em Rei⸗ Jahren alben in Zahl in en Feste 8 Jahre m from⸗ m hatte. niemals gangen⸗ eich und H. B. Ende er⸗ derkirche mber ist 18. und uber für d, gibt's tun, das enteil ist ge Ruhe meinen. unseres an; im er Seele engel. den; im es palme. mern. un auch an dem soll uns immer darüber farrer. initatis Stiftung waliden. 8 Uhr, tfirmier⸗ Pfarrer ivisions⸗ 8 8 Uhr, tfirmier⸗ er Bech⸗ Pfarrer sdienst. ndmahls Anmel⸗ rer jeder ¼ Uhr: meinde: — indruckerei — * 3 onntags gruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 37 Gießen, I3. Sonnt. n. Trinitatis, den 14. Septbr. 1919 8. Jahrgang Die Kirchgänger. Psalm 84, 2 u. 3. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem leben⸗ digen Gott. Ich saß am Sonntagmorgen, bevor der Gottesdienst seinen Anfang nahm, auf einer Bank neben der Kirche. Dort, wo ich saß, breitete sich einst der Friedhof aus, auf dem in alter Zeit die Dahingeschiedenen zur Ruhe kamen. Große Grabsteine mit langatmigen Inschriften in verschnörkelter Schrift lehnen an der Kirchenmauer und geben von Menschen Kunde, die, als sie noch lebten. zu den Vornehmen der Stadt ge⸗ rechnet wurden, deren Gebein nun aber in der Erde modert. Neben dem Kirchhofe rauschte der Fluß, über mir rauschten die grünen Blätter der Linden und Platanen. Als ich so da saß, sah ich die Kirchgänger herankommen und durch die Kirchtür in das Gotteshaus gehen. Es waren stille, feierlich gestimmte Menschen. Irre ich nicht, so ist von den Hochgestellten der Erde, von denen, die durch Kriegsgewinn zu ungeheu⸗ rem Reichtum gekommen sind, von denen, die jetzt über andere zu gebieten haben, nie⸗ mand unter ihnen gewesen, aber es war auch niemand unter ihnen von denen, die in schlechten, schmutzigen Wohnungen hausen, die nicht arbeiten, die ihre Kinder verkom⸗ men lassen. Der gute deutsche Mittelstand, der Stand, der den Staat hebt und trägt, der nutzbringende Arbeit schafft, dessen Söhne für das Vaterland gefallen sind, der Stand, der an deutscher Art und Sitte festhält, er ist es, der die Kirchgänger stellt. Ruhig und friedlich gingen diese Men⸗ n an mir vorüber: ernste Männer, stille Frauen, die Kinder an der Hand führten, Jünglinge, deren Gesichtsausdruck von gei⸗ stigem Streben Kunde gab, Jungfrauen, deren offenes Auge auf Herzensfrömmigkeit und Gemütsleben hindeutete. Einzeln und truppweise kamen sie, bis das Geläute vom Turm einsetzte und ich, mich dem dichter werdenden Menschenstrome anschließend, die Kirche betrat. 5 8 Für mich haben die Kirchgänger, die am Sonntagmorgen zum Gotteshause gehen, etwas so Friedliches, Herzerfreuendes, Stim⸗ mungsvolles. Eine gewisse Weihe liegt über ihrem Wesen, man sieht es ihnen an, daß sie den Frieden einer höheren Welt suchen und sich Mühe geben, Gottes Gebote zu erfüllen. Man sieht es ihnen auch an, daß sie den anderen Menschen Liebe und Treue entgegenbringen. Ein Glück verleiht ihnen dieser stille Kirchgang, das viele in der Welt nicht kennen, das Glück, ganz eins zu sein mit Gott, mit ihm in seliger Gemeinschaft zu leben. Es gibt viele im deutschen Lande, die am Sonntagmorgen nicht zur Kirche gehen. Viele bringen den Sonntagvormittag mit Arbeit zu, tragen mit den Werktagskleidern am Tage des Herrn auch die Werktags⸗ sorgen weiter. Andere drängen sich an die Fahrkartenschalter, stehen in den überfüllten Abteilen der Eisenbahnzüge, wandern, wäh⸗ rend die Glocken aus dem Tale klingen, über die Berge, sitzen dann im unruhigen Wirtszimmer, ärgern sich