als der Mah⸗ Rauhen g fand 3 als walde; itzer in u zu Pfarr⸗ rth im Pfarrer r 1910 Zellen⸗ Straf⸗ „Iii annten stlichen. 1918 istlicher Stärke, beit; befreit; ichtiger, der. au'n. lehnen, au'n. el ist, bist. 844). nitatis. ½ Uhr: r nach Guß⸗ Kinder⸗ Pfarrer 1g 9½ 1 Vor⸗ bie Jo⸗ d. konfir⸗ Lukas⸗ konfir⸗ hannes⸗ tag den inigung hannes⸗ manden ag den 11 bis rfolgen. an be⸗ er, und adrucherel Sonntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 41 Gießen, I7. Sonnt. n. Trinitatis, den I2. Gktober 1919 8. Jahrgang neligiöse Erziehung. Brief des Apostels Paulus an die Epheser 6, 4. Ihr Väter, ziehet eure Kinder auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. In diesen herbstlichen Tagen beginnt wieder in Stadt und Land der Konfirmanden⸗ unterricht. In diesem Unterrichte soll das religiöse Leben der Jugend vertieft werden. Das, was die Kinder im Elternhause, in der Schule und in der Anteilnahme am kirchlichen Leben ihrer Gemeinde an reli⸗ giöser Erkenntnis schon gewonnen haben, soll noch einmal zusammengefaßt werden, damit es in dem Gemütsleben der Kinder ein fester Bestandteil werde und ihr Wollen dauernd bestimme. Ist die Konfirmanden⸗ zeit wichtig für die Kinder, so nicht minder für die Eltern. Wenn das harte Jahr, dessen Ring sich allmählich schließt, uns etwas Wertvolles gebracht hat, so ist es dies, daß es gezeigt hat, wie fest unser Volk doch noch an seinem Glauben hält. Als im November des vorigen Jahres einige religionsfeindliche Männer, die vorüber⸗ gehend zur Regierung gelangt waren, ihre Tätigkeit damit begannen, daß sie gegen Christentum und Kirche Sturm liefen, da trat das evangelische Volk wie ein Mann auf den Plan, um seine heiligsten Güter zu wahren. In Riesenversammlungen, wie wir hier in Gießen eine am 5. Januar erlebt haben, zeigte es den damaligen Macht⸗ habern, daß Glaubenstreue doch noch nicht ausgestorben ist. Und ohne Zweifel war das bei dieser mächtigen Bewegung das Trei⸗ bende: Unser Volk bangte hauptsächlich um die religiöse Erziehung der Jugend. Die Eltern hörten von religionslosen Schulen, von der Abschaffung des Religionsunter⸗ richtes, von der Abschaffung des Schul⸗ gebetes, da brachten Väter und Mütter deutlich zum Ausdruck, daß sie doch ihre Kinder in der Zucht und Vermahnung zum Herrn erzogen haben wollten. In Berlin, der Hochburg der Religionsfeindschaft, sind es nur sehr wenige Eltern, die ihre Kinder nicht an dem Religionsunterrichte teilneh⸗ men lassen. Auch die Eltern, die selbst am Gottesdienste nicht mehr teilnehmen, wollen ihre Kinder doch nicht gottlos und glau⸗ benslos hinaus in das harte, kalte Leben ziehen lassen. Was ist der Mensch, wenn er im Leben und Sterben keinen Halt hat! Einsichtige und in der Schule des Lebens gereifte Menschen wissen, daß kein Erbteil so wertvoll und zugleich so unveräußerlich ist als das Erbteil einer frommen Er⸗ ziehung, und sorgen dafür, daß die Gemüts⸗ werte, die man ihnen in der Kindheit mit⸗ geteilt hat, den eigenen Kindern nicht fehlen. Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 16. Aus meiner Jugendzeit. Von Georg Todt. (Fortsetzung.) 