Theater⸗ ie einen bst ihrer piritisti⸗ em eine den war, ed herum. eschichten zeichen.“ e Jahr⸗ estanden Nannes⸗ 1 Jakob en über⸗ nsitz hat. H. B. Jahres gelischer id seines s er am eich ab⸗ um eine jewissen⸗ ernster, die der 5 bereits Heneral⸗ ahm am. tschlie⸗ ) Jahre an dem tage in in Gott 'ensrecht Erwar⸗ ter Lan⸗ nächst⸗ cher Ge⸗ deutung un wer⸗ u einer er nach⸗ initatis. hristen⸗ ius der Vorm. Kinder⸗ de: Pfr. abends r Män⸗ nde im Themas Vorm. voraus⸗ Kinder⸗ zechtols⸗ srechung ndruckerei onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 26 Gießen, 5. Sonnt. n. Trin itatis, den 4. Juli 1920 9. Jahrg. vom heimatglück der Kinderseele. Von Heinrich Schaefer. Evangelium des Matthäus 18, 10. Sehet zu, daß ihr nicht jemand dieser Kleinen ver⸗ achtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Ich sehe nichts lieber als Kinderaugen, wenn sie zur heiligen Weihnachtszeit in ihrer stillen herzensreinen Gläubigkeit auf den Lichterbaum gerichtet sind. Und wenn im unverwandten Schauen die frohen Lieder vom Kindlein in der Krippe hell und herzlich von den jungen Lippen klingen, dann ist es mir, als würde ich selbst mitgerissen in ein anderes Land, das nicht von dieser Welt ist. Sie haben fürwahr eine stille und lichte Heimat, die lieben, kleinen Seelen. Sie leben in einem anderen Reiche als wir, die wir uns oft vor lauter Not, Jammer und Sünde nicht zu helfen und zu retten wissen. Sie haben ein verborgenes schönes Vaterland und werden getragen und gehalten von ewigen Vaterarmen, während wir freiwillig und unfreiwillig heimatlos geworden sind und umherirren wie in einer dunklen Fremde. Gerade dann, wenn sie vom Licht ihres heiligsten Festes umflossen sind und ihre schönsten Lieder von den Lippen und aus den Herzen klingen, gerade dann sehen wir am deut'ichsten, wie ei Hei matluft sie umweht, und wie sie in inniger Berührung stehen mit der ewigen Lebens⸗ quelle, aus der sie wie frische Brünnlein geflossen sind. O du reines und heiliges Heimatglück der Kinderseele! Wer könnte es übers Herz brin⸗ gen, sich nicht vor dir zu beugen in frohem Dank und in stummer Sehnsucht? Oder wer könnte es wagen, dein strahlendes Bild, wenn auch nur mit dem leisesten Hauch, zu trüben? Oder wer könnte gar den Mut finden zu der grausamen Freveltat, die jungen Seelen aus dem Lichtreich ihrer heiligen Heimat zu führen und sie hinauszu⸗ stoßen in die kalte, dunkle Nacht? Für die, welche es fertig brächten, zu solcher Tat Hand und Fuß zu regen, gibt es kein mil⸗ deres Wort als jenes durch Blut geheiligte Gebet: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Und doch geschieht das Unerhörte in un⸗ seren wirren Tagen. Wer es fassen kann, der fasse es; ich fasse es nicht. Es gibt keine Mutter, die still schwiege, wenn du ihrem Kinde ein liebes Spielzeug eine wundersame Hei⸗ entreißen wolltest; aber es gibt viele Mütter, die keinen Finger darum rühren, wenn ihren Kindern das Beste, das Heimatglück der Seele, genommen wird; ja es gibt deren genug, die selber mit Hand anlegen, das erbarmungslose Werk zu vollbringen. Ich wüßte keinen Vater, der nicht Geld und Gut und alles daran wagen würde, um seinem Kinde in Gefahr das Leben zu retten; aber