udigem wie eit reich zeit im Kreife obung seiner die Hochtel rsten Enkelz ochter. Dang riegsausgan ich die 2 Deutschlandz t und durch und jedem und Pazisis⸗ voll, daß sie teinde gegen ieses lebende fehlte. Auf der ehemalz Gonzenhein am 1. Ok ust an. e Gros gls eller in Esch urch ermög⸗ cher Lebenz⸗ ne Zeit ein⸗ sich dabel keit zu he⸗ auch weng lbst, so sind ildert, kern⸗ Was et genblick ge⸗ grenzte Zeit ros ist einer chen Volkz⸗ nd zu wün⸗ immer wei⸗ irgern, und der gegen⸗ k von einer fen ist ud zu verlieren . 28. Dez. . 9/ Uhr: Ihr: Pfarr⸗ Gottesdienst Uhr: Pfar⸗ ids 8 Uhr: 0. 3 9½ Uhr: arr. Mahr 9/ Uhr: ids 5 Uhr: — Steindruckeref 0 onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 1 Gießen, Sonnt. n. Neujahr, den 4. Januar 1920 9. Jahrg Jahresanfang. Psalm 42, 12. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 18. Die„Bommeisterschule“. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Harre auf Gott; denn ich werde ihm bestand in der Stadt Gießen, die damals noch danken, daß er meines Angesich⸗ tes Hilfe und mein Gott ist. ö 0 gegen 9000 Einwohner zählte, eine Privat⸗ schule, die hauptsächlich von Jungen besucht wurde, die später in das Gymnasium ein⸗ Vor 70. und vor 80 Jahren ist es in treten wollten. Sie lag in der Hintergasse, deutschen Landen oft vorgekommen, daß sich die am Lindenplatz abzweigt(jetzt Wetzstein⸗ Familien, die, wie man auf dem Dorfe sagt, gasse) als letztes Haus in der Richtung nach „in den Rückgang“ gekommen waren, zur Auswanderung nach Amerika entschlossen. Sie versteigerten Haus und Hof, um ihre 0 0 ten damals die Vorstände Schulden zu bezahlen und das Geld für die Ueberfahrt zu gewinnen, und waren nun so frei, aber auch so arm wie die Vögel in der Luft. Aber sie verloren 5 Jenseits des Ozeans winkte ihnen eine bessere Zukunft. Dort, wo der Urwald rauschte und nicht den Mut. die gewaltigen Ströme brausten, wo frucht⸗ bares Ackerland sich unermessen ausbreitete., gedachten sie, Haus und Hof und Heimat auf das neue zu gewinnen. In starkem Gottvertrauen zogen sie nach dem See⸗ hafen und fuhren sie über das Weltmeer. Nicht alle sahen dort drüben ihre Erwar⸗ Oswalds Garten. Haus und Schule gehörten dem Botenmeister Lehr). Diesen Titel führ⸗ der Kanzleien bei den Kollegialbehörden. Bevor Post und Eisenbahn für den Verkehr genügend ent⸗ wickelt waren, wurden die Verfügungen der oberen Behörden durch besondere Boten an die Lokalstellen befördert. Diese Boten unter⸗ standen neben der Schreibstube dem Boten⸗ meister. Zu ihnen gehörten auch die sog. Wartboten. Wenn ein Beamter in Erledi⸗ gung einer Auflage säumig war, wurde ihm ein Mann geschickt, den er zu beherbergen und zu beköstigen hatte. Dieser mußte war⸗ ten, bis ihm der rückständige Bericht zur tungen erfüllt, sehr viele aber kamen zu Besitz und Ansehen, und ihre Enkelkinder sind heute wohlhabende, stolze Menschen. Unser deutsches Volk befindet sich nach dem unerhört schweren Jahr 1919 in ähn⸗ licher Lage. Das liegt nahe daß wir uns jetzt am Beginn des Jahres 1920 in unmutigen Ueberbringung an den Botenmeister ein⸗ gehändigt wurde. Aus dem Wort Boten⸗ meister wurde im Gießener Dialekt Bom⸗ meister und die Schule hieß demgemäß nur Reden ergehen, trübsinnigen Gedanken nach⸗ hängen, und daß unsere Seele unruhig hin und her flattert wie die Schwalbe, die durch eine Fensteröffnung in das Zimmer ge⸗ flogen ist und den Ausgang nicht mehr findet. Unserer Unruhe setzt der Psalmist das Wort entgegen:„Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?