4 onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen N Gießen, Rogate, den 21J. Mai 1922 II. Jahrg. Das Fest der Himmelfahrt Christi. Phil. 3, 20. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilands Jesu Christi, des Herrn. Dem Festtage, an dem wir der Himmel⸗ fahrt unseres Herrn und Heilandes ge— denken, schenken die Christen weit weniger Beachtung als irgendeinem der übrigen christlichen Feste. Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Pfingsten stehen seit alten Tagen bei der Christenheit in hohen Ehren, der Himmelfahrttag ist vielen nur ein Wandertag. In dichten Scharen ziehen sie an diesem Tage hinaus in den Wald und in das Feld, schmücken sich mit frischem Grün, singen Frühlingslieder und fahren abends im dichtbesetzten Eisenbahnabteil nach Hause. Die Schar derer, die diesen Tag im Gotteshause feiert, ist verhältnis— mäßig klein. Wir können diese Art nicht billigen. Der Tag, da Jesus frei wird von aller Erden⸗ schwere und aller Erdentrübsal, da er auf⸗ fährt zu seinem Vater, da er in die Welt eingeht, von der er ausgegangen ist, sollte uns heilig sein. Zeigt der Erlöser uns doch an diesem Tage das Ziel, nach dem wir alle einmal gelangen sollen, er zeigt uns das ewige Vaterland, das Heimatland der Frommen, in dem wir einmal nach des Lebens Arbeit und Leid Frieden finden sollen. Unser Wandel ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn. Die Stunde, da wir im Gotteshause unserer ewigen Bestim⸗ mung gedenken, ist wahrlich nicht verloren. Sicherlich soll es keinem verwehrt wer⸗ den, an diesem Tage auch die Wunder Gottes in der Schöpfung auf sich wirken, zu lassen und den deutschen Frühling in seiner Pracht zu sehen. Unsere Zeit ist aber viel zu ernst und zu schwer, als daß man den Himmelfahrttag nur zu einem Wandertag gestaltet. Man kann das eine tun und braucht das andere doch nicht zu lassen. Man kann am Vormittag im Hause des Herrn weilen und kann nach dem Gottesdienste noch weit über die Berge wandern. Die Frühlingsherrlichkeit, die rasch wieder vergeht, soll uns auf den hinweisen, der nimmermehr vergeht. Schön sind die Wälder, schöner sind die Felder In der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, Der unser traurig Herz erfreut. H. B. Ein vergessener oberhessischer Erzähler. Ein Gedenkblatt zum 100. Geburtstage Wilhelm Jägers. Von Dr. jur. et phil. Karl Esselborn. (Schluß.) Bis zu ihrer Wiederbesetzung im Sommer 1852 bekleidete der Sohn aushilfsweise die erledigte Stelle. Am 8. Juli kam er als Gehilfe an die Steuerkontrolle nach Darm— stadt zurück. Seit 1849 mit Karoline Glaser(geb. am 23. Mai 1830 in Grün⸗ berg), der Tochter des Kreisphysikus Dr. Hermann Glaser in Grünberg ver⸗ lobt, trat er am 24. August 1852 in die Ehe. Ende des Jahres bewarb er sich ohne Erfolg um eine Stelle bei der Steuerkontrolle und im Februar 1853 um eine solche bei der Registratur der Obersteuerdirektion. Dies⸗ mal hatte er Erfolg, am 3. Mai 1853 er⸗ folgte seine Ernennung zum definitiven Akzessisten bei der Registratur dieser Be⸗ hörde; zwei Jahre darauf(3. Mai 1855) wurde er daselbst Registrator, vierzehn Jahre später(24. Juli 1869) erster Registrator und abermals zehn Jahre darauf(J. April 