Altars. n war, frischem atte sich id seine ben, als einmal ust ein⸗ hor des hte vor e„Gott n meine ig. Die zesungen s Wart⸗ ind wie n deren Freie. e schöne ühl und aß solche s abge⸗ 8, so in t a. M. esdienste eistlichen re solche und der h hierzu ständlich führen, man zur istaltet, esdienste im leere ter Zu⸗ esdienste führen, Glauben wollten, ng kom⸗ t werden liche und ind Ge⸗ so wer⸗ segens⸗ initatis. 8 Uhr, ifirmier⸗ Pfarr⸗ ½ Uhr: es heili⸗ id Mar⸗ erbitten rmittags Markus⸗ 8 8 Uhr, rmittags rmittags ohannes⸗ eindruckerei S * onntagsgruß emeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 35 Gießen, I4. Sonnt. n. Trinitatis, den 5. Septbr. 1920 9. Jahrg. Ein Blick in das Weltall. Psalm 147, 4. Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen. Werfen wir einmal einen raschen Blick in das Weltall und die Welt im Kleinen. 150 Millionen Kilometer ist die Erde von der Sonne entfernt. Ein Schnellzug, der 60 Kilometer in der Stunde dahinsaust, brauchte in ununterbrochener Fahrt bis zu ihr 2/ Jahre. Jene Kilometerzahl,„Erd⸗ bahnhalbmesser“ genannt, hat die Wissen⸗ schaft als Maßeinheit festgesetzt, um unser Sonnensystem auszumessen. Von der Sonne ist dann Merkur ½, Venus ¼, Erde 1, Mars 1½, Jupiter 5¼ Saturn 9½, Ura⸗ nus 19¼, Neptun 30 Erdhalbmesser ent⸗ fernt. Will man diese Strecke in Kilometern haben, braucht man sie nur mit 150 Millio⸗ nen mal zu nehmen. Aber erst, wenn wir unser Sonnensystem glücklich durchmessen haben, beginnen im Weltall die eigentlichen „Entfernungen“. Hier hat man zum Ein⸗ heitsmaß das sogen.„Lichtjahr“ bestimmt. Es bezeichnet die Weglänge des Lichts in einem Jahr, und die ist 9 467 280 000 000 Kilometer. Nun beträgt aber der Weg zum uns zunächst liegenden Fixstern schon 4½ Lichtjahre. Wir kennen indessen hellere Fix⸗ sterne, die 60 Lichtjahre entfernt sind. „Sterne, die so weit von uns abstehen, liegen an der äußersten Grenze des mensch⸗ lich Meßbaren, und von ihnen funkentele⸗ graphische Antwort zu bekommen(der Funke braucht 1¼ Sekunden zu dem Weg, für den ein großes Schiffgeschützgeschoß mit 760 Meter Anfangsgeschwindigkeit bei gleichblei⸗ bender Stärke 143 Stunden brauchen würde), müßte der Großvater seinem Enkelkinde über⸗ lassen“, sagt der Astronom Riem, dem diese Angaben entnommen sind. Aber:„das Licht der meisten Sterne der Milchstraße, die sich wie ein Band quer um den Himmel zieht und deren Durchmesser etwa 8000 Lichtjahre betragen mag, gebraucht wohl Jahrhun⸗ derte, vielleicht gar Jahrtausende, um zu unserer Erde zu gelangen.“ Und nun ein Beispiel nur aus der„Welt im Kleinen“. Das kleinste, von der Wissenschaft benutzte Längen⸗ maß, das Millimikron, ist der millionste Teil eines Millimeters. Ein Lichtjahr hat 9467 280 000 000 000 000 000 000 Milli⸗ kron! Wem noch nie schwindlig wurde, hei solchen Zahlen kann er's lernen. Im kikro⸗ wie im Mikrokosmos aber tut sich die gleiche Wunderwelt unfaßlicher Gesetz⸗ „ mäßigkeit und Ordnung, von den unsag⸗ baren Geheimnissen der großen wie der kleinsten Lebewelt zu geschweigen, auf. Wo ist der Mensch, der angesichts solcher ihn umwaltenden Himmel und Erden nicht in Ehrfurcht erbebte? In Ehrfurcht erbebte vorerst vor der Größe des Menschengeistes, dem es gegeben ward, in Unendlichkeiten des Weltalls zu dringen, kühn mit Unend⸗ lichkeitsziffern zu rechnen, die Gesetze des Unendlichen festzulegen und so den Begriff des Ewigen zu ahnen, ohne daß doch im Lauf seines Lebensganges das Gehäuse seiner Gehirnkammern zerschellt. Und wir sollten uns weigern, hinter diesem allgewaltigen Geschehen im Größ⸗ ten und Kleinsten in diesen erhabenen Ge⸗ setzen, die das Universum und den eigenen. Geist durchfluten, den Meister, den all mäch⸗ tag schöpferischen Geist, anzuerkennen, der sie gab, geben mußte?