d Wald⸗ „blonde hell in Rehlein este von üh ihrer utterte e kleinen ht wußte. ien und che nicht sich bei bort bald geschätzt ts sagen alde her⸗ lisch be⸗ initatis), 8 Uhr, eukonfir⸗ Pfarrer Pfarrer heiligen Markus⸗ erbitten gs 8 Uhr, nfirmier⸗ Pfarrer Pfarrer : Kinder⸗ rer Bech⸗ Bibelbe⸗ rassistent erein. flug nach Führung ke Liebig⸗ isenbahn⸗ im Alter nfest bei nitwirken im Vor⸗ telden. ung und 1 ö 0 1 Gießener Dienstag pran des str. 9. 8½ Uhr Erlebnisse ast, drei⸗ Auerbach, eindruckerel — onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 30 Sießen, 9. Sonnt. n. Trinitatis, den J. August 1920 9. Jahrg. Die Predigt der Garben. 1. Mose 8, 22. So lange Erde steht, soll nicht aufhören Same und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Unser Volk geht seit sechs Jahren durch schwere Schicksale hindurch. Auch die Spanne Zeit vom Sommer 1919, der Zeit, da der Friede von Versailles unterzeichnet wurde, bis zu diesem Sommer, da zu Spaa neue Demütigung über uns kam, ist recht hart gewesen, nicht zuletzt im Aeußeren, im Leib⸗ lichen. Hunger und Lebensmittelknappheit gingen hohläugig durch das Land. Das deutsche Volk, das einst die Glieder frem⸗ der Nationen in Zeiten der Not gern unter⸗ stützte, ist nun selbst zum Almosenempfänger geworden und dankt es warmherzigen Chri⸗ sten amerikanischer Herkunft, daß sie den hungernden Kindern unserer Großstädte Bei⸗ hilfe geleistet haben. Wieder gingen wir auf einer schmalen, schwankenden Brücke über einen Abgrund und fürchteten werde. Aber wir sind glücklich gekommen. Die Erntezeit ist wieder da, und ein Gang in das Freie oder eine Eisenbahnfahrt durch das Land stellt uns ein hocherfreuliches Bild vor das Auge. Auf den Feldern sind fleißige Menschen mit Sichel und Sense beschäftigt, überall sind die Garben aufgeschichtet, die Gespanne be⸗ wegen sich über die Aecker und bringen den Segen Gottes nach den Scheunen, Kin⸗ der springen leichtfüßig über das Stoppel⸗ feld und sammeln die übriggebliebenen Aehren ein. Jetzt sollten wir alle möglichst oft hinaus in das Freie gehen, um die Predigt der Garben zu vernehmen. Sie predigen uns die uralte Gottesverheißung: So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Same und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Sie predigen uns, daß Gottes Liebe und Güte noch über uns walten. Darum wollen wir der dunk⸗ len Zukunft mutig entgegengehen und uns an das Wort des Psalmisten halten: Mein Schild ist bei Gott, der den frommen Her⸗ zen hilft. H. B. Urgroßtantens Raritätenschrank. Von Helma Esselborn. (Fortsetzung.) Christel hielt zu ihm durch dick und dünn. Sie kannte auch seine geheimsten Wünsche, die darin gipfelten, ein Waldhüter und Jä⸗ .— bei jedem Schritte, daß die Brücke einstürzen hinüber⸗ 8 5 aus dem Wald trat, um nach Hause zu und ger zu werden. Das aber war nicht leicht und die für den ehemaligen Geißbuben schier un⸗ möglich. Da starb eines Tages seine alte Mutter. Nun hielt ihn nichts mehr im Dorfe. Er schloß das kleine Häuschen zu, packte sein schmales Bündel und zog von dannen, nicht ohne am Jägerhäuschen vor⸗ her zwei dunkle Augen weinen zu sehen und ein blondes Köpfchen ans Herz zu drücken. „Bleibst mir treu, Christel, gelt? Ich komme wieder!