vrechen⸗ gesamte ter an id son⸗ i Zapf⸗ waren u, und s seine [te das irgend⸗ en einen ng des o rasch er und diesen n, aber genwart e geist⸗ orvollen ben und n. in das idieners Häuser her kam zel und tentners unteren bis zur rleitung tertag. „ 9½ Uhr: rmittags us- und aefer.— zm An⸗ e Beichte atthäus⸗ statt. tags 9½ rmittags ohannes⸗ Abends rtag. 9½ Uhr: atthäus⸗ ndmahls. 3 Uhr: rmanden jemeinde. tags 9½ Vormit⸗ e Lukas⸗ 5 Kach⸗ Prüfung ohannes⸗ eindruckerei onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen 8. Jahrgang Nr. 17 Gießen, Quasimodogeniti, den 27. April 1919 jahre für viele schon zu dieser Vergangenheit Gott mit uns! jahr: iele se Ver Psalm 14, 5. Gott ist bei dem 75 12 5 e 1 0 Geschlecht der Gerechten. daten e 5 5 7 daten dabei die Gelegenheit bietet, irrigen Wer hält den Untergang unseres Volkes Anschauungen über das Militär entgegenzu⸗ auf? Wer gibt ihm eine Hoffnung, wenn treten. Der Leser des„Sonntagsgrußes“ alle Stützen brechen? Aus der trüben sucht, wie jeder Christ, die Wahrheit. Zu Gegenwart haben sich die Augen der From⸗ ihr möchte ich beisteuern und gleichzeitig un⸗ men noch immer zurück in die Vergangen⸗ begründeten Beschuldigungen gegen das Heer, heit ihres Volkes gerichtet, über der sichtbar besonders aber gegen den Offizierstand, ent⸗ Gottes Gnade ausgebreitet lag.„Um unserer gegentreten, wie sie leider während der Väter willen,“„um der Gerechtigkeit willen jetzigen Revolution von hierbei beteiligter in unserem Volke,“ beteten sie und vertrau- Seite verbreitet wurden. 5 ten auf Gottes Hilfe. Aus einem dankbaren Rückblick auf Gottes Gnade kann sich der demütige frohe Glaube an die Treue des Höchsten erheben. Glauben brauchen wir in unserer Zeit so besonders, wo alles, was uns sonst die Größe und Stärke unseres Vaterlandes verbürgte, dahin sinkt. Gott hat im Laufe der Geschichte unser Volk wohl durch manche Nacht geführt, aber es doch nicht versinken lassen. Soll Deutschland jetzt ein Raub werden fremder Völker, soll deutsche Art untergehen, deut⸗ scher Idealismus zertreten werden, deutsche Frömmigkeit ein Spott sein? Gott kann sein heiliges Wort nicht lügen lassen. Seine hei⸗ ligen Hände hüten dieses Wort. Er hat schon zu viel, zu Großes an unserem deutschen. Volke getan, er kann es nicht versinken lassen. Er wird noch viel Größeres an uns tun. nicht um unserer Gerechtigkeit willen, aber um seiner Gnade und Treue willen. Darum wollen wir uns scharen zu dem Geschlecht der Gerechten, der Frommen! Ob andere vom Glauben abfallen, wir wollen das Got⸗ tesvolk bleiben, das Volk des Eigentums un⸗ seres Herrn Jesu Christi, in dem die Ver⸗ heißung ihre köstliche Bürgschaft erhielt: „Gott ist bei dem Geschlecht der Gerechten.