Lukas⸗ ls Wahl⸗ an diesen ng aus⸗ tadt, daß rasender nd dabei Auf die Rücksicht gen und an nicht, Eile be⸗ haben die ls Quar⸗ von diesen ten. Eine r in der u der Jo⸗ „ sind in lein, Süd⸗ sem sowie Pfarrer zaben ent⸗ den in die u bringen. 50 Pf. intag nach 9 Uhr: nittags 11 gemeinde: ds 5 Uhr: ittags 9½ nittags 11 )hannesge⸗ nds 5 Uhr: ds 8 Uhr: Al. id Männer 19. Jan., erstag den Unterhal⸗ . Januar: Abteilung. Kirchstr. 9. nmenkunft. herer Lehr⸗ 6—7 Uhr 1 Samstag teilung im Steindruckerei er Weise onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Mr. Gießen, 3. Sonntag n. Ep., den 26. Januar 1919 8. Jahrgang Felsengrund. Brief an die Hebräer 13, 8. Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. „Alles fließt“, so faßte ein Weiser des Altertums die Erfahrungen seines Lebens und Forschens zusammen. Er hat recht. In der Zeit der ungeheuren Umwälzungen, die bei uns auf allen Gebieten des Lebens sich vollziehen, haben wir erlebt, daß nichts Ir⸗ disches von Bestand ist, daß alles weicht und fällt. Es war uns, als wären wir in einen. Strudel gerissen, der alles mit unwidersteh⸗ licher Gewalt fortreißt; wir streckten die Hand aus nach einem festen Halt in dem Toben der Fluten, aber nichts Irdisches zeigte sich von Bestand. Alles, alles, was uns so fest gefügt und durch der Zeiten Lauf erhärtet schien, fiel wie ein Kartenhaus zu⸗ sammen. Aber wir brauchen etwas, das über dem Wandel der Zeiten steht: keitsfunke, den wir in unserer Brust tragen, verlangt nach Ewigkeitsgrund. Auf der Erde finden wir nichts, das nicht unter das ver⸗ nichtende Urteil fiele: es ist alles eitel. Wir müssen unseren Blick emporheben zu den der Ewig⸗ Sternen, wo in Flammenschrift über einer Welt der Vergänglichkeit steht: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit! Hier ist der Felsengrund, auf dem wir unser Leben wenn wir nicht mit hineingerissen werden wollen in das tolle Spiel der nie rastenden Wellen der Zeit. Wer auf dem Felsen Jesus Christus steht, den mögen die Fluten um⸗ tosen und die Stürme umbrausen, er bleibt fest und triumphiert: Ich weiß, woran ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht. Ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. zur Geschichte der Familie Liebknecht. 7 verankern müssen, schleppt worden ist und sich bis jetzt noch nicht hat finden lassen. Diese Vorkommnisse erinnern an eine Bluttat im Jahre 1848. Damals wurde in Frankfurt a. M. der Fürst Lichnowsky, der sich durch sein Auftreten in der Nationalversammlung beim Volke un⸗ beliebt gemacht hatte, von einer tobenden Volksmenge auf gräßliche Art ermordet, er wurde mit Stöcken und Schirmen totge⸗ schlagen. Mit ihm endete auf gleiche Weise der alte General Auerswald, der dem Volke keinen Anlaß zum Unwillen gegeben hatte und nur deshalb von einem so furchtbaren Schicksale ereilt wurde, weil er in der Ge⸗ sellschaft des Fürsten betrofsen wurde und mit diesem preußische Truppen herbeiholen wollte, die von Mainz her im Anmarsch waren. Die Tat, die in der vorigen Woche geschehen ist, ist so schrecklich wie die, die sich vor 71 Jahren in unserer Nachbarschaft zugetragen hat. Man sieht, wohin