ediglich ag zum Schug anerkannt. e Kirche se bei steht hn ändern die end in 00 hl der 9 Die Au 5 und tue bei wende Mark fin ächstenliehe e zu viel!“ Andeskirche Jahr(nach statistiken Drei⸗ oder Staat emp⸗ d im Frei⸗ die ganze r und Koßf ele dürften er Schlag⸗ zurückzu⸗ indevertre⸗ er Gemein⸗ von 12 bis tatt. Jeder Gemeinde zerhältniz⸗ Zeitpunkt eingereicht u werden. eitig durch 8 gegeben. rinitatiz, 9½ Uhr: 11 Uhr: ide: Pfar⸗ Pfarrer r, abends ren weib⸗ einde.— 4 Uhr: ttags 9 dormittagz Johannes⸗ Abends — Abbds, firmierten gemeinde. 1/8 Uhr: innlichen Freitag, Vereu 1 Jugend — steindruckere Sonntags gruß emeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 47 Gießen,(Totensonntag), 23. S. n. Tr., d. 23. Novbr. 1919 8. Jahrg. Leben im Sterben. Brief des Apostels Paulus an die Römer 8, 35—37. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Fährlichkeit oder Schwert? Wie geschrieben steht: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag, wie sind geachtet wie Schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit um deswillen, der uns geliebt hat. Totensonntag ist heute. In früheren Tagen griff er unter den Millionen Deutscher doch immer nur Einzelnen voll ans Herz, vor⸗ nehmlich denen, über deren Schi welle der düstere Gast während des laufenden Jahres getreten war. Die anderen Ernst zumeist nur so, wie den Wanderer, der weitab vom Strande auf friedlicher Flur fernher das leise Rauschen des Meeres ver⸗ nimmt, und die alte Mahnung des misten:„Lehre uns bedenken, daß wir ster⸗ ben müssen, auf daß wir klug ee traf eher das Ohr als das Herz. Dann kam der Krieg und die Jahre des Krieges. Und mit jedem Totenfest brauste die näher und drohender heran. Die ward Volksklage, denn schier kein Haus blieb verschont und kein Auge träne enleer ob weher Verluste im Schoß aller Familien. Aber über den Schmerz Einzelner und der Besamtheit wölbte sich doch wie blauer Himmel immer wieder die Hoffnnung, ja Gewißheit, d viel kostbares Lebens gut nicht umsonst dahin⸗ gegeben sei. Mancher ahnte etwas vom Sinn für das Heil des in den des ae enden Opfers Ganzen, und bei vielen mischte sich religiösen Trostgedanken des Totenf stes noch ein Unterton vaterländischer Aufrichtung, wenn es hieß:„Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterbe en, von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihre r Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach.“ Und heute? Ist uns nicht so, als liege das ganze deutsche Volk, vom Ersten bis zum Letzten, im Sterben? Als seien die Fluten maßlosen Jammerns und Verderbens über unser aller Haupt zusammeng zeschlagen? Und das Eine bleibt gewiß: an einer Totenbahre steht dies⸗ mal die gesamte Nation. Des al en deutschen Reiches Macht und Größe ist dahin, der jahrhundertelange Traum eines geeinten, unantastbaren Vaterlandes ist, kaum daß ihm Erfüllung ward, zerflossen. Der wäre kein uns 1 hängen durfte, Trübsal oder Angst menrottete berührte sein dem gra oßen Psal⸗ Kriegssturm die Sterbensflut Totenklage daß so Mensch von Fleisch und Blut, dem sich nicht das Herz ee e angesichts der Schmach, di e fremde Willkür über uns ver⸗ 1 um des willen, weil eine gegen einen Einzigen zusam⸗ 1 5 wer da sagt, daß unser Volk den