geholt wer⸗ Bibliothg zig benutzt ründet, da wurden in und in der besitzt ein erschule in und Unter⸗ kirchenkasst bes Vereinz d zwei in . n Monate so können Arbeit, die das weiß en Jugend en Anlauf ab, schein⸗ dte Mühe gendpflege Veranstal⸗ ten haben, aß in dem che Arbeit stand und hier wird heranwach⸗ ttesfurcht, Aandsliebe ugend er⸗ fbau einer ides. n gels. rinitatis. 9½ Uhr: 11 Uhr: gemeinde. Pfarrer r, abends irmierten gemeinde. abends irmierten zemeinde. tags 9½ mittags zemeinde. 5 5 Uhr: : Bibel⸗ Montag, Vereini⸗ Jugend aße 50. engottes⸗ — indruckerel onntags gruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 46 Gießen, 22. Sonnt. n. Trinitatis, den 16. November 1919 8. Jahrg. Moderner Aberglaube. 5. Mose 18, 10—12. Daß nicht jemand unter dir gefunden werde, der seinen Sohn oder Tochter durchs Feuer gehen lasse oder ein Weissager oder ein Tagewähler oder der auf Vogel⸗ geschrei achte oder ein Zauberer oder Beschwörer oder Wahrsager oder Zei⸗ chendeuter, oder, der die Toten frage; denn wer solches tut, der ist dem Herrn ein Greuel. Aberglauben, d. h. falschen, auf das Ueber⸗ sinnliche sich beziehenden Glauben hat es zu allen Zeiten gegeben. Wenn man im Volke Israel auf Vogelgeschrei achtete, wenn man Totenbeschwörungen vorzunehmen suchte und zu Wahrsagern und Zeichendeutern seine Zu⸗ flucht nahm, um die Zukunft zu erforschen oder um die Verbindung mit dem Ueber⸗ sinnlichen herzustellen, so war das Aber⸗ glaube. Dasselbe gilt von dem Brauche der Griechen, aus den Eingeweiden der Opfer⸗ tiere und dem Flug der Vögel die kom⸗ menden Ereignisse zu erfahren. Vor 100 und 150 Jahren wucherte der Aberglaube üppig in unserem Volke, und wiewohl man im Zeitalter der Aufklärung und auch noch später energisch dagegen ankämpfte, so ist er doch bis auf diesen Tag geblieben. Na⸗ mentlich in den deutschen Dörfern ist er noch häufig zu finden. Was wird da an Winterabenden nicht alles erzählt von längst berstorbenen Menschen, die in der Mitter⸗ nachtsstunde an die Stätte ihrer irdischen Wirksamkeit zurückkehren, von blauen Flam⸗ men, die den Wandersmann in Sumpf und Moor führen, von Gespenstern, die zwischen Kirchturm und Kirchhof nächtlicher Weile Schreck verbreiten. Namentlich will man aus allerhand Anzeichen auf das Abscheiden von Menschen schließen. Wenn das Käuzchen ruft, wenn man im Garten eine weiße Pflanze findet, wenn auf geheimnisvolle eise nachts auf die Türklinke gedrückt wird, dann stirbt bald jemand von den Haus⸗ genossen. Oder der, dessen Ableben bevor⸗ steht, erscheint einem in weiter Ferne woh⸗ nenden Angehörigen und verschwindet als⸗ bald wieder. Der Aberglaube, der sich in diese Form kleidet, geht sicher auf uralte Volksvorstel⸗ lungen zurück; er wurzelt tief im Leben des Dorfes, knüpft oft auch an geschichtliche Ereignisse an und ist für alle, die sich mit dem Volke, seinem Geistes⸗ und Gemüts⸗ leben beschäftigen, sehr interessant. Auch haf⸗ tet ihm ein gewisser poetischer Zug an. Von dem modernen Aberglauben kann man das nicht sagen. Dieser regt sich kräftig in unse⸗ ren Tagen, es scheint das eine Folge des Krieges und der mit dem Kriege zusam⸗ menhängenden Befürchtungen, Hoffnungen und Enttäuschungen zu sein. Wieder spielt das