d des serem n. t be⸗ 0 sich Praiser schätzt aller⸗ enius mann her in oseph th, in die da dem uf daß einem ekannt yt uns en sie h und ihre ten sie önnen. ofessor soeben gtliches Erklä⸗ unden, n Pro⸗ er) ein⸗ erzehn⸗ haltung tthalter n seine seine ar aber einzu⸗ lkerung har zur is war rar den thlehem nitatis. teinden 8 Uhr, irmier⸗ Issistent Divi⸗ nittags tthäus⸗ 8 Uhr, irmier⸗ b farrer Uhr: Pfarrer Bibel⸗ Nr. 40 Sießen, 16. Sonnt. n. Trinitatis, den 5. Gktober 1919 8. Jahrgang Es geht nach hause! Brief des Apostel Paulus an die Römer 8, 18. Ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbart werden. In unser Ruandalazarett wurde eines Tages ein schwerverletzter Schwarzer ein⸗ geliefert. Er war als Träger aus seiner viele hundert Kilometer weiter südwärts gelegenen Heimat an die Nordwest⸗Front gekommen und war dort bei der Herrichtung unserer Stellungen verwendet worden. Da⸗ bei hatte ihm ein niederrollendes Felsstück das Bein zerschmettert. Es war ein langes mühsames Krankenlager, von dem er nur als Krüppel wieder aufstand. Doch als der Befehl zum Rückzuge kam, war er wenig⸗ stens soweit hergestellt, daß er, auf einen langen, festen Stock gestützt, sich dem Zuge unserer schwarzen verwundeten Soldaten und übrigen eingeborenen Kranken anschlie⸗ ßen konnte, der über Berg und Tal in wochenlanger Wanderung sich langsam süd⸗ wärts bewegte. Eines Morgens, als unsere Karawane den Marsch wieder aufgenommen hatte, gesellte er sich zu mir und humpelte, seinen Stab in der Hand, neben mir her. Nach einer Weile zeigte er auf eine kleine Stelle am oberen Teil seines Stockes, an welcher er die Rinde entfernt hatte. Auf die Stelle hatte er mit Bleistift die beiden Worte geschrieben:„Twende setu“, d. h. „es geht nach Hause.“ An der Richtung, die unser Marsch nahm, hatte mein Freund gemerkt, daß es die Richtung auf seine Hei⸗ mat war. Darum war er so froh trotz der Mühsal des Marsches mit seinem verkrüp⸗ pelten Bein. Wir erreichten dann auch wirk⸗ lich die zentralafrikanische Bahn, die ihn in einigen Stunden in sein Heimatland zurück⸗ brachte, so daß seine frohe Hoffnung nicht umsonst war. „Es geht nach Hause!“ so heißt es jetzt auch für unsere Gefangenen. Aber freilich, sie kommen nicht in demselben Zustande in die Heimat zurück, wie sie einst ausgezogen sind. Mit gesunden Gliedern zog mein schwarzer Freund aus, als ein Krüppel kehrte er wieder zurück. So wird auch mancher unserer Gefangenen wie ein Krüppel heim⸗ kehren, die Gesundheit des Leibes geknickt und die Kräfte des Geistes gebrochen. Aber „nach Hause, nach Hause“— das hilft ihm Doch wenn er nun nach Hause kommt, wie wird er es antreffen? Wie viele findet er daheim, die, als er auszog, noch frisch und froh waren, die aber nun müde und krank, vergrämt und verbittert sind. Der Friede hat ihnen allen Frieden genommen, und das Ende des Krieges hat ihnen den Haß gegen die Menschheit und den Streit gegen Gott nur desto tiefer ins Herz gegraben. Die einst so traute Heimat ist ihnen eine Stätte der Plage und Qual geworden. Da ist man fast versucht, den Gefangenen zuzu⸗ rufen:„Bleibt lieber, wo ihr seid! Ihr habt es da vielleicht noch besser, als in unserer von Zank und Zwietracht, Unglauben und Verzweiflung zerrissenen Heimat!“ Aber das Volk der Christen braucht nicht so zu sprechen. Für uns heißt es in allen Fällen:„Nach Hause, nach Hause!“„In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen, ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten.“ Wir tragen unter dem staubigen und zerrisse⸗ nen Leidens⸗ schon das Feierkleid. Wir tragen den Stab in der Hand, auf dem geschrieben steht:„Es geht nach Hause,“ und wir wissen, und rufen es auch unsern aus der Gefangenschaft heimkehrenden Brüdern zu, daß dieser Zeit Leiden nicht wert sind der Herrlichkeit, die in Gottes Vaterhause an uns soll offenbart werden. G. v. B. Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 16. Aus meiner Jugendzeit. Von Georg Todt. Da ich in diesem Jahre das sechsund⸗ sechszigste Lebensjahr erreiche, so erinnert mich diese Zahl an das Kriegsjahr 1866, in dem ja unsere Vaterstadt Gießen von unseren damaligen Feinden, den Preußen, umschwärmt und durchzogen wurde. Der am 1. Juli 1866 von der Armee Beyer vollzogene Durchmarsch in Stärke von 20 000 Mann war für uns Jungen insofern interessant, als wir noch nie eine solche Militärmasse gesehen hatten. Der Durchmarsch— es war an einem regneri⸗ schen Samstag— dauerte einen halben Tag. Die ersten Truppen waren schmucke Husaren, welche alle Nebenstraßen besetzten; wir Jungen machten uns bei ihnen nützlich und gingen bis Lollar mit. Auf dem Heim⸗ weg hatten wir Zeit und Gelegenheit, die preußischen Truppen in ihrer Vielseitigkeit zu bewundern und kennen zu lernen, wobei uns die Berittenen und die Artillerie am meisten zusagten, insbesondere die bunte über das letzte Stück Weges und über die letzte bange Wartezeit hinweg. Uniform gefiel uns sehr gut. onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen 1 1 5 7 55 — . — 158— Ein andermal hatten wir Gelegenheit, die Riesen vom kurhessischen Garde du Corps zu sehen, und zwar auf dem Marsche um die Schoor. Auch Bremer und Braunschwei⸗ ger Truppen, auffallend durch ihre dunkle Uniform, hatten wir hier in Quartier, mein verstorbener Jugendfreund Jakob Wirth, ein vorzüglicher Zeichner, wohnhaft in der Flü⸗ gelsgasse, hat alle, die bei seinem Vater im Quartier lagen, gemalt, ebenso alle schönen Punkte der näheren 1 Es ist möglich, daß einige dieser Bilder im 5 Museum erhalten sind. Der Kirschenmarkt, der ja den alten Gieße⸗ nern in seiner durch den Besuch der Kur⸗ 1 5 bunten Vielseitigkeit bekannt ist, sollte auch der Schauplatz ernster Kriegsereignisse sein. Als er abgehalten wurde, lagen Ba⸗ dener und Württemberger aller Waffen⸗ gattungen hier. Zwischen 8 und 9 Uhr ver⸗ breitete sich die Nachricht: die Preußen kommen in der Richtung auf Gießen von Krofdors her; Vorposten sind beobachtet wor⸗ den, der Gleiberg ist schon durch Artillerie, welche Gießen beschießen soll, besetzt. In wilder Jagd fuhr die hier liegende Artillerie um die Stadt nach dem Rodberg, wo Stel⸗ lung in der Richtung Gleiberg—Krofdorf ge⸗ nommen wurde. Auf dem Markt in Os⸗ waldsgarten war ein buntes Durcheinander. Händler und Budenbesitzer suchten ihr Eigen⸗ tum so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen, dazwischen war dasGeschrei der jüdi⸗ schen Handelsleute zu hören, der eine zerrte an einer Kuh, der andere hatte ein Kälb⸗ chen auf den Rücken geladen. Unterdessen. wurde auf der Lahnbrücke eine Wagenburg gebaut, Vorposten wurden aufgestellt, Pa⸗ trouillen ausgeschickt, welche auch insofern Erfolg hatten, als sie einen Spion verhaf⸗ teten. Dieser Spion Ellie te sich in Gießen als der Schäfer Bellof aus der Sandgasse, welcher im Neustädter Feld friedlich seine Schafe gehütet hatte. Ich werde dieses Bild nie vergessen: Soldaten hatten Belloff in ihrer Mitte, er war begleitet von seinen beiden treuen Hunden, mit lächelnder Miene zog er in seine Vaterstadt ein. Meine Eltern wohnten