ein Volk, das jahrelang im Kampfe gestanden hat und nun von wilden Leidenschaften und Kämpfen erregt wird, kommt. Das Wort unseres Hei⸗ landes ist an den beiden unglücklichen Men⸗ schen, die in Berlin auf der Straße ihren Tod gefunden haben, in Erfüllung gegangen, das Wort: Wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen. Gott be⸗ hüte das deutsche Land in der Zukunft vor ähnlichen Bluttaten! Es dürfte nicht allgemein bekannt sein, daß Karl Liebknecht einer Familie ent⸗ stammt, die mindestens 150 Jahre in Gießen bestanden hat und einst hier hochangesehen war. Im Jahre 1707 wurde Johann Georg Liebknecht als Professor der Mathematik nach Gießen berufen. Er war am 23. April 1679 in Wasungen im heutigen Herzogtum Mei⸗ ningen 1 geboren, seine Familie soll ihren Ursprung auf Luther zurückgeleitet haben, doch ist der schlüssige Beweis hierfür nicht mehr zu erbringen, da viele Kirchenbücher im Dreißigjährigen Kriege zugrunde ge⸗ gangen sind; dies gilt namentlich von den Kirchenbüchern der Städte und Dörfer von Thüringen, dem Herzlande Deutschlands, durch das die Kriegsfurie oft gezogen ist. Der Vater des Professors Liebknecht hieß Karl Liebknecht hat am 16. Jauuar d. J. Michael Liebknecht. Im Jahre 1711 war er ein Ende gefunden, wie das viele schon längst vorausgesehen hatten. Gleichzeitig ist seine Gesinnungsgenossin Rosa Luxemburg von der wild erregten Volksmenge erschlagen worden. Man meint, man lebe in den Zeiten des wildesten Mittelalters, wenn man hört, daß der Leichnam der Unglücklichen ver⸗ Pate bei einem hier geborenen Enkelkinde, und unser Taufbuch bezeichnet ihn„Herr Michael Liebknecht, an der Stadt⸗ und Landschul zu Wasungen in die 50 Jahr ge⸗ wesener Collega tertius und nun emeritus.“ Cr war also dritter Lehrer an der Wasunger Lateinschule und lebte 1711 nach einer lan⸗ 2— * 4 gen Dienstzeit im Ruhestande. Sein Sohn Johann Georg besuchte das Gymnasium zu Schleusingen und studierte von 1699 an in Jena Theologie und Mathematik; das war eine Verbindung von zwei Studienfächern, die man heute nicht mehr findet. Durch die Vermittlung des berühmten Philosophen Leibniz und anderer angesehener Gelehrten kam er 1707 nach Gießen. Hier hielt er am 21. Juli 1707 seine Antrittsvorlesung. Im Jahre 1717 war er Rektor und lud als solcher zu der Feier ein, die die Universität beim Reformationsjubiläum veranstaltete Vom Jahre 1721 war er außerdem auch außerordentlicher Professor der Theologie. In seiner Antrittsrede bei Uebernahme dieses neuen Amtes sprach er über die glück⸗ liche Verbindung der Mathematik mit der Theologie. 1735 wurde er ordentlicher Pro⸗ fessor der Theologie, sein akademisches Dop⸗ pelamt behielt er bis zum Jahre 1737, von da an hielt er nur noch theologische Vor⸗ lesungen. Auch ein kirchliches Amt bekleidete er, er war nämlich auch Superintendent des Marburger Distrikts und hat als solcher auf alle Fälle auch gepredigt. Früher kam der Unfug— anders kann man es kaum nen⸗ men— oft vor, daß ein Mann mehrere Aemter, die er gar nicht versehen konnte, in sich vereinigte. An äußeren Ehren hat es diesem Manne nicht gefehlt. Er war Assessor im Marburger Konsistorium, Ephorus