“ Klagen ist fruchtlos, wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit Viel besser ist, des Herrn harren, auf ihn vertrauen und seinen Willen tun. Diesem die Bommeisterschule. Herr Lehr gründete diese in seinem Hause in der Hintergasse, als er in vorgerückten Jahren in den Ruhe⸗ stand trat. Dem Unterricht dienten im oberen Stockwerk zwei Räume, ein größeres Zimmer und ein kleineres Kabinett, dessen Fenster aus Butzenscheiben bestand, die in Blei ge⸗ faßt waren. In dem größeren Zimmer stand links an der Eingangstür der Ofen und da⸗ hinter ein Bett. Der Wand gegenüber befand sich ein langer Schultisch mit Bän für die Schüler. In der Mitte des Raumes stand ein kleines Tischchen. An diesem saß der würdige alte Herr im Schlafrock, ein mutigen Verhalten bleibt der Enderfolg nicht versagt:„Ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichtes Hilfe und mein Gott ist.“ Oft, wenn wir uns ganz verlassen glauben, ist die Hilfe schon vor der Tür. Wir lassen die Hoffnung nicht fahren, daß Gott sich auch wieder unseres armen gebeugten Volkes erbarmt, und in dieser Hoffnung schreiten wir in das Jahr hinaus, das dunkel wie eine Winternacht vor uns liegt. In Gottes Namen fahren wir, Seine Gnade begehren wir. Käppchen auf dem Haupte und zur Seite eine lange Tabakspfeife. Hier schnitt er die Gänsekiele zum Schreiben für die Schüler zurecht. Er lieferte die Kiele selbst und hatte die Benutzung von Stahlfedern streng ver⸗ boten. Denn er war der Ansicht, daß man nur mit dem Gänsekiel ordentlich schreiben könne, und daß durch Benutzung der Stahl⸗ feder jede Handschrift verdorben werde. Wenn wir Jungen morgens zur Schule ) Anmerkg. d. Red.: Georg Friedrich Lehr, pensionierter Großherzoglicher Hof⸗ gerichts⸗Botenmeister, starb am 30. Novem⸗ ber 1858 im Alter von 73 Jahren. 0 . kamen, saß der alte Herr schon tätig auf seinem Platze. Mit dem Gruß„Gumorje, Herr Bommeister“ traten wir in die Stube. Wer diese Begrüßung unterließ, wurde wie⸗ der hinausgeschickt und konnte sein Ver⸗ bleiben im Schulzimmer nur erreichen, wenn er den versäumten Morgengruß nachholte. Dann hieß es:„So, Kinder, jetzt legt ab.“ Die Garderobe war das Bett des Herrn Bommeisters. Auf dieses wurden die Mäntel und Kappen abgeworfen. Den Unterricht im Lesen und Schreiben erteilte der alte Herr selbst mit viel Geduld und Liebenswürdig⸗ keit. Er verstand es, die einzelnen Buchstaben durch Vergleichung mit Tieren zu beleben und interessant zu machen. So lernten wir spielend und leicht in kurzer Zeit die Grund⸗ lagen aller Wissenschaft. Als besonders an⸗ gesehenes Ziel des Unterrichts galt die Er⸗ lernung vom kleinen und großen Einmal⸗ eins. Für die Keuntnis des kleinen war ein Prämium von 1 Kreuzer in Aussicht gestellt, für das große gar von 3 Kreuzern. Die