zu dieser Zeit im Gerthschen Haus und von 1852 an im Hause des Schmiedes Weidig, engen, der „eiserne Hosemann“, am Asterweg. Weidig war einem guten Schoppen im Rappen oder Einhorn nicht abgeneigt; diese Schop⸗ pen trieben sehr oft sein heißes Blut rascher durch die Adern, und bei seinem hitzigen g Temperamente ließ sich der Mann zu unbe⸗ dachten Aeußerungen hinreißen. Weidig hatte es in seinem Geschäft so weit gebracht, daß er bei seinen vielen Ge⸗ sellen nur ab und zu zu gehen brauchte und die übrige Tageszeit zum größ⸗ ten Teil damit zubrachte, aus dem Fenster auf die Straße zu sehen. Er hatte durch sein Geschäft Gelegenheit, viele Leute vom Lande Kanten zu lernen, insbesondere nahmen die Landleute bon Launsbach und Wißmar ihren Weg nach der Stadt durch den Asterweg, wo sie am Hause Weidigs vorbeigingen. Weidig hielt die Vorübergehenden stets an und unterhielt sich mit ihnen. So unterhielt er sich damals auch mit einem Bauer von Wißmar, der in seiner e Tracht, im langen weißen Kittel mit Si lberspangen über dem Brustschlitz, mit Gamaschen, Schnallenschuhen, mit Pelzmütze oder Drei⸗ spitz, nach Gießen gekommen war. Die Unter⸗ haltung bildete der Krieg. Die Gemüter prallten heftig aufeinander, unterdessen hatte sich der Postglafer Franz in e hinzu⸗ gesellt. Die Debatte wurde immer heftiger. Weidig verließ seinen Fensterplatz und ging auf die Straße. Er war von kurzer, dicker Gestalt und trug einen braunen Biberwams und einen Lederschurz. Die Parteien wurden immer heftiger und beschimpften sich gegen⸗ seitig. Unterdessen hatten sich Erwachsene und Kinder angesammelt, der lange Bauer entfernte sich mit Riesenschritken. Weidig rief:„Ihr Buwe, mir nach!“ Franz folgte, und so ging die Verfolgung des Feindes über den Asterweg und die Schwarzlach nach dem Felsen bis zum Launsbacher S Steg. Wir Buben liefen mit. Als wir das Stadt⸗ bild verlassen hatten, rief unser Komman⸗ deur im Lederschurz:„Ihr Buwe, steinigt ihn, es ist unser Feind! Wer ihn trifft, kriegt einen Golde(Gulden).“ Wir versuch⸗ ten, so gut es ging, zu werfen, aber wir trafen den Mann nicht, vielleicht mit Ab⸗ sicht. Die Entfernung wurde immer größer, und als der lange Mann den Launsbacher Steg überschritten hatte, gaben wir die Ver⸗ folgung auf, wohl auch mit Absicht; denn hier war die Grenze. Unser Heerführer blies das Ganze Halt, er konnte nicht mehr weiter, das Gefecht hatte ihn zu sehr an⸗ gestrengt. Als der Krieg zu Ende war, da waren die früheren Feinde wieder gute Freunde.. Der Geburtstag des Großherzogs fiel auf den 9. Juni. Zu dieser Zeit lagen sehr viel Preußen in der Stadt, die Jugend, die schon damals vom Soldatengeist tief durchdrungen war, machte einen militäri⸗ schen Umzug, der als eine Demonstration gegen die Preußen gedacht war; denn die Alten steckten dahinter. Alle Waffen, die man sich denken konnte, waren in dem Zuge vertreten; jede Rumpelkammer wurde durchsucht, die Bürger gaben alte Waffen gern her. Gewehre, Säbel und Czakos von der Bürgergarde, auch Waffen aus Holz, Kanonen aus altem Ofenrohr und echte Katzenköpfe, auch Marketenderwagen waren dabei vertreten. Die Kanonen hatten die Jungen aus den Schlossergeschäften besorgt, hierbei hatten sich die Brüder Gustav und Edmund Nagel für die Gruppe Walltor besonders verdient gemacht, ersterer ist vor einigen Jahren in Amerika gestorben. Fried⸗ rich Stooß stellte den Marketenderwagen, r ihren terweg, gingen. ets an terhielt er von Tracht, pangen aschen, Drei⸗ Unter⸗ emüter u hatte hinzu⸗ eftiger. d ging dicker