ich weiß viele, die nichts da⸗ gegen tun, wenn das innerste Seelenleben in ihren Kindern langsam ertötet wird, ja ich weiß deren genug, die noch dabei helfen, daß es gründlich geschieht. Vater und Mutter? Ja, gewiß! Es sind Vater und Mutter, die sich zusammentun, um religionslose Schüler zu schaffen für ihre Kinder. Sie tun es im Namen des Rechts. Jedem sein Recht! So heißt ihr Feldgeschrei. Aber das heilige, angestammte, verbriefte Recht der Kinderseelen auf das Heimatglück der Religion treten sie mit Füßen! Die reinste Sonne des Lebens soll diesen Kleinen nicht scheinen. Im Schatten sollen sie wach⸗ sen. So wollen es ihre Väter und Mütter? Ja, ihre Väter und Mütter! Was soll man tun gegen diese unerhörte Vergewaltigung des heiligsten Kindesrechts? Nichts als dies: Wo Väter und Mütter rechter Art sind, da sollen sie mit doppeltem Eifer und drei⸗ facher Treue über ihren 1 wachen und ihre ewigen Rechte hüten und pflegen, nicht zum wenigsten mit ihrem eigenen Bei⸗ spiel und Vorbild. Wo Lehrer und Lehrerinnen sind voll wahrer Liebe zu ihren hilflosen Schützlingen, da sollen sie die stille Heimatswelt der Kinderseele doppelt heilig halten und mit um so frischerem Leben erfüllen, damit den Kleinen ihre Seelenheimat lieb und heimisch bleibe. Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 24. Eine Erinnecung an das dritte mittelrheinische Turnfest und das Gefsangfest des Deutschen Sängerbundes am 17., 18. und 19. August 1862 in Gießen. Nach den mißlungenen Freiheits⸗ und Einheitsbestrebungen des Jahres 1848 hatte sich unser deutsches Volk unter dem Druck scharfer polizeilicher Maßregelungen während der Reaktionszeit einer großen Teilnahm⸗ losigkeit hingegeben. Erst gegen Ende der fünfziger Jahre war ein Wiedererwachen 9 — 102— bereitungen in tatkräftigster Weise in An⸗ griff genommen werden. Auf dem oberen Brand(jetzt Landgraf⸗Philipps⸗Platz; wurde f. bemerkbar, das vorzugsweise am sichtlichen Erstarken der Vereine und am Wiederauf⸗ leben der Teilnahme am öffentlichen Leben Ausdruck fand. In unserer Stadt hatte hauptsächlich der Turnverein, der einige Jahre verboten war, unter der Leitung hervorragend tüchtiger Männer wieder einen meuen, aber um so nachhaltigeren Aufschwung genommen. Nicht allein junge Bürger und Arbeiter, auch Angestellte, Advokaten, Aerzte und Professoren, sowie viele Studenten waren beigetreten. Unter den letzteren die Bur⸗ schenschaft„Germania“ in ihrer gesamten Stärke, schon damals eine stattliche Verbin⸗ dung, deren Mitglieder zum Teil später zu hohen Aemtern und Würden gelangten Diese alle nahmen nicht nur Teil an den Leibes⸗ übungen, die von dem trefflichen und von seinen Schülern sehr verehrten Turnlehrer Christoph Rübsamen mit großem Verständ⸗ nis und mit Sachkenntnis geleitet wurden, sie beteiligten sich auch an allen Versamm⸗ lungen und geselligen Zusammenkünften, in welchen die Liebe zum Vaterland geweckt und gepflegt wurde, so daß der Verkehr in diesem Verein nicht nur eine Kräftigung des Kör⸗ pers bewirkte, sondern auch auf die Bildung des Geistes durch anregende und genuß⸗ reiche Stunden einen wohltätigen Einfluß ausübte. Auf dem ersten Turnfest des Mittelrhein⸗ kreises, der von