„Siehe gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? — Abraham glaubte dem Herrn und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit“, wußte schon ein Mose zu künden.„Lobet den Herrn! Er zählet die Sterne, und nennet sie alle mit Namen!“ singt der Psalmist. Selten ist, ihrem tiefsten Sinne nach, in kürzeren Worten eine majestätischere Wahr⸗ heit ausgesprochen worden. Und solch Urgeist allen Geistes, dem Lichtjahr und Milli⸗ mikron viel zu geringe Maße seiner All⸗ macht sind, der so unfaßlich ins Größte wie Kleinste dringt, sollte nicht fähig sein, in jedes Menschenherz zu blicken, seine Lust wie sein Leid zu ermessen und es an sein großes Herz zu ziehen? Soll Klopstock, der begnadete Sänger, nicht Recht behalten: „Der Welten erschuf, dort des 8015 sinkendes 0 Und den Staub hier voll Gewürmegedräng, wer ist der? Es ist Gott, es ist Gott, Vater, so rufen wir; Und unzählbar, die mit uns rufen, seid ihr!“ In Gewaltmärschen bis zur Marne. Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. Landgerichtsrat Trümpert, Gießen. (Fortsetzung.) Abends spät erhielt ich einen Becher Mehl⸗ suppe, sonst hatte ich außer dem Morgen⸗ kaffee nur etwas Zwieback und Chokolade, die ich vorgestern von meiner Frau erhalten hatte, genossen. Ich war sehr müde und ab⸗ gespannt, aber es kamen immer wieder neue Verwundete, die zum Teil in ihrem er⸗ regten Zustand sehr gesprächig waren. Ein verwundeter französischer Offizier komman⸗ dierte im Fieberdelirium ununterbrochen: „Chassez, chassez, chassez.“ Er starb in dem Hause. Im Nebenraum— die Türen waren ausgehängt und dienten als Ver⸗ bandstische— hatte Dr. Wolf aus Höchst am Main seine Verbandstelle eingerichtet, in der es bis mitten in der Nacht keine Ruhe gab. Er redete den Verwundeten freundlich zu, fragte, wo sie her seien und trug ihnen Grüße für die Heimat auf. Da kam mir zuerst der Gedanke, ich könnte viel⸗ leicht auch heimkommen. Wie herrlich wäre das! Darüber schlief ich ein. Heute sind die Schmerzen geringer, aber ich muß ganz ruhig auf dem Rücken liegen, kann mich nicht aufsetzen und, wenn ich nur den Kopf bewege, tut es sehr weh. Das Sani⸗ tätspersonal ist freundlich und aufmerksam. Die Franzosen scheinen zurückgeworfen zu sein; man hört nur fernen Kanonendonner. Um 12 Uhr bekomme ich einen Becher Kaffee, später eine gute Suppe, aber Brot ist keines da. Die leichter Verwundeten sind weg⸗ gebracht worden, ich liege nun allein in einem kahlen Raum auf Stroh. Es ist eine rechte Geduldsprobe. Hoffentlich kommt ein Sanitätswagen und bringt mich in ein Feldlazarett. Abends Suppe. Ich komme nicht fort. 17. 9. 1914. Gestern abend um 11 Uhr kam ein junger Arzt und fragte, wer eine Spritze haben wolle. Da ich vor Schmerzen nicht einschlafen konnte, ließ ich mir eine Morphiumspritze geben, aber um 2 Uhr war es mit dem Schlaf schon zu Ende. Käme ich doch in ein richtiges Lazarett, das Lager ist hier zu schlecht. Vormittags kam ich doch von Autry fort. Mit Hilfe zweier Sanitäter wurde ich zu⸗ sammen mit anderen Verwundeten und Kranken auf einem mit Plantuch überspann⸗ ten Kastenwagen verbracht; auf dem Brett neben mir saß ein armer Musketier, dessen Fuß zerschossen war. Um es einigermaßen aushalten zu können, hatte er das schlimme Bein über eine Stange gelegt, so daß der Fuß frei schwebte; vor mir lag ein Kanonier