Hände unter ten müßtest, eise:„Mein r von Un⸗ es und doch einer Seele nds 8 Uhr, der Heilig⸗ fritz Schink chin in der veranstaltet Karwoche nserer Ge⸗ Tagen das weihevolle uhigen zu e melden, des Kon⸗ Beifall und 4, 3 und nhandlung er Ludwig e der poli⸗ Woche mit d Bet⸗ Prof. D. r; 6 Pfr. olsheimer, Pfr. Aus⸗ irmanden⸗ nengottes⸗ ihls, Pfr. is(Kirch⸗ r das hl. tk. 8 Kir⸗ u. d. Al⸗ April. l. Abend⸗ u. Prüfg. zem. Pfr. [d, Feier idtk. 9½ , zecker.— ier d. hl. Bechtols⸗ eindruckerei onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 13 Gießen, Ostern, den 4. April 1920 9. Jahrg. Ostern. 1. Kor. 15, 20. Nun aber ist Christus auf⸗ erstanden von den Toten und der Erst⸗ ling geworden unter denen, die da schlafen. Zur Osterzeit lenken sich die Blicke so gern auf die grünenden Felder, in die keimende Natur. Aber die Menschen unter dem Licht der Ostersonne zu betrachten ist bedeutsamer. Ich sehe ihr Leben und sehe ein zwiefaches Bild. Das eine eine Kette. Dreihundertfünf⸗ undsechzig Tage aneinandergereiht, Last und Lust, und das 70mal oder wenn's hoch kommt, 8omal und die Kette ist zu Ende. Sie hat getan, was eine Kette tut: gefesselt, gedrückt.— Und ich sah den Lebensweg anderer, die ich Ostermenschen nennen möchte. Eine Leiter sah ich hinabreichen in ihr Leben. Und ich sah sie die Sprossen hinaufkllimmen. Mühsam. Aber es ging empor. Es war ein gesegneter Weg. Die Leiter sind schon Engel hinaufgestiegen. Sie reicht in den Himmel. Ueber dem Leben der Alltäglichkeit, den Mühen und Sorgen, blühte ihnen ein anderes Leben. Das wuchs aus der Lebensgemeinschaft mit dem Auf⸗ erstandenen. Es war ein Sichselbstüber⸗ winden, ein Liebeerweisen, ein Frieden⸗ stiften, ein Tragen und Gernvergeben, ein Werben um Menschenseelen für den Himmel. Wieviel Osterfeiern habe ich zugesehen am Grabe, das man an der Osterstätte zu Jerusalem errichtet hat und in den weiten Hallen von St. Peter und in den Heimat⸗ kirchen. Aber wie wenig Ostermenschen sind mir erst begegnet, Menschen mit neuem Leben. Fast alle gingen die alten Bahnen weiter. Keiner wollte die Leiter empor⸗ klimmen. Aber in den Himmel kommen woll⸗ ten sie alle. Sie meinten, es gehe zuletzt, wie der alte Frommel sagt, mit einem salto mortale, und einem wunderbaren Ruck. Ja, der Ruck kommt, aber er reißt nur ins Grab, nicht in den Himmel. Nur Ostermenschen erfahren eine Auferstehung zum Leben. Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er nicht in das Reich Gottes kommen! Daß viele über dem Wort so ruhig schlafen können, hat mich immer gewundert. Auch Goethe ahnt, daß nach dieser Richtung die Schatten seines Lebens liegen. Den Freunden ins Stamm⸗ buch schreibt er nach ernsten Gesprächen als scheidender Gast: Und solang du das nicht hast, dieses Stirb! und Werdel, bist du Aber die Ostermenschen, die auf ihrer mühseligen Leiter emporklimmen, leben nicht nur von Hoffnung. Man erkennt sie geradezu daran, daß sie fröhliche Menschen sind. Als ich ein Junge war, ging ich einmal über die weite Heide und hörte in der Ein⸗ samteit fernen Gesang. Als ich um die Waldecke bog, sah ich einen alten Mann, wie er den schwer beladenen Karren durch den tiefen Sand schob. Der Schweiß perlte ihm von der Stirn und er sang:„Himmelan geht unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden,“ das ganze Lied. Der Eindruck von dem schweißtriefenden Mann und dem hellen Gesang hat sich mir tief eingeprägt. Ich dachte, wie er doch so singen mochte, da er daheim eine kranke Frau und eine irr⸗ sinnige Tochter hatte.