1 Dessau, 0 Goslar 11 In Paulskirche rsammlung henberg er⸗ 8 zu klein, varen 2000 buartettsaal aunschweig, idelberg ge⸗ ammlungen esucht. Von ildung von g des christ⸗ uff. gemel⸗ rgehen mit rd mehrfach in Treu⸗ t bekunden e Wahrung Volkslebens zustehen. t, 5. Januar, skirche statt⸗ ersammlung ftirchen aus, en Vormit⸗ nur in der en Nummer geben war, führen, als er uns hat 3 Herz und Wir müssen Stahl ja so ule Funken ann werden en, daß alle wird. M. Arndt. bleibt Gott Lavater. n. Neujahr) gs 9½ Uhr: Abendgottes⸗ mittags 9½ rmittags 1. tesgemeinde. dgottesdienst Bibelbespre⸗ itag den 10. einigung det ud der Jo⸗ Steindruckere ö Gemein onntags deblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen ruß Hr. 2 Gießen, J. Sonntag n. Ep., den J2. Januar 1919 Jahrgang 1 Predigt', das Gr 1 unseres Glückes, unserer ö 1 Neufahrstage 1919 in der guten Zeit, sie waren das Grabgeläute der gehalten e ant Gießen. in der Herrlichkeit unseres Vaterlandes; diese Hosea 6, 1. Kommt, wir wollen wieder zum Herrn; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat uns geschlagen, er wird uns auch ver⸗ binden. In den hinter uns liegenden Weihnachts tagen las ich die 1819 enderinnerungen“, die der elsassische Dichter Friedrich Lienhard vor einigen Jahren veröffentl icht hat. Besonders eindrucksvoll ist mir darin eine schienen, in der der Verfasser berichtet, wie er als Student die Silvesternacht 1885/86 verbracht hat. Mit seinem Bruder und einem Freunde wachte er bis Mitternacht, dann gingen die drei vor das Dorf und lauschten an einer Ruhebank auf einem Hügel zwischen 12 und 1 Uhr dem Glockenläuten der be⸗ nachbarten Dörfer. Es ist etwas sehr Feier⸗ liches, in der stillen Winternacht, wenn das Jahr sich wendet, dem Glockenläuten zu lauschen, das von verschiedenen Kirchtürmen kommt. Eine Glocke gibt der anderen Ant⸗ wort; zur Mitternachtsstunde, wenn sonst alles in den Dörfern im tiefen Schlafe liegt, wenn es so still ist, daß man das Ticken der Turmuhr und das Flügelrauschen der um den Turm schwirrenden Eulen vernimmt, Stelle er⸗ Herrlichkeit ist nun versunken. Aber wie Ver⸗ zweiflung und kleinmütiges Zagen niemals Sache des Christen sind, wie unmutige La⸗ mentationen nicht mit dem Gl lauben an die Ueberwindung der Welt durch Jesus überein⸗ stimmen, so war dieses Geläute doch nicht nur Grabgeläute, es war uns auch ein Mor⸗ genweckruf, und wir wollen denn dem neuen 1 5 das wir durch die Gnade Gottes er⸗ leben dürfen, gegenübertreten mit den glau⸗ bensstarken Worten des gemütvollen eng⸗ lischen Dichters Tennyson:„Läut' aus, was alt, läut' ein, was neu, läut' aus, was f f. alsch, läut' ein, was treu, läut' aus den 5 5 Geiz alles, was uns das Herz 1 und sund Neid, läut' aus den alten Zank und Streit, läut' ein Mannestat, tapfer und rei, dazu Christum, der in uns mächtig sei!“ Wir wollen an der Pforte eines neuen Jahres er⸗ das treue Vaterherz unseres schüttert, an Gottes legen und nach dem alten Propheten⸗ er wird uns auch! klingt der metallene Mund der Glocken über das öde Feld und ruft den Menschen zu: Zeit vergehet Jahr um Jahr, Gottes Huld bleibt immerdar. Diesem Klang haben auch wir in der vergangenen Nacht gelauscht, und zwar mit tief ergriffenem Herzen. Die Glocken dieser Silvesternacht klangen uns wie Grab geläute. Rundum in Europa läuteten sie über Gräber, über Kirchhöfe o groß, daß Mauern sie nicht 5 1 über Gräber, in die man die Blüte r Menschheit gebettet hat. Sie läuteten hinein in so manche einsame Kammer, in der eine Mutter oder eine verlassene Witwe, während ihr die Tränen über das Antlitz lichem Gedenken an den für sein 0 in den Tod gegangenen Sohn oder Ehe⸗ mann die Hände zum