über die anderen Menschen und streiten mit ihnen. Wieder andere drängen sich am Sonntagmorgen durch die Museen, betrachten Bilder, alte Geräte und alte Kleider. Das ist ja gewiß interessant, aber eine aus dem 16. Jahrhun⸗ dert stammende Truhe, die Uniform, die einst in der friederizianischen Zeit ein kleiner Fürst getragen hat, stimmen die Seele am Sonntag nicht zur Freude und nicht zum Frieden. Wie groß war einst bei den Men⸗ schen, die in den letzten Jahrhunderten vor Christi Geburt im jüdischen Lande gewohnt haben, die Liebe zum Gotteshause und die Freude an der Feier des göttlichen Ruhe⸗ tages! Als die Tapfersten des Volkes in der Ferne und in der Gefangenschaft weilten, gingen ihre Gedanken immer westwärts zu dem Tempel auf Zion und zu den frohen Wanderzügen, die sich von Nord und Süd nach diesem Tempel in Bewegung setzten. Ihnen kam es aus tiefstem Herzen: Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Ze⸗ baoth! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. H. B. Geh aus, mein Herz und suche Freud. Von Dr. Karl Esselborn. Die Zeit ist freudlos geworden. Viele suchen die Freude und finden— das Ver⸗ gnügen. Oft das berauschende, sinnverwir⸗ rende. Die Freude ist die Sonntagsstimmung der Seele. Die kann das Vergnügen nicht geben, eher ist es Aschermittwochstimmung, die es auslöst. Wer sich freut, hofft zuver⸗ sichtlich oder steht erfüllten Hoffnungen gegenüber. Ueber der Zukunft scheint ein * 48 V — . „5 FFF — 146— Laciate ogni speranza„Laßt jede Hoffnung fahren“ geschrieben zu sein. Das bedeutet aber Verzweiflung, und diese tötet. Irrwege sinds, die dorthin führen. Der rechte Weg führt zur Freude, zur Hoffnung, zum Leben. Einen Weg zur Freude hat der fromme Liederdichter Paul Gerhard in seinem Som⸗ mergesang gewiesen, der in einer für Deutsch⸗ land sehr trüben Zeit, dem ersten Jahrzehnt nach dem westfälischen Friedensschluß, ent⸗ standen ist. Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser schönen Sommerzeit an deines Gottes Gaben! Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben! Der Weg, den er hier weist, führt aufs Land. Kaum je hat ein Dichter die Schön⸗ heit des sommerlichen Landes so anschaulich, so greifbar, sonnenwarm beschrieben wie er, freilich mit der Absicht, einen gegenständ⸗ lichen Vergleichspunkt für die unbeschreibliche Herrlichkeit des himmlischen Paradieses zu haben. Die Stadt kann nicht die Sommersonnen⸗ freude so tief und allgestaltig zeigen wie das Land. Hat auch die Not der Zeit den Städter dazu geführt, jedes erreichbare Stücklein and zu bebauen, und überall, wo es an⸗ darüber hinaus zahlen. Er muß daher bis zur Abfahrt gewärtig sein, entweder nicht mitgenommen zu werden oder das weitere Fahrgeld bezahlen zu müssen. An der engen Postkutsche ist die Aussicht in die schöne Landschaft das schönste, und wer gut zu Fuß und nicht mit Gepäck beschwert ist und schönes Reisewetter hat, tut besser daran zu gehen als zu fahren. Rings umgeben blumige, von zahlreichen Obstbäumen bestandene Wiesen das Dörflein, das im ganzen etwa achtzig bis hundert Häu⸗ ser zählt. Freundliche, meist weißgetünchte, Häuser mit Blumen an den Fenstern. Mensch und Tier wohnen unter demselben Dache, unten befinden sich die Ställe, oben die menschlichen Wohnungen. Vor vielen Häu⸗ sern befinden sich Göpelwerke zum Antrieb der Futterschneidmaschinen, in keiner der Hofreiten fehlt der Misthaufen, auf dem sich scharrende Hühner und ihre Jungen aus⸗ führende Glucken tummeln, und wo es der Platz zuläßt, ist ein kleines, wohleingezäun⸗ tes Blumengärtlein angelegt. Alles macht einen sauberen, wohlgepflegten Eindruck und zeugt von Wohlstand. An der Hauptstraße des Dorfes liegt die kleine Kirche inmitten des noch heute als Begräbnisplatz benutzten Kirchhofs. Sie ist kaum über hundert Jahre alt. Früher war geht, Haustiere wie Ziegen, Hasen und Hüh⸗ ner zu halten, so fehlt dort doch der natür⸗ liche enge Zusammenhang mit der Mutter Erde, es fehlt auch die Ruhe und Beschau⸗ lichkeit, die dem Leben des Bauern anhaftet. In der Stadt ist stets das Branden der Wogen des äußeren Lebens zu vernehmen. 5 Die Sonntagsstimmung, die auch alltags nicht von dem Dörflein schwindet, flieht die Hast und den Lärm der Stadt, und wie oft fehlt sie an Sonntagen, trotz aller äußer⸗ lichen Ruhe. Die Ruhe ist eben nur äußer⸗ lich, daran liegt es. die Pfarrkirche eine alte Wallfahrtskirche auf einer benachbarten, das Dorf beherrschenden Anhöhe. Dabei standen das Pfarrhaus sowie das heute noch in sehr baufälligem Zustand vorhandene Meßnerhaus. Die alte Kirche barg ein altes wundertätiges Marienbild, das noch von den Katholiken in der Nachbar⸗ schaft fortdauernd verehrt wurde, als die Re⸗ formation in dem Orte eingeführt war. Kurz vor dem Abbruch der Kirche wurde das Bild an eine Nachbargemeinde verkauft. Doch wurde in der Kaufurkunde ausdrücklich vor⸗ behalten, daß, so es der heiligen Maria an Der Verkehr hat viel dazu beigetragen, daß dem neuen Orte nicht gefalle, sie an ihren diese über einer Ortschaft schwebende Sonn⸗ alten Standort zurückkehren und die Kauf⸗ tagsstimmung auch auf dem Lande seltener summe zurückgezahlt werden solle. Von die⸗ geworden ist als ehedem. Je weiter ein Dorf sem Vorbehalt hat sie indessen keinen Ge⸗ von der großen Heerstraße des Verkehrs ab⸗ brauch gemacht. gelegen ist, desto mehr wird sie zu finden Elektrisches Licht, elektrisch betriebene Ma⸗ sein. Ueberall gibt es noch solche Orte. Im schinen und Wasserleitung sind wohl die ein⸗ folgenden soll ein Ort diefer Art geschildert zigen neuzeitlichen Errungenschaften, mit werden. Sein Name tut nichts zur Sache. denen das Dorf beglückt ist. Das ansehnlichste In dem Rundblick, den er darbietet, ragt Haus des Dorfes ist das Pfarrhaus, ein ein Berg hervor, der die Wiege eines stolzen hundertjähriges Gebäude. Daneben steht, Kaisergeschlechtes war. zwischen ihm und der Kirche, das Schulhaus, Das Dörflein liegt anderthalb Wegstunden ein neueres Gebäude, das an der Stelle eines von der nächsten Bahnstation ab, und auch alten Herrenhauses errichtet wurde und in die Postkutsche fährt nicht hindurch, sondern seinen oberen Räumen das Schultheißenamt durch das größere Nachbardorf, das etwa birgt. Der Haupthandwerker des Ortes ist zwanzig Minuten entfernt ist. Dieser Ort hat der Schmied, der vor aller Augen in seiner keine Postanstalt mit Beiwagenstellung, da⸗ weit offen stehenden Werkstätte schafft. Ein her der dorthin reisende nur unter dem Vor⸗ schönes neues Haus ist die Amtswohnung behalt zur Beförderung durch die Personen⸗ des Lehrers. Die Zahl der Wirtshäuser be⸗ post angenommen wird, daß die Plätze nicht t rägt zwei. Obwohl der Ort sich recht freund⸗ von Reisenden besetzt werden, die das volle lich dem Auge des Beschauers darbietet, so Personengeld bis zu dieser Postanstalt oder ist doch sein Bild auf keiner Ansichtskarte 7 festge ha zehnte eher ein meisten schritte Gemüt, Zeit ist Station nur dar Wohn ter den schenalt steht au ganz pr möblier den, di standes rend eit Landes Butter ist, da fen sin große 0 über d Schwie⸗ An d schließe Farben Flachs⸗ hat beg dem kle freundl flegel l nehmen benutzt Dach u spät ha der Ert Das ruhigen wenigen tiefer 1 Fülle d Eindru nur ein denn n andern. In! ein Ere lein di Paar v wenn ei eingeht jungen stäblich tragen. Gottes' lein. 