agen, tragen, chendorf ignis, das Glück mir soll mich lütig. r Große. 1 Namen! deines hei⸗ i Lützen. sturm; klein, tig sein. k. Arndt. tationsfes. Verein. 9½ Uhr; 11 Uhr: nde: Pfar⸗ Pfarrer heiligen Markus⸗ vorher bei — Montag, : Vereini⸗ ugend der en 4. No⸗ nmissionz⸗ gs 5 Uhr: inde. ttags 9 r Ausfel che für, di 'sfeld.— 'olsheime bendmahlb unde. ⸗ Gemeinde Uhr: Ver⸗ I. Jugend ntag, den ereinigung ugend der 7. Novem⸗ gung da Johanne — teindrucherel onntags gruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 45 Sießen, 21. Sonnt. n. Trinitatis, den 9. November 1919 8. Jahrg. Luther als Bußprediger für unsere Seit. Evangelium des Matthäus 3, 8. Sehet zu, tut rechtschaffene Frucht der Buße. Martin Luther, dessen Geburtstag sich demnächst wieder jährt, erlebte am Ende seiner Tage viel Betrübendes. Das Tun und Treiben in seiner nächsten Umgebung, na⸗ mentlich in Wittenberg, gefiel ihm ganz und gar nicht; in manchem Worte, auch in manchem zornigen Worte, klagt er dar⸗ über. Die Bürger fand er in Geiz und Wucher versunken, die Studenten waren ausschweifend. Nach den Mitteilungen des trefflichen Lutherbiographen Julius Köst⸗ lin äußerte der Gottesman d 1543 über Wittenberg:„Ob die halbe Stadt in Ehe⸗ bruch, Wucher, Diebstahl, Betrug ver⸗ sunken sein möchte,— es ist kein Richter dafür da, alle lachen fast dazu, oder sie stimmen gar zu und machen mit.“ Von den Adligen sagte er, daß, wenn der Türke nicht käme und sie demütige, Land und Kirche an ihnen ärgere Tyrannen als an den Türken finden werde. In einem Briefe schrieb er an seinen Freund Justus Jonas: „Es wird nicht besser werden mit Deutsch⸗ land, ob nun der Türke oder die unsrigen herrschen; denn der ganze Adel und die Fürsten denken darauf, Deutschland zu knech⸗ ten und saugen das Volk aus, wollen allein alles haben.“ Ein andermal läßt er sich verlauten:„Ich bin an Deutschland fast verzweifelt, nachdem es in seinen Mauern aufgenommen hat diese wahrhaftigen Tür⸗ ken und wahrhaftigen Teufel, Geiz, Wucher, Tyrannei, Zwietracht und diese ganze Lernäische Schlange der Treulosigkeit und Bosheit bei Adel, bei Hof, in den Rat⸗ häusern, in Städten und Dörfern, dazu die Verachtung des göttlichen Wortes und den unerhörten Undank.“ Nicht jedes dieser Worte paßt für die heutige Zeit, insbesondere nicht mehr das, was Luther über die Fürsten und den Adel gesagt hat, andere dieser seiner Aeuße⸗ rungen, wie die über den Wucher, den Geiz, die Zwietracht, die Verachtung des gött⸗ lichen Wortes und den Undank, kann man auf das Geschlecht dieser Tage in jeder Weise anwenden. Das steht fest: besser kann es nur werden, wenn unsere Volksgenossen besser werden, wenn sie aufhören, Forde⸗ rungen zu stellen, die unsere Volksgemein⸗ chaft ruinieren müssen, und wenn alle wieder an der Arbeit Freude finden. Bußprediger wie Martin Luther sind uns jetzt hochnotwendig, auch jener ernste Mann, der einst am Jor⸗ dan so großes Aufsehen erregt hat, Johannes der Täufer, hat uns jetzt viel zu sagen. Wenn er auch uns zuruft: Sehet zu, tut rechtschaffene Frucht der Buße, so will er uns damit in die Bahn lenken, die allein das Heil verbürgt. Unser Volk muß inner⸗ lich erneuert werden, dann erst kann es wieder