salmen, der manche an⸗ dieser Bezie⸗ inen beson⸗ estament ge⸗ ses neben je⸗ nn. Daß sich on selbst zu⸗ jestaltet, ver⸗ letzteren von seiteren Stu⸗ zeugung weit ist, auf der Staatslehre, eiferen Stu⸗ hinzutreten das ist aller⸗ 'ogischer Er⸗ darauf ein⸗ r möchte ich en, daß der igionsunter⸗ Moralunter⸗ teten Stand⸗ eligion selbst ssen, daß die ie natürlich rers mit sich renden Ein⸗ die wissen⸗ igionsunter⸗ ung gelangt. 2 Trinitatis). tags 8 Uhr, aukonfirmier⸗ Pfarrassistent Ihr: Pfarrer Kinderkirche arrer Mahr. tittags 8 Uhr, gs 9½ Uhr: örmittags 11 kasgemeinde. ends 8 Uhr: aal. igstraße 50. mmengottes⸗ und Männer⸗ en 22. Juni: herzlich ein⸗ Juni: Unter⸗ eilung. Gäste zöherer Lehr⸗ n 6—7(Uhr den Samstag Abteilung im onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 26 Gießen, 2. Sonnt. n. Trinitatis, den 29. Juni 1919 8. Jahrgang Unbeugsam in Gott. Psalm 73, 26. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit mei⸗ nes Herzens Trost und mein Teil. Unruhige, angsterfüllte Tage liegen hin⸗ ter uns. Montag, der 23. Juni, war ein Tag genau von demselben Gepräge wie jener 1. August 1914, da wir stündlich auf Nach⸗ richten aus Berlin warteten, da viele Hände sich ineinander falteten und viele Menschen beteten: Herr, laß des Krieges Ungewitter an uns vorübergehen! Wer am vergangenen. Montag die jungen Männer mit ihrem Reisegepäck zum Bahnhof gehen, wer in den Nachmittagstunden die dichtgedrängte Menge vor dem Geschäftsgebäude des„Gießener An⸗ zeigers“ stehen sah, der wußte, daß es sich an diesem Tage um eine Entscheidung von weltgeschichtlicher Tragweite handelte. Nun ist die Entscheidung gefallen. Es hat keinen Zweck, über sie im Jammer auszubrechen, vor dem harten Schicksale müssen wir uns beugen. Das sei nur gesagt: wer die Män⸗ ner beleidigt, die für die Unterzeichnung des Friedens gestimmt haben, der tut Unrecht. Man kann sicher sein, daß sie nur nach ge⸗ wissenhafter Erwägung gehandelt haben und daß sie sich bewußt gewesen sind, eine große Verantwortung auf sich zu nehmen. Ebenso⸗ wenig darf man denen, die anders gestimmt haben, die bona fides, die Aufrichtigkeit ihrer Gesinnung, absprechen. In guten und glücklichen Zeiten sind wir im Religionsunterrichte und im Got⸗ tesdienste belehrt worden, daß der Christ, wie sein Schicksal sich auch gestaltet, der Fügung Gottes stille halten müsse. Erge⸗ bung in den Willen des Vaters, wie wir sie an dem beobachten, der in Gethsemane gebetet hat, ist uns stets als ein heiliges Ideal vor die Seele gestellt worden. Un⸗ gezählte einzelne aus unserem Volke haben im Laufe der letzten fünf Jahre Gottes Wil⸗ len ruhig und gefaßt über sich ergehen lassen. Ein namenloses Unglück, wenn ein Jüng⸗ ling im Kriege ein Bein verliert oder wenn einer Mutter zwei oder mehr Söhne auf dem Schlachtfelde fallen. Und doch sind die, die hiervon betroffen wurden, nicht zusam⸗ mengebrochen, sondern sie haben mit dem Psalmisten gefagt: Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. Die Opfer, die nun von uns verlangt wer⸗ den, sind lange nicht so schwer wie die, die einzelnen unserer Volksgenossen schon vorher auferlegt wurden, unsere