“ Christel versprach's und hielt's. Trotz ihres Vaters Toben und trotz der Mutter Klagen zog mancher schmucke Freier mit langer Nase ab. Und die Wildhütersdirn war bald als hochnäsig verschrien in der ganzen Um⸗ gegend. An den Waldläufer dachte keiner mehr außer seinem blonden Liebchen. Das wartete geduldig, daß er Wort halte und wieder käme. Als nach Jahr und Tag vorm Häuschen wirklich der Amselpfifff, den sie so gut kannte, dreimal hintereinander ertönte, da flog das Mädel mit roten Wangen aus der Küche in die Arme des braunen Bur⸗ schen, der sie ihr glücklich entgegenbreitete. Daß der gestrenge Vater Leibschütz gerade gehen, das hatte in der Aufregung keines von den beiden Liebesleutchen gemerkt. Da gab's aber ein gewaltiges Donnerwetter, und als der Bursche jetzt treuherzig von seinen ersparten Groschen sprach und bat, ihm, der fleißig schaffen wollte, das Mädel zur Frau zu geben, da war ein Hohnlachen die einzige Antwort. Des hochfürstlichen Leibschützen Tochter und der Waldläufer, eine solche Verbindung wollte dem Vater nicht in den Sinn. Ergrimmt vor Wut wußte dieser nicht, was er tat: er griff in die Tasche und zog einen goldenen Hirschdukaten hervor, warf ihn auf den Tisch und rief:„So sicher, als du niemals solch einen Dukaten ver⸗ dienst, so sicher kriegst du mein Mädel nicht zur Frau!“ „Aber für einen Dukaten ist Euch Eure Tochter feil?“ fragte der Waldläufer schnell. Hohnlachend schlug der Leibschütz auf den Tisch.„Leg mir einen selbst verdienten . hin, und meine Tochter sist ein!“ Da griff der Waldläufer nach seiner Mütze ging. Verblüfft schaut ihm der Wildhüter nach: „Wohin?“ „Den Dukaten verdienen,“ war die rasche Antwort, und gellend schallte das Gelächter des Leibschützen hinter dem Davoneilen⸗ den her. „Sei ruhig, Christel, ich krieg dich doch, für einen Dukaten kauf ich dich!“ Tröstend drückt er im Hinausgehen dem weinenden Liebchen die Hand, das ihn verständnislos anschaute. Einige Tage später war große Parforce⸗ jagd angesetzt, und alles war bereit. Man wartete nur auf den Landgrafen selbst, der noch erscheinen sollte. Das Gefolge war vollzählig versammelt, die Meute zerrte vor Ungeduld an der Strippe, und alles sah nach dem Hirschgespann aus, mit dem der die Jagd über alles liebende Landgraf zu fahren pflegte. Endlich erscheint der wohlbekannte Wagen, aber merkwürdigerweise langsamer als sonst. Da plötzlich fällt ein Schuß und der Fürst, den man schon deutlich sitzen sah, fällt vornüber. Entsetzen lähmt einen Augen⸗ blick die ganze Gesellschaft; dann stürzt alles auf das Gefährt zu, und siehe eine leblose Puppe liegt wohl getroffen in dem Wagen. während einem zweiten schnell hinterher⸗ folgenden Gefährt der Landgraf wohlbehal⸗ ten entsteigt. Kurz vor der Abfahrt des Fürsten hatte sich ein junger Mann im Schloß melden lassen, der dringend bat, der Landgraf möge heute nicht mit den Hirschen fahren, son⸗ dern eine ausgestopfte Puppe hineinsetzen lassen, da ihm Gefahr drohe. Er habe auf seiner Wanderschaft Zigeuner belauscht, die einen Anschlag auf des Fürsten Leben ge⸗ plant hätten, weil er sie aus dem Lande ausgewiesen habe. Der nächste Jagdtag sei zur Ausführung des ruchlosen Planes aus⸗ ersehen. Der Fandgraf hatte zögernd dem Drängen des Burschen gewillfahrt. Wie gut der Rat gewesen war, das hatten alle jetzt eingesehen, und lustig nahm die Jagd mit dem geretteten Herrsche er ihren Verlauf. 