der Stipendien und Mitglied der Groß-Britan⸗ nischen und Preußischen Sozietät der Wissen⸗ schaften. Die Schriften Liebknechts behandeln meist mathematische Gegenstände, und zwar in lateinischer Sprache, der theologischen Wissenschaft scheint seine Neigung weniger zugewandt gewesen zu sein; denn seine theo⸗ logischen Abhandlungen sind verhältnis⸗ mäßig wenige. Ueber sein Lebensende be⸗ richtet ein Gelehrtenlexikon:„Eine aus⸗ zehrende Krankheit versetzte ihn am 17. April 1749 in die Ewigkeit.“ Er hat also gerade ein Alter von 70 Jahren erreicht. Liebknecht war zweimal verheiratet und hatte im ganzen 16 Kinder. Mit seiner ersten Ehefrau wurde er am 27. September 1707, also kurz nach seiner Uebersiedlung nach Gießen, verbunden. Sie hieß Katharina Elbert und war als Tochter des Kurmainzi⸗ schen Leibmedikus und Stadtphysikus(Stadr⸗ arzt) zu Bensheim Dr. Nikolaus Elbert im Jahre 1686 geboren. Am 31. Juli 1719 N schied sie im Alter von 33 Jahren aus dem Leben und wurde am 2. August bestattet. Aus dieser Ehe gingen folgende Kinder her⸗ vor: 1. Wilhelmina Katharina Margareta, ge⸗ tauft(die alten Kirchenbücher verzeichnen nur den Tauf⸗, nicht den Todestag) am 9. August hann l 0 ö am 27. Juli 1741, verheiratete sich mit dem 1708. Paten waren Katharina Margaretha Hert, Witwe des Pfarrers Hert zu Nieder kleen und zugleich Großmutter des Kindes sowie Henrich Wilhelm Liebknecht, Kur⸗ mainzischer Rat und Bruder des Vaters. Diese Tochter heiratete später den Stolber⸗ gischen Leibarzt Dr. Konrad Graf zu Gedern. 2. Charlotte Margaretha, getauft am 5. Januar 1711, starb schon mit 5 Wochen und wurde in der Stille beerdigt. 3. Franz Eberhard, getauft am 1. Juli 1712, war später Amtmann in Kleeberg. 4. Johannetta Christina, getauft am 12. April 1715, starb im Alter von 13 Wochen und wurde in der Stille beerdigt. 5. Charlotte Amalie Johannetta, getauft am 26. Juli 1716, wurde später die Frau des Marburger Kommandanten Pfnor. Im Jahre 1720 verheiratete sich Lieb⸗ knecht zum zweitenmal, und zwar mit Re⸗ gina Sophie, Tochter des Nassau⸗Dillenbur⸗ gischen und Gräflich Isenburgischen Leib⸗ medikus Dr. Johann Justus Hofmann, sie überlebte ihren Ehemann beinahe um 30 Jahre und wurde, nahezu 80 Jahre alt, am 21. Januar 1778 zu Grabe getragen. Aus dieser Ehe gingen 11 Kinder hervor, nämlich: 1. Philipp Wilhelm, getauft am 21. No⸗ vember 1720, wurde holländischer Leutnant und starb am 11. April 1795. 2. Georg Friedrich, getauft am 23. April 1722, war später Pfarrer in Obernburg bei Thalitter. 3. Eleonore Helena, getauft am 23. Sep⸗ tember 1724, verheiratet mit dem Pfarrer und Inspektor.(Dekan) Buchmann in Batten⸗ feld, gestorben am 2. Juli 1758. 4. Claudius Christian Bernhard, getauft am 12. April 1726, gestorben im Alter von 2¼ Jahren. 5. Lucia Katharina Hedwig, getauft am 31. März 1728, verheiratet in erster Ehe mit dem Gießener Pädagoglehrer Leun, in zweiter Ehe, nach dem Tode ihrer Schwester, mit ihrem Schwager Buchmann. 6. Johann Casimir, getauft am 5. Mai 1730, wurde später Oberleutnant im K. K. Kürassierregiment Zeschwitz. 7. Wilhelm Jeremias Jakob, getauft am 24. Januar 1732. Ueber die Lebensschicksale dieses Sohnes konnte ich nichts feststellen. 