Tischrücken eine große Rolle. Der Spi⸗ ritismus geht durch die deutschen Städte, man redet von Astralleibern und will die Verbindung mit den Toten herstellen. Schon vor dem Kriege hat man mit der Wün⸗ schelrute Wasser gesucht. Was vor 60 Jahren aus dem nüchternsten und poesielosesten Lande der Welt, aus Amerika, zu uns herüber⸗ kam, ein nüchterner und poesieloser Aber⸗ glaube, lebt wieder auf. Wir wollen nicht davon reden, daß dieser moderne Aberglaube man kann ihn auch den Aberglauben der deutschen Städte nennen unsinnig ist, er widerstreitet auch dem wahren Gottesglauben. Gott hat unserer Erkenntnis der Dinge der übersinn⸗ lichen Welt Grenzen gesetzt, über die wir nicht hinauskommen, er hat uns die Zu kunft verhüllt. Was wir von dem Ueber⸗ sinnlichen wissen, wissen wir aus der Bibel, erfahren wir in Anlehnung an Jesus Chri⸗ stus. Wer auf andere Art hinter die Ge⸗ schehnisse der übersinnlichen Welt zu kom⸗ men trachtet, der handelt wider Gottes Wort, und solches Tun ist, wie die Bibel sagt, dem Herrn ein Greuel. H. B. Meine Erlebnisse in französischer Kriegsgefangenschaft. Von Ober⸗Telegraphenleitungsaufseher Heinrich Wagner⸗ Gießen. (Fortsetzung.) In der folgenden Nacht hoben wir in un⸗ serer Stellung Schützengräben aus. An die⸗ sem Tage hatten wir schon ziemliche Ver⸗ luste. Rechtsanwalt Kauffmann und Zimmer⸗ meister Bechthold, beide aus Gießen, schie⸗ den aus den Reihen der tapferen Streiter. Am 9. September erhob sich mit Sonnen⸗ aufgang ein leichtes Infanteriefeuer gegen unsere Stellung, die Artillerie beschoß sich gegenseitig. Nachmittags ½3 Uhr legte die französische Artillerie ein sehr heftiges Feuer auf unsere Stellung, das gleiche geschah auch abends ½7 Uhr, etwa 20 Minuten lang, aber nur wenige Treffer wurden er⸗ zielt. Mit einbrechender Nacht gingen wir wieder zum Sturm vor, trieben den Feind zurück und zogen uns dann, nachdem wir durch die sächsischen Regimenter 133 und 134 abgelöst worden waren, in eine Ruhestellung zurück. Um ¼12 Uhr waren wir auf un⸗ serem Biwaksplatze eingetroffen, sofort ging ich mit 20 Mann zum Wasserholen weg. Nach einer Stunde nächtlichen Umherirrens fanden wir einen Teich, aus dem wir Wasser entnahmen. Um 2 Uhr kamen wir zur Kom⸗ pagnie zurück, fanden jedoch alles in festem Schlafe. Die Kehlen waren uns in diesen Tagen so ausgetrocknet, daß wir nichts essen konnten. Auf freiem Felde, ohne Zelte und Decken, nur in unsere Mäntel gehüllt, legten wir uns nieder, ein leichter Regen über⸗ fiel uns. Am 10, September schickte die sranzösi⸗ sche Artillerie morgens ihre Granaten in unsere Stellung, folgedessen gingen wir etwa 3 bis 4 Kilometer zurück und bezogen innerhalb der Brigade ein geschlossenes Biwak. Da der Regen einsetzte, so wurden Zelte aufgeschlagen. Gegen 1 Uhr kam auch die Bagage heran, und nun wurden Vor⸗ bereitungen zum Abkochen getroffen, aber wir kamen damit nicht zurecht; denn die feindlichen Schrapnells spürten uns auch warmes Mahl zu verzichten. Die Zelte blieben zum Teil noch stehen, bald gingen wir wieder zum Angriff vor, es sollte für mich der letzte sein, den ich mitmachte. Bis zum Abend beschoß uns die französische Artillerie, die unsrige antwortete nur schwach, sie bestand aus zwei Batterien, war