2 „O doch,“ meinte schmunzelnd der Wald⸗ läufer, und stockend kam die e seiner Liebe und Freierei heraus, und daß er den Hirschdukaten brauche, um dem Herrn Leib⸗ sc en die Tochter abzukaufen. „Das ist ja einzig,“ lachte fröhlich der e„den Hirschdukaten sollst du haben, und weil ich ihn eigentlich nur einem Leib⸗ schützen oder Wildhüter zu schenken pflege, so bist du von heute an landgräflicher Leib⸗ schütz. Zur Hochzeit und Aandtafe werde ich aber eingeladen, hörst du?“ Fröhlich steckt der Waldläufer den dar⸗ gereichten Hirschdukaten ein und dankbar küßt er dem gnädigen Herrn die Hand. (Fortsetzung folgt.) Die berhandlungen des hessischenLandes⸗ kirchentages vom 4. bis 7. Mai 1920. Referat, erstattet in der Sitzung des e kirchenvorstandes zu Gießen am 14. Mai 1920 von Landgerichtsrat Neuenhagen, Mit⸗ glied des Landeskirchentages. (Schluß.) Pfarrer Weber, Lang⸗Göns, stimmt Schian zu und stellte eine Anfrage an das Kirchenregiment wegen der Abendmahls⸗ feiern von Gemeinschaften, auf welche Prä⸗ lat Euler erwiderte: 1. Das Abendmahl ist als Gemeinde⸗ feier zu betrachten. Gelegentliche 1 endmahlsfeiern der Gemeinschaf⸗ ten z. B. bei Festen in gottesdienstlichen Gebäuden beeinträchtigen jenen Charakter nicht und können also vom Kirchenvorstand gestattet werden. 2. Gelegentlich können auch Sonderabend⸗ mahle in den eigenen Räumen der Ge⸗ Als am andern Tag der Bursche vor seinem Fürsten stand, da sagte ihm dieser: „Bitte dir eine Gnade aus, du hast mir das Leben gerettet!“ „Einen Hirschdukaten,“ antwortete dieser, ohne sich zu besinnen. „Einen Hirschdukaten?“ wiederholte zö⸗ gernd der Fürst,„was willst du damit an⸗ Sohn.“ „Ich brauche nur einen Hirschdukaten!“ entgegnete der Waldläufer— denn er war es— eigensinnig. Darauf der Landgraf:„Das ist ja lächer⸗ lich, was hilft er dir? Außerdem kann ich ihn dir nicht geben. Einen Hirschdukaten bekommen nur meine Jäger und Leib⸗ schützen.“ „Ich habe keinen Wunsch, als einen Hirsch⸗ dukaten,“ erwiderte abermals der störrige Bursche. meinschaften stattfinden, im allgemeinen muß man sich aber dagegen erklären. 3. Die Austeilung des Abendmahls darf nur durch landeskirchliche Geistliche statt⸗ 19 55 Auch das Parochialrecht des Ortsgeist⸗ lichen muß stets gewahrt, also seine Zu⸗ 1 b K stigimang eingeholt werden. fangen? Wähle dir etwas andres, mein 5. Das Festhalten an der herkömmlichen age ndarischen Form wird zu verlangen 1 Man sollte den Gemeinschaften mögl ichst entgegenkommen. Halten sie getrennte Feiern ohne Genehmigung und entsteht da⸗ durch eine Verwirrung, so trifft sie die Verantwortung. Für diese Ausführungen Forschend sah ihn der Landgraf an. „Was willst du damit? 953 „Mir meine Frau kaufen!“ „Wie?“ fragte zweifelnd der Landgraf, „du bist wohl nicht ganz richtig im Kopf?