1879) Ministerialregistrator. Im Frühjahr 1884 erschütterte eine Erkrankung an Bron⸗ chialkatarrh seine Gesundheit. Am 23. De⸗ zember 1885 wurde er mit Wirkung vom 1. Januar 1886 und unter Verleihung des Charakters als Steuerrat in den Ruhestand versetzt. Ueber dem amtlichen Wirken Jägers liegt insofern eine gewisse Tragik, als es sich in einer Stellung abspielte, für die sonst eine akademische Vorbildung nicht für erforderlich erachtet wurde. Dieser Gedanke lastete drückend auf ihm und begünstigte seinen Hang zur Einsamkeit, der sich manchmal zur Menschenscheu steigerte. Um so mehr pflegte er Kunst und Wissenschaft. Sehr häufig besuchte er das Theater, wenn auch auf den billigsten Plätzen, eifrig studierte er das Museum in seinen verschiedenen Abtei— lungen, nie versäumte er eine Kunstausstel⸗ lung und war ein ständiger Gast auf der Großherzoglichen Hofbibliothek. Mit dem Hofbibliothekar, dem späteren Bibliothek— direktor Dr. Wilhelm Maurer, der ihn für seine philosophischen Spekulationen zu gewinnen suchte, hatte er einige Jahre hindurch regelmäßigen Verkehr. Meist woren es philosophische und geschichtliche Werke, denen er sich zuwandte. Die meiste Befriedi— gung gewährte ihm die Schöpfung größerer 8 Durchgang der Venus“(Leipzig, O. Janke Erzählungen. Soweit sie geschichtlicher Art waren, verwandte er großen Fleiß auf die Vorarbeiten; denn sein Ziel war es, die größte geschichtliche Treue zu erreichen. Er unternahm zu diesem Zweck Ausflüge, um die Stätten, wo seine Erzählungen spielten, aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Seine ersten schriftstellerischen Versuche sind zwei Aufsätze im„Allgemeinen Anzeiger und Nationalzeitung der Deutschen“. Der erste,„Verbesserung des Orgel⸗ spiels“(1845 Bd. 1 Sp. 2113— 2114), wendet sich gegen die hessische Staats regie⸗ rung, die gegen das Unwesen, wie in vielen Dorfkirchen die Orgel mißhandelt und die Wirkung einer erhebenden Predigt durch entheiligende Nachspiele beeinträchtigt wurde, verordnet hatte, daß sich die Organisten im Großherzogtum nur einer durch den Hof⸗ organisten Joh. Christian Hch. Rinck ver⸗ anstalteten Sammlung von Vorspielen be⸗ dienen sollten, das bedeute einen Stillstand in der Entwicklung der Kunst, ja einen offen⸗ baren Rückschritt, weil hierdurch die Kunst des Phantasierens zugrunde gehe. In dem Aufsatze„Der Kirchenbesuch der Kinder“(ebd. 1846 Sp. 2334— 2336) will er den Religionsunterricht zu einem Gottesdienst im kleinen gestaltet wissen und lehnt es ab, daß die Kinder vor der Konfir⸗ mation die Kirche besuchen. Bei den Auf⸗ sätzen zeichnet er nicht seinen ganzen Namen, sondern mit J. R. In den Jahren 1857 und 1858 folgten unter dem Pseudo⸗ nym Kurt Falkner in dem„Illustrierten Familien⸗Journal“ die kleinen Erzählungen „Nur keine Ueberraschung“(Bd. 7, 1857, Nr. 186) und„Der Speculant“ (Bd. 8, 1858, Nr. 216-219). Nach einer Novelle„Der Kaiser⸗ stuhl“, die er 1865 in der Didaskalia (43. Jahrg., Nr. 231—247) veröffentlichte, erschien im n Jahre bei Ch. E. Koll⸗ mann in Leipzig sein erstes selbständiges Werk, der zweibändige historische Roman „Ein Fürst und seine Räte, der ein Kapitel aus der pfälzischen Geschichte be⸗ handelt und eine Frucht