feld, weil sie ein Krachen in den Wohnungen und Scheuern vernommen hatten. Kirchliche Anzeigen. Sonntag, 8. August, 10. nach Trinitatis. Kollekte für die Innere Mission.“ „Wer weiß, es ist bald Zeit zum Gehen. Sie sind alle tot, die ich lieb hatte, die mit mir jung waren, nur mich allein hat der Tod vergessen.“ l „Aber, Großtante, warum bist du heute so traurig? Ist es dir nicht gut? Fühlst du dich schlecht?“ fragte ich besorgt. Die Tante gefiel mir nicht. Sie machte eine ablehnende Handbewegung.„In meinem Alter ist nicht ein Tag wie der andre.“ „Na also,“ sagte ich,„morgen ist es wieder besser,“ und um sie abzulenken, fügte ich die Frage hinzu:„Der Vetter Wilhelm ist wohl schon lange tot, nicht wahr?“ Ich dachte, es würde eine kurze Antwort folgen; denn sie sprach nie von der Sil⸗ houette. Um so erfreuter war ich, als sie langsam sagte:„Ja, der ist schon lange tot, den hab ich lieb gehabt, Kind.“ (Schluß folgt.) Uleine Mitteilungen. Bis vor kurzem galt der Aussatz, von dessen Furchtbarkeit uns das Neue Testa⸗ ment so manches erschütternde Bild ent⸗ wirft, als unheilbar. Inzwischen ist, wie wir dem Juliheft des„Missionsblattes der Brüdergemeinde“ entnehmen, ein Anfang gemacht worden, dem entsetzlichen Krank⸗ heitsgift die tödliche Wirkung zu nehmen, und zwar in Indien und Spanien mit In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfir⸗ mierten aus der Markusgemeinde: Pfarrer Becker.— Vorm. 9½ Uhr: Pfarrassistent Ramge.— Donnerstag, 12. Aug, abends 8/ Uhr: Gemeindeversammlung für Män⸗ ner und Frauen der Markusgemeinde im Konfirmandensaal, Kirchstr. 9. Besprechung über das Abendmahl. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Thristenlehre für die Neukonfir⸗ mierten aus der Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Bech⸗ tolsheimer.— Abends 8 Uhr: Bibelbe⸗ sprechung im Johannessaal: Pfr. Adolph. * Wartburg verein. Sonntag den 8. August nachm. 2 Uhr: Waldwanderung, Abmarsch vom Heim. Führer: Georg Pfaff, W. Schön. Abends 8 Uhr im Heim Vortrag: Pfarrer Bech⸗ tolsheimer. Evang. Arbeiterverein. Sonntag den 15. August vorm. 8 Uhr Gottesdienst in der ehemaligen Kirche auf dem Schiffenberg. Predigt: Pfr. Becker. Mitwirkende: Bläserchor des Wartburgver⸗ eins, Gemischter Chor des Evang. Arbeiter⸗ vereins.— Sonntag, 22. August, Garten⸗ fest.— Sonntag den 29.(nicht 22.) Aug. Abfahrt zur Vogelsbergtour. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühb'schen Universitäts⸗Buck⸗ und Steindruckerei N. Lange, Gießen. Gemei Jesaia 41 sprach Ein wi Paul Lech weise Erf als Gesch Staatsbür in einem erfolg und ren, aufs den Weg; micht dabe im Erwer Aufgabe gestellt ha erfolg, der schen geste Berufserft uns bracht Unser Gel dem Leben gung unse und Bedü losen Dien zu diesem Güter als Hand, um Menschhei Unser nur dann nur dann gen, wenn leitet. Un zugute kon sind. Der wird sich wir uns die uns andere nu dann die erstrecken, Lebenswer Benjam freund, sa Ansicht ge Gaben au tige Verän bewirken er sich n alle bloßen gering ad seines Pl. seines Leb Solcher erst Inha utet au