höchste und ehrenvollste Auszeichnung aber, die nur ganz besonders braven und tüch⸗ tigen Schülern am Schlusse des Schuljahres in Aussicht stand, war ein Kuß des Herrn Bommeisters. Gemütlich wie alles, was in dem Schulzimmer betrieben wurde, war auch der Unterricht in der Naturkunde. Der Hilfs⸗ lehrer, der ihn gab, wohnte meinem Eltern⸗ hause gegenüber. Mein Großvater war Be⸗ sitzer eines zahmen, sehr possierlichen Affen namens Peppi, der frei herumlaufen durfte. Dieser Peppi hatte allerhand lose Streiche ausgeführt, und die Mitteilung von diesen füllte bei gespannter Aufmerksamkeit der Hörer manche Schulstunde aus. So erzählte 3. B. der Lehrer, eines Tages habe Peppi auf dem Torpfosten gesessen und in die Welt geschaut. Da er sonst nichts besonderes von seiner Warte entdeckte, beobachtete er, wie drüben im Hofe des Nachbarhauses, in dem der Lehrer wohnte, die Wäsche behandelt wurde. Er sah, wie einzelne Stücke in die Bütte geworfen, geschwenkt und dann auf die Leine gehängt wurden Als die Wasch⸗ frau weggegangen war, bekam Peppi Lust, das, was er durch Zuschauen erlernt hatte, auch einmal praktisch zu üben. Er schaffte sich von seinem Beobachtungsposten her⸗ unter, schassierte über die Straße, nahm die Wäsche von der Leine, schwenkte sie in der Straßengosse und hängte dann die schwarz gewordene ganz harmlos und von seiner Leistung sehr befriedigt, wieder auf. Den Schrecken und die Entrüstung der Waschfrau, als sie das Unheil sah, konnte sich jeder denken. In dieser Bommeisterschule habe ich die Stürme des Jahres 1848 als Sechsjähriger erlebt. Jeder von uns Knaben hatte seine bestimmte politische Ueberzeugung und rech⸗ nete sich einer Partei zugehörig. Die über⸗ wiegende Mehrzahl war den Verhältnissen S der Eltern entsprechend konservativ. Doch besuchten auch Söhne ausgesprochener Re⸗ den Vaterlandslieder fanden raschen Ein⸗ gang. So lernten wir das„Schleswig⸗Hol⸗ stein, meerumschlungen“ singen und anderes. Eines Tages saßen wir auf einem Leiter⸗ wagen, der vor dem Nachbarhause hielt, und warteten auf den Schulanfang. Da lehrte uns ein älterer Junge den Sang:„Rautsch, rautsch, rautschitschi, Republik kei' Mon⸗ archie“. Unbeschadet unserer monarchischen Gesinnung sangen wir vollzählig das Loh der Republik lebhaft mit. Die Folge war eine kleine Untersuchung wegen dieser ge⸗ priesenen Staatsumwälzung, die aber sehr milde geführt wurde, und nur die Mahnung, solche Gesänge zu unterlassen, zur Folge hatte. Als wir ein anderes Mal vor dem Schulhause auf den Lehrer warteten, ereig⸗ nete sich etwas Besonderes. Beim Nahen des Pädagogen nahmen wir zum Gruße unsere Kappen ab. Nur ein Schüler, der eine hohe gestrickte Mütze mit Deckel auf⸗ hatte, ließ diese sitzen. Da trat der Lehrer auf ihn zu und schlug ihm mit den Worten: „Hast du Spatzen unterm Hut?“ auf den Deckel. Der Erfolg war verblüffend. Es flo⸗ gen zwar keine Spatzen heraus, über die Stirn des Gemaßregelten aber lief eine grüngelbe Brühe herunter. Bei näherer Fest⸗ stellung des Schadens ergab sich, daß der Junge den leeren Raum in der Mütze als eine geeignete Vorratskammer für gebratene Aepfel erachtet hatte, deren weicher Inhalt unter dem Druck der Lehrerhand in Be⸗ wegung kommen mußte. Gemütlich war die Schule und gemütlich wußten wir es einzu⸗ richten, wenn wir im Sommer an einem Nachmittage gern frei haben wollten. Stand eine gefällige Wolke am Himmel, dann riefen wir nach Verabredung:„Herr Bom⸗ meister, es gibt ein Gewitter.