hochkommen. Meine Erlebnisse in französischer Kriegsgefangenschaft. Von Ober⸗Telegraphenleitungsaufseher Heinrich Wagner⸗ Gießen. Turch den Befehl des Kaisers, daß der 2. August 1914 der erste Mobilmachungs⸗ tag sei, war für mich bestimmt worden, daß der 8. August der Tag des Abschiedes aus meinem Berufe sei. Ich gehörte als Wehr⸗ mann zum ältesten Jahrgang der Landwehr zweiten Aufgebotes und kam zu der 7. Kom⸗ pagnie des Landwehr⸗Infanterie⸗Regimentes Nr. 116, als Unteroffizier wurde ich Führer der achten Korporalschaft. Am 14. August verließen wir die liebe, teure Heimat. An diesem Tage fand vormittags 11 Uhr ein Regimentsgottesdienst statt. Wir sangen das Lied: Jesu geh voran. Als wir den zweiten Vers sangen: Solls uns hart ergehen, laß uns feste stehen, liefen manchem alten Krieger die Tränen über das Angesicht, aber Herz und Augen wurden uns, die wir für das Vaterland in das Feld zogen, durch dieses Lied geöffnet. Den schwersten Gang hatte ich an diesem Tage nachmittags um ½2 Uhr zu machen, als es galt, Abschied von den Meinen zu nehmen. Ich suchte meine tief⸗ betrübte Frau durch den Hinweis zu trösten, daß wir spätestens in einem halben Jahre wieder in die Heimat zurückkehren würden. Meine Kinder erfaßten noch nicht den Ernst der Stunde, ihnen kam das alles als ein interessantes Spiel vor. Um ½4 Uhr fuhr der Zug mit dem zweiten Bataillon ab, die Fahrt ging über Frank⸗ furt a. M., nachts um 12 Uhr waren wir in Bingerbrück. Hier wurde gespeist, und dann ging die Fahrt weiter durch die Rhein⸗ provinz nach der lothringischen Grenze, bis wir am 16. August in Luxemburg an⸗ kamen. Mitten in der Nacht und in strömen⸗ dem Regen übernahmen wir von dem In⸗ fanterie⸗Regiment Nr. 81 die Bahnwache von der Stadt Luxemburg bis zur belgischen Stadt Arlon. Ich bekam mit 6 Mann die Bewachung der letzten Bahnübergänge bei Arlon. Am 17. August wurde eine neue Or⸗ 33 22 — 178— ganisation der Postenkette innerhalb des Ba⸗ taillons vorgenommen, wodurch ich mit meinen Leuten nach Klein⸗Bettingen in Luxemburg zurückkam. Hierselbst übernahm ich mit 21 Mann einen verstärkten Unteroffi⸗ zierposten, in dieser Stellung blieben wir acht Tage. Am 25. August begann unser Vormarsch durch Belgien, der uns viele Schweiß⸗ tropfen kostete. Am 28. August überschritten wir nachmittags 4 Uhr die belgisch⸗franzö⸗ sische Grenze und erreichten nach einem an⸗ strengenden Marsche nachts ½12 Uhr die schöne Stadt Sedan, wo am Tage zuvor schwere Gefechte stattgefunden hatten. Wir waren ermüdet in der Stadt ange⸗ kommen und lagerten auf der Straße. Bald erklang leise aus den Reihen der Truppen das schöne Lied: Nun danket alle Gott. Der Schlaf wurde unterbrochen, und das ganze Bataillon stimmte ein. Es waren feierliche Klänge, die durch die Straßen der franzö⸗ sischen Stadt schwebten. Am folgenden Tage bekamen wir den Befehl, in eine franzö⸗ sische Kürassierkaserne einzurücken, in der wir für ein paar Stunden Ruhe fanden. Am 30. August war das Bataillon wieder marschbereit, wobei uns Major v. Müller den Dank der Brigade für unsere Marsch⸗ leistungen aussprach. Hierauf rückten wir in eine Infanteriekaserne in der Nähe der Maas ein und übernahmen Sicherheitsposten und