daß der schulen i allen ie ge⸗ Bitt⸗ igions⸗ uf die ohne tSsturm vernich⸗ blösung ie Reli⸗ en kom⸗ indgesetz chon 10 tägli Ohne ion lieb venn es purzelten papierne Serfüllte in. inn, daß ges ver⸗ ingelische rch diese egen die en Kam⸗ ungelisch⸗ erteilen. e Ueber⸗ General⸗ in der unrichtig u Opfer⸗ genwart“ und das Markus⸗ Becker zu worden. stelle am rinitalis. 8 Uhr, nfirmier⸗ ras ssistent : Divi⸗ 38 8 Uhr: istenlehre ohannes⸗ mittags 0s 8 Uhr: eindruckerei donntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 34 Sießen, Io. Sonnt. n. Trinitatis, den 24. August 919 8. Jahrgang Höchster Gewinn. 2. Brief an die Korinther 9, 6. Wer säet im Segen, der wird auch 3 im Segen. Vor mir sitzt ein 1927 Bauer. Er spricht über die ech affenhe der verschiedenen Böden in der G e Aus seinen Wor⸗ ten redet das Bewußtsein untrüglicher Sach⸗ kenntnis, das ein Ergebnis lebenslanger Be⸗ schäftigung mit dem Gegenstand ist. Seine güge tragen den Ausdruck reger Genug⸗ tuung. Aus seinem Herzen steigt ein Strahl der Befriedigung darüber, für die Mensch 12 nicht umsonst gelebt zu haben. Keiner 9 ßer„die am Webstuhl der Geschichte 1 hafft oder N in Fülle zusam⸗ mengetragen haben, kann je in stärkerem; Grade von diesem Bewußtsein durchdrungen gewesen sein. Ein Gefühl der Ehrfurcht beschleicht mich vor dieser Seelengröße, deren Erscheinung durch den Stempel der Unbewußtheit etwas Beglückendes an sich trägt. Der Mann hat zur e Zeit seine Hände aufgetan, um dem Guten eine Stätte auf Erden zu bereiten. Und wieder zur gegebenen Zeit hat er sie dankbar geöffnet, um den Ertrag seiner Mühe in Empfang 15 nehmen. Der Acker hat ihn noch niemals betrogen. Höchstens haben die falschen Maßnahmen, die, er je und dann getroffen, ihm eine en bereitet. Die Erfahrung davon aber hat er auch wieder weislich zu dem e Kenntnisgute gelegt und daraus erst recht neuen Gewinn für das spätere Leben ge⸗ zogen. Es steht hier vor mir ein Bild völliger Uebereinstimmung mit sich und den um⸗ gebenden Notwendigkeiten des Lebens, Kann der Mensch nach etwas Besserem trachten, etwas Höheres gewinnen? Jeder, in welchem Stande er auch sein Leben hin bringen mag, darf sich glücklich preisen, wenn er es zu einer solchen Lebensstufe gebracht hat. Da ist das Stückwerk schon hienieden in dem Maße überwunden, das dem Erdensohne gestattet ist. K. G. die Rechtslage der evang. Gemeinden in den östlichen Abtrennungsgebieten. i! Durch den Friedensvertrag gehen an den polnischen Staat erhebliche Teile des preußi⸗ schen Ostens verloren, in dem sich eine zahl⸗ reiche evangelische Bevölkerung befindet, die liaker der altländischen preußischen Mutter⸗ lirche angehörte. Es handelt sich um 719 Nhe ngemeinden mit zusammen etwa 2 Millionen Evangelischer, und zwar in tretenden Ge Polens eine religiöse Minde rheit bilden, schen Gemeinden vorher Gelegenheit Schlesien 92 mit etwa 173 nwohnern, in Posen 5 mit 600 000, tpreußen 216 mit 625 0 Ostpreußen 9 mit 600 000. Insgesamt sind von diefen Millionen nur etwa 40 000 Seelen polni⸗ scher Zunge, während die Masuren mit etwa 82 500 Seelen eine selbständige Nationalität it 000 evangelischen 1 bilden. 