onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Ni Gießen, Palmarum, den 9. April 1922 II. Jahrg. Buß⸗ und Bettag 1922. Evang. Matth. 5, 6. Selig sind die da hungert und dürstet nach der Gerechtig⸗ keit; denn sie sollen satt werden. Es ist eigentümlich: das Wort Schuld kommt den Menschen ziemlich leicht über die Lippen, zumal wenn man es auf die anderen anwenden kann. Die„Schuldfrage“ bildet ja seit zwei Jahren z. B. ein. ständiges Kapitel in der Auslandspresse den Deut⸗ schen gegenüber und— leider— in der deutschen Parteipresse den eigenen Volks⸗ genossen gegenüber, sobald man sich politisch auseinandersetzt. Mit dem Wort Buße steht es bedeutsam anders und vollends mit der Buße als Tat. Denn die Aufforderung dazu rich⸗ tet sich gemeinhin nicht an den andern, sondern an die eigene Persönlichkeit. Dazu kommt, daß gerade diesem Wort etwas— sagen wir es gerade heraus— kirchlich Engherziges im Volksempfinden anhaftet, mit dem sich selbst manch ernst Religiöser nicht befreunden kann. Noch heute weckt es zugleich manch trübe Erinnerungen an die Zeiten des christlichen Mittelalters, da man mit der„Buße“ grausame Exerzitien bis zur qualvollsten körperlichen Selbstpeinigung verband, in der Hoffnung, dadurch den Zorn des Himmels zu beschwichtigen. Wer kennt nicht die blutigen Martern, denen der junge Augustinermönch Martin Luther sich in der engen Erfurter Klosterzelle aussetzte, um einen gnädigen Gott zu bekommen— ver⸗ gebens! Damals riß ihn aus tiefster Ver⸗ zweiflung sein hochverehrter Lehrer Stau⸗ pitz, als er ihm zurief:„Aller Schmerz der Reue, alle Paternoster und Kasteiungen treffen nicht die Hauptsache an der Buße, sondern die wahre Buße, die fängt an mit Liebe zu Gott und zur Gerechtigkeit“. Das war für Luther etwas ganz Neues. Er nahm es auf wie eine Stimme vom Himmel. Und aus diesem Geist heraus wurden wenige Jahre später die 95 Thesen geboren, mit dem eine neue Zeitenwende in der Welt⸗ geschichte begann. Und heute? Der Kasteiungen bedarf es längst nicht mehr, aber von Buße wollen wir zumeist noch weniger wissen, wie damals. Warum? Weil ein Gewissensstachel in dem Worte steckt. In Schule und Konfirmanden⸗ unterricht lernen wir von Jugend auf: Buße bedeutet lediglich Sinnesänderung, von ver⸗ kehrtem Wesen zu der Quelle ewigen Lichtes und Erbarmens hin, die nicht versiegt, wenn wir es nur wirklich ernst damit meinen. Das hat mit Kirche und Pfarrern nichts zu tun, sondern ist lediglich wieder einmal aufrichtige Zwiesprache des Menschenherzens mit seinem Gott. Buße in diesem Sinne ist Befreiung, nichts anderes! Haben wir sie nötig im Jahre 1922 nach den furchtbaren Erlebnissen des Weltkrieges und aller nach⸗ folgenden Erschütterungen? Gewiß, der⸗ gleichen hat jeder mit sich selbst auszumachen und kein anderer sich darein zu mischen. Aber die Frage stellen darf auch der heutige Bußtag wieder, und er soll es sogar. Denn. es handelt sich dabei nicht einmal speziell um den„Christen“, sondern um das Hei⸗ ligste und Geheimnisvollste im Menschen. überhaupt. Von der Politik, der Wirtschafts⸗ ordnung, den sozialen Dingen sagen wir heute alle: es gilt ein Neues zu pflügen. Da muß manches Alte, auch wenn es uns noch so lieb geworden war, weichen. Sollte es mit unserm innersten Eigenleben nicht ebenso beschaffen sein? Wir haben ja alle Hunger nach Glück und Frieden! Aber für unser Köstlichstes, die Seele, geht der Pfad dazu doch schließlich nur über Gott. Der 3 05 will ein schlichter Wegweiser dahin sein. Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 36. Gießener Zustände in der ersten Hälfte des 18. Jahr⸗ hunderts. (Fortsetzung. Man preist oft die alte Zeit als eine Zeit der guten kirchlichen Sitte. Daß man hierzu keinen Grund hat, lehrt folgender Vorfall:„Ist angezeiget worden, wie bey der Burgkirche sehr viel Muthwillen den Sonntag über unter dem Gottesdienst ver— übet worden, sonderlich von denen Bürger⸗ söhnen, sogar daß, sie ohnlange den Herrn Pfarrer Chriesbach(Griesbach), als er in die Kirche gehen sollen, ausgeschlossen, die Thür verriegelt, die Magd des Herrn Pfar⸗ rers Schilling in den Keller gesperret, die Bäume in der Mauer ruinieret, ja die aller schändlichsten Worte von sich in der Gasse zur Kirche höhren ließen. Deswegen soll mit Herrn Commandanten gesprochen werden, daß er diese Bösewichte einmahl auf die Wache führen ließe, welches er auch be⸗ fohlen, sogleich versprochen durch den Opfer⸗ mann.“ — 58 1739. 0 „Auf den Sonntag Cantate unter der Haupt⸗Predigt hat der verwilderte, von Gott und seinem Wort nichts wissende Wagner, in der Wolckengasse wohnend, unter der Predigt auf der Männerbühne den Kann, einen Schornsteinfegerjungen mit Füßen ge⸗ tretten und, als der Armenvogt Felsing darzugekommen, der Kirche hinausgelauffen, wie dann die Herren Kirchenseniores damahls ihn mit dem Grossar(wohl unrichtig wieder⸗ gegebener Familienname) und des Schuh- machers Wagner Sohn hinter dem Lairer⸗ Hauß(2) bey der Cantzley angetroffen. Diesen soll in Zukunft vor dem Kirchen-Con⸗ vent ihr Unfug vorgehalten werden.“ „Andreas, weyland Friederich Zinnen Sohn, ein Fuhrmann, soll die Ketten auf dem Creutz zerbrochen haben.„Soll dem Herrn Rath Freund angedeutet werden, daß er die Kette wieder machen und vor den Frevel angesehen werde.“ In alter Zeit wurden die Straßen, die nach dem Kirchen- platz führten, während des Gottesdienstes mit Ketten abgesperrt, damit die Fuhrwerke den Gottesdienst nicht stören sollten. Ueber den die Andacht störenden Lärm wird sehr oft geklagt, aber auch darüber wurde im 18. Jahrhundert geklagt, daß die Armen⸗ vögte, die doch für die Ordnung auf den Straßen aufzukommen hatten, gegen Trink⸗ geld mitunter die Ketten geöffnet haben. In der nächsten Sitzung kamen die jungen Leute, die am Sonntag Cantate den Gottes⸗ dienst gestört hatten, vor den Konvent. „Erschien Georg Henrich Wagner als An⸗ fänger obigen ermelden(berichteten) Unfugs in der Früh⸗Predigt. Er gestande alles ein, bathe es dermahl zu verzeihen, weil er im Zorn dazugebracht, worauff ihm denn ein harter Verweis gegeben worden, nebst Unter⸗ richt, wie er sich gegen Gott und Menschen zu verhalten, zumahl er ein Garten-Streicher seyn soll, der den Metzgern das Vieh aus Armuth hüte. Man hat vor gut befunden, Herrn Obristen anzuzeigen, daß er ihn unter die Soldaten nehme, weil der Bube mit 17¼ Jahr wol gewachsen und sonst wol aus⸗ sehe, dessen Vatter aber höchst arm, daß er ihm nicht die geringsten Kleider schaffen könne, damit er nicht verwildere, sondern in die Zucht, Nahrung und Kleider gebracht werde. Herr Obrist läßt sagen, wie er ohne Vorwissen des Kriegs⸗Raths keinen anneh⸗ man könnte. Er will aber mit Herrn Obrist⸗ Leutenant(Name unleserlich) des Falles sprechen. Wilhelm Wagner erschien und hatte nebst seinem Vatter, dem Naunheimer Schuster vulgo genannt, ein gut Zeugnis, beklagte mit Thränen, daß er sich habe aus der Kirche zu lauffen verführen lassen, wollte es nicht mehr thun, deswegen er nach gethaner frommen Remonstration vor dies⸗ mahl ohne Straffe dimittirt worden.“ Von einem Ehestreit, der sehr große Aehn⸗ lichkeit mit dem, was sich heute oft zuträgt, hat, erzählt uns eine andere Aufzeichnung. „Anna Margaretha Müllerin, des Schieffers im Neuweger Felde Ehefrau, erschien und klagte über ihren Mann wegen allzu harten Tractaments und vieler Schläge. Dieser wurde das Brandtweinsauffen wie auch die liederliche Haushaltung vorgehalten, wollte aber keins an sich kommen lassen, das erste Jahr, als sie noch etwas Geld gehabt, hätte er sie wol tractiret, nun aber wolle er kein Geld hergeben oder sonst was. Der Mann solle sehr rau und unartig seyn, deswegen er auch wol mögte von seinem Dienste kom⸗ men, ohngeachtet er ein fleißiger Hirte seye nebst seynem Sohn.