Patrouillendienst. Ich selbst übernahm mit einem Gefreiten und drei Mann eine Straßenpatrouille. Als wir abends um ½½9 Uhr alle zur Ruhe gegangen waren, wurde eine Bombe auf den Kasernenhof ge⸗ schleudert. Sofort wurde Alarm geblasen, Patrouillen wurden ausgeschickt, alles Ver⸗ dächtige wurde unter Feuer genommen. Ein Unteroffizier von der Artillerie blieb bei die⸗ sem heimtückischen Angriff tot, drei Mann wurden verwundet, in einer anderen Kaserne hatten wir drei Tote zu beklagen. Für dieses Attentat wurde der Stadt Sedan eine größere Geldstrafe auferlegt, das Geld mußte innerhalb kurzer Zeit entrichtet werden. An diesem Tage wurden jedem Unteroffizier acht Mann zum Absuchen der Häuser nach Waf⸗ fen und Munition zugeteilt. Hierbei brachten wir eine große Menge von Gewehren und Munition nach dem Kasernenhof. Vom 1. zum 2. September hatte ich mit 6 Mann die einzige noch gangbare Maasbrücke zu be⸗ wachen. Am 2. September rückte meine Kom⸗ pagnie von Sedan ab. Da meine Ablösung erst um 2 Uhr eintraf, so konnte ich erst später mit meinen Leuten der Kompagnie folgen. Straße und Marschrichtung waren mir unbekannt. Jedoch waren wir bald auf der rechten Straße, nachdem wir noch recht⸗ zeitig querfeldein marschiert waren und nach⸗ ziehende Fahrkolonnen zu Gesicht bekommen hatten. Abends 7 Uhr trafen wir bei der Kompagnie ein. In einem Schulgebäude gin⸗ E jederzeit bereit zu stehen. Am nächsten Mor⸗ gen stand die Kompagnie schon bei Tagesan⸗ wir große Hitze und viele Entbehrungen gus⸗ zustehen; denn die Landwehr war damals noch nicht mit fahrenden Küchen ausgerültet wir mußten nach großen, anstrengenden Märschen uns alles selbst kochen. Gegen 10 Uhr sahen wir die ersten Kanonen auf⸗ blitzen, um 2 Uhr lagen wir schon in der fechtszone. Das war für uns eine Er⸗ lösung; denn jetzt konnten wir ab und zu unsere ermüdeten Glieder ausstrecken, sobald das Kommando„Hinlegen“ kam. Gedect durch unsere, hinter unserem Rücken liegende Artillerie gingen wir dann vor. Als wir an kleinen Halt. Im Laufschritt sollte die Brüke überschritten werden, zuerst von der achten, dann von der siebenten Kompagnie. Kaum hatte die achte Kompagnie die Brücke erreicht, als auch schon die französische Artillerie ein heftiges Feuer darauf legte, und die Land- wehr hatte ihre ersten Verluste. Hierbei wurde auch unser Hauptmann als erster von der Kompagnie verwundet. Unsere Kompag⸗ nie zog sich so rasch als möglich nach halb⸗ rechts zurück. Wir überschritten den Bach in freiem Gelände und wichen damit dem feind⸗ lichen Artilleriefeuer glücklich aus. In einer langen Schützenlinie ging es dann vor⸗ wärts, bis wir auf der Höhe einen Hohlweg erreichten, in dem wir einstweilen Deckung fanden, es war ½6 Uhr nachmittags. Die Franzosen hatten jedoch bald unsere Stel⸗ lung entdeckt, und rasch lagen wir im stärk⸗ sten Granatfeuer, das 25 Minuten anhielt. Tus war unsere Feuertaufe, die ich nie ver⸗ gessen werde. Die Granaten schlugen, eine nach der anderen, drei Meter vor unserer Stellung in die Böschung ein. Als die feind⸗ liche Artillerie das Feuer eingestellt hatte, gingen wir sofort zum Sturme vor und trie⸗ ben die Franzosen aus ihrer Stellung. (Fortsetzung folgt. der Gießener