zuteil werdg 5 heißen: J e Hilfe! 11. d. tz Weise un Unabhäng⸗ rarl Kauteh U. d. sagtz Herzen, in die nach der en. Es bleitz ische Erin machtvole zu höher usterblichket, Unsterblic⸗ teilhaftig ge te einerseißz ismus ohne icht bestehen dessen Cha⸗ ei ihm a leblose histh⸗ ann. Dem uf eine rei ig stützt, un ortschritt die Gebiet da Der Atheiz n nach den er, der übn einzelerscheh Aber gerade des geistige genen Men⸗ . . Advent. 8 9½ Uhr: mittags 1. Natthäusge⸗ nds 5 Uhr. ier des hei usgemeinde. hierzu vor⸗ en 8. Dez, der konfü⸗ Matthäus 11. Dez, der konfit⸗ Matthälz⸗ Vorm. 9 — Vormik⸗ die Lukas⸗ eimer. ld. Beichte hls für die indepfarret dung.— g im Jo⸗ Dezember, der konfil⸗ emeinde. Steinbruch onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 50 Gießen, 3. Advent, den I4. Dezember 1919 8. Jahrg. Weihnachten entgegen! 1. Buch des Apostels Paulus an die Korinther 16, 24. Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen. Am Fenster der Kinderstube erscheint am 1. Dezember ein bunter Bilderbogen mit 23 kleinen und einem großen Fensterlein. Jeden Morgen aber, wenn kaum das erste Licht des trüben Wintertages heraufdäm⸗ mert, kommen zwei kleine Kinderhände und mühen sich, eins der kleinen Fensterlein zu öffnen. Dann leuchtet ein freundliches, rosa⸗ farbiges Licht durch die kleine, mit buntem Papier überzogene Oeffnung in das Kinder⸗ zimmer herein, und zwei große Augen strah⸗ len immer erwartungsvoller dem Tage ent⸗ gegen, wo sich auch das letzte große Weih⸗ nachtsfenster öffnen wird. Wie nötig haben wir es dieses Jahr, wieder einmal von den Kindern zu lernen! Grauer als je ist dieses Mal der Winter⸗ tag, den wir durchleben. Bergehoch türmen sich die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, und bitter macht sich der Druck der feindlichen Friedensbedingungen fühlbar. Das erste Weihnachten nach geschlossenem Frieden droht ein friedloseres Weihnachten für uns zu werden als je eins zuvor. Da kommt Advent zu uns! Uns Erwachsenen ist es, als ob ein bunter Bilderbogen von Kind⸗ heitserinnerungen vor uns auftaucht, be⸗ malt mit all den Heimlichkeiten und Erwar⸗ tungen, die einst ein Kinderherz in diesen Tagen in Spannung hielten. Ob wir es nicht lernen sollten, wieder wie einst als Kinder Tag um Tag ein Fensterlein am Adventskalender zu öffnen, und immer mehr vom leuchtenden Weihnachtslicht in unsern grauen Alltag herein zu lassen? Nicht nur um unsrer Kinder willen, die doch wahrlich auch in dieser harten Zeit das Freuen nicht ganz verlernen dürfen, sollten wir alte heimatliche Adventssitten wieder beleben: den grünen Adventskranz, den bunten Ad⸗ ventsstern, den Mispelzweig. Menschen von heute, die durch die harten Notwendigkeiten dieses Zeitalters der Markenwirtschaft selbst⸗ süchtig und berechnend geworden sind, haben es ganz besonders nötig, sich in der Liebe zu üben. Es verkümmert sonst etwas vom Besten in ihnen, etwas, dessen Kraft unser Volk bei den ungeheueren Aufgaben, denen es entgegengeht, bitter nötig braucht. Oeff⸗ nen wir der Weihnachtsliebe Tag um Tag ein neues Fensterlein, und manche fast un⸗ lösbare Schwierigkeit dieser Tage wird uns in