— Es gibt viele solche wunderlichen Sänger. Solch einer war der Pfarrer zu Kemnitz in der Lausitz, Johann Mentzer. Als ihm in einer Nacht mit seinem Pfarrhaus sein und der Seinen ganzes Hab und Gut abgebrannt war, wel⸗ ches Lied dichtete er doch am folgenden Morgen? O daß ich tausend Zulfigen hätte Und einen tausendfachest. Mund, So stimmt ich damit um die Wette Aus allertiefstem Herzensgrund Ein Loblied nach dem andern an, Von dem, was Gott an mir getan.— Zum türtischen Kaiser ward in demselben Jahrhundert eine Gesandtschaft geschickt. Als die an einem Ostertag durch die Gegend von Adrianopel kam, hörten sie auf dem Felde einen Mann das alte Osterlied singen: Christ ist erstanden aus der Marter aller. Des wollen wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein! Und sie sehen, wie er einen Pflug mit seinen Schultern durch die harte Ackerscholle zieht. Sie halten stille und erfahren: er sei ein gefangener Christ und müsse hier Sklavendienste tun. Aber der Heiland gab ihm Trost und Kraft. Und nun das Ende in der Lebens⸗ geschichte der Menschen: der Tod. Ich sehe zurück: die Eltern und ihre Eltern und Glied um Glied, wie fern auch, zermürbt und in den Tod gesunken. Und ich sehe in die Zukunft und sehe immer wieder Men⸗ schen, die sterben werden, Glied um Glied. Eine Kette des Todes, fest ineinander gefügt; es kann keiner entrinnen. Und jeder Mensch in solch einer Kette ein Glied. Wie sie oft gerissen haben an der Kette, wie sie sich aufgebäumt haben gegen ihren Druck. Maria nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde. rr!. von Medici, Frankreichs befehlensgewohnte Königin, ruft in der entscheidenden Stunde Ich will nicht sterben, ich befehle! un sinkt in die das freilich härter war, befehle, nämlich ich ist er in den Tod getaucht, um ihn zu be siegen. Und damit hat er die Kette der Men schenschuld und des Todes zerrissen.„Nun aber ist Christus auferstanden und ein Erst⸗ ling geworden unter denen, die da schlafen.“ Das hat sich Jakob doch nicht träumen lassen, daß die Himmelsleiter noch einma bis in die Gräber herabreichen würde. Die Osterglocken läuten und noch als ihr Erz sind die Menschenherzen drunten „Tönt dort umher, wo weiche sind“, gen. Tust du das auch? für Christus entschieden? Das wäre empor. Er lebt und wir sollen auch leben. Ostern in den Uarpathen. Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. Trümpert, Amtsgerichtsrat in Gießen. 28. 3. 1915. Palmsonntag. Wir haben die letzte Nacht im schönen Ruhequartier Kolonie Lyßkowice(Russ. Polen) verbracht, wo wir acht Tage lang nichts vom Krieg merkten, nur manchmal aus weiter Ferne Kanonen donner vernahmen. Jetzt wird eifrig ge⸗ packt, da es heute weiter geht. um /12 Uhr marschierte ich mit meiner Batterie(4. Batterie Res.⸗Feldart.⸗Agt. 25) von Kolonie Lyßkowice ab. Es lag Schnee, aber es war nicht kalt. Die Kanoniere mar⸗ schieren singend vor der Batterie; das können die Polen nicht begreifen, daß Sol⸗ daten im Kriege so guter Dinge sein können. Ueber Vorwerk Mikuly kamen wir nach Ko⸗ lacinek, wo sich um das malerische Holz⸗ kirchlein eine Prozession bewegte, während die Glocken läuteten, ein seit Monaten nicht gehörter Klang, der mich andächtig stimmte. Es war eine landschaftlich hübsche, hügelige und waldreiche Gegend, durch die wir kamen, aber die Wege waren stellenweise sehr schlecht. Um 6 Uhr bezogen wir in Kolonie Ol ßa Quartier. Aber Nachtruhe wird es nicht geben, da wir mitten in der Nacht verladen werden sollen. Wohin wird die Reise gehen? Man munkelt von den Karpathen und der Bukowina. 29. 3. 