Opfer beruhen im wesentlichen darin, daß wir Geld und Gut hergeben müssen. Sollen uns die, die um des Vaterlandes willen weit Schwereres er⸗ tragen haben, beschämen? Wie dem auch sein möge, wenn sie uns auch alles nehmen, wenn sie uns, wie Luther sagt, den Leib, Gut, Ehre, Kind und Weib nehmen, unseren Gott können sie uns nicht nehmen. Wenn der Psalmist vom Ver⸗ schmachten des Leibes und der Seele redet, so meint er darunter die schlimmste leibliche und seelische Not. Laßt alles zusammen⸗ brechen, Gott ist noch da, er bleibt unseres Herzens Trost und unser Teil, er führt uns allezeit auf rechter Straße um seines Na⸗ mens willen und durch dieses Tränental der⸗ maleinst zur ewigen Seligkeit. H. B. Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 14. Der Gießener Bürger und seine Vaterstadt um die Mitte des 19. Jahrhunderts. (Schluß.) Auch bei diesen beiden Routen ist nicht erwähnt, vor welchem Gasthaus sie hier ihre Station hatten; vielleicht waren es das „Darmstädter Haus“(Walltor), der„Deut⸗ sche Hof“(Neuenweg) und der„Gasthof zum Hirsch“(gegenüber der Lotzschen Wirtschaft, Seltersweg) oder„Prinz Carl“(Seltersweg). Der Frachtfuhrverkehr war ein sehr reger. Das einzige derartige Unternehmen in Gie⸗ ßen wurde im Jahre 1840 von dem Fuhr⸗ mann Leng(jetzt Ad. Lyncker), hier betrie⸗ ben, welcher jeden Dienstag Frachten nach Butzbach, Friedberg, Frankfurt am Main und Mainz beförderte und am Freitag abend und Sonntag früh zurückkam. Er fuhr demnach mit mehreren Wagen. Von und nach anderen Richtungen wur⸗ den die Güter von auswärtigen Fuhrunter⸗ nehmern übermittelt, die ihr Absteigequartier in den vorerwähnten Gasthäusern nahmen. Botendienst fand nur nach Biedenkopf, Butzbach, Gladenbach, Homberg a. d. Ohm, Hungen, Lich, Londorf und Wetzlar statt. Bestellungen nach diesen Orten konnten auf⸗ gegeben werden: Im„Stern“ auf der Mäusburg, bei Herrn Balthaser Vogt auf dem Markt, bei Wirt Ockel in der Neustadt, bei Herrn Loos in der Judengasse, bei Herrn Speisewirt Möhl auf der Mäusburg, bei Herrn Ge⸗ 9—ů—ů ů — 102 meinderat Herbert auf der Mäusburg, bei! deter Geschmack dazu, herauszufinden, daß Herrn Schuhmacher Becker in der Sonne, bei Herrn Wirt König am Walltor, bei Herrn Wirt Bramm in der Neustadt und im Gast⸗ haus zum„Prinz Carl“. Wie hat sich während des letzten Halb⸗ jahrhunderts Gießen verändert. Durch den Bau der Eisenbahnen verschwand nach und nach der Fahrverkehr nach auswärts, nur noch nach der nächsten Nachbarschaft erhielten sich bis in die letzten Jahre die Frachtfuhr⸗ werke und die Boten. Neue Stadtteile er⸗ Quellwasser doch reiner war, wie das der Pumpen der Stadt. Für Kranke holte man daher das Trinkwasser am Jughardsbrunnen am Seltersberg und sogar am Fürstenbrünn⸗ schen in den Wiesen vor dem Walltor.