einem neuen Lichte erscheinen. Erwin Gros. Von Dr. Karl Esselborn. (Fortsetzung.) Nur ein Jahr währte seine Verbannung; denn schon 1898 wurde er nach Esch bei Idstein im Taunus berufen, wo er über zwei Jahrzehnte wirkte. Der weit geringere Umfang dieser Pfarrei gewährte ihm die Muße zur Entfaltung seiner schriftstelle⸗ rischen Fähigkeiten. Von Anfang an stan⸗ den die Erzeugnisse seiner Feder im eng⸗ sten Zusammenhang mit seinem Pfarrberufe. Durch die Andachten Friedrich Nau⸗ manns, mit dem er lange Jahre als Nationalsozialer zusammengearbeitet hatte. erhielt er die mittelbare Anregung zu einer Sammlung religiöser Betrachtungen„Auf der Dorfkanzel“. Diese Anregung war eine mittelbare insofern, als Naumanns An⸗ dachten, die ihn so tief packten, seine Hinter⸗ länder Bauern dagegen ganz kalt ließen, zur Erkenntnis führten, daß es„gälte, nicht nur die religiöse Vorstellungswelt des Bauern kennen zu lernen, sondern auch in seiner Sprache zu ihm zu sprechen“. Die in Sohnreys„Deutscher Dorfzeitung“ zu⸗ erst erschienenen Andachten fanden die be⸗ geisterte Anerkennung Friedrich Naumanns und tamen im Mai 1900 im Verlag deut⸗ scher Dorfschriften in Buchform heraus. Mit Unrecht wurde behauptet, daß diese Samm⸗ lung von den kurz vorher im November 1899 erschienenen„Dorfpredigten“ von Gu⸗ stav Frenssen beeinflußt worden sei. Sie sind ganz unabhängig von diesen entstanden; ihr Verfasser hat hier ein ähnliches Schick⸗ sal gehabt wie Adam Karrillon mit seinem „Michael Hely“, bei dem einige Kritiker einen Einfluß des„Jörn Uhl“ erkennen wollten, obwohl Michael Hely unter dem Titel„Michael Hely, der Dorfteufel“ ein Jahr vor seinem angeblichen Vorbild, näm⸗ lich im Jahre 1900 in einem kleinen Wein⸗ heimer Verlag in der ersten Auflage er⸗ schienen war. 1 Dem ersten, bereits seit 1912 in vierter Auflage vorliegenden Bande„Vomele⸗ bendigen Brunnen“ folgte im Jahre 1901 der zweite Band„Sonnenauf⸗ gang“, der 1912 die dritte Auflage er⸗ lebte. Der dritte Band„Auf der Dorf⸗ kanzel“ erschien im Jahre 1903(2. Aufl. 1909) und zwar, wie die folgenden und die spätern Auflagen der beiden ersten Bände, bei W. Kohlhammer in Stuttgart. Und nun folgen in größeren oder kleineren Zwi⸗ schenräumen die Bände: 4:„Von der hei⸗ 78 8 2— 1 5 198* ligen Stille“(1905, 2. Aufl. 1910), 5: „Reif werden für die Ewigkeit“(1909, 2. Aufl. 1912), 6:„Ueber alles die Liebe“ (1910, 2. Aufl. 1913), 7:„Gott unsere Heimat“(1912) und 8:„Zur Höhe“(1913). Als Sonderdruck aus diesem letzten Bande erschienen im Jahre 1914 neun Andachten über das Vaterunser unter dem Titel „Unser Lebensbekenntnis“. In dem Kriege schlossen sich an die Sammlung als selbständige Veröffentlichungen die Kriegsandachten„Gottes Stunde“ (1914),„Feste Herzen“(1916, 2. Aufl. 1918) und„Dennoch bleibe ich stets an dir!