die posi⸗ kritischen ie große die, einen ießen.— in Sinn annt sein, jedwedem ft der Ge⸗ unmöglich t gedrängt, Hand zu exagesimä). 8 9½ Uhr: 11 Uh sgemeinde: hr: Pfarr⸗ Uhr: Ver⸗ tlichen Ju⸗ Dienstag 4 Uhr: eitag den zereinigung ugend der de gemein⸗ 0 tittags 9½ — Vormit⸗ die Lukas⸗ eimer. er Fritsch. ig der kon⸗ der Lukas⸗ 1 2. März te und hei⸗ und Jo⸗ t. Anmel⸗ jeder Ge⸗ Steindruckere onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 9 Gießen, Estomihi, den 2. März 1919 Christenpflicht. ist es nicht selten gewesen, daß Bürger, die Evangelium des Matthäus 13, 33. Das sich über das geistige Mittelmaß erhoben, Himmelreich ist gleich einem Sauerteig. don, Jahrg zu, Jahr gewissenhaft niederge⸗ 52 5. schrieben haben, was sich Bemerkenswertes Mit der alten Zeit ist auch manche in ihrer Umgebung zutrug. Im„Sonntags⸗ schwere Christenschuld in das Grab gesun⸗ gruß“ 1916/17 haben wir Notizen veröffent⸗ fen. Auf den Trümmern der Vergangen- licht, die der Perückenmacher Kohlermann heit wollen wir es bekennen, daß es uns um das Jahr 1800 niedergeschrieben hat. Christen nicht gelungen ist, genug Ewig⸗ Otto Buchner fußt in seiner Schrift„Gießen keitswerte in den Bau unseres öffentlichen vor hundert Jahren“ teilweise auf dem Lebens einzufügen. Deshalb hatte die bis- Hausbuche des Schuhmachers Härtling. Im herige Ordnung keinen inneren Halt und nachfolgenden bringen wir eine Chronik zum mußte zerbersten. Das Alte ist vergangen, Abdruck, die uns durch ihren Inhalt und ein Neues will werden. Wir müssen uns die lange Frist, auf die sie sich erstreckt, als auf das Neue rüsten und einstellen. Es ist hochbedeutsam und bemerkenswert erscheint. uns Gelegenheit gegeben, das Versäumte Sie rührt von dem Gießener Bürger Jo⸗ nachzuholen und nun voll und ganz das hann Henrich(so lautet die alte Schreib⸗ Christentum als Sauerteig, der alles durch- weise dieses Vornamens Schaffstädt, dem säuert in dem öffentlichen Leben, zur Gel⸗ Urgroßvater des Herrn Kommerzienrates tung zu bringen. Wir müssen das öffent- Heinrich Schaffstädt, in dessen Besitz sich liche Leben für das Christentum zurück⸗ das Büchlein befindet, her. Im Jahrgang erobern, denn das Christentum allein— 1917 des„Sonntagsgrußes“ haben wir be⸗ so sagt Stöcker einmal— hat alle Ge⸗ reits den Abschnitk veröffentlicht, der sich danken, um die Politik und das Soziale auf die Gießener Feier des Reformations⸗ eben richtig zu gestalten. Wir dürfen uns jubelfestes des Jahres 1817 bezieht. Daß nicht von der Pflicht des politischen Lebens wir nun die ganze Ehronik veröffentlichen zurückziehen. Wie Jesus seinen Jüngern können, verdanken wir dem freundlichen Ent⸗ den Befehl gab, eine Welt zu erobern, so gegen ommen des Herrn Kommerzien rates trägt er uns heute auf, unser Volksleben Schaffstädt, der hierdurch allen Freunden der allenthalben mit seinem Geiste zu durch- Gießener Lokalgeschichte einen Dienst erweist. setzen. Eine schwere Verantwortung ruht Bu 8. Jahrgang 8 8 orde einst Rechens ft da Uerf. f über ö l auf uns: wir werden einst Rechenschaft da Schaffstädt mitgeteilt. Sie steht, wie unsere haben, was wir schuldig waren, um der Kirchenbücher ausweisen, nun seit 224 