“ Bis dahin ging die Sache ja leidlich, kurz darauf bekam sie eine andere Wendung; denn der Mann zeigte an, „wie als er von seiner Schäfferey heim ge⸗ kommen, so hätten Kisten und Kästen offen gestanden, die Frau hätte alles, was sie hätte fort bringen können, mit sich genom⸗ men, wohin wisse er nicht, außer daß sie inen Sohn zu Griedel bei Butzbach hätte, meinte aber doch nicht, daß sie daselbst hin wäre, sondern an einen anderen Orth viel⸗ leicht, wo sie das, was in der Stadt geraubt und bisher von ihr gestohlen worden, ver⸗ bracht hätte.“ Drei Wochen später ist die „Müllerin“ wieder zu ihrem Manne zurück⸗ gekehrt, wo sie inzwischen geweilt hat, wird nicht berichtet. Auch dieser Fall belehrt uns, daß die alte Zeit nicht immer eine gute Zeit gewesen ist: i „Der Strumpfstricker Heller soll einen Sohn von 17 Jahren haben, welchen er nicht zur Schule hält sondern zum Betteln ge⸗ wöhnet, weil er eine Lähmung vorgiebt, die aber falsch sich befinden soll. Er wohnet am Seltzersweg. Ist deshalb zu citieren und dem Vatter das Betteln seines Sohnes zu verweisen, besonders da dieser ja, wo eine Lähmung sich findet, gar wol auf das Strumpfstricken befleißigen und so sein Brot verdienen kann.“ In der nächsten Sitzung hieß es:„Des Strumpfstrickers Hellers Sohn ist des Vatters und Mutters Aussage nach unter die Soldaten zu gehen in Willen und deswegen verreißt, hat also nicht erscheinen können. Doch zweifelt man, ob er wegen seiner Lähmung megte angenommen werden.“ (Fortsetzung folgt.) Ein Straßenbild Kameruns. Von Missionar Heinrich Walt her-Beuern. Von unserer früheren Missionsstation Mangamba aus, wo ich vor dem Kriege 8 Monate tätig war, wollen wir einmal einen Besuch in das Dorf unternehmen, um das Leben und Treiben der Neger von morgens früh bis abends spät kennen zu lernen. Zuerst wollen wir uns einmal das Landschaftsbild etwas ansehen. Unsere Sta⸗ r 1 ccc 1 Err 59 tion liegt auf einem Hügel, von dem man einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Dörfer, Wälder und Plantagen hat. Unten im Tal liegt ein Nebel. War doch gestern Abend ein Gewitter gewesen, wodurch sich die Erde etwas abgekühlt hat und also der Nebel entstehen konnte. Wie ein See liegt er im Tal, hat ihn doch die aufgehende Sonne schon tief heruntergedrückt. Geheimnisvoll ragen die Spitzen der Palmen aus diesem See hervor. Allmählich drückt ihn die Sonne gänzlich hinunter, und der Blick in die Ferne wird sehr deutlich. Da sehen wir im Westen den Kleinen und Großen Kamerun⸗ berg. Letzterer erreicht die beträchtliche Höhe von 4090 Meter. Dann ist es im Nordwesten der Weiße Berg, so genannt durch sein weißes Aussehen, verursacht durch Asche, die über ihn ausgebreitet liegt. Hat er doch vor kurzer Zeit noch ausgeworfen, da er vulkanisch ist, und so ist er unbewachsen, weder Pflanze noch Tier vermögen auf ihm fortzukommen. Dann sehen wir im Norden eine gewaltige Kuppe, das Mananguba- und Monakogebirge, die alle 3000 Meter hoch sind. Im Osten tauchen die Basaberge auf. Mangamba, das Dorf, liegt am Fuße des Hügels, auf dem die Missionsstation steht. Nachdem wir unsern Morgenkaffee ge⸗ trunken, wandern wir den Berg hinunter, um das Leben und Treiben der Schwarzen kennen zu lernen. Am Wege treffen wir links und rechts ihre Wohnungen, wovon schon einige rauchen, das heißt der Rauch steigt durch die Oeffnungen am Dach und den Wänden hindurch, um die Freiheit zu erreichen, fehlen doch die Schornsteine, und so muß sich der Rauch seinen Weg suchen. Vor der Tür einer Hütte steht ein Schwarzer. Wir grüßen ihn freundlichst.„A Sango, busi bwame? Mein Herr, bist du gut heraus?