“ Heroorgehoben sei aus diesem Bande die in das Jahr 1917 zurückführende Andacht„Unsere Glocken“, die den ans Herz jeder Gemeinde greifenden Abschied der Glocken behandelt. Für den Widerhall, den die Andachtssammlung in weiten Kreisen fand, sprechen die Auflagezahlen der ein⸗ zelnen Bände. Selbst von katholischer Seite wurde sie anertannt, wie z. B. von Karl Rieder in dem 1910 in Freiburg erschiene⸗ nen Buche:„Zur inneren kirchlichen Krisis des heutigen Protestantismus“, worin es heißt:„Hier spricht in der Tat ein Mann, der das Volk mit ernstem und liebendem Auge scharf beobachtet hat, der sich versenkt hat in die Arbeiten, das Streben und Dul⸗ den der ländlichen Bevölkerung und all dies am Maßstabe des Ewigen zu messen versteht.“ 5 Neben den ersten Bänden der Andachts⸗ sammlung verfaßte Gros noch eine Anzahl weiterer Erbauungsbücher. Zunächst für die von Jeannot Ernst Freiherrn von Grathuß herausgegebenen„Bücher der Weis⸗ heit und Schönheit“ die beiden Aus⸗ lesen„Die heilige Schrift“(Stutt⸗ gart, Greiner u. Pfeiffer 1904) und„Was sagt Jesus?“(ebd. 1905). Ein Buch der Lebensbejahung und der Lebenskunst ist das Werk„Vom Jung⸗ brunnen der Freude“, das 1910 als erster Band der Sammlung„Aus klaren Quellen“ im Verlag der Evangelischen Ee⸗ sellschaft in Stuttgart erschien. Das Buch ist gewissermaßen ein evangelisches Seiten⸗ stück zu dem ein Jahr vorher erschienenen Büchlein des Rothenburger Bischofs Pau! Wilhelm Keppler, Mehr Freude“ und konnte jetzt im sechsten bis achten Tausend ausgegeben werden. Gros, der mit ganzer Seele zu den Bestrebungen steht, die die geistige Ebenbürtigkeit der Frau dem Manne gegenüber zum Ziel haben, wendet sich in diesem Buche in gerechter Weise an junge Männer wie an junge Mädchen und will darin„kämpfen wider die Oberflächlichkeit, für den Ernst der Lebensauffassung, für den Ausbau harmonischer, starker, tieser Persönlichkeiten“. Von dem fein und geist⸗ voll durchgeführten Unterschied zwischen Ver⸗ gnügen und Freude ausgehend, führt er zu der größten Freudequelle, dem christlichen Glauben, und zeigt daneben die andern großen Freudequellen, als da sind Freiheit Vaterland, Heimat, Arbeit, Ruhe, Naur Kunst, Liebe, Erinnerung, Sehnsucht und Hoffnung. fünfzig Predigten, die sämtlich vor den Krieg gehalten wurden. Der Kriegsaus⸗ bis nach der Beendigung des gewaltigen Völkerringens. Die Predigten verbinden leichte Verständlichkeit mit Reichtum und und Tiefe der Gedanken, sie zeichnen sich aus durch ihre klare Gliederung, durch ihr einfache und volkstümliche und doch schön und kunstvolle Sprache, durch die Anschau— lichkeit der Vergleiche und die Eindring⸗ lichkeit zahlreicher aus dem eigenen Erleben und dem des Dorfes geschöpften Beispiele, Sie kennzeichnen den Verfasser als wahren und echten Bauernpfarrer, der die Seele der Landbevölkerung genau und eifrig er⸗ forscht und studiert hat. Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß es dem Pfarrer nicht gleichgültig sein könne, gegen die die Volksseele vergiftende Schund literatur und das beste Abwehrmittel da⸗ ken den Kampf gegen den Schund nicht allein führen können, daß„ein Buch, das der Arbeiter oder Bauersmann als sein Eigentum hat, mehr wert sei als zehn ge— liehene“ und daß das eigene Buch in ganz anderer Weise inneres Eigentum werde! Diese Ansichten verfocht er bei der Tagung Mission“ im Jahre 1909 über die Notwen⸗ digkeit und die Einrichtung der Kolportage vorab auf dem Lande; bei der Sitzung der erweiterten