“ Erinnerungen und Betrachtungen. Von Generalleutnant z. D. Friedrich Klingelhöffer(Gießen). Um dies gleich zu sagen, der Grund hierfür ist nicht schwer zu finden. Man hat bei der Revolution so viel versprochen! Was hat sich erfüllt? Man verkleinert nun die früheren Zustände, um die jetzigen in besse⸗ rem Licht erscheinen zu lassen. Dabei spielen Mißgunst, Mißtrauen und Furcht eine Rolle. Viele haben die Idee, der Offizier wolle sich überheben. Sollte dies im einzelnen Fall geschehen sein, so hat der Betreffende der maßgebenden Order Kaiser Wilhelms I. vom 2. Mai 1874 entgegengehandelt. Der bezüg⸗ liche Abschnitt lautet:„Niemals darf das berechtigte Selbstgefühl des Offiziers in Mangel an Achtung oder in Ueberhebung gegen andere Stände ausarten. Je mehr der Offizier seinen Beruf liebt und je höher er dessen Zweck auffaßt, umsomehr wird er ermessen, in wie hohem Grade das volle Vertrauen aller Stände zum Offizierstand eine Bedingung für erfolg- und ruhmreiche Lösung der letzten und höchsten Aufgabe des Heeres ist.“ Diese Order ist nicht in den Akten verschwunden. Sie ist der Verordnung über die Ehrengerichte vorgedruckt und wird bestimmungsgemäß öfters den Offizieren in Erinnerung gebracht. Im allgemeinen ist jedenfalls kleine Ueberhebung erfolgt, auch nicht in der von Witz⸗ und linksdemokrati⸗ schen Blättern gewohnheitsmäßig angegriffe⸗ nen Garde und der Kavallerie, Ich bin wäh⸗ rend dreier Jahre auf der Kriegsakademie und in mehreren gemischten Garnisonen mit Garde und Kavallerie in engste Berührung . Der Schriftleiter des„Sonntagsgrußes“ mich wiederholt um Erinnerungen aus meinem Leben ersucht. Ich habe mich ge⸗ sragt, ob das, was ich zu bieten vermag, wert ist, den Lesern unterbreitet zu werden. Aus zwei Gesichtspunkten glaube ich es wagen zu können. Der eine ist, daß die im „Sonntagsgruß“ gebrachten Erinnerungen aus der Gießener Vergangenheit besonderen Anklang fanden, und ich jetzt im 70. Lebens⸗ gekommen und habe nie etwas davon ge⸗ merkt, sondern überall das ernsteste Streben gefunden. Dies läßt sich dadurch beweisen, daß die Garde— für die Kavallerie fehlen mir die Zahlen— einen besonders hohen Prozentsatz der jährlich zur Kriegsakademie Einbeorderten lieferte. Man vermutete Durchstechereien bei den Prüfungsaufgaben. Die äußerste Vorsicht trat ein. Außerdem wurde eingeführt, daß den Beurteilenden 0 1 9 2 * r 66 die Namen der zu Prüfenden und der Trup⸗ penteil unbekannt blieb. Das Ergebnis war dasselbe wie früher. Nun wird vielleicht gefragt werden: In⸗ wiefern ist das Selbstgefühl des Offiziers berechtigt? Schon bei den alten Germanen nahm der Kriegerstand eine besonders ge⸗ achtete Stellung ein. Er setzt mit das höchste, was der Mensch hat, sein Leben, berufs⸗ mäßig für das Vaterland ein. Wie sehr dies geschehen, dafür nur zwei Belege. Am 18. August 1870 waren die Gesamtverluste beim Regiment 116 18 v. H. von Offizieren aber 36 v. H., und unter diesen von Batail⸗ lonskommandeuren und Kompagnieführern sogar 50 v. H. Im Weltkriege betrugen die Verluste an Toten 19 v. H., an Offizieren 39 v. H., von den als aktive Offiziere Aus⸗ gerückten 55 v. H. Unverwundet sind von letzteren geblieben 5,3 v. H., von allen Offi⸗ zieren 10 v. H. Man sieht also, daß der Offizier, vor allem aber der aktive Offizier, sein Leben nicht schonte. Das verdient An⸗ erkennung. Die pekuniäre Stellung des Offiziers war keineswegs eine günstige. Uniformen, Aus⸗ rüstung, Pferde erforderten große Ausgaben. So war der Offizier, der kein Privatvermö⸗ gen hatte, schlecht daran. Er