jedoch bis auf vier Geschütze beschädigt. Trotzdem erreichten wir gegen 9 Uhr die französische Infanteriestellung und vertrie⸗ ben den Gegner mit dem Bajonett. Bald stießen wir auf eine zweite Stellung der Feinde. Meine Gruppe bildete den äußer⸗ sten rechten Flügel der Kampflinie. Nun stießen wir an einem Weinberg und einem dahinter liegenden Walde auf harten Wider⸗ stand. Die feindliche Stellung war an ihrem linken Flügel weiter ausgedehnt, und so er⸗ hielten wir Flankenfeuer. Die Kugeln sausten uns um die Ohren, und wir waren ge⸗ zwungen, eine Zeitlang ruhig liegen zu bleiben. Ich änderte mit dem rech⸗ ten Flügel die Front nach halbrechts, und so konnten wir die feindliche Stellung unter Feuer nehmen. In dieser Stellung hatte ich gerade fünf Patronen abgefeuert und einen neuen Rahmen geladen, als ich einen Schuß in die Brust erhielt. Das Ge⸗ wehr fiel mir aus der Hand, ohne Schmerz sank ich zurück und verlor das Bewußtsein. Nach etwa einer Stunde kam ich wieder zur Besinnung, ich versuchte aufzustehen und den Verbandsplatz zu erreichen. Meine Kleidung war schon über und über mit Blut getränkt, ich nahm meinen Mantel vom Tornister und trat den Rückweg an. Landwehrmann Ott vom Postamt Gießen erkannte mich, nahm sich meiner an und führte mich mit noch einem Kameraden nach der ersten Verbands⸗ stelle, wo mir ein Sanitätsunteroffizier einen — 182 Verband anlegte. Eine halbe Stunde wurde ich von meinem Schwager mit ein platze gefahren, wo ich von Dr. Böhmer vom Regiment 116 Strohschuppen untergebracht wurde. Hier lagen etwa 55 Verwundete. An nächsten Morgen begannen die Saniti neun Uhr vierzig Mann, die alle leicht ber ich gehörte, wurden mit dem Trostwort ah gefertigt: Ihr kommt alle noch weg. Ne warteten und warteten auf Hilfe, aber 6 kam niemand mehr, so daß wir nichts Gute französischen Wagen zum Hauptverband Herrn Stabsar in einen mit dem Abtransport und hatten um hal wundet waren, weggebracht. Diejenigen, de nicht transportfähig waren, zu denen auh ahnten. Um halb zwölf Uhr kam eine I trouille und eröffnete uns, daß französish“ Reiter in Sicht seien; eine Viertelstun später standen diese vor unserer Tür. ß, sahen wir unser Schicksal besiegelt; u waren sprachlos vor Aufregung. Bei einn“ Versuch aufzustehen, kam mir das Blut as Mund und Nase. Allmählich kam auch fra A 6277 Ju. orie i 73 ier auf, wir waren gezwungen, auf unser zösische Infanterie heran, mit gefällten W hier auf, wir w 5 1 jonetten und gezogenen Revolvern dran sie auf uns Wehrlose ein, doch wurden e von einem menschenfreundlichen Offizier zu rückgewiesen, nachdem dieser festgestellt hall daß wir alle schwer verwundet waren. N wurde meine Barschaft, bestehend in 39 N. abgenommen, ebenso meine Feldflasche. Franzosen versuchten, uns über den une warteten Rückzug unserer Truppen ausz⸗ fragen, aber sie erfuhren nichts von u und rückten wieder ab. Kaum zwei Stun den später kamen andere Truppen und en klärten nochmals, daß wir gefangen seien, So ging es die ganze Nacht vom 11. zun g 12. September hindurch. Gegen Abend nahm die französische Artillerie 50 Meter hint unserem Lager Stellung, und so waren un der Gefahr ausgesetzt, von der eigenen R tillerie beschossen zu werden. Die mei; Geschosse gingen zwar über uns hinge doch flogen uns Ziegelsteine und Holzsplta um die Köpfe; abgesehen von einigen kleing Verletzungen kamen wir jedoch mit de Schrecken davon. Die hereinbrechende Nah machte dieser Gefahr ein Ende. An zu kennen ist, daß wir von den durchziehendg Franzosen ab und zu etwas Brot, aul einmal Hammelfleisch bekamen. So lage wir bis zum 14. September an einer Stel!