8. Johann Christian Reinhard, geboren am 27. Dezember 1733, wurde Dr. med. und Physikus zu Homberg a. d. Ohm, später in Butzbach. 9. Gottlieb Wilhelm, geb. am 2. April 1734. Ueber diesen wird im folgenden noch zu handeln sein, da er der Urgroßvater des in diesem Monat um das Leben gekommenen Karl Liebknecht ist. 10. Christiane Johannetta, geboren am 15. April 1738, starb ledig zu Gießen am 20. Juni 1752. 11. Johannetta Martina Louysa, geb. einer alten, jetzt aber ausgestorbenen Gie⸗ ßener Familie entstammenden Amtmann Verdries, der seinen Amtssitz zuerst in Bat⸗ tenberg, sodann in Londorf hatte.— Es if die nach d knecht be wurde g 63. Leber muß ein Haus ge die Elter hinausbr Lebensste schen gen Söhne a den und amten ve boten d Aussichte gab es i kaufmän Zünfte e Der genannte wissensch Enkel u wurde 1 rungsad Hofgeric Jahre 1 (auch K Gießene Postwese nen hin Kempf starb im wie das gemein nur der tember, als seir Jahre Kinder, einande taufte Großhe artige juristisq Ludwig sein Va öfters, gen, al er ein Alter 1832 1 sionier war en Hirsch stattge tionsp dem 6 des ist vater wird Philig Auch Liebkr denn 30 8 tolber⸗ Bedern. t am Wochen 1. Juli erg. am 12. Wochen getauft e Frau or. h Lieb⸗ nit Re⸗ lenbur⸗ n Leib⸗ ann, sie um 30 alt, am n. Aus tämlich: 21. No⸗ beutnant 3. April burg bei 23. Sep⸗ Pfarrer Batten⸗ „getauft lter von tauft am Ehe mit eun, in ochwester, 1 5. Mai im K. K. tauft am Sschicksale eststellen. geboren Dr. med. m, später 2. April den noch vater des ommenen boren am eßen am ysa, geb. mit dem nen Gie⸗ Imtmann t in Bat⸗ Es ist eine stattliche Reihe von Kindern, die nach dieser Uebersicht dem Professor Lieb⸗ knecht beschert wurde, das jüngste Kind wurde geboren, als der Vater schon im 63. Lebensjahre stand. Aber dieses Haus muß ein rechtes deutsches und christliches Haus gewesen sein; denn die Kinder, die die Eltern glücklich über die ersten Jahre hinausbrachten, gelangten alle in angesehene Lebensstellungen und scheinen tüchtige Men⸗ schen gewesen zu sein. Auffallend ist, daß die Söhne allesamt Beamte oder Offiziere wur⸗ den und daß die Töchter sich nur mit Be⸗ amten verheirateten. In der alten Zeit aber boten die praktischen Lebensberufe wenig Aussichten, Fabrikanten im heutigen Sinne gab es in Gießen nicht, und Handwerk und faufsmännische Betätigung waren in die Zünfte eingeengt. Der in unserer Uebersicht an 9. Stelle genannte Gottlieb Wilhelm studierte Rechts⸗ wissenschaft, wie das auch sein Sohn, sein Enkel und sein Urenkel getan haben. Er wurde Dr. jur. und Landgräflicher Regie⸗ rungsadvokat(die spätere Bezeichnung war Hofgerichtsadvokat) und verheiratete sich im Jahre 1782 mit Elisabetha Katharina Kempf lauch Kempff geschrieben), der Tochter des Gießener Postmeisters Kempf. Das Gießener Postwesen scheint durch mehrere Generatio⸗ nen hindurch in den Händen der Familie Kempf gewesen zu sein. Gottlieb Wilhelm starb im September 1805. Der Todestag ist, wie das in den alten Kirchenbüchern all⸗ 15 bunden haben„Herr Johann Michael Hirsch, Sekretär bey dem Fürstl. Hess. Postamt zu Frankfurt a. M., Herrn