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Un⸗ ter den Häusern, deren Zahl sich seit Men⸗ schenaltern nicht wesentlich verändert hat, steht auch da und dort eines leer. Eine solche ganz primitibe Bauernhütte kann, notdürftig möbliert, eine wahrhafte Sommerfrische wer⸗ den, die es einem Angehörigen des Mittel⸗ standes ermöglicht, mit seiner Familie wäh⸗ rend ein paar Sommermonaten die Ruhe des Landes und reichliche frische Milch und Butter zu genießen. Die Haushaltführung ist, da die Lebensmittel unschwer zu beschaf⸗ fen sind, nicht schwierig und bedeutet eine große Erleichterung für die Hausfrau gegen⸗ über den hier in der Stadt obwaltenden Schwierigkeiten. An die das Dorf umgebenden Baumstücke schließen sich goldne Getreidefelder, in bunten Farben strahlende Mohnfelder an, auch Flachs⸗ und Hanfbau fehlt nicht. Die Ernte hat begonnen. Ein schlichter Gottesdienst in dem kleinen Kirchlein hat sie eingeleitet. Der freundliche Drei- oder Viertakt der Dresch⸗ flegel läßt sich aus mancher Scheune ver⸗ nehmen. Die sonnigen Sommertage müssen benutzt werden, um die Ernte trocken unter Dach und Fach zu bringen. Von früh bis spät hat der Landmann Arbeit und erst nach der Ernte findet er Zeit zur Ruhe. Das Leben der Dörfler bewegt sich in ruhigem Gleichmaß. Sie erleben darum nicht weniger als der Städter; denn sie erleben tiefer und nachhaltiger als dieser, dem die Fülle der Ereignisse nur einen oberflächlichen Eindruck macht In dem Dorfe allein kann nur ein wirkliches Gemeindeleben gedeihen; denn nur dort kennt jeder Dorfgenosse den andern. In der kleinen Gemeinde ist es allemal ein Ereignis, wenn ein neugeborenes Kind⸗ lein die Taufe empfängt, wenn ein junges Paar vor den Traualtar tritt und noch mehr, wenn ein Gemeindemitglied zur ewigen Ruhe eingeht. Unter Gesang der Kinder und der jungen Leute werden die Toten im buch⸗ stäblichen Sinn des Wortes zu Grab ge⸗ tragen. An die Beerdigung schließt sich ein Gottesdienst, eine Leichenpredigt im Kirch⸗ lein. Die Leute sind alle kirchlich und reli⸗ giös gesinnt. Wohl keinem würde die Speise munden, über die nicht ein Gebet den Segen gesprochen. „Das Leben im Dorfe ist trotz alledem nicht eintönig. Mit Recht sagt einmal ein hessischer Volksschriftsteller:„Wer Augen hat zu sehen und Ohren zu hören in dem ewig gleichen Gang des Ührwerks, genannt Menschen⸗ — 147— dasein, der findet auch in der ländlich kleinen Dorfgemeinschaft den Stoff zum Drama wie zum Lustspiel, so gut wie draußen in der großen Welt.“ Ein solches Drama spielte sich auch neuerdings in jenem Dörflein ab. Der Bote des Dorfes, ein allgemein beliebter Mann, dessen linke Hand im Krieg verstüm⸗ melt worden war, endete sein Leben durch eigne Hand. Die Beweggründe zu der Tat blieben dunkel. Eine alte kirchliche Vorschrift billigt den Selbstmördern nur ein schlichtes Begräbnis ohne Gesang zu. Deshalb unter⸗ sagte der Pfarrer den Schulkindern den Ge⸗ sang am Grab. Statt dessen sangen aber die jungen Leute unter Leitung eines benach⸗ barten Lehrers. Das veranlaßte den Pfarrer, von der