1915. Es schneit und ist kalt. Unser Wagen ist ungeheizt. Alle Bahnhofs⸗ gebäude und Anlagen an der N seidenen Kissen zurück und stirbt. Eines Anderen Ruf auf seinem Sterbebett, klang auch: Ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und in der Kraft des Wortes härter Menschen wir wollen weiter unsere Kette tra- Oder hast du schon einmal um einer Osterfeier, um einer Osterpredigt willen in einer Versuchung dich fuhr ich wieder auf der ein Anfang gewesen. Die Kette bricht. Er hilft Abends 50— : sie den Vorstoß. f gegen Lublin und Warschau d aufgaben und . sich zurückziehen mußten. Der den Russen bereitete Aufenthalt er möglicht dann die Ansammlung stärkerer Kräfte und später ein erneutes Vorgehen. 30. 3. 1915. In der Nacht kamen wir auf ungarisches Gebiet. Ueber Teschen erreichten wir morgens Rosenberg am Waag, wo sich „beim Aussteigen unseren Blicken eine wunderbar schöne Gebirgslandschaft, in leichten Schnee gehüllt, darbot. Es gab dort Frühstück und für die Pferde reichlich Heu, das sie seit Monaten hatten entbehren müssen und über das sie gierig herfielen, Bei herrlichem Sonnenschein ging die Fahrt weiter im Tal des Waag, rechts und linkz schneebedeckte Berge mit Tannenwäldern, im Hintergrunde über den Wolken die Hohe Tatra mit der Franz⸗Josef⸗Spitze. Es waren die ersten Schneeberge, die ich in meinem Leben sah. Auf dem schönsten Teil der Fahrt Lokomotive. Der Lokomotivführer, ein siebenbürgischer Deut⸗ scher, unterhielt mich sehr gut. Aus seinen und anderer Leute Aeußerungen merke ich, daß sie kein rechtes Vertrauen mehr zu ihrem Heere, besonders zur Führung haben, und ein gutes Ende nur noch von den Deutschen erwarten. Die Gebirgsbewohner, Slowaken, ö haben eine eigenartige, aber kleidsame, weiße Tracht. Sie fahren auf Schlitten, die von großgehörnten Ochsen gezogen werden. 31. 3. 1915. Seit gestern abend wieder in ungeheiztem Wagen, draußen war es falt und stürmisch, und wir froren recht. Gern verließen wir deshalb nach 57stündiger Fahrt in Koskocz(Karpathen) die Bahn. Hier be⸗ zogen wir Ortsunterkunft; diese ist sehr schlecht. Straßen und Häuser sind noch schmutziger wie in Russisch⸗Polen. Ein leer⸗ stehendes Haus wurde uns zugewiesen, in dem es von Schmutz starrte. Nun ist es rein gemacht worden, da geht es. Zu spät erst bemerken wir, daß in dem Hause vorher ein Seuchenlazarett untergebracht war. Hauptmann F. wohnt bei einer vielköpfigen Familie; ein Säugling, dessen Wiege, ein richtiges Moseskörbchen, mit Stricken an der Decke befestigt ist, sorgt für Unter⸗ haltung. 3. 4. 1915. Es ist herrliches Frühlings⸗ wetter. Ich sitze am Berghang über unserem Biwakplatz, wo aus Stämmen und Zweigen Ställe errichtet werden. Die Ungarn haben den ganzen Winter über ihre Pferde unge⸗ schützt im Freien stehen lassen und sind sehr erstaunt über unsere Tätigkeit. Auf der anderen Seite des sehr breiten Baches, durch den allein mehrere Autos eines höheren Stabes mit Eleganz durchgefahren sind, um ganzen Strecke das Schlößchen zu erreichen, liegt das Dorf sind niedergebrannt und zerstört; auch alle Totalmad, überragt von dem hellen Jagd⸗ Ueberführungen waren zerstört, sind aber schloß, wiederhergestellt. Diese Zerstörungen wurden um vorigen Herbst von den österreichischen und deutschen Truppen vorgenommen, als das sich schön von dem dunkeln Wald der hinteren Höhe abhebt. Mir zu Füßen herrscht reges Treiben aus den Biwak⸗ plätzen und auf der Straße, auf der an⸗ dauernd in 20 währen rische T marschie! wenige hersprine noch bis schieren. Dorf im Nacht ei nachts 2 Mannsch Wir wo! reichen einen R. und hüb in denen und unt ner hau auf die großer a viele He einer gr der, die acht a hängt. in einer Geschirr Jetzt kor unser S 4. 