Weltkrieg wollte, der lügt; und wer da vergessen will, daß im August 1914 ganze Welt si die Nation. eines war in flammendem Zorn und 1 5 der 1 Begeisterung, die ungeheuer frevelhafte Herausforderung eines schon lange festgeschmiedeten Feindesrings zurück⸗ zuweisen, der hat ein unentschuldbar schwaches Gedächtnis. Es liegt ein Siegfried erschlagen, und wer noch einen Tropfen deut⸗ 9 70 Blutes in seinen Adern fühlt, dessen Totenklage ist echt! Aber darin zu verharren, iste eines großen Volkes, das wir bleiben, un⸗ wert. Wenn je ein Totensonntag, muß der heutige Kräfte des Lebens wecken, muß er Zuge der schöpferischen Natur folgen, die hinter jedes sterbende Blatt schon eine neue Knospe setzt. Und die Kraft muß sich verdoppeln, weil nicht bloß draußen der schützenden Deiche durch brach, sondern auch im Innern eine gewal⸗ tige Brandung an manchem Altbe estehenden und nicht immer Schlechten rüttelte. Viele werden ja schon heute aus dem Chaos über raschenden Zusammenbruchs sich erste Ge⸗ bilde einer neuen, besseren Weltzeit ent⸗ wickeln sehen. Und wir wollen uns ernst be⸗ reitstellen, das Gute zu fördern, wo immer wir es finden. Aber ge ewiß bleibt doch, daß keine Welt⸗ und keine Herzenswunde allein mit äußeren Pflastern und Arzneien geheilt werden kann. In die geheimen Tiefen der Seele muß Volk und Mensch steigen, und auf ihrem Acker die Spreu vom W̃ erzen scheiden. Vor Gott, ihre n Schöpfer, und sein Wort muß sie sich wieder in inwendigstem Erleben stellen. sei unser Lebensdienst am heutigen Totenfest: Zwiesprache halten mit Gott, dem Lebendigen, bis wir wieder A. 2— NI„ 1 lernen mit Paulus zu bekennen:„Wer will uns scheid en von der Liebe Gottes? Trübsal, oder Angst, oder Verfolgung, o oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben steht: Um dein netwillen wer⸗ den wir getötet den ganzen Tag, wir sind geachtet wie Schlachtsch afe. Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns ge⸗ liebt hat.— auf Golgatha Wer jetzt lernt Christi Tod verstehen und mit ihm sterben, der wird auch lernen, mit ihm neu zu leben: der wird erfahren, daß unsere Toten dennoch nicht umsonst gestorben sind. — 186— Codesleid in alten Tagen. Für die, die heute leben und um liebe Toten trauern, ist es wichtig, zu erfahren, wie vor ihnen schwer geprüfle Menschen sich mit herben Verlusten abgefunden haben. Aus alten Familienaufzeichnungen geben wir hier Schilderungen der Trauer wieder, die einst in Familien unseres engeren Vaterlandes ge⸗ herrscht hat. Wir entnehmen diese Mit⸗ teilungen mit freundlicher Erlaubnis des Verfassers, des Herrn Oberregierungs⸗ rats Friedrich Welcker⸗Gießen, seiner inter essanten Schrift„Beiträge zur Geschichte der Familie Welcker“, Gießen 1908 und 1913. 1 4. Im Jahre 1787 starb in Ober⸗Ofleioen Charlotte Ernestine Christine Welcker, die Schwester des dortigen Pfarrers Welcker. Den Todesfall hat der Bruder im Ster buche der Gemeinde mit den Worten beur kundet:„Den 3. Januar Morgens früh gegen 6 Uhr starb Jungfer Ch. E. Chr. Welckerin, meine zärtlichst geliebte Schwester. nachdem sie sich einige Wochen bei mir auf⸗ gehalten, nach dreitägigem Krankenlager, im 16. Jahre ihres Lebens. Der Herr, den sie wahrhaftig verehrte, erfreue sie nach man chem ausgestandenen Leiden nun desto reich licher mit den unvergänglichen Freuden seines Reiches.