rwams wurden gegen⸗ achsene Bauer Weidig folgte, ßeindes arzlach Steg. Stadt⸗ mman⸗ steinigt trifft, 'ersuch⸗ er wir tit Ab⸗ größer, sbacher ie Ver⸗ denn rführer t mehr hr an⸗ har, da r gute fiel auf n sehr zugend, ist tief ilitäci⸗ tration nn die wagen, der mit zwei großen Metzgerhunden be⸗ spannt war. Der ganze Zug bestand, wenn ich mich recht erinnere, aus den vier Grup⸗ pen Walltor, Neuenweg, Seltersweg und Neustadt. Der Umzug wurde vom Feinde günstig aufgenommen. Die Exerzitien dieser Jugenwehr wurden gewöhnlich Sonntags, auch an Werktagen, wenn keine Schule war, am Rodberg in den Sandgruben abgehalten; sie wechselten mit Märschen nach dem Philo⸗ sophenwald, Trieb und nach der Hardt. An einem dieser Sonntage, als wir an der Hardt über den Steinbrüchen waren, sahen wir dichte Rauchwolken in der Richtung Heuchelheim aufsteigen. Dort war Groß⸗ feuer ausgebrochen, das halbe Dorf stand in Flammen; wir eilten hin und halfen, was wir konnten. Hierbei haben sich die Preußen, die im Dorfe einquartiert waren, sehr ver⸗ dient gemacht. Moritz Semmler und die Brüder Frank waren bei den Uebungen unsere Führer. Am Philosophenwald kam es einmal mit den Wieseckern zu einem ernsten Streit, wobei von seiten unserer Feinde mit einem alten Revolver geschossen wurde. Vor 60 Jahren hatte die Stadt Gießen durch die vielen Ecken, Winkel und Dung⸗ plätze noch einen sehr ländlichen Anstrich; insbesondere für uns Walltorer waren die Flügels⸗, Zozels⸗ und Hintergasse, sowie der Brandplatz mit Mordkeller und Zeughaushof für unsere Spiele wie geschaffen. Der Haupt⸗ sammelplatz an den Sommerabenden war die Ecke in der Flügelsgasse am Hause Vogt (genannt der„Donnerhagel“). Dort wohnte auch der alte Dachdeckermeister Schwalb(ge⸗ nannt der„Waldläufer“); er hatte ein lah⸗ mes Bein, das er sich durch einen Sturz von einem Dache zugezogen hatte. Schwalb war ein sehr gesangskundiger Mann und ein großer Kinderfreund; mit diesen bildete er eine Gesangsgruppe, in der besonders die roten Brüder Frank— es waren mehrere Brüder— vorzügliches leisteten. Die schön⸗ sten Volkslieder wurden zu Gehör gebracht und von der Bürgerschaft mit großem Bei⸗ fall aufgenommen. Mein Vater war 33 Jahre lang als Postillion im Dienste des Herrn Postmeister Kempff; dadurch waren wir Jungen mit den Postverhältnissen sehr vertraut, ins⸗ besondere mit den Pferden, den Ställen und den großen Viehbeständen. Das schwarze Bethchen war die Wirtschafterin und hatte den Verkauf der Milch, die Bethe war die Köchin, sie hatte die Hühner und die Mol⸗ kerei zu überwachen. Was uns aber am meisten anzog, waren die Geschirrkammer im Seitenbau; was konnte man da alles sehen, Sättel und Geschirre für alle mögliche Ge⸗ spanne, Posthörner und alle möglichen Uni⸗ formstücke. In den Remisen befanden sich neue und alte Chaisen, die mit schweren Riemen an die Achsen festgeschnallt waren, und sonstige Vehikel. Insbesondere gefielen uns die Stafetten⸗ reiter in ihrer schmucken Tracht, es waren dies Boten, die dringende Depeschen nach Orten, wo noch keine Telegraphenleitung bestand, beförderten. Der alte Postillion Wagner, der ein sehr hohes Alter erreichte, war bekannt durch seine Kunst im Posthornblasen, insbesondere bei den Korpsstudenten war er eine beliebte Persönlichkeit. In vollem Wichs mußte er bei Kommersen erscheinen und den Fuchs⸗ ritt— er voran— auf Stühlen mit⸗ machen, wobei er das bekannte Lied:„Was kommt dort von der Höh?