Koblenz bis über die Pfalz hinaus sich erstreckte und von Lothringen bis nach Koburg reichte, hatten 1860 in Offenbach Georg Lotz und 1861 in Oberstein Wilhelm Nehmeyer, beide von hier, beim Wetturnen die ersten Preise davongetragen. Der Gießener Turnverein gelangte dadurch zu Ansehen und Ruf, daher beschloß der Turntag, für das nächstfolgende Jahr Gießen zum Vorort zu ernennen und ihm die Ab⸗ haltung des dritten Bundesfestes aufzu⸗ erlegen. Wie aber im Leben neben Licht sich auch Schatten zeigen, so hatte im Volk ein großes Verlangen nach der langentbehrten Freuden und nach Lustbarkeit Platz gegriffen, und bei den Vereinen hatte sich bereits ein Drang, möglichst viel Feste zu feiern, fühlbar ge⸗ macht, der sich später noch bis zum Uebermaß steigerte. Daher geschah es, daß den hiesigen Sängern fast zu gleicher Zeit die Abhaltung eines größeren Bundesfestes angeboten und von diesen auch angenommen wurde. Aller⸗ dings war dieses für ein Jahr etwas zu viel für unsere Stadt, aber kein Teil wollte wieder zurücktreten. Die Schwierigkeiten, die sich hieraus ergaben, waren unverkennbar, und nur dem guten Willen und der Einsicht der beiden Festausschüsse war es zu danken, daß schließlich eine Lösung gefunden und eine Einigung erzielt wurde. Das große Unter⸗ nehmen sollte im Hinblick auf die opferwillige Bereitschaft aller Einwohner als ein gemein⸗ schaftliches Fest angesehen und gemeinsam durchgeführt werden. Nun konnten alle Vor⸗ eine großartige Festhalle erbaut, die den größten Teil des Platzes einnahm und viele kausend Menschen faßte. Oswaldsgarten wurde zum Festplatz hergerichtet, die er⸗ forderlichen Turngeräte wurden dort auf⸗ gestellt und Tribünen für die Sänger und die zuschauenden Gäste errichtet. Ein jeder half, wo er nur helfen konnte, soweit es seine Zeit und seine Kräfte erlaubten, um dem bevorstehenden Feste einen schönen und wür⸗ ö digen Abschluß zu sichern. Ueber den glänzenden Verlauf des Festes brachte der„Wetterauer Bote“ einen aus⸗ führlichen Bericht, aus dem das Geeignete entnommen und mit den eigenen Erinne⸗ rungen verknüpft, benutzt ist. Die Verbindung zweier Feste von wesent⸗ lich verschiedenem Charakter in einer ver⸗ hältnismäßig kleinen Stadt mußte so un⸗ verkennbare Bedenken bieten, daß nur das lebhafteste Interesse, die opferwilligste Be⸗ teiligung aller Einwohner der Stadt, sie zu lesiegen imstande sein konnte. Die allseitigs Teilnahme für das Fest ist aber hier in einer Weise eingetreten, die alle f f Erwartungen überbot. Durch die herrliche Ausschmückung bei, dessen als eine wo Konzert un Ehrenreiter durch die g der Verbandes das deuts einen impo vereine, gr Pfeifern, d staat und tümlich ge leinenen E Fahnen, O stattlichen und Kano schritten, die losen Fahnen, w Der groß mit da schw Laubwerk, der Stadt, die uneigennützige Mitwirkung bei den Festveranstaltungen und durch die herzliche Aufnahme der Gäste haben sich die Bewohner selbst geehrt. 