Gebet gefaltet hat. Die Glocken dieser Silvesternacht waren auch Vaterland In unserem Gemeindeblatte werden sonst grundsätzlich Predigten nicht abgedruckt; di Veröffentlichung dieser Predigt, die ie 14 sich durch die Zeitumstände rechtfertigen. H. B. uns n vied rannen, in herz⸗ worte handeln: sere Kommt, wir wollen wieder zum Herrn; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heile en, er hat uns geschlagen, verbinden. Dieses Wort gliedert sich ungezwungen in drei Teile. Es sagt von der Vergangenheit: Gott hat uns zerrissen und geschlagen, es gibt uns für die Gegenwart den Ent⸗ schluß in das Herz: wir wollen wieder zum 1 85 s verheißt uns für die Zukunf heilen und verbinden 1. Wir beginnen das Jahr 1919 unter un⸗ 1 traurigen Aussichten. Ein Stachel drückt sich uns schmerzhaft tief verletzend in das Gemüt, dieser Stachel heißt: wir haben den Krieg verloren, wir sind geschlagen. Un⸗ Niederlage ist größer und nachhaltiger als die Preußens im Jahre 1806 und die Frankreichs im Jahre 1871, die Folgen dieser Niederlage werden wir, unsere Kinder und Kindeskinder zu tragen haben. Wir sind gesch lagen, aber wir sind auch zerriss sen. Am Deutschen Reiche klaffen bedenkliche Sprünge, er wird er dusere nationale Einheit ist schwer bedroht. der Herr geschlagen und zerrissen habe. auf Wunsch von Gemeindegliedern geschieht, mag N Zweifel! Der Prophet sagt von seinem Volke, daß es Gilt dies auch von unserem Volke, daß des Herrn Hand es geschlagen und zerrissen hat? Ohne Wie kein Haar von unserem Haupte und kein Sperling vom Dache fällt ohne den 3 e 26 Willen des Allmächtigen, jo ist auch diese furchtbare Heimsuchung nur mit seiner Zu⸗ lassung über uns gekommen, und das eine stellt sich uns mit aller Klarheit vor die Augen: es war und ist der Wille Gottes, uns auf das schwerste zu treffen. Nun ist es, seitdem die Welt steht, so und wird, solange die Welt stehen wird, so bleiben, daß, wenn ein Ereignis wider Erwarten einen unheil⸗ vollen Ausgang nimmt, die daran Beteilig⸗ ten sich gegenseitig schwere Vorwürfe machen. Hat der Sieger immer recht, so muß der Besiegte allen Ingrimm der mit ihm in das Schicksal Verflochtenen entgelten. Es ist eine ernste Gewissensfrage, ob das deutsche Volk, ob seine Führer die gegenwärtige traurige Lage verschuldet haben. Diese Frage kann man nicht so im Handumdrehen beantworten. Die Geschichte der letzten 53 Monate und die Geschichte, die dieser bewegten Zeit unmittel⸗ bar vorausgeht, ist so kompliziert, so viel⸗ gestaltig, daß man sie nicht mit einem kurzen Urteil abtun kann. Genau so geht es uns ja mit der eigenen Lebensgeschichte. Sehen wir an einem Neujahrstage auf die Jahre zu rück, die wir seither mit Gottes Hilfe ver⸗ lebt haben, so kommt uns unsere Vergangen⸗ heit vor wie ein Teppich, in dem man Muster und Farben der verschiedensten Art ein gewoben hat. Auf Tage der Familienfreude, auf Wochen der gesegneten Arbeit folgten Zeiten, da es weder im inneren noch im äußeren Leben voranging. Wenn wir auf einem Höhepunkte unseres Lebens gestanden hatten, so wurden wir gleich darauf in die Tiefe geflihrt, an Sterbebetten, an Gräber, in eigene schwere Krankheit hinein, zu Miß erfolgen und Fehlschlägen bedrückendster Art. Auch unser Glaubensleben schwankte auf und ab, von dem festen, getrosten Harren auf die Hilfe des Herrn fielen wir oft in eine Ge mütsstimmung, da es uns um Trost bange 0 9, 8 war; im Kampfe mit der Sünde ebbte unser Leben gleichfalls auf und ab. Wir erlebten Stunden, da wir die Reinheit unseres In⸗ nenlebens gegen die Anläufe der Welt stand haft behaupteten, und Stunden, an die wir mit Reue und tiefer Beschämung zurückden ken. Wer vermöchte