8 Die evangelische Bevölkerung abzu⸗ iete wird künftig gegenüber der end katholischen Bevölkerung zu deren völkischem. sprachlichem und reliqibsem Schutz sich aber Polen in dem mit der En tente abgeschlossenen Vertrag ausführl lich und unwiderleglich verpflichtet hat, und zwar ist die Sicherung dieser Rechte unter die Garantie des Völkerbundes gestellt worden. Soll jedoch eine Verl etzung der garantierten Religionsfreiheit und die Erhebung von Ein⸗ sprüchen wegen Verletzung dieser Grundsätze vermieden werden, so muß den evangeli⸗ ge⸗ boten werden, über die Art und den Um⸗ fang der von ihnen geforderten freien Wei gionsübung zum Worte Au kommen. Das können sie, soweit sie der Landeskirche ange⸗ hören, nur durch die geordnete kirchliche Vertretung, für die in ihrer Gesamtheit der Evang Ober⸗Kirchenrat zu Berlin in Ge⸗ meinschaft mit dem Generalsynodalvorf stand, für die einzelnen Gemeinschaften die Ge⸗ meindekirchenräte, ev. in Gemeinschaft mit den größeren Ge meindevertretungen in Be⸗ tracht kommen. Diese Gesamtvertretung ist sich nun völlig einig darin, und der Evangelische Oberkirchenrat hat es soeben in einer um⸗ ganz überwie fassenden Erklärung zum Ausdruck gebracht, daß sie zur Sicherung des gewährleisteten Minderheits schutzes verlangen muß das Anerkenntnis, daß die evangelischen Kir⸗ chengemeinden im Abtrenmmasgebiet nach wie vor mit der Landeskirche verbunden bleiben wie bisher, und daß zur Sicherung dieses Anerkenntnisses Anordnungen ge⸗ troffen werden, welche alle bestehenden Rechte der evangelischen Gemeinden und ihrer Verfassung in dem bisherigen Umfange dauernd gewährleisten. Und zwar ist in der Begründung dieses Verlangens die Vertre⸗ tung der Landeskirche völlig eins mit der der Jämtlichen evang. Kirchengemeinden. Die Begründung stützt sich einmal auf die Rechtslage. Es gibt nicht einen ein⸗ zigen Rechtssatz, wonach das Ausscheiden aus dem Staatsgebiet das Ausscheiden aus —— r er — 13 dem Kirchengebiet notwendig zur Folge habe. Das schlagendste Beispiel bietet hier⸗ für die Rechtsstellung der katholischen Kirche, und man lann unmöglich der evangelischen Kirche versagen, was man jener zugestand. Vollends aber muß jedes Bedenken schr vin⸗ den, da mit dem Wegfall des preußischen een die damit noch etwa gegebene zerbindung mit dem preuf ßischen Staats⸗ 11 in Wegfall gekommen ist, und es nach den Weimarer Beschlüssen nicht nur keine Staatskirche mehr in Deutschland geben darf, sondern, auch die Trennung der Kirche vom Staat in weitem Maße gesichert ist. Sodann hat entsprechend den Grundsätzen des Selbstbestimmungsrechts die gesamte evangelische Bevölkerung des Abtrennungs⸗ gebiets ausnahmslos und einmütig ihren e Willen kundgetan, aus kirch⸗ lichen und religiösen Gründen unter allen Umständen bei der bisherigen Mutterkirche zu verbleiben. Endlich verlangen sämtliche Ger 15 n im Namen und zur Wahrung der Religions⸗, Glaubens⸗ und Gewissens⸗ freiheit den ungestörten Jufammenbang mit ihr, da diese auf dem Bekenntnisstand der Union steht, während das Warschauer Kon⸗ sistorium auf dem Boden der Augsburgischen i Kirche Polens steht, die deutsch⸗ evangelischen Gemeinden aber unter keinen Umständen ihren bisherigen Bekenntnisstand antasten lassen wollen und in jedem kirchlichen Los lösungsversuch eine schwere Ge ewissensver gewaltigung erblicken würden. Wenn die Gemeinden somit durch den Mund ihrer geordneten Vertretung aus⸗ drückliche, im einzelnen näher bezeichne te Garantien verlangen, daß ihre bisherigen Beziehungen zur altländischen preußischen Mutterkir che und die daraus entspringenden Rechte in nichts geändert werden, so wün⸗ schen sie nur ein Gebot der Gerechtigkeit und der Religionsfreiheit gewahrt zu. sehen, und die Interessen des pol nischen Staates selbst weisen darauf hin, alles aufzubieten, daß die zur ee Minder zeit gehörige evang. Bevölkerung des Abtrennungsgebiets in ihren religiösen Anschauungen und 5 ihren kirchlichen Ordnungen sich gesiche fühlt. Denn die Erfahrungen der Gesch icht lehren, daß eine politische und nale Irxedenta ihre stärksten Widerstandskräfte religiösen Gegensätzen entnimmt, daß reli⸗ gibse Unterdrückung, Widerstand 15 zum äußersten auslöst. Die