Georg Friedrich Hirsch, Hof⸗ und Kunst⸗Gärtners bey dem regierenden Herrn Grafen zu Ysenburg zu Büdingen ehelicher Sohn, und Fräulein Su⸗ sanna Philipzine Regina Jacobina von Hert, weil. Herrn Lucas Friedrich von Hert, Fürstlich Hessischen Sammtho'gerichtsraths zu Marburg und Regierungs sachs allhier hinterl. Tochter“. Ludwig Christian Liebknecht und seine Ehefrau Katharina Elisabeth Henriette hatten fünf Kinder, das dritte Kind aus ihrer Ehe ist der später so bekannt ge⸗ wordene sozialdemokratische Parlamentarier Wilhelm Liebknecht. Er war geboren am 29. März 1826 und ist mit sämt⸗ lichen Vornamen als Wilhelm Philipp Mar⸗ tin Christian im Taufbuche eingetragen. Seine Paten waren Präsident Philipp von Hert zu Homburg, der schon vom Urgroß⸗ vater Johann Georg Liebknecht her mit der Familie verwandt war, sodann Frau Ober⸗ finanzsekretär Kempff zu Darmstadt und der Postmeister Wilhelm Kempff und der Rats⸗ schöff Asmus, beide aus Gießen. Am Rande des Taufprotokolls ist von der Hand des Pfarrers Landmann eingetragen, daß Wil⸗ helm Liebknecht als Redakteur des„Volks⸗ staates“ 1871 in den sächsischen Staats⸗ bürgerverband aufgenommen wurde. Wil⸗ helm Liebknecht war— man mag sonst über seine politische Tätigkeit nicht anerkennend gemein geschieht, nicht angegeben, sondern sprechen— neben seinem Urgroßvater der nur der Tag des Begräbnisses, der 21. Sep⸗ tember, man wird also den 19. September geistig Bedeutendste aus der Familie, ex war wie Johann Georg Liebknecht zweimal ver⸗ als seinen Todestag ansehen können. Im heiratet. Die mir zur Verfügung stehenden Jahre 1784 verlor das Ehepaar zwei kleine Unterlagen geben mir zur Zeit keine Hand⸗ Kinder, anscheinend Zwillinge, kurz nach⸗ einander. Der am 15. November 1787 ge⸗ taufte Sohn Ludwig Christian wurde später Großherzoglicher Regierungsregistrator. Der⸗ artige Aemter werden heutzutage nicht mehr juristisch vorgebildeten Männern übertragen, Ludwig Christian war jedoch zweifellos, wie sein Vater, Jurist. Juristen waren damals öfters, namentlich in ihren Anfangsstellun⸗ gen, als Registratoren tätig. Vermutlich war er ein kränklicher Mann; denn er starb im Alter von 45 Jahren am 24. Dezember 1832 und wird im Sterbeprotokoll als pen⸗ habe, um über seine erste Ehefrau etwas in Erfahrung zu bringen, dagegen gibt unser Kopulationsbuch Aufschluß über seine zweite Ehefrau, die uns hier am meisten inter⸗ essiert. In diesem Buche findet sich nämlich eine Abschrift eines Trauungsprotokolls der vereinigten evangelischen Zivilgemeinde Darmstadt, die besagt, daß Dr. Wilhelm Liebknecht, Literat in Leipzig, Witwer seit 1867, sich am 30. Juli 1868 mit Wilhel⸗ mine Natalie Reh, Tochter des verstorbenen Hofgerichtsadvokaten Jakob Ludwig Reh und dessen Ehefrau Karoline Theodore Luise, geb. sionierter Registrator bezeichnet. Verheiratet Weidig, ehelich verbunden habe. Reh war ein war er mit Katharina Elisabetha Henriette bekannter hessischer Politiker, der sich 1848 Hirsch, die Hochzeit scheint nicht in Gießen stattgefunden zu haben; denn unser Kopula⸗ tionsprotokoll verzeichnet nichts davon. Aus dem Eintrag über die Taufe des ersten Kin⸗ des ist nur zu