t ihrem f blieben gab's 2 Messer⸗ Schnick⸗ zuführen weil der ill dazu ita war ie fehlte ütig be⸗ wieder 4 fen, daß den Ort vunden. ar un⸗ blieben ich bald schollen folgt.) eits⸗ Mts. ng ab, enhagen e Ver⸗ gs in en Be⸗ e Aus⸗ erhand⸗ Richt⸗ gemein⸗ ius den nhagen, vie den chwöbel hristen⸗ karkus⸗ ekt auf- . 2 Uhr erkirche ihr. 4 zugleich en der Vorm. 1 Uhr: : Pfr. Bibel⸗ f g. nach 7 Uhr straße. ruckerei f enegegruf Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 22 Gießen, I. Sonnt. n. Trinitatis, den 6. Juni 920 9. Jahrg. Nachdruck verboten. Gottes Gärtnerinnen. Von Heinrich Schaefer. Beim Verklingen der Glocken, noch ehe die Orgel begann, trat eine junge Mutter mit ihrem Kinde an der Hand ins Gottes⸗ haus. Sie fanden Platz in den ersten Reihen. Dann sah ein feierlich frohes Kindergesicht über die Bank hinweg in den geweihten Raum. Orgelklang und Choralgesang schie⸗ nen ihm wunderbar und doch so natürlich und vertraut. Ein stolzes und freudiges Gefühl in all den heilgen Dingen daheim zu sein, leuchtete aus den jungen Augen. Aus der Tiefe des Kinderherzens schien sich etwas zu erschließen mit derselben wohl⸗ tuenden Gewalt wie eine Knospe sich in der warmen Frühlingssonne öffnet. Und wie ich mich darüber noch fragend besann, kam die Antwort, wie von fern her, aber deutlich und klar, aus dem Munde eines anderen Kindes im Tempel, zu Jerusalem: Muß ich nicht sein in dem, was meines Vaters ist? Es ist fürwahr das heilige Müssen der Knospen zur Frühlingszeit. Kinder sind Knospen im Gottesgarten, und die Mütter sind ihre Gärtnerinnen. Wie ich beide so nebeneinander sah, Mutter und Kind, eins das Bild des andern, beide erfüllt von demselben Strom des Lebens, beide erhoben in denselben Geist der An⸗ betung vor Gott, Vorbild und Abbild in schöner Harmonie;— da begann ich mir auszumalen, wie das Heilige zwischen ihnen wirksam sei daheim im Alltagsleben. Ich sah die Bilder deutlich vor mir: Sie sitzen zusammen in der Dämmerung und reden von den heiligen Geschichten in der ver⸗ trauten Art, wie nur Mutter und Kind davon reden können. Sie suchen tagsüber die großen und reinen Gedanken ihres himmlischen Freundes in die Tat umzu⸗ setzen. Offenbaren sich dunkle Triebe im piel, im Umgang mit den Geschwistern und Freunden oder im Verhalten gegen Eltern und Erwachsene, so heißt es wohl: groß, der Knospen sind viele, und die Gärt⸗ nerinnen stehen überall. Man kann von Herzen froh darüber werden, denn um ihret⸗ willen liegt eine Morgenröte der Hoffnung über unserm armen nächtlichen Land. Das jetzige Geschlecht steht unter dem bitteren Wort: Gewogen, gewogen und zu leicht befunden! Aber das Kommende hat noch keinen Teil an diesem Richterspruch, rein und unschuldig betritt es seine Bahn, un⸗ berührt vom Pesthauch dieser Zeit voll Fäul⸗ nis und Verdorbenheit erschließen sich in der Stille der Familie die jungen Knospen. Ihr Mütter, ihr stillen Hüterinnen aller Erdengüter, ihr Dienerinnen und Prieste⸗ rinnen des Höchsten, welch ein heiliges Werk, welch eine hohe Aufgabe ist in eure Hände gelegt! Ihr seid es ja, die die Kirchen füllen! Ihr seid es, die in Mutter⸗ freuden und leiden mit dem Schöpfer Hand in Hand arbeiten! Ihr seid es, die auch in Zeiten der Verworfenheit Glauben und Re⸗ ligion am treuesten und längsten bewahren! Ihr seid es, die unbeirrt den Kleinen die Händchen falten und mit frommer Freude das Stammeln des ersten Gebetleins aus dem Munde der Unmündigen vernehmen! So suchet denn eure Ehre darin, mitten im Wechsel und Wandel aller Begriffe treu zu bleiben eurem uralten heiligen Beruf! Lasset euch nicht irre machen in eurem schönsten Amt! Soll aus der wüsten Wildnis unserer Gegenwart wieder einmal ein freundlicher Gottesgarten werden, so müßt ihr vor allem helfen und das Beste dazu tun. Denn ihr seid Gottes Gärtnerinnen und von jeher seine besten Helfer! Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 23. Gießener Familienleben in drei Generationen. (Fortsetzung.) 7. October. Schon strahlte die Sonne mit neuem Glanz auf den schönen Bergen, als wir die „Das hätte der Herr Jesus anders gemacht, Straße nach Dürkheim einschlugen, der Weg ich will es dir sagen wie“. Und am Abend führt über die Hardt, einer langen Reihe sehe ich sie einmütig die Hände falten, dan⸗ ländlicher Gebäude, welche auf einer Anhöhe kend und bittend. So leben sie nach einem des Gebürges lagen, und einen herrlichen großen und reinen Vorbild, stehen im Schein Anblick gewähren. Gegen 10 Uhr frühstückten einer segnenden Sonne, wachsen und blühen wir in Deidesheim, einem beträchtlichen Ort, ihrer Bestimmung entgegen, auch die Mutter wo ein herrlicher Wein wächst, bey Herrn um des Kindes willen immer reifend. Dann gehen über Gedanken ins Weite. lernend und Traub zum Schwanen, der ein alter Han⸗ delsfreund von Busch's Vater war. In Forst, diesen Bildern meine einem kleineren Ort, doch in Hinsicht seiner Der Gottesgarten ist Weine sehr geachtet, kamen wir gegen Mittag „ 86 an. Bey Herrn Steinmetz, einem reichen uns. Wir hingegen verfolgten die Straße Weinhändler, der ebenfalls mit Busch in nach Worms. Im Gehen kam uns indessen Handels verbindungen stehet, stattete dieser die Idee der Volmarischen Familie einen einen Besuch ab. Herr Steinmetz, ein Mann unvermutheten Besuch abzustatten, da wir von ächt deutschem Schlag, fand sich be- nur einige Stunden Wegs umgingen. Gesagt, leidigt, daß Busch uns nicht gleich mit ein⸗ gethan. Wir verließen die Hauptstraße und geführt hatte, und lud uns gleich sämtlich gingen links gerade über das Gebürge hin. zum Mittagessen ein. Während dieses zu- Hier schwanden allmählich die Rebenfluhren diese Stad bekränzte, 4 Stunden Weg bis langweilig ziges Dorf angenehme nende Son bereitet wurde, führte er uns in seinen und selbst die Dörfer verlohren ihr wohl⸗ Keller, um uns sein Weinlager zu zeigen, welches sehr bedeutend ist. Fast von jedem Faß mußten wir kosten, ob wir wollten oder nicht, zuletzt führte er uns in einen Keller, worin blos ganz alte, schwere Weine lagen. Hier reichte man uns eine Probe von einem 1802er der besten Lage, wovon das Stück 3000 Gulden kostete. Es war ein köstlicher Trank. Die vielen Gattungen von Weinen hatten uns indessen einen kleinen Rausch zugezogen. Im Zirkel des Herrn Steinmetz, seiner Gattin, einer sehr beredten lebhaften Frau, seiner Tochter, eines sehr artigen und schönen Frauenzimmers, seiner beyden Söhne, welches zwey sehr gefällige Men⸗ schen sind, und endlich eines gewissen Doc⸗ tor Bayerle, der in Marburg studiert hatte, nahmen wir ein frohes Maal ein, ein freundlicher ungezwungener Ton herrschte bey Tisch, den ein Stälchen alter Forster in die lebhafte Fröhlichkeit versetzte. Man drang in uns, über Nacht hier zu bleiben, allein wir dankten für ihre Güte, und nahmen gegen drei Uhr von diesen guten Leuten Abschied, der eine Sohn aus dem Hauß begleitete uns noch eine Stunde bis nahe an Wachenheim, ein beträchtlicher und in Hinsicht seiner guten Weine sehr geach⸗ teter Ort, wo aber der Hagelschlag die Hoffnungen des Winzers dieses Jahr zum Theil zernichtet hatte. Noch halb berauscht von dem vielen Forster Nektar, den wir daselbst genossen, taumelten wir langsam