“ Ein Schriftsteller, F. L. Textor, hat des Todes des jungen Mädchens ganz in der empfindsamen Art seiner Zeitgenossen ge dacht, indem er in einer interessanten Schrift „Silhouetten aus dem schwarzen Orden“ das Grab in folgender Weise beschreibt:„An der der östlichen Seite des Friedhofs hob in einer einsamen Ecke eine prächtige Linde majestätisch ihr Haupt empor; unter der selben, abgesondert von den übrigen, war eine Grabstätte, mit Rosenstöcken und Jas⸗ minen umgeben, auf derselben ein Denkmal von Stein, in der Form einer Pyramide. Ein Engel mit der Palme in der Hand stand auf dem oberen Absatz und unten las man folgende Worte:„Fließe immerhin, Zähre der Wehmuth, netze den Todeshügel, der die Gebeine eines edlen Mädchens deckt! Ach, wie blühte sie so schön, diese Rose, und der Sturm zerknickte sie. Viel gelitten, viel ge⸗ rungen hast du, theures Mädchen! Aber im Himmel lohnt Gott die schöne Dulderin. Ser mir gesegnet, friedlicher Ort, wo meine Char⸗ lotte schlummert, bis am Auferstehungstage in Gottes Heiligthum die Auserwählte tritt. Ser mir gesegnet! Kein unheiliger Fuß müsse schläft.“ Die andere Seite, die gegen die Linde stieß, enthielt folgende Inschrift: „Schlummere sanft, du gute fromme Seele, Bis auf ewig dieser Schlummer flieht, Wein' auf ihrem Hügel, Philomele, Um die Dämmerung ein Sterbelied! Weht, wie Harfenlispel, Abendwinde, halt war, indem ich dasjenige nicht fand, uc „ 2 + e NB wo mir nur Jammer und Kummer glei das Heilige betreten, unter dem die Tugend int Durch die Rose, die dem Grab eutspriest; Säuselt trüber in der Kirchhofslinde, Wo die Stätte ihres Todes ist!“ Im weiteren Verlaufe dieser Darstellung läßt der Verfasser einen jungen Mann jo gendes über die Entschlafene sagen: „Das muß ein edles Mädchen gewesen sein, ich weiß überhaupt nichts rührendere! in der Natur, als eines jungen, unschuldigeg Mädchen Tod, als das Entblättern der jun, gen Rose! Es muß wohl sein, daß eine solch Rose in einer andern Zone des Universum; wieder aufblüht. O, mein Gott, es ist fa schwer zu begreifen, wie man aufhören, ale wie man fortdauern kann. Ich könnte eben so leicht an Gottes Dasein, als an meiner Seelen Unsterblichkeit zweifeln. Charlotte lebt und ich werde sie und tausend anden schöne Seelen, die ich nicht kannte, kennen lernen.“ II. Im Jahre 1840 war der Landrat i f Karl Ludwig Welcker von Heidelberg nac gießen verzogen. In einer für seine Famil zestimmten Aufzeichnung hat er über seim Schicksale folgendes geschrieben! „Mein guter Emil war etwa ½ Jahr por meinem Abzuge unwohl, weshalb ich die Hülfe des Medizinalraths Götzenbergers i Anspruch nahm, und als wir von Heidelbem abreisten, war er soweit hergestellt, daß die ser keinen Anstand nahm, ihm die Reise z erlauben In Gießen angelangt, wurde da der mir als geschickter Arzt schon in Darm⸗ stadt empfohlene Dr. Stammler sogleich zu Behandlung Emils zugezogen, allein die Krankheit wich nicht, und wahrscheinlich hal Götzenberger dieselbe nicht gehörig einge sehen und eine zweckmäßige Behandlung ein⸗ treten lassen. Emils Befinden besserte sich 0 b nicht, er wurde von Tag zu Tag schwächer, und am 18. März 1840 