Hafer, ist nicht n Theil worden, hwerlich t wor⸗ r. Die es Ge⸗ och sehr ber jehr hr 1817 ng war gegen⸗ 9 Mo⸗ es Herrn te Reihe ngen zu tern ab⸗ , die im General Eroberer „kleines in). enzl, be⸗ Todes der Ver⸗ Derselbe n wurde afgemach heint ein 1. Napo⸗ Holland m Vater önig von teht wohl Berleburg leburg. rinitatis). Bürstadt. 8 8 Uhr, nfirmier⸗ rrassistent : Pfarrer Kinder⸗ Pfarren 193 8 Uhr, onfirmier⸗ Pfarrer : Pfarrer 11 Uhr: e. Pfarrer : Bibelbe⸗ — teindruckerel onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 28 Gießen, 4. Sonnt. n. Trinitatis, den J3. Juli 1919 8. Jahrgang Der Sommer. 1. Mose 8, 22. So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Same und Ernte, Frost und Hitze, Som⸗ mer und Winter, Tag und Nacht. Wenn man den Dichter Paul Gerhardt kennen lernen will, so braucht man nur sein berühmtes Sommerlied zu lesen, das in un⸗ serem Gesangbuch die Nummer 362 trägt. Wunderbar ist hier dem Dichter die Natur⸗ schilderung gelungen. Die belaubten Bäume, die Blümlein auf dem Wiesenplan, die schönen Gärten, das Weizenfeld, der Wein⸗ stock haben einst dieses Mannes Auge entzückt und sein Herz erfreut, wenn er in der armen Zeit nach dem Dreißigjährigen Kriege aus dem Stadttore heraus in Gottes Natur trat. Wie der große englische Prediger Spurgeon, so hatte auch Gerhardt seine Freude an der Tierwelt. Die Lerche, das Täubchen, die hoch⸗ begabte Nachtigall, die Glucke mit ihrem Völklein, der schnelle Hirsch, das leichte Reh, die unverdrossene Bienenschar werden hier liebevoll geschildert. Ueber dem ganzen Liede liegt der Glanz und die eigentümliche Schön⸗ heit des deutschen Sommers. Aber die Natur ist dem Dichter nur ein Gleichnis, nur ein Sinnbild für das Freudenleben der ewigen Welt. Hauptsächlich kommt es ihm in seinem Sommerliede darauf an, den Himmel, das Vaterland der Frommen, zu schildern. Er nennt den Himmel das„güldene Schloß“, er bezeichnet ihn als„Christi Garten“, und durch alle Freude, die die Schönheit der Erde in ihm erregt, geht die Sehnsucht hindurch: Laßt mich gehen, laßt mich gehen, daß ich Jesum möge sehen! „Nun hat der Sommer auch wieder zu uns seinen Weg gefunden. Erquickender Regen wechselt mit mildem Sonnenlichte, und wie⸗ der wächst der Weizen mit Gewalt. Im Winde wogt das grüne Getreide auf und ab, und reift dem Erntetage entgegen. An den Obstbäumen haben sich schon die Früchte ge⸗ bildet, und die Gartensträucher sind dicht mit jeeren behangen. Dunkelgrün ist der Wald, die Wiesen sind zum erstenmal gemäht, und die Rosen entblättern sich in diesen Tagen. Eine alte Gottesverheißung redet in diesen Tagen wieder zu uns. Nach der Sintflut, als die Wasser vom Himmel und die Wasser aus der Tiefe alles Leben vernichtet hatten, letzte Gott zum Zeichen des Friedens seinen Regenbogen in die Wolken und sprach: So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Same und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Gott ist un⸗ wandelbar, wenn auch unter den Menschen vieles sich wandelt, wenn auch auf Erden die Dynastien wechseln und die Staaten um⸗ gruppiert werden und die politische Macht anders verteilt wird. Die