„Die Stadtbach“ hatte unter diesen Verhältnissen am meisten zu leiden; denn ihr war es letzten Endes vorbehalten, all den Unrat in sich auf⸗ zunehmen. Sie war die am miserabelsten behandelte Einrichtung unserer Stadt. Alle Abfallwässer liefen hinein. Und nicht nur standen(Neuen Bäue, Neustadt, Neuenweg), das zerbrochene Töpfe, durchgerostetes Blech⸗ allerdings gehören die mit dem Prädikat „Neu“ bezeichneten Straßen der Altstadt heute zu den alten und am wenigsten schö⸗ nen. Vor 50 Jahren standen außerhalb der vier Schooren nur ganz wenig Häuser. Das geschirr, Lumpen, Körbe, Bauschutt, alte Hüte, Schuhwerk, ja sogar die Ueberreste von Kinderwagen warf man hinein. Vor Scham kroch sie daher nur durch düstere Ecken und Winkel, und da, wo sie in die Lahn mündete, Bahnhofsviertel, der Seltersberg, die Ste⸗ machte diese einen Bogen um sie herum vor phansmark, die Schwarzlach, das Schiffen⸗ Abscheu. Daß die Anwohner in lauen Som⸗ berger Tal und„Sachsenhausen“ jenseits mernächten nicht mit der Gitarre im Arm der Lahn waren fast unbebaut. Und die auf den Altanen und Balkonen(die es ja Stadt selbst? Holperiges Pflaster, für dessen Reinigung zweimal in der Woche der Bürger zu sorgen hatte und das durch den landwirt⸗ schaftlichen Fuhrbetrieb vermittels Kühen und Ochsen, namentlich auch während der Einbringung der Ernte, durch die Schaf⸗ herden und die vielen bäuerlichen Gespanne, die mit Gemüse, Holz,„Wissiger Sand“, Braunkohlen vom Hessenbrücker Hammer her⸗ einkamen, nicht zu seinem Vorteil verändert wurde, besonders, wenn Jupiter pluvius kleine Lachen und Seen schuf. Nur die Straßenrinnen schienen wie neugeboren nach der Waschung, denn was da alles hineinlief! „Gießener des zwanzigsten Jahrhunderts, du ahnst es nicht! Die Metzger schlachteten in ihren Behausungen und Höfen, jeder richtige Gießener Landwirt hatte seinen Mist, auf den er sich um so mehr einbildete, je höher er war und dann die unzähligen Winkel zwi⸗ schen den Häusern, die mit verblüffender Offenheit den Vorübergehenden Einblick in die inneren Verhältnisse Gießen gewährten, die man anderwärts vor den Augen seiner Mitmenschen ängstlich verbarg. All diese Stätten von Ansammlungen gesundheits⸗ widriger Stoffe standen mit den Gossen, denen es zu allem Ueberfluß auch noch viel⸗ fach an dem nötigen Gefälle fehlte, mehr oder weniger in Verbindung. Was ihnen micht zufloß, sickerte in den Boden, der meh⸗ rere Meter tief eine schwarze Morastfarbe hatte, wie man bei Ausführung der Kanali⸗ sation feststellte. Auf dem Kreuzplatz stieß man sogar auf Holzbohlen und Tausende von Kühhörnern, die man, um des Sumpfes Herr zu werden, in ihn hineingeworfen hatte.— auch außerdem nicht gab) saßen und das Lob des Schönen sangen, vielmehr die Fenster hermetisch geschlossen hielten, Räucherkerzchen anzündeten und die Bettdecke über den Kopf zogen, braucht bei allem Respekt vor den hygienischen Motiven des Erbauers„der Stadtbach“ nicht versichert zu werden. Nur die unzähligen Ratten fühlten sich wohl und hielten Kasinobälle ab, zu welchen sie die Musik selbst machten. Sollte man es hiernach für möglich hal⸗ ten, daß das Wasser des Baches zu indu⸗ striellen Zwecken verwendet wurde? Und dennoch war es so. Allerdings wartete man, bis„die Bach draus' gewesen war“, wie der Gießener sagte, d. h. bis man sie gereinigt und mit frischem Wasser versorgt hatte. Es hätten sich unhaltbare Zustände ergeben, wenn man nicht ziemlich häufig eine Ent⸗ fernung des Unrats vorgenommen hätte. Zu diesem Zweck wurde