“ Die Antwort des guten Herrn lautete dann regelmäßig: „Meint Ihr, Kinder, dann eilt, daß Ihr nach Hause kommt und nicht naß werdet.“ Kaum erscholl das Wort, so gings die alte Treppe mit Hurra hinunter in die Freiheit. Ein großer Tag im Jahr war der Ge⸗ burtstag des Herrn Bommeister. Einige Zeit vorher lud uns der Jubilar zu dessen Feier mit den Worten ein:„Kinder, Ihr bekommt auch Schokolade mit Eselsmilch z trinken!“ Das gab eine freudige Erwar⸗ tung. Am Festtage zogen wir sonntäglich gekleidet mit Geschenken ins Schulha 18. Der eine brachte eine Flasche Wein, der andere eine Pfeife, der dritte ein Paket Tabak, Waren alle versammelt, so hieß es: Jetzt wird erst ein Spaziergang gemacht! Ein Hilfslehrer führte uns durch die Stadt und zeigte uns deren Merkwürdigkeiten, die für uns zwar keine waren, deren Besichtigung aber doch geeignet war, die Zeit nützlich herumzubringen. Zurückgekehrt fanden wir den Schultisch schön gedeckt, und das mit geschlürft. Ob es wirklich seltene Eselsmilch publikaner die Schule. Die neu auftauchen⸗ enthielt oder nur gemeine Kuh⸗ oder Geißen⸗ milch, blieb unerörtert. 1 freunden pannung erwartete Getränk wurde freudig Eines gedenken ten, an war Sg ihrem der Sch ein Wü erweiter Bomme Würstch nicht 3 durch di und m 555 Al rage e da ersch N Würscht sproche! mußte licher D kam sch Abgang Gefühls Gerne meisterse liches B du aufg meinen Wissens der lieb den Leit Gerne b Neuzeit, Schule erklärte mir mi wäre ich nicht ve Geh. in fra Von Brief schnittli 10 Tas dem let jahre 2 nicht au Briefpa Ju viele 8 1. Nov Arbeit. tauschko zember Schwei bis zur den 4. traten Gepäcke mußten bis zur en Ein⸗ vig⸗Hol⸗ anderes. 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Im Sturme gings durch die Stadt nach dem gastlichen Hause, und mit Donnergepolter die Treppe hin⸗ auf. Als die erschreckte Hausfrau mit der Frage entgegentrat:„Weshalb kommt Ihr?“ da erscholl die Antwort:„Mer wolle unser Würschtche holen, der August hats uns ver⸗ sproche!“ Was blieb übrig? Die Forderung mußte befriedigt werden und ein ansehn⸗ licher Teil der wohlgelungenen Schlachtung kam schon am ersten Tage unerwartet in Abgang unter Hinterlassung eines bitteren Gefühls der Enttäuschung. Gerne gedenke ich deiner, du liebe Bom⸗ meisterschule in der Hintergasse, du gemüt⸗ liches Bild aus alter Zeit. Lange schon hast du aufgehört zu sein. Dir verdanke ich mit meinen Kameraden die Grundlagen allen Wissens und glückliche Jugendjahre unter der liebenswürdigen, väterlich wohlwollen⸗ den Leitung deines ehrwürdigen Vorstandes. Gerne besuchten wir dich, und der Fall der Neuzeit, daß ein Junge, der frisch in die Schule eingetreten war, nach acht Tagen erklärte:„Wenn ich gewußt hätte, was ich mir mit dem Schulbesuch anrichten würde, wäre ich nie hineingegangen“, kam damals nicht vor. Geh. Staatsrat