ig g pesen sef Anbt, ig:„Ohne neint sein, rg an der den Mann ichnet. Es r⸗Ofleiden uf Grund ie Nieder⸗ angesehen 5 gelesen „ sondern „Ofleident g muß es Ampt hat de auf den bezeichnung H. B. igstfeiertag, rstiftung. Vormittags Vormittags er. Beichte mahls für e. Anmel⸗ farrer jeder 111 1 Uhr: 0 Markus⸗ Schaefer. he. Vor⸗ sheimer.— Ausfeld. che für die lusfeld.— ng im Jo⸗ 8 ugstfeiertag. Vormittags — Vormit⸗ ch e. Vor⸗ d.— Vor⸗ htolsheimer. Abendmahls ide. Anmel⸗ farrer jeder 3114 Uh hr: de: Pfarrer ind Männer Zweitägige schborn nach Tagestont sburg⸗Mün⸗ herzlich ein⸗ 14. Juni: Abteilung. d Steindruckerel ——————UAK— ñxè 2ñxñxñůßÄ — onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen 24 Gießen, Trinitatis, den J5. Juni 1919 8. Jahrgang Die heilige Dreieinigkeit. Brief des Apostels Paulus an die Korinther 1 13 Die Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen! Grüblerisch gerichtete Menschen haben schon viele Stunden damit zugebracht, über das Geheimnis der heiligen Dreieinigkeit nach zudenken. Sie wollten ergründen, wie N 1 das möglich sei, daß Gott, der Vater, und der Sohn, und. der heilige Geist drei unter⸗ schiedliche Personen, 5 einem einigen, ewigen, sen seien. In alten Kirchenversammlungen lebhaft über diese Frage gestritten, in neuerer stig regsame Menschen gelegentlich tzertrennlichen We⸗ mit Hilfe den gesucht. Ein Friedrich von Kloeden, dessen Jugenderinne⸗ rungen wir vor zwei Jahren im„Sonntags gruße“ abgedruckt haben, hat Gottes sonen gesehen. Doch wird alles Grübeln und Nachdenken hier den Geheimnissen Gottes nicht auf die Spur kommen. kindliche Glaube. Paulus stellt das Wesen der Dreieinigkeit so schön dar, wenn er sagt: Wir haben die Gnade des Herrn Jesu C hristi, die Gnade, die sich dem Sünder zuneigt, die sich am Kreuze sagt weiter: des Gottes, der unser Vater ist, der uns ver⸗ sorgt und auf rechter Straße führt. Wir haben endlich, so ißt seine Meinung, die Ge⸗ meinschaft des heiligen Geistes, der uns in alle Wahrheit führt, der die Christen mit⸗ einander verbindet und sich auf Erden eine Kirche gegründet hat. In diesem Worte, dem Segenswunsche, mit dem der Geistliche in der Regel von der Kanzel die Gemeinde grüßt, ist alles zusammengefaßt, was wir über die Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit, oder, wie man mit dem Fremdworte sagt, über die Trinität zu wissen nötig haben. In alten Zeiten hat dieser Glaubenssatz mehr Bedeu⸗ tung im Leben gehabt als heute. Viele Kir⸗ en nannte man bei ihrer Erbauung Drei⸗ faltigkeits⸗ oder Trinitatiskirchen, und keine Gnade unseres Herrn Luther sagt, in Zeiten hat man auf se lag tagsüber Zeit haben gei⸗ er zumeist in der der Mathematik dieses Geheimnis zu ergrün⸗ trefflicher Mann, Karl mit einer W917 1270 Freunden am Biertisch zusammenf fand. Diese in der Form eines Dreiecks dargestellt und in den drei Seiten die unterschiedlichen Per⸗ im Skat⸗ od Viel besser erfaßt diese der so herrlich offenbart hat. Er Wir haben die Liebe Gottes, Blaufärber reien 4, gestellt. So beginnt die Urkunde über die Gie ßener Totenwart⸗Stiftun ug aus dem Jahre 1635 mit den Worten:„Im Nahmen der Hochgelobten Heyligen Dreyeinigkeit Gottes Vatters, Sohns und heyligen Geistes. Amen.