mußte sich im wahren Sinne des Wortes„durchhungern“. Er konnte froh sein, wenn es abends für ein Stück Wurst zum Brot reichte. Mißgunst ist also nicht am Platz. Das Mißtrauen beruhte auf der Furcht der jetzigen Gewalthaber, das Heer und besonders der Offizier könne die Monarchie gewaltsam wiederherstellen wollen. Durch⸗ D aus falsch! Der Kaiser hat den Offizier von seinem Eid entbunden, das Heer hat sich der jetzigen Regierung völlig ungeordnet. Es ist zum Gehorsam erzogen. Als Prinz Max von Baden, nachdem er die Lüge von der Abdankung des Kaisers bekanntgegeben hatte, befahl, daß zur Unterdrückung der Revolution kein Blut fließen dürfe, wurde diefer Befehl allgemein befolgt und so erst die Revolution ermöglicht. Auf die Ehren⸗ haftigkeit der Offiziere kann sich die jetzige Regierung unbedingt verlassen. Leider tat sie es erst, als die Spartakisten sie selbst be⸗ drohten. Nun setzten die Offiziere wieder ihr Leben für die neue Regierung ein, ob⸗ gleich diese die Offiziere bis dahin in keiner Weise vor Beleidigungen geschützt, vielmehr zurückgesetzt hatte.— Nun muß der Verfasser über sich selbst und seine Zeit berichten. Ich bin am 26. De⸗ zember 1849 als jüngster Sohn des Krimi⸗ nalrichters Klingelhöffer in dem 1750 er⸗ bauten, früheren landgräflich hessischen Be⸗ amtenhausen) am Asterweg in Gießen ge⸗ boren. Die Vorfahren, im 17. Jahrhundert „) Vergleiche betreffs dieses Beamten⸗ hauses meines Vaters und Großvaters „Sonntagsgruß“ 1919, Seite 5052. noch Landwirte, waren abwechselnd Pfarrer und Amtmänner im nördlichen Oberhessen Mit warmer Liebe erinnere ich mich noch meines Großvaters, des Kirchenrats. Wie vortrefflich schmeckte der große Gießener Zwieback, der, nach Eintauchen in den starf gesüßten Nachmittagskaffee, dem Enkel in den Mund geschoben wurde. ö (Fortsetzung folgt.) „der schweigende Jesus“. „Der schweigende Jesus“ ist die Ueber⸗ schrift eines Aufsatzes im Sonntagsgruß Nr. 13 vom 30. März 1919, in dem der Verfasser gegen die Protestversammlungen, die in unserem deutschen Vaterlande in Er⸗ manglung von etwas Besserem jetzt so ot abgehalten werden, unter Berufung auf Matthäus 26, Vers 62 und 63 Stellung nimmt. Zum Schlusse erwähnt Verfasser gerade unsere Kriegsgefangenen, um deren Ergehen Millionen Männer und Frauen in der Heimat bangen. Er fragt nach dem Nutzen, den die Protestversammlungen gerade für sie gehabt haben. Bevor ich auf diese Frage antworte, möchte ich, ob⸗ wohl ich kein Theologe bin, meinen Zweifel nicht unterdrücken, ob wirklich die ange⸗ führte Bibelstelle auf unsere Protestver⸗ sammlungen zugunsten der Gefangenen herangezogen werden darf. Jesus schweigt auf Angriffe, die gegen ihn selbst gerichtet sind; wir reden aber nicht für uns, sondern für andere. die nicht reden können, die stumm ihr Schicksal ertragen müssen. Ich habe die Evangelien durchblättert, aber keine Stelle gefunden, in der Jesus nicht für an⸗ dere eingetreten ist. Jesus hat stets die Par⸗ tei der Schwachen ergriffen und hat, wenn andere angegriffen wurden, nicht geschwiegen. Ich erinnere an Matth. 