1867, am 17. Januar, erlitt mein Vater auf der Fahrt von Lich nach Gießen einen Schlaganfall. dem er noch am Abend, um⸗ geben von seiner Familie, erlag. Sein Tod rief bei seinen Vorgesetzten und Kollegen eine solche Teilnahme hervor, daß man beschloß, ihn mit feierlichen Ehren zu bestatten. Der Leichenwagen wurde durch ein Viergespaun gefahren. die Pferde wurden durch Postil⸗ lione in vollem Wichs geführt, rechts und links wurde der Wagen von je drei Postil⸗ lionen begleitet. Der Postmeister, die Be⸗ hörden alle in der schönen Galauniform der Thurn und Taxischen Post, waren vertreten. Diese so feierliche Bestattung machte auf die Angehörigen einen so tiefen Eindruck, daß uns dieselbe sowie der liebe Verstorbene un⸗ vergessen bleiben wird. Herr Hofgerichtsadvokat Engelbach, der Schwager des Herrn Postmeisters Kempff, wohnte in der oberen Post. Bei der Vermäh⸗ lung seiner einzigen Tochter brachten die besten Bläser der Postillione dem Brautpaar ein Ständchen, welches sehr dankbar auf⸗ genommen wurde. Der Asterweg, die Straße meiner Kindheit, erweckt in mir liebe und angenehme Erinne⸗ rungen. Ganz besonders zogen mich die alten Ecken, Gäßchen und Häuser an. Das Haus des Feilenhauers Rögner ist verschwunden, mit ihm auch das Geschäft, welches das ein⸗ zige hier am Platze war. Vor dem genann⸗ ten Besitzer wohnte der alte Zeichenlehrer Bieler in diesem Hause, und zwar mit seinem Sohn Rudolf, der eine kleine Steindruckerei besaß aber später nach Amerika ausgewan⸗ dert ist. Hier konnte ich mit meinem schon genannten Freund Jakob Wirth, mit jugend⸗ licher Begeisterung alle die Skizzen, Zeich⸗ nungen und Gemälde ordnen und beschauen, und manches Stück wurde uns als Geschenk überwiesen. Da die beiden Herren ohne jede weibliche Hilfe waren und der alte Herr Bie⸗ ler am rechten Arm gelähmt war— er malte mit der linken Hand— so waren wir beiden Jungen für sie eine gute Stütze in ihrem Haus halt als Gegenleistung für all das Schöne und Edle, welches dort in unsere jungen Seelen eingepflanzt wurde. Ganz be⸗ sonders zog mich eine schöne Pfeifenkopf⸗ sammlung an; diese Pfeifenköpfe waren. jedenfalls alle von Herrn Bieler selbst ge⸗ malt. Nachdem er seinen Beruf wegen hohen Alters aufgegeben hatte, machte er mir einige dieser Köpfe zum Geschenk, wovon noch einer, die Badenburg darstellend, in meinem Be⸗ sitz ist. Herr Bieler war ein Bruder des Ren⸗ danten Bieler, welcher unter Napoleon I. den Rückzug über die Beresina mitgemacht hatte und im hohen Alter von bald 100 Jahren gestorben ist.(Rendant Adolf Bieler, geboren am 27. 1 1791, starb am 26. Januar 1884. D. Red.) Das Limperlsche Haus(jetzt Bäckerei Klin⸗ gelhöffer) steht zwar noch, doch der schöne Garten ist zum Teil verschwunden und ber⸗ baut. Das Fräulein Limpert mit ihrem gro⸗ ßen Kapottehut aus gelbem Stroh, mit den Ziegen an der Leine, welche von früh bis spät im Garten tätig war, konnte es trotzdem nicht verhindern, daß die bösen Buben ein⸗ drangen und sich gut schmecken ließen, was der liebe Gott für alle wachsen ließ. Weit draußen am verlängerten Asterweg(jetzt Steinstraße) steht das Pfaffsche Haus, es ist moch der einzige Bau, welcher von einem großen Brand in der K Katzensteinschen Holz⸗ schneiderei anfangs der 60er Jahre geblieben ist. Herr Katzenstein hatte sich beim Versuch, den Dampfkessel abzustellen, sehr schwere Brandwunden an Gesicht und Händen zu⸗ gezogen und nur durch die energische Hilfe eines Schreiners aus Großen⸗Buseck wurde er vom chere Tode gerettet und eine Ex⸗ plosion des Dampfkessels dadurch verhütet. Herr Katzenstein hat sich, so lange er lebte, seinem Lebensretter stets dankbar erwiesen. Der frühere Besitzer dieses Grundstücks mit seinen anstoßenden Wiesen, war ein verschro⸗ bener Junggeselle namens Bärmann; er machte auf uns Jungen durch seine 24 Zie⸗ gen die er hielt, den Eindruck eines Krösus, den wir