“ ohne daß sich jemand um uns kümmerte Am 12. kam die Frau, der das Han, gehörte, weinend zu uns und gab uns J wissen, daß sie ihr Eigentum verlassen welke Die Deutschen hatten ihr alles gelass, und das, was sie brauchten, bezahlt. Aw da die eigenen Landsleute durchgezogen eien, so sagte sie, habe sie kein eu, 8 keine Schafe, keine Tauben— überham nichts mehr. Die Frau brachte uns ab 0 zu Wasser, nach dem wir am meisten be“ langten, zu essen hatte sie selbst nichts m Am endlich bracht. Schlos stall 1 einer lagen 9 Aerzte men si bands schon nigt Trinkb damit Stall den P Steinst er sein sehen an die war, 1 tröstete wieder pelten 15. Se holt. bis do er gest großen Am gen ne unter Belästi feigten abhielt hof er absper! Anfan wurde verbun von de Leute selklap zufälli. pelt ne Orlear Am nicht en zwar ausgel, schupp mal e kamen. die un rette! Auf de Verwu komme ich sel wegen wäre. vormit tags h suppe, tunde spite r mit einem iptverbande⸗ n Stabsar 6 in einen urde. undete. An e Sanitäter en um hall e leicht be jenigen, di denen aul rostwort gh ) weg. Mit fe, aber ez richts Gut m eine P französisch Viertelstunde Tür. Nun siegelt; Bei einen s Blut au 1 auch fran efällten dn rn drangen wurden sie Offizier zu⸗ estellt hatt, waren. Mi in 39 Nl, flasche. den uner⸗ pen auszu⸗ 5 von umz zwei Stu en und er⸗ ngen seien, m 11. zun bend nahn, keter hinten waren wit eigenen Nr Die meisten ns hin, Holzsplitte igen klein mit den hende Nach e. Anzuer⸗ cchziehenden Brot, au So lage iner Stelle kümmert. das Hau fab uns assen werde — 183— Am Nachmittag des 14. September kamen zwei Eßlöffel, täglich Brot und ein Stück endlich französische Wagen angefahren und Fleisch. Ich konnte aber so gut wie nichts brachten uns zu einem in der Nähe liegenden genießen. Die Ruhrkranken waren oft ge⸗ Schlosse. Dort wurden wir in einem Pferde⸗ nötigt, das Zimmer zu verlassen, aber nur stall untergebracht, der Kot war nur mit je ein Mann durfte den Hof betreten, wo einer dünnen Strohschicht zugedeckt. Hier drei Posten standen. Oft standen 15 bis 20 lagen etwa 500 Verwundete. Zwei deutsche Mann wartend da. Infolge meiner Krank⸗ Aerzte und zwei deutsche Schwestern nah⸗ heit war ich mehrere Male genötigt, mich men sich unser an, leider fehlte es an Ver⸗ mit Gewalt durch die Postenreihe durch⸗ bandsstoff. Wir begnügten uns in Geduld zudrängen und bekam zweimal das Ba⸗ schon damit, wenn unsere Wunden gerei⸗ jonett auf die Brust gesetzt, aber bei dieser nigt wurden. Täglich bekamen wir zwei Behandlung gab ich nicht mehr viel auf Trinkbecher Reis und ein kleines Stück Brot, Leben und Wiederherstellung. In der Ka⸗ damit mußten wir uns begnügen In diesem serne lagen 500 Verwundete, zu ihrer Stall erkannte ich unter den Verwundeten Pflege waren ein Arzt, 12 deutsche und 8 gelassen, zahlt. Nuß, urchgezogel ein