9, 10 ff., 12, I ff., Mark. 10, 13 und 14, Joh. 8, I ff., 10, ff Ich glaube daher, daß wir nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht haben, für unsere Gefangenen laut und deutlich einzu⸗ treten. Ich komme nun zur Beantwortung der Frage, welchen Nutzen die Versammlungen den Kriegsgefangenen gebracht haben. Zwei⸗ fellos wäre der schönste Erfolg gewesen, wenn die Entente erklärt hätte, sie würde auf die Versammlungen hin unsere Gefange⸗ nen herausgeben. Diesen Erfolg hatte aber wohl niemand erwartet. Durch die Ver⸗ sammlungen ist aber erreicht worden, daß der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs⸗ und Zivilgefangenen zu einer Mach geworden ist, an der unsere Regierung nich vorübergehen kann. Reichsminister Erzber⸗ ger hat auf einer Versammlung der Lign für den Völkerbund erklärt:„Jedenfalls i die Rückgabe unserer Kriegsgefangenen für uns eine conditio sine qua non der Irie densverhandlungen.“ Eine solche Erklärung konnte ein Minister nur abgeben und dit Ausfüh Regiern Volkes Versam Ab folgten Blick d völkerre lenken; liche A Volksbi sagt ha die Arb sei. Au warmf getreter End erreicht desland daß da wie ich, schaft u weder d Volk ei für die teilung kann m fangene keit des Wer Pflicht lungen überzeu unsere hat er eine O! gehalten sollen t fangene reitung Heimke! Geleger fangene Ten währe von ein Gefang Recht sorge 1 die Pri Erleicht gefange zunächf wirkun, die Er Deutsch zu 8 hätten. Bemerl deren sagte, Protest Kriegs Grund d Pfarrer berhessen. mich noch rats. Wie Gießener den stark Enkel in 2 8 die Ueber⸗ ntagsgruß dem der umlungen, ide in Er⸗ etzt so oft ifung auf Stellung Verfasser um deren d Frauen nach dem mmlungen Bevor ich de ich, ob⸗ en Zweifel die ange⸗ Protestver hefangenen 3 schweigt st gerichtet 8, sondern nnen, die üssen. Ich „aber keine cht für an⸗ s die Par⸗ hat, wenn eschwiegen. f., 10% f t nur das haben, für tlich einzu⸗ ortung der ummlungen ben. Zwei⸗ g gewesen, sie würde re Gefange⸗ hatte aber die Ver⸗ orden, daß r deutschen iner Mach erung nicht ter Erzber⸗ g der Lig denfalls il ngenen für a der Frie⸗ Erklärung en und die Ausführung ist nur dann möglich, wenn die Regierung weiß, daß viele Millionen ihres Volkes hinter ihr stehen, und das sollten die Versammlungen dartun. Aber auch noch einen anderen Zweck ver⸗ folgten die Versammlungen; sie wollten den Blick des neutralen Auslandes auf das völkerrechtswidrige Verhalten der Entente lenken; das ist gelungen. Sogar das feind⸗ liche Ausland horcht auf die Tätigkeit des Volksbundes, und Foch soll erst kürzlich ge⸗ d sagt haben, daß der französischen Regierung die Arbeit des Volksbundes sehr unangenehm sei. Auch der Sozialistenkongreß in Bern ist warm für die Befreiung der Gefangenen ein⸗ D getreten. Endlich sollte durch die Versammlungen erreicht werden, daß unsere Brüder in Fein⸗ desland nun endlich einmal gewahr werden, daß das deutsche Volk an sie denkt. Wer, wie ich, die ersten drei Jahre in Gefangen⸗ schaft war, der weiß, wie hart es ist, wenn weder die eigene Regierung noch das eigene Volk ein Fünkchen Liebe und Anerkennung für die Gefangenen übrig hat. In den Mit⸗ teilungen, die der Volksbund herausgibt. kann man in