ersehen, daß der Schwieger⸗ in der Nationalversammlung zu Frankfurt am Main hervorgetan hat. Die Familie Weidig ist ja, wie allgemein bekannt sein dürfte, eine der ältesten Gießener Familien. Aus der Ehe des Wilhelm Liebknecht mit vater Postmeister war; denn als Taufpatin Natalie Reh ging am 13. August 1871 Karl wird genannt„Frau Postmeisterin Susanng Philippine Hirsch, des Kindes Großmutter“. Liebknecht hervor, der zu Leipzig geboren ist und nun in den Berliner Revolutions⸗ Auch die Schwiegereltern des Registrators kämpfen sein Leben verloren hat. Liebknecht entstammten Beamtenfamilien 5 40 Es ist in diesen Tagen oft gesagt wor⸗ denn unser Trauungsbuch meldet, daß am den, daß in den Adern Karl Liebknechts 30. Juli 1795 sich ehelich miteinander ver⸗ jüdisches Blut fließe, seine Mutter wurde als 5 1 0 0 8 1 N N 5 ö ö 5 ö N I 7 ö 9 — 3 9 0 5 f 5 N 1 * 2 9 r — 16 eine serbische Jüdin bezeichnet. Meine Nach⸗ der völlig unbegründete Vorwand, von der weise haben klar dargelegt, daß davon keine Rede sein kann. Karl Liebknecht war ein echter Sprößling aus hessischem Stamme und durchaus von christlich⸗germanischer Ab⸗ Kirche oder vom Pfarrhaus sei geschossen worden, der zu Haussuchungen bei den Pfarrern und zu Durchsuchungen der Kirchen Anlaß gab. In einigen Fällen sind die stammung. H. B. Pfarrhäuser arg beschossen worden, wodurth 7 5 8 e die kei von ; den das Haus durchsuchenden polnischen Sol⸗ Kleine Mitteilungen. daten z. T. tätlich angegriffen, z. T. mit dem Das Verständnis für die Bedeutung und Tode bedroht worden, einige sind auch ver⸗ den Segen der Gustav⸗Adolf⸗Vereins⸗Arbeit haftet, aber wieder freigelassen worden. Nich innerhalb des deutschen evangelischen Volkes nur nach Waffen und Munition wurde ba ist durch den Krieg gewachsen. Namentlich der Haussuchung gefragt, auch nach Geld und für die eigenartige schwierige Lage evan⸗ gelischer Gemeinden in nichtevangelischen Ländern, besonders evangelischer deutscher Gemeinden in nichtdeutschen Ländern, ist das Interesse gestiegen. Das vordringende deut⸗ sche Heer überflutete eine ganze Reihe von Ländern mit deutscher evangelischer Dia⸗ spora.„Es gab“, so schrieb ein deutscher Soldat aus dem Felde nach Hause,„in den Reihen unserer feldgrauen Brüder oft maß⸗ loses Erstaunen, wenn sie im Königreich Polen, in Wolhynien, in Bessarabien und Südrußland, in Galizien, Südungarn und in der Dobrudscha blühende deutsche evan⸗ gelische Bauerndörfer fanden.“ Es wird also im künftigen protestantischen Deutschland zahllose Männer geben, die evangelische Dia⸗ sporaverhältnisse aus eigener Anschauung infolge wochen⸗, ja monatelangen Aufent⸗ haltes in einer evangelischen Diaspora⸗Ge⸗ meinde des Auslandes kennen. Dieser Um⸗ stand muß der Gustav⸗Adolf⸗Vereins⸗Arbeit zugute kommen. Wer vor dem Kriege sich an letzterer beteiligt hat, wird sich nicht ge⸗ wundert haben, etwa in Galizien auf deutsch⸗ evangelische Gemeinden zu stoßen. Es gab unter den deutschen Kriegern nur zu viele, die offen gestanden, daß sie sich früher weder um das Auslandsdeutschtum noch um die evangelische Auslandsdiaspora gekümmert haben. Der Krieg hat manchen von dieser Gleichgültigkeit geheilt . In einer verbreiteten Berliner Zeitung lesen wir:„Ein großer Vergnügungspark wird in Kürze inmitten der Friedrichstadt seine Pforten öffnen. Er befindet sich wieder auf dem Gelände nördlich des Bahnhofes Friedrichstraße, auf dem früher die Pepi⸗ niere stand. Zur Zeit wird an einer Riesen⸗ rutschbahn gebaut.