5 Die Bahnzüge brachten schon am Samstag zahlreiche Turner, und es bewegte sich ein ansehnlicher Zug mit Fahnen und Musik durch die Stadt in das Leibsche Lokal, wo die Austeilung der Festkarten und Quartier⸗ billetts stattfand. In der prachtvollen, glän⸗ zend erleuchteten Festhalle, in welcher die Wappen sämtlicher Städte des Bezirksver⸗ bandes angebracht waren, wurden die Ver⸗ einsfahnen aufgepflanzt. Die Turner, die sich inzwischen in großer Anzahl versammelt hatten, wurden dort vom ersten Sprecher Herrn Hof⸗ des Gießener Turnvereins, gerichtsadvokaten Weber, und namens der Stadt von Herrn Beigeordneten Ferber be⸗ grüßt, und es zeigte sich schon an den dicht besetzten Tischen die freudigste Stimmung und lebhafteste Unterhaltung, die bis über Mitternacht währte. Am Sonntag früh kamen zu Fuß und zu 3 Wagen, zumeist aber mit der Bahn die übrigen Sänger⸗ und Turnvereine mit ihren Trommlern und Musikchören in die Stadt und zogen nach Empfangnahme ihrer Karten nach dem Brand in die Festhalle, um auch ihre Fahnen dort aufzustellen. Mit dem ersten Nachmittagszug kam Prinz Ludwig Gemahlin, Prinzessin mit seiner jungen 17 94 Alice, sowie Prinz Alexander mit Gemahlin und nahmen im Einhorn Absteigequartier. Die Herrschaften wohnten alsdann dem um 2 Uhr in der Festhalle beginnenden Konzert herabregnet „Gut Heil“ wahrhaft Es hatte sie schmückten in die Da aus denen menge aus eingefunden lich die vie leute und Mädchen ar oder auf 9 nommen ha schenmenge rung vonste guten Halt! Unordnung Urgrof Von Eines A vorbei, das nicht Bachs Fußspitzen woher die „Das ist j Lehrer spi hören.“ U terin versc ling hinein stand vor schend still da blickte e die teils n lauschend i seiner Mi gestalt sei die von de gen des 9 in An⸗ n oberen tz) wurde die den und viele dsgarten die er- ort auf⸗ v und die der half, es seine um dem ind wür⸗ s Festes ten aus⸗ Beeignete Erinne⸗ mwesent⸗ ner ver⸗ so un⸗ nur das gste Be⸗ t, sie zu allseitige in einer rtungen mückung twirkung urch die ben sich Samstag sich ein ) Musik „ wo die uartier⸗ n, glän⸗ cher die zirksver⸗ hie Ver⸗ ner, die sammelt Sprecher n Hof⸗ ens der rber be⸗ en dicht immung his über . 1 und z ahn die lit ihren e Stadt Karten im auch it dem Ludwig rinzessin emahlin Uartier. dem um Konzert 103 bei, dessen Ausführung in jeder Beziehung als eine wohlgelungene anzusehen war. Der große Festzug bewegte sich nach dem Konzert um 4 Uhr unter dem Vortritt von Ehrenreitern mit dem Banner der Stadt durch die Hauptstraßen nach dem Festplatz, der mit den Standarten der Länder des Verbandes geschmückt war, über allen wehte das deutsche Banner. Der Zug gewährte einen imposanten Anblick, die vielen Turn⸗ vereine, größtenteils mit Trommlern und Pfeifern, die Sänger, welche im Sonntags⸗ staat und in gravitätischer Haltung eigen⸗ tümlich gegen die beweglichen Turner im leinenen Gewand abstachen, die zahllosen Fahnen, Standarten und Abzeichen, die stattlichen Züge der Studenten, die in Koller und Kanonen und mit Schlägern daher⸗ schritten, die brausenden Musikchöre, die zahl⸗ losen schwarzrotgoldenen und rotweißen Fahnen, welche von den mit Girlanden, Laubwerk, Bäumen und Transparenten ge⸗ schmückten Häusern herabwallten, die bis in die Dachluken hinauf besetzten Fenster, aus denen es von schöner Hand Blumen herabregnete, das fortwährend donnernde „Gut Heil“— das alles zusammen gab ein wahrhaft großartiges und reizendes Bild. Es hatte sich eine ganz fabelhafte Menschen⸗ menge aus weiter und naher Umgebung eingefunden. Den Fremden fielen nament⸗ lich die vielen blauen Kittel der Bauers⸗ leute und die Stumpröcke der Weiber und Mädchen auf, die in langen Reihen standen oder auf Mauern nebeneinander Platz ge⸗ nommen hatten. Trotz der ungeheuren Men⸗ schenmenge ging der Zug ohne jede Hinde⸗ rung vonstatten, und man konnte dank der guten Haltung des Publikums nirgends eine Unordnung oder Störung bemerken. (Schluß folgt.) Urgroßtantens Raritätenschrank. Von Helma Esselborn. (Fortsetzung.) Eines Abends, da ging ein lachend Kind vorbei, das blieb erstaunt stehen.„Sind das nicht Bachsche Fugen?“ Es reckte sich auf die Fußspitzen und lugte in das kleine Gärtchen, woher die wohlbekannten Klänge kamen. „Das ist ja himmlisch, Fräulein, der neue Lehrer spielt Bach, das muß ich näher hören.“ Und ehe sich's die ältere Beglei⸗ terin versah, flog der muntere Schmetter⸗ ling hinein in das bunte Blütenmeer und stand vor der kleinen Geisblattlaube lau⸗ schend still. Als der Geiger endlich aufsah, da blickte er in zwei strahlend blaue Augen, die teils neugierig forschend, teils andächtig lauschend ihn ansahen. Noch ganz im Banne seiner Musik, glaubte er, eine Sylphen⸗ gestalt sei niedergestiegen und hilflos blickten die von der Brille bedeckten weltfernen Au⸗ gen des Fridolin auf die zierliche Gestalt, die im geblümten Sommerkleidchen den gro⸗ ßen Hut, mit Wiesenblumen gefüllt, am Arm, anmutig an der Laube lehnte. Seine Hilflosigkeit machte, daß sich in ihr die Dame regte, und mit leichtgekräuselter Oberlippe bat sie korrekt um Verzeihung der Störung und erklärte ihm, der immer noch keine Worte fand, daß sie, als sie Bach erkannt habe, nicht hätte widerstehen kön⸗ nen, einzutreten. Gleichzeitig gab sie sich als die Tochter des Grafen, der in der Nähe ein Waldschlößchen besaß und der Patron des Dörfchens war, zu erkennen. „Mein guter Geist, Fräulein Schmidt,“ damit stellte sie ihre Begleiterin vor, die mit vorwurfsvoller Miene der ganzen Sache zugeschaut hatte. „Komtesse, wir müssen gehen!“ Diese leise bestimmte Mahnung brachte die peinliche einseitige Unterhaltung zu Ende. „Ja, ja, Schmidtin, ich weiß schon, wenn's schön wird, muß ich immer gehen. Aber ich komme wieder!“ Damit warf das über⸗ mütige Ding dem jungen Lehrer lachend eine Kußhand zu und schnell, wie sie her⸗ eingeflattert war, war sie auch wieder ver⸗ schwunden. Tage vergingen.„Ich komme wieder!“ hatte sie versprochen. Sinnend sah Fridolin auf seine Geige, und unbewußt zogen Abend für Abend die Bachschen Fugen durch sein Gärtlein. Aber die holde Besucherin blieb fern. Forschend sah das Muttel den großen Buben an.„Was hatte er nur? War's Aerger in der Schule? Ach nein, die Kinder hingen an dem neuen Lehrer wie die Kletten und lernten fleißig wie nie zuvor, schon um ihm Freude zu machen. War's das alte Leiden?