jeder Nummer Briefe aus Ge⸗ fangenenlagern lesen, die dankbar die Tätig⸗ keit des Volksbundes anerkennen. Wer trotz meiner Ausführungen von der Pflicht zur Abhaltung von Protestversamm⸗ ungen zugunsten unserer Gefangenen nicht überzeugt ist, den bitte ich, im stillen ffür unsere Gefangenen einzutreten. Anfang Mai hat er die beste Gelegenheit dazu, es wird eine Opferwoche für unsere Gefangenen ab⸗ gehalten werden; die eingehenden Beträge sollen teils für Unterstützungen unserer Ge⸗ fangenen in Feindesland, teils für die Be⸗ reitung eines würdigen Empfanges unserer Heimkehrenden verwendet werden. Bei der Gelegenheit kann jeder, der für unsere Ge⸗ fangenen ein Herz hat, mitwirken. Dr. M. H. Göring. Ten vorstehenden Ausführungen, ge⸗ währe ich um so lieber Aufnahme, als sie von einem Herrn herrühren, der selber in Gefangenschasc oeweilt hat und deshalb ein Recht hat, in Sachen der Gefangenenfür⸗ 85 mitzureden. Meine Bemerkung, daß die Protestversammlungen seither nichts zur Erleichterung des Loses unserer Krieas⸗ gefangenen herbeigeführt hätten, hatte ich zunächst unter der miederdrückenden Ein⸗ wirkung der Nachricht niedergeschrieben, daß die Engländer in neuester Zeit 60 000 Deutsche aus England nach Nordfrankreich zu Wiederherstellungsarbeiten gebracht hätten. Sodann bestimmte mich zu dieser Bemerkung die Aeußerung einer Mutter, ren Sohn kriegsgefangen ist und die mir sagte, sie habe einer Versammlung zum Proteste gegen die Behandlung unserer Kriegsgefangenen beigewohnt und sei auf Grund dessen, das sie dort gehört habe, 67 mit viel schwererem Herzen weggegangen, als f sie gekommen sei. Ich darf hier daran erinnern, daß ich in unserem Gemeinde⸗ blatte(1915, Nr. 2) schon zu einer Zeit, in der man in Deutschland eigentlich noch nicht davon reden durfte, daß wir Gefangene verloren hatten, der Gefangenen in einem besonderen Artikel gedacht habe. Mit Herrn Dr. Göring bin ich der An⸗ sicht, daß unser Volk dazu angeleitet wer⸗ den muß, sich seiner gefangenen Lands⸗ leute mit Liebe anzunehmen. Wenn unsere Gefangenen heimkommen, so werden sie vergrämt und tief niedergeschlagen sein. Dann gilt es, sie so schnell als möglich in ihre Heimat, zu den Ihren und an die ge⸗ wohnte Arbeit zu bringen, damit der Druck von ihrem Gemütsleben weicht. Schon der Aufenthalt in der Quarantäne mit seinen Freiheitsbeschränkungen wird den Heim⸗ gekehrten sehr lästig sein. Was ich sonst über die Protestversamm⸗ lungen dieser Tage gesagt habe, halte ich auf⸗ recht. Daß ich mit meinem Urteil nicht allein stehe, beweist die Zuschrift eines bekannten hessischen Geschichtsf forschers, die den Wort⸗ laut hat:„Was Sie über die ewigen Pro— teste, die in ihrer Häufung wirkungslos, ja fast lächerlich werden, schreiben, war mir aus der Seele gesprochen.