“ Möchte das Geschlecht unserer Tage die Gotteswahrheit, die in diesem Glaubens⸗ satze ruht, wieder ernstlicher erfassen! H. B. Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 14. Der Gießener Bürger und seine Vaterstadt um die Mitte des 19 Jahr hunderts (Fortsetzung.) Der Gießener„Kernbürger“ war in seinen Lebensgewohnheiten konservativ. Er seinem Handwerk ob, war gründlich. Die Abende brachte Familie zu, und nur der Mittwoch⸗ und Samstagabend galten als althergebrachte Ausgehtage, an denen er sich Anzahl von Bekannten und fleißig und Tafelrunden tagten jahrein, jahraus in den⸗ selben Wirtschaften, und es mußte schon ein besonderer Anlaß vorliegen, wenn sich ein⸗ mal einer in 10 anderes als das gewohnte Stammlokal verlief. Der Zeitver treib bestand er„Schafkopp“⸗Spiel, im Poli⸗ tisieren und in der Unterhaltung über das Handwerk, den Ackerbau und die Viehzucht, je nach dem Beruf, aus dem sich die Gesell⸗ schaft e isetzte. Im Jal zre 1840 blühten in Gießen die Zünfte. Sie waren wie folgt eingeteilt: Bäckerzunft: 40 Meister, Metzgerzunft: 38 Meister, Gerber⸗ und Kürschnerzunft: 12 bzw. 6 Meister, Hutmacher⸗ und Strumpf⸗ weberzunft: 2 bzw. 3 Meister, Küfer⸗, Glaser⸗ und Drechsler 1„ b 3 Meister, Maurer⸗, Steindecker⸗ und Weiß⸗ binderzunft: 7 bzw. 4 bzw. 9 Meister, Schneiderzunft: 85, Schreinerzunft: 46 Meister, Schlosser⸗, Büchsenmacher⸗, Wag⸗ ner⸗, Schmiede⸗ und Messerschmiedezunft: 1 5, 5, 5 Meister ee 118 Meister, Spengler⸗ 9 Gürt⸗ ler- und Rotgießerzunft: 9, 2, 1, 2 Meister, Zimmerzunft: 7„Heier Als„unzünftige“ Gewerbe verzeichnet das Adreßbuch: Apotheker. Barbiere 7, 2, Buchbinder 11, Buchdrucke⸗ Zigarrenfabriken 95 Ellenwaren⸗ Grundsteinlegung auch weltlicher Bauten er⸗ handlungen 19, Gasthäuser 8, Goldschmiede folgte, ohne daß man vorau Sschickte: Im Na⸗ I, Großhändler 4, Kaffeehauser 2, men der heiligen Dreieinigkeit! Auch wichti⸗ gen Urkunden wurde diese Einleitung voran⸗ Knopf⸗ macher 2, Lederhandlungen 35 Leineweber 75 Lit ikörf fabrifen 25 Materialisten 2, Mechaniker ——— ä. 94 2, Müller 3, Perückenmacher 3, Posamen⸗„Mertesmänner“ feilgeboten und fanden tierer 2, Seifensieder 3, Seiler 6, Schorn⸗ unter der massenhaft zuströmenden Land⸗ steinfeger 3, Spezereihändler 27, Stein⸗ bevölkerung reißenden Absatz. Besonders der druckereien 3, Tabaffabriken 3, Tapezierer 3,„Kirschenmarkt“ brachte der Stadt eine Uhrmacher 4. Menge Gäste, die von weit und breit her⸗ Separat aufgeführt sind die Leichen⸗ kamen. Auf ihm erschienen auch alljährlich besorger, als welche ein Schneidermeister und in ihren malerischen Trachten„die Hessen⸗ ein Schuhmachermeister erwähnt sind. Die länder“, für die der Gießener Kirschenmarkt Zusammenfassung ganz verschiedenartiger eine Art Verlobungsmarkt bildete; denn Gewerbe zu einer Zunft, z. B. das der Hut⸗ hier wurde von den jungen Leuten, die sich macher und Strumpfweber, der Sattler und heiraten wollten, die Sache„festgemacht“, Zinngießer, der Spengler und Kammacher und die Ringe wurden gekauft. Die Schau⸗ mutet eigenartig an, ebenso die Gepflogen⸗ steller auf dem Markte, die Wirts- und heit, die Leichen durch einen Schneider⸗ und Kaufleute machten dabei gute Geschäfte; Schuhmachermeister besorgen zu lassen. denn die meist gutsituierten Besucher aus Jedenfalls handelte man dabei nach einer dem hessischen Hinterland ließen mit echt alten Ueberlieferung und in der Erkenntnis, bäuerlicher Protzenhaftigkeit das Geld daß das Ankleiden eines Verstorbenen eben springen. Sang und Klang an allen Ecken von jemand besorgt werden müßte, der mit und Enden! Auf der Straße die Orgel⸗ Kleidern bzw. Schuhen umzugehen verstand. spieler, die eine rechte Plage bildeten, und Außerdem waren diese beiden, Zünfte am fahrende Musikkapellen, welche eine selbst stärksten vertreten, und es wird daher bei ausgedachte Uniform, meist aber Berg⸗ manchem der Meister in der kleinen Stadt knappenuniform trugen. Auch Harmonikg⸗ knapp hergegangen sein und ein Neben⸗ und Violinspieler suchten sich auf der Straß verdienst geboten gewesen sein. Das Hand⸗ und in den Schenken ein paar Kreuzer zu werk wurde meist in kleinen, niedrigen Werk- verdienen, und es wird sich wohl, mancher stätten betrieben. Kraftbetrieb gab es nicht alte Gießener noch des alten Ihm er⸗ und auch von Handbetriebsmaschinen war innern, der, unbeirrt von dem Straßen damals noch nicht viel zu sehen. Vielfach getöse, in abgehacktem Rhythmus sein Leib⸗ benutzte man die Straßen zur Ausführung lied„Prinz Eugen, der edle Ritter“ sang der Arbeiten; die Schmiede beschlugen die und es mit ebensolchen Violinstrichen be⸗ Pferde vor dem Hause und reparierten auch gleitete. da die Fahrzeuge. Das letztere galt auch von Gegen Abend erklangen aus den zahl⸗ den Stellmachern. Die Schreiner stellten die reichen Wirtschaften die schwermütigen paarweise zusammengeleimten Dielen wider Weisen des Landvolkes von Lenz und Liebe, die Hauswand, die Posamentierer(Kattrein von Entsagung und Herzeleid, was die Sän⸗ und Schulze) drehten ihre Schnüre in der ger aber nicht hinderte, sich auf der Hein Sonnenstraße vor dem„Klub⸗Hause“, und fahrt gehörig die Köpfe zu verprügeln, die Blaufärber Busch und Haubach trockneten Hoc erat in more majorum.(So waren ez die auf Holzschablonen gezogenen Strümpfe die Vorfahren schon gewöhnt. Ein alther in lang aufgestellten Reihen an den Häusern gebrachter Brauch beschloß den Kirschen der Sonnenstraße und dem Kreuzplatze ent⸗ markt mit einem„Ball“, bezeichnenderweißt lang. Letzteres geschah noch in den 70er die„Hetz“ genannt, in der„Promenade“, Jahren. Heute könnte man dies wohl nicht zu dem der damalige Wirt den Rotwein wagen, denn die Strümpfe würden wandern, vorher„zurechtmachte“. Es muß dies eine ohne daß Beine darin steckten. Art Schwarzkunst gewesen sein; denn daß An den Häusern der Metzger waren auf Produkt entfesselte alle bösen Geister, iin der Straßenseite Haken angebracht, an wel⸗ deren nächtlichen Spuk die Beschaffenhei chen das Fleisch aufgehängt wurde. Seiler des Wirtschaftsinventars andern Tags einen und Sattler brachten in Ermangelung eines schlagenden Beweis lieserte. 