“ Fridolin hatte schon als Kind leicht mit der Lunge zu tun gehabt, und seine Mutter war deshalb gar ängstlich mit dem Sohn, der ihr als einziges von meh⸗ reren Kindern geblieben und, seit der Vater tot, ihr ein und alles war. Da kam eines Tages ein feiner Brief ins Haus. Muttel hatte noch niemals so schönes Papier gesehen, das so fein roch. Daß es so etwas gab, das hatte sie nur mal in Büchern gelesen, in den wenigen, die sie heimlich durchgeschmökt hatte, als sie noch jung war; und das war immer nie so was Rechtes ge⸗ wesen, was solche Briefchen schrieb. Miß⸗ trauisch betrachtete sie den Umschlag. Eine Krone war darauf, und die Aufschrift lau⸗ tete an ihren Sohn. Das war nicht ganz geheuer. Schließlich ließ sie den Brief in ihrer großen Schürzentasche verschwinden. Als der Fridolin heimkam, da stellte sich das Muttel in Positur. Mit energischem Ruck setzte sie die immer schief sitzende Haube gerade und stemmte beide Arme in die Seiten.„Sag mal, mein Junge, wer schreibt dir Briefe, die riechen wie Rosen und Veil⸗ chen?“ Verständnislos blickt sie ihr Fridolin an, und als seine Mutter diesen Blick sah, da wurde die Stimmung ungleich sanfter. — 104— „Hier greif mal in die Schürzentasche, ihm auf einmal merkwürdig eng wird, wäh⸗ ich habe nasse Hände!“ Schnell zog Fridolin rend Fräulein Schmidt gleichgültig kerzen⸗ das Schreiben heraus, und bedächtig be⸗ gerade in der Sofaecke sitzt und bald mit trachteten Mutter und Sohn das Aeußere dem rechten und bald mit dem linken Auge des Briefes.„Mach auf!“ befahl sie endlich, schläft. und Fridolin folgte als guter gehorsamer Jetzt steht Fridolin von neuem vor seinem Sohn. Es war eine Aufforderung des Gra⸗ Patron; die große Hornbrille hat er vor fen an den jungen Lehrer, sich seinem Pa⸗ den kurzsichtigen Augen, den Zylinder hält tron, der für einige Wochen in dem Wald⸗ er schüchtern in der Hand und verbeugt sich schlößchen anwesend sei, vorzustellen. unbeholfen.„Auf Wiedersehen, mein Lieber, Das Muttel ist in großer Aufregung, ob auch der schwarze Rock ohne Stäubchen ist. Er stammt noch vom Vater selig, aber der Gevatter Schneider hatte ihn mit gutem am nächsten Donnerstag, aber nicht so feier⸗ lich!“ Lachend winkt Agathe mit der Hand, dann hängt sie sich bei dem Vater ein. „Papa, er ist fürchterlich, aber er spielt Willen für Fridolins schmächtige Gestalt himmlisch!“ zurechtgestutzt. Doch ist er immer noch fürs Erleichtert atmet der Graf auf, und be⸗ Wachsen, besonders in die Breite, berechnet. ruhigt denkt er:„Laß dem Kind die Freude Der Zylinder ist zwar ein nicht eben neues er ist wirklich ungefährlich. Gönnen wit Modell, aber doch gut erhalten und fein dem Wildfang ein paar Wochen Freiheit, bis gebürstet. Tadellos weiß und adrett sitzt das ihr Verlobter zurückkommt und die Ehe⸗ frisch gestärkte Hemd. Das ist seiner Mutter fesseln sie dann bald umfangen werden.“ Stolz: ihre Wäsche erkennt sie aus hunderten(Fortsetzung folgt.) heraus, und befriedigt überblickt sie ihr Werk. 5 et 12 55 e Aan ee Kleine Mitteilungen. chuhe! Die sind ein wenig eng geworden, S 27. Juni Pia aber man kann die Knöpfe ja offen lassen! assiste e 7 n Pfan N g Pe. ssistent Karl Ramge durch Dekan Gußmann Lachend begleitet die glückliche Mutter den aus Kirchberg in der Johanneskirche ordi⸗ großen Sohn bis an das Gittertürchen, und niert und in seinen Dienst eingewiesen 1 fie W e 1155 1 2 5 g n er si e 1 1 5 5 1 915 5 10 15 i der 922 Einige Versehen in der letzten Nr. unseres geh in, 0 I„ El Derr Gem deb 5 5 4 oo N Lehrer! Schmunzelnd trippelt