aber nur aus einer gewissen Ent⸗ fernung kennen lernten. Die Plochsche und die Klingelhöffersche Besitzung begrenzten die Häuser Gerth, Weidig, Gans, Wagner, Schneider und Köhler mit ihren ausgedehn⸗ ten Gärten sie nahmen den Raum von der Dammstraße bis zum Asterweg ein, wo sich nur die schmalen Gärtchen von Wagner, Schneider, sowie an den Asterweg anf schlie⸗ ßend, das Zuttsche und das Petrische Gürt⸗ chen bis zum Schoorgraben hinzogen. Das bekannte Studentenlied„Wo sind sie, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen!“ fand auch auf den Asterweg An⸗ wendung, denn breite Steine befanden sich dort noch Anfang der 60er Jahre. Unzählige⸗ mal machten wir Kinder unsere Sprünge von einem zum anderen dieser breiten Steine, welche in der Mitte der Straße lagen. Durch — 162— die Umpflasterung schwand dieses Stück des alten Gießen dahin, mit ihm auch die Treppe am Schoorbach. Von dieser Zeit an war die die Straße auch für Fuhrwerk geöffnet. Herr Karl Ploch, ein Junggeselle, bekannt durch seinen steten Begleiter, den schwarzen Bernhardinerhund Barry, hatte auch eine schöne Zucht von Kanarienvögeln und an⸗ 1 Vögeln. Ich habe oft in diesem trau⸗ ten Junggesellenheim geweilt und mich sehr an diesen gefiederten Sängern erfreut. Der junge Arzt, Herr Dr. Fritz Ploch, nahm an uns Buben oft Messungen des Körpers vor, welches uns best ein Sechskreuzerstück einbrachte. Im Metzlerschen Hause wohnte später der Schuhmachermeister Emil Junker, er war bekannt als Meister im Trommeln. Eine große Zahl von Knaben sowie von Feuerwehrleuten— er selbst war Feuer⸗ wehrmann— hat er in dieser Kunst aus⸗ gebildet. Herr Junker war ein Bruder des verstorbenen Kommerzienrates Karl Junker und Gründers der bekannten Firma Junker und Ruh in Karlsruhe. Es wurde zu weit führen, wollte ich jede einzelne Familie hier anführen, jedoch möchte ich noch einiger gedenken Im Plochschen Nebenhause wohnte der be⸗ kannte Photograph Schlosser, dessen bunte Photographien noch in vielen hiesigen Fa⸗ milien erhalten sind. Gegenüber dem Weidig⸗ schen Hause stand das Wortmannsche Haus, jetzt der Frau Benzler gehörig, mit seinem damals so zierlichen Hausgärtchen, welches von dem vor einigen Jahren verstorbenen Fräulein Wortmann gepflegt und bebaut wurde. Herr Wortmann war Richter, und morgens, wenn es zur Schule kläppte, dann konnte man auch die andern Herren Richter vom Asterweg— es waren deren vier—, bekleidet mit ihrer Gerichtsuniform, den Beamtendegen zur Seite, die Straße entlang gehen sehen. Herr Wortmann hatte zwei Söhne, welche als Konsuln in Gibraltar tätig waren, der jüngere starb daselbst, der ältere— Georg mit Vornamen— war noch lange Jahre als Bankdirektor hier tätig und starb vor einigen Jahren in hohem Alter. Neben dem Wortmannschen Haus stand die Jughardtsche Scheuer, welche 1854 ab⸗ brannte und zum Besitztum des Gasthauses „zur Trompete“ an der Brandgasse ge⸗ hörte. Ich war damals ein Jahr alt und habe dieses schauerlich schöne Bild aus dieser Nacht in der Erinnerung gehabt, ohne zu wissen, was es war, bis ich von meinen Eltern und älteren Geschwistern dare Aufklärung bekam. Ich habe mir schon oft die Frage vorgelegt: Haben Kinder Erinne, rungen aus einem Alter von einem Jahr? Herr Ploch war ebenfalls Richter; sein Haus war das Stammhaus der in Hessen weitverzweigten Nebelschen Familie. Daselbst wohnte auch einige Jahre der bekannte Rechtsanwalt Herr Dr. Rosenberg und später 9 15 6 Ebel un wohnte Klingel Vom des He Rögner werkers 6 0 es Id ten Ge Schuhn macher Gans ben Jo Die Be vertrete macher glaser Schneik Frutig) die Gef Bausch. lebende aus de Haus Cltern Rödel kam ne und da die Led die Pfe Daran Wallen horn u Eif. 