1 Ladens mit Erkern ihre Erzeugnisse eben⸗ 5 In der Heimat hatten dann die Markl falls auf der Straße zur Schau. Erstere besucher ein Jahr lang Zeit, in der Erinse⸗ hatten auch das Privilegium der Fackel⸗ rung an den Gießener Kirschenmarkt a anfertigung für die studentischen Fackel⸗ schwelgen, Für die Gießener war er ein d züge bei Anfang und Schluß des Semesters erster Ordnung, ein goldener Mittwoch. De sowie bei Begräbnissen mit studentischen Geschäftsleute wurden manchen Ladenhüter, Ehren. Dieser alte Brauch hat auch sein die Brauereien ihr„Mahtbäier“ Markl Ende gefunden, weil durch die dieser Feier bier) und die Besucher ihr Geld los. So pp beiwohnende Volksmenge die Gräber in der allen geholfen. i rücksichtslosesten Weise zusammengetreten Die Gießener Kleinkaufleute bildeten e wurden. Die Bäcker hatten vor den Fen⸗ patriarchalisches Völkchen. In ihren mei stern des Erdgeschosses blumenbankähnliche kleinen Lädchen mit den bescheidenen N Behälter, in welchen die Backwaren aus⸗ fern hatten sie ihre Spezialitäten aufge gelegt waren, deren Verkauf von da aus stapelt. Ueber der Theke hingen an eine erfolgte. An Markttagen wurden die„Stern⸗ bogenförmigen Flacheisen mit Haken, al wecke“ und in der Zeit des Martinstages die Bindfaden aufgezogen, haufenweise und alle (Di and The Die die ver ver ein. den Hat dett schl und noc den noc sind Sa Gie Jed tile Ste tigs fein bud eine nac wel Aue Kar scha und im Der sen den hun geg Die hier beer war schn 107 mü Wi sich 17 Lud Sch bur nag den dier ma und fanden nden Land⸗ esonders der Stadt eine d breit her ch alljährlich „die Hessen⸗ kirschenmarkt ildete; denn uten, die sich festgemacht“, Die Schau⸗ Wirts⸗ und e Geschäfte; Besucher aus zen mit echt das Geld allen Ecken e die Orgel⸗ bildeten, und e eine selbst aber Berg⸗ Harmonikg⸗ uf der Straße r Kreuzer zu vohl mancher en Ihm er⸗ em Straßen⸗ us sein Leib⸗ Ritter“ sang instrichen be⸗ tus den zahl⸗ schwermütigen enz und Liebe, was die Sän⸗ zuf der Heim u verprügeln. (So waren es Ein alther den Kirschen eichnenderweie „Promenade“ den Rotwein muß dies eile ein; denn da n Geister, iin Beschaffenheit ern Tags einen un die Markt in der Erinne⸗ rschenmarkt war er ein daß Mittwoch. De en Ladenhütes, bäier“(Narkk⸗ ld los. So sont ute bildeten ei In ihren maß escheidenen N alitäten auh ngen an eit nit Haken, al enweise und 99 allen möglichen Größen, die„Dutten“ (Düten), die nach Bedarf, eine nach der anderen, abgerissen und gefüllt wurden. Die Theke hatte ihre Front nach dem Hausgang. Die Haustüre war somit der Eingang für die Hausbewohner und die Käufer. Durch verschiebbare Glasfenster konnte die Theke verschlossen werden. Diese Einrichtung hatte einen doppelten Zweck. Sie schützte den La⸗ den im Winter vor der bei dem Oeffnen der Haustüre hereinströmenden Kälte und bil⸗ dete bei Geschäftsschluß einen bequemen Ab⸗ schluß. Man schob einfach die Fenster vor und verschloß sie. Hier und da wurden auch noch Holzläden vorgestellt, was auch mit den Erkern geschah. Rolläden kannte man noch nicht. Die Verkaufslokale dieser Art sind bis auf das des Metzgermeisters Gustav Sack auf dem Seltersweg