“ dankt Dr. Walger⸗Gießen, da die Gemein⸗ schaft eine nicht zu unterschätzende Bewe⸗ gung sei und ein Anrecht auf gerechte und sachentsprechende Behandlung durch die Kirche habe. Sodann behandelte Pfarrer D. Waitz⸗ Darmstadt die wichtige Frage:„Was soll an Stelle des lande sherrlichen Kirchen⸗ regiments p 7“ und führte im wesent⸗ lichen aus: Nicht soll an die Stelle treten das Konfistorium mit dem nur ein Teil der mit d ment gefe deren Bise des Gand übernomm könnten d erlangen. mehrere 2 die Stellun bischöfliche nächst offe höchsten G samtheit d Vertretung Dieser üb selbst, 2. Ausschuß. ist, das E Wechsel ni Ausschuß Lebe enszeit so, daß zu Oberkonsis zu großen dern etwa höchstens storiums. Landeskire Oberkonsif dessen Ei konsistoriu oberste Ki licher ode der jewei zu treten Organe it nicht als welches e⸗ Geschäftse ausführen und end Ausschuß dechant L auch mit Geist nich enn nich und dazu Geistlichen ein Seel fügung st hirten. 0 Superinte mal sie Prof. freie Vol Gesamthe herangezo Unzufried bedauerli⸗ den Land gewinnen Urwahlen gegensteh⸗ daß dann gegebenen lick⸗Darn der mit dem landesherrlichen Kirchenregi⸗ ment gefallenen mittelalterlichen Kirche, deren Bischofsamt sich in Summepiskopat des Landesherrn erhalten hatte, wieder übernommen würde. Die Superintendenten könnten dagegen eine größere Bedeutung erlangen. Die Frage aber, ob ein oder mehrere Bischöfe einzusetzen seien, bzw. ob die Stellung der Superintendentur in eine bischöfliche Stelle umzuwandeln sei, soll zu⸗ nächst offen gelassen werden. Inhaber der höchsten Gewalt in der Kirche muß die Ge⸗ samtheit der Gemeinden sein, welche ihre Vertretung findet in dem Landeskirchentage. Dieser übt die Gewalt aus 1. durch sich selbst, 2. durch einen von ihm gewählten Ausschuß. Da dieser eine wechselnde Größe ist, das Steuer unserer Kirche aber einem Wechsel nicht unterliegen darf, muß zu dem Ausschuß hinzutreten ein ständiges, auf Lebenszeit eingesetztes Organ, nicht etwa so, daß zu dem Synodalausschuß das ganze Oberkonsistorium hinzutritt, weil dieses dann zu großen Einfluß gewinnen würde, son⸗ dern etwa nur der Präsident und ein oder höchstens zwei Mitglieder des Oberkonsi⸗ storiums. Dieses aus dem Ausschuß des Landeskirchentages und Mitgliedern des Oberkonsistoriums bestehende Organ, mit dessen Einsetzung das Erweiterte 5 oberste Kirchenbehörde dar. 0 licher oder geistlicher Spitze, steht dahin; Daneben kommen als zu treten. nicht als höchste kirchliche Behörde, Geschäftsordnung bezeichnet, sondern und endlich, wie schon erwähnt, Ausschuß des Landeskirchentages. fügung Ober⸗ konsistorium verschwinden würde, stellt die Ob mit welt⸗ der jeweils geeignete hat an die Spitze f 5 weitere Organe in Betracht: das Oberkonsistorium, als welches es sich in der von ihm erlassenen als ausführendes Organ des Kirchenregiments, der 5 i Stifts⸗ dechant Lenz⸗Lich vertritt die Ansicht, daß auch mit der neuen Verfassung ein neuer Geist nicht in die Kirche einziehen werde, wenn nicht das geistliche Amt gestärkt werde, und dazu sei vor allem nötig, daß auch den Geistlichen(auch den