Kolportagekommission des elben Vereins am 6. April 1910 hielt er einen E nachher auch im Druck erschienenen— bruch verschob das Erscheinen des Bande des„Hessischen Landesvereins für innere Den neuesten Zweig seiner erbaulichen Schriftstellerei bildet die Predigtsammlung „Mit Gott zu Gott“(Stuttgart, Kohlhammer 1919). Sie vereinigt zweiund? was seine Gemeindeglieder lesen, erblich Gros einen mit Recht wichtigen Zweig seiner seelsorgerischen Tätigkeit in dem Kampf gegen in der Verbreitung guter Schristen aus dem Lande. Dabei geht er von der richtigen Ansicht aus, da die Volksbibliothe⸗ Vortrag, der„R atschläge für einen zweckmäßigen Schriften vertrieb“ auf Grund seiner Erfahrung als zweck mäßigste Art der Kolportage, daß jeder Pfarrer eine kleine, aber allen Verhält— nissen Rechnung tragende Auswahl pon Büchern von einer Buchhandlung erhält, diese Bücher nach seiner Empfehlung von zum Gegenstand hatte. Darin empfiehlt er der Kanzel durch die Konfirmanden, den Kirchendiener oder Mitglieder des Jüng⸗ zeigen und die Bestellungen aufschreiben läßt den Geldbetrag sofort verein nahm 1 lingsvereins von Haus zu Haus herum⸗ 1 1 und dann den Käufern die gewählten und schon bezahlten Sachen aushändigt.„Ins meinde er wei Kost sic muß es Manne hat un es jede reiche haben; meinde für die wächst Abe Lebens Beeinfl wenden ließ er So hat Gemein löhnern Spiele bauer“ Festspie von Fi in fre Von 8 Um um ha jeder Kaffee. abends fisch o 80 Gr Brot, Schwan schwer. einigen traten gräbni gehen. Hafenc olz. 7 die anderm nd Freiheit, the, Nalm, ynsucht und ö erbaulichen gtsammlung üttgart, W. gt zweiund⸗ ) vor dem Kriegsaus⸗ des Bandez gewaltigen verbinden chtum und eichnen sich durch ihne doch schöne ie Anschau⸗ Eindring⸗ en Erleben i Beispiele als wahren die Seele eifrig er⸗ ungen, daß sein könne, n, erblick weig seiner m Kampf de Schund⸗ mittel da⸗ Schriften r von det bibliothe⸗ hund nicht Buch, das als sein zehn ge⸗ ch in ganz n werde“, er Tagung ür innere e Notwen⸗ Kol portage itzung der desselben er einen enenen— reinen rtrieb ipfiehlt er ls zwec⸗ daß jeder Verhäll⸗ vahl von ig erhält, ung von den, den es Jüng⸗ s herum⸗ ifschreiben einnahm hlten und gt.„In — 199— dem der Pfarrer diese Arbeit im Auftrag der in den Synoden organisierten Kirche tut“— sagt Gros in der im Auftrage des Ausschusses für Schriftenwesen der Be⸗ zirkssynode Wiesbaden abgefaßten Schrift „Berufskolportage, Synodal⸗ kolportage, Kirchenspielkol⸗ tage“(Darmstadt, Wartburgbuchhandlung 1911 S. 20)—„erfüllt er eine Pflicht, die die Kirche ihren Gliedern gegenüber hat... Ein Mietling und kein treuer Hirte wäre der Pfarrer, der tatenlos und mit verschränkten Armen zusähe, daß von anderer Seite wieder eingerissen wird, was lange Arbeit von den Vätern her zu bauen sich gemüht hat. Von dem rechten Pfarrer verlange ich, daß er den Stand seiner Ge⸗ meinde auch auf diesem Gebiete kennt, daß er weiß, was in ihr gelesen wird, welche Kost sie begehrt, und daß er langsame und geduldige Erziehungsarbeit treibe. Er selbst muß es tun, das darf er nicht dem fremden Manne überlassen, der das Verständnis nicht hat und das Vertrauen nicht genießt, wie es jeder Pfarrer haben soll und muß. Und reiche Frucht wird er von dieser Arbeit haben; er lernt jedes Haus in der Ge⸗ meinde besser kennen, wichtige Fingerzeige für die Seelsorge wird er erhalten, er ver⸗ wächst enger mit der Gemeinde.