vollständig aus Gießen verschwunden. Jeder Kaufmann Jeder Kaufmann hatte unter seinen Ar⸗ tileln einen, welcher als der beste in der Stadt galt. Bei Diez bekam man den saf⸗ tigsten Schweizerkäse, beim Ritter-Noll den feinsten Kaffee und Schnupftabak, bei Zur⸗ buch die beste Stiefelwichse, bei Windecker einen vorzüglichen Schnaps. Zu Weih⸗ nachten erhielten treue Kunden ein Geschenk, welches zumeist in einer Kaffeetasse bestand. Auch war es allgemein üblich, daß der Kaufmann an Markttagen seiner Landkund⸗ schaft einen Kaffee braute und sie mit Kuchen und dergleichen bewirtete, wofür sich diese im Herbst auf der Kirmes revanchierte. (Fortsetzung folgt.) Johann Henrich Schaffstädts Gießener Chronik 1776 1825. (Fortsetzung.) „D. 26ten Novem ist der Feld Schütz Deyer bey der pulfer Mühl ertrunken. Die⸗ sen Todesfall registriert das Kirchenbuch mit den Worten:„Im Jahre Christi achtzehn⸗ hundert und zwölf den 27. November Abends gegen acht Uhr ertrank in der Lahn Moritz Dietrich Deyer, Bürger und Feldschütz all— hier, alt sieben und fünfzig Jahr und wurde beerdigt den dreißigsten ejusdem.“ war, wie wir aus dieser Chronik wissen, ein schwergeprüfter Mann, 1791 ertrank sein 10jähriger Sohn beim Baden an der Pulver⸗ mühle, 1795 erschoß sein ältester Sohn am Wißmarer Weg beim Spielen aus Unvor⸗ sichtigkeit einen Knaben, nun fand der Vater 17 Jahre später einen gewaltsamen Tod. „D. 30ten Decem ist der Straßen Reuber Ludwig Gutermuth auf dem Trib durch das Schwert hingerichtet worden von dem Mar⸗ burger Scharfrichter.“ „1813 d. 9ten Feber ist der Jenral Nis⸗ nagel(7) allhiesiger StadtCommedant wor⸗ den vor den verstorbenen Comedant Beck.“ 1813. „D. öten Feber ist der Peter Flett Raths⸗ e Deyer diener worden Vor den Rathsdiener Koller⸗ 1 2. Regel zum Tode verurteilt. mann.“ „D. 20ten Feber sind 600 Mann Fißlier von hier nacher Darmstadt maschirt den Tag trauf(darauf) ist der überrest mit 3 Ka⸗ nonen und 2 Haubitzen von der großen Armee aus Rusland bey uns ankommen.“ „D. Iten Mertz ist mein Tochtermann Rudolf Petry mit einer Schimmelin Von Heichelheim copliert worden.“ f ten Mertz ist die Könnigin Von Westfalen hir durch gemacht nach Paris.“ Diese kurze Notiz ist sehr bemerkenswert. Die Königin von Westfalen, die Gemahlin Jero⸗ mes, des Bruders Napoleons, ist nicht zu ihrem Vergnügen„nach Paris gemacht“, sondern weil die Kosaken von Osten her das Königreich Westfalen bedrohten. „D. 12ten Mertz ist der junge Geismar Rathsdiener worden als adjundus(Adjunkt seines Vatters.“ „D. 28ten Mertz ist das erste Battalion Leib Regiment von uns ausmarschirt nacher Darmstadt, d. 2gten das 2te Batallion.“ „D. 10ten April hat der Junge Moll das erste Mahl ausgeschelt an des alten Stroh Stelle.“ „D. April hat der Barückenmacher Feger sein Billgethen Amt(2 Billetenamt 9) an getretten vor dem Heinrich Busch.“ „D. Sten April abends nach 10 Uhr ist der Könnig von Westfalen hir durch nach Frankreich.“ „D. Aten May ist bei Lüzen in Sachsen eine Schlacht geliefert worden. Von den Franßosen gegen die Russen und Preußen wo von beiden Theillen mehr als 40 000 Mann geblieben, auf dem selben tag haben wir Polnische lanzen Reuter zur ein quar⸗ tierung bekommen welche auf den 7ten Juny wieder von uns auß maschirt sind nacher Sachsen.