mit Lungenentzündung. Vor dem Orte sam⸗ melten sich etwa 20 Wagen mit solch trau⸗ rigen Lasten, und lange dauerte es, bis die Kolonne sich in Marsch setzte. In Grandpré wurde sie schon wieder angehalten, alle Wagen mußten geleert werden, da sie wieder nach vorne sollten. Auch in Grandpré waren alle dazu geeigneten Häuser mit Ver⸗ wundeten überfüllt; es war kaum besser wie in Autry. Wie gerne möchte ich weiter kom⸗ men. Auf einem kurzen Gang durch das Städtchen komme ich auch in die Kirche. Durch die buntbemalten Fenster fallen die Sonnenstrahlen in das Innere des Gottes- hauses, das einen freundlichen Eindruck macht. An einer Säule steht auf einem Posta⸗ ment die kriegerische Jungfrau von Orleans, — 138— die Sturmfahne in der Hand— man sieht sie sehr viel in Frankreich—, sie blickte auf viele leidende Menschen herab, die die Kirche füllen. Auf der Erde liegen auf Stroh die schwerer Verwundeten, während leicht Ver⸗ wundete in den Bänken kauern, alle voll Sehnsucht, bald nach der deutschen Heimat zurückgebracht zu werden. Ich traf hier zwei leichtverwundete Kanoniere meiner Batterie; wir waren über das. erfreut und fühlten uns nicht mehr so einsam und fremd. Nach mehr als 1¼ Jahren habe ich öfter Gottesdiensten in dieser Kirche beigewohnt. Von der unbequemen Fahrt recht ange⸗ griffen, gehe ich in ein herrschaftliches Haus, an dem die Flagge mit dem Roten Kreuz weht. Alle Räume liegen voll schwer Ver⸗ wundeter; welch eine Fülle der Schmerzen und des Jammers! Matt lasse ich mich in einem der Zimmer auf einen Stuhl nieder; gerne hätte ich mich hingelegt, aber es war kein Plätzchen mehr frei. Eine gute Suppe hebt die Lebensgeister etwas, aber auch hier gibt es nur ganz wenig Brot. Das Haus hat schöne große Räume und— das einzige⸗ mal, daß ich es in Frankreich sah— ein Klosett im Hause. Ein Feldwebel schreibt die Namen der Neuangekommenen auf. Als er den meinen hört, fragt er, ob ich aus Darmstadt sei, und es stellt sich heraus, daß er, wie mein Vater, aus der Wetterau stammt und in Darmstadt, wo er Schutz⸗ mann war, kannte. Feldwebel Dauernheim nimmt sich meiner freundlichst an, er ver⸗ schafft mir in der Nähe ein hübsches Zimmer mit gutem Bett, beauftragt auch einen Unter⸗ offizier, mir Nachtessen zu besorgen. Ich betrachte mich im Spiegel. Entzückt werden sie von meinem Aeußeren daheim nicht sein. Ein stachelhaariger Vollbart ist mir ge⸗ wachsen. Die Backen sind eingefallen, die Uniform blutbefleckt. Aber wie schön wäre es doch, wenn ich heim käme! Die vielen Sachen, die ich in den zehn Taschen meiner Uniform untergebracht hatte, und meinen Helm habe ich in Condé in einen weißen Kissenbezug stecken und zu einem Bündel drehen lassen, das ich nun mit mir trage, wie ein Flüchtling seine Habselig⸗ keiten. Da der Unteroffizier mich offenbar vergessen hat, lege ich mich mit Schmerzen und Hunger ins Bett, ein sauber gedecktes, weiches Bett. O, wie wohlig ruht es sich da! 18. 9. 1914. Ein Rechtsanwalt aus Wetz⸗ lar und der Bürgermeister von Langen⸗ selbold, die von meinem Hiersein gehört hatten, nahmen sich meiner gütigst an und sorgten für Essen. Auf der Straße redete mich Wirt Vollert von Gießen, der bei der Feldbäckerkolonne ist, an und besorgte mir Milch. Aber es bestand keine Aussicht, fort⸗ zukommen. In der Kirche, die auch voller Verwundeter liegt, treffe ich wieder meinen Batteriekameraden, der auch noch nicht weitergekommen ist. Auf dem Marktplaß erkenne ich einen alten Lehrer von mir, der als Ober mir ein Etappen mich un Auto m eine schr Stoß de Schmerz