“ Aber er ließ die Förderung des geistigen Lebens seiner Gemeindeglieder nicht bei der Beeinflussung und Leitung ihrer Lektüre be⸗ wenden. Auch theatralische Aufführungen ließ er ihnen gelegentlich zuteil werden So hatte er beispielsweise in seiner Escher Gemeinde, die sich aus Bauern und Tag⸗ löhnern zusammensetzte, im Laufe der Jahre Spiele von Hans Sachs, den„Meineid⸗ bauer“ von Anzengruber, ein Gustav⸗Adolf⸗ Festspiel und den„Fechter von Ravenna“ von Friedrich Halm aufgeführt. (Fortsetzung folgt. . Meine Erlebnisse in französischer Uriegsgefangenschaft. Von Ober⸗Telegraphenleitungsau seher Heinrich Wagner⸗ Gießen. (Fortsetzung.) Um 4 Uhr morgens war Wecken, um halb 5 Uhr wurde Kaffee getrunken, jeder Mann bekam einen Trinkbecher Kaffee. Mittags gab es Bouillonreis, abends Linsen⸗ ot fisch oder Käs 80 Gramm Fleif Brot, es war ein Schwarzbrot und für ch. Sehr schlecht war das schlecht ausgebackenes seine Größe sehr schwer. Viele wurden davon magenkrank, bei einigen artete das in Ruhr aus, auch traten einige Todesfälle ein. gräbnissen durfte nur ein Deutscher mit⸗ gehen. Durchschnittlich hatten wir hier Hasenarbeit zu verrichten, Getreide, Kohlen, Holz, Eisen zu Munitionszwecken, Eisen⸗ bahnmaterial, Stacheldraht, Baumwolle, Salpeter, Soda und Säuren waren auszu⸗ laden. Dabei wurde von jedem ein gewisses Quantum verlangt, z. B. für die Abteilung 2400 Sack Weizen oder 2000 Sack Mehl oder 100 Tonnen Eisen täglich. Ein Sack⸗ träger hatte täglich 300 bis 400 Sack zu tragen nach der Getreideart. ür diese Arbeit erhielten wir teilweise zu den 20 Centimes noch 20 bis 40 Cts. extra. Wurde das täglich verlangte Pensum nicht ge⸗ leistet, so wurden die Schuldigen mit 14 Tagen Lohnabzug bestraft. war das Schaufeln der Pirite(Erze), die an den Lagerplätzen etwa 30 Meter hoch aufgestapelt waren. Hier wurden anfangs von jeder Abteilung 30 bis 40 Tonnen verlangt, später 50 Tonnen und zuletzt 70 bis 80 Tonnen- 7 Waggons. Da⸗ gegen empörten wir uns, nachdem mehrere Leute bei dieser Arbeit ohnmächtig gewor⸗ den waren und nach Hause gebracht werden mußten. Die verstärkte Wache erst brachte es fertig, die Gefangenen mit dem Bajonett und gezogenem Revolver auseinanderzu⸗ treiben und in die Baracken zu treiben. Die Arbeitsabteilung mußte nun unter allen möglichen Entbehrungen diese Arbeit weiter verrichten, auf die Mittagspause und das oder Bohnensuppe. Stock⸗ auch wöchentlich viermal Zu den Be⸗ warme Essen mußte sie verzichten, dazu kam als weitere Strase 14 Tage Lohnabzug. 