“ „D. Sten Juny ist der Hausknecht aus dem Einhorn wegen Untreu von der Port. ins Stockhaus gebracht worden, er ist von Grofdorf gebürdig.“ „D. L7ten Juny sind wieder 300 Mann nach der Armee von hier abmaschirt.“ „D. ten July ist der große Stein auf gelegt worden über den Eingang der neuen Stadt Kirche nach der Schloßgaß welcher der Erste wahr.“ „D. 23ten July sind wieder 300 Mann von hier nacher Darmstadt maschirt.“ „D. 14ten July ist mein Bruder von Hanau zu uns kommen, ist den Iten August wieder weg.“ „Auch ist der letzte Bogen in des Balser Seib Keller auf den Wallstück fertig wor den Von dem Maurer Meister Philipp Reiber.“ „D. Zten August hat sich ein Kerl in dem Stockhaus erhenkt derselbe wahr auch ein Straßen Reuber.“ Mit den Straßen räubern, die um das Jahr 1810 Oberhessen ansicher gemacht haben, hat man damals kurzen Prozeß gemacht, sie wurden in der 2 „. „In dem Dezember haben wir das Preu⸗ schise Labitorium(Laboratorium) in das Schießhaus bekommen sind sechs lange bey (Bauten) aufgeschlagen worden um pulfer und Arbeit hinnein zu thun.“ „D. 22ten August ist eine Frau mit ihrem Sohn von 19 Jahren alt und ihrer Mutter von 77 Jahren alt in Stockhaus gebracht worden, weillen sie Ihrem Mann den Hals abgeschnitten. Der Sohn hat dem Vatter den Kopf gehalten die Alte da zu geleicht(ge⸗ leuchtet) zu Großen Busegk.“ „D. 27ten Septem ist der Könnig von Westfallen Hieronimus Napollion aus Cassel geflittet(geflüchtet)D auf Mondebauer(Mon⸗ tabaur) den 14ten October ist der Könnig wieder hierdurch nachen Marburg hat sich in dem Teuschenhaus Deutschen Hause) auf⸗ gehalten ist oder(aber) wieder von den Ko⸗ salen a aus dem Land vertrieben worden.“ „D. Dom Hunger. Es gibt ein Land, da ist kein Hunger und kein Sterben mehr! Heute ist er uns kein unbekannter Gast zr, der Hunger, wenigstens nicht, soweit es sich um unser tägliches Brot handel t. Da wissen wir alle, was es heißt, davon ent⸗ behren zu müssen und den Bedürftigen nicht mitteilen zu können wie 1 Von einem andern Hunger möchte ich aber reden, der zur Zeit des Ueberflusses schon bei einigen vorhanden war, der sich nicht nach außen zeigte, der im Gegenteil im Verborgenen die Herzen beschwerte. Wie wenige sind sich wohl dessen bewußt, daß ebenso gut wie dez Leib der Speise auch die Seele der Nahrung be⸗ darf, um nicht zu verkümmern. Mir scheint Iten Novem sind die ersten Kosaken in Gießen kommen d. 2ten ist der Marschall Blücher von den Preußen mit dem Haupt⸗ quartier auf Gießen kommen. Russen und Preußen sind 5 täg hier geblieben sind nacher Dillenburg maschirt.