Gedanke und läß alte stei Auto hi geht es Vouziers Chemert nahe de da gibt e von hien 3/ Stur fahren. gehen,! nicht. E einer Le fährt, er Zu beob den Tri nen, die sturmleu Bahnan die in war mit Mit Bea Nach digen Ne 1870 ur Straße Schlafe öffneten und Ti Wir fa kunft u Heuböde müdung lieb. Am gehende ginnend Kaffee Kißner wodurch Dann u Suppe brühe u um 111 Ortes 7 zusamm Fassen fehl zu dumpfe näheren an sieht lickte auf ie Kirche troh die cht Ver⸗ alle voll Heimat hier zwei Batterie; reut und d fremd. ich öfter gewohnt. t ange⸗ es Haus, n Kreuz ver Ver⸗ chmerzen mich in nieder; res war e Suppe auch hier as Haus einzige⸗ „ e schreibt auf. Als ich aus aus, daß Wetterau r Schutz⸗ uernheim „er ver⸗ Zimmer en Unter⸗ gen. 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Es verkehren von hier noch keine Züge; nur von einem 5 Stunden entfernten Bahnhof kann man fahren. Doch so weit kann ich unmöglich gehen, Fahrgelegenheit dahin gibt es aber nicht. Ein bayerischer Bahnbeamter, der mit einer Leermaschine nach Montmédy zurück- fährt, erklärt sich bereit, mich mitzunehmen. Zu beobachten, wie es hinter den kämpfen⸗ den Truppen aussieht, die endlosen Kolon⸗ nen, die vor- und zurückfahren, die Land⸗ sturmleute, die die Etappenstraßen und Bahnanlagen bewachen, die Verwundeten, die in kleinen Trupps rückwärts streben, war mir neu und interessant. (Schluß folgt.) heftiger ward. Kürassiere, die hier lagen, ritten noch ruhig ihre Pferde zur Schwemme, bei uns wurde jetzt ausgeschritten. In Corny sahen wir die ersten Verwun⸗ deten, hauptsächlich Preußen, darunter auch rote Zietenhusaren. Als wir an der Brücke angelangt waren, legten wir die Tornister dicht links an ihr ab. Ich ließ mein kleines Umhängetäschchen, das ich trug, auch dort. Der Revolver wurde in die Tasche gesteckt, Regenmantel und Feldflasche blieben um⸗ gehängt. Die Mäntel mit Kochgeschirren wurden gleichermaßen von den Mannschaf⸗ ten umgehangen. Ein Korporal der Kom⸗ pagnie blieb bei den Tornistern zurück. Unterdessen ging eine Eskadron Reiter über die Brücke. Das erste Infanterie⸗Regi⸗ ment hatte sie bereits überschritten und legte die Tornister auf dem linken Mosel⸗ ufer, rechts von der Brücke, ab. Jetzt gingen auch wir im Eilschritt über die schwan⸗ kende Hängebrücke. Die nunmehr immer zahlreicher zurückströmenden Verwundeten verbreiteten die widersprechendsten Ge⸗ rüchte, bald, es stehe sehr gut, bald das Gegenteil. Mehr im Laufschritt als im Marsch ging es immer dem Kanonendonner zu. Bald sah man die Wölkchen der Gra⸗ naten über dem Walde aufsteigen. Bei No⸗ véant standen etwa 500 gefangene Fran⸗ zosen, für uns ein erfreulicher Anblick. Als wir eben von der Straße nach Gorze rechts abgebogen waren, mußten wir den Straßen⸗ mit den 116ern bei Gravelotte. Von Berthold Ebel.“ Bearbeitet und herausgegeben von Dr. Karl Esselborn. Nach einem sehr beschwerlichen fünfstün⸗ digen Nachtmarsche hatten wir am 15. August 1870 um 11 Uhr nachts das von der großen Straße abliegende Orny erreicht. Die im Schlafe liegenden Bewohner dieses Dorfes öffneten uns erst, nachdem ihnen Fenster und Türen eingeschlagen worden waren. Wir fanden nur eine jämmerliche Unter⸗ kunft und mußten uns teilweise sogar mit Heuböden begnügen. Bei der großen Er⸗ müdung nahmen wir aber gern damit vor⸗ lieb. Am andern Morgen verkündete die auf⸗ gehende Sonne schönes Wetter für den be⸗ ginnenden Tag. Wir tranken frühzeitig Kaffee in einem Zimmer bei Oberleutnant Kißner und spielten später in einem Garten, wodurch wir unsere Barschaft erleichterten. Dann