4. leute, n schwierig gestande kunstvoll Körben eigenart Das br Später lein Go knieten außerha und Mä tem Or! dächtigen dann zu bekamen Wirten. männlic bunten und fül sängen, einer wi allen lae der nic Kanoner Bilder Von Auf fanden d Warschah ußten. Der ermöglichte Kräfte und en wir auf t exreichten ag, wo sich icken eine schaft, entbehren herfielen. die Fahrt und linkz äldern, im die Hohe Es waren n meinem der Fahrt btive. Der cher Deut⸗ seinen und e ich, daß zu ihrem aben, und Deutschen Slowaken, me, weiße „die von den. wieder in r es kalt cht. 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Daß „Dorf im Freien bleiben. Es bleibt für die unter diesen Umständen nur verhältnismäßig Nacht eine Wache dort— trotzdem wurden wenige Fälle von Unterschlagung vorkamen, nachts 2 Pferde gestohlen—, alle übrigen die natürlich schwere Strafen nach sich zogen, Mannschaften sind im Orte untergebracht. muß rühmend anerkannt werden; die Ver⸗ Wir wohnen bei einer freundlichen, kinder- suchung war wirklich groß, und es kamen reichen Familie. Das Haus enthält nur in den meisten Fällen, welche gerichtlich einen Raum, die Wohnküche; diese ist sauber geahndet werden mußten, mildernde Gründe und hübsch eingerichtet. Zwei große Betten, in erheblichem Maße in Betracht. Auch in denen allmählich die Kinder verschwinden bei diesem Kapitel kann ein Vergleich mit und unter denen Meerschweinchen und Hüh⸗ den Verhältnissen und der Uebung beim ner hausen. Der Mann legt sich die Nacht Feinde erfreulicherweise nur zu unseren auf die Ofenbank. In einer Ecke steht ein Gunsten ausfallen: Unregelmäßigkeiten wa⸗ großer Tisch, von Bänken umgeben; darüber ren dank dem Pflichtbewußtsein unserer viele Heiligenbilder und bunte Teller. In Landsturmleute nur Ausnahmen. einer großen Truhe liegen die besseren Kleie Gehen wir über zur Ernährung der Ge⸗ der, die am Tag getragenen werden für die fangenen! Schon früher ist darauf hinge⸗ Nacht auf eine Stange über dem Bett ges wiesen worden, welch gewaltige Aufgabe hängt. Wesser, Gabeln und Löffel stechen hier zu lösen war. Man bedenke, daß zur in einer Leiste unter dem Deckenbalken. An Ernährung der in Deutschland befindlichen Geschirr ist nur das Notwendigste vorhanden. Jetzt kommt der Tisch aus der Ecke weg, und unser Strohlager wird dort ausgebreitet. Kriegsgefangenen täglich rund 40 000 Zent⸗ ner Kartoffeln, also 200 Eisenbahnwaggons nötig waren, daß zur Deckung des Fleisch⸗ 4. 4. 1915, Ostersonntag. Unsere Haus⸗ bedarfs an einem Tage 600 Rinder ge⸗ leute, mit denen die Verständigung leider hörten! Bestimmungsgemäß sollte jedem schwierig ist, sind schon in aller Frühe auf⸗ Gefangenen eine einfache, aber auskömm⸗ gestanden. Gestern hatten sie in mit bunten, liche Kost gereicht werden, die im Verhält kunstvoll geschnittenem Papier ausgelegten nis zu der von ihm geleisteten Arbeit stand Körben buntgefärbte Ostereier, Kuchen, eine und sich nicht allzuviel von dem entfernt, eigenartige Mehlspeise usw. zurechtgestellt. woran er von Hause aus gewöhnt war. Das brachten sie heute früh zur Kirche. Nachdem man zunächst den Versuch gemacht Später war in dem ehrwürdigen Dorfkirch⸗ lein Gottesdienst. Nach dessen Beendigung knieten die Frauen mit den Osterspeisen außerhalb der Kirche, dahinter die Kinder und Männer. Der Geistliche, in reichgestick⸗ tem Ornat, ging durch die Reihen der An⸗ dächtigen und weihte die Osterspeisen, die dann zu Hause verzehrt wurden. Auch wir bekamen davon von unseren freundlichen Wirten. Später versammelte sich die Jugend, männliche und weibliche, in ihrer schönen bunten Tracht auf den Wiesen und Hängen und führte, unter etwas monotonen Ge⸗ sängen, allerhand Tänze