Wilbrand ⸗Darmstadt. Meine Erlebnisse in französischer Ur segsgefangenschaft. Von Ober⸗Telegraphenleitungsaufseher Heinrich Wagner⸗Gießen. (Schluß.) Briefe und Pakete bekam man durch⸗ schnittlich nach drei Wochen, Briefpakete nach 10 Tagen, Geld nach 3—4 Wochen, von dem letzteren wurden uns im letzten Halb⸗ jahre 20 Prozent abgezogen. Brot wurde micht ausgehändigt, ebensowenig Postkarten, Briefpapier, Zitronen und Streichhölzer. In La Pallice hatte ich bis zum Schluß viele Krankheitstage zu überstehen, am 1. November kam ich zum letztenmal zur Arbeit. Am 14. November kam die Aus⸗ tauschkommission in das Lager, am 4. De⸗ zember traten wir die Reise nach der Schweiz an, es waren 105 Mann, welche bis zum Schlusse arbeiten mußten. Montag den 4. Dezember, nachmittags um 2 Uhr, traten wir an, die Untersuchung unseres Gepäckes dauerte bis halb 5 Uhr, dann mußten wir noch 7 Kilometer marschieren bis zum Bahnhofe La Rochelle. Um 7 Uhr 3 fuhren wir hier ab und kamen nachts um 3 Uhr nach Bordeaux. Hier wurden die Gefangenen aus der ganzen Region 18 ge⸗ sammelt, es waren über 500 Mann, wir kamen in die Durchgangsbaracken, welche an dem hinteren Ende des Bahnhofes erbaut waren. Es herrschte eine außergewöhnliche Kälte, und die Baracken waren in einem sehr üblen Zustande. Zwei alte Laternen hingen darin, die ihr Licht einen halben Meter weit ausstrahlten. Unser Sitzgerät war ein stumpfes Schienengeleise, das in der Baracke endete. Hier taumelten wir von nachts 3 Uhr bis mittags 2 Uhr mit steif gefrorenen Gliedern herum, ohne uns viel regen zu können. Gerne hätten wir einen Becher warmen Kaffee bezahlt, aber wir mußten uns einen Trunk kaltes Wasser noch erzwingen. Als Reiseverköstigung erhielten wir für drei Tage 1¼ Brot und je zwei Mann eine Büchse Fleischkonserve, die ein Pfund wog. In Bordeaux konnten wir zum Abschied noch einmal die französische Men⸗ schenfreundlichkeit kennen lernen. Vom 5. bis 8. Dezember waren wir auf der Fahrt von Bordeaux nach Lyon. Hier wurden wir mit der elektrischen Bahn nach einem Arsenal gebracht. Abends um 6 Uhr bekamen wir zum erstenmal auf unserer Reise wieder warmes Essen, das gut und reichlich war. Vorher waren wir noch ein⸗ mal untersucht worden, mit Hangen und Bangen warteten wir auf das Resultat dieser Untersuchung, es lautete dahin, daß von 500 Mann 125 wieder in das Elend ihrer Gefangenschaft zurückgeschickt wurden, vom Sergeant aufwärts kamen die Unter⸗ offiziere nach der Insel Ree im Atlanti⸗ schen Ozean. Es war ein schwerer Abschied, den diese Unglücklichen von uns nahmen, allen übrigen strahlte das Glück aus den Augen, daß sie endlich den französischen Boden verlassen durften. Nachdem wir unser rückständiges Geld erhalten hatten und unser Gepäck nochmals untersucht worden war, erfolgte am 10. De⸗ zember 1916 halb 12 Uhr unsere Abreise. Wir fuhren mit der elektrischen Bahn durch Lyon nach dem Bahnhofe. Diese Fahrt dauerte eine Stunde, auf ihr lernten wir noch einmal den Charakter der französischen Bevölkerung kennen, die uns durch die Gebärden des Halsabschneidens belästigte. Eine Stunde später standen wir am Bahn⸗ hofe, hier wurden wir