seiner Vorliebe für Heidelberg ist. Hierauf folgten im Jahre 1869 die Erzählung„Ottenhausen“ (Novellen⸗Zeitung, 4. Folge, 7. Jahrg., Leipzig 1869 Nr. 1—3) und der ebenfalls bei Kollmann verlegte dreibändige Roman „Künstlerstreiche“, in dessen Mittel⸗ punkt der Abt Vogler steht, das Jahr 1872 brachte die Betrachtung„Umgesattelt“ (Die bunte Welt, Leipzig 1872) und einen anonymen Aufsatz„Das Reichskam⸗ mergericht in Wetzlar“(Europa, Chronik der gebildeten Welt, 1872 Nr. 13 und 14). Nach achtjähriger Pause und unter dem Pseudonym Richard Forstner er⸗ schien bei Otto Janke in Berlin sein letztes Werk, das zuerst in der deutschen Roman⸗ Zeitung(Jahrg. 17, Bd. 2 u. 3) und dann in Buchform veröffentlichte Roman„Der 1880, 3 Bde.), wohl das Beste, was er ge⸗ schaffen. Bei dem darin vorkommenden „Amselturm“ des Herrn von Röhrichthausen hat er wohl die Ruine Dreieichenhain, bei dem platanenumgebenen Platz mit dem Brunnen ohne Wasser wohl den Mathilden⸗ platz in Darmstadt im Auge gehabt. Einen äußeren Erfolg hatten seine ge⸗ schichtlichen Erzählungen nicht zu verzeich⸗ nen. Von Nachteil für ihn war es, daß der Verlag der beiden ersten Romane, Koll manm in Leipzig, einging. Seine Werke sind durch⸗ weg flott geschrieben, haben aber fast durch⸗ weg den Mangel der Weitschweifigkeit und der Vorliebe für entbehrliche Episoden. An unveröffentlichten Werken hinterließ er„ein Zeitbild aus dem siebenzehnten Jahrhundert“,„Kriegeslärm und Waldesstille“, in dessen Mittelpunkt die Zerstörung von Worms durch die Franzosen im Jahre 1689 steht, und eine kleinere Erzählung aus den Zeiten des Reichskammer⸗ gerichts„Streit und Strafe“ Beide Werke verdienten es, noch veröffentlicht zu werden. Eine Erzählung aus dem Treißig⸗ jährigen Krieg, an der er in der Mitte der 1860er Jahre arbeitete und die sein Bruder illustrieren sollte, ist verschwunden. Nicht nur in Jägers Naturschilderungen, sondern auch in der Wahl der beiden Pseudo⸗ nyme, die er bei einigen Werken gebrauchte, tritt seine Vorliebe für den Wald und das Weidwerk zutage. Ohne selbst je Jäger ge⸗ wesen zu sein, kannte er alle Jagdausdrücke und war ein begeisterter Freund der Waldes⸗ schönheit, die er in der Umgebung von Darmstadt in reichem Maße genießen konnte. Auf weiten Spaziergängen zu allen Jahres⸗ zeiten fand seine Phantasie reichen Stoff. Hörte er einen Hund in der Ferne anschlagen oder fiel ein Schuß, zog ein Bussard seine Kreise oder öffnete sich ein malerischer Aus⸗ blick, so gestaltete sich ihm das alles zu Er⸗ lebnissen, die dann sein weiter arbeitender Geist in Zusammenhang brachte. Jäger beschloß sein Leben am 23. April 1892 zu Darmstadt. Er hinterließ eine Witwe und zwei Söhne. Seine Witwe überlebte ihn um fast fünfundzwanzig Jahre. Sie starb in Altersverblödung am 29. Oktober 1916 im Philippshospital bei Goddelau. Gehört Jäger auch nicht zu den Größen des deutschen Parnasses, so verdient er es doch, daß die heimatliche Geschichtsforschung und die heimatliche Literaturgeschichte sein bei seinem hundertsten Geburtstage gedenkt; denn sie hat auf Einzelheiten einzugehen, und gerade darin liegt ihre Stärke. Ein Straßenbild Kameruns. Von Missionar Heinrich Walther⸗Beuern. (Schluß.) Zuguterletzt