U e eee ee onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische e Gießen Nr. 14 Gießen, Quasimodogeniti, den 3. April 1921 10. Jahrg. Christusträger. Zur Einsegnung unserer Konfirmanden von Karl Hesselbacher. Die frühvollendete Künstlerin Berta Hin⸗ 1 hat einen wundervollen Schatten riß geschnitten: die Gestalt des Christophorus, jenes Gewaltigen, der nur dem höchsten Herrn dienen wollte und schließlich am Ufer eines Flusses sich damit beschäftigte, die Pilger über das reißende Wasser zu tragen, die zur Gnadenkapelle wallfahrteten. Eine Kinderstimme rief in der Nacht:„Hol über!“ Er watete durch das Wasser und fand ein Kind am Ufer stehen. Lächelnd schwang er's auf seine Schulter— aber die Last ward schwer, und immer schwerer, so daß er bei⸗ nahe unter ihr verzagte. Mit der 7 Kraft brachte er das Kind ans andere Ufer. Aber es hatte die Weltkugel in der Hand und segnete ihn und sprach:„Christus hast du getragen— Ehristus träger sollst du von nun an heißen!“ Unsere Vorfahren haben an der Sage ein großes Gefallen gehabt, und unzählige Male hat Künstlerhand den gewaltigen Recken mit dem Christuskind auf dem Nacken gemalt und in Holz oder Stein gebildet. Unsere Künstlerin hat etwas ganz neues gewagt: sie hat nicht einen Mann an der Schwelle des Alters gezeichnet, sondern einen — Jüngling! Schlank und hochgewachsen durchschreitet er die Fluten. Auf seinem Gesicht und in seiner Haltung liegt Hingabe in den Dienst zugleich mit der höchsten Wucht der Selbstbeherrschung, die das riesige Werk verlangt. Jünglinge— Christusträger! d Jungfrauen — Sine, Ist das nicht das schönste Konfirmandenbild? „Wir wollen nur dem Stärksten dienen!“ das ist Jugendart. Denn Jugend springt über jeden Stein, mag er noch so hoch sein. Sie fürchtet sich vor keinem finsteren Wald. Sie trotzt:„Mir ist nichts un⸗ möglich!“ Wir brauchen jetzt Starke, Män⸗ ner und Frauen, die in der Entbehrung groß werden, ohne zu verzagen, Männer un Frauen, die in die Hochschule der eisernen Pflicht gehen, ohne müde zu werden, Männer und Frauen, die gleich groß sind im Wagen und Tragen. Die sollen unser neues Deutsch⸗ land bauen. l Freilich, es klingen die Stimmen auf der Straße:„Lebt euch aus! Genießt eure kurze Jugend, solange ihr sie habt!“ Wißt ihr, was der Starke darauf antwortet?„Ich kann vorübergehen an allem, was Sumpf und Moder ist! Ihr— müßt eurem Trieb und Leidenschafts Wande dienen. Ich— bin frei davon. Ich kann lassen, was euch— knechtet!“ Das sagt— der Stärkste! Nicht im„Mitmachen“ liegt die Kraft, sondern im— Vorübergehen! Nicht in dem Heulen mit den Wölfen, sondern in dem Stolz, seine eigene Melodie singen zu können. Nicht im Schwimmen mit dem Strom, sondern in dem aufrechten Gehen des eigenen Weges, eines Weges, auf dem ihr allen Adligen und Hohen und Feinen begegnet. Eines Weges, an dessen Seite die lichten Blüten eines himmlischen Lebens blühen. Ja, der Stärkste soll es sein, in dessen Dienst ihr tretet. Kennt ihr ihn? Er hat einmal gesagt:„Mir ist gegeben alle Ge— walt im Himmel und auf Erden!“ Das ist gewiß der Stärkste, stärker als Cäsar und Napoleon, stärker als die englische Welt⸗ macht, stärker als die Machthaber, die die Menschheit in ihren Bann zwingen und die auch euch locken, daß ihr ihnen zu Fuße fallen sollt, stärker als Gold und Pracht und Luxus und Wohlleben. Die haben nur Ge⸗ walt auf Erden, aber sie nützen die Gewalt, um aus der armen Erde eine Hölle zu machen. Der Starke, von dem ich euch rede, hat die Gewalt im Himmel, und unter seinem Zepter müßte auch die Erde zum Himmel werden. Gibt es etwas Schöneres, als in den Dienst dieses Starken zu treten und mit ihm den Himmel auf die Erde zu tragen? Ihr werdet's freilich erfahren, was der Christophorus erfahren hat: anfangs 5 eine kinderleichte Sache, in dem Dienste dieses Herrn zu stehen. Ihr habt ihm ja in die Augen geblickt, und daraus hat euch der Schein einer Himmelswelt entgegengeleuch⸗ tet, so mild und lockend, so wundervoll gut und zart!