älteren unter diesen) ein Seelsorger in inneren Nöten zur Ver⸗ — 119— auch sonstige sachkundige Elemente z. B. die Organisten und die kirchlichen Vereine, 3. B. Frauen⸗ und Kirchengesangvereine, in den kirchlichen Organen vertreten sein müß⸗ ten. Diesen verschiedenen Berufsarten und Arbeitsgemeinschaften sei das Recht ein⸗ zuräumen, selbst Vertreter in entsprechen⸗ der Zahl für den Landeskirchentag zu er⸗ nennen. Freiherr von Heyl⸗Worms stimmt den Ausführungen des Pfarrers D. Waitz über die Notwendigkeit der Schaffung eines auf Lebenszeit eingesetzten Organs an der Spitze der Kirche zu, hält aber dafür, daß in der Kirche, weil sie nicht nur eine rechtliche geordnete Körperschaft, sonderm auch die Gemeinde der Gläubigen sei, neben der Rechtsgewalt auch die geistliche Gewalt zur Geltung kommen müsse und tritt deshalb für die Schaffung der bischöflichen Gewalt ein; der Bischof soll jedoch nicht als Vor⸗ gesetzter, sondern nur als oberster Seel⸗ sorger wirken. Medizinalrat Dr. Walger⸗ Gießen bedauert, daß der Landeskirchentag nicht zu einer entschiedenen Stellungnahme in der Bekenntnisfrage gelangt sei, und betont in längeren Ausführungen, unter Hinweis auf die Schule, die Notwendigkeit stärkerer Betonung des religiösen Moments gegenüber dem Staate und der Erhaltung des Einflusses der Kirche auf denselben. Auch bei Besetzung der Lehrstühle der theo⸗ logischen Fakultät müsse die Kirche mitzu⸗ sprechen haben. Die Kirche müsse eine geist⸗ liche Spitze haben, etwa einen Bischof. Ein allgemeines Wahlrecht sei gefährlich, da es die Demagogie in die Kirche trage. Prof. Dr. Geist⸗Darmstadt äußerte Bedenken hin⸗ sichtlich der Einführung der Urwahlen, da hierdurch kirchlich Gleichgültige die Füh⸗ rung im Kirchenregiment übernehmen könn⸗ ten. Arbeitersekretär Laufer-Darmstadt sprach als Arbeiter und bedauert, daß die Arbeiterkreise nicht stärker durch Zuwahl. im Landeskirchentag vertreten seien. Er forderte lebendigste Gemeinschaften in der Kirche und vertrat die Ansicht, daß der sozialen Frage mehr Beachtung geschenkt werden müsse, wie es seitens der katholischen 1 5 N. Kirche geschehe, die Arbeiterkreise mehr her⸗ stehe, in der Gestalt eines Ober⸗ angezogen werden müßten und die Zurück⸗ hirten. Eine Behörde, auch die seitherigen haltung ihnen gegenüber aufgegeben welr⸗ Superintendenten seien dazu ungeeignet, zu⸗ den müsse. Die Kirche solle nicht eine Kirche mal sie geschäftlich zu sehr gebunden seien. Prof. Dr. Berger⸗Darmstadt meint, eine Heräus⸗Offenbach führte Klage darüber freie Volkskirche sei nur möglich, Gesamtheit der Gemeinde zu den herangezogen werde. Unzufriedenen, por allem die Arbeiter— f in! Landeskirchentag bedauerlicherweise seien solche nicht den Landeskirchentag gewählt— wieder zu Schließlich diesem Zweck die eindrucksvollen a lich trotz der etwa ent⸗ noch folgendes aus: Das Eingehen auf Ein⸗ gewinnen suchen und Urwahlen einführen, 3¹ gegenstehenden Bedenken. Die Befürchtung, zelheiten den Ungläubigen preis⸗ gefährlich Rektor Kaß⸗ lick⸗Darmstadt spricht sich dahin aus, daß der Debatte annehmen könnte. daß dann die Kirche gegeben werde, sei unbegründet. der Gebildeten und Reichen sein. Frau (sie wenn die war die einzig gewählte Abgeordnete, die Wahlen Fürstin von Erbach⸗Schönberg war vom Man müsse auch die Erweiterten Oberkonsistorium), daß nicht in größerem Maße die Wahl von Frauen zum ermöglicht worden sei. führte Prof. Schian in einem Schlußwort im wesentlichen und grundsätzliche Fragen war und deshalb bedauerlich. Es herrscht wohl mehr Einigkeit, als man nach 2 Die Ver⸗ .