evangelischen Ge⸗ meinden machen für ihre Forderunge N nicht politische oder nationale Gründe geltend, so sehr sie solche empfinden mögen, sondern ausschließlich lirchliche und religiöse. Die Erfüllung ihres? Verlangens wird damit zu einem Gebot der öffentlichen völkerrecht lichen Moral. Aus schwerer Feit. Im Jahre 1807 wurde ein wackerer deut⸗ scher Mann schwer von dem Schicksale ge⸗ 0 1 troffen. Der Mann, den wir hier im Auge haben, ist der Professor der Theologie August Hermann Niemayer aus Halle, geboren im Jahre 1754, gestorben, wie er sich selbst nannte, als„glü cklicher Greis? im Jahre 1828 Er war ein Urenkels sohn des berüh mten August Hermann Francke und führte in Halle die Direktion der von seinem Urgroß⸗ vater begründeten Anstalten christlicher Lie⸗ bestätigkeit. Das Lied Nr. 457 unseres Ge⸗ sangbuchs„Ich weiß, an wen ich glaube, 195 daß mein Heiland lebt“ rührt von diesem Manne her. Außer einer ungemein großen Anzahl von wissenschaftlichen Büchern hat er einige Reisebeschreibungen verfaßt, so beschrieb er Reisen, 15 er nach Holland und England gemacht hat. In den schweren Tagen nach der Niede rlage des preußischen Heeres, in den Jahren 1806 und 1807, wurde er mit anderen angesehenen Männern verhaftet und als Geisel nach Paris verbracht. Seine Erlebnisse auf dieser Reise hat er in einem 1824 und 1826 er⸗ schienc nen zweibändigen Werke„Beobachtun⸗ gen auf einer Deportationsre eise nach Faun reich im Jahre 1807“ beschrieben. Diese Deportation, heute würde man sagen Ver⸗ schleppung, wurde von den Franzosen sehr mild durchgeführt. Die Reisenden wurden mit aller Höflichkeit behandelt und durften sogar von Metz aus allein reisen. 1 konnten sie sich in Frankreich ungehinder bewegen. Niemeyer benutzte diese unfreimi⸗ lige Reise, von der er im September 1807 wieder heimkehrte, um recht die Augen auf⸗ zumachen. Alles Sehenswerte nahm er in anne d namentlich studierte er 1 kirchliche Leben und die Schuleinrichtunge Was er in seinem Buche mitteilt, ist 0 großen Teil heute noch interessant, umso⸗ mehr als die Lage, in der er sich damals mit seinem Volke befand, ganz unserer gegenwärtigen Lage gleicht. Sein Buch, das nach der 1 Er 1955 ing in den Jahren 1813 bis 1815 ge schrieben worden ist, ist gerade für uns in diesen Tagen he⸗ sonders trostreich und erhebend. Wir teilen alb daraus einiges mit. Ueber seine Verhaftung, die vom ersten zum zu n Pfingsttage 180 erfolgte, chreibt Niemeyer folgendes: Die Mitternacht war schon vorüber, al wir voneinander schieden.(Der Verfasser weilte an diesem Abend im Hause eines Freundes.) Der Mond erhellte das Dunkel, als wäre es Tag. Uns unerwartet stand der Kommandant Latour noch am Fenster un⸗ seres Nachbarhauses. Mehr noch be efremdete sein kurzer Gruß, da man von ihm immer lange Phrasen gewohnt war. Aber er wuß 1 was uns in wenigen Stunden bevorstand, und unser ungewöhnlich spätes Zurückkon⸗ men mochte ihn beunruhigt haben Desso ruhiger und zufriedener endeten wir einen recht froh genossenen Tag und schliefen, wie es Luther haben will, flugs und fröhlich ein. in der Nacht Ni Uhr Flur franz dadu den Stock des Geiß eintr in T mit ruhig mich könn. Fische Fall, bei a loren die a chem die b Wide bekan doppe von Beyst stren, Verh Das zu he tung. einsp vortr jeher 2 Stur sind, und zahl wall bens spiel gang Ber pro müt gan im beg ließ nich dan um dip Wo ist m Auge August oren im ch selbst 1 Jahre rü hmten ihrte in eres Ge⸗ glaube, hrt von ungemein haftlichen eibungen er nach 85 In den lage des 806 und gesehenen isel nach auf dieser 1826 er⸗ abe 9 Fr rank⸗ n. Diese gen Ver⸗ zosen sehr t wurden d durften U eberall igel hindert 11 eiwil⸗ nber 1807 lugen auf⸗ ihm er in e er das richtungen. t, ist zum t, umso⸗ ) damals 3 unserer Buch, das in den en worden Tagen be⸗ Wir teilen r Nacht 1995 1807 des: rüber, als Verfasser zuse eines 18 Dunkel, stand der enster un⸗ befremdete hm immer er wußte, hevorstand, zurücen ni⸗ en. Desto wir einen liefen, wie röhlich ein. — 135— Nicht so wachten wir auf. Es mochte drey und Knochen! Komm her, Mume Else! das Uhr sein, als in unser zufällig nach dem ist meine Aeltermutter!