das Leben des deutschen Volkes, wie es sich uns im letzten Jahrzehnt darstellt, auf eine Linie zu bringen? Wir haben Großes, unendlich Großes gesehen. (Schluß folgt.) Gewaltsame Erkundung. Von einem Gießener. (Schluß.) Endlich dämmerte der Morgen des fest⸗ gesetzten Tages heran. Der Kompagnieführer hatte unauffällig eine Gasse in das eigene Drahtsystem schneiden lassen, und ich stand mit meinen acht Leuten hinter dem Laufsteg, der auf den vorderen Grabenrand hinauf⸗ führte. Etwa 40 Meter links hatte sich der andere Trupp unter Führung des Unter⸗ offiziers Franck aufgestellt. Es war doch ein eigentümliches Gefühl, als ich, die Uhr in der Hand, auf den verabredeten Augenblick war⸗ tete. Endlich war er da. Ich gab das Zeichen mit der Taschenlampe. Das Antwortsignal kam, und nun hieß es: Los! Wir brachen aus dem Graben vor. Schattenhaft zeich⸗ neten sich unsere Gestalten auf dem Kanal⸗ damm ab. Würden wir in die schützende Tiese sinken können, ehe der Feind uns bemerkte? Da gab es einen Zwischenfall. Unser 3 Meter langer Laufsteg verfing sich im Draht. Eine Stockung, ein kleines Geräusch, ein Klir⸗ ren... Und schon ward es drüben lebendig, Es regte sich, und, wie gefürchtet, die ersten Schüsse blitzten auf. Wir waren entdeckt Nun aber galt es. In rasendem Lauf durch⸗ guerten wir das Kanalbett und schmiegten uns flach an den jenseitigen Hang. Es war höchste Zeit. Denn jetzt gaben die Fran⸗ zosen Salven mit Handgranaten ab. Die Wurfgeschosse sausten über unsere Köpfe, und die Kanalsohle war in eine einzige Feuerlinie von zuckenden Explosionen verwandelt. Nun setzten auch unsere Handgranatenwerfer ein, die Maschinengewehre fingen an zu tacken. Granat⸗ und Minenwerfer krachten los und hinten irgendwo dröhnten die Geschütze. Ez war ein Höllenkonzert. Wir lagen eng an den Steilhang angepreßt. Etwa 5 Minuten lang. Atemlos. Während dieser Zeit wurde ich verwundet. Ein Handgranatensplitter drang mir von hinten in die rechte Schulter, Neben mir bekam ein Kamerad einen Schuß in das Bein. Wer sonst von meinem Häuf⸗ lein noch verletzt war, das zusammengeduck sam Hang kauerte, vermochte ich nicht z übersehen. Was sollten wir tun? Rückwärts konnten wir nicht, denn der Kanal war ein breiter, lohender Feuerstreifen. Vor unz türmte sich das Drahtverhau. Dahinter der Feind. Wir hatten durch Ueberraschung wir⸗ ken wollen. Das war jetzt vorbei. Irgend⸗ wo lag unser hoffnungsvoller Rost. So mußte es denn mit Gewalt versucht werden, Trotz alledem. Ich gab den Befehl, und wir schleuderten die Handgranaten, die wir am Foppel trugen, auf einen Schlag in den Gra⸗ hen, etwa 20 Stück. Da wurde es still vor uns. Jetzt galt es— jetzt oder nie. Wit benutzten den Moment, zogen die Pistolen und drangen vor. Wie wir über den Draht gekommen sind, weiß ich heute noch nicht. Es war, als würden wir hinüber getragen. Man ist in solchen Augenblicken erhöhter Spannung über sich selbst emporgehoben und wie in einem anderen Bewußtseinszustand⸗ Wir spürten die Stachelstiche, merkten, wie uns die Kleiderfetzen vom Leih sanken, und plötzlich standen wir im feindlichen Graben. Im Dämmerlicht sahen wir zunächst niemand und tasteten uns, dem Plan gemäß, nach links vor. Es war ein unheimliches Ge⸗ schäft. Alle paar Schritte führte ein Stich⸗ (graben nach hinten und verlor sich im Mor, gennebe ken dor vorbei, taucht französi Er fäll leer. 2 gehen nichts. schung. gen, se einen 6 ten wir mußten so schon licht. 