“ Bechtolsheimer. Johann henrich Schaffstädts Gießener Thronik 1776— 1825. (Fortsetzung.) „Den 23. Januar sind unsere Soltaten alle ein berufen worden wegen einer großen bande Reuber welche sich in unsere gegent auf hielten, die den berüchtig Schinder han⸗ nes zum anführer hatten. Wo also von Darmstadt auß das Militer die gantze gegent durch streiften wir bekammen nacher Gießen etliche 20 Mann Wollischer(Chevaulegers und hussaren auch wurde Pfulser und Muni⸗ cion durch 3 Mann Constabler anhier ge⸗ bracht. Die Fransossen erwischten den Schin⸗ terhannes brachten ihn nacher Cöllen auch unsere Soltaten brachten vielle gefangene ein. Welche nachhero an die preußen und Keisserliche sind abgeben worden. in dem May 1802 haben die Franschosen den Schin⸗ derhannes nacher Meintz gebracht.“ Aus die⸗ ser Nachricht sieht man, wie bekannt und gefürchtet damals der Schinderhannes war. Als Räuber in Oberhessen auftauchten, ver⸗ mutete man, daß das die Bande des gefürch⸗ teten Verbrechers sei. Aber auf die rechte Rheinseite hat er sich nur ganz zuletzt ge⸗ traut, als ihm auf dem linken Rheinufer durch die Franzosen der Boden zu heiß wurde. „In dem Mertz sind noch 2 neue pollizen diener gemacht worden und wir also 4 haben.“ „Den 24ten Mertz ist der Russische Keisser Paul der I1ste durch einen Schlagfluß mit 1 1 1 1 0 1 1 ——* 8 tod abgegangen an dessen Stelle wurde Keis⸗„In dem Januar ist an dem Neustädter ser Alecsander Iste. Den 27ten April sind thor das Rablin(Ravelin— Außenwerk, auf die Erste Russen welche in fransseschier ge⸗ gepflatzert worden nebst ein neues thor.“ fangenschaft sind gewessen auf 7000 mann key„In dem Mertz hat England und Frank⸗ gießen vor bey in ihr Vatterland welcher zug reich Frieden gemacht, hat oder laber) nicht dauerte bis den öten Mey.“ lang Stand gehabt.“ „Den 2ten April haben sich die Denen„D. 29ten Juny ist unser Weißes bat⸗ (Dänen) mit den Engländer in dem Sund talion wieder in gießen eingeruckt und den zur Seeh geschlagen wo zu beitten theillen Iten ter sind sie nacher Westfallen maschirt.“ vielle Menschen geblieben. Zur nemlichen„D. 13ten Ster sind Dreyhundert mann Zeit haben die Preußen das Hanöffrische wie von den gewesenen grenatier bey uns ein⸗ auch Hamburg und Bremmen in besitz ge⸗ geruckt haben die Bürger wieder d. 14ten nommen, von den Deennen. Anno 1802 von dem Wacht dienst abgelöst.“ haben die preußen ihre Truppen wieder zu„D. 11. Mertz hat sich ein Sadler gesell rück in ihr land gezogen.“ bey lollar Erhenkt er wahr aus landsberg „In diessem Jahr hat es in allen länder Namens hoffmann.“ so bielle Meuß geben in den Feldern.“„D. 18. July sind 14 Kerls auß dem „Den Aten May sind 3 Reh bocke auf Stockhaus auf eine holländische Insul ge⸗ dem Gießer Wall tod geschossen worten bracht worden. Worunter der junge Pausch welche durch den Wallgraben geschwummen von Wissig auch des Regirungsrath Hesse warren zwischen dem Selßerthor und neuen Bedienter wahr. Vielle sind wieder in hol⸗ wegerthor.“ land da von Dessertirt.“ „D. 2gten Mey haben die Bürger die„D. Aten Septem ist das Regiment Erb⸗ Soltaden abgelöst haben die thorren besetz prinz hier durch und d. Aten sind zwey Bat⸗ bis den 21ten Juny weillen die Darmstädter talion von gießen auß Marschirt, nacher truppen alle zu Darmstadt Rewy gemacht.“ Westfahlen um es in besitz zu nehmen. d. „D. 19ten Septemp ist in Frankfurt ein 17ten October haben sie alltorten gehultigt.