“ „D. 7ten Novem sind die beiden Kaisser von Oestreich und Rußland in Frankfurt am Main ankommen haben den Könnig von Preußen erward. Haben all da Converren⸗ zen gehalten mit den großen Jenerahls sind den Ersten Jan auf 4 bletz(an vier Stellen) über Rein mit den hochen Allgirtten Trup⸗ pen. Die Kaißer sind in Ofenburg zu sam⸗ men geweßen hernach in Cassel dar nach in Mimpelgard(Mömpelgard). Die Franßosen Weg zu den Quelle er Glückseliake! sind bey Nanch und Metz geschlagen worden Foeg zu den Quellen aller Glückseligkeit ge⸗ haben die Kaißer in Longers(Langres) in Frankreich ihr haupt quartier(1814) gehabt. d. 1. u. 2ten Feber ist eine große Schlagt geliefert worden bey Brinne(Brienne,, ist Napollion mit seiner gantzen Macht Dotal von Marschall Blücher, dem Jeneral von Freuden(Wrede) und Graf Witgenstein den Kronprinzen von Wittenberg(Württemberg) die Jetzt zeit besonders 1 zu sein, die⸗ sem Seelenhunger nachzuge hen und Rechnung zu tragen; ist es doch eine Zeit, die uns zur Besinnung auf uns selbst, auf den Ewigkeits⸗ wert eines jeden unter uns bringen sollte. Wir müssen uns sagen, daß, wenn wir nicht den Hunger nach der Seelenspeise, nach Gottes Wort haben, dieses nie unsre Herzen sättigen kann; es wird an uns vorüber⸗ gehen, wie ein Laut, der im Winde verweht, und unsre Seelen werden zu Grunde gehen wie dürres Land. Schon der schlichte Hirten⸗ prophet Amos hat in seinem achten Kapitel von diesem Hunger und dem Sehnen nach der Seelenspeise geredet; wir sehen, daß dieses Sehnen schon durch alle Zeiten gegangen ist. Wohl denen, die schon in der Jugend den funden haben, und die es stets neu erfahren, daß nur unser himmlischer Vater unsern Hunger, unser Sehnen stillen und uns in das Land führen kann, wo es einst keinen und Jeneral Qualy(2) aufs Haupt ge⸗ schlagen worden. Die selben haben ihm 75 Kanonen abgenommen und Vielle Tau ßende zu gefangen gemacht.“ „D. 10ten Mertz ist Napollion wieder geschlagen worden. Sind 61 Stück Canonnen Erobert worde. 7 Jenerals 35 Stabs Offi⸗ zier 6000 Mann gemeine von Blücher. D. 25ten ditto hat Fürst von Schwartzenberg eine Schlacht gewonnen hat den Fransosen 91 S Stück Canonnen 8 Jenerals 9000 Mann gemeine abgenommen ohn weit Paris. D. 31ten Mertz ist Paris durch Kappitlazion an die hohen Allgirten Mächten über geben worden, ist der Kaißer Alexander und der Könnig von Preußen mit ihren Garden in Paris eingeruckt und Bonnabarth ist von dem Senath Enttrohnt worden und Lud⸗ wig der XVIII. als Könnig proklamirth worden.“ (Fortsetzung folgt). Hunger und keinen Tod mehr geben wird. Lasset uns mit Zinzendorf sprechen: Der schnellste Weg, Gott zu finden, ist, Jesum ergreifen. Baronin R. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 15. Juni Trinitatis). Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr Vormittags 9½ Uhr: Pfarrassi⸗ stent Schaefer. Vormittags 11 Uhr: Kin⸗ derkirche für die Markusgemeinde. Pfarr⸗ assistent Schaefer. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Lukasgemeinde. Pfarrer Bech⸗ tolsheimer.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Vormittags 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. „ Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universttäts- Buck und Steindrucherel R. Lange, Gießen. ö dem gelis ther, ser 1 wohn Mel evan Frei dure des gend und du b du b mit ben, hat liche rik 1 phie. seine nicht offen tust, Sor Unse Der wohn Geze ande hätte des! rael U ob brin⸗ ähnl. Jahr bend wisse daß sind halte aber 5 1 sei! ten;