Leichenpredigt abzusehen und nach dem Gebet am Grabe zu erklären, daß eine weitere Feier nicht mehr stattfinde. Darob entstand eine Empörung unter den am Grabe Versammelten. Einige suchten in das Pfarr⸗ haus einzudringen und der Groll machte sich in harten und bösen Worten Luft. Der Pfar⸗ rer wurde dadurch in der Gemeinde unmög⸗ lich, aber einige der Draufgänger werden sich wohl vor Gericht deswegen zu verantworten haben, daß sie der gereizten Stimmung des Augenblicks in unbedachter Weise folgten. Ihre Empörung ist verständlich: sie erblick⸗ ten in der Tat eine Folge der nervenzerrüt⸗ tenden Wirkung eines fast dreijährigen. Kriegslebens. Das hätte der Pfarrer auch bedenken müssen und nicht an dem tötenden Buchstaben einer Verordnung haften sollen, die Verhältnisse wie die obwaltenden nicht im Auge gehabt haben konnte. Der Fall, der in einer Stadt geradezu unmöglich gewesen, bildete in der kleinen Dorfgemeinde ein Erlebnis, das einen tiefen Blick in die Volksseele, in ihren Zustand überhaupt und ihre gegenwärtige krankhafte Verfassung im besondern gewährte. Man hat gelegentlich das Leben in der Stadt mit der Welt der Kultur und das in dem Dorfe mit der Welt der Natur ver⸗ glichen, und hervorgehoben, daß man in der Welt der Natur viel lernen könne. Das ist in der Tat so. Das Leben tritt hier oft noch in seinen einfachsten und ursprünglichsten Formen in die Erscheinung. Man muß nur verstehen zu schauen. Dann kann ein Aufent⸗ halt in einem weitabgelegenen Dörflein dem Besuchenden mehr innere Bereicherung, mehr tiefes Erleben, mehr haftende Eindrücke geben als das Herumjagen in der Ferne, die immer eine Fremde bleiben wird. Un⸗ sere Aufgabe ist es jetzt mehr denn je, die deutsche Heimat verstehen zu lernen, das ge⸗ wonnene Verständnis in weite Volkskreise zu tragen und dadurch mitzuwirken, daß die⸗ jenigen das Heimatgefühl wiedergewinnen, die es im gedankenlosen Gewühl des Lebens und der Schicksale verloren haben. Ein kräf⸗ tiges Heimatgefühl allein erzeugt die wahre Vaterlandsliebe, es bewahrt vor blinder Be⸗ wunderung des Fremden und vor der Be⸗ e — 148— schmutzung des eigenen Nestes aus angeb⸗ und nicht mehr eigene Wege gehen wollen. lichem internationalen Gerechtigkeitssinn. Dem Andenken aller aber, die für des Hätten doch die Deutschen ein Sprüchwort Vaterlandes Ehre ihr Leben hingaben, wol⸗ wie das englische:„Right or wrong, my len wir die folgenden Worte widmen: country!“, d. mein Heimatland geht mir über alles!“ Glaube, „Auch für das Heimatgefühl ist das Land Legt mir ein Schwert dazu, ich trugs mi ein Gesundbrunnen. Man sollte denken, daß Ehren, vätern überkommenen Fluren es stets neu hören, das alljährliche Bestellen der von den Ur⸗ Dann laßt im Schlaf mich Siegeslieder kräftige. In einer Inschrift aus dem Sche h.„ob Recht oder Unrecht, Pflanzt über mir ein Kreuz, das war mein Und Gras mag wachsen über meinem Staube 1711 an einem adligen Gute in der Um⸗ Ich hatte nichts als nur mein junges Leben, gegend jenes Dorfes ermahnt der damalige Fürs Vaterland hab ich es Gott gegeben. Inhaber„seine Posterität ernstlich dieses Gut Baronin R. ohne äußerste Not nit zu alienieren“. Das ist ein gesunder Grundsatz, der an den Pfor⸗ Mleine Mitteilungen. ten auch des kleinsten Bauerngutes ein⸗ gegraben sein sollte. Die Mutter Erde kleidet sich jedes Jahr diesem Jahre in allen Gemeinden am 13. von neuem, sie trägt jedes Jahr ihre Früchte bald reichlich, bald kärglich, und auf schlechte folgen gute Jahre. Die reichlichere Arbeit lohnt sie durch reichlicheren Ertrag. Sie warnt jeden vor dem Verzagen und predigt jedem Ohr, der ihre Sprache vernehmen mag:„Arbeiten und nicht verzweifeln!