Jah S b Jos Fri 8 Pb Volke in 2 n 6 5 Sache Jesu Christi auch in unserem zolke, ratete„Chrif oph Sat, Birger ud 72 1 5 Drechfler jer. J 4 S Ffstädts S Schule zum Siege zu verhelfen. Die nene Drechsler allhier, Martin Schaffstädts S. Zei R pine christliche Jei orde er deltg) 2 5 1 85 Aer e doden eee Gosterburg Sohn, die Anna Gextraud, des 85 955 gewesenen Bürgers und Drechslers Jost Johann henrich Schaffstädts Ueber Gosterburg ist vorläufig nichts zu In der alten Zeit, in der die Zeitungen sich auf Postämtern befindet, steht ein Ort noch nicht über die täglichen Ereignisse be⸗ dieses Namens nicht. Vielleicht hat der kommen, daß geistig hervorragende Männer änderung erfahren, vielleicht auch, liegt hier über das, was in ihrer Nähe geschah, Auf⸗ ein Irrtum des Schreibers des Kirchen⸗ artigen Notizen wurden vielfach in die Haus⸗ tober 1693 im Alter von 33 Jahren ge⸗ haltungsbücher eingetragen, in die Bücher, storben. Am 2. Mai 1692 hatte er mit der nahmen und Ausgaben buchten. Von den Tochter des hiesigen Bürgers Hieronymus Einnahmen und Ausgaben kam man leicht Magnus war, die Ehe geschlossen. Christoph auch hat man die leeren Seiten der Haus⸗ zu Grabe getragen(die alten Kirchenbücher bibel zu Einträgen über Vorkommnisse in vermerken nur den Begräbnistag, nicht den für ablegen müssen, ob wir alles getan ren hier in Blüte. Am 6. Mai 1695 hei⸗ in Staat und Gesellschaft, in Kirche und (selig)b gewesenen Bürgers und Wagners in Knauffen allhier nachgelassene Wittib.“ Gießener Chronik 1776— 1825. + ermitteln gewesen, in dem Verzeichnis, das richteten, ist es viel mehr als heute vorge- Name im Laufe der Jahrhunderte eine Ab⸗ zeichnungen gemacht haben. Diese chronik⸗ buches vor. Jost Knauff war am 22. Ok⸗ in denen gewissenhafte Hausväter ihre Ein⸗ schon genannten Anng Gertraud, die eine auf die Zeitereignisse lokaler Art. Vielfach] Schaffstädt wurde am 23 September 1746 den Familien benützt. In der Stadt Gießen Todestag), er war 78 Jahre alt geworden. 9 1 f 5— 34— Im Sterbebuche wird er als Kunstdreher und Mitglied des Sechzehner⸗Rates bezeich⸗ net. Der Sechzehner⸗Rat war das, was heute die Stadtverordnetenversammlung ist, dieser Mann war also ein in Gießen sehr angesehener Bürger. Sein Sohn Johann Henrich, getauft am 12. Juni 1711(die alten Kirchenbücher vermerken nur den Tauf⸗, nicht den Geburtstag), war Drechsler, er heiratete am 27. April 1738 Anna Eleonore Junck aus Darmstadt und wurde am 1. Februar 1782 im Alter von 70 Jah⸗ ren zu Grabe getragen. Sein Sohn Johann Henrich Schaffstädt ist der Schreiber unserer Ebronik. Er wurde getauft am 27. Juli 1751 und wurde Ostern 1766 konfirmiert. Am 8. Juni 1777 verheiratete er sich mit Maria Magdalena Hoppertin(Hubert) aus Frankenberg, Tochter des verstorbenen Wagnermeisters Jost Henrich Hubert. Die Ehefrau starb schon im Jahre 1795; nach Ablauf des Trauerjahres verheiratete sich der Witwer mit Elisabethe Panzer, Tochter des verstorbenen Konstablers Friedrich Pan⸗ zer von hier. Er starb am 15. Februar 1823. Als junger, 25 jähriger Mann hat er seine Aufzeichnungen begonnen und sie durch einen Zeitraum von 47 Jahren fortge⸗ führt, die letzten Notizen hat er kurz