sich immer wieder erneuernde Natur, das Sprossen des Früh⸗ lings, der prangende Sommer, der früchte⸗ reiche Herbst, die winterliche Stille sind hier⸗ für das Sinnbild. Als Gerhardt sein Lied dichtete, war es um Deutschland genau so bestellt wie jetzt. Wert⸗ volle Gebietsteile im Westen und im Nor⸗ den waren vom Reiche abgetrennt, fremde Truppen lagen auf deutschem Boden, unge⸗ heuer verarmt war unser Volk. Ja, es ging unserem Volke damals noch viel schlechter als jetzt. Viele Städte und Dörfer lagen in Schutt und Asche, der Bauer war ohne Zug⸗ tiere, sein Acker war unbebaut und verwil⸗ dert, wilde Horden streiften, raubend und mordend, durch das Land, ein geängstigtes, verstörtes Geschlecht wuchs heran. Dennoch sang Paul Gerhardt keine Klagelieder, den⸗ noh war in ihm die Freude an Gott und seinen Gnadengaben nicht ertötet. Seine Glaubenszuversicht, sein Gottvertrauen, seine Ueberzeugung, daß dieses Erdenleben nur den Durchgang zu einem weit besseren und schö⸗ neren Leben bilde, trugen ihn durch die Nöte der Zeit hindurch. An seiner Glaubenskraft wollen wir uns in diesen Tagen aufrichten, damit wir in Treue und Gehorsam die schwe⸗ ren Wege gehen, die uns unser Gott ver⸗ ordnet hat. H. B. Lux lucet in tenebris. (Ein Licht leuchtet im Finstern.) Endlos breitet sich die Nacht über dem deutschen Volke. Es ist, als hätten alle guten Geister es verlassen. Das Verhalten weiter Kreise unserer Volksgenossen mahnt an Schillers prophetische Warnung vor dem Ewigblinden. Ja, wahrhaftig, wir erleben jetzt täglich die Wahrheit des Wortes:„Der Gute räumt den Platz dem Bösen, und alle Laster walten frei.“ Sind— so fragen wir — die Guten, die Christlichgesinnten wirklich ausgestorben oder wankend geworden mit ihren Idealen? Gottlob, daß wir diese Frage nicht zu bejahen brauchen! Viele unserer deutschen Brüder und Schwestern sehen mit Mißfallen auf das lärmende, ruchlose und leichtfertige Treiben der Gasse im ernstesten Moment der deutschen Geschichte und auf den Tanz um das goldene Kalb. Es sind dies die Stillen im Lande, deren Blick jetzt mehr denn ö 0 1 1 — 777FF FFF. * e 3 — 110— je nach innen gerichtet und der Heimat der Seelen zugewendet ist. Nicht in lauten Volks⸗ versammlungen oder gewalttätigen Zusam⸗ menrottungen vereinigen sich diese, aber in der Zurückgezogenheit des Hauses und im Gottesdienst, in der Betrachtung des gött⸗ lichen Wortes, und sie suchen voll Zuversicht in Gottes hohe Wege, seinen Willen auch in den dunkelsten Führungen zu erkennen. Auch an Lichtblicken fehlt es nicht ganz in diesem Dunkel. Das treue Bekenntnis ernster Christen ist jetzt besonders trost⸗ und hoff⸗ nungsreich. Wie gerne lassen wir Leser und Freunde des„Sonntagsgrußes“ z. B. die warmherzigen Worte der verehrten Mit⸗ arbeiterin Frau Baronin Rabenau auf uns wirken. Möchte die Verfasserin von nun 100 zum Herzen gehenden Artikeln wissen, wie sehr die Schriftleitung dieses Blattes wohl allen Lesern aus der Seele geredet hat⸗ als sie kürzlich die Verdienste der ebenso beschei⸗ denen wie rastlosen Streiterin für die Ehre Gottes an dieser Stelle würdigte! Möchte es ferner einem stets