die Einlaufschleuse an der Lahn geschlossen und nicht eher ge⸗ öffnet, bis die Aufräumung erfolgt war, welches einige Tage in Anspruch nahm. Es konnten dann die Färber in, ihren teilweise unterirdischen Einrichtungen(auf der Mäus⸗ burg) die Auswaschung ihrer Waren und die Gerber die Wässerung ihrer Häute vorneh⸗ men und damit gleich wieder mit der Ver⸗ unreinigung des Wassers den Anfang machen. Aus Vorstehendem ersieht man, daß der Gießener vor 50 und mehr Jahren in nicht besonders günstigen, gesundheitlichen Ver⸗ hältnissen lebte. Es forderten daher auch Schwindsucht und typhöse Krankheiten stän⸗ dig ihre Opfer. Heute ist das anders gewor⸗ Darf man sich da wundern, wenn die zahl⸗ den. Man hat das Uebel bei der Wurzel ge⸗ reichen Brunnen in den Häusern, Höfen und Straßen verseucht waren? So schmeckte z. B. packt, die Kanalisation, die Quellwasserver⸗ sorgung, das Schlachthaus und das Volks⸗ das Wasser im Realschulbrunnen nach bad erstehen und den Stadtbach mit allem „Gas“, wie die Jungen sagten. In Wirk⸗ was drum und dran hing, verschwin⸗ lichkeit war es, wie sich später herausstellte, den lassen. Die Straßen sind fast durchweg neu gepflastert oder asphaltiert, zwei Linien Jauche. Es gehörte kein besonders ausgebil⸗ der ele! in dens sind a treten. chen m Straße sehen. Schoor kann n rer, ge inmitte grünen zeichne Die Ueberse zögern, ist när dem„ Me ich die den da auch rt! zur 30 beunrr melsbe Worte mit Ui Ich Uns vi der un auch m rührer Sd zens a den la euch.“ Euer nicht!“ zu eig rechen! innere schaft Wi N Tatsa zur 9 100. überg, kungen wir h hande daß d ihrer abhol stande sere! meind schon nden, daß e das der holte man dsbrunnen stenbrünn⸗ tor.„Die chältnissen es letzten n sich auf⸗ serabelsten adt. Alle nicht nur tes Blech⸗ hutt, alte rreste von or Scham Ecken und mündete, serum vor ten Som⸗ im Arm die es ja das Lob e Fenster erkerzchen den Kopf vor den 8„ ben. Nur wohl und n sie die glich hal⸗ zu indu⸗ e? Und tete man, „ wie der gereinigt atte. Es ergeben, ine Ent⸗ en hätte. ufschleuse eher ge⸗ gt war, ihm. Es teilweise r Mäus⸗ und die vorneh⸗ der Ver⸗ Anfang daß der in nicht n Ver⸗ her auch en stän⸗ gewor⸗ irzel ge⸗ isserver⸗ Volks⸗ it allem rschwin⸗ urchweg Linien der elektrischen Bahn vermitteln den Verkehr in denselben, und Gas⸗ und elektrisches Licht sind an die Stelle der Petroleumlampe ge⸗ treten. Alte Häuser haben neuen Platz ma⸗ chen müssen und schöne Läden verleihen den Straßen und Plätzen ein freundliches Aus⸗ sehen. Anmutige Anlagen umgeben den vier Schooren entlang die Stadt, und diese selbst kann nunmehr ohne Ueberhebung als saube⸗ rer, gesunder und zu seiner herrlichen Lage inmitten von Burgen und Bergen und am grünen Strand der Lahn passender Ort be⸗ zeichnet werden. L. Frech. Nummer hundert. Die lieben Leser werden sich über diese Ueberschrift sicher wundern; da will ich nicht zögern, die Erklärung dafür zu geben: Dies ist nämlich der hundertste Artikel, den ich dem„Sonntagsgruß“ übergebe. Mein Wunsch war seit langem, daß, wenn ich diese Zahl erreichen sollte, ich vom Frie⸗ den darin reden könnte. Das will ich nun auch tun, aber nicht von dem