vor seinem Tode gemacht. Zwei Einträge aus den 40 er Jahren, die noch hinzugefügt sind, rühren wohl von seinem Sohne Georg Philipp her. Wenn Johann Henrich Schaffstädt auch sein Büchlein schon Weihnachten 1776 be⸗ gonnen hat, so hat er regelmäßige Einträge Original gehalten, damit die Veröffent⸗ doch erst von 1779 an gemacht. Da er die Seiten nicht ganz beschrieben hat, so konnte er seine Einträge noch durch spätere Zusätze ergänzen. In den Kreis dessen, das er der Nachwelt überliefern wollte, bezog er nicht nur lokale Ereignisse, sondern auch Tat⸗ sachen aus dem großen Weltgeschehen ein. Er schrieb über den amerikanischen Unab⸗ und da, wo die Schriftzüge etwas alt⸗ modisch und schnörkelhaft sind, machen sie Schwierigkeiten. Am Meisten Schwierig⸗ keiten macht die altmodische und nicht im⸗ mer einheitliche Orthographie. Ortsnamen, namentlich solche, die sich auf außerdeutsche Gebiete beziehen, waren manchmal schwer zu entziffern, das gleiche gilt von fremd⸗ ländischen Personennamen. Mit Hilfe ge⸗ schichtlicher Werke und Atlanten gelang in vielen, aber nicht in allen Fällen, das Rich⸗ tige zu ermitteln; dem Scharfsinn des Leserz ist also noch Betätigungsmöglichkeit gelassen. Der Herausgeber hat sich, was Orthographie und Interpunktion betrifft, streng an das lichung auch dem dienen kann, der sich wissenschaftlich mit ihr beschäftjgt. Wenn der Chronist fremdländische Orts⸗ und Per⸗ sonennamen wie überhaupt Fremdwörter so schreibt, wie sie sich seinem Gehör eingeprägt haben, so wird der einsichtige Leser daraus nicht den Schluß ziehen, daß er es mit einem Manne von unzureichender Schul⸗ bildung zu tun hat. Auch muß man, was Schaffstädts Rechtschreibung im allgemeinen betrifft, beachten, daß es um 1800 in Deutschland noch keine einheitliche, behörd⸗ lich festgelegte Rechtschreibung gab. Goethe schrieb übrigens auch ganz anders als wir, und die Rechtschreibung hat seit dieser Zeit in Deutschland große Wandlungen durch⸗ gemacht. Noch ist zu bemerken, daß im folgenden Schaffstädts Aufzeichnungen immer in An⸗ führungszeichen gesetzt sind. Was dazwischen steht, auch die im Text stehenden einge⸗ klammerten Worte, rühren von dem Heraus⸗ geber her. Hinter den Worten, die nicht recht zu entziffern waren, steht allemal ein hängigkeitskrieg, die Franzosen⸗ und Be⸗ freiungskriege und ging auch auf elementare. Ereignisse(Brände, Erdbeben, Ueberschwem⸗ mungen) ein, die sich außerhalb der Stadt Gießen zugetragen haben. Mitunter gibt er auch Gedichte wieder. Natürlich ist uns das am interessantesten, was er aus Gießen selbst berichtet, da das andere uns meist schon bekannt ist. Wir finden in seinen Aufzeichnungen vielerlei, was den heute Lebenden seither unbekannt war, mancher Gießener wird durch Johann Henrich Schaff⸗ städt allerlei über f. eine Vorfahren hören. Aber auch seine Angaben über längst be⸗ kannte Tatsachen politischer Art bringen wir hier zum Abdruck, um den Charakter seiner Chronik zu wahren: zu Kürzungen konnten wir uns nicht entschließen, die Art dieses geistig bedeutenden Gießener Bürgers soll ganz zu ihrem Rechte kommen Johann Henrich Schaffstädt schrieb im Fragezeichen. Wenn die beigegebenen