machte sich die Spinne doch auf den Weg. Sie nahm ihre 11 5==. oe ——— 2 eee C 1 1 83 Tasche mit Medizin mit. Da, o Schreck! Unterwegs trifft sie das Huhn. Sie schleicht sich ins Gras. Aber das Huhn sah im Grase die Spuren der Spinne und fand sie auch. Es rief seine Kinder herbei. Dieselben fraßen nun die Spinne. Der Habicht wartete und wartete auf den Mann mit Medizin. Aber er kam nicht und sein Kind wurde schlimmer und schlimmer. Nach langem Warten ging er ins Haus des Mannes, der ihm den. Medizinmann bringen wollte und fragte, wo er mit der Medizin bleibe. Er machte sich auf den Weg, um zum Huhn zu gehen. Aber auf dem Wege fand er die zerbrochenen Flaschen und auch einen Brief, in dem stand, daß sich die Spinne aufgemacht habe, um das Kind des Habichts zu heilen. Er ging nun hin und erzählte dem Habicht sein Erlebnis. Das Kind wurde immer kränker, und zuguterletzt starb es. Der Habicht war nun sehr traurig, aber auch erbost, und er rief alle Tiere zusammen und sagte ihnen, sie sollten die Hühner, wo sie sie finden würden, töten. Er selbst werde in Zukunft alle Hühner töten. Dieses hatte nun das Huhn gehört, und so fürchtet es sich vor allen Tieren, besonders aber vor dem Ha⸗ bicht. Wenn er nun seine Stimme erschallen läßt, dann läuft es f schnell wie möglich hinweg und verbirgt ich, um in Sicherheit zu sein vor dem Habicht. Wo der Habicht mun auch ein Huhn erwischen kann, schlägt er ihm seine scharfen Krallen ein und tötet es. Nachdem wir der Frau und den Kindern auch etwas vom Heiland erzählt haben, gehen wir weiter.— Da hören wir in der Ferne Trommeln. Was ist denn da? so fragt ihr. Irgendwo ist Tanzbelustigung, die gewöhnlich in den Mondnächten statt⸗ finden. Der Mond, und besonders der Voll⸗ mond, spielt eine große Rolle in Kamerun. Er ist ein lieber Geselle, der afrikanische Mond. Er hat ein sehr grelles Licht, und mit Leichtigkeit vermag man bei seinem Schein zu lesen. Doch ist er nicht so ganz un⸗ schuldig, wie er aussieht. Sind wir doch in dem Lande, wo auch der Mond seine Kraft hat, und das Psalmwort findet seine Erklä⸗ ung:„Daß dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts.“ Und es ist ratsam, nicht beimMondschein ohne Kopfbedeckung hinauszugehen: man könnte sich dadurch ein schmerzhaftes Kopfleiden uziehen. Auch ist es gut, vor seinem grellen icht das Schlafzimmer zu schützen und die Fensterläden zu schließen, sonst wird uns die magnetische raft unruhig schlafen lassen. Nun, in diesen Nächten ist es sehr belebt in den Dörfern, und wie manchmal tönte der Lärm auf unsere stille Station hinauf und ließ uns nicht schlafen. Nun, wir gehen einmal hin, damit ihr zusehen könnt, denn ihr interessiert euch ja dafür. Nach kurzer Zeit gelangen wir in einen Hof. In der Mitte desselben brennt ein Feuer und um dasselbe tanzt die Volksmenge. Wieder sind es die Muskelbewegungen, wie wir sie schon oben erwähnt haben. Wir begrüßen sie. Freundlich erwidern sie unsern Gruß. Nach⸗ dem es stille geworden ist, halte ich ihnen einen Gottesdienst und erzähle ihnen von der wahren Freude, die man bei Jesus be⸗ kommt. Ich ermahne sie, zu Jesus hinzu⸗ kommen, von ihren Sünden zu lassen und Jesus zu dienen. Sie erwidern zum