“ Er antwortet uns:„Na busi son. Ich bin ein wenig heraus.“ Also, ganz gut ausgedrückt. Trotzdem sie auf sind, sind sie noch nicht ganz bei der Sache, wie es ja bei uns auch gar häufig der Fall ist. Dann nimmt er seine Hände, reibt sich den Schlaf aus den Augen, fängt an zu gähnen, um dann eine Kalabasse herbeizuholen, mit Wasser angefüllt. Hierauf füllt er seinen Mund, läßt einen Strahl auf seine Hände gleiten, um sich so zu waschen. Nun kommt auch seine Frau zum Vorschein. In der Hand hat sie ein Holzstäbchen, das führt sie zum Munde, sich so die Zähne reinigend. Das Stäbchen wird gewonnen von einem Strauch im Walde mit ziemlich weichem Holze. Es werden Stäbchen von der Länge von zwei Fingern geschnitten, an einem Ende mit verschiedenen Einschnitten versehen, so bildet dieses faserige Holz einen Pinsel. Die Neger tragen immer ihre Zahnbürste bei sich, entweder haben sie sie hinter dem Ohre stecken oder tragen sie im Lendentuch, um mehrere Male sich täglich damit die Zähne zu reinigen. Jede freie Minute wird dafür verwandt, daher haben sie auch ihre schönen weißen Zähne. Nach kurzer Zeit kommen auch die Kinder und alle Hausbewohner heraus, um uns freundlich zu begrüßen. Wir gehen weiter, nachdem wir ihnen zu gerufen:„Di mala so! Wir gehen nun!“ Sie erwidern:„Dangwa bwame! Gehen Sie gut!“ Wir erwidern:„Na som gita! Wir danken sehr.“ Da sehen wir es auf den Straßen be— lebter werden. Viele Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen gehen nach dem Strande, um zu baden. Ist das doch eine der ersten Arbeiten der Schwarzen in früher Morgenstunde, denn auf Reinlichkeit des Körpers halten sie viel. Es ist ganz falsch, den Neger als unreinlich zu bezeichnen. Kein Neger von den Küstenstämmen Kameruns wird es unterlassen, nach jeder Mahlzeit sich den Mund auszuspülen und mit dem Zahn⸗ bürstchen die Zähne zu reinigen. Ist Wasser in der Nähe, so badet er am Tage dreimal, ja mitunter noch öfter. Nach dem Baden wird der Körper mit Palmöl eingerieben, das die Haut glänzend und elastisch macht, sonst würde die Haut des unbedeckten Ober⸗ körpers durch den Einfluß der Witterung springen und dem Schwarzen viele Schmer⸗ zen verursachen. So läßt sich denn die Ein⸗ fettung gut verstehen. Gar häufig kann man auch Frauen über die Straßen eilen sehen, in der Hand ein Gefäß von Blech tragend. Mit demselben holen sie in einem Nachbar⸗ hause Feuer, das heißt einige brennende Kohlen. Ist doch das Feuer, das gewöhnlich die Nacht durchbrennt, ausgegangen, und mit dem Feuerstein Feuer zu schlagen, würde zu lange dauern, so holt man es im Nach⸗ arhause, wo man es schon angezündet oder glücklich durch die Nacht hindurchgebracht hat. Andere Frauen eilen mit einer großen Kalabasse oder einem Tontopf auf dem Kopf nach der„Tongo“(Quelle), um Wasser zu holen, damit das Morgenessen bereitet wird. Teils essen sie in früher Morgenstunde oder erst nachmittags zum erstenmal. ö (Fortsetzung folgt.) r Uleine Mitteilungen. Am 26. März hielt Herr Verwaltungs inspektor Wagner im Wartburgverein einen Vortrag über das Thema„Ein Streifzug in das Innere Chinas“, Herr Wagner ge hörte in den Jahren 1905 bis 190 Tals Mili⸗ täroberbeamter zur ostasiatischen Besatzungs⸗ brigade und hat im Herbst 1906 mit einem Kameraden eine Reise in das Innere Chinas gemacht. Als Beförderungsmittel dienten ihnen dabei mehrere Wagen, die mit Ochsen bespannt waren. Der Vortragende entrollte ein sehr interessantes Bild von der Land— schaft, den Sitten, Gewohnheiten und An schauungen der Bevölkerung, von der 5% 60 wie sie das Feld bebauen, auch von ihren veligiösen Anschauungen, er führte treff⸗ liche Lichtbilder vor, die photographischen Aufnahmen hierzu hat er selbst auf seiner Reise gemacht. Da Herr Wagner auf Grund eigener Beobachtungen und sorgfältiger Stu⸗ dien seine Zuhörer in eine Welt führte, die dem Europäer sonst vielfach verschlossen bleibt, so wurde sein Vortrag mit großem Interesse entgegengenommen. Musikvorträge leiteten diese Veranstaltung ein und be⸗ schlossen sie, zahlreiche Zuhörer hatten sich eingefunden. 