Wartburgverein. Der in allen Kreisen unserer Gemeinde bekannte Wartburgverein feierte am 26. Ol. tober d. J. sein 32. Jahresfest. Beim 20. Jahresfest am 13. und 14. Oktober 1912, welches noch bei vielen Gemeindegliedern in schöner Erinnerung steht, war beschlossen worden, das 30. Jahresfest ebenso feierlich und groß zu veranstalten. Aber auch hier hat der Krieg, wie bei so vielem, ein„Hall geboten. Darum sollte das diesmalige Jah⸗ einer über einen Bach hinüberführenden Brücke angekommen waren, gab es einen gen wir feldmarschmäßig zur Ruhe, um bruch marschfertig. So ging es täglich bis zum 8. September. An diesem Tag hatten resfest, als erstes nach dem Kriege, wieden würdig gefeiert werden. Zweiunddreißig Jahre besteht nun der Verein, aus kleinen Anfängen heraus hal e sich langsam aber sicher emporgearbeite. Den er Fabrika 1887. im J Dr. Nat ruf zwe eins in Ersuche Wir laß Protoko 14. Okt Pfarrer sich heu Heimat! ren Fre ung übe Jünglir züge, di war au bon Elb lingssac Vereine Vorschle erteilte. nahm machte Statute lingsbut es wurd erscheine 10 Uhr 15. Okte versamn „Jüngli Mitglie! Somme tung, L. 16. Okto aufgeno und ein I. Präse mitee: Eugen Schrein, Götze, Kaus, Roll, 9 Rörig, Joist.) Gerbe. Aus man, de Sache Die e fast so, stand da siche J stuhe, um sten Mor⸗ Tagesan⸗ äglich bis ag hatten ingen aus⸗ ir damals usgerüstet, rengenden m. Gegen onen auf⸗ on in der eine Er⸗ b und zu en, sobald n. Gedeck n liegende ls wir an führenden es einen die Brücke er achten, ie. Kaum ke erreicht, illerie ein die Land⸗ Hierbei erster von Kompag⸗ tach halb⸗ n Bach in dem feind⸗ aus. In dann vor⸗ Hohlweg Deckung tags. Die ere Stel⸗ im stärtk⸗ 1 anhielt. nie ver⸗ gen, eine r unserer die feind⸗ lt hatte, und tris⸗ lung. folgt.) rein. Gemeinde 1 26. Ok⸗ Beim 25. er 1912 iedern in eschlossen feierlich auch hier n„Halt“ ige Jah⸗ e, wieder nun der 18 hat El earbeitet. — 179— Den ersten Anstoß zur Gründung gab der Fabrikant Eugen Kauffmann im Jahre 1887. Herr Kauffmann machte damals dem im Jahre 1915 verstorbenen Pfarrer Dr. Naumann den Vorschlag, doch einen Auf⸗ ruf zwecks Gründung eines Jünglingsver⸗ eins in der Gemeinde zu erlassen, welchem Ersuchen der Genannte gern Folge leistete. Wir lassen hier die Aufzeichnungen der ersten Protokolle des Vereins folgen:„Gießen, den 14. Oktober 1887. Einem Aufruf des Herrn Pfarrers Dr. Naumann zufolge versammelten sich heute in einem Saale der„Herberge zur Heimat“ fünf junge Leute nebst einigen älte⸗ ren Freunden dieser Sache zu einer Besprech⸗ ung über die Gründung eines evangelischen Jünglingsvereins dahier und die Grund⸗ züge, die dabei leitend sein sollten. Anwesend war auch ein Gast, Herr Kaufmann Rusche don Elberfeld, ein eifriger Freund der Jüng⸗ lingssache, der auf seinen Reisen vielfach Vereine dieser Art besucht und dankenswerte Vorschläge zur Gründung unseres Vereins erteilte. Herr Pfarrer Dr. Naumann über⸗ nahm das Präsidium des Vereins und machte den Vorschlag, im wesentlichen die Statuten des Rheinisch-Westfälischen Jüng⸗ lingsbundes zu den unserigen zu machen; es wurde beschlossen, Samstag um 8 Uhr zu erscheinen. Mit einem Gebet wurde gegen 10 Uhr geschlossen.