auf, die meist in einer wilden Raserei ihr Ende fanden. Ueber allen lacht die Frühlingssonne, während von der nicht fernen Front zeitweise starker Kanonendonner herüberdröhnt. Bilder aus dem Uriegsgefangenenlager Gießen. Von Professor Dr. Fritz Hauptmann d. Res. (Schluß.) Schmoll, a. D. 2 Auf den Arbeitskommandos aber be⸗ fanden sich auch alle größeren Le⸗ ä—— hatte, die Gefangenen durch Unternehmer verpflegen zu lassen, ging man zum Grund⸗ satz der Eigenwirtschaft über, d. h. die Er⸗ nährung wurde in die Selbstverwaltung der Lagerkommandantur übernommen und einem Verpflegungsoffizier übertragen. Diesem er⸗ wuchs damit eine ebenso schwierige wie verantwortungsvolle Aufgabe. Er hatte die Verpflegung nach den durch das Kriegs⸗ ministerium festgesetzten Nährstoffnormen an Eiweiß, Fett und Kohlehydraten zu regeln und die Ausarbeitung der Speise⸗ pläne zu leiten: eine Tätigkeit, die zu dauerndem Nachdenken und Rechnen ver⸗ pflichtete. Es mußte dafür Sorge getragen werden, daß einerseits die Gefangenen aus⸗ reichend beköstigt wurden, andererseits bei der stetig zunehmenden Knappheit der Le⸗ bensmittel keine Verschwendung vorkam, die im Interesse der Volksernährung unverant⸗ wortlich gewesen wäre. Vor allem aber mußte der Verpflegungsoffizier sich vor Augen halten, daß von der Ernährung der Feinde im eigenen Vaterlande vielfach die Behandlung der deutschen Kriegsgefangenen in feindlichen Lagern abhängig sein würde. Wenn auch die wichtigsten Nahrungsmittel — 5 und Dauerwaren den Lagern durch das Kriegsministerium, welches im großen und darum viel billiger einkaufte, zur Verfügung gestellt wurden, so war dem Verpflegungs⸗ offizier doch ein weites Arbeitsfeld eröffnet, auf dem er seine Organisationsgabe glän⸗ zend bewähren konnte. Da ich mit der Er⸗ mährung der Gefangenen nichts zu tun hatte, so kann ich natürlich nur allgemein von diesen Dingen sprechen. Schwierig war schon die Anfuhr der Lebensmittel für die Massenernährung. Wie mancher schwerbela⸗ dene Wagen mußte die Kaiser⸗Allee hinauf⸗ fahren! Wie leid taten einem zumal im Winter bei glatter Straße die immer dünner werdenden Pferde! So wurde in letzter Zeit ein Lastauto angeschafft und ein Teil des Gütertransportes durch Anhängewagen der„Elektrischen“ vorgenommen. Natürlich war auch der Küchenbetrieb dem Verpflegungsoffizier unterstellt. Ein Küchen⸗ Unteroffizier mit deutschem und feindlichem Personal führt hier das Regiment: ein Vertrauensmann der Gefangenen soll stets in der Küche tätig sein und die Wünsche seiner Kameraden vermitteln. Daß diese unendlich verschieden und vielgestaltig wa⸗ ren, braucht kaum erwähnt zu werden. Jede Nationalität hat ihre besonderen Wünsche und kommt mit anderen Ansprüchen, was ja auch aus der Verschiedenheit der früheren Kasernenküchen erklärlich ist. Verhältnis⸗ mäßig am einfachsten gestaltete sich die Ver⸗ 2 dem in den Kantinen gekauft werden, so daß kein Gefangener in einem deutschen Lager dem Mangel ausgesetzt war.— Es ist selbstverständlich, daß auch die an⸗ fallenden Reste aus den Küchen, vorausge⸗ etzt, daß keine Russen im Lager waren, ferner die Gemüseabfälle, Kartoffelschalen und ähnliche Dinge nicht zu Grunde gehen durften. ging man dazu über, in den Lagern Vieh aller Art, vor allem auch Schweine zu halten, und es war eine etwas wehmütige Freude, das immer seltener ge⸗ wordene deutsche Borstentier unter der Pflege eines französischen oder russischen„Schwei⸗ zers“ sich heranmästen zu sehen, bis es dann entsprechend dem Kreislauf der Dinge wieder in der Lagerküche endete oder dem „Kommunalverband“ verfiel. (Eine zweite Artikelserie folgt.) Kleine