Huh, überhau ins ab uud ieisten be ichts mehr. den Postboten Heinrich Müller aus der Steinstraße in Gießen, der mir klagte, daß er seine Frau und seine Kinder nicht mehr sehen werde, und mir die letzten Grüße an die Seinen auftrug. Sein letzter Wunsch war, noch einmal einen Apfel zu essen. Ich tröstete ihn mit den Worten, daß wir alle wieder geheilt würden. Da er einen dop⸗ pelten Beinbruch hatte, so wurde er am 15. September zu einer Operation wegge⸗ holt. Ich habe nichts mehr von ihm gehört, bis daß ich später zu Hause erfuhr, daß er gestorben sei. Anscheinend hatte er einen großen Blutverlust erlitten. Am 16. September wurden wir auf Wa⸗ gen nach Vitry gebracht. Nun gerieten wir unter die französische Bevölkerung, und die Belästigungen fingen an. Gendarmen ohr⸗ feigten uns, ohne daß die Wache sie davon abhielt. Wir waren froh, als wir den Bahn⸗ hof erreicht hatten. Hier ließ ein Offizier absperren, und das Einladen nahm seinen Anfang. Da ich schwer verwundet war, so wurde ich auf allen größeren Stationen verbunden. Auf allen Stationen wurden wir von der Bevölkerung umzingelt, und wo die Leute ankommen konnten, wurden uns Ach⸗ selklappen und Knöpfe abgerissen. Stand zufällig ein Wagen mit belegten Broten auf dem Bahnsteige, so wurde er auf dem schnellsten Wege vom Zuge entfernt, so in Orleans und Bordeaux. Am 18. September kamen wir in Tarbes, nicht weit von der spanischen Grenze, an, und zwar abends um 7 Uhr. Hier wurden wir ausgeladen und zunächst in einem Güter⸗ schuppen untergebracht, wo wir zum ersten⸗ mal einen Trinkbecher warmen Kaffee be⸗ kamen. Alsbald kamen Autos angefahren, die uns in die Kasernen und in die Laza⸗ rette brachten. Ich kam in eine Kaserne. Auf der Eisenbahnfahrt hatte ich zu meiner Verwundung noch eine Krankheit hinzu be⸗ kommen, nämlich die Ruhr. Dadurch wurde ich sehr in meiner Ruhe gestört, die mir wegen meines Lungenblutens nötig gewesen wäre. In den ersten Tagen bekamen wir vormittags halb zwölf Uhr und nachmit⸗ tags halb sechs Uhr Essen, und zwar Brot⸗ suppe, je einen Suppenlöffel, Kartoffeln, je ebenso viele französische Sanitäter da. Unter den deutschen Sanitätern befanden sich zwei Freiwillige, die schon in den fünfziger Jah⸗ ren standen, sie wurden fast ein Jahr in Gefangenschaft gehalten. Diese beiden haben manchem Deutschen das Leben gerettet. Fast täglich kamen Sterbefälle vor, die Lei⸗ chen wurden in zusammengenagelte Holz⸗ kisten gelegt und von drei oder vier Fran⸗ zosen auf einen zweiräderigen Karren ge⸗ legt. Wie die Beerdigung erfolgte, ist mir nicht bekannt. Als die Ruhr bei mir immer schlimmer wurde und der Arzt nur nach meiner Wunde sah, ließ ich ihm die schrift⸗ liche Bitte um leichtere Kost und Milch zu⸗ gehen. Darauf wurde mir erklärt, daß das in der Kaserne nicht zu erhalten sei, ich müsse nach einem Hospital überführt werden, und dieses sei überfüllt. Doch bekam ich mit⸗ tags ein Trinkglas Milch und abends ein Trinkglas Fleischbrühe, Brot und Fleisch wurden mir jedoch entzogen. Doch hatte ich dieses ohnedies meinen hungrigen Kame⸗ raden zukommen lassen. Morgenkaffee be⸗ kamen wir erst durch die Vermittlung deut⸗ scher Pfarrer, die als freiwillige Sanitäter in das Feld gezogen, in Gefangenschaft ge⸗ raten waren, aber nach einer Woche wieder nach Deutschland zurückkehren durften. Am 21. September wurde uns bekannt ge⸗ geben, daß wir nach Hause schreiben durf⸗ ten. Das war für uns eine große Freude. Mein Schreiben kam am 14. Oktober bei meiner Familie an, die schon lange um mich schwer besorgt war und auf ein Lebens⸗ zeichen von mir in großem Kummer gewartet hatte. Den ganzen Tag lag ich auf meiner Matratze und hatte eine schöne Aussicht nach den Pyrenäen. Dieser schöne Ausblick lockte zwei unserer Verwundeten nach dem Dachgeschoß der Kaserne, sie wurden dabei von einem französischen Posten ertappt, so⸗ fort wurden drei Posten mit aufgepflanztem Seitengewehr herbeigeholt und beide wurden, mangelhaft bekleidet, nach dem Arrestlokal abgeführt. Auf der Treppe begegnete ihnen ein Stubenkamerad und fragte ahnungslos: „Was ist denn mit Euch?“ Sofort wurde auch er abgeführt und mußte wie die beiden anderen vier Tage Prison verbüßen. Blau 8 5 Schnelle Justiz im Kloster Arnsburg. Secretarius mit eigener Handt bezeuge. — 184— gefroren und halb verhungert kamen die Deutschen insgemein, den Krieg lediglich gg Drei wieder zurück und mußten wegen Ver⸗ Notwehr erkannt und eine solche zum Schug schlimmerung ihrer Wunden in ein Hospital nach Bordeaux gebracht werden. (Fortsetzung folgt.) In einer alten Arnsburger Handschrift findet sich folgende kleine, für die Zeit, aus der sie stammt, bezeichnende Mitteilung: „Den 18./8. Aprilis 1673 seint Henrich Knöllig, der Zimmermann von Bircklar, Wörner Seip undt Niclas Seip, Zimmer⸗ gesellen, auch von Bircklar, uf dem mitleren Teich ertappet worden durch des Closters Förster, daß sie mit Anglen gefischet. Als solches im Closter angezeiget worden, ist D Herr Pater Bursarius Johannes Becker mit dem Sekretario undt des Herrn Visitatoris Dienern hinausgangen, die Fischdieb umb⸗ ringett), hat dieselbe wehrlos gemacht und visitieret, nach befundenen Angeln ausge⸗ zogen undt uf der Wiese fustigiren?) lassen undt daruf ins Closter geführet undt jeden mit eines Gülden Strafferlegung wieder gehen lassen. So ich Johannes Berdtorf Actum ut supra.“ Zum Verständnis sei bemerkt: Der Pater Bursarius war um diese Zeit der Vorsteher der klösterlichen Wirtschaftsverwaltung. Der Visitator eines Cistercienserklosters war der Abt des Mutterklosters, für Arnsburg also der Abt von Eberbach. Er war zufällig im Kloster anwesend; auffallend ist nur, daß der herzhafte Pater nicht seine eigenen Knechte mitgenommen hat. Diebe am Klo⸗ stereigentum, namentlich Holzdiebe, an Ort und Stelle zu pfänden, war ein Recht des Arnsburger Konvents. K. Ebel. ) Umringt.) Stäupen, auspeitschen. Kleine Mitteilungen. Bei der gegenwärtig wieder mit Hochdruck einsetzenden Kirchenaustritt⸗ Propaganda, spielt das Schlagwort eine altbewährte Hauptrolle. Es handelt sich dabei zumeist um längst abgestandene Ladenhüter, aber sie wirken doch immer noch auf weite Kreise, die sich die Mühe der Nachprüfung sparen. Ein vom Evang. Landespreßverband für Sachsen soeben herausgegebenes Flugblatt bringt eine interessante Zusammenstellung solcher Schlagworte, von denen einige er⸗ wähnt seien: Die Kirche sei„Staatsdienerin in der Hand der herrschenden Klasse“— dabei gibt es keine Staatskirche mehr, nach⸗ der Frauen, Kinder und Greise anerkannt Sollte sie anders handeln?