erwartungsvollen Leser im Sinne vieler gestattet sein, sich dieser Würdigung dankbar für das bisher Gebotene anzuschließen zu weiterem Ansporn für will⸗ kommene Beiträge. Unsere Gesinnungsgenossen aber schöpfen Kraft und Freudigkeit in düsterer Zeit aus solcher Bezeugung christlicher Gesinnung und Bürger und Schreinermeister Namens Moog verübt worden. Derselbe hat seine Frau und 5 Kinder und hernach sich selbsten Ermordet. Sein Körper hat der schinder auf dem schin⸗ der Karn auf den Rabenstein(Hinrichtungs⸗ platz) gebracht, den Kopf abgehauen auf das Rad gesteckt den Körber drauf geflochten d. 25ten August.“ Daß man noch im Jahre 1816, mitten im Zeitalter der Aufklärung und Humanität, mit dem Leichnam dieses Mörders und Selbstmörders so barbarisch umgegangen ist, ist sehr erstaunlich. „D. 7ten Septem des Morgens hat sich Kaufmann Bicking auf dem Neuenweg den Halß abgeschnitten und denselben Abend hat sich auch der gewesene Stadt Leutnant Dietz den Halß wollen abschneiden hat oder(aber) 10 Täge gelebr. 1817. „Den Ziten October ist allhier so wie in allen Efangelischen Landen das dreyhun⸗ dert Jährige Reformathionsvest“) drey Täg gefeuert. Von wegen unsern Religion, Stifter Doctor Martin Luther da derselbe 1517 d. Z1ten October aufgetretten ist hat das helle Licht des Efangeliums wieder auf den Leuch⸗ ter der wahrheit Gottes gesetz, hat Also das Dunkel und Erthimmer der pfaffen und priester wo mit sie die Menschheit der da mahligen zeit Verführet hat der Mann Lu⸗ erblicken darin einen Baustein an dem ewigen ther Als Werk zeug Gottes sein Glaubens 1 N. die Sturmflut 5 23 g Dom und dem Wall, der die Sturmflut bekenntnis in Worms oeffentlich vor der brechen wird. Adalbert Bindewald. Johann Henrich Schaffstädts Gießener Chronik 1770- 1825. (Fortsetzung.) f „D. 15ten Juny ist des Schreiners Hell⸗ jedem Efangelischen C muths Gesell bey der Pulvermühl Ertrunken jedem Efangelischen El 227 7 namens Herring gebürtig aus Schweinitz.“ gantzen Welt abgelägt und zu Gottes Ehrre bestanden. Dieses Vest welches wir anheute gefeuert fihl also der 31te October auf einen Freytag wo also tags zuvor mit leuhtung aller Glocken eine gantze Stunde von 5 bis 6 Uhr der feuerliche Tag wahr an gezeigt. Den Ersten Tag wahr ein heilliger Tag hristen auch wurde das Abend mahl gehalten, der 2te Tag wahr ein Vestlicher Tag unser schuhl kinder beiterley Nach den Kirchenduche hieß der unglückliche geschlechts, die Mägdlein alle weiß gelle funge Mann Gottlieb Hering, er stammte mit grünem kranz auf den Kopf die Jungen aus Schweidnitz in Schlesien und war 21 Knaben alle grünen zweige auf den Hütten Jahre alt. Die Puloermühle ist in alter Zeit oder Kappen der Zug der Schulkinder immer die Unglücksstätte gewesen, wo viele in geschah von allhießigen Rahthauß mit Ihrem den Fluten der Lahn umkamen. „D. 21ten Juny ist der Abel des H. Lehrer, dar nach kam unsere Geistlichkeit mit Kirch⸗ und Schulrath nach den selben kam⸗ Heyers Bedienter bey dessen Wallstück aus wen unsere Rath Schöffen nebst Stadt Vor dem Graben Tod gefunden worden.