“ Sowohl die Ge⸗ Flur nicht verschlossenem Schlafzimmer ein beine, als das in einem besonderen Schranke verwahrte Haupt, wurde nach seinem Befehl auf das Schloß gebracht, dann alles ganz in französischer Offizier trat, und als ich ihm dadurch geweckt sagte, er irre, der Wintant, den er vermutlich suche, wah im zweyten 55 50 erwiderte er, er 5 nicht. Auf Befehl s Kaisers müsse ich ihm ohne Verzug als Geißel folgen. Meine Frau, die ihn früher eintreten sah und, als sie dieß vernommen, in Thränen und Klagen ausbrach, suchte er mit der Gerechtigkeit des Kaisers zu be⸗ ruhigen. Ich war mir nichts bewußt, was mich vor einem Gericht hätte strafbar machen können. Meine Anhänglichkeit an den preu⸗ ßischen Staat, meinen Schmerz über seinen Fall, hatte ich nie verleugnet, auch dadurch bei alten rechtlichen Franzosen nichts ver⸗ loren. Von geheimen Plänen zur Befreyung, die auf jeden Fall übel berechnet, bey Man⸗ chem mit dem geleisteten Eide, nichts gegen die bestehende Ger valt zu unternehmen, in Wider spruch gewesen wären, war mir nichts bekannt. Für mich war überdies Vorsicht doppelte Pflicht, um einer großen Anzahl von Lehrern, Schülern and Zöglingen das Beyspiel eines ruhigen Betragens und einer strengen„ it, wie sie eben die Verhältnisse der Zeit erforderten, zu geben. Das Wee in diesem Sinn gehandelt zu haben, verminderte Schreck und Befürch⸗ tung. Ich konnte den Trostbedürftigen Muth einsprechen und sie an die Worte eines alten vortrefflichen Kirchenliedes, welche mir von jeher in bedenklichen Tagen oder schweren Stunden tröstend ins Gedächtnis getreten sind, erinnern: Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat ersehen, Und was mir selig ist.“ Die Reise der D eportierten ging durch Nelken. In Marburg nahm Niemeyer beson⸗ ders die Elisabethkirche in Augenschein und beschäftigte sich mit dem Leben der heiligen Elisabeth, von der er folgendes berichtet: „Zahllose Wunder hat, nach dem Glauben der Vorzeit, ihr kaum entseelter Leichnam und spät noch ihr morsches Gebein bewirkt; zahllose Pilgrimme sind zu ihrem Grabe ge⸗ wallfahret. Viele gewiß einer weiseren Le⸗ benstätigkeit fähige 2 spiel verleitet haben, in frommem Müßig⸗ gang der Welt abzuf sterbe n, statt für ihren Beruf zu leben. Das fühlte schon der erste protestantische Landgraf P eee der Groß⸗ mütige von Hessen. Bald nach seinem Ueber⸗ gange zur evangelischen Kirche, machte er im Jahre 1539 dem Unwesen ein Ende. Er begab sich selbst in die Begräbniskapelle, ließ, die Unzufriedenheit seiner Umgebung nicht achtend, das große Behältniß öffnen, dann die kleinere Kiste, welche die Gebeine umschloß, herausnehmen, nachdem 17 wie die Niplomafisch genaue Erzählung die Worte aussprechen:„Das walt E das ist St. Elisabeths Heiligthum. Mein Gebein der Stille an einem nur wenigen Personen bekannten Ort in der Kirche in die Erde ver⸗ senkt. Der kostbare Sarkophag blieb indeß zurück, nachdem der Zweck erreicht war, keine Wunderkraft mehr von seinem Inhalt zu erwarten.