Frieden, der zur Zeit die gesamte Menschheit auf Erden beunruhigt und der nichts von der Him⸗ melsbotschaft enthält, die in diesem einen Worte uns gegeben ward. Nein, der trägt mit Unrecht diesen hehren Namen. Ich will von dem Frieden sprechen, der uns von unserem Heiland verheißen wurde, der unsere Herzen und Seelen erfüllen kann, auch wenn rings die Stürme toben und auf⸗ rührerische Gewalten uns umbranden. Schauen wir nur stets dankbaren Her⸗ zens auf zu dem, der gesagt hat:„Den Frie⸗ den lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht!“ Haben wir uns diese Worte recht zu eigen gemacht, so können wir dem Unbe⸗ 8 welches innere und äußere Feinde zur Zeit in Bereit⸗ rechenbaren getrost entgegengehen, schaft für uns haben. Wir wollen mit Paul Gerhardt sagen: „Erhebe dein Gemüte Zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad' und Güte, Bleibt dennoch ewiglich.“ Baronin R. * Nachschrift der Redaktion. Die Tatsache, daß Frau Baronin Julie Nordeck zur Rabenau für unser Gemeindeblatt den 100. Artikel beisteuert, können wir nicht vor⸗ übergehen lassen, ohne daran einige Bemer⸗ kungen zu knüpfen, weil wir wissen, daß wir hiermit ganz im Sinne unserer Leser handeln, obschon wir uns nicht verhehlen, daß die, der diese Bemerkungen gelten, in ihrer zurückhaltenden, allem lautem Gerede abholden Art, eigentlich damit nicht einver⸗ standen ist. Frau Baronin Rabenau ist un⸗ sere treueste Mitarbeiterin. Als unser Ge⸗ meindeblatt noch im Entstehen war, hat sie schon Beiträge geliefert. Ihr erster Beitrag, — 103— i die Uebersetzung zweier ergreifender religiöser Gedichte aus dem Englischen, findet sich in Nr. 7 des 1. Jahrgangs(1912). Drei Wochen später(Nr. 10) folgte ein längerer Artikel, betitelt„Ernste Gedanken“. Darin steht das Wort, das nicht nur ein ernstes, sondern wirklich auch ein prophetisches Wort war: „Wenn nicht alle Zeichen trügen, so gehen wir wiederum schweren Zeiten entgegen. In. welcher Gestalt sie zu uns kommen, ist un⸗ bekannt, Gott allein weiß es.“ Hierin schlos⸗ sen sich in einem Zeitraum von acht Jahren in langer Reihe Bilder von Reisen, Mit⸗ teilungen über Selbsterlebtes, so über Be⸗ gegnungen mit Moltke, gemütvolle Darstel⸗ lungen aus dem Frauenleben, Mahnungen an das heute lebende Geschlecht, namentlich an die vielfach zerfahrene Frauenwelt, und Artikel ernsten, religiösen Gepräges. Frau Baronin Rabenau ist aber nicht nur unsere treueste, sondern auch unsere erfolgreichste Mitarbeiterin. Wir wissen aus vielfachen Mitteilungen unserer Leser und Gemeinde⸗ glieder, wie gern ihre Beiträge gelesen wer⸗ den, nicht nur von Frauen, sondern in ganz besonderem Maße auch von Männern. Zeu⸗ gen diese Artikel doch von einem reichen Innenleben, von einer wahrhaft christlichen Lebensführung, einer gereiften, abgeklärten Weltanschauung und einer vieljährigen Le⸗ benserfahrung. Eine Laienpredigerin im besten Sinne des Wortes können wir die ver⸗ ehrte Frau Verfasserin, die zur evangelischen Gemeinde Gießen gehört, nennen, eine Laienpredigerin, die aus der Stille ihres Gießener Heims und ihres Landsitzes heraus viel Segen gewirkt hat. Möge es ihr durch Gottes Gnade vergönnt sein, noch viele Jahre mit dieser Arbeit, die in diesen un⸗ ruhigen, schweren Zeiten ganz besonders nötig ist, sortzufahren! Johann Henrich Schaffstädts Gießener Chronik 1776— 1825. (Fortsetzung.) „D. Asten Mertz ist der alte Marx mit des Bleichers Hillgards Sohn von 9 Jahre alt bey über fahren einer Fluth unter dem Wehr bey der großen Mühl Ertrunken, sind beide 8 Tag hernach bey der Neu Mühl ge⸗ funden worden.