2 auf der vorher ein, un darin. Mitten Mann Ohr, d dann 1 schritt e über de Kanal nis geh Wir sii Uns. Er hat habt. A gewehr! gefährl dem es und ein verwur Gefang Ich verlore rückgeb Gefang erst in die St als ru! Angrif Sache, aus n Trupp ob wi können Abgab verbin bei de Abschi so trei kam in in die es Unter⸗ doch ein Uhr in der tblick war⸗ as Zeichen wortsignal ir brachen haft zeich⸗ em Kanal⸗ zende Tiefe bemerkte? er 3 Meter raht. Eine ein Klir⸗ n lebendig. „die ersten n entdeckt. sauf durch⸗ schmiegten g. Es war die Fran⸗ ab. Die Köpfe, und Feuerlinie ndelt. Nun werfer ein, zu tacken. ten los und eschütze. Es gen eng an 5 Minuten Zeit wurde tatensplitter te Schulter. einen Schuß einem Häuf⸗ nmengeduck ich nicht zu Rückwärts nal war ein Vor uns dahinter det aschung wir⸗ ei. 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Das Unternehmen hatte so schon zu lange gedauert, und es ward licht. Wir machten kehrt. auf dem Rückweg einen Stollen, den wir darin. Wir stimmen ein Freudengebrüll an. Da entdeckten wir Zeit waren die weiten Räume der Kirche gänzlich überfüllt. Hunderte von Menschen standen in den Gängen und in den Vor⸗ hallen, Hunderte standen vor den Kirchtüren, so daß eine Parallelversammlung in der Stadtkirche mit einer anderen Reihenfolge der Redner abgehalten werden mußte, viele auch gingen aus Platzmangel wieder nach Hause. Im ganzen mögen zu dieser Veran⸗ staltung nahezu 3000 Menschen herbeige⸗ strömt sein. Mit dem Gesang des Liedes „Ach, bleib mit deiner Gnade“ wurde die Versammlung in beiden Kirchen eröffnet. Als erster Redner trat Professor D. Dr. vorher übersehen hatten. Einer kriecht hin⸗ ein, und, Gott sei dank, ein Franzose sitzt Mitten in der feindlichen Stellung. Der Mann bekommt ein 1755 Schreckschüsse ums Ohr, das Gesicht wird ihm massiert, und dann packen ihn acht Fäuste. Im Lauf⸗ De schritt geht es zurück. De 6 Gefangene schwebt über das Draßtber han Er wird durch den Kanal getragen und über das eigene Hinder nis gehoben. Dann steigen wir selbst hinauf. Wir sind wieder zu Hause! Unser anderer Trupp war schon zurück. 5 hatte Glück mit der eberkaschung ge habt. Aber dann war er auf einen Maschinen gewehrtrupp gestoßen und hatte mit ihm ein gefährliches Pistolengefecht ausgekämpft t, bei dem es auf französischer Seite drei Tote gab und einer von uns leider am Bauch schwer verwundet wurde. Auch sie brachten einen Gefangenen mit. Ich konnte melden, daß wir keinen Toten berloren und alle unsere Verwun ideten zu rückgebracht hatten. Aus dem Verhör der Schian auf. Er ging auf die Ereignisse ein, die die Revolution der Kirche gebracht hat; er prüfte die Frage, ob die Sor en⸗ die in den Herzen vieler Kirchenglieder leben⸗ dig geworden sind, berechtigt seien. Nach allem, was wir erlebt haben, glaubte er die Frage bejahen zu müssen. Er erörterte so⸗ dann die bekannte Parole: Religion ist Pri⸗ vatsache. Gewiß sei sie das, aber sie sei keineswegs nur Privatsache Da sie starken Einfluß auf das Leben und Tun der Men⸗ schen besitzt, so wird sie; zur öffentlichen⸗An⸗ gelegenheit, der auch der Staat seine Auf⸗ merksamkeit und— da wihm an der 0 die Gefe angenen ging hervor, daß ihr Regiment erst in dieser Nacht, einige Stunden vorher, die Stellung bezogen hatte. Sie war ihnen als ruhig geschildert worden. Als nun unser Angriff losbrach, vermuteten sie eine große Sache, fühl ten sich unsicher und wußten nicht aus noch ein. Wäre die alte französische Truppe noch im Graben gewesen, wer weiß, ob wir unseren Auftrag hätten durchführen können und so davongekommen wären. Nach Religion geförderten Sittlichkeit viel liegen muß— seine Fürsorge angedeihen lassen muß. Endlich besprach dieser Redner die For⸗ derungen, die die Kirche für eine Neuordnung des Verhältnisses von Kirche und Staat er⸗ heben muß; sie darf nicht überstürzt an⸗ genommen, nicht einseitig dekretiert werden, sie muß