weiter. Als wir Wachenheim im Rücken hatten, sahen wir zwey Herren zu Pferd auf derselben Straße uns entgegen kommen; da sie uns näher kamen, erkannten wir meinen Schwager Müller(Justus Müller, Wirt zum„Löwen“ später zum„Einhorn“. D. Red.) und den Pfarrer Volmar, welche auch nach Forst wollten, bey Herrn Stein⸗ metz einen Besuch abzustatten. Sie ver⸗ sprachen uns, denselben Tag noch nach Dürckheim zurückzukehren. Wir schlugen in⸗ dessen unser Nachtlager im Ochsen in Dürck⸗ heim auf. Nahe bey diesem Städtchen ist eine bedeutende Saline, wo ich nebst Busch Mein Schwager nebst dem Pfarrer Volmar waren indessen zurückgekommen. Der Abend ging unter wechselseitigem Erzählen der Be⸗ gebenheiten unserer Wanderung sehr ver— gnücht hin. 8. October. Mein Schwager, der von hier gerade nach Hauß gehen wollte, trennte sich wieder von habendes Ansehen. Der Landmann Wein, der hier gezogen wird, ist von saurem herbem Geschmack. Gegen Mittag Stunden von Worms an, und wurden da⸗ Herr Pfr. Volmar obgleich Geistlicher ist ein gerichtet. Nachdem man uns alles dieses gezeigt, setzten wir uns an den Tisch; kaum hatten wir die Suppe gegessen, als ein Ca- briolet in den Hof einfuhr, N a N worin sich H. Busch von hier befand. Er war so angenehm als möglich zu machen. Nach⸗ dem wir noch einige Tassen Caffee geschlürft, führte zwischen üppigen Raps Fluhren hin, der hier in großer Menge gebaut wird. 1 5 Nicht lange so hatten wir die alten Thürme von Worms im Angesicht. Eine halbe will behaupten, daß sie Doct. Luther ge⸗ pflanzt habe. Gegen 5 Uhr abends langten wir bey H. Hinz zu den 3 Römern an, wo man äußerst gut und billig logiert. Nach den ö Abendessen führte uns der Sohn des Wirthes in ein nahegelegenes Caffee Hauß, welches sehr geschmackvoll eingerichtet war, und wo 1 wir den Abend am Billard hinbrachten. 9. October. Unsern kurzen Aufenthalt in Worms so sehr als möglich zu benutzen, eilten wir am ö i ö frühen 9 n die Stadt zu besehen. Außer noch einen kleinen Spaziergang hinmachte. peihen idr dir, Stadt zn poßhe 5 der Hauptstraße, die ziemlich schöne Gebäude hat, sind die übrigen meistens enge und un⸗ ansehnlich, und für die günstige Lage an dem 1 Rhein, scheint wenig Handlung hier zu seyn. Ermüdet von unserm Streifzug in der Stadt umher, nahmen wir auf dem Caffee Hauß des H. Chossot ein Frühstück ein, und 5 besahen dessen Saal, der sehr groß ist, und sehr artig in einem Bosket hinter dem Hauß liegt. Gegen 9 Uhr verließen wir 5 hier schien schon träger zu seyn, als der lebhafte Pfälzer am Fuß des weinreichen Gebürges, kurz alles, war hier verändert; der wenige SGuntercsbli rbe kamen wir in Hohensülzen einem kleinen Ort vier selbst von der Schwester meines Schwagers der Mm. Volmar aufs herzlichste empfangen. thätiger Geschäftsmann. Außer einer bedeu⸗ tenden Weinessig Siederey, hat er eine Oehl⸗ Mühle welche von Pferden getrieben wird angelegt, und alles aufs vorteilhafteste ein⸗ 0 in der ab⸗ sicht einen Besuch abzustatten von Worms aus hierher geeilt. Wir blieben mehrere Stunden recht vergnügt beisammen, indem man alles aufbot unsern kurzen Aufenthalt eilten wir Worms zu erreichen. Der Weg Stunde davon am Wege stehet eine alte Eiche, von solcher Dicke, daß sie fünf Mann nicht umspannen können. Eine alte Sage gequält wi dem nahe bergen ein Leidwesen. wir endlich Ruhe, und wieder neu wir den W᷑ schaft wird steile Reb linke Ufer tischen Fl kleine Ey geziert, di 1 blinken. A weite Flä schönem B und einzel wir Dienh Man sätzt ders, weil zu liegen t Nach eine Ort verfo des Rhein lagert zei Oppenhein wir durch die schnei entgegen. (Bürgerme die tags v worden w Eine Gru beyderley bekränzt, Bändern Einer von eine Mas dessen dro zeigte, the großen 8 Oppenheii der etwas grund na am Ufer kleinen N stades W annmählie hervor. 