“ Dönnischer(dänischer) Capitein von einem„D. I4ten Novem sind die Konstabel mit Juten aus Prag Namens David Joachim der Addolry wie der auß Westfahlen in zin bett Er morted worden des Morgens er Gießen kommen.“ hatte sich oder laber) als ihn die Wacht„D. 11ten und 16ten Novem ist von dem ins gefängnis wolte bringen die gorgel ab⸗ Brand ein luft Ballon auf gestiegen von gestochen wo ihn die Schinter in einer Kuh einem Fremden Mecanicus, auch ist Comedy haut in der Stadt her um geschleift ihm von Dextor Sohn hier gespielt worten im als dan auf dem Schint Anger den Kopf und Zeughauß.“ beite hend abgehauen den Kopf auf das Rad„1803“ gestecktet, den Körper auf das Rad ge⸗„D. 16ten Mertz sind die Weißen wieder flochten. 2 55 in gießen ein gerückt.“ „D. 24ten Septem des Morgens ist in„um diesse Zeit hat das Futter(Fuder der Hart leymen Kaut der Fur mann Meyin lang Stroh 16 fl kost.“ ein Mädchen von 12 Jahren tod geblieben.“ 5(Fortsetzung solgt.) Im Kirchenbuche steht, daß am 25. Septem⸗ 8 5 5 ber 1801 begraben wurde„Maria, des ver⸗ Uirchliche Anzeigen storbenen Bürgers und Fuhrmanns Jost N 15 Peter Mays hinterlassene Tochter, alt Sonntag den 27. April(Quasimodogeniti) 12 Jahre“. 5 5 1 5 Gottesdienst. „D. Iten Octoper ist die gewessene Pro. In der stadtkirche. Samstag den fessor Schwaben des alten Supperententen 26. Apri ittaas 3. iche 5 ae en dene en een Lee bee ee Nennen din der wee tod gefunden worten ist also in dem hessen⸗ Militärgemeinde und deren Angehörige, land begraben worten.“ Diese Frau war die Pfarrassistent Schaefer. Sonntag den 27. geschiedene Ehefrau des Professors und April vormittags 9¼ Uhr: Konfirmation Arztes Dr med. Ernst Schwabe, des Groß⸗ der Kinder aus der Markus⸗ und Militär⸗ vaters des vor karzem dahingeschiedenen gemeinde: Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrers Berthold Schwabe Vermutlich war Pfarrassistent Schaefer.— Abends 6 Uhr diese Frau gemütskrank, deshalb die Ehe Pfarrer Mahr ö i wohl auch nicht glücklich. Schwabe verhei⸗ In der Johanneskirche. Samstag den N ratete sich zum zweitenmal und zwar mit 26 Apri 0. 5 5 50 Charlotte Friederike Schmidtborn aus Krof⸗ e n 9515., dorf, die die Großmutter des Gießener 75 on! 1 en ans der do Au 15. Pfarrers ist. und deren Angehörige. Pfarrer Ausfeld. 1802% Sonntag den 27. April vormittags 9½ Uhr: 85. Konfirmation der Kinder aus der Johannes⸗ „„Ist den Stadtschüllern das Neue Jahr gemeinde Feier des heiligen Abendmahls. Singen von der Polizey verbotten worten. Pfarrer Ausfeld.— Abends 6 Uhr: Pfarret Auch dem bürger Dambur das Neue Jahr Bechtolsheimer.— Abends 8 Uhr: Bibel⸗ Trommelln.“ besprechung im Johannessaal. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Berlag der Brüh''schen Universitäts- Bock und Steindruckere R. Lange, Gießen. Geme Is ——ę— Psalm so Die einmal die sich auferleg! ren Grö gen mi Strom. dann be läßt die das Un, erheben stärker Gott es auch mi die Wasß des übe Zeiten! um sie Tun nie und Lie ten: das gung z führen. stätischst ren Ge wachsen unserem der Dei Größe jeiner 5 rückgeke schwerst möchte Hand se der gro seiner Erin Von 8 Mei Deren. das lan und de gelegt. Wall d Diesen graben Besitzre streifen Er rei⸗