— Die Kirche se eine„Verdummungsanstalt“. Dabei steht in den überwiegend evangelischen Ländern die außerchristlichen Ländern die Zahl der An⸗ alphabeten betrübend groß ist.— Die Kirche „vertröste nur auf das Jenseits und tie nichts für das Diesseits“. Dabei wendet sie jährlich rund 400 Millionen Mark fi Diesseitsarbeit im Dienst der Nächstenliebe auf.— Der Staat„gebe der Kirche zu viel!“ Dabei hat z. B. die preußische Landeskirche an reinem Geldeswert Jahr um Jahr(nat den Feststellungen des Kirchenstatistikerz „Schneider) mindestens das Drei- oder Vierfache dessen, was sie vom Staat emp⸗ staat Sachsen gibt der Staat für die ganz evangelische Landeskirche pro Jahr und Koh 1 Mark.— Die wenigen Beispiele dürsten schon genügen, die Beweiskraft der Schlag- worte auf ihren wahren Wert zurückzl⸗ führen. f Die Wahlen zur Kirchengemeindevertre⸗ tung finden in Gießen in allen vier Gemein⸗ den am 28. November in der Zeit von 12 bi 6 Uhr in den Konfirmandensälen statt. Jeder Wähler hat in dem Saal seiner Gemeinde abzustimmen. Die Wahl ist eine Verhältnis wahl. Wenn 14 Tage vor dem Zeitpunkt der Wahl nur ein Wahlvorschlag eingereich wird, so braucht nicht gewählt zu werden, Hiervon wird den Wählern rechtzeitig durch den„Gießener Anzeiger“ Kenntnis gegeben. Kirchliche Anzeigen. Sonntag, 16. November, 22. nach Trinitatis Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Becker.— Vormittags 11 Uhr; Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfar⸗ rer Becker.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr.— Montag, 17. November, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weib⸗ lichen Jugend der Markusgemeinde.— Dienstag, 18. November, nachm. 4 Uhr: Frauenmissionsverein(Kirchstr. 9). In der Johanneskirche. Vormittags 9 ½ Uhr: Pfarrassistent Schaefer.— Vormittagz 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes; gemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Abends 5, Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abd 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten dem die Trennung von Staat und Kirche in die Wege geleitet ist. Und die herrschende Klasse ist jetzt bekanntlich die gewiß nicht allzu kirchenfreundliche— Sozialdemokratie! Jugend der Lukasgemeinde.— Freitag, Die Kirche habe„zum Kriege gehetzt“. Eine 21. November, abends ½8 Uhr: Verein Behauptung, der das wichtigste fehlt: der gung der konfirmierten weiblichen Jugend Beweis! Die Kirche hat, wie wohl alle der Johannesgemeinde. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsh eimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruczere R. Lange, Gießen. männlichen Jugend der Johannesgemeinde Montag, 17. November, abends 8 Ut, Vereinigung der konfirmierten männlichen Schulbildung am höchsten, während in den f fing, dem Volkswohl geopfert! Und im Fre. Ger Nr. Brief Tote griff e immer nehml! düstere getrete Ernst weitab fernhe⸗ nimmt misten ben m eher d Krieg jedem näher ward 2 verschr Verluf den S wölbte wieder viel ko gegebe des ste Ganze religiö ein U wenn in den Geist s denn i heute? deutsch im St Jamm Haupt bleibt 6 mal di Reiche jahrhu unante Erfüll!