wurde abgekocht. Kaum war aber die Suppe fertig, als Alarm ertönte. Die Fleisch⸗ brühe wurde noch im Stehen getrunken und um 11½ Uhr abgerückt. In der Nähe des Ortes Fey setzten wir die Gewehre zur Rast zusammen und sendeten Kommandos zum Fassen von Rotwein ab. Plötzlich kam Be⸗ sehl zum Weitermarsch, und bald ward dumpfer Kanonendonner hörbar, der, je näher wir Corny an der Mosel kamen, desto 7 erklommen hatten, ging es, Gorze zur damm räumen, um zwei Batterien unserer Artillerie im stärksten Trabe an uns vorbei⸗ ziehen zu lassen. Nachdem wir einen sehr steilen Abhang inken liegen lassend, nun wieder in einer Allee in gerader Richtung weiter. Wir vernahmen ein sehr heftiges Mitrailleusenfeuer, mit dessen Rasseln wir bis jetzt unbekannt waren. Die Mannschaften zeigten trotz des beschwer⸗ lichen Marsches einen außerordentlichen Eifer, der durch aufmunternde Worte, wie „das Heil des Tages hinge von unserem rechtzeitigen Eingreifen ab“, angefeuert wurde. Es wurde nunmehr wieder in den Wald rechts abgebogen und bald in Reihen, bald zu Einem, weiter ausgeschritten. Einzelne Verwundete und Gefangene kamen uns noch immer entgegen. Von dem Getöse des Kampfes schienen wir uns immer mehr zu entfernen, bis endlich das Feuer wieder deutlich hörbar wurde. Einzelne Chassepot⸗ geschosse knickten durch die Zweige. Ein Mann des Zuges stürzte plötzlich, wie vom Schlage gerührt, zusammen. Als wir ihn aufhoben, sahen wir, daß er durch den Kopf geschossen war.(Fortsetzung folgt.) *) Karl Theodor Berthold Ebel, geboren am 26. Dezember 1850 als Sohn des Landrichters Moritz Ebel zu Butzbgch, trat, nachdem er das Gießener Gymnasium mit — 140— dem Zeugnis der Reife verlassen hatte, am 1. April 1869 als Einjährig⸗ Freiwilliger in das 2. Infanterie⸗Regiment zu Gießen ein. Nach Beendigung seiner Dienstpflicht widmete er sich dem Studium der Rechte, bis ihn die Mobilmachung im Sommer 1870 zu den Waffen rief. Mit der 7. Kom⸗ pagnie des 2. Regiments machte er den Feldzug mit. Am 25. August wurde er zum Leutnant befördert. Nach Beendi⸗ gung des Krieges trat er als aktiver Offi⸗ zier in das 2. Infanterie⸗Regiment ein, ward am 13. Mai 1880 Oberleutnant und erhielt am 15. Dezember 1882 seinen Ab⸗ schied, um den er wegen eines Herzleidens gebeten hatte. Nachdem sich sein Leiden gebessert hatte, ward er am 30. November 1887 Bürgermeister der Gemeinde Dieunze in Lothringen. Diese Stelle bekleidete er bis zum 1. Oktober 1896; nach vorüber⸗ gehender Beschäftigung bei der Polizeidirek⸗ tion Metz ward er vom 1. Februar 1897 ab mit der Wahrnehmung der Geschäfte eines Kantonal-Polizeikommissars und Amtsanwalts in Schirmeck beauftragt und am 25. März 1898 zum Kaiserlichen Kan⸗ tonal⸗Polizeikommissar daselbst ernannt. Am 13. September 1899 erhielt er den Charakter als Hauptmann und wurde vom 16. November des gleichen Jahres ab als Polizeikommissar an die Polizeidirektion zu Metz versetzt. Dort war er bis zum Jahre 1907 tätig, wo er mit dem Charakter als Kaiserlicher Polizeiinspektor in den Ruhe⸗ stand trat. Die letzten Monate seines Le⸗ bens verbrachte er in Darmstadt. Dort erlag er seinem Herzleiden am 5. März 1908. Sein im Sommer 1873 durch⸗ gesehenes Tagebuch, das der folgenden Er⸗ zählung zugrunde liegt, wurde der Großh. Hofbibliothek überwiesen. Die vorliegende Bearbeitung rührt von dem Schwiegersohn Ebels, Herrn Landesbibliothekar Dr. Karl Esselborn in Darmstadt her, sie erweckt in lebendiger Weise die Erinnerung an die großen Ereignisse, die sich jetzt gerade vor 50 Jahren zugetragen haben. Uleine