“ Vonder Treue. Ist auch der Weg verborgen, der heim mich führen soll, bin dennoch ohne Sorgen, den Führer kenn' ich wohl. Wie die lieben Leser wissen, wandere ich in meinen einsamen Stunden gern in Ge⸗ danken weite Wege in längst vergangene Zeiten zurück. Da traf mich kürzlich eine kleine Episode aus dem Jahre 1866 recht im innersten Herzen, nicht nur, weil dieses Jahr ein so tief in mein eigenes Leben eingreifen⸗ des war, sondern besonders auch, weil der Geist jener Zeit mir darin so lebhaft wieder vor die Seele gebracht wurde. Es war der Geist der Treue für das angestammte Herr⸗ scherhaus sowohl, wie auch für die Pflicht⸗ erfüllung, ein Geist, der jetzt, wenn über⸗ haupt noch, wohl nur sehr vereinzelt noch zu finden ist. Damals aber war das anders. Die kleine Begebenheit ist folgende: Ein Geistlicher fand nach beendeter Schlacht einsam einen schwer verwundeten jungen Offizier, dem beizustehen er sich bemühte. Auf die Frage, wie es ihm gehe, antwortete der Sterbende: „Mir geht es überall gut, wo mein König mich hinführt.“ Ist das nicht ein Wort, an dem ein jeder, der es liest, sich aufrichten kann und sich sagen muß, daß uns nichts zu schwer sein kann, daß es sich leicht sterben muß, geführt vom König aller Könige? Dieses Wort, in der jetzigen Zeit uns ge⸗ sagt und stets wiederholt, muß uns völlige Ruhe und die Zuversicht geben, daß, wenn auch alles wankt und stürzt, unser Vater im Himmel immer bereit ist, uns den Weg zu Frieden, Wahrheit und Licht zu führen, Der Konfirmandenunterricht soll in Oktober seinen Anfang nehmen. Die Feier zur Eröffnung dieses Unterrichtes findet am 12. Oktober statt Die Anmeldung zu dem Unterrichte soll Montag den 6. und Diens⸗ tag den 7. Oktober, jedesmal vormittags 11—1 und nachmittags 4—6 Uhr, erfolgen, Da jedoch wegen der Ferien, die vom 27. September bis zum 11. Oktober währen, viele Kinder an den genannten Tagen ver⸗ reist sein werden, so ist diesen bzw. ihren Eltern Gelegenheit gegeben, Montag den 22. September und Dienstag den 23. Sep⸗ tember, jedesmal nachmittags 4—6 Uhr, die Anmeldung vorzunehmen. Da der für die Markusgemeinde neuernannte Pfarrer Becker erst am 1. Oktober hier eintreffen kann, so nimmt Pfarrassistent Schaefer am 22. und 23. September für die Markusgemeinde die Anmeldungen im Markussaal entgegen, da das Markuspfarrhaus gegenwärtig einer Re⸗ paratur unterzogen wird. 5 * Die Kinder, die die Kinderkirche der Lukas⸗ gemeinde besuchen, werden kommenden Sonn⸗ tag, den 14. September, mit dem Pfarrer und den Helferinnen den alljährlich statt⸗ findenden Spaziergang machen; Zusammen⸗ an nachmittags 3 Uhr an der Johannes⸗ irche. Kirchliche Anzeigen. Sonntag, 14. September. 13. n. Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Markusgemeinde: Pfarrassistent Schaefer.— Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Vormittags 11. Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 8 Uhr: Bibel⸗ wenn wir uns ganz in seine Leitung geben besprechung im Johannessaal. Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerel R. Lange, Gießen. Laufe vembe mit d heren demse her. ein E Sorge hinau die K wird lassen pflege zählu Weise Hebut beteil kirchl änder Kirch die 2 denen Blatt rigen licher Gi Jesai Vo dienf schen zählt