erlebten wir da traurige Geschick, daß er abends 9 Uhr unten den Händen seiner 2 Brüder starb. J übergehe eine Schilderung unseres Jan mers über den Verlust dieses heißgeliebteh Kindes, denn ihr, meine Kinder, wart je Julie ausgenommen, Zeugen seines Leiden und habt ihn mit geschwisterlicher Liebe ge wartet und gepflegt. a So unangenehm mir der hiesige Aufent ich zu finden hoffte, noch weit unerträgliche wurde mir derselbe durch diesen herben Ver lust. Hätten es meine Verhältnisse zugelassen ich wäre auf der Stelle wieder nach Heidel berg gegangen, um einen Ort zu verlasseh bei dem ersten Eintritt in denselben zu Tel geworden war. Aber das unerbittliche Schicksal hatte ug nicht aufgehört, mich und die Meinigen un härteren und schwereren Leiden heine suchen. In dem Jahre 1841 wurde Juli wie man mich allgemein versicherte, ohne en Verschulden in eine Schlägerei verwidct und a verwu das F der N erklär die er mit L des P wurde korbe Wund allein konnte Dr. S her al gezoge entzür Das stärker sellte, tendes Kraft am 9. Wie s geliebt terte, neuem voran, grenzt wir n Seiter nung Weber Abend Wer 1 an At die Ge Juliu. Tode 9 Uhr feierli Völ Gott Blüth würde ihr L Mänr keine diese setzt h talent Fach demne wenn Stam deren mals, Hand! Ich Schick tes A wir k. begrei daß ft sein Kinde Leutsprießt, hfslinde, Darstellun Mann fol 55 hen gewesen n unsch uldigen rn der jun. ß eine solch⸗ Universun, es ist fa ifhören, al önnte eben. an meine Charlotte send anden ute, kennen udrat i. g elberg nac ne Famil über sein „Jahr vor ilb ich die übergers in Heidelbem lt, daß di ie Reise zu wurde da in Darm⸗ sogleich zur allein di heinlich hal örig einge ndlung ein⸗ esserte sich schwächer, u wir daz ) Uhr unte starb. J res Jan eißgeltebten „ wart jo, les Leidens r Liebe ge⸗ ge Aufent⸗ t fand, loc erträgliche erben Vel zugelassen, ach Heidel⸗ verlasseh 15 gkeit en zu Teil hatte noch einigen u u heimzu⸗ de Juli, „ ohne eit beruue — 187— und am 22. Juni dieses Jahres in die Lunge verwundet. Seine Freunde brachten ihn auf das Forstschützenhaus in den Forstgarten, in der Nähe von Hausen, und Dr erklärte die Wunde für nicht gefä die erhaltene Trauerbotschaft begab ich mich mit Laura dahin, und auf den Vorschlag des Professors Dr. Wernher, seines Le ehrers, . HJ. tammler Auf auch der Gedanke wieder für 0 erheiternd, daß ich noch vier Kinder besit itze, welche mir mit Liebe und Zuneigung ergeben sind. Daß sie mir und ihrer Mutter den Abend unseres e so viel als möglich zu erheitern sich bestreben, das haber n sie uns bisher bewiesen. Zu dem lieben 8 Fritz heg ge. ich das frohe Ver⸗ trauen, daß, wenn ich und eure Mutter nicht wurde Julius am Abend in einem Tr mehr sind, d du soviel, als in deinen korbe in unsere Wohnung gebracht. Kräften steht, 0 zwei unversorgten Wunde heilte zwar im Verlaufe kurzer Zeit, Schwestern Hülfe und Stütze sein wirst. allein ein Ausfluß wässeriger Flüssigkeil Auch das dritte Jahr meines hiesigen konnte nicht gestillt werden, ohngeachtet auf Aufenthaltes war für mich ein sehr trau⸗ Dr. Stammlers Verlangen Professor Wern⸗ riges Jahr, denn in demselben starb meine her als anerkannter ge eschickter Wundar; Tit zu⸗ innigst geli 5 noch 9 lebende Schwester gezogen wurde. Hierzu gese ellte sich Darm⸗ Naroli ne. Daß dieser Trauerfall, die noch entzündung, welche glücklich beseitigt wurde. ht vernarbten Wunden von neuem auf⸗ Das Auslaufen der Wunde wurde täglich riß, bedarf wohl keiner genauen Erörterung. welches sich dazu und stellte sich anhal Fieber, ge⸗ stärker, das Fie heftiger sellte, wurde tendes Phantasieren ein, und ohngeachtet die 4 Kraft Julius nicht verlassen hatte, starb er am 9. Juli Morgens zwischen 3 und 4 Uhr. Wie sehr uns alle der Schmerz dieses heiß geliebten, hoffnungsvollen Sohnes erschüt zogene Kinder terte, das habt ihr selbst mitge fühlt, und von den Verlust seines ihm Lage 3151 neuem fühlen wir vorangegangenen Bruders. Unsere grenzte an Verzweiflung. e wir noch den Kummer erleb Seiten des peinlichen Gerich nung des hiesigen Ho sgerichts, 1 Weber, an dem Tage seines Todes Abend eine Sektion vorgenommen Wer weiß, wie sehr ich besonders Sektionen an Angehörigen abhold bin, der kann sich die Gefühle denken, welche sich! bei mir regten Julius wurde am zweiten Tag nach seinem abends von gegen wurde Tode von seinen Freunden ds gegen 9 Uhr mit Fackeln und Trauermusik äußerst feierlich zu seiner Ruhestätte gebracht Völlig unerklärlich ist es mir, warum mir Gott die zwei heißge 1 N Kinder in der Blüthe ihrer Jahre abgefordert hat. Beide würden gewiß, wenn ihnen die Vorsehung ihr Leben länger gefristet hätte, tüchtige Männer geworden sein. Emil hatte zwar keine ausgeze eichneten Geistesgaben, er würd 8 diese aber durch einen dbcharnliche Fleiß er⸗ setzt haben. Julius dagegen war ein sehr talentvoller 5 hatte mit Lie Fach ergriffen und würde voraussichrlich demnächst Tüchtiges geleistet haben; denn wenn er während seiner Krankheit mit Dr. Stammler und Professor Wernher über deren Verlauf sprach, äuß erte letzterer mehr⸗ mals,„er hat seinen Chelius(Chelius, Handbuch der Chirurgie) gehörig ane Ich habe mich Schicksal durch den festen Glauben, daß Got⸗ tes Absichten immer die besten sind, wenn wir Wege nicht samt neu waren, wir kurzsichtigen Geschöpfe seine begreifen können, und durch den Gedanken, daß für mich ihre Trennung 1 77 mehr fern sein wird, gefunden. Habe ich gleich vier Kinder durch den Tod verloren, müßten getragen 1 sen nun in mein trauriges bahren beftz so ist doch gut und reichlich. Ich habe indessen Gott dafür gedankt, daß sie ihren Kindern soviel hinterlassen hat, daß diese davon leben können. Das Jahr 1843 versetzte uns von neuem in tiefe Betrübnis; denn am Juli starb mein Schwiegersohn H. und hinterließ 3 uner⸗ der Ehe mit Julie.“ Der vielg Mann starb am 7 Januar 1862 zu Gießen im Alter von ezu 84 Jahren. Am Abend seines Lebens it er noch Freude an Kindern und Kindes⸗ indern erlebt, nachdem er soviel Leid er⸗ fahren hatte, das er jedoch, wie seine Auf⸗ zeichnung beweist, in christlicher Erg ebung hat f Meine Erlebniffe in französischer Kriegsgefangenschaft. Von Ober⸗Telegraphenleitungsausseher Heinrich Wagner⸗ Gießen. (Fortsetzung.) von 10 bis 11 Uhr und von durften wir in dem Hofe, der spazieren gehen, Posten, die nicht Jeden 3 bis 4 Uhr mit Draht abgezäunt war, dabei bewacht von sechs zulassen 5 daß ein Deutscher mit einem Franzosen ein Wort sprach, weil sonst die Möglichkeit bestand, aus der Kan⸗ tine etwas holen zu lassen. Gern gaben wir für ein Brot einen Franken aus, während 08 sonst nur 40 bis 50 Centimes kostete Wir teilten ein solches Brot miteinander; n damals herrschte noch Kameradschaft, später leider nachl ieß. So brachte ich sieben Wochen zu, bis ich am 28. Oktober 1 das Hospital Temperaire in Talence bei Bordeaux kam. Nachts 2 Uhr kamen wir in Bordeaux an, wir waren lauter Schwerkranke viele wurden auf Trag⸗ rdert. Auf Autos e wir nach dem Hospitale gebracht. Dort mußten zuerst selbst unsere Betten, die alle⸗ aufstellen. Nun hatten wir zum erstenmal ein anständiges Lager. Auch der Chefarzt ging mit seiner Behandlung gewiffenhaft vor, 5 die Verpflegung war Hier Ta 9 so ö den was 85 G wurde ich zuerst 2 4 188 auf meine Krankheit behandelt, die schon nach einigen Tagen behoben war, alsdann wurde ich in Bordeaux in einem größeren Hospitale mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Am 16. November wurde mir durch eine Operation die Kugel aus der Brust ent⸗ fernt, und so war meine Wunde in 14 Tagen geheilt. Nur der rechte Arm war noch im Schultergelenk gelähmt, was noch über ein halbes Jahr anhielt. Hier konnten wir jede Woche zweimal schreiben, auch die Post aus der Heimat kam pünktlich an. Körperlich nahm ich unter solchen Umständen wieder zu. Leider konnte ich die frische Luft nicht genießen, wir mußten dauernd im Saal von der Heimat und fern von den Lieben in Kriegsgefangenschaft feiern mußten, konn⸗ ten wir kaum fassen. Die Franzosen respek⸗ tierten die Feier mit aller Hochachtung. Am dritten Weihnachtstage mußte allet Festschmuck wieder verschwunden sein. Tage⸗ lang gingen meine Gedanken nach den Lieben in der Heimat; denn über unsere Heimkehr waren wir sehr im Ungewissen, und Zei tungen bekamen wir nicht zu lesen. Hier hatten wir freien Zutritt in die Kantine, wo wir Milch, Kaffee, Wein, Obst, Brot, Brötchen und anderes noch recht billig kaufen konnten. Unter solchen Umständen litten wir keine Not. Doch wurde uns der Wein schon berweilen. Die Wachmannschaften erklärten von Neujahr 1915 an entzogen. uns, daß sie nach Köln und Düsseldorf zur Besatzung kämen. Wenn wir ihnen sagten, daß unsere Truppen auf französischem Boden stünden, so stritten sie ganz entschieden da⸗ gegen an. Am 15. Dezember kam ich wegen Uebe füllung mit einem Transport in eine Hospi⸗ talkaserne, wo wir weiter behandelt wur⸗ den. Hier konnten wir den ganzen Tag auf dem Kasernenhofe umhergehen. Die Reinlich⸗ keit ließ daselbst sehr zu wünschen übrig. Die Kasernen sahen in Frankreich durchweg sehr schmutzig aus. In den Zimmern waren außer den Betten nur noch die Gewehrstützen und ein Brett oberhalb der Betten, wo die Tornister niedergelegt wurden, sonst waren nur noch zwei kleine Tische und die dazu gehörigen Bänke da. Die meisten Leute muß⸗ ten ihr Essen auf den Betten einnehmen. Unsere Lagerstätten bestanden aus einer eisernen Bettstelle, einer Wollmatratze, einem Kopfpolster und einer Decke. In dieser Hospitalkaserne erhielt ich am 24. Dezember von meinen Lieben zu Hause meine ersten Pakete, die zugleich Weihnachts⸗ pakete waren, was für mich eine große Freude war. Zu jeder Mahlzeit gab es hier Kartoffelsuppe und genügend Brot und Fleisch. Dadurch, daß viele Pakete eintrafen. kamen mitunter ganze Brote zu den Speise⸗ resten. Nach einiger Zeit wurde dies von den Franzosen bemerkt, sie holten das Brot wieder aus den Fässern heraus, und wir bekamen es in der Suppe zu essen, worin sich auch noch sonst Unappetitliches genug befand. Weihnachten 1914 feierten wir stuben⸗ weise. Stube 40 und 41 hatten zur Ver⸗ schönerung des Festes eine Gesangsabteilung gegründet, aus altem Holze wurden künst⸗ liche Weihnachtsbäume hergestellt und von freiwilligen Spendern geschmückt. Auch der Stall zu Bethlehem mit der Krippe und allem, was dazu gehörte, fehlte nicht. Die französischen Rotekreuzschwestern hatten die Kerzen gestiftet, die Spenderinnen hatten sich mit den französischen Aerzten zur Feier ein⸗ gefunden. Ein Vizefeldwebel hielt eine Rede, die uns in das Herz drang und manchen zu Tränen rührte. Daß wir Weihnachten fern 9 7 Verantwortlich (Fortsetzung folgt.) Kleine Mitteilungen. der Gefallenen und den in den Lazaretten ihrer Krankheit von ihrer Verwundung Er⸗ legenen besonders eingeladen. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 23. November(Totensonntag, 23. nach Trinitatis. Feier des Gedächtnisses der Gefallenen. Hierzu werden besonders die Angehörigen der Gefallenen eingeladen. Kollekte für die Nationalstiftung für die Hin⸗ terbliebenen der im Kriege Gefallenen. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr: Kin⸗ derkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Becker.— Montag den 24. November, abends 7½ Uhr: Vereinigung der konfirmierlen männlichen Jugend der Matthäusgemeinde.— Don⸗ nerstag den 27. November, abends 7½ Uhr: Vereinigung der konfirmierten weilblichen Jugend der Matthäusgemeinde. In der Johanneskirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Vor⸗ mittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukas gemeinde: Pfr. Bechtolsheimer.— Abende 5 Uhr: Pfarrer Ausfe Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung i. Johannessaal.— Mon * — 158 tag den 24. November, abends 7½ Uhr; Vereinigung der konfirmterten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde. In der Kapelle des Alten Fried⸗ hofs. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrassistent Schaefer. In der Kapelle des Neuen Fried⸗ hof s. Nachm. 3 Uhr: Pfarrer Adolph. Am nächsten Sonntag, den 1. Advent, fin⸗ det in beiden Kirchen im Vormittagsgottes⸗ dienst Beichte und Feier des heiligen Abend⸗ mahls statt. Anmeldungen werden von den Gemeindepfarrern vorher erbeten. Pfarrer Bechtolsh eimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindrucherel R. Lange, Gießen. Wie überall in Deutschland so soll auch in Hessen das dasjährige Totenfest zu einer Ge⸗ dächtnisfeier für die Opfer des Krieges ge. staltet werden. Es werden deshalb 3 u diesen Feiern die An gehörigen 1 Gem Nr. 48 Erange —— 2—— Nie k Verlauf Lage b uns vo; Wahrhe fremder heit un armt un zufriede uns erf ist, viel eine bef An d Licht, d Advents heilen d zen sin lebnisse Todesle mehr o gebracht können seinen e kräfte i Mut ge Zeit auf Möchte 1919 di machen! Aber heißung Jesus g fangenen Der He alten P 5 in e ie gef Schuld, nisse, u Seelen das Re und Fr dieses 2 deutung sprach, und Tig hoffte, d in die H uns in tausende in die N