“ Standt auch wahr unser gantze Landwehr In „D. 23ten July ist ein Student Na⸗ Galla, und begleitete den Zug mit gewehr mens Fabrisius aus Tribstadt bey der Pul⸗ und waffen. oben auf dem Trib da wahr ein fermühl Ertrunken.“ Plaz zurecht gemacht All wo eine junge Eiche Nach dem Kirchenbuche war das der Stu⸗ gesetz wurde welche von den Kinder begrüß dent der Theologie Ludwig Fabricius, acht— a zehn Jahre alt, Sohn des Pfarrers Fabri. Schaffstädts Aufzeichnungen über das cius zu Trippstadt bei Kaiserslautern, er er⸗ Reformationsfest des Jahres 1817 haben trank beim Baden. Er wurde im Beisein des wir bereits vor zwei Jahren im„Sonn⸗ ganzen akademischen Senates und aller Stu⸗ tagsgruß“ veröffentlicht, damals hatten wir dierenden beerdigt; der Student der Theo⸗ des besseren Verständnisses halber die Nie⸗ logie Wilhelm Köhler aus Darmstadt hielt derschrift an die neuere Orthographie an⸗ am Grabe eine„passende“ Rede. gepaßt. Hier, wie überhaupt bei dieser ganzen chließen wir uns an das „D. Alten August ist in Frankfurt am Veröffentlichung, f Main eine Schreckliche Mordthat von einem Original an. und vo bach de Von m gehalten nach ge dem Re große k der. des lehre in Rathha Eichenl. gezihret tag. De und da meinem und def Luthers dert Je geschiet erlebt. schaft n gutes u Verwar In den die Ref Religio welches geschehe 7758 dem Se serne tr Zeit de macht n „D. Brand Bey(C De 7 der ner Selsserl 5. von H wesen.“ 774 1 graben Mauer 9 gesell w dem F. Im „In zehn, d Uhr, er Schütze hausen und zw dreizehr D „D. Von H. Kirch n die schl schantz Destreic nig von Moog au und nordet. schin⸗ tungs⸗ zuf das hten d. Jahre klärung dieses rbarisch hat sich beg den end hat nt Dietz r(aber) so wie reyhun⸗ rey Täg Stifter 1517 d. as helle n Leuch⸗ Also das en und der da ann Lu⸗ blaubens vor der s Ehrre anheute uf einen leuhtung on 5 bis gezeigt. ger Tag vurde das wahr ein beiterley 5 gekleid Jungen n Hütten zul Kinder it Ihrem chkeit mit ben kam⸗ tadt Vor dwehr In it gewehr wahr ein inge Eiche er begrüß über das 17 haben 1„Sonn⸗ atten wir die Nie⸗ aphie an⸗ ser ganzen s an das 1 und von H. Doctor und Professor Diefen⸗ bach den Namen bekommen Luthers Eiche. Von mehreren H. Geistlichen schöne Reden gehalten dem Großen Mann Luther. Der⸗ nach geschah der Zug wieder zu Rück nach dem Rathhaus da bekam jedes Kind Eine große butter brezel wahren über 500 Kin⸗ der. des nachmittags Z uhr wahr Katißmus lehre in der Kirche, des abends wurde das Rathhauß beleuchtet welches mit schönen Eichenlaub werk schon Etliche Täg zu vor gezihret worden. Der Zte Tag wahr Sonn⸗ tag. Derselbe wurde wie gewöhnlich gefeuert und da ich solches nider schreibe Stehe ich in meinem 66 lebens Jahr um meinen Kinder und dessen Kinder und NachKommen schaft Luthers Vest sie zu belehren wens In hun⸗ dert Jahren wieder gefeuert wird, welches geschiet 1917 d. 31ten October, wer solches erlebt. Noch muß ich meiner Nach Kommen schaft melten, das auf nemlichen Tag Viel gutes und hochlöbliches in beiden Religions 1 Achen zusamenkommen. Frankreich und Eng⸗ land haben ihre grose Minister dahingeschickt. d. gten October haben sie beschlossen die Be⸗ satzungstruppen wieder aus Frankreich abzu⸗ marschieren dagegen hat Frankreich noch 265 Milion zu zahlen.