“ aus seinem Horn erschallen ließ. Die alte Post ist das Gebäude, das dem Gasthaus„zum Rappen“ schräg gegenüber in der Walltorstraße steht, die Brief⸗ und Paketpost war in der jetzigen Oppenheimer⸗ schaft ging durch über den Schoorgraben alle Wagen ein und aus, auch die preußische Post von Wetzlar, welche vierspännig ge⸗ fahren wurde; Herr Trapp von hier stand im preußischen Postdienst und hat dieselbe gefahren. Die preußische Uniform war eine andere wie die hiesige, die hiesigen Postbeamten trugen einen kurzen, grauen Rock, die Preu⸗ ßen dagegen einen langen Rock, einen soge⸗ nannten„Schwalbenschwanz“. Das preu⸗ ßische Horn war lang wie eine Trompete. Wenn Herr Trapp an die katholische Kirche kam, dann setzte er mit dem mit Meister⸗ schaft vorgetragenen Lied ein:„Schier dreißig Jahre bist du alt!“ Er lebt heute fob als hoher Achtziger in unserer Vater⸗ tadt. An die genannte Hofreite schlossen sich auch noch landwirtschaftliche Gebäude an, wo eine Herde Schafe, krankes Vieh und etwa 50 Truthühner untergebracht waren, letztere waren in der freien Zeit unserer Obhut anvertraut. Wir Buben suchten die Hähne öfter durch rote Tücher zu reizen, dann drangen sie mit aufgeblähtem Kamm und stehendem Rad auf uns ein. Der ausgedehnte Grasgarten, welcher den Schoorbach ent⸗ lang zog, war ihre Weide. Einmal kam es vor, daß der Hofhund auf die Hühner eindrang und die ganze gefiederte Gesell⸗ schaft ging durch über den Schoorgraben nach den Gänseäckern. Mit Mühe und Not und mit Hilfe von einigen Knechten konnten wir sie wieder einbringen. (Fortsetzung folgt.) Etwas vom dienen. Auch heute kehre ich wieder in vergangene Zeiten zurück, angeregt durch eine Be⸗ gebenheit, die ich längst vergessen hatte, die ich zu meiner Freude aber in einem Blatt wiedergegeben fand. Ich meine, sie ist es wert, nicht völlig vergessen, sondern wieder in der Erinnerung der Menschen ge⸗ bracht zu werden, gibt sie uns doch wie⸗ derum einen Einblick in den Geist einer ver⸗ gangenen großen Zeit, den wieder auf⸗ leben zu sehen uns jetzt so bitter nottut. Es war im Jahre 1870, unmittelbar nach Ausbruch des Krieges, als unser unver⸗ geßlicher König von Preußen an den da⸗ maligen Fürsten von Pleß die Frage rich⸗ tete, ob er wohl die Oberleitung einer freiwilligen Krankenpflege im Heere zu über⸗ nehmen gewillt sei. Es war eine schwere Aufgabe, der sich der Fürst unterziehen sollte. Seine Antwort, die er in lateinischer Sprache gab, kennzeichnet den Standpunkt dieses Mannes, dessen ich mich noch gut entsinne. Sie lautete:„serviam! Christus mihi servivit!“ zu deutsch: ich werde dienen; denn Ehristus hat mir gedient.— Das ist ein schönes. schlichtes Bekenntnis eines Mannes, der im Leben, weltlich gesprochen, eine angesehene hohe Stellung einnahm, eines Mannes, dem äußerlich viel gegeben ward. Er ruht nun schon seit vielen Jah⸗ ren, ebenso wie sein kaiserlicher Herr; wir aber können nur wünschen, daß manche Seele sich zu einer völligen Hingabe an ihren himmlischen Herrn und Meister sich hindurchringen möge, im Hinblick auf das Bekenntnis der Treue, die dieser Mann seinem Gott und König hielt, ein Mann, der es gelernt hatte, sein Tun in das Licht der Ewigkeit zu stellen. Laß doch die Sonne der Ewigkeit Strahlen über die Dinge der Zeit. Ach, wie würden alsdann geringe Dir erscheinen die irdischen Dinge! Baronin R. Kleine Mitteilungen. Pfarrer Ernst Becker, der am 5. Oktober als Nachfolger des dahingeschiedenen Pfar⸗ rers Berthold Schwabe die Markusgemeinde übernimmt, ist am 19. Mai 1878 zu Nieder⸗ gemünden im Kreise Alsfeld geboren. Er be⸗ suchte von 1884 bis 1890 die Volksschule