Mitteilungen. Am 15. d. Mts. verschied im 79. Lebens⸗ jahre der Geheime Kommerzienrat Dr. h. C. Siegmund Heichelheim. Wenn wir seiner hier gedenken, obwohl er kein Glied unserer evangelischen Kirchengemeinde war, sondern zur jüdischen Gemeinde gehörte, so geschieht dies mit gutem Grunde. Der Dahingeschie⸗ dene gehörte zu den Reichen dieser Welt, aber er hat seinen Reichtum in vorbild⸗ licher Weise verwendet, indem er fortwäh⸗ rend gemeinnützige Anstalten mit Gaben be⸗ dachte und der Armut zu Hilfe kam. Unsere Gießener kirchlichen Anstalten erfreuten sich jahrelang seiner Förderung und Unter⸗ stützung. Der Allgemeine Verein für Armen⸗ und Krankenpflege, der Wartburgberein und unsere beiden Kleinkinderschulen wurden all⸗ jährlich von ihm in namhafter Weise be⸗ schenkt; wenn eine Gemeindeschwester zu Geheimrat Heichelheim kam, um für Arme und Notleidende oder für die Weihnachts⸗ bescherung Armer und Kranker eine Bitte vorzutragen, so klopfte sie nicht vergebens an seine Tür. Er hat jedoch nicht nur mit Geld unterstützt, sondern unseren Anstalten auch sein Interesse zugewendet, so nahm er noch vor zwei Jahren an einer Weihnachtsfeier der Elisabeth⸗Kleinkinderschule teil. Im per⸗ sönlichen Leben war Heichelheim von außer⸗ ordentlicher Güte und Zuvorkommenheit. Vielleicht hat er das Wort des Apostels Paulus:„Einer komme dem anderen mit Ehrerbietung zuvor“ nicht gekannt, aber er hat nach ihm gehandelt. Freundlichkeit und Höflichkeit waren ihm zur zweiten Natur geworden, völlig fern lag es ihm, hierbei einen Unterschied zwischen reich und arm, zwischen hoch und niedrig zu machen. Ein starkes Gefühl für Pietät lebte in dem Manne, besonders als er alt geworden war. Seiner Eltern und seiner dahingeschiedenen Ehegattin gedachte er stets in rührender Weise. Nicht vergessen soll auch sein, daß Heichelheim jahrelang ein treuer Abonnent und Freund des„Sonntagsgrußes“ war, und er las, wie er dem Herausgeber einmal sagte, nicht nur die„Bilder und Geschichten aus Alt⸗Gießen“, sondern alles, was das Blatt brachte. Kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 5. Sept., 14. n. Trinitatis. Kollekte für die Kaiser⸗Wilhelm⸗Stiftung zugunsten deutscher Kriegsinvaliden. (Sedankollekte.) In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Markusgemeinde: Pfarrer Becker.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Vormittags 9 Uhr: Pfarr⸗ assistent Ramge.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarr⸗ assistent Ramge.— Abends 8 Uhr: Bibel⸗ besprechung im Johannessaal: Pfarrer Mahr.* Wartburg⸗Verein. Auf vielseitigen Wunsch werden die für den 5. September vorgesehenen Ausflüge auf den 12. September verlegt.— Sonntag, den 5. September: Nachm. Wald⸗ wanderung. Abmarsch 2 Uhr vom Heim. Bei ungünstigem Wetter Unterhaltung im Heim. Abends 8 Uhr: Vortrag im Heim.— Betr. Singstunde. Da unser Dirigent bis 15. September abwesend ist, findet Diens⸗ tag, den 21. September die nächste Sing⸗ stunde statt. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerel R. Lange, Gießen. Lor! Spie aber In He gessenen, Aermel“ Brief an licher, re dender 6 gehabt,“ fern von auf. So darum de ihn nicht Nachdenk philosoph Wirklichk wesen al befallen 1 je in sein Gottes se gleichen und nur auch sein Den Mu zu beten, er ihn danke, ein uns wohl innerung zu beten nur annä heit, mit materiell mündlich wenn wir Und di Menschen gehört al finden de Ebenso w als dem mittelbar schon vor mit Mose wie Pau einen Sp 950 von höchste u Wesen de Gemeinsch ist. Uebe gleich ins Geist, sell wir uns