500 bis 600 Mann aus unserem Lager waren täglich in dem 6 Kilometer ent⸗ fernten Städtchen La Rochelle beschäftigt. Dort wurde ein Bahnhof, der 1914 im Rohbau fertig geworden war, als Eisen⸗ lager für das aus England gelieferte Erz eingerichtet. Hierbei waren etwa 200 bis 300 Mann mit Auf⸗ und Abladen beschäf⸗ tigt. die übrigen waren zum Teil im Hafen und Kohlenlager, zum Teil am Bahnhofe beschäftigt. In zwei Kesseln wurde durch unsere Leute das Essen bereitet. Da das Essen, das in den beiden Kesseln herge⸗ stellt werden konnte, bei weitem nicht aus⸗ reichte, so mußte eine Abteilung immer früher essen, damit der Mehrbedarf wieder mit Wasser ergänzt werden konnte. Als Unterkunftsraum diente eine kleine Bretter⸗ bude, deren einer Flügel die Küche war, der andere wurde von dem führenden Adju⸗ tanten in Anspruch genommen, für die Gefangenen blieb so ein überdachter Raum übrig, in dem 30 bis 40 Mann Platz fan⸗ den, die übrigen mußten im Freien, auch bei Regenwetter, das dort in der Nähe des Meeres häufig auftrat, ihr Essen ein⸗ nehmen. Durch den Regen wurde das Essen natürlich noch weiter verdünnt. Die zu diesen Kommandos Eingeteilten mußten jeden Morgen um 4 Uhr aufstehen; denn um 5 Uhr ging der Zug, der sie beförderte, ab. Abends mußten sie marschieren, sie gingen eine Stunde früher weg und kamen 1½ Stunden später nach Hause, dafür berhielten sie nur 20 Cts., angeblich weil Sehr schwer 78 . 2—ů 1 4 f— 200 das staatliche Arbeit war. Die bei Privat⸗ das Kreuz von Golgatha nicht besser z unternehmungen Arbeitenden erhie ten noch die Not unserer Zeit und unserer Herzen 20 bis 40 Cts. Zulage, das war der Ach nein! wir würden uns eines große höchste Satz. Wer wochenlang zu dieser Arbeit gehen Geiste nach Bethlehem wandern, um mz mußte, suchte sich ihr zuletzt zu entziehen. Es war im August 1916. Kaum hatten wir das Mittagessen eingenommen, da hieß es mit einem Male, daß drei Mann sich in einem Eisenbahnwagen in Zivil umgekleidet hätten und von der Arbeitsstelle verschwun⸗ den seien, obwohl alle 40 bis 50 Meter ein Posten stand. Nun ging die Jagd los. Reitende Gendarmen, Zivilisten, 20 bis 25 Soldaten aus der Kaserne setzten den Aus⸗ reisern nach, aber, die„Boches“ waren weg. Nach 14 Tagen wurden sie in einem anderen Hafen durch den Verrat eines nor⸗ wegischen Kapitäns festgenommen. Als die Kameraden ausgerissen waren, wurden wir von einem Sergeantmajor(Feldwebel) mit gezogener Pistole auf einen Platz zusammen⸗ getrieben, wo wir in größter Sonnenhitze zwei volle Stunden stehen mußten. Wie wilde Bestien standen wir da und wurden von Zivilisten von einer Brücke aus ange⸗ gafft und mit Steinen beworfen. Schweiß⸗ bedeckt kamen die Verfolger an diesem Abend ohne ihre Beute zurück. Wenn wir nach Beendigung der Arbeit den größten Teil der Stadt La Rochelle passieren mußten, so blieben wir fast nie unbehelligt. Einige Male waren wir sogar Angriffen beur⸗ laubter französischer Alpenjäger ausgesetzt. Das mögen diese aber nachträglich bereut haben; denn schlagen ließen wir uns auch in Gefangenschaft nicht. Einer dieser rohen Gesellen geriet in unsere Marschkolonne, und nun hagelten unsere Faustschläge auf ihn hernieder; wie ein Ball, den man beim Fußballspiel gebraucht, flog er von einem zum andern. Der uns führende Sergeant nahm diesen Mann nicht nur nicht in Schutz, sondern meldete ihn auch zur Be⸗ strafung. Das Geld, das wir verdienten, wurde in Brot umgesetzt, ebenso der Zu⸗ schuß aus der Heimat. (Fortsetzung folgt.) Advent 1019. Welt