das Altchen 1 6 lattes sind, richtigzustellen. In dem ins Haus zurück zu seiner Arbeit. Artikel„Der Regen“ muß es in Z. 14 v. u. ridolin terdessen i 6 1. anstatt„Pfingstmontag“„Pfingstsonntag“ 8105 rener e hn e os ihn beißen. da, wo in dem Artikel über die verwundert betrachtet. Er hat sich den Lehrer Familie Pistor 0 den Selbstmordversuß mal kommen lassen, ehe er seine Erlaubnis 4 5985 i die Rede ist, muß zum gemeinsamen Musizieren, um die ihn sch natürli dee. Hilfe„ge⸗ Agathe, seine Tochter, schon seit Tagen schllend Le 0. e hat, Endlich quält, geben wollte. Ein paar höfliche Fra⸗ e eser S. 99, 1. Spalte Z. 14 v. u. gen, die Fridolin schüchtern, aber korrekt be⸗ e. auf die Bahn“ einsetzen antwortet, dann liebenswürdig überleitend:““ ussicht auf die Lahn f „Sie musizieren auch? Meine Tochter er⸗ Mi 5 5 5 zählte mir davon. Wollen wir zu ihr hin⸗ Mit dem interessanten, in dieser Nr. ent⸗ übergehen, sie wird Sie gerne begrüßen!“ haltenen Artikel des aus eigener Erinnerung Eine zustimmende Verbeugung ist alles, schöpfenden Herrn Heinrich Hochstätter sen. was Fridolin fertig bringt. Das Herz klopft über das Fest des Jahres 1862 bitten wir ihm bis zum Hals herauf, und ehe er sich's versieht, steht er vor der Komtesse, die ihn mit übermütigem Blick mustert. t cm 715 kann 15 an or⸗ aulen,“ äußert der gewissenhafte Vater 8 1 2 nebenbei zu Fräulein Schmidt, die als Kirchliche Anzeigen. Statistin wie immer dem Besuche bei⸗ Sonntag, den 4. Juli, 5. nach Trinitatis. wohnt. Ein automatenhaftes„Wie der Herr Kollekte für die evang. Gemeinden im Osten. Graf befehlen“ ist die Antwort. Stadtkirche. Vorm. 8 Uhr, zugl. Christen⸗ „Sie bleiben zum Tee!.“ bestimmt die lehre für die Neukonfirmierten aus der Nr. 33, aus der Chronik des Pfarrers Land⸗ mann über denselben Gegenstand veröffent- licht haben. junge Dame wie selbstverständlich,„dann Matthäusgemeinde: Pfr. Mahr. 97: musizieren wir. Hier ist meines Bruders Pfr. Becker.— 2 5 Kinderkirche für die Geige.“ Markusgemeinde: Pfr. Becker. Als eine Stunde später Fridolin, die Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr, zugleich Geige an der Wange, am Fenster lehnt; und Christenlehre für die Neukonfirmierten aus Zeit und Welt um sich her vergessend, der Lukasgemeinde: Pfr. Bechtolsheimer.— spielt, und die junge Gräfin, ganz be⸗ 9½: Pfarrassistent Ramge.— 11: Kinder⸗ fangen, nur Augen für den Geiger hat, da kirche für die Johannesgemeinde: Pfarr- greift sich der Graf nach dem Halskragen, der assistent Ramge. Berantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druch und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange, Gießen. zu vergleichen, was wir im Jahrgang 1918, Geme Mr 27 Psalm 19 eine men Rosen Buschwer Friedhof im Fluß hängen an zieht die führende gesetzten den Gott Wind, un Ackerland Weit deh allmählich Ich ging die Stätt ruhen. F voneinan mehr na der Ort, Lazarette fen. Besot uns im l Franzoser setten un kränzen neben der „mort pe der Deu Blumen Nicht we fallenen Tannen Enkelsöhr ihren T Politik v Als ie durchschr Ich las: kasow, A Einige S „Pionier der Eng der Frar der Hau! dicht nel sich ein gesellt, k ruf drir Wind f Mensche⸗ sprechen in der 2 Kämpfer