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Ferner wohnten da Schuhmacher Zutt, die Witwe des Schuh⸗ machers Becker, die Witwe des Glasers Hans mit ihren alten Gesellen, dem Schwa⸗ ben Joseph, außerdem Schreiner Schneider. Die Bautechniker waren durch Herrn Köhler vertreten. Außerdem sind zu nennen: Korb⸗ macher Braun, der schon erwähnte Post⸗ glaser Franz, der Schmied Weidig, der Schneider Schneider im Hause Wissig(später Frutig), die große Sattlerei von Kühne, die Geschäfte von Metzger Stooß und Küfer Bausch. Hierzu gehörte der als Rentner lebende alte Schlossermeister Abraham Vogel aus der Hundsgasse, welcher das Katzsche Haus besaß, in dem auch die hochbetagten Eltern des bekannten Regimentsschuhmachers Rödel mit ihrer Tochter wohnten; dazu kam noch der Chirurg und Heilgehilfe Lotze und das Haus von Calme Reis, wo später die Lederhandlung von Fischer war und jetzt die Pfeiffersche Buchhandlung sich befindet, DQDaran schloß sich die Bäckerei von Karl Wallenfels, das Tuchgeschäft von Hirsch⸗ horn und das Geschäft von Kappenmacher Eif. Im Zuge der Walltorstraße waren noch die Geschäfte des Bürstenmachers Win⸗ ter, des Schuhmachers Hering, des Uhr- machers Schmidt, die Lederhandlung von Bär und Bamberger, das Eisen- und Spe⸗ zereigeschäft von Hensel(jetziger Inhaber Fritz Jung). Auch stand dort das Haus des Uhrmachers Geismar, früher im Besitze der Familie Heichelheim und, wenn ich nicht irre, das Geburtshaus des Herrn Geheimen Kommerzienrates Heichelheim. (Fortsetzung folgt.) Berichtigung. In der vorigen Nr. steht da, wo von dem alten Postgebäude die Rede ist, eine Zeile, die später noch einmal kommt, an falscher Stelle und ist mithin zu streichen. Es ist die Zeile„schaft ging durch über den Schoorgraben.“ Unsere Zeitgenossen haben sehr viel In⸗ teresse für Familiengeschichte. Wir wissen, daß wir in allem, was wir sind, daß wir leiblich und geistig durchaus von unseren Vorfahren abhängig sind. Leibliche und geistige Eigentümlichkeiten erben von einer Generation zur anderen, man denke da nur an die kräftig entwickelte Unterlippe der Habsburger. Als zur Zeit des deutschen Bundes ein österreichischer Erzherzog als 1 163 FBraͤr Geschichte der Gießener gamilien- Gouverneur nach Mainz kam und sich vom Balkon seines Dienstgebäudes zum erstenmal den Mainzern zeigte, da rief jemand aus der Menge derb und witzig:„Ja, es ist ein Habsburger, man sieht es an dem Unter⸗ m-.“ Es ist deshalb keine verlorene Mühe, wenn wir der Geschichte unserer Vorfahren nachforschen, wenn wir zum mindesten zu ergründen suchen, wie unsere Ahnen ge⸗ heißen und welche Lebensstellung sie ein⸗ genommen haben. Die meisten der jetzt Lebenden wissen von ihren Vorfahren nicht viel. Vom Großvater, im besten Falle vom Urgroßvater haben sie noch Kunde, darüber hinaus verliert sich die Geschichte ihres Geschlechtes im Dunkel. Hier nun geben die Kirchenbücher, aber auch nur für eine ge⸗ wisse Zeitspanne, Auskunft. Viele Kirchen⸗ bücher sind im Dreißigjährigen Kriege und dann in den Franzosenkriegen am Ende des 17. Jahrhunderts vernichtet worden, so daß sie in Rheinhessen zumeist erst um das Jahr 1696 ihren Anfang nehmen. Selbstverständ⸗ lich sind die Kirchenbücher nur in den Gegenden untergegangen, durch die die Kriegsfurie zog. Die Kirchenbücher der