Er⸗ läuterungen nicht ganz vollständig sind, so wolle man das darauf zurückführen, daß dem Herausgeber, der gerade in diesem Winter eine überaus große Arbeitslast zu tragen hat, für diese seine Arbeit verhält⸗ nismäßig nur wenig Zeit zur Verfügung stand und daß er dabei zu Werk gehen. mußte wie ein Journalist, der nicht viel Zeit zum Besinnen hat. Gießen, den 20. Februar 1919. H. B. * „Aufsatz der hiessigen und auswärtigen Be⸗ gebenheiten von dem Jahr 1776 bis daher von Johann Henrich Schaffstädt aufgezeichnet d. 26ten Decem Anno 1776.“ „Anno 1776 d. öten Juny(4. Juli haben die Ammeriganer Sich mit ihrem Kön⸗ nig Von Engelland empert. Der Krieg wurde von beiden Theillen angefangen. Von den Franzoßen wurden die Ammericaaner allgemeinen eine lesbare Handschrift. Hier unterstüz. Anno 1782 d. 30. Novem. sind Sie vo unabhä 25„Ar Teschen mit ih Könnig Baiern „Ar Etsting Comm Verein Schifer gegen bestand große mantir durch ums l. läget Noe 1 Welche benebs einnig 8 hiessig sen, d Feuer Welch 9 77 eingef wahl unter meiste Das Becker mert) König Ferbe 10. J unter Imm (aber zu st erwel rad 7 was alt⸗ hachen sie chwierig⸗ nicht im⸗ rtsnamen, zerdeutsche al schwer pn fremd⸗ Hilfe ge⸗ gelang in das Rich⸗ des Lest 8 it gelassen. thographie g an das Veröffent⸗ der sich gt. Wenn und Per⸗ dwörter so eingeprägt ser daraus er es mit er Schul⸗ man, was llgemeinen 1800 in he, behörd⸗ hb. Goethe s als wir, dieser Zeit gen durch⸗ folgenden ter in An⸗ dazwischen den einge⸗ em Heraus⸗ „die nicht allemal ein benen Er⸗ ig sind, so ihren, daß in diesem heitslast zu it verhält⸗ Verfügung Lerk gehen nicht viel 19. 9% irtigen Be⸗ bis daher ädt 76 (4. Juli, ihrem Kön⸗ Der Krieg ingen. Von mericaaner ovem. sind 5 Sie von dem Könnig von Engelland Vor gewesen 1808 ist der Großman gewesen unabhängich Erklärt worten.“ „Anno 1779 d. 13. May wurde zu Teschen in Sachsen zwischen beiten Mächten mit ihro Kaiserlichen Majestät und dem e AI d 0 1 5 gewesen 1813 ist der Rothgerber Andres Könnig von Preußen der Friede über Baiern geschlossen.“ 1809 ist der Haubmann(Hauptmann) Fill⸗ mann gewesen 1810 ist der Furmann Con⸗ rad Schwann gewesen 1811 ist Balser Flett worten 1812 ist der Perückenmacher Wagner Planck gewesen— 1814 ist der Uhrmacher „Anno 1779 d. Zten Juny eroberte Graf Etsting(d'Estaing) ein Franßos mit Seinem Geschwatter die englische Insul Gornada(?).“ „Anno 1779 d. 23ten Julius vereinigte sich die spannische Flotte mit 40 lingen⸗ schiffen(Linienschiffen) mit der französischen Flotte. Der spannische Comanndant wahr Don Louis de Cordova. Der franschossise Commander von Orvilliers. Die gantze Vereinigte Flotte bestund aus 72 lingen Schifen ohne die Capper schife(Kaperschiffe) gegen die Engelländer. Die Englische Flotte bestand aus 40 lingen Schifen gegen die große Vereinnigte Flotte. Sie wurde Com mantirt von Admiral Heydy.“ Felsing der ältere gewesen— 1815 ist der Weißgerber Ritter gewesen— 1816 ist der Blaufärber Jughart gewesen— 1817 ist „Anno 1779 d. 13ten August entstandt zu Wetzlar eine große Feuersbrunst. Wo N durch 15 heusser abbranten auch 3 Männer ums leben Kammen. Das Feuer wurde ge läget durch einen Wagner Meister namens Noe laban(2) in seinem eigenen hausse. Welches er schulten halber raumen solte, er benebst seine Frau wurden gesetz und nach einniger Zeit wieter loß gelassen.