“ Die ganze Kriegsentschä⸗ digung hatten 700 Millionen Franken be⸗ tragen. „D. 26ten Novem ist der Kronprinz von Preußen hir durch. D. 27ten Novem ist des Ruschissen Keißer seine Frau Mutter die ver⸗ witwede Keiserin hir durch von Darmstadt Komment.“ „D. 15ten Novem hat zu Anroth(Anne⸗ rod) ein junges Bürschgen mit einem Stein im schnubtuch einen alten Bursch von 34 Jahren einen Schlag auf den Kopf geben. das derselbe den 6ten Tag dran gestorben. ist. Den 26ten Novem in Stockhaus gebracht worden.“ „Nach des Waldinspektor Keils Absterben ist Rathschef Herbert Waldinspektor worden Verwandten(in beiden Kirchen) zu getragen. In denn Preußischen gantzen landen haben die Reformirten und Lutheraner zu Einer Religionsbartey(unierte Kirche) sich begeben 6 welches in mähren(mehreren) Länder auch geschehen.“ „In dem December sind die Gärten auf dem Selserberg gekauft worden um eine Kas⸗ serne trauf zu bauen auch ist zur nemlichen Zeit der Graben um die Stadt breiter ge⸗ macht worden.“ und Rathschef Reiber Bauinspektor.“ 1819. „Ist das Schießhaus verlenth worden auf Jahr an den Bedinter Kollermann jährlich zu 121 Gulden. D. 17ten Jenner hat es Schneider Wagner geraumpt. D. Zten Mey hat dasselbe der Schneider Kollermann be⸗ zogen das Jahr zu 60 Fl.“ „In diessem Jahr haben etliche Juden. hier das Bürgerrecht erhalten. Auch ist in 5 diesem Jahr im ganzen Land einerley Maß 1818. und Gewicht eingeführt worden.“ Hier liegt „D. Zten Januar Abends ist ein großer ein kleiner Irrtum vor, nicht im Jahre 1819, Brand in Grüningen gewesen sind auch 28 sondern bereits am 1. Juli 1818 wurde im Bey(Gebäude) abgebrandt.“ Großherzogtum Hessen ein einheitliches Maß⸗ „Den ersten April ist der Grundstein zu und Gewichtssystem eingeführt. der neue Kasserne gelegt worden auf dem„D. Zten Feber ist der erste Fruchtmark Selsserberg.“ bey dem Rathhaus gehalten worden. Auch „D. 15ten Juny ist mein Tochtermann haben die Rathsherren nicht mehr die von Hanau auf zehn Täge bey uns ge⸗ Steuergelder erhoben sondern ein Soltad wesen.“ Frantz hat selbige bekommen.“ „Zur nemlichen Zeit ist auch der Stadt⸗„D. 23ten Mertz ist der Ruschde(russische) graben weider und mit einer Druckine(2) Edattsgath(Etatsrat) August von Kotze⸗ Mauer gemacht worden.“ buben(Kotzebue) in Mannheim von einem D. 11ten July ist des Beckers Keils sein Studenten Carl Sand von Wunsiedel bey gesell welcher bey dem Militär gestanden von Beireuth mit einem Dolch in seinem Wohn⸗ dem Ferd in der Roßkaut ertrunken.“ zimmer erstochen worden. Der Thäter hat sich Im Kirchenbuch heißt es: auf der Straße mit dem Ausdruck geäußert „Im Jahre achtzehnhundert und acht⸗ Gottlob es ist vollbracht und sich den Dolch zehn, den elften July, Abends um sieben selbst in die Brust gestoßen hat oder(aber) Uhr, ertrank in der Lahn Friedrich Dröscher gelebt 1 Jahr und zwei Monnath. Den 20ten Schütze bey dem Leibregiment von Harings⸗ Mertz ist derselbe durch das Schwert gerichtet hausen(Höringhausen), Amts Vöhl, alt vier worden.“ Karl Sand, Student der Theo⸗ und zwanzig Jahre und wurde beerdigt den dreizehnten ejusd. Nachmittags um 2 Uhr.“ „D. 21ten August hat unß mein Brider Von Hanau auf 15 Täg besucht.“ „D. Septem ist das Dach auf der Neuen Kirch mit schiefern gedeckt worden. Auch ist die schließ am Eingerinn an des Benners schantz neu gebauth worten.“ „D. 27ten Septem ist der Keißer von Oestreich der Keißer von Rußland der Kön⸗ nig von Preußen in höchst eigner person in logie und Mitkämpfer des Jahres 1815, war ein religiös gesinnter aber schwärmerischer, offenbar geistig nicht normaler Mensch, der eine vaterländische Tat zu vollbringen. glaubte, indem er Kotzebue, der als Ver⸗ räter der deutschen Sache galt und der die Burschenschaft, der Sand angehörte, lächer⸗ lich gemacht hatte, aus den Weg räumte. Schon in Weimar hatte dieser entartete, im russischen Solde stehende Deutsche, eine üble Rolle gespielt, indem er Goethe und Schiller 1 — „„ r — 112 zu entzweien suchte. Sand studierte in Jena; in den Osterferien zog er zu Fuß über Gie⸗ ßen, wo er mit den Mitgliedern der dortigen Burschenschaft verkehrte, nach Mannheim, um da seine Tat zu vollbringen. Als ein Heidelberger Chirurg ihn mit vieler Mühe hergestellt hatte, richtete man ihn in Mann⸗ heim hin. „In dem Mertz ist der Anfang gemacht worden vorm Seltzertor mit der Schossebrück (Chausseebrücke). Auch ist das Bußket(Bos⸗ ket) vor dem Waldthor angelegt worden von Bauinspektor Reiber. Die Bezeichnung „Waldtor“ und nicht, wie es heute heißt, „Walltor“ ist die richtige. „D. 13ten July ist die neue Brück vor dem Selßertor zum erstenmahl befahren worden.“ „D. 20ten July hat unß meine Tochter von Hanau mit ihrem kleinen Kind besucht auf 3 Wochen.“ 5 „D. 29ten July ist ein Klassiker namens Groß bey der neuen Mühl ertrunken.“ Nach dem Kirchenbuche war das der Gym⸗ nasiast Christian Groß, 17 Jahre alt, Sohn des Pfarrers Groß zu Speckswinkel bei Mar⸗ burg, er ertrank beim Baden. Die Bezeich⸗ nung„Klassiker“ anstatt„Gymnasiast“ hat man auch anderwärts gebraucht, sie war jedenfalls sehr ehrenvoll.(Forts. folgt.) Zum Nachdenken. „Das Wort Gottes erst löst uns des Lebens und der Welt Rätsel.“ Als ich kürzlich im Alten Testament ein Wort fand, das der Herr einst zu Salomo sagte, schien es mir einem jeden von uns gerade in jetziger Zeit eine Mahnung zu sein, nachzudenken, was es uns wohl zu sagen habe. Denn wir alle haben wohl die Ueber⸗ zeugung, daß Geist und Sinn dieser alten Schriften uns während der letzten Jahre näher gerückt, verständlicher geworden sind. Wir sehen, daß vieles, was uns jetzt beun⸗ ruhigt, in jenen Zeiten schon die Seelen nach⸗ denklicher Menschen beschäftigte und beküm⸗ merte; sie hatten aber den Vorzug, daß Gott selbst ihnen fühlbar näher war; sie hatten sich noch nicht in ihrem Leben und Streben so weit von ihm entfernt wie die Menschen der Gegenwart. Da trifft uns das Wort:„Bitte, was ich dir geben soll!