evangelischen Gemeinde Gießen haben die Zeit der großen Kriege des 17. Jahrhun⸗ derts überdauert. Hat doch die Stadt Gießen das Glück gehabt, niemals während dieser Zeit von feindlichen Truppen besetzt zu werden. Die Schweden, die 1646 vor der Stadt lagen, sind, nachdem ein Wolkenbruch auf ihr Lager niedergegangen war und dieses in Unordnung gebracht hatte, bald wieder abgezogen. Die Beschießung durch die Franzosen im Jahre 1796 hat nicht viel Schaden gebracht. Unsere Kirchenbücher beginnen mit dem Jahre 1575. Das älteste Buch, das wir auf⸗ bewahren, verzeichnet die Taufen, die in den Jahren 1575 bis 1593 erfolgt sind. Leider fehlt das Taufbuch von 1613 bis 1619, von da an sind diese Bücher lückenlos erhalten. Die Trauungen hat man von 1586 an aufgezeichnet. Bis zum Jahre 1601 sind diese Protokolle vollständig vorhanden, von 1601 an klafft eine Lücke, erst im Jahre 1637 werden die Trauungen wieder aufgezeichnet, von diesem Jahre an reicht das Verzeichnis bis zur Gegenwart weiter. Die Verstorbenen bzw. die Beerdigten hat man von Dezember 1594 an aufgeschrieben, am 22. September 1601 reißt hier der Faden wieder ab. Dagegen sind die Bücher, die die Beerdigungen protokollieren, von Januar 1614 an wieder lückenlos erhalten, so daß wir über die Sterblichkeit während des . Krieges genau unterrichtet ind. Die hier veröffentlichte Arbeit beruht auf den Einträgen dieser Kirchenbücher, sie will für eine Reihe von hiesigen Familien auf⸗ zeichnen, wann sie zum erstenmal in un⸗ seren Verzeichnissen auftauchen, und will ebenfalls nur für einige Familien den Zu⸗ — 164— sammenhang bis zur Gegenwart feststellen. Unmöglich konnte diese Untersuchung auf alle jetzt noch in Blüte stehenden Familien ausgedehnt werden, die allermeisten die heute in unseren Mauern wohnen, sind erst im Laufe der letzten Jahrzehnte zugezogen, lei⸗ ten ihren Ursprung also von den verschie⸗ densten Teilen des deutschen Vaterlandes her. Die Familien der Beamten, Professoren und Pfarrer sind überhaupt hier nicht be⸗ rücksichtigt; denn die haben meist— etwa mit Ausnahme der Familie Liebknecht— nur kurze Zeit hier bestanden, im wesent⸗ lichen handelt es sich in den nachfolgenden Darlegungen also um bürgerliche Familien. Der Verfasser kann natürlich nicht für jede Familie einen lückenlosen Stammbaum auf⸗ stellen, ist aber bereit, denen, die es wün⸗ schen, gelegentlich nähere Auskunft zu geben. Er ist sich bewußt, daß die Ergebnisse mühe⸗ vollen Suchens, die hier mitgeteilt werden, nicht lückenlos sind, und macht es daher, wie es die Banken machen, wenn sie einem Kunden den Auszug aus seinem Konto geben, er setzt hier den Vermerk voran: Irrtum vorbehalten! Die nachfolgenden Darlegungen teilen sich in drei Gruppen. Der erste Teil beschäftigt sich mit Familien, die zweifellos hier alt⸗ eingesessen sind, im zweiten Teile werden Familien behandelt, die nach Ausweis der Kirchenbücher in früherer Zeit hier einge⸗ wandert sind, im dritten Teile dieser Unte suchung soll auf Familien eingegangen wer⸗ den, die ausgestorben oder wenigstens aus unserer Stadt verschwunden sind. 1. Alteingesessene Familien. Hierunter verstehen wir solche Familien, die schon vor dem Dreißigjährigen Kriege hier wohnten, in unseren ältesten Kirchen⸗ büchern verzeichnet sind und bis auf diesen Tag hier vorhanden sind. Alte Familien, die hier im Verschwinden sind und nur noch durch einzelne Frauen vertreten werden, sind die Familien Dech, Friebel, Lampus und Pistor. Doch ist es bei den