“ „Anno 1779 d. 23ten August wurde auf hiessigem Rathhauß die Verortnung geschlo⸗ sen, das alle Mahl 15 jungen Burger als Feuerleufer mit der sprietze solten gehen. Welches oder(aber) nicht geschah.“ „Anno 1779 wurde allhier die ortnung eingeführt das die löblichen Zunften zur wahl stritten(schritten)p und einen Stadt unter Borger Meister(Stadtunterbürger⸗ meister) und zwey Vorsteher solten wehlen. Gi 2 meh inen nisse gesehen hat. In einer Zeit, in der man Das erste Mahl wurde unter Burgemeister Becker Ferber 2. Roth 3. Mummer(mum⸗ mert) 4. Schuhmacher Best. 5 Schlosser König 6 Magnus im Stern 7. Christian Ferber 8 Jacob Wörmser 9. Daniel Keil 10. Jacob Herbert. Derselbige ist drey Jahr unter Borge Meister geblieben, er wolte Immer werdenter(währender) bleiben oder (aber) 1791 lies es die Bürgerschaft nicht zu sondern H. Goldschmitt Faber wurde erwehlet 92 wurde Becker Biessel 93 Con⸗ rad Frech 94 Schumacher Hoß 95 Johannes Chatrein(Kattrein) 96 Johannes Schmall 97 Melcher Lony 98 Daniel Felsing. Der⸗ selbe ist drey Jahr nacheinander geblieben 1801 ist Peter Stohr gewesen. 1802 ist Balser Loos gewesen 1803 ist Leutnand Schwalb gewesen 1804 ist Becker Jughart gewesen wurde oder(aber) in dem July in den Schefen Rath(Schöffenrat) genom⸗ men. Da bin lich) von der Burgerschaft d. ten July zum unter Burgermeister auf anderthalb Jahr erwellet worten Johann Henrich Schaffstädt 1805. 1806 ist Leut⸗. nand Becker worten 1807 ist Becker Ebel und lässige Hände gestärkt; deine Rede hat der Seiler Conrad Berger gewesen 1818 hatten die Zunftmeister zum Vorsteher und unter Burgemeister erwehlet Kaufmann Müller zum Ersten den Estreich zum Burge⸗ meister haben beitte ihre Aemter nicht an⸗ genommen haben andere müssen erwehlt werden. Ist der Henrich Busch in der Brandgaß Burgemeister worden.“ (Fortsetzung folgt.) Kleine Mitteilungen. Montag den 17. Februar, nachmittags 5½¼ Uhr, ist der Pfarrer der Markusge⸗ meinde Berthold Schwabe nach schweren, bitteren Leidenstagen heimgegangen zu seinem Herrn und Erlöser. Die nächste Nummer unseres Gemeindeblattes wird eine ausführliche Darstellung seines Lebens und Wirkens bringen, heute seien hier nur einige Angaben über sein Begräbnis gemacht. Wenn man einst im Jahre 1864 von dem Begräbnisse des Geheimen Kirchenrates Pfarrer Dr. Engel gesagt hat, daß eine so große Teilnehmerschaft sich noch nie in Gießen zu einem Begräbnisse zusammenge⸗ funden habe, so kann man auch sagen, daß zu der Bestattung des heimgegangenen Pfar⸗ rers Schwabe eine so große Menschenmenge zusammengeströmt sei, wie man dies in Gießen lange nicht mehr bei einem Begräb⸗ die Arbeit der Diener der Kirche lähmen und unwirksam machen will, ist das ein Be⸗ weis dafür, daß ihre Arbeit, wenn sie in Treue und Gewissenhaftigkeit geschieht, von dankbaren Gemeindegliedern noch in hohem Maße gewürdigt und anerkannt wird. Frei⸗ tag den 21. Februar, nachmittags um 3 Uhr, fand die Begräbnisfeier in der Neuen Fried hofskapelle statt. Schon eine halbe Stunde vorher