Schlusse: Sango, di som gita! Di mende bola nika! Mein Herr, wir danken sehr. Wir werden so tun! Wir verlassen sie sagend: Di mala so! Wir gehen nun! Sie erwidern: Nanga bwame! Schlafe gut. Wir sagen: Bingo bo pe! Ihr auch! Die Tänze in den mondhellen Nächten sind sehr un⸗ schuldig, aber bei den Tänzen in Neumond⸗ nächten wurde vieles getrieben, das das Licht nicht vertragen konnte. Deshalb waren auch manche besonders schlimmen Tänze von der deutschen Regierung verboten. Und nun wandern wir nach Hause. Wir sind sehr müde geworden. Auf der Station angekommen, stillen wir unsern Durst durch guten Tee, halten noch eine kurze Andacht, gedenken besonders der lieben Schwarzen im Gebet und gehen dann zu Bett und schlafen füß. Es war viel, das wir gesehen und er⸗ lebt haben und manches Bild werden wir nicht vergessen. Kleine Mitteilungen. Dienstag, den 23. Mai, nachmittags 3 Ühr, findet im Gasthof Hindenburg eine von dem evangelischen Gemeindefrauen⸗ verein veranstaltete Frauenversammlung statt. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten wird Herr Pfarrer Wag⸗ ner⸗Stockstadt einen Vortrag halten über: „Praktische Folgerungen aus der neuen Kirchenverfassung für die evangelischen Frauen Hessens“. * Montag, den 22. Mai, nachmittags 5 Uhr, findet in der Kleinkinderbewahr⸗ anstalt, Diezstraße 15, eine Mitglieder⸗ versammlung der Anstalt statt. Auf der Tagesordnung steht 1. Ergänzung des Vor⸗ standes, 2. Aenderung der Satzungen. Als Mitglieder sind alle die anzusehen, die Bei⸗ träge für die Anstalt zahlen. * Der Wartburgverein hatte am vergan⸗ genen Sonntag zu seinem ersten dies⸗ jährigen Familienausfluge nach Annerod eingeladen. Infolge des prächtigen Mai⸗ wetters hatten die Mitglieder und Freunde des Vereins, ganz besonders die neukon⸗ firmierte Jugend, in äußerst reicher Zahl der Einladung Folge geleistet. Schon der i Hinweg durch den würzig frischen Wald in seinem neuen Kleide schmucken Maien⸗ grünes rief in den Herzen der Teilnehmer die rechte Freudenstimmung hervor, so daß unter Sang und Klang bald das freund⸗ liche Dorf erreicht war. Dort entwickelte sich bald ein reges Leben und Treiben. Nachdem man sich durch Kaffee und Kuchen gestärkt hatte, wurden jung und alt durch mancherlei Spiel und Kurzweil unterhalten. Nach den Spielen im schönen Garten des traulichen Lokals wurde den erstaunten Freunden und Gästen erklärt, daß nun im Saale erst das eigentliche Programm seinen Verlauf nähme. Dieses, von der Wart⸗ burgjugend ausgeführt, bot in buntem Wechsel den aufmerksamen Zuhörern nur Schönes und Gutes. Mitglieder der Mäd⸗ chenabteilung erfreuten durch ein gewandt und sicher gespieltes Theaterstück„Die Ber⸗ liner Tante“, dessen in humoristisches Ge⸗ wand gekleidete Lehre veichen Beifall fand. Auch die jugendlichen wackeren Streicher gaben ehrliche Proben ihres Könnens und trugen dadurch zur allgemeinen Unterhal⸗ tung bei. Eine liebliche Ueberraschung war den Zuhörern ein Sologesang, der zwei an⸗ mutige klassische Liedchen musikalisch klang⸗ voll zum Vortrag brachte, wobei die zarte Reinheit und ansprechende Sicherheit der jugendlichen Mädchenstimme ebenso zu loben war, wie auch die verständnisvoll und zart sich anschmiegende