“ recht eindringlich; fragen wir uns doch, wie würde unsere Antwort lauten, haben wir doch jetzt so viele Wünsche auf unserm Herzen! Wir müssen diesem Könige von Herzen dankbar sein, zeigt er uns doch in seiner Bitte um„ein gehorsames Herz“ die Grundlage aller Glückseligkeit auf Erden, das einzige Mittel, im Sturmgebrause des Lebens unbeirrt und vertrauend sich von Gott führen zu lassen und damit zum Frie⸗ den zu kommen; denn der Vater im Himmel wird keins seiner Kinder je verlassen, dessen Herz ihm ganz gehört. Leben ein Sinnbild des ewigen Lebens ist; denn für den Christen hat das irdische Leben ohne ein ewiges Leben keinen Sinn; erst in der Ewigkeit erhält das irdische Leben seine Vollendung. Einst werd' ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah. Baronin R. Kleine Mitteilungen. Zum letzten Male öffneten sich, wie die Darmstädter Zeitung schreibt, am Sonntag, dem 29. Juni, die Pforten der Schloßkirche zu Darmstadt ihren Besuchern als Großher⸗ zogliche Hofkirche. Zahlreich hatte sich die Ge⸗ meinde, in ihrer Mitte die Großherzogliche Familie, zu diesem letzten Gottesdienst einge⸗ funden, der nicht das Gepräge einer Trauer⸗ feier trug, sondern auf Trost und Kraft, Glaubenszuversicht und Dank gegen Gott ge⸗ stimmt war in Predigt und Gemeindelied, Orgelklang und Chorgesang. Jahrhunderte durch ist die„Fürstliche Hofkapelle“ mit dem Hessischen Fürstenhaus verbunden gewesen; in guten und schweren Tagen war sie die Stätte der Andacht und Anbetung. Diesem Zweck soll sie auch künftig erhalten bleiben. Von der evangelischen Stadtgemeinde wird sie übernommen und der„Schloßgemeinde“ als Gotteshaus überwiesen werden. Während des Krieges standen 67 Geist⸗ liche der Hessischen evangelischen Landeskirche im Heeresdienst. Davon waren 44 im Seel⸗ sorgedienst des Heeres(Front oder Etappe) tätig, 6 im Lazarettdienst und 1 im Verwal⸗ tungsdienst des Heeres, 16 Geistliche dienten mit der Waffe, darunter 12 als Offiziere; 6 Geistliche sind gefallen bzw. im Felde ver⸗ storben. Ferner standen 33 im kirchlichen Vorbereitungsdienst stehende Kandidaten im Heeresdienst; 2 derselben sind gefallen. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 13. Juli(4. nach Trinitatis). Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr.— Vormittags 9 Uhr: Pfarr⸗ assistent Schaefer.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrassistent Schaefer. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ den aus der Lukasgemeinde. Pfarrer Bech⸗ tolsheimer.— Vormittags 9¼ Uhr, zu⸗ gleich Militärgottesdienst. Pfarrer Ausfeld. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannesgemeinde. An⸗ meldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.— Vormittags „Wir wissen, daß in jedem Menschenleben 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes⸗ ein Gleichnis Gottes liegt, daß eines jeden gemeinde. Pfarrer Ausfeld. Verantwortlich: pfarrer Becht ols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buck⸗ und Steindruckerei N. Lange, Gießen. Gemei 2 8 N D Psalm 8, In dief Himmel, immer ih die meiste ler sind u und Gehe die in nä Himmel diese Art Wirklichke noch mit Ferne ab als Träu schen, die bar sind. stiller, sch nach ober hingehen. jungen a seine frü „Wil Schö Du Sehe Ein se Ludwig deutschen dem Wir nach den ist der de Es m Theaterk. films au, Himmel, len, ob den und ist sehr f sieht, wie Schein a und Wol zu stürz Gang de in die söhnt, 2 weicht a Goethe e