war die Kapelle so gefüllt, daß nie⸗ mand mehr in ihr Platz fand, bis weit hin⸗ aus auf den Treppenstufen standen die Teil⸗ nehmer. Die Kapelle des Infanterieregi⸗ ments 116 unter der Führung des Musik⸗ meisters Löber leitete die Feier durch den Vortrag des Chorales„Jesus, meine Zu⸗ versicht“ ein, hierauf trug die Knabenchor⸗ schule unter der Leitung des Lehrers Görlach das Lied„Mitten wir im Leben sind von dem Tad umfangen“ vor. Pfarrer Mahr hielt nach einigen einleitenden Bibelworten die Gedächtnisrede über das Wort Hiob 4, 3 und 4.„Siehe, du hast viele unterwiesen — 1 — 9 ö 1 1 . ——— rr 30 die Gefallenen aufgerichtet und die bebenden würdige Feier. Als sie zu Ende war, er⸗ Knie hast du gekräftigt.“ Er erinnerte im strahlte das Lahntal, auf das man von Eingang seiner Rede an die Feier der sil⸗ dem hochgelegenen Friedhofe Herunterschaut, bernen Hochzeit, die der Heimgegangene am im hellsten Sonnenlichte. Diese Naturer⸗ 9. März des vorigen Jahres mit seiner scheinung war wie ein Hinweis auf das Gattin beging, spendete den Hinterbliebenen Licht, in das der Vollendete nach gesegneter Trost und schilderte aus eigenem Erleben Lebensarbeit eingegangen ist. und aus seinem Zusammenarbeiten mit dem Entschlafenen heraus dessen mustergültiges Wir machen unsere Gemeindeglieder dar⸗ Wirken als Pfarrer, seinen echt christlichen auf aufmerksam, daß nächsten Mittwoch um Lebenswandel, seine Geduld und Gotterge⸗ 6 Uhr die Passionsgottesdienste wieder ihren bung im Leiden. Um das offene Grab Anfang nehmen. Sie sollen wieder in der scharte sich nachher eine dichtgedrängte Men⸗ Form stattfinden wie das vor dem Kriege schenmenge, eine große Anzahl von Kränzen geschehen ist. Die drei ersten Passions⸗ wurde niedergelegt. Dekan Gußmann⸗ Kirch- gottesdienste finden in der Johanneskirche berg sprach im Namen der Dekanatsgeist⸗ die drei letzten in der Stadtkirche statt. lichen, Landgerichtsrat Neuenhagen im 3 5 1 1 0 des Gesamtkirchenvorstandes, Fabri⸗ Sonntag den 2. März, abends 6 Uhr, kant Horst im Namen des Kirchenvorstandes soll in der Stadtkirche eine Feier zum Ge⸗ der Markusgemeinde, Pfarrer Bechtolshei⸗ hüächtnisse des heimgegangenen Pfarrers mer legte für die Gießener Pfarrer einen Schwabe stattfinden. Es geschieht dies na⸗ Kranz nieder. Die Gemeinde Stumperten⸗ mentlich mit Rücksicht auf die vielen Glie⸗ rod, in der Pfarrer Schwabe zuerst gewirkt der unserer Gemeinde, die wegen Ueber⸗ hat, war vertreten durch Pfarrer Glock, der füllung der Friedhofskapelle oder wegen, einen Kranz mitgebracht hatte, der in sin- beruflicher Verhinderung an der Bestat⸗ niger Weise im Pfarrgarten zu Stumperten⸗ tungsfeier nicht teilnehmen konnten und rod hergestellt worden war. Pfarrer Groth die doch zum Ausdruck bringen wollen, wie⸗ sprach für die Gemeinde Rödgen, deren viel sie dem Entschlafenen verdanken. Pfarrer der Heimgegangene von 1899 bis 2 7 1 05 5 0 1903 gewesen ist. Professor Schian vertrat Die 85 eines e an den„Oberhessischen Verein für innere Mis⸗ der Stadtkirche ist am 1. April d. J. neu sion“, Beigeordneter Krenzien den Stadt⸗ zu besetzen. Dem nep zu 1 unenden Hilfs⸗ vorstand Gießen, Oberst v. Westrell das