Familien Dech und Friebel fraglich, ob ihre heute lebenden Glieder mit den früher hier leben⸗ den Vertretern dieser Namen Verbindung haben oder ob sie von außen zugewandert sind. In den ältesten Kirchenbüchern kom⸗ men noch weitere Namen vor, die heute hier noch zu finden sind, doch gilt auch von ihnen, was wir von den Familien Dech und Friebel gesagt haben, man kann nicht nachweisen, ob hier eine ununterbrochene Ahnenxeihe vorliegt. Das gilt von solchen Familien, deren Namen sowohl in unserer Nachbarschaft als auch in größerer Ent⸗ fernung von Gießen zu finden sind, so von den Familien Adam, Allendorf, Benner oder Bender(beide Namen sind gleichbedeu⸗ tend, Becker, Bechtold, Bieraug(Bierau), Burkhardt, Fetzburg(Vetzberger), Fischer, Gontrum(Guntrum), Heuser(Häuser), Weigel, Wittig(Wissig), Zimmermann. i Kempff, Lampus, Löber, Lony, Noll, Pisso Hamel, Heß, Hoch, Jung, Moeller(Mullen, Oßwald, Röder, Scheffer(Schäfer, Schäsfe Scherer, Schmid(Schmidt), Schlosser, Seh (Seib, Seipp), Wagner, Weller, Werng, Sicherheit kann man jedoch als alteing⸗ sessene Gießener Familien ansehen die d milien Ebel, Ferber, Frech, Kämmer Sack, Stohr, Textor, Wallenfels un Weidig. Deren Spur geht gewiß noch weiln zurück, als bis zum 16. Jahrhundert. Viel leicht findet sich einmal ein Historiker, der die im hiesigen städtischen Archiv vorhan⸗ denen Urkunden nach dieser Richtung unten sucht. Der älteste Taufeintrag bezieht sich au das am 2. Oktober 1575 getaufte Kind Aum Elsbeth Hoch, Tochter des Melcher(Nel chior) Hoch und seiner Ehefrau Agathe. Auf die oben genannten ältesten Gießener Familien soll hier etwas näher eingegangen werden. a) Ebel. Dieses Geschlecht, das heute hier nur not durch die Familie des Professors und Stadl verordneten Dr. Karl Ebel vertreten it, war am Ende des 16. Jahrhunderts hier sehr ausgebreitet. Das älteste Taufbach ver⸗ zeichnet für den Zeitraum von 18 Jahren (1575—1593) im ganzen 40 Kinder, die den Namen Ebel tragen. Als Familiendätr werden genannt Jost Ebel, Adam Ebel, Henrich Ebel, Arnold Ebel, Peter Ebel, Hans Ebel, Konrad Ebel, Salomon Ebel (beerdigt am 3. Februar 1623). Es bestanden also in den angeführten Jahren hier 8 Fa milien Ebel. Der erste Ebel, der in den Kirchenbüchern auftaucht, ist Jost Ebel, ihm wird 1576 ein Kind geboren. In dem geil raum von 1599 bis 1614 wurden 42 fi der, die den Namen Ebel tragen, getaust. (Fortsetzung folgt.) Kirchliche Anzeigen. Gottesdienst. Sonntag den 12. Oktober, 17. n. Trinitatz, Kollekte für die Gemeinde Hüttenfeld. Feier zur Eröffnung des Konfirmanden⸗ unterrichts. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr; Kin derkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarre Mahr.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Becker. In der Johanneskirche. Vormittags g Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Vormittag 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde⸗ Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 6 Uh: Pfarrer Ausfeld.— Abends ½8 Uhr: Ni einigung der konfirmierten weiblichen Ju gend der Lukasgemeinde im Lukassaal.— Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im g hannessaal. Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer. Druck und Berlag der Brühl schen Untverfitäts, Buck. und Stesndrütet R. Lange, Gießen. schwi tung Gewi war Sege umge früch nehm gesch⸗ das 6 aus, mam brau. das! die d führt felder dener Korn ware melte Hi ich di den Laub takt sumn Sun Schü Lied Brot Jahr En Blitz folge