“ Da wird wieder einmal endlich„zur rechten Zeit“ einem„dringen⸗ den Bedürfnis“ abgeholfen! * Bei den Unruhen in Posen, die am 27. Dezember begannen und den folgenden Tag bis in die Nacht hinein fortdauerten, haben auch evangelische Kirchen und Pfarr⸗ häuser zu leiden gehabt. Von den sechs evan⸗ gelischen Kirchen Posens sind fünf in Mit⸗ keidenschaft gezogen worden. Stets war es antwortlich: Pfarrer Bechtolsheime r. Druck und Berlag der Brühl'schen Universitäts⸗Brch⸗ und Steindruckerel R. Lange, Gießen. Schmucksachen wurde gefahndet, in einem Fall vergeblich, im anderen Fall wurden etwa 8000 Mark mitgenommen. Durch die Schüsse sind die Fenster und Jalousien zer⸗ stört worden, noch in der Nacht wurde in daz Schlafzimmer des einen Pfarrhauses geschos⸗ sen. Alle Haus- und Kirchenuntersuchungen, die aufs peinlichste durchgeführt und bis zu siebenmal wiederholt wurden, ergaben die völlige Haltlosigkeit all der Anschuldigungen, die, oft von Kindern und Frauen erhoben, zu den schweren Belästigungen und Heimsuchun⸗ gen der evangelischen Pfarrhäuser geführt haben. Daß bis auf eine Kirche alle anderen evangelischen Kirchen und Pfarrhäuser, und zwar besonders schwer, in den Tagen der Umwälzung zu leiden hatten, ist immerhin bemerkenswert und läßt befürchten, daß die Erfahrungen der Evangelischen in ihrer langen Leidensgeschichte im Posener Lande leider nicht nur der Geschichte angehören. Auch aus der Umgegend Posens sind Nach⸗ richten über ähnliche Erlebnisse, auch über unflätiges Betragen der polnischen Soldaten im evangelischen Gotteshause, eingelaufen. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 26. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanias. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Kin⸗ derkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr.— Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Schäfer.— Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Mat⸗ thäusgemeinde.— Dienstag den 28. Jan., nachmittags 4 Uhr: Frauenmissionsverein. — Freitag den 31. Januar, abends 7 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. In der Johanneskirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Vormit⸗ tags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukas⸗ gemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 5 Uhr: Divisionspfarrer Fritsch. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannesgemeinde. Anmeldungen wer⸗ den vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Gem — 1 55 Das Dan. 6. 6 Das im We gangen jahrela sie wie Kind langen zu Mu geschied Blick ihnen Un gebore die Ve zur hi ist sie im Lic König, Pracht des T Dreim nach! und h Gitter Frei s dem 8 liegen Mens. Sorge Auger offene recht mels! den 2 verme ein F daher Fried und Hoffr 2 8 Kirch fällig Neub chen, rische Gött chen⸗ Schr im J