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Der Weg bis dahin wurde uns aber äußerst langweilig indem man nicht durch ein ein⸗ ziges Dorf kömmt, welches uns um so un⸗ angenehmer ward, da wir durch die bren⸗ nende Sonnenhitze von einem heftigen Durst gequält wurden, vergebens suchten wir, in dem nahe an den Weg stoßenden Wein⸗ bergen einige Trauben, allein zu unserm Leidwesen waren alle Stöcke leer. So kamen wir endlich, äußerst von Durst gequält, nach Guntersblum, wo denn einige Stunden Ruhe, und der gute rheinische Nectar uns wieder neue Kräfte gab. Gestärkt verfolgten wir den Weg am Ufer des Rheins. Die Land⸗ schaft wird hier wieder äußerst romantisch, steile Reben-Gefilde drängen sich an das linke Ufer hin. In dem Bette dieses majestä⸗ tischen Flusses bilden sich hin und wieder kleine Eyländer mit anmutigem Gebüsch geziert, durch welche ländliche Wohnungen blinken. Auf dem rechten Ufer erblickt man weite Flächen von üppigen Fluhren und schönem Wiesengrün, übersäht mit Dörfern und einzelnen Wohnungen. Jetzt erreichten wir Dienheim, einen nicht sehr großen Ort. Man sätzt seine Weine um deshalb beson⸗ ders, weil sie nicht so lange auf dem Lager zu liegen brauchen, um geniesbar zu werden. Nach einem kleinen Aufenthalt in diesem Ort verfolgten wir wieder die steilen Ufer des Rheins, auf einer steilen Anhöhe ge⸗ lagert zeigte sich uns bald das weinreiche Oppenheim, ein niedliches Städtchen. Als wir durch die Straßen zogen, kamen uns die schneidenden Töne mehrerer Violinen entgegen. Wir erfuhren, daß der Maire (Bürgermeister) des Orts, seinen Arbeitern, die tags vorher mit der Weinlese fertig ge⸗ worden waren, hier ein kleines Fest gäbe. Eine Gruppe von ohngefähr 20 Menschen beyderley Geschlechts, alle mit Weinreben bekränzt, tanzten um einen Baum, der mit Bändern und Halstüchern geschmückt war. Einer von dieser fröhlichen Gesellschaft, der eine Maske vor dem Gesicht hatte und dessen drolliger Anzug den Spaßmacher an⸗ zeigte, theilte den Wein in Fülle, mit einem großen Krug aus. Eine Strecke hinter Oppenheim entfernten sich die Gebürge wie⸗ der etwas vom Ufer, und ein schöner Wiesen⸗ grund nahm ihre Stelle ein. Allenthalben am Ufer erblickte man Douaniers, welche in kleinen Wohnungen am Abhang des Ge— stades Wache halten. Nierstein trat jetzt annmählich zwischen zwey Bergen eingengt hervor. Schon sengte die Sonne jhr Haupt, und nur die goldenen Strahlen der Abend⸗ röthe spiegelten sich noch in dem sanft dahin wogenden Strohme, als wir im Hecht, einem am Ufer gelegenen Wirtshause unser Nachtlager aufschlugen. Die Bewir⸗ thung war aber äußerst schlecht, und in einen elenden kleinen Stübchen, wo wir fast vor Dunst erstickten, mußten wir die Nacht zu⸗ bringen. Niersteins Ruf wegen seines treff⸗ lichen Weins ist nicht mehr so groß: da die Einwohner ihre herrliche Trauben Gattun⸗ gen, mit einer zwar weinreicheren, aber mit weit unedleren Art vertauscht haben, wo— durch ihre Weine an Güte sehr verlohren haben. (Fortsetzung folgt.) Urgroßtantens Raritätenschrank. Von Helma Esselborn. (Fortsetzung.) Sechs Jahre später kam ich mit meinem Vater in die Stadt, als abends fahrend Volk unter freiem Himmel an einem schönen lauen Juniabend seine Vorstellung gab. Einen Augenblick blieben wir stehen. Eine Nummer schien gerade besondern Beifall der Zu⸗ schauer zu finden. Ein junges Weib, in rote Tücher gewickelt, Mohnblumen im schwarzen Haar, tanzte. Sie tanzte schön, aber sie tanzte müde, mit Anspannung aller Kräfte, tot⸗ müde— den Eindruck hatten alle.