4 8 Für den Buß⸗ und Bettag, den wir nach alter hessischer Sitte am Palmsonntag feiern, hat das Oberkonsistorium folgende Texte be⸗ stimmt, für den Vormittag: Jeremia 2, 13. Mein Volk tut eine zwiefache Sünde, mich, die lebendige Quelle verlassen sie und machen sich hie und da ausgehauene Brunnen, die doch löcherig sind und kein Wasser geben, für den Nachmittag: Evang. Matth. 5, 6. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Una harum ultima. Von Adalbert Bindewald. Im Weinberg eine Sonnenuhr Ausschließlich helle Stunden nur Verzeichnet regelmäßig, Sie lässet somit außer acht Die trüben Stunden und die Nacht Verrinnen unablässig. Die heitern und die dunkeln Zeiten Ins Meer der Ewigkeit entgleiten, Doch mahnet eine Inschrift da:. O Mensch, was auch dein Herz ergötzte, Der Stunden eine ist die letzte, „Una harum ultima“! Kirchliche Anzeigen. 8 Soyntag, den 9. April. Palmarum. Landes⸗Buß⸗ und Bettag. Kollekte für evangelische Gemeinden in der Diaspora. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Becker.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde: 11 5 Becker.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Mahr. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr, zugleich Militärgottesdienst: Pfarrer Aus⸗ feld. Beichte und Feier des heiligen Abend⸗ mahls für die Militärgemeinde. Vor⸗ mittags 11J¼ Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannesgemeinde. Gründonnerstag, den 13 April. In der Stadtkirche. Abends 6 Uhr: Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für W und Markusgemeinde: Pfarrer ecker. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirman⸗ den aus der Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Abends 7¼ Uhr: Pfarrer Ausfeld. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannes⸗ gemeinde. Karfreitag, den 14. April. In der Stadtkirche. Vormittags 9⅛ Uhr: Pfarrer Mahr: Beichte und Feier des hei⸗ ligen Abendmahls für Matthäus- und Mar⸗ kusgemeinde. Vormittags 11½ Uhr: Kinderkirche für Matthäus⸗ und Markus⸗ gemeinde gemeinsam. Pfarrer Mahr. Abends 6 Uhr: Pfarrer Becker. In der Johanneskirche. Vorm. 9 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannesgemeinde. Vormittags 117 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst: Pfarrer Ausfeld. * Evang. Arbeiterverein. Samstag, den 8. l. M., abends 8/ Uhr, Vereinslokal, oberer Saal, Hauptversamm⸗ lung. Tagesordnung Vorbereitung des 30. Stiftungsfestes. Zahlreiche Beteiligung auch unserer Frauen dringend nötig. Karten zum Vortragsabend am 2. Osterfeiertag (Prof. Koob) sind zu 1 Mk. bei Mitgliedern Bingel und Scholz erhältlich. Volkskirchliche Arbeits⸗ gemeinschaft. Montag, den 10. l. M., abends 81/ Uhr, im Restaurant Schipkapaß, Bahnhofstraße, Hauptversammlung. Vortrag von Prof. Weißgerber über die neue Kirchenverfassung und den Ausbau der Volkskirche. Beschluß⸗ fassung über das Arbeitsprogramm der Ar⸗ beitsgemeinschaft. Neuwahl des Vorstandes. Alle Evangelischen sind eingeladen. * Wartburg verein. Sonntag, den 9. April, nachm. 2: Wande rung. Näheres im Heim. Abends 8¼ Uhr: Fortsetzung des Vortrages: Bilder aus dem Tierreiche(Pfarrer Bechtolsheimer). Dienstag, den 11. April, abends 8/ Uhr, im Heim: Helferversammlung.— Kar⸗ freitag, den 14. April, nachm.: Kleiner Spaziergang. Abends 8¼ Uhr im Heim: Karfreitagslegenden“. 5 ö Verantwortlich: Pfarrer Bechtofshesmer Drück 0 Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindrucherel R. Lange, Gießen,