“ Von Marburg ging die Reise nach Gießen, von da nach Friedberg. In beiden Städten fand Niemeyer gastliche Aufnahme und freundliches Mitgefühl, was er mit den Worten beschreibt: „Die Landgräflich Hessische Universität (Marburg) liegt dieser Herzoglich Darm⸗ städtischen(Gieß ßen) so nahe, daß wir noch an demselben Tage, wo wir um Mittag Marburg verließen, hier einen guten Teil des Nachmittags und Abends zubringen konnten, um angenehme Bekanntschaften an⸗ zuknüpf en oder zu erneuern. Herr v. Made⸗ weis hatte indeß vom Obrist La Roche die Vergünstigung erhalten, seinen Bruder in dem nah gelegen Wetzlar zu besuchen und erst in Frankfurt wieder mit 9 zusammen zu treffen. So sehr hatte sich das Vertrauen befestigt. Schon 9 wie noch jetzt, gehörte unter den Theologen, der geist wolle Kirchen⸗ historiker Schmidt, der gelehrte Exeget Kuinoel, der literarische und praktische Pal⸗ mer zu den Zierden der Hochschule. Auch traf es sich recht glücklich, daß der Tag meiner Ankunft auch der Gesellschaftstag der Seelen, mag ihr Bei⸗ Professoren auf dem Buschischen(Steins) Garten war. Waren ihrer fast zu viele, um sich genug im Einzelnen zu berühren, so ward bald das Gespräch bei den Freuden des Weins in der heiteren Abendgesellschaft desto lebendiger, und fast unmerklich kam die Mitternacht heran. Ich freute mich 5 dem Heimwege der trefflichen Straßenbeleuch⸗ tung, eingedenk der dürftigen meiner Vat stadt; mehr noch einer neuen Erfahrung zarter Gastlichkeit. Statt von Herrn Kuinoel in das Quartier begleitet zu werden, fand ich mein Gepäck in seinem eignen Hause neben einem schönen Lager, welches die gütige Hausfrau indeß bereitet hatte. War es doch, als ob unser Schicksal mir alle Häuser und Herzen öffnete. Das ist nicht der kleinste Gewinn aus den Wider⸗ wärtigkeiten. Es sind doch in der Regel die besseren Seelen, die sich an den Unglück⸗ lichen an schließen. Schon in der kleinen Stadt Friedberg, zwischen Gieße n und Frankfurt, machte ich wieder ähnliche Er⸗ fahrungen. Der Weg dahin ward uns durch die harte Mißhandlungen eines Po stillions der dem Kapitain zu langsam fuhr ver⸗ leidet. Die Abgeschliffenheit trat mit der Rohheit in den widrigsten Contrast. Desto mehr deutsche Humanität empfing mich in . „5 —— 5 — 136— dem mir angewiesenen Quartier bei Herrn Apotheker Trapp. Es war Sonntag: sfieh⸗ rere Gäste waren zu der Familie eingeladen. In der Wirthin, einer Mutter von, irre ich nicht, sechs Töchtern und fünf Söhnen, fand ich die Schwes ter eines alten Freundes des itzigen Oberschulraths Hn. Schellenberg Zu Wiesbaden. Auch die Prediger des Orts, die Herren Pilger und Koch, vormalige Zu⸗ hörer, eilten freundlich herbei. Bis Mittag herzliche Gesprä che und Wiederholung ala demischer Jahre. Dann ein frohes Mahl. Ich sah deutlich, daß ich den— wie es schien recht glücklichen— Familienkreis nicht störend verengte. Nur mich erinnerte er fast allzu lebhaft an den eignen, von dem ich immer weiter entfernt ward.“ Das, was Niemeyer in Frantfurt a. M. erlebte, ist wichtig, weil er dort in eine Familie geführt wurde, deren Nachkomme in diesen Tagen viel genannt wird, und weil er hier aus Anlaß eines bestimmten. Falles Trostgedanken entwickelt, die in dieser Zeit des Todesleides bekümmerte Herzen aufzu richten vermögen. (Fortsetzung folgt.) Kleine Mitteilungen. Am 15. Juni hat der Direktor der Pa⸗ riser Missions⸗Gesellschaft, Jean Bianquis in Paris(nach der„Femaine Religieuse“ vom 26. Juli) einen Vortrag über„Das Evangelium und Französisch⸗Afrika von morgen“ gehalten und sich über die Mit⸗ arbeit evangelischer Missionen anderer Nationalitäten wie folgt ausgesprochen: „Wir müssen unseren ganzen Einfluß aufbieten, um den Missionaren der ver⸗ bündeten Länder, England und Amerika, sowie denjenigen der neutralen Länder, Skandinavien und die Schweiz, den Zugang zu unseren Kolonien zu erleichtern, bis zu. gut Stück ihres zukünftigen Lebens ab⸗ dem Tage, an dem das reumütige Deutsch⸗ land, nachdem es seine Fehler bekannt und unzweifelhafte Proben seiner Zuwendung zu einem selbstloseren Ideal gegeben hat, in den Schoß des Völkerbundes aufgenommen ist, auch seinerseits seinen Platz in der Arbeit an der Evangelisation der ganzen Welt wieder einnehmen! kann, für die ohne! Zweifel seine auf einige Jahre zu erwartende! Aus⸗ schaltung eine e bedeutet!