“ Im Kirchenbuch steht darüber: „Im Jahre Christi achtzehn hundert und fünfzehn den fünfundzwanzigsten März er⸗ trank in der Lahn: Johann Heinrich Marx, Bürger und Controlleur bey Großh. Uni⸗ versität, alt neun und fünfzig Jahr und wurde erst gefunden den vierten April.“ Darunter steht: „Im Jahre Christi achtzehn hundert und fünfzehn, den fünfund zwanzigsten März er⸗ trank zugleich mit Obigen in der Lahn: Georg, des Bürgers und Bleichers, Johann Hillgart Sohn, alt neun Jahre sechs Monat — . 5— ——— e — 104— und wurde erst gefunden und beerdigt den. sechsten April.“ „In dem April sind die ersten Juden unter das hiesige Militär gezogen worden.“ „In dem April ist der Wittib Buschin in der Juten Gaß(Rittergasse) ihre Scheuer welche zu einem Brauhaus gemacht worden mit Dach und Gefach in fünf Tagen von fornne ihrem platz unten an die Bach ge⸗ schraubt worden von einem Meister von Rot⸗ heim und Meister Pimpert. d. ten July ist das erste mahl darin gebraut worden.“ Die⸗ ses Verlegen eines Hauses nach modernem amerikanischen Muster setzt uns in Erstaunen. „Auch zur nemlichen Zeit ist der Pulfer⸗ graben durch die Wissen gemacht worden.“ „D. 17ten May ist das Leib Regiment wieder von uns ausmaschirt gegen die Frans⸗ soßen hat die landwehr die thorren besetz bis den 21ten May sind sie wieder von dem Debo(Depot) abgelöß worden.“ 5 „D. 26. May ist der Russische Kaißer von Winn abgereißt nach dem Hauptquartier Heidelberg, der Kaißer von Oestreich einen Tag später, der Könnig von Preußen einige Täge früher. haben dem Konkres in Winn 8 Monnath bey gewohnet.“ „In dem May hat der Könnig Murat von Neapel sein Könnigreich verlohren wel⸗ ches ihm die Oestreicher abgenommen und dem rechtmäßigen Könnig Ferdinand d. Aten übergeben. Der Murat ist tod geschossen worden.“ „D. 12ten Juny des Morgens 5 Uhr hat sich des Neuenwegers Schäfers Bruder in der Lahn erseuft. Von der Brück hin nein⸗ gesprungen.“ „D. 16ten Juny haben die Feindselig⸗ keiten von den Franzsosen gegen die All⸗ girten(Alliierten) ihren Anfang begonnen. Die Schlagt ist sehr mördrisch von beitten Theillen geweßen, kann man sich Vorstellen haben, sich 3 Tägen bis auf den 18ten ge⸗ schlagen, da ist die Franzschöse Armee todal von den Preußen geschlagen worden haben 300 Stück Canonnen verlohren. Von bei⸗ den Theillen sind auf die 70 Tausend ge⸗ blieben.“ Es handelt sich hier um die Schlachten bei Ligny und Waterloo. „D. Aten July ist wegen dem großen Sieg der Teuschen(Deutschen) bey uns Dank⸗ fest gehalten worden. O welch ein Feuer⸗ liches(feierlicher) Tag vor einen deuschen (deutschen) Bittermann(Biedermann).