gerecht und mit Abwägung aller Umstände vollzogen werden. Der Redner schloß mit einem kräftigen Appell an die Anwesenden, bei den bevorstehenden Wahlen nach den Interessen der evangelischen Kirche zu fragen und ihnen entsprechend zu handeln Abgabe der Gesangenen ließ ich meine Wunde verbinden. Der Arzt stellte fest, daß ich nicht bei der Truppe bleiben konnte. Ich mußte Abschied nehmen von den Kameraden, die so kreul ich bei mir ausgehalten hatten, und Hauptlehrer Knauß, der an zweiter Stelle zu Wort kam, sprach von dem hohen Werte des Religionsunterrichtes. Hier redete zu der Gemeinde ein älterer, gereifter Mann, der seit Jahrzehnten im Schuldienst steht, mit dem Herzen bei der Erziehung der ihm anvertrauten Jugend beteiligt ist und eine Fülle von Lebenserfahrung angesammelt hat. Der Redner ging aus von der gegen⸗ wärtig zutage e Verwilderung der Schuljugend. Diese sei darauf zurückzu⸗ kam ins Lazarett, von wo aus ich die Reise in die Heimat antrat. Kleine Mitteilungen. Die evangelische Volksversammlung, zu Sonntag, den 5. Januar, nachmittags 5 5 Uhr, führen, daß in den meisten Fällen die Väter zu den Fahnen einberufen gewe sen seien und daß in Deutschland 75 000 Lehrer im Felde gestanden hätten. Auch der häufige Ausfall des Unterrichtes, wenn die Schulhäuser mili⸗ tärisch belegt gewesen seien, oder wenn die Jugend sich der Sammeltätigkeit gewidmet der der Gesamttiechenvorstand auf vorigen zur Erörterung der Frage„Trennung von Staat und Kirche“ in die Johanneskirche habe, habe nachteilig gewirkt. Scharf und entschieden sei der Standpunkt der Bremer Lehrer, die keinen Religionsunterricht mehr erteilen wollen, abzulehnen, der größte Teil 1 — 8 1 N 6 1 1 5 ö 1 * 7 1 8 ö — 4 5 1 9 ö ü 1 ö U der deutschen Lehrerschaft teile diesen Stand⸗ punkt nicht, sondern halte diesen Unterricht für die Krone des ganzen Schulbetriebes. Gespannt und ergriffen lauschte die große Versammlung, als der Redner mitteilte, wie es ihm in seiner Tätigkeit als Schulleiter oft vorgekommen sei, daß ein kränklicher Lehrer, dem man zu seiner Entlastung Stun⸗ den abnehmen wollte, unter keinen Umstän⸗ den die Religionsstunde abgeben wollte. Der bloße Moralunterricht sei zu verwerfen, nur an den Gestalten der Bibel könne man dem Kinde lebenswahr das Gute und Große vor die Seele stellen. Der Redner schloß seine warmherzigen und eindrucksvollen Ausfüh⸗ rungen, indem er darauf hinwies, wie durch den Religionsunterricht der Schule das Elternhaus in segensreicher Weise beeinflußt werde. Zum erstenmal, seitdem die Johannes⸗ kirche steht, kan; an diesem, Tage in ihr auch eine Frau zu Worte. Frau Martha Sievers sprach als Mutter zu den anwesen⸗ den Müttern von dem Segen der Kirche. Die Rednerin schilderte die Freude des Hauses, wenn ein Kind geboren wird, sie 8 großer religiöser Wärme und von inniger Liebe zur evangelischen Kirche getragenen Ausführungen, indem er darauf hinwies, daß über der Eingangstür des alten, im Jahre 1603 erbauten Rathauses seiner rheinhessi⸗ schen Heimatgemeinde unter dem kurpfälzi⸗ schen Wappen das Wort geschrieben stehe: Regier mich, Herr, nach deinem Willen! Dieses Wort müsse auch weiterhin die Losung für Hessen und für das ganze deutsche Vater⸗ land sein.