ging verloren, Christ ist geboren, Freue dich, freue dich, o Christenheit. Wiederum stehen wir vor dem schönsten und größten Fest der Christenheit. Können wir denn aber von Herzen einstimmen in den Jubelruf: Freue dich, o Christenheit! Sind unsere Seelen nicht müde und mürbe nach dem Ende der langen Kriegsjahre, die uns nur Elend und Erniedrigung brachten, Elend, so groß und schwer, wie es noch nie einem Volke auferlegt ward, solange die Welt steht. Haben jetzt nicht viele unter uns den Wunsch, die Augen von dem Stall in Bethlehem nach Golgatha zu wenden? Paßt Segens berauben, wollten wir nicht iz dankerfülltem Herzen vor der Krippe de heiligen Kindes zu knien. „als hätten wir selber gesehen des Sternes leuchtendes Licht über der Hütte stehen, und Mariens reines Gesicht.“ Ja, wir könnten nicht dieses tränen⸗ un opferreiche Jahr beschließen, ohne in da Lobgesang der Hirten eingestimmt zu haben Denn mehr wie je zuvor sehnen wir un nach dem Licht auf unserm Wege, das bn dem Kinde in der Krippe uns leuchtet; uu wissen ja, daß nur über Bethlehem der Ne nach Golgatha geht, den wir alle gehe müssen, um dereinst befreit zu werden bun allem Erdenweh. Darum laßt uns diesen Advent begehen mit ganz besonderem Dan und laßt unsere Herzen darauf achten, wah er uns sagen will. Gerok hat dies in de schönen Worte gefaßt: Ich klopfe an. Jetzt bin ich noch dein Ga und steh vor deiner Tür; einst, Seele, wenn du hier kein Haus mehr hast, dann klopfest du bei mir. Wer hier getan nach meinem Worte, dem öffn' ich dort die Himmelspforte, ich klopfe an! . ö Baronin R Uirchliche Anzeigen. Sonntag den 14. Dezember(3. Advent). Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr Pfarrer Becker.— Vormittags 11 Uhr Kinderkirche für Matthäus⸗ und Markl gemeinde gemeinsam: Pfarrer Becker.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr. Beichte un Feier des heiligen Abendmahls für die Mal thäusgemeinde. Der Gemeindepfarrer en bittet hierzu vorherige Anmeldung.— Mo tag den 15. Dez. abends /8 Uhr: Nr einigung der konfirmierten weibliche Jugend der Markusgemeinde. In der Johanneskirche. Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Vormittags Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde Pfarrer Ausfeld.— Abends 5 Uhr: Pfart Bechtolsheimer. Beichte und Feier des hel ligen Abendmahls für die Lukasgemeinde Der Gemeindepfarrer erbittet hierzu bo herige Anmeldung.— Abends 8 Ulk Vereinigung der konfirmierten männliche Jugend der Johannesgemeinde.— Man tag den 15. Dez. abends ½8 Uhr: V einigung der konfirmierten männlichen Ju gend der Lukasgemeinde.— Freitag den 19. Dez. abends /6 Uhr: Weihnachts fit des Bibelkränzchens für Mädchen aus da Johannesgemeinde. ö Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Uniwersitäts⸗Bucß⸗ und Steindrucker“ R. Lange, Gießen. Ein da ich in ein Ratha hinübe unübe von da hoben Schmi man. stürzte fielen. Zinne eine waren geklei chmal blinker Lippen derbar schweb! und 2 da saꝛ sichter als o Himm alle d Meere Wie e und d hoch o langsa Mir 1 aus u Friede E Gesich lichste ihr n aufjau Wahr! nur e werde nämli W Weihr um digen. den t Vi daß i! —