“ „D. Zten July haben die Pariser mit den zwey Helden der Allgirten Fürst Blücher Commandant der Preußen und dem Hertzog Wellington Commandant der Enlischen Ar⸗ mee einen Agort(Akkord) wegen der Ueber⸗ gabe von Paris an die Teuschen abgeschlos⸗ sen. Den(ten sind sie in Paris mit ihren Truppen eingezogen. Die Pariser haben täg⸗ lich 4 Millionen Liefer(Livres zahlen müf⸗ sen auch zweymalhundert Taußend Preußen neu kleiden müssen. Der Keißer von Oest⸗ Preußen sind wieder in der Hauptstadt Paris gewesen sind d. gten Ster wieder nach Ihren Staaden abgereist. D. 16ten July hat sich der große Welt Bezwinger Bonnobarth an den englischen Cappitain Maitland Com⸗ mander des lingen Schiffs(Linienschiffes) Bellerophon ergeben müssen mit noch 45 Persohnen sind nacher Enland gebracht wor⸗ den. Bonnobarth ist in Gefangenschaft Kom⸗ men nach Sang Helena Insel ist daselbst d. 15ten October an Kommen.“ „D. 27ten July haben die Preußen Be⸗ sitz Von Wetzlar genommen.“ „D. 23ten August hat unß mein Bruder von Hanau in seinem 72 Jahr mit einem Besuch erfreut ist 15 täge bey uns blieben.“ „D. 19ten Septem ist die geweßene Klein Mühl auf den Abbruch Versteuert(verstei⸗ gert) worden hat bekommen Zimmermeister Herbert.“ „Die Hohen Allgirten Mächte haben aus dem Museum in Paris alle Kunst sachen und Manuscripten welche die Franßosen in Deuschland und allen Staden(Staaten) ge⸗ raubt wieder Ihnen hinweggenommen und Ihren rechtmäsigen Besitzern zurückgegeben. D. Alten Novem ist der Friede mit den Fraußossen in Paris abgeschlossen worden, sie haben an die Hohen Allgirten Mächte siebenhundert Millionen Kriegsunkosten zah⸗ len müssen, auch alle Festungen gegen Deuschland an die Allgirten zur Garrandie übergeben müssen auch noch zweymalhundert Taußend der Allgirten Truppen in ihrem Land zu verpflegen behalten bis alles ab⸗ bezahlt.“ Uleine Mitteilungen. Unsere Gemeindeglieder seien darauf auf⸗ merksam gemacht, daß in den nächsten Wochen, wenn deutsche Kriegsgefangene hier⸗ her kommen, bei ihrem Einzug die Glocken der Johanneskirche läuten werden. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 29. Juni(2. nach Trinitatis). Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrassist. Schaefer.— Vormittags 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Markusgemeinde. Pfarrassist. Schaefer. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus ber Lukasgemeinde. Pfarrer Be⸗ tolsheimer.— Vormittags 9½ Uhr, zugleich Mil.⸗Gottesd Div.⸗Pfarrer Tiesmeyer.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die reich der Keißer der Russen und Könnig von Johannesgemeinde. Pfarrer Adolph. R. Lange, Gießen. Gemein Mr 27 2. Sam. 21 Mit dem lands äuße füllt. Nie lament vo dung geste am vorle gefallen, k gesprochene Vorwurf z gegen Ann der Weltge aus pflichte nicht stark fast selbstv keinem ein Kampf eic den ist! Nun abe lich mit finden. Un Seele. Wi Erwägung ren. Was Jahren üb zen Mensch Empfinden Selbstbesin Frage gest behälter ko nicht über und Entbe net dazust Frage an dieses Krie schen nicht pel der v zurückgefü bloße rohe gibt, niem führt. Sch Unwägbar mag oft ä setze des stellen, zu Strudel d und die wiesen, de höherer V lichen Ve und in de richtigkeit lung der! ein gött! Einzelne dieser W̃