„Das arme Ding!“ sagte mein Nachbar laut, als sie geendet. Da, was war das? Als das Mädchen den Platz verließ, schleppte es leicht den Fuß nach. Wo hatte ich diesen Gang schon gesehen? Wie Schuppen fiel es mir von den Augen: das Mädchen mit den flüchtigen Füßen, Anita. Hier fand ich sie wieder. Sie tanzte, tanzte, obgleich sie nur mit rasenden Schmerzen tanzen konnte, tanzte, weil sie tanzen mußte, tanzte sich, wie ihre Mutter, zu Tode. 11. Jwan der Schreckliche. „Kosaken kommen!“ Was das damals hieß, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Wohl kamen sie als Freunde nach der Leipziger Schlacht, aber wir Kinder— dies waren wir damals noch— hatten zuviel Schreckliches von ihnen gehört, und auch die Erwachsenen im Dörfchen sahen mit ängst⸗ licher Miene dieser Einquartierung ent⸗ gegen. Und sie kamen. Kleine dicke Gesellen mit struppigem Haar und Bart, gelber Gesichts⸗ farbe und schrägstehenden Augen. Ihre klei— nen unscheinbaren Pferde sahen gerade so ungepflegt aus wie sie selber, und Roß und Reiter, fest verwachsen, paßten in jeder Beziehung zusammen. Ausdauernd bis an die Grenze des Möglichen, flink wie kleine Wiesel, immer da auftauchend, wo man sie am wenigsten vermutete, hinterlistig und grausam, und da, wo sie einen Vorteil witterten, schmierig freundlich und trotz- allem gelegentlich gutmütig wie Kinder so lernten wir sie im Lauf der Wochen, die sie bei uns blieben, kennen. Unsre gute Mutter war viel krank, und meine älteste Schwester Dorette vertrat ihre Stelle. Es waren harte Kriegszeiten, dazu kam ein eisig kalter Winter. Vaters Dienst⸗ wohnung war in einem alten Schloß mit dicken Mauern, großen Räumen und Fen⸗ stern und Türen wie Scheuertoren und lag zum Ueberfluß hoch Ge auf dem Berg. Da wehte ein frisches Lüftchen. Die Feuster⸗ scheiben waren so dick gefroren, daß wir Bügeleisen heiß machten, um. ein Guckloch ins Freie aufzutauen. Der Schnee lag fast meterhoch, und der Bahnschlitte n mußte erst kommen, damit zur Schule konnten. Dorette stand gegen Abend am Herd und buk Eierkuchen. Wir Kleinen sahen erwar⸗ tungsvoll zu. Da schleppte sich ein graues dickes Etwas in die Küche und keuchte in unverständlichen Lauten einen Graß heraus. Das war unser Kosak Iwan. Daß er so hieß, war das Einzige, was wir aus ihm herausbrachten. Schrecklich sah er 5 und unsre Brüder 1 ihm deshalb schnell den Beinamen„der Schreckliche“ gegeben, den er dann für uns sein Lebtag behielt. Iwan trat also in unsre Küche und bettelte mit traurig blickenden Schlitzaugen um Quartier. Sie lugten aus dem Urwald von Haar und Bart gutmütig hervor, und unsre wir hinunter 88 daxrob erstaunte, als er erstenmal in seinem Leben, in einem richti⸗ gen Bette befand. Doch schnell entschwand ihm das Bewußtsein von neuem, und es waren harte Tage, die nun folgten. Iwan sich, wohl zum der Schreckliche raste im Fieber, und mit jedem Tag schien sein Ende näher zu kommen. Die alte Marie pflegte ihn jetzt auf⸗ opfernd treu, jedoch nicht, ohne stets zu versichern, sie täte es nur, weil der Herr Revierförster es befohlen habe. plötzlich die Krisis ein. Das Fieber fiel, und die gute Natur des Steppensohnes hatte sich durchgerissen. Jetzt machte es jedermann im Hause Freude, daß„unser Kosak“ davonkam. Wie jede durch Erfolg bel lohnte Mühe zu wei⸗ terer Tätigkeit anspornt, so taten wir ihm jetzt zuliebe, was wir konnten. Freilich war das erste, was namentlich d ie Marie ver erlangte, eine gründliche