den schweizerischen Militärbehörden übergeben, Herr Haupt⸗ mann Buhler leitete den Transport. Es war ein stattlicher Zug mit lauter Wagen aus der Schweiz erster und zweiter Klasse: pünktlich um 2 Uhr fuhr der Zug ab, und die Bajonette der Franzosen waren aus unserem Gesichtskreise verschwunden. Um Belästigungen der französischen Bevölke⸗ rung zu entgehen, ließ der Transportführer die Fenster mit Vorhängen schließen. Abends 7 Uhr 25 Min. kam von außen der Ruf: Hurra, Landsleute! Die Vorhänge 1 gingen hoch, die Fenster wurden geöffnet, an, Am 24. Dezember besuchte mich meine wir wußten, daß wir die Grenze über⸗ liebe Gattin, wir konnten Weihnachten in schritten hatten und in der gastlichen Schweiz der schönen Schweiz feiern, nachdem ich waren. Ueberall an den Bahnhöfen winkten zwei Weihnachtsfeste fern von den ⸗Meinen uns Fahnen deutscher und schweizerischer in Gefangenschaft zugebracht hatte. Nationalität, wir fühlten uns glücklich, daß Für unsere Heilung wurden alle Anord⸗ wir wieder unter wohlwollenden Menschen nungen getroffen. Eine vierwöchentliche waren. Abends 8 Uhr erreichten wir Genf, Kur, die ich im Januar 1917 durchmachte wo uns ein herzlicher Empfang zuteil wurde: ließen die letzten Spuren meiner Krankheit vor lauter Freude stürzten uns die Tränen verschwinden. Im Mai schwand in den aus den Augen, wir konnten kaum die 55 ö Tälern der Schnee, und nun kam die Sehn⸗ zugedachten Grüße erwidern, alles dünkte sucht nach der Arbeit. Nach Pfingsten wur⸗ uns wie ein Traum Zuerst dachte ich an den die ersten Geheilten in die deutsche meine Lieben in der Heimat, die von meinem Heimat entlassen, ein zweiter Transport Glücke noch keine Ahnung hatten, ich sandte folgte am 14 Juli Am 2 Juli wurde ie ein Tel it de Inhalte: ase 9 S i zan sie ein Telegramm mit dem Inhal ich als Anstaltschef nach der„Pension Wald⸗ Glücklich auß der Reise nach Davos erwarte heim“ versetzt, am 5. August kam ich in Brief. Euer Vater.“ Ein junger Herr be⸗ gleicher Eigenschaft nach dem„Hotel Alpen⸗ sorgte mir das Telegramm und übernahm dorf“ in Kloster Platz. Am 23. August auch die Kosten. Mein Telegramm traf beschloß eine ärztliche Kommission, mich in am 11. Dezember früh 6 Uhr bei den mei 111 f Doch 5 a N meine Heimat zu entlassen. Doch kam noch Meinen ein. Es war für sie eine aufregende einmal für mich eine kleine Enttäuschung Freude, da die Meldung von meiner Ent⸗ Als am 14 September die Austauschliste lassung aus der Gefangenschaft sie zu un⸗ erschien, stand ich nicht darauf. Am 20. erwartet traf, zugleich aber auch eine Fil, September erhielt ich jedoch Nachricht, daß richtige Weihnachtsfreude: 1 0 der Tag ich mit dem nächsten Transport wegkommen des Wiedersehens war nicht mehr fern. jsolle. Gleichzeitig mit dieser Nachricht wurde Am Genfer Bahnhose wurden wir mit mir noch eine andere Freude zuteil, es Essen und Trinken reichlich bedacht, unter wurde mir nämlich durch unseren Platz⸗ anderem gab es Suppe, Wurst, Brot, Kaffee, kommandanten Herrn Oberleutnant Schel⸗ Bier, Wein, Limonade, Aepfel, Zigarren ling das Eiserne Kreuz überreicht, das mir und Zigaretten, kurzum, was Weihnachts⸗ am 23. August 