“„Samstag, den 15. Oktober 1887. Die fünf jungen Leute versammelten sich, die Gründung eines „Jünglingsvereins“ wurde beschlossen. Ein Mitglied tritt noch bei, Schriftführer wird Sommerlad. Dann gemeinsame Unterhal⸗ tung, Lesen, Spielen, Gesang. Sonntag, den 16. Oktober 1887. Neue Mitglieder werden aufgenommen, die Vereinsabende festgesetzt und eine Vereinsliste angefertigt. Sie lautet: J. Präses: Pfarrer Dr. Naumann. II. Ko⸗ mitee: Bibliothekar Dr. Heuser, Fabrikant Eugen Kauffmann, Hausvater Kahle, Schreinermeister Lenz. III. Vorstand: Fink, Götze, Manderbach, Sommerlad, Gerbe, Kaus, Jünger. IV. Mitglieder: Habermehl, Roll, Rohde, Haas I., Haas II., Geiße, Rörig, Heuß, Brückel, Bickel, Weiner, Schul, Joist. V. Bibliothekar: Götze. VI. Kassierer: Gerbe. VII. Schriftführer: Jünger.“ Aus den weiteren Aufzeichnungen ersieht man, daß eifrig gearbeitet und für die gute Sache geworben wird. Am 22. November wurde bei einem Teeabend in der Wohnung des Herrn Pfarrers Dr. Naumann Herr Dr. Heuser für seine besonders rührige Ar⸗ beit und Mitwirkung bei den Vereinsabenden zum Ehrenmitglied ernannt. Auch die Herren Kauffmann, Lenz und Kahle beteiligten sich sehr an der Vereinsarbeit, alle drei waren im Laufe der Jahre abwechselnd 2. Vor⸗ sitzender des Vereins. Die eigentliche Vereinsarbeit war damals ast so, wie sie auch jetzt noch ist. Sie be⸗ stand darin, eine gesunde, fromme und fröh⸗ siche Jugend zu erziehen, daneben die Freundschaft und den Familiensinn zu för⸗ dern, zu stärken und zu befestigen. In diesem Sinne wurden Familienabende veranstaltet. Eine Gesangsabteilung wurde unter der Lei⸗ tung des Herrn Lehrers Görlach gegründet, Turnstunden wurden abgehalten, Familien⸗ ausflüge und Tagesausflüge gemacht. In reger Arbeit vergingen die Jahre. Viele Jünglinge gingen durch den Verein, der eine kürzer, der andere länger. Bei jedem aber konnte der Leiter sagen: er hat etwas für sein ferneres Leben empfangen und be⸗ halten. Am 29. November 1903 legte Herr Pfarrer Dr. Naumann wegen vorgerückten Alters und Ueberlastung mit Gemeindearbeit sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Das Protokollbuch des Vereins besagt darüber folgendes:„Gießen, den 29. November 1903. Herr Pfarrer Dr. Naumann hat infolge hohen Alters und Arbeitsüberlastung den Vorsitz des Vereins niedergelegt und wird wegen seiner hervorragenden Leistung in der Jünglingsvereinssache zum Ehrenpräses des Vereins ernannt. Mit Gottes Hilfe hat sich nun nach langem Suchen und manchen Miß⸗ erfolgen ein neuer Vorsitzender gefunden. Es ist dies Herr Pfarrer Schwabe, Pfarrer der Markusgemeinde. Derselbe erklärte, gern die Leitung des Vereins zu übernehmen, wies unter anderem auf den Wert der Jünglings⸗ vereinssache hin und schloß mit der Bitte, auch ihm das Vertrauen entgegen zu bringen und in derselben Liebe beizustehen, wie Herrn Pfarrer Dr. Naumann.