Mitteilungen. Die Fortsetzung der Erzählung„Urgroß⸗ tantens Raritätenschrank“ von Helma Essel⸗ born erscheint in der mächsten Nummer. Schon während des Krieges wurde von den kirchlichen Behörden dringend empfoh⸗ len, dem früher oft übertriebenen Beklei⸗ dungsaufwand der Konfirmanden entgegen⸗ zuwirken. Diese Forderung muß in jetziger schwerster Notzeit noch unterstrichen werden. Anzug oder Kleid brauchen nicht neu zu sein; auch von der sonst gewohnten Farbe kann pflegung der Russen, da diese immer den Hauptwert auf die Menge der verabreichten Kost legten. Andererseits verzichteten wohl⸗ habende Gefangene vielfach überhaupt auf das Lageressen und lebten von den Sen⸗ dungen, die sie von ihren Angehörigen oder von wohltätigen Vereinigungen zugestellt erhielten.— Natürlich war das Kommando zur Küche bei den Gefangenen sehr beliebt. Die Küchen waren praktisch und zweckent⸗ sprechend eingerichtet und mußten peinlich sauber gehalten werden. Auch mit maschi⸗ nellen Einrichtungen zum Schälen der Kar⸗ toffeln, zum Zerkleinern von Fleisch und Knochen usw. ist nicht gespart worden. Deut⸗ lich sichtbar ist die Küchentafel ausgehängt, aus der die Genüsse des Tages und die jedem Gefangenen zustehende Grammzahl an Rohstoffen zu erkennen ist. So gibt es etwa morgens Kaffee mit Zucker oder eine kräftige Suppe, dazu die zuständige Menge Brot. Die Hauptmahlzeit am Mittag be⸗ steht zumeist aus Kartoffeln und Gemüse. Die ursprünglich nicht unerhebliche Fleisch⸗ menge mußte natürlich in den letzten Kriegs⸗ jahren vermindert und häufig durch Fisch ersetzt werden. Am Abend gibt es wiederum eine Suppe oder Kartoffeln mit Hering oder Brei mit Dörrobst oder Tee mit Brot und Käse u. dergl. Man sieht also, es ist eine einfache aber reichliche Kost, die ge⸗ boten wurde. Mancherlei Lebensmittel konn⸗ ten wenigstens in den ersten Jahren außer⸗ abgesehen werden, so daß der vorhandene Sonntagsanzug(auch mit kurzer Hose) ge⸗ nügen dürfte. Handschuhe sind jetzt Luxus, erst recht die sonst üblichen Schmucksachen. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 4. April, 1. Ostertag. Kollekte für die Kirchenkasse. In der Stadtkirche. Vormittags 9⅛ Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für Matthäus⸗ und Markus⸗ gemeinde: Pfarrer Mahr.— Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Dr. Bingel. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausseld.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte für die Konfirmanden aus der Lukas⸗ gemeinde und deren Angehörige. Montag den 5. April, 2. Ostertag. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Becker.— Nachmittags 2 Uhr: Prüfung und Vorstellung der Konfirmanden aus der Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Konfirmation der Kinder aus der Lukas⸗ gemeinde. Feier des heiligen Abendmahls: Pfarrer Bechtolsheimer.— Nachmittags 2 Uhr: Prüfung und Vorstellung der Kon⸗ firmanden aus der Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Abends 6 Uhr: Pfarr⸗ assistent Dr. Bingel. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange, Gießen. Gemei Nachdruck Von Ein wu Rudolf S Jungfrau gegengehen sie in det Ampeln b die weiße Haare, die fließen, un Häuptern Freude! E zum Fest, hohen Hin Gibt's tionstag? stillen Dö die ihre en in denen wie einen über die r lein auf d Städten, räumigen Ihr Kind lieber wür die hehre nen Freut Und di finden in steht, so k gen eurer unter den kümmert angesehen Wie werd Sorge un vor euch sich sorge einen Be Türen sch ihr angez nicht kom hatten un danke stau und Tüch in die Ze Platz aus; zur wacke⸗ liche Zuve in der ke und was Und do men, hohe