1917 durch den komman⸗ pakete nur alles enthalten konnten. Ein dierenden General des 8. Armeekorps ver- Herr vom Roten Kreuz in Frankfurt a. M. liehen worden war. Der 2. Oktober war teilte unter die Mittellosen bares Geld aus. der Tag meiner Abreise, nachmittags um Unter Gesang, Fahnenschwenken und 5 Uhr erreichten wir die Austauschstation Jubelrufen verließen wir nach einstündigem Konstanz, wo wir festlich empfangen wurden Aufenthalt den Bahnhof Genf, meine Freude Nachdem wir dort korpsweise eingeteilt wor⸗ war ganz unbeschreiblich groß. Ohne den waren, ging am 6. Oktober unsere Aufenthalt ging die Fahrt bis nach Zürich, Reise nach Frankfurt a. M. Daselbst wurde wo wir nachts 2 Uhr eintrafen. Hier be⸗ ich als garnisondienstfähig der 4. Kompagnie grüßte uns Herr Major Gottschalk mit des 1. Ersatzbataillons des Inf.⸗Regts. Nr. einer herzlichen Ansprache. Wir verließen 81 zugeteilt. Am 10. Oktober bekam ich den Zug, traten in die großen Räume des einen vierzehntägigen Urlaub und konnte Bahnhofs ein, wo Kaffee für uns bereit die langersehnte Heimreise antreten. Nach stand Hier wurden wir noch einmal von einer schmerzlichen Trennung von 38 Mo⸗ der deutschen Kolonie mit Weihnachtsge⸗ naten fand ich meine Lieben wieder und schenken reichlich bedacht, Auch bekamen wir dankte dem Gotte, der in so schwerer Zeit Wäsche, Kleidung und Schuhe Dann ging mich und sie beschützt hatte. n 1 0 e 9 welchen Bezirk wir kamen, aber der Ort 5 7 war uns noch unbekannt. Die Offiziere Kirchliche Anzeigen. 5 . auf der. chat eifrig an Sonntag den 4. Jan.(Sonntag n. Neujahr). der Verteilung der Mannschaften in die g 9 einzelnen Orte und Anstalten. Um 10 Uhr F 10. erreichten wir Landquart, wo wir umsteigen In der Stadtkirche. Vormittags 9½¼ Uhr: mußten. Nachdem wir in einem Hotel ein Pfarrassistent Schaefer— Vormittags 11 warmes Frühstück eingenommen hatten, fuh⸗ Ahr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: ren wir unserem Bestimmungsort Kloster Pfarrer Mahr.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Dörfli zu, wo wir— im ganzen 3 Unter⸗ Becker Montag den 5. Januar, abends offiziere und 22 Mann— im„Schweizer⸗ 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten hause“ Unterkunft fanden. Vorstandsmit⸗ männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. glieder des deutschen Klubs in Davos führten— Donnerstag den 8. Januar: Vereinigung uns dem genannten Hause zu Herr Pfarrer der konfirmierten weiblichen Jugend der Hofmann hielt eine herzliche Ansprache. Wir Matthäusgemeinde. nahmen ein Bad und legten die neue Klei⸗ In der Johanneskirche fällt der Gottes⸗ dung, die wir in Zürich bekommen hatten, dienst wegen Kohlennot aus. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch⸗ und Steindruckerel R. Lange, Gießen. — vir Gen r Nachd: Psalm Mei frühen schweif klingen ein Li und de Jahre: Kat, Mietw Dorfe fleißig wohnt Schmi herum geword Arbeit Seine könnte immer so weit mehrer In zel es nich wurde Arbeit seinem frieden Er i traurit Zustan verstan herbeig liegt,: dann Und n ich wo gesichts fens d Zwar er arbe schaft. 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