—— — 120— fassung könne natürlich kein Leben geben. Es kommt auf den Geist an, der in ihren Bestimmungen herrscht. Dem Geiste Gottes darf nicht durch Formstückwerk seine Aus⸗ wirkung verbaut werden. Dem von Abg. Dr. Walger bezüglich der Bekenntnisfrage ausgesprochenen Bedauern gegenüber be⸗ tonte dieser Redner: Auch uns ist die Be⸗ friedigung des religiösen Bedürfnisses selbst.⸗ verständlich Hauptaufgabe der Kirche. Wir bekennen uns alle zum Evangelium der Re⸗ formation. Neutralität wird nur gegenüber den politischen Parteien, nicht gegenüber dem Staat verlangt, der allerdings vom christlichen Geist durchdrungen sein muß. Den Parteien aber gegenüber muß die Kirche streng neutral sein. Die Kirche soll auch von uns nicht etwa auf die Demagogie der Massen aufgebaut werden, aber die Ab⸗ sicht, die Massen wieder zu erfassen und zur Kirche zurückzuführen, muß ernstlich gewür⸗ digt werden. Das Motiv ist ein gutes. Man darf es nicht anders bewerten bezüg⸗ lich der Gemeindewahlen, für welche die Urwahlen schon eingeführt sind, und be⸗ züglich derjenigen zum Landeskirchentag. Gern sind wir bereit, den Rechten der Frauen in der Kirche in vollem Umfang Rechnung zu tragen. Außerordentlich wich⸗ tig ist, daß auch die verfaßte Kirche eine lebendige Arbeitsgemeinschaft darstellt. Die Gemeinden müssen die Möglichkeit freier Entfaltung gewinnen, ohne sich aus dem Verband der Landeskirche zu lösen. Nach Abschluß dieser Verhandlungen ein vielfach die Einwohner mit, und dadurch wurde ein besonderer Ausschuß gewählt, der im Einbernehmen mit dem Oberkons istorium vor Tremblois, wo wir jetzt parkieren. Ich mußte die Abteilung im Ort, der bis auf wenige Häuser niedergebrannt ist, tränken lassen; aber ich mußte erst zwei Stunden mit Infanteristen und Kavalleristen kämp⸗ fen, bis unsere Leute tränken konnten. In⸗ zwischen war bei der Batterie abgekocht worden. Seit Freitag abend bekam ich heute(Dienstag) zum erstenmal wieder et⸗ was Warmes zu essen(Kaffee hatte es auch nicht gegeben), Reissuppe mit Huhn und etwas Kaffee; es wäre erwünscht gewesen, etwas Festeres zu bekommen. Nachmittags rasten wir noch an derselben Stelle; ich benutzte die Gelegenheit, mich gründlich zu reinigen und rasieren zu lassen. Welch eine Wohltat! Abends. Wir blieben den ganzen Tag auf dem Parkplatz und bekamen hier die zweite Post seit dem Ausrücken(11. Aug.). Ich erhielt gute Nachrichten über Hedwig und die Kinder vom 18. Um ½8 Uhr kam der Befehl zum Biwakieren. Schade, daß wir das nicht schon morgens wußten, wir hätten mehr von der Ruhe gehabt, wenn wir nicht dauernd in Erwartung des Marschbefehls gewesen wären. Die Pferde standen 4 Tage und 3 Nächte unter dem Sattel, was