“ Der Verein lag von nun au wieder in be⸗ währten Händen. Wie Herr Pfarrer Schwabe für den Verein gelebt und gearbeitet hat, wissen nur die, die mit ihm zusammen in der Sache gearbeitet haben. Fünfzehn Jahre war es ihm beschieden, den Verein zu leiten. In dieser Zeit war das Interesse für die Jünglingsvereinssache in weiten Kreisen der evangelischen Kirche lebendig geworden. Demgemäß steckte auch der Gießener Verein seine Ziele weiter als vorher. Er nahm jetzt junge Leute aus allen Gemeinden auf und suchte durch seine Veranstaltungen auch die Schüler höherer Lehranstalten zu erreichen und zwar mit gutem Erfolg. Im Jahre 1908 beschloß der Vorstand auf Anregung des Herrn Pfarrers Schwabe, aus dem „Westdeutschen Jünglingsbund“ auszutreten und dem„Hessenbund“(vereinigte Wart⸗ burg⸗ und Jugendvereine Hessens) beizu⸗ treten und von nun an, wie die übrigen Vereine in Hessen, den Namen„Wartburg⸗ verein Gießen“ anzunehmen. Im Jahre 1911 wurde ein Beirat gebildet, der Männer und Frauen aus allen Kreisen unserer Ge⸗ meinde umfaßt. Lag bis dahin die ganze Arbeit der Leitung auf den Schultern des Herrn Pfarrers Schwabe, so wurde er jetzt von dem Pfarrassistenten und dem Ge⸗ meindehelfer, von letzterem in seiner Eigen⸗ schaft als Jugendpfleger und Vereinsleiter, unterstützt. Auch Herr Pfarrer Adolph, der 3—* — 180— Seelsorger der hiesigen Kliniken, half mit, indem er Bibelstunden und Vorträge hielt. Die Seele des Vereins aber war Herr Pfar⸗ rer Schwabe. Jeder, von dem einmal eine ähnliche Arbeit gefordert worden ist, weiß, daß dazu ein hohes Maß von Hingebung und Pflichttreue gehört. Man kann am besten sein Wirken im Verein mit den Worten bezeichnen: Er war dem Verein und allen Mitgliedern ein Vater. Viel zu früh ist er von uns gegangen. Wie freute er sich, wie er dem Schreiber dieses erklärte, als er am Schluß des unglückseligen Krieges aus dem Felde zurückkehrte, und von ihm gleich an sein Krankenlager gerufen wurde, auf die neue Arbeit und besonders in der Jugend⸗ pflege in unserer Gemeinde und des Vereins. Als wir Weihnachten 1918 in schlichter Weise ohne sein Beisein feiern mußten, und ihm von dem schönen Verlauf der Feier berichtet wurde, schrieb er dem Verfasser: „Es ist gut, daß Sie wieder da sind, wid⸗ men Sie dem Wartburgverein Ihre ganze Kraft!“ Auch in seinen letzten Stunden ver⸗ gaß er den Verein nicht. Er sollte aber nicht mehr in unsere Mitte zurückkehren, Gott hatte es anders beschlossen. Am 21. Februar 1919 stand in tiefer Trauer der Verein am Grabe seines allen Mitgliedern undergeß⸗ lichen ersten Vorsitzenden. Einige Mitglieder hat der Krieg von uns gefordert. 70 Prozent derselben folgten dem Ruf der Fahne. Reinhold Klemm(Vorstands⸗ mitglied), Wilhelm Hüttenberger, Eugen Wirth, Karl Fischer, Ernst Schneider, Konrad Böckner, Wilhelm Hahn, Willy Siegel, Willy Schlemm starben auf dem Felde der Ehre; drei kehrten als Kriegsbeschädigte heim; einer wird vermißt. Otto Hof starb infolge Ueberanstrengung und Entbehrungen auf dem Rückmarsche hier in Gießen. Drei Mit⸗ glieder kehrten vor kurzem aus englischer Gefangenschaft zurück; zwei sind noch in französischer Gefangenschaft. Von den Anfang dieses Jahres nach und nach aus dem Felde zurückgekehrten älteren Mitgliedern, ebenso von den jüngeren Mit⸗ gliedern des Vereins wurde in diesem Jahre wir treiben, ist schwere Arbeit, das weiß genommen hatten, fallen wieder ab, schein⸗ tüchtige und erfreuliche Arbeit geleistet. Eifrig wurde geworben, so daß die Zahl der aktiven und inaktiven Mitglieder schon 200 überschritten hat. Der Verein hat jetzt jeden