„Wer wollte nicht mit ihm gehen?“ Er hat ja gesagt:„Mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht!“ Nichts Lieberes und Reineres, als mit ihm wandern! Aber wer d seinen Weg geht, dem wächst die Last im Schreiten. Mit Christus 3 98 ist nicht ein Wandel auf Blumenauen, sondern— wie er es selbst gesagt hat— ein Gang unterm Kreuz. Aber darum seid ihr Menschen, die das Größte wollen: den Weg zum Himmelreich suchen! Und einer unserer deutschen Dichter hat gesagt: 75 Freiheit und das Himmel— — 54 reich vertragen keine Halben!“ Aber ganze Männer, ganze Frauen, die reißen es an sich. Die reißen Gottes Kraft und Frieden, Gottes Freude und Gottes Klarheit in ihr vergängliches Leben hinein! Nicht wahr, das ist etwas Großes? Es ist der Mühe wert, um dieses ganz Großen willen zu leben? Ei, so wagt es! Hinein in den Dienst des Stärksten! Christusträger... Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 30. Der Gießener Bub aus dem vorigen Jahrhundert und was mit ihm zusammenhängt. Von Louis Frech. (Fortsetzung.) Im Laufenlernen waren die Gießener Klei⸗ nen vielen anderen voraus. Das kam durch das Sichselbstüberlassensein und die damit Hand in Hand gehenden Rutsch⸗ und Krabbel⸗ versuche; denn wenn der Kleine soweit ge⸗ diehen war, daß er sitzen konnte, so wurde er auf irgendeine weiche Unterlage auf den Boden gesetzt und sich selbst überlassen. Das vorgelegte Spielzeug schaffte nur kurze Unter⸗ haltung. Es flog bald in eine Ecke, und dann fing das Rutschen an. Schon mit anderthalb Jahren wurden Exkursionen durch die Zim⸗ mer und die Treppen hinauf und hinunter unternommen, und wenn letzteres auch hier und da mal zwischendurch in einem unbeab⸗ sichtigt raschen Tempo unter Geplärr von statten ging, so war aber nur höchst selten einmal eine ernste Folge damit verbunden. Die Spielsachen waren vor 60 Jahren recht bescheiden, sowohl was die Quantität, als auch die Qualität anlangte. Selbst die wohl⸗ habenderen Leute dachten nicht daran, ihre Kinder so reichlich, wie dies heute geschieht. zu beschenken und deren Freude damit ge⸗ wissermaßen zu verdünnen. Sicher ist, daß wir alten Knaben unserem roh zugeschnitte⸗ nen und bemalten Holzpferdchen aus unserer Kinderzeit ein besseres Andenken bewahrt haben, wie dies den Kindern von heute bei dem Wust von Spielsachen, die sie alljährlich zum Geburtstag und zu Weihnachten er⸗ halten, überhaupt möglich sein wird. g Verwöhnt war also damals der kleine Gießener in dieser Beziehung nicht. Schwer und des Zierlichen entbehrend, wie dies bei den meisten Spielsachen der Fall war, waren auch die in ihrer derben Anfangsbauart auftauchenden Kinderwagen, bei denen es weder Federn, noch Gummireifen gab. Wohl aber ersetzte eine wohltuende Geräumigkeit diese Mängel. Die Vielseitigkeit der Ver⸗ wendbarkeit, welche sich durch diese prak⸗ tische Eigenschaft bot, verschaffte ihnen rasch Eingang, und es gehörte bald zu den ständi⸗ gen Sonntagsbildern, die den Kinderwagen schiebende Frau Mama mit dem Sprößling darinnen, den selbstbewußt daneben her⸗ schreitenden Vater und bei älteren Ehepaaren auch noch einige größere Kinder, um die Schoren, oder nach einem der benachbarten Ausflugsorte, der Liebigshöhe, der Hardt, der Heuchelheimer Mühle, dem Windhof, dem Philosophenwald, zu dem Wirt