viele Druckverletzungen verur⸗ sachte. Abends saßen wir gemütlich zusam⸗ men, während Fußartillerie befestigte Stel⸗ lungen bei Mouzon und Carignan beschoß. In den letzten 4 Tagen haben wir gesehen, wie furchtbar es ist, wenn der Krieg in ein Land getragen wird. Hier kämpfen herrscht bei unseren Soldaten eine große die Neugestaltung der Kirchenverfassung vor⸗ Erregung und Erbitterung. Wo die Be⸗ zubereiten hat und bis zum Herbste dem Landeskirchentag einen Verfassungsentwurf vorzulegen hofft. Er besteht aus folgenden Mitgliedern: Pfarrer(nicht Oberkonsistorial⸗ rat) Bernbeck, Berger, Bayer, Dornseiff, Frau Heräus, Herrmann, Freiherr v. Heyl. Laufer, Neuenhagen, Römheld, Schian, Wagner ⸗Stockstadt, Waitz. Gleich nach wohner in ihrem Hause sind und dieses nicht verschlossen halten, geschieht ihnen nichts; aber die verschlossenen Häuser wer⸗ den mit Gewalt geöffnet und durchsucht. Dies ist unbedingt nötig wegen der nach⸗ folgenden Kolonnen, die doch gar keine eigene Kampfkraft besitzen. Häuser, aus denen ge⸗ schossen worden ist, werden in Brand ge⸗ Pfingsten soll der gesamte Ausschuß zu setzt. Die Bewohner von Florenville hatten einer Beratung zusammentreten.(Ist in⸗ sich gut gegen unsere Soldaten verhalten; zwischen geschehen.) dort wurde kein einziges Haus angezündet Nach einer eindrucksvollen Kundgebung und die Bevölkerung wurde gut behandelt, für eine im nächsten Jahre zur Erinnerung an den Wormser Reichstag von 1521 in Nur dem Wein hatten viele gar reichlich zugesprochen, was sich bei der großen Hitze Worms stattfindenden Lutherfeier wurde der und dem nachmittags einsetzenden schweren Landeskirchentag bis zum Herbst vertagt. Kampf bei manchem recht unangenehm In Gewaltmärschen bis zur Marne.) Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. Landgerichtsrat Trümpert, Gießen. (Fortsetzung.) 25. 8. 1914. Es scheint ruhelos weiter⸗ zugehen, immer hinter dem Feind her. Die Anstrengungen für Menschen und Pferde sind übergroß, dabei gibt es fast nichts zu essen. Wie nötig wäre ein Ruhetag! Um 6 Uhr morgens rückten wir bis unmittelbar *) S. Nr. 23. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universi fühlbar machte. (Fortsetzung folgt.) Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 1. August(9. nach Trinitatis). In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonsir⸗ mierten aus der Matthäusgemeinde, Pfr. Mahr.— Vorm. 9% Uhr: Pfr. Becker. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfir⸗ mierten aus der Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer.— Vorm. 9½½ Uhr: Pfarr⸗ assistent Ramge. itäts-VBuch⸗ und Steindruckerel R. Lange, Gießen. Gemei Hr. 31 S Seit J die Bezei⸗ „soziale? aber ein Leben ze Gesinnun Seit de Krieges! im Auffst die alles zenten, F beiter be ihre Fab leistunger frühere 5 ter Berü wertes, a grenzen. einwende vorhande in Staat liches De sich kein gefordert Augen se lichen Z dem and und We steht nic bilden, jeder lei daß für kommen sundet. kommen, ihm Pla billigung letzter Li uns auf Beamten des Krie ringe B retteten. In Ge Aus der d. R. 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