Klavierbegleitung. Nicht vergessen wollen wir die Mandolinen- und Guitarrenspieler, die es sich nicht nehmen ließen, außer Darbietungen im Saale und Garten beim Heimweg Marschmusik zu machen. Unter dem schönen und ab—⸗ wechslungsreichen Programm verstrichen die Stunden wie im Fluge, so daß man erstaunt war, als mit der zum Abend sich neigenden Sonne zur Rückkehr in die Stadt gemahnt werden mußte. So wird dieser erste Fa⸗ milienausflug mit seiner Herz und Gemüt erhebenden Maifreude allen in freundlicher Erinnerung bleiben. Kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 21. Mai. Rogate. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfir⸗ ten aus der Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr.— Vormittags 9¼ Uhr: Pfarrer Becker.— Vormittags 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker.— Montag, den 22. Mai, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde— — Montag, den 22. Mai, abends 8/ Uhr, wird Lehrer Walter im Matthäussaal für die Männer und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinde einen Vortrag über „Schule und Religionsunterricht“ halten. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfir⸗ ten aus der Lukasgemeinde: Pfarrer Bech⸗ tolsheimer.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Vormittags 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Abends 8 Uhr: Büibel⸗ besprechung im Johannessaal:, Pfarrer Ausfeld. Donnerstag, 25. Mai, Christi Himmelfahrt. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrassistent Becker. In der Johanneskirche. Vorm. 91/ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. In der alten Friedhofskapelle. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrassistent Müller. * Evang. Arbeiterverein. Sonntag, 21. l. Mts., siehe Wartburg⸗ verein. Karten zum gleichen Preise wie für die Wartburger bei Frl. Weller, Rathaus. — Am Himmelfahrttage: Familienausflug (Tagestour) Krofdorf— Dünsberg— Reh⸗ mühle und zurück mit Abkochen, Proviant mitnehmen, ebenso etwas für Suppe und Kaffee sowie Tasse. Marschmusik und Ge⸗ sangsabteilung sind zur Stelle. Abmarsch vorm. 8 Uhr pünktlich Lahnbrücke. Dienstag, 23. l. Mts., Sitzung des Aus⸗ schusses für die Vorbereitung des Festpro⸗ gramms zum 30. Stiftungsfest(Vereins⸗ lokal). Beginn 8/ Uhr abends. * Wartburg ⸗ Verein. Sonntag, den 21. Mai, morgens 9½ Uhr: Teilnahme am Gottesdienst in der Stadt- kirche.— Abends Jugendwerbetag und Fa⸗ milienabend in der Turnhalle, Saalöffnung 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Ansprache, musi⸗ kalische Darbietungen, Aufführungen, Dekla⸗ mationen usw. Eintritt für Mitglieder und Konfirmanden 2 Mk., für Nichtmitglieder 3 Mk. An der Abendkasse erhöhte Preise. Donnerstag, den 25. Mai: Himmelfahrttour (Pflichttour zur Erlangung des Wander⸗ stockes) mit Frühgottesdienst an der Dicken Eiche. Nähere Angaben wegen des Mittag⸗ essens im Heim. Abmarsch 65/ Uhr von der Lahnbrücke. Führer: Eckel-Engels. An⸗ meldungen und Einzahlung von 3 Mk. für Mittagessen sind bis spätestens Dienstag, den 23. Mai abzugeben. Verantwortlich; Pfarrer Bechtolshefmer Druck und Verlag der Rrühf'schen Untverftfäts-Buch- und Stein druckerei R. Longe, Gießen SS S