Rinn nach Klein⸗Linden, oder nach sonst einem der Nachbardörfer pilgern zu sehen. Aber auch bei den Arbeiten im Garten, den damals ein jeder Gießener Kernbürger im Weichbild der Stadt besaß, mußte der Kinderwagen herhalten. Was man in ihm außer dem Kleinen unterbringen konnte, wurde in ihm verstaut, unter anderem auch die Kaffee⸗ kanne mit Inhalt und Zubehör; denn bei der Bestellung des Gartens und bei der Ernte weilte man stundenlang draußen. Da durfte ein so wichtiges Stück Möbel wie die Kaffee⸗ kanne nicht fehlen. Sie war so etwas, wie bei den Indianern die Friedenspfeife. Man saß in den Essenszeiten um das Feuerchen, auf dem der Kaffee brodelte und seinen aroma⸗ tischen Duft ausströmte, herum, verzehrte mit Gemütsruhe und Behagen die aus den Tiefen des Kinderwagens ans Tageslicht gebrachten Sachen und sammelte bei diesem durch keine Ueberstürzung getrübten Tun neue Kräfte für weitere Tätigkeit. Auf den Gartenbetrieb war man früher mehr oder weniger angewiesen, weil es in Gießen noch keine Gemüsehandlungen gab und der Wochenmarkt die einzige Kauf⸗ gelegenheit darstellte. Bei den Gartenarbeiten spielte der kleine Gießener eine höchst neben⸗ sächliche Rolle. Er verblieb im Wagen oder wurde unter den zum Schutz gegen die Sonnenstrahlen aufgespannten Regenschirm auf ein Kissen in den Gartenweg oder auf den Rasen gesetzt und hatte da reichlich seine Beschäftigung mit dem Abwehren der Flie⸗ gen. Wurde ihm die Plage zu arg, so brüllte er, ebenso wie er dies auch tat, wenn ihn einmal eine Hummel mehr belästigte, als ihm lieb war. Man verscheuchte dann die Störenfriede, und die Geschichte fing prompt wieder von vorne an, bis er seinen Angehö⸗ rigen den Gefallen tat und einschlief. Man deckte dann ein leichtes Tuch über ihn. Gegen Abend zog man heim, und zahlreiche Trupps, vermischt mit den Kuh- und Ochsen⸗ gespannen der Landwirte bevölkerten die Wege, von dem bürgerlichen Fleiß der Gießener Zeugnis ablegend. (Fortsetzung folgt.) Beim deutschen Beskidenkorps. Aus dem e des Hauptmanns d. R. a. D. Landgerichtsrat Trümpert⸗ Gießen. (Fortsetzung.) 25. April 1 5. Gestern vormittag er⸗ hielt die Batterie wieder heftiges Feuer, Gott sei Dank, ohne daß Schaden angerichtet wurde. Wir feuerten tagsüber sehr lebhaft. Seit heute sind wir in einer neuen Stel⸗ lung, die in die Schlucht, in der auch unsere Hütte steht, aber etwas weiter oben, unter hohen Buchen eingebaut und stärker ein⸗ * r eee ——ů— re .— 1 1 1 5 gedeckt ist. Die alte war zu leicht zu sehen, insbesondere konnte man nicht gegen Sicht gedeckt hinkommen. Die Batterie erhielt ein neues Scherenfernrohr, aber ein einarmiges, ohne Gradeinteilung und dergleichen. Es ist nur ein Notbehelf. Das eine Auge muß man stets zuhalten, das Beobachten ist dadurch sehr angreisend. Wir haben dauernd schönes, warmes Wetter, der Wald ist grün. Aber das Nachtlager ist nicht gut. Morgens tun mir alle Glieder weh, tagsüber lasse ich sie mir dann von der Sonne durchwärmen. Heute wurden wir gegen Cholera geimpft. 2 7. April 15. Der gestrige Tag brachte etwas Abwechselung in mein ziemlich ein⸗ töniges Leben. Morgens fand gegenseitige Artilleriebeschießung statt. Auf 2 Uhr nach⸗ mitlags hatte ich mir meine Pferde an das südliche Ende unseres Tales bestellt, bis wohin ich zu Fuß durch den Wald wanderte. Prachtvoll war das Grün der Lärchen, Birken und aufgehenden Buchen. Ich ritt nach Ho⸗ monnarokito. Seit 3 Wochen saß ich zum erstenmal wieder auf dem Pferd. Es war sehr warm, aber der Himmel hatte sich etwas bedeckt, und es schien Regen zu geben. Doch hielt sich das Wetter, und der Abend war herrlich. In einer Stunde erreichