Wallthor den auch gemacht hat Eng⸗ ien Frie⸗ rücke auf ögen er⸗ r Frantz Bogen.“ n 25 auf ten mäch⸗ es wollte das man d gehen.“ niszere) 9½ Uhr: tags 11½ gemeinde: ds 6 Uhr: ittags 9½ nittags 11 ohannesge⸗ nds 6 Uhr: straße 50): mengottes⸗ bendmahls. ng im Jo⸗ 19. März, st: Pfarrer d Münner⸗ 16. März: ommen.— 3 8¼ Uhr: ig den 22. ilteren Ab⸗ Kirchstr. 9. mmenkunft. herer Lehr⸗ 6—7 U u Samstag teilung im us der Jo. von 6—7 Steindruckerei onntags gruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Dr 12 Gießen, Gkuli, den 23. März Jol 8. Jahrgang Leidenszeit. Brief an die Hebräer 13, 9. Es ist ein köst⸗ liches Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade. Im Jahre 1808, in einer Zeit, da Preu⸗ ßen tief gedemütigt war, schrieb die Königin Luise an ihren Vater:„Mit uns ist es aus, wenigstens für jetzt. Ich habe mich ergeben, und in dieser Ergebung in die Fügung des Himmels bin ich jetzt ruhig und in solcher Johann Henrich Schaffstädts Gießener Chronik 1776— 1823. (Fortsetzung.) „Anno 1786. Den tag nach dem Neuen Jahr ist die Landgräfin Von Hanau hier durch nacher Hessen Casel als Regirente Landgräfin wo ihr von unserem Wall ein⸗ hundert 46 schuß geschehen. Bey dem letztern Schuß an dem Wallthor ist durch Unforsich⸗ tigkeit des lattens der Constabler Pimper Ruhe, wenn auch nicht irdisch glücklich, doch, was mehr sagen will, geistig glückselig. Die göttliche Vorsehung leitet unverkennbar neue bestatt l 9 aner Mousgquetier unter Herrn Major Schmal Weltzustände ein, die alte, überlebte Ord⸗ nung der Dinge stürzt als abgestorben zu sammen. Gewiß wird es besser werden: das Welt durch die Guten. Ich glaube fest an Gott, also auch an eine sittliche Weltordnung. Wie Gott will; alles, wie er will. finde Trost, Kraft, Mut und Heiterkeit in dieser Hoffnung, die tief in meiner Seele liegt. Ist doch alles in der Welt nur Ueber⸗ gang. Wir müssen durch. Sorgen wir nur dafür, daß wir mit jedem Tage reifer und besser werden!“ Diese Worte der damals erst 32 Jahre alten Frau beweisen, daß ihr Herz fest ge⸗ worden war durch die göttliche Gnade. In Tagen der schweren Trübsal hatte Gnade an ihrem Herzen gearbeitet, in einer Zeit des Leidens war ihr Herz fest, ihr diese lalders und der Soltat Sterr tod geblieben.“ Ueber diesen Unglücksfall teilt das Kirchenbuch der Burgkirche mit, daß am 4. Januar 1786 bestattet wurden„Johann Ferdinand Stöhr, und Compagnie, alt 44 Jahr“ „Johann Heinrich Pimber, Constabler und N 0 43 Jahr“ Sir. 5 r. as Bauknecht, alt 43 Jahr“. Hieran schließt sich verbürgt der Glaube an das vollkommenste. 5 Wesen. Aber es kann nur gut werden in der die Notiz:„Beide wurden den 2. Januar bei der Durchreise der regierenden Frau Land⸗ gräfin von Hessen Cassel, von einer Canone, bey dem Aber ich Schuß zerschmettert. Sie Ladung Pulver hinein dasselbe entzündete, und letzten kaum die als sich hatten gebracht, sie wurden selbst, vermittelst der in Händen und zugleich vom Pulver v habenden Schaufel, an den Armen, Beinen, Brust, Gesicht aufs erbärmlichste zerschlagen, ebrannt. Sie leb⸗ ten noch einige Stunden, da sie denn unter Glaube getrost, ihre Hoffnung lebendig ge⸗ worden. Eine ähnliche Leidenszeit ist jetzt über uns hereingebrochen; gerade in der Leidenszeit unseres Heilandes hängen die Wolken dunkel und tief über unserem Vater lande. Da wollen wir auf den aufschauen, der im Garten Gethsemane und am Kreuze viel Schwereres getragen hat, und wollen von ihm Kraft zum Aushalten erbitten. Haben wir es von ihm gelernt, unserem Gott gehorsam zu sein und uns dem Willen des Vaters im Himmel zu ergeben, so wer⸗ den wir auch neue Kraft erhalten und nicht zu gebrochenen Menschen werden. Der, der unter den uralten Bäumen am Fuße des Oelberges trauerte und zagte, dort aber mit seinem Gotte ganz eins wurde, trat als Sieger nahmen. denen entgegen, die ihn gefangen große den Gebeten zu Gott, ihre Seele in die Gnade ihres Exlösers empfalen.“ „Anno 1786, den 7ten Mertz hatten wir das Zunft Schild aufgestellt bey der Wittib Magnus in der Juten gaß(Rittergasse). 1810 ist dasselbe an den Kifer Becker ver⸗ kauft worden weillen es keiner an sein Haus haben wolde.“ „Anno 1786 d. gten Juny ist in Butß⸗ bach Landtag gehalten worten.“ „Anno 1786 d. 11ten Julius hat sich der Steindecker Latten Müller in alten Buseg zu tod gefallen.“ „Anno 1786 d. 17ten August ist der Held Friedrich der zweitte König von Preußen gestorben.“ „Anno 1786 d. 25ten Juny habe in Ar beit bekommen Frantz Raußet von Hessen Cassel gebürtig von Spangenberg.“ „Anno 1786. Im Decemper vor Weih⸗ nachten ist ein Mann von Rotheim Namens Zimmermann anf der Heichelheimer Schosse verfrohren.“ „„In der selbigen Woch haben wir ein ge— witter gehabt.“ „Anno 1787. Sogleich nach dem Neuen Jahr ist ein graben durch die Stadt Wiß 2* . 5 — 46 Neuen Mühl gegraben worten.“ Mühlgraben am nach der Es war dies wohl der jetzigen Elektrizitätswerk. „Anno 1787 d. 18ten Gerbast seine Frau in der lahn ertruncken. Juny ist des Unser Kirchenbuch teilt hierüber nichts mit, vermutlich fand das Begräbnis nicht hier statt. Anno 1787 im Juny hat Korn 9 fl. kost, das Pfund brod 3 Kr.“ „Auno 1787 im Julio ist mein Vetter zu Königs Berg, der Haubmann Jungk gestorben.“ „Anno 1787 den 31ten Julius habe einen Lehr Jungen bekommen Von Watzen— born. Jacob Brückel.“ „Anno 1787 d. ö6ten Beckers Noll seine Magd in der Lahn er trunken, Von Heichelheim gebürtig.“ Das Kirchenbuch schreibt unter dem 7. Ok⸗ tober 1787;„Margaretha, Eberhard De⸗ bus, Einwohners in Heuchelheim ehel. Toch ter, ertrank in der Lahn ihres Alter 31 Jahre und wurde still beerdigt.“ „Anno 1788 d. Ferber am Selserthor in der Lahn er⸗ trunken an Wißmarweg.“ Der Kirchen⸗ buchseintrag lautet:„Johann Balthasar Ferber, Bürger und Becker allhier, kam unglücklicher 10 Jahre.“ „Anno 1788. Ist Keißer Josep mit der Russischen Keißerin Catharia der Aten haben sie den Türken 8 Vestungen weg⸗ genommen: Sabatzs; Cocim; Kradiska; Jossy; Occokopf(Oczakow); Bellgrad; Ben torn; Orsova; Wendin. Diese Städte hat Keiser Leopold wieder an die Türcken durch Vermittlung des Königs von Preußen ab⸗ gethrätten gegen so viele Million.“ „Anno 1788 hat das Keiserliche Consi⸗ storium der Augsburger Confession folgen⸗ tes Gebät bey dem Gottesdienst seiner Kir chengemein vorgeschrieben: Allmächtiger Gott Du Höchster scher des Himmels und der Erden. In deiner Hand sind die Reichen und die Völker gen, Du ortnest und lenckest Alles nach Deinem weißen oft unerforschlichen Rathe zum besten Deiner Geschöpfen. Du rufts den Krieg und schaffest den Frieden. Dr bist auch allein meine Zuversicht und Stärke. Unsere Hilfe in den Nößten Nöthen, die uns trefen können, zu Dir wenden wir uns daher auch jetz, Barmhertziger Vatter, da unser land im verlaß uns nicht unter diesen mit Deinem Allmächtigen bey Stande. Sey unser Schutz Schirm und schild in allen ge fahren, minder das Ellend, Das der Krieg über länder und Völker s Erleuchtern dieses die daß selbige Erfahren mußten, Du hast als liebreicher Vatter der Menschen auch 1 das Achtel haben können, Octoper ist des die Brüder zu über sein theures leben wenn er die des Krieges mit Seinem heer theillet. Schütze Stärcke 22ten Januar ist Becker den Glantz und Ruhm des Weise in der Lahn um, alt 2 gegen den Türck ins Feld gezogen und im Febery knechts Beher⸗ 1. 9 die Rei die Götzin mit allen ihren Schicksalen und VerEndrun⸗ Krieg verwickelt ist. Ach umständen bey dem gegenwärtigen Kriege Wohlthätige Absichten für unß und für das Gantze. Dies beruhigt und tröste uns wen traurige auf tritte und bangebesorgnisse unser gemüth Niederschlagen. Dies sey aber auch für uns allen 19 kräftiger Antrib uns so zu ver⸗ halten, das wir zu aller Zeit unter 10 Umständen, frohe kindliche Zuversicht zu D Dir Enfehlen wir daß all gemein Wohl der Menschheit. Das wohl dieser Staaten. entscheide das Glück der Waffen nach Deinem weißen Rathe, zum Besten unsers Monarchen und seiner länder. Rüste sein Heer mit Eifer Muth und Tapfer⸗ keit aus für die Rechte ihres Herrn für die Wohl fart des Landes zu Streitten; und mit christlicher Entschlossenheit das leben für wagen. Sei insbesonterer mit unserm geliebtesten Monarchen, wache gefahren Leite ihn mit Deiner Allmächtigen Rechte, schänke uns balt den Frieden mit eig Segnungen wieder einen Frieden, der das Allgemeine wohl der Menschheit Oestreische haußes, die Sicherheit und wohlfart dieser außge⸗ breiten Staaten befestigt und erhöhet. Wie freudio wollen wir dann Dir danken das Du so gnädig bist und die geringen nicht zu schande en werden läßest die auf dich ihre Hoffnung setzen. Erhöre uns Gott Vater und Erbarmer. Erhöre uns um Jesu Christi deines Sohnes unsere Herrn willen Amen Dieses gebätt ist in den Kirchen gegen die Türcken gebättet worten.“ „Anno 1788 d. Zten May ist des Stall Sohn Johann Phillipp Lony des Morgens nachdem er die Kuh losgebunden durch einen Schlagfluß in seiner Scheuer tod gefunden worten.“ Das Kirchenbuch teilt mit, daß der Metzger Johann Philipp Lony, alt 44 Jahre, am Schlagfluß gestorben sei. „Anno 1788 d. 20ten Octoper ist der junge Reiber als Schullehrer in die Stadt schul eingesetzt worden.“ „Anno 1788 d. Zten D gestorben.“ Das Kirchenbuch der Burgkirche verzeichnet„Johannetta Doro— thea, des Feldwebels Johannes Götzen Ehe, frau, alt ohngefähr 56 Jahr 3 M. 12 Tag.“ „Anno 1788 d. 29. Decemper ist der Feld schütz Hetrich auf dem launspacher Weg er frohren.“ „Anno 1789 d. Landbattaillone von hir nacher maschirt den 17ten sind von Allhiessigem Regiment dritthalbhundert Mann auch dahin maschirt. Von da sind sie auf Eccusion(ver mutlich ist Exekution gemeint) nach Bischofs - heim bey Straßburg kommen.“ Diese Trup⸗ pen waren wohl bestimmt, Verbreittent und Traurige Schicksal allen tionäre Bewegungen aufzutreten. f „D. 17ten May ist ein Collischer(Köl⸗ nischer? Furmann mit ferd und Karn in der Kißkaut(7) ertrunken.“ ecemper ist die Bas ten Septem, sind die dreh Auerbach gegen revolu⸗ „Ar Bockin Krämen Gewitt! buch de Datunt alt 50 „Ar Schild worten aufgehe Geschi 15. D In chen de ehrsam eine h ganzen Den un zwei ki der Me Junger merma bewohr doch b. niedrig schmale Stufen einer e suchen oberen im erst über U stube. Küche mern. hatte Feld⸗ Halter seine war d Die K mädch die sich wenn manch W̃ namer werks! Fami erzeug ziehen her e Meist zu de seinen noch das unbed spitze, vorge in P große age oder rige auf gemüth en, wache gefahren llet. Leite mächtigen ieden mit Frieden, Menschheit e haußes, er außge⸗ öhet. Wie en das Du nicht zu dich ihre Vater und su Christi len Amen. chen gegen des Stall Lony des Sgebunden Scheuer tod buch teilt ilipp Lony, storben sei. ver ist der die Stadt ist die Bas buch der etta Doro Fötzen Ehe . 12 Tag.“ st der Feld er Weg er nd die dreh Auerbach lllhiessigem auch dahin usion(ver 0 Bischofs diese Trup⸗ en revolu⸗ ischer(Köl⸗ d Kut in i „Anno 1789 d. 27ten May ist des Soltab Bockin Frau bey 1 Kirchhof in des Eisen Krämers Müllers Gartenhäus schen von dem Gewitter Irsch lagen worten.“ Im Kirchen⸗ buch der Burgkirche steht ohne Angabe des Datums lediglich„Anna Margarethe Bockin, alt 50 Jahre“ „Anno 1790 d. Iten Febr. ist das Zunft Schild von der Wittib Magnus abgestäckt worten und bey Glaser Meister Mosenbach aufgehoben worden.“(Fortsetzung folgt). Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 15. Der„scheppe“ Zimmermann. Hatte. 18 gegen die Krankheiten der Tiere, und sein In einem der kleinsten und eugsten Häus⸗ chen der Schloßgasse wohnte vor Zeiten ein ehrsamer Schuster, namens Zimmermann, eine höchst originelle und darum in der ganzen Stadt wohlbekannte Persönlichkeit. Den normal gebauten Oberkörper trugen zwei kurze, schief gewachsene Beine, so daß der Mann kaum die Größe eines achtjährigen Jungen erreichte. Das Häuschen, das Zim⸗ mermann mit seiner Frau und einer Nichte bewohnte, war zwar drei Stockwerke hoch, doch befand sich in jedem Stock nur eine niedrige Stube und ein kleines Gelaß. Der schmale Hausgang, der noch um ein paar Stufen tiefer lag als die Straße, führte zu einer engen, dunklen Treppe, die man auf— suchen und erklimmen mußte, um in die oberen Stockwerke zu gelangen. Die Stube im ersten Stock diente als Werkstätte, dar⸗ über lag die Wohnstube und oben die Schlaf stube. Von den Gelassen wurde das eine als Küche benutzt, die beiden anderen als Kam⸗ mern. Für die Ausübung seines Gewerbes hatte Zimmermann nicht viel Zeit übrig, Feld⸗ und Gartenarbeit zog er vor, das Halten und Waxten von Tieren war jedoch seine liebste Beschäftigung. Sein Geschäft war darum von keiner großen B n Die Kundschaft bestand zumeist aus Dienst⸗ mädchen, die er sehr billig behandelte, und die sich darum auch leichter vertrösten ließen, wenn sie auf ihr ausgebesserte S Schuhwerk manchmal etwas lange warten mußten. Wollte sich jemand in früherer Zeit, namentlich der einfache Bürger und Hand⸗ werksmann, mit den zum Unterhalt seiner und Garten⸗ Familie notwendigen Feld— erzeugnissen versorgen, so mußte er sie selbst ziehen und wie man zu sagen pflegt, neben⸗ her etwas Landwirtschaft betreiben. Auch Meister Zimme rmann besaß etwas Gelände, zu dessen Bearbeitung er fast alltäglich mit seinem Hundegespann auszog. Ich sehe sie noch vor mir, die kurze, gedrungene Gestalt, das ergraute und struppige Haar zumeist unbedeckt, eine große Brille auf der Nasen⸗ spitze, in kurzem Kamisol, eine Arbeitsschürze vorgebunden, in Pantoffeln, wie sie hinter sich her einen großen Hund am Leitseil führte, der einen Wagen zog, auf welchem in der Regel Mist oder ein Pfuhlfäßchen geladen war, und Pflege die Hose aufgekrempelt und den der Schuhmacher dann nach Feierabend mit Futter oder abgeernteten Feldfrüchten beladen wieder zurückfuhr. Immerhin konnte man bei Zimmermann stets eine große Freundschaft und Liebe zu Tieren beobachten, deren Wartung und ihm oblag. Besonders in der Be⸗ handlung von Hunden hatte er sich eine große Geschicklichkeit erworben; denn so wie er verstand es keiner, einen Pudel kunst⸗ gerecht zu scheren oder einem Pinscher den Schwanz und die Ohren zu stutzen, ohne daß das Tier große Schmerzen zu erleiden Ebenso besaß er wohlerprobte Mittel Rat und seine Hilfe wurde sehr oft und vielseitig in Anspruch genommen. Mit ein b Vögeln war seine Werkstatt be⸗ völkert; Amseln, Wachteln und Finken waren in Käfigen untergebracht, Stare und Lach tauben liefen gezähmt und mit gestutzten Flügeln frei umher. Man sagte ihm nach, daß er die Geschicklichkeit 1 5 habe, den Vögeln die Zunge zu lösen, und die Kunst, sie die Sprache zu lehren. Ueber einen Mißstand hatte sich die Nach barschaft jedoch sehr zu beklagen. Im Erd geschoß des Hauses war nämlich ein Stall, in welchem ein Ziegenbock gehalten wurde; die üble Ausdünstung, die sich darin ent wickelte, machte sich bis in die zunächst gelegenen Häuser zu gewissen Zeiten recht unangenehm bemerkbar. Aber zu einer wah sich das Treiben von 9 die Zimmer mann hielt oder in Pflege genommen hatte. Diese Köter, die er tagsüber frei umher laufen ließ, drangen bisweilen in die Häuser ein und waren schwer zu verjagen. So kamen sie bisweilen auch in unseren Hof, durchstöberten die Dungstätte, nach Knochen und Nahrungsabfäl llen suchend, überspran gen die Umzäunung unseres schön gepfleg ten Vorgärtchens, e die Beete und rissen Blumen und Pflanzen aus. Mein Vater besaß damals eine Tapeten druckerei und hatte zwei Drucker, sonst ganz tüchtige Leute, aber lose Brüder, die zu jedem übermütigen Schalkstreich bereit waren. Als diese die Hunde wieder einmal bei einer Verwüstung unseres Gärtchens an trafen, fingen sie den größten davon ein und schleppten ihn, nachdem sie die anderen durch Schläge verjagt hatten, mit in ihren Arbeitsraum. Dort bemalten sie ihn in zebraartigen Streifen mit den grellsten Far ben, banden ihm ein leeres Blechgefäß an und ließen ihn auf die Straße laufen. Das geängstigte Tier glaubte seinem Unbehagen durch rasches können, kam aber aus dem Regen in die Traufe. Das nachgeschleifte Blechgefäß ver⸗ ursachte auf dem Straßenpflaster ein der Hunde, dadurch angelockt, hinter ihm her stürmten. So ging die wilde Jagd durch die ren Plage für die Nachbarschaft gestaltete Dabpnauen entrinnen zu artiges Geräusch, daß Straßenjungen und 48 Straßen und Gassen der Stadt, bis das Anmerkung der Redaktion: arme Tier ermüdet sein Heim aufsuchte und Eberhard Christoph Zimmermann, genannt sich erschöpft in seinem Stalle verkroch. Zimmermann mußte inzwischen gehört oder vermutet haben, wer seinem Hunde die Schande angetan und wer ihm den bösen Streich gespielt hatte. Er erschien am an⸗ deren Morgen in aller Frühe auf der Straße, stellte sich vor unserem Hause auf und schimpfte, was er nur schimpfen kante „Ihr Faullenzer, Ihr Tagediebe, Ihr Tier⸗ quäler 0 Dabei fuchtelte er mit den Armen in der Luft herum und stieß alle nur denk⸗ baren Verwünschungen aus. Mein Vater, der tagszuvor verreist war und von dem Vorkommnis nichts wußte, suchte jetzt, nach⸗ dem ihm die Ursache dieses Auftrittes mit 15 worden war, den aufgeregten Mann ieder zu beruhigen. Es gelang ihm auch 5 ließlich dadurch, daß er die beiden Uebel täter herbeirufen ließ und ihnen einen stren⸗ gen Verweis erteilte. Damit war das sonst gutnachbarliche Verhältnis wieder hergestellt. Die Lektion hatte aber auch bewirkt, daß durch ein besseres Einhalten der Hunde weitere Klagen nicht mehr so oft vorkamen. Mit der Zeit war das Zimmermannsche Haus baufällig geworden. Die Schäden waren bereits soweit gediehen, daß an eine Ausbesserung nicht mehr gedacht werden konnte, daß vielmehr ein Zusammensturz zu befürchten stand, der nicht allein Men⸗ schenleben bedroht, sondern auch die an⸗ stoßenden Häuser in Gefahr gebracht hätte. Das Haus mußte daher geräumt werden, sollte abgerissen und wieder neu aufgebaut werden. Hierzu berief Zimmermann einen bekannten Herrn aus der Nachbarschaft, der auf einem Eisenbahnbureau angestellt war und vom Baupesen etwas verstanden haben sollte. Diesem übertrug er die Bauleitung. Aber Neuerungen und Verbesserungen, die von diesem Herrn in Vorschlag gebracht wurden, waren in den Wind gesprochen und wurden einfach mit dem Bemerken abgetan: „Das Haus wird genau wieder so gebaut, wie es vordem war, und damit basta.“ der„scheppe“ Z., starb am 7. April 1853 im Alter von 72 Jahren. Vom Segen der CTrübsal. Und däucht dem armen Herzen doch noch schwer des Lebens Lauf, und schaut es bang und sorgenvoll empor zum Himmel auf: Wohlauf! und heit're deinen Blick! kein Seufzer eilt hinan, dem nicht der gnadenreiche Herr den Himmel aufgetan. Unser aller Herzen sind jetzt beschwert von großer Sorge. Blicken wir um uns, be⸗ trachten wir die Zeitereignisse mit ruhig gem, müchternem Blick, so finden wir eine er⸗ schreckende Menge von Tatsachen, die ge⸗ eignet sind, uns nur mit schwerem Ban um unsere und unserer Kinder Zukunft zu erfüllen. Zweifellos ist es ein Gottesgericht, das über uns und unser Vaterland herein⸗ gebrochen ist, und als solches hat die große Trübsal einen tiefen, geheimnisvollen Sinn, den wir zur Zeit noch nicht ergründen kön⸗ nen. Aber stille halten müssen wir, nicht dem gesetzlosen Treiben entfesselten Menschen wahns, sondern der göttlichen Macht, die über allem Geschehen thront und die allein uns von dem zu befreien vermag, das die Torheit gottentfremdeter 1 an unsag⸗ bar Schwerem über uns verhängt. Sind wir uns aber erst darüber klar, 8 der himm⸗ lische Vater uns auch aus dieser Heimsuchung einen tiefen inneren Segen erwachsen lassen will, so wollen wir ihm stille halten und auf Wenn es die Polizei erlaubt hätte, so wäre auch wieder ein Stall in das Erdgeschoß Pfarrer Mahr. gelegt worden, obgleich gerade dieser am meisten zur Baufälligkeit beigetragen haben soll. Auch das Fachwerk zwischen den Balken wäre, anstatt mit Backsteinen ausgemanert⸗ wieder mit Stückstecken und Lehmwickeln ausgefüllt worden. Als das Haus fertig war, ist Zimmer mann in dieses eingezogen, hat aber nur das Heilandswort bauen: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Baronin R. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 23. März(Okuli. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9¼ Uhr: ö r Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr. Abends 6 Uhr: assistent Schaefer. Abends 8 Uhr: einigung der konfirmierten männlichen 5 noch kurze Zeit seines Lebens darin zuö⸗ bringen können. Mit ihm wurde nicht nur ein origineller Kauz, sondern auch das ver⸗ körperte Urbild eines früheren Kleinbürgers unserer Stadt zu Grabe getragen, der es nicht verschmerzen konnte, daß er in seinem alten Häuschen sein Leben nicht beschließen durfte, in dem er so lange glücklich und zufrieden gelebt hatte. Hr. gend der Matthäusgemeinde.— Dienstag den 25. März, nachmittags 4 Uhr: Frauen⸗ missionsverein. Mittwoch den 26. März, abends 6 Uhr: Passionsgottesdienst. Pfar⸗ rer Mahr. Freitag den 28. März, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weib lichen Jugend der Matthäus und Markus⸗ gemeinde gemeinsam. In der Johanneskirche: Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Vormit⸗ tags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukas⸗ gemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolshelmer. Druck und Werlag der Brühl'schen Universttüts⸗ But und Steindruackere R. Lange, Gießen. Evang Es landes heftig erwid. oder bellen im B und a nen, himm führen schwei frühen würd digt, auf d bieter gespit Unre gege D diese noch Lebe testie Prot lung men gen künf Sell gen heue kung der Vol wir