— Das Schlußwort sprach Pfarrer Bechtolsheimer. Er machte darauf auf⸗ merksam, daß die Kirche trotz aller Voraus⸗ sageu ihrer Gegner auch heute noch eine Macht sei, mit der auch ihre Widersacher nechnen müssen, und eine Größe, die in dem Herzen des deutschen Volkes fest verankert sei. Seit vier Jahrhunderten sei die evan⸗ gelische Kirche die Macht, die Geschlecht um Geschlecht hinaufführe zum Lichte Gottes, aber auch eine Macht, die für Volkswohl, Volksbildung, für die Armen und Elenden mehr getan habe und noch tue als irgend⸗ eine andere Organisation. Wer die Arbeit der Kirche unwirksam mache, schädige das deutsche Volk. sprach mit weihevollen Worten vom Segen Trotz der großen Enge und der heißen der Taufe und wies auf die kirchlichen Ein⸗(Temperatur, die in der Kirche herrschte, hielt richtungen hin, die wie Krippe und Klein⸗ die Versammlung aus, bis die Tagesordnung kinderschule die Eltern bei der Erziehung um 7 Uhr erschöpft war. Mit dem Gesang ihrer Kinder unterstützen. Groß sei die Be⸗ deutung der Kinderkirche, ein hoher Bil⸗ dungswert ruhe in den biblischen Geschich⸗ ten. Besonders viel gebe die Kirche dem Kinde in der Zeit des Konfirmandenunter⸗ richtes. An dieser Erziehungsarbeit sei die Mutter innerlich auf das stärkste beteiligt. Nur durch den Glauben seien die deutschen Mütter ausgerüstet worden, ihr schweres Leid zu tragen, wenn ihre Söhne für das Vater land gefallen seien.— Landgerichtsrat von zwei Versen aus dem Lied„Ein' feste Burg ist unser Gott“ wurde die Tagung be⸗ schlossen. Wohl noch niemals ist die Jo⸗ hanneskirche von so vielen Menschen besucht gewesen als an diesem Tage, der einen Mark⸗ stein in der Geschichte der evangelischen Ge⸗ meinde Gießen bildet. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 12. Januar(1. Sonntag nach Schmahl beleuchtete sodann die Frage „Trennung von Staat und Kirche“ vom juristischen Standpunkte. Er gab einen ge⸗ schichtlichen Ueberblick über die Beziehungen, die heute noch bestehen. Wenn der Staat seine finanziellen Zuwendungen an die Kirche ganz einstellen wolle, so könne das nur als ein Rechtsbruch angesehen werden. Es sei wünschenswert, daß bei einer Neu⸗ ordnung der Verhältnisse die staatliche Verpflichtung der Kirche gegenüber durch Ablösung geregelt werde. Unbedingt sei die Sonntagsfeier zu schützen, wie auch der christ⸗ liche Charakter unseres Volkslebens erhalten bleiben müsse. E radikale Lösung der schwierigen Frage sei entschieden abzulehnen. die Verhandlungen über eine etwaige Tren⸗ mung von Staat und Kirche brauchten unter Umständen die reifliche Ueberlegung meh⸗ rerer Jahre. Wie tief die Kirche in die Seele unseres Volkes eingedrungen ist, be⸗ legte der soeben nach vierjähriger Tätigkeit als Kriegsgerichtsrat aus dem Felde heim⸗ gekehrte Redner durch einige Beispiele aus seinen Kriegserlebnissen. Er schloß seine von 57 thäusgemeinde. Jugend der Lukasgemeinde. Epiphanias). Kollekte für die Heidenmission. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Mili⸗ tärgottesdienst: Pfarrer Ausfeld.— Nachm. 2 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus⸗Ge⸗ meinde. Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Schäfer. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Mat⸗ Dienstag den 14. Jan., nachmittags 4 Uhr: Frauenmissionsverein. Freitag den 17. Januar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. In der Johanneskirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormit⸗ tags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukas⸗ gemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abds. 5 Uhr: Pfarrer Adolph.— Abends ½8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsh eimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange, Gießen. Geme Nr. 3 5 gehalten Der der erobern. Häfen c zur höc und sick wollte, hindure darbiete den me schenkt. tüchtige sah sich mert, i vierjäh allen satzung Westen nicht d Ausfäl mit we gekäm!z schenzo haben haben Boden zittert nieder ten un nicht! blieben hinau, Volks: erkan! wacker Hung bei gesetzt tiges Licht fragt Schich der ware Wort treue jung. so ka der sich 1