seines Geburtsortes, von 1890 bis 1893 die höhere Bürgerschule zu Homberg a. d. Ohm, von 1893 bis 1895 die Realschule zu Alsfeld und von 1895 bis 1897 das Realgymnasium zu Gießen. Er studierte von 1897 bis 1900 zu Gießen Theologie und machte am Ende seines zweiten Studiensemesters am Gym⸗ nasium zu Laubach die Ergänzungsprüfung im Lateinischen, Griechischen und Hebräi⸗ schen. Vom 1. Oktober 1900 bis zum 30. Sep⸗ tember 1901 war er Hauslehrer auf der Arbeiterkolonie Simonshof in Unterfranken und bestand im Sommer 1901 zu Gießen das theologische Fakultätsexramen. Von Herbst 1901 bis Herbst 1902 besuchte er das Predigerseminar in Friedberg und bestand im Anfang des Jahres 1903 zu Darmstadt die theologische Schlußprüfung. Im Februar desselben Jahres weilte er 14 Tage zu Hamburg, um die dortigen Anstalten der — 160— Inneren Mission, deren Leiter damals der jetzige Berliner Professor D. Friedrich Mah⸗ ling war, sowie die Anstalten des„Rauhen Hauses“ kennen zu lernen. f Seine erste dienstliche Verwendung fand der Genannte am 13. April 1903 als Pfarrassistent zu Affolterbach im Odenwalde; dort hatte er den von Professor Pützer in Darmstadt ausgeführten Kirchenbau zu leiten. Am 2. April 1907 wurde er Pfarr⸗ vikar in der Diasporagemeinde Fürth im Odenwalde und am 28. April 1908 Pfarrer daselbst. Im August und September 1910 weilte er in Butzbach, um dort am Zellen⸗ gefängnis an einem Kursus für Straf⸗ anstaltsgeistliche teilzunehmen. Mai, Juni und Juli 1914 vertrat er an der genannten Anstalt den erkrankten Anstaltsgeistlichen. Von Dezember 1916 bis Dezember 1918 stand Pfarrer Becker als Militärgeistlicher im Felde. Worte zum Nachdenken. Du bist mir nah mit deiner Kraft und Stärke, So oft ich bete, hilfst du mir im Streit; Durch dich nur üb ich gute Werke, Von Ohnmacht und Verzagtheit ganz befreit; Tu wohnst, du wirkst in mir, Allmächtiger, Du gibst mir Mut ins Herz, Alliebender. Ich nahe dir mit tiefem Sehnen, Mit Kindeslieb und freudigem Vertrau'n. Ich will auf dich, mein Stab, mich lehnen, Laß bald dein Vaterangesicht mich schau'n. Ja, wohn in mir: ein Freudenhimmel ist, Wo du, mein Gott, der Seele nahe bist. C. A. Döring(1783—1844). Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 5. Oktober, 16. n. Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Antrittspredigt des Pfarrers Becker nach erfolgter Einführung durch Dekan Guß⸗ mann.— Vormittags 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker. 5 In der Johanneskirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrassistent Schaefer.— Vor⸗ mittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Jo⸗ hannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Abends ½8 Uhr: Vereinigung der konfir⸗ mierten männlichen Jugend der Lukgs⸗ gemeinde im Lukassaal und der konfir⸗ mierten männlichen Jugend der Johannes⸗ gemeinde im Johannessaal.— Freitag den 10. Oktober, abends ¼66 Uhr: Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Johannes⸗ gemeinde. Die Anmeldung der Konfirmanden soll Montag den 6, und Dienstag den 7. Oktober, jedesmal vormittags 11 bis 1 Uhr und nachmittags 4—6 Uhr erfolgen. Von Sonntag den 12. Oktober an be⸗ ginnen die Abendgottesdienste wieder, und zwar um 6 Uhr. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Ateindruckerei R. Lange, Gießen. G. Ur. Brie In in unte lelig Das, der kirch giöse soll dam ein daue zeit für desse etwa dies, Volk im relig gehen Täti Chri trat den wahr hier habe habe Kind Herr der es n nicht men Gott ihre bens ziehe im Einf gere