“ Also lieber Schwächung der Missionsarbeit als Hilfe der deutschen Missionare! Besonders betroffen werden hierdurch die Basler und Baptisten⸗Mission in Kamerun, die Nord⸗ deutsche in Togo. Die evangelischen Mis⸗ hausen, seinem Ruhesitz, gestorben. Am 1. Juni 1842 als Sohn des vielleicht noch bekannter gewesenen Pfarrers Johann Chri⸗ stoph Blumhardt in Möttlingen geboren, übernahm er nach dem Tode des letzteren (25. Februar 1880) die 919075 von Bad Boll, die er bis zum Jahre 1911 inne hatte. Ungezählte Tausende haben an dieser Stätte bleibende seelische Aufrichtung und Bel lebung, viele auch Wiederkehr ihrer körperl ichen Kräfte gefunden, und der Geist tiefgegrün⸗ deter religiöser Weitherzigke it hat auf zahl⸗ reiche Kreise verschiedensten konfessionellen Standes befruchtend gewirkt. Aus Gründen Felgen völlig unpolitisch er Ueberzeugung hatte Blumhardt Ausgang der 90 er Jahre auch längere Zeit engere Fühlung mit der Sozialdemokratie genommen und trat als Abgeordneter im Württembergischen Land⸗ tag bis zum Ablauf„feines Mandats für die idealen Ziele des Sozialismus ein, ohne jedoch je die innere Verbindung mit allen anderen, an ihn herantretenden Kreisen zu lösen. Im Mittelpunkt seines religiösen Wirkens stand die Neubelebung der Hoff⸗ nung auf das Reich Gottes, als deren Träger auch fernerhin der Freundeskreis von Bad Voll sich darstellen möchte. Worte zum Nachdenken. Betrachte dich zu jeder Frist, Sieh, was du warst und was du bist Und was aus dir noch werden soll, So hüt'st du dich vor Sünden wohl. Sebastian Brant. Unsere Kinder sollen merken, daß wir in einer unsäglich ernsten und entscheidungs⸗ reichen Zeit leben; aber sie sollen auch merken, daß wir diese Zeit zu tragen wissen. Davon, wie wir jetzt uns halten, wird ein hängen. Fichte. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 24. August(10. n. Trinitatis). 5 In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ sionskreise in Frankreich laden mit diesem übertriebenen Nationalismus eine schwere Verantwortung auf 1 Der weit über ee und selbst Deutschland hinaus bekannte„Pfarrer von Bad Boll“, Christoph Blumhardt, ist am 2. d. M. im Alter von 77 Jahren nach län⸗ gerem Kranksein im benachbarten Jeben⸗ ten aus der Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarr⸗ assistent Schaefer. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, fällt aus. Siehe Stadtkirche!— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld. * Wartburg, evgel. Jünglings⸗ und Männer⸗ verein, Diezstraße 15. Sonntag, 24. August, Tagesausflug. Näheres im Vereinslokal. Freunde des Vereins herzlichst eingeladen. — Samstag, 30. August: Unterhaltungs⸗ abend der älteren Abteilung. Gäste stets willkommen. JJ.ͤöX1õw4õ Verantwortlich: Pfarrer B echtolsheim er. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckeres R. Lange, Gießen. übrige Gen Nr. 3 Die Von P Ein zeigt 1 verfass bens⸗ Bunde das F verwel verwal Tätigk lung überla noch h direkte Staat. kirchlic lichen einer bindur deutsch haben Laufe merken wo im stützun meinde der Ki einsre. evange als sta gionsu fakulte ten, al der Ki Von 1911 gestalt Kirche aber d Die A dem e fassun; „Di (altkat öffentl ihre 2 genom für il Erlass rates. wenn kratisc die W