Abend irgendeine Veranstaltung. Vorträge, oft mit Lichtbildern, Unterhaltungs⸗ und Familienabende wechselten miteinander ab. Reiche Unterstützung fanden wir auch durch die Pfarrer unserer Gemeinde. Die Mitglie⸗ der des Posaunen⸗ und des Streichchors fanden sich wieder zusammen, und manches Konzert und mancher musikalische Abend, die veranstaltet wurden, gaben Zeugnis von dem Fleiß und dem Eifer, mit denen wieder gearbeitet wurde. Die Turn⸗ und Spielabtei⸗ lung, welche in dem Kriege lahmgelegt war, wurde wieder ins Leben gerufen und manche Preise konnten im„Hessenbund“ geholt wer⸗ den. Die über 600 Bände reiche Bihliothg ist neu geordnet und wird fleißig benutzt Eine Wanderabteilung wurde gegründet, Ja⸗ milienausflüge und Tagestouren wurden in schönen Lahntal, im Vogelsberg und in der Wetterau gemacht. Der Verein besitzt ein eigenes Heim in der Kleinkinderschule i der Diezstraße 15, dessen Miete und Unter⸗ haltung mit Unterstützung der Kirchenkasfe bestritten wird. Zwei Mitglieder des Verein sind im Dienste der äußeren und zwei im Dienste der inneren Mission tätig. Wenn wir auf die verflossenen Monat nach dem Kriege zurückblicken, so können wir zufrieden sein. Freilich, die Arbeit, die jeder, der sich der heranwachsenden Jugend widmet. Viele, die einen schönen Anlauf bar ist alle an ihnen aufgewandte Muße vergeblich gewesen, aber wer Jugendpflege treibt, säet auf Hoffnung. J Alle aber, die an irgendeiner Veranstal⸗ tung unseres Vereins teilgenommen haben, werden unsere Meinung teilen, daß in dem „Wartburgverein“ eine segensreiche Arbeit getrieben wird. Hier werden Verstand und Gemüt unserer Jugend gebildet, hier wird ein, wenn auch kleiner Teil der heranwach⸗ senden Jugend Gießens zur Gottesfurcht, zur Charakterstärke und zur Vaterlandsliebe erzogen. Und wer hierzu unsere Jugend er⸗ zieht, der arbeitet mit an dem Aufbau einer besseren Zukunft unseres Vaterlandes. W. Engels. Kirchliche Anzeigen. Sonntag, 9. November, 21. nach Trinitatiz, Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde Pfarrer Mahr.— Abends 5 Uhr: Pfarre Becker.— Montag, 10. November, abends 7/8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde⸗ Donnerstag, 13. November, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde In der Johanneskirche. Vormittags g Uhr: Pfarrassistent Schaefer.— Vormittagz 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde⸗ Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Abends 8 Uhr: Bibel⸗ besprechung im Johannessaal.— Montag, 10. November, abends ½8 Uhr: Vereini- gung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde. Im Vonfirmandensaal, Liebigstraße 5. Nachmittags 2 Uhr: Taubstummengottes⸗ dienst. Pfarrer Bechtolsheimer. ꝙꝙGꝙꝙFFFTC0000 0 8„3. 1 Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerel R. Lange, Gießen. 5. Most 1 0 8 R N d Abere sinnliche allen Z Israel Totenbe zu Wah flucht n oder ur sinnliche glaube. Griechen tiere ut menden und 15 üppig i im Zeit später er doch mentlich noch hä Winterc berstorb nachtsst. Wirksan men, di Moor f Kirchtur Schreck allerhan Mensche ruft, w Pflanze eise n dann st genossen steht, er nenden bald wi Der kleidet, lungen Dorfes, Ereignif dem Vi leben be tet ihm