Generalreinigung. Sie wurde denn auch mit Hilfe des Dorfbaders vor⸗ genommen. Iwan war darüber sehr unglück⸗ lich, und Maruschka, so nannte er beharrlich die Marie, obgl eich sie wütend darüber war, Kosakenfurcht war wie weggeblasen. Im stieg sehr in seiner Achtung, weil er wohl Laufe des Abends stellte sich denn auch inte, daß sie die Haupttriebfeder dieser heraus, daß wir wenig Ursache hatten, den Maßregel war. Man kannte Iwan kaum armen Kerl zu fürchten. Er hustete so jäm⸗ merlich und machte überhaupt einen recht kranken Eindruck. Sogar unsre alte Marie, die den Heidenhund, wie sie ihn nannte, zuerst verwünscht hatte, weil er die Sauber⸗ keit ihrer Küche verunglimpfe, und uns allen für die Folge Einquartierung von kleinen Mitbewohnern prophezeit hatte, ließ sich erweichen, in dem anliegenden Schuppen ein warmes Lager zu richten, wo unser Iwan, nachdem er sich an einer tüchtigen Suppe genährt Hatte im Verein mit seiner Schnapspulle unterkroch. Am andern Morgen ließ sich aber kein Kosak sehen, und als es spät am Tag im Schuppen immer noch still blieb, ging unser Vater, um 1 Er fand den armen Kerl in jämmerlicher Verfassung. Er lag in hohem Fieber halb be wußtlos und wies jede angebotene Nahrung zurück. Daß er in dem kalten Schuppen so nicht liegen bleiben konnte, war uns allen klar.„Er ist ein Mensch wie wir,“ damit schnitt der Vater alle Einwendungen der alten Marie ab und strich seiner Aeltesten, ihr in die Augen blickend, die Wangen, indem er sagte: „Christenpfli cht, Kind, richtet die leere Kam⸗ mer oben für ihn. Ich gehe den Bader holen.“ Brummend tat die Marie, was Dorette sie hieß. Die Kammer wurde gerich tet, und als der Vater mit dem Bader zurückkam, konnte der Umzug stattfinden. Die Männer transportierten den sich Sträubenden hinauf, der jedenfalls dachte, man wolle, wer weiß was, mit ihm anfangen, und sich dann sehr! 11 wieder, als er mit geschorenem Kopf und Bart, fein säuberlich gewaschen im frischen Hemd in seinem Bett lag und unsre Be⸗ suche empfing.„Maruschka will so“— da⸗ mit quittierte er ergebungsvoll die Kompli⸗ mente, die ihm von uns gemacht wurden. „Maruschka, Maruschka,“ so drohte Do⸗ rette,„dein Iwan wird ja ein Stuzer!“ „Was Stutzer, sauber muß der Mensch sein, ich werde ihn schon in die Reihe kriegen.“ Fortsetzung folgt.) Kirchliche Anzeigen. 1. Sonntag nach Trinitatis, 6. Juni. Stadtkirche. Vorm. 8 Uhr, zugl. Christen⸗ lehre für die Neukonfirmierten der Matthäus⸗ gemeinde: Pfr. Mahr.— Vorm 9½ Uhr: Pfr. Becker.— Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfr. Becker. Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde: Pfr. Bechtolsheimer.— Vorm. 9¼ Uhr: Pfr. Ausfeld.— Vorm, Uhr: Kinderkirche für die Johannes⸗ gemeinde: Pfr. Ausfeld. Ne Wartburg⸗ Verein. Sonntag den 6. Juni, nachmittags 2 Uhr: Schnitzeljagd. Führer: Herren Nacht tigall und Pfaff. Abmarsch 2 Uhr vom Heim. Abends 8 Uhr: Unterhaltungsabend im Heim, Diezstr. 15. Merantwortlich Pfarrer Becht 0 Ish eimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universttäts⸗Buck⸗ und Steindruchkerei R. Lange, Gießen. Da trat Geme Wr. 23 Psalm 72 ich n versit künd! In de Stadt ful Kornblun Sie hatte Fabrik a sicherlich, stehen ur beiden ju freulichen lich und reisenden den. Ohn man sacg Nu halten, k führen u gehen. D Charakte: dachte, a „Freude ten ist di schen, ja fröhlich lein, ja 6 lein.“ Diese am rech sie im 6 gnügung Perlenha ten, durc besetzten das sind Kriege n streben 1 das gra die recht bringer, freute st Grunden die Lilie Er freu weiß wa dem Hin und nac Mensche die, daß Zuversic verkündi Herrn, kommen dem wir