kirchendiener, der in der Kirche nur an Infanterie⸗ 9 116, da der 21 Sonn⸗ und Festtagen zu tun hat, soll auch bene lange Jahre hindurch Pfarrer de die Reinigung und Heizung d des Gemein Militärgemeinde gewesen ist. Im Namen hauses in der Kirchstraße übertragen werden. des„Vereins ehemaliger 116 er“ sprach Die Gemeinde gewährt für diese Dienst⸗ kaufmann Heinrich Boller, im Namen der leistungen ausreichende Besoldung und Teue⸗ Militärgei stlichen des 18. Armeekorps Divi⸗ rungszulagen. Meldungen nimmt der der⸗ sionspfarrer Fritsch, der Wartburgverein zeitige Vorsitzende des Gesamtkirche nvor⸗ (Jünglingsverein), dem Schwabe viele Jahre standes Pfarrer Bechtolsheimer entgegen. hindurch seine Kraft gewidmet hatte, hatte 2 8 2 mit seiner Vertretung den Pfarrassistenten Kirchliche Anzeigen. 5 Sonntag den 2. März(Estomihi). Schaefer beauftragt, Mitglieder dieses Ver⸗ eins hatten es sich nicht nehmen lassen, Gottesdienst. den Sarg zum Grabe zu tragen. Weitere In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Kränze wurden niedergelegt von dem Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Kin⸗ Frauenverein der Markusgemeinde, dem derkirche für die Markusgemeinde: Pfarr⸗ Frauenverein. der Gesamtgemeinde und den assistent Schaefer.— Abends 6 Uhr: Got⸗ beiden Konfirmanden⸗Vereinigungen der tesdienstliche Feier zum Gedächtnisse des Markusgemeinde. Wegen der schwierigen heimgegangenen Pfarrers Schwabe. Pre⸗ Verkehrsverhältnisse und weil 9 Super⸗ digt: Pfarrer Bechtolsheimer. intendent der Provinz Oberhessen, Geh. In der Johanneskirche. Vormittags 9% Oberkonsistorialrat D. Petersen sich zur Zeit Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Vormittags 1 gesundheitlich nicht ganz wohl fühlt, hatte Uhr: Kinderkirche 15 die Johannesge⸗ das berkonsistortum einen Vertreter zu, meinde: Pfarrer Ausfeld.— Abends 6 Uhr: der Bestattung nicht schicken können, hat Pfarrassistent Schaefer. Beichte und Feier aber 545 Pfarramt Gießen beauftragt, der des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Frau 5 sein herzlichstes Beileid aus⸗ e eee An werden zusprechen. Auch Oberbürgermeister Keller vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde er⸗ hat in einem Schreiben an das Pfarramt beten.— Abends ½8 Uhr: Vereinigung seine Teilnahme ausgesprochen unter Hin⸗ der konfirmierten männlichen Jugend der weis auf die Verdienste, die sich der Ent⸗ Lukasgemei nde.— Abends 8 Uhr: Bibel⸗ schlafene um die städtische Armenpflege er⸗ besprechung im Johannessaal.— Mittwoch worben hat. Ein abermaliger Vortrag der den 5. März, abends 6 Uhr: Passionsgot⸗ Regimentskapelle beschloß die ernste und tesdienst: Pfarrer Bechtolsheimer. Verantwortlich: pfarrer B e chtols heimer. Druck und Verlag der Brühb'schen Universitäts⸗Buch⸗ 1 und Steindruckerel R. Lange, Gießen. Evang. ich eu Gibt heit no Gesetz.. von jet Ordnun nicht wi neu ist, von jed. füllt sei Neid u Volk h. der übe auf sein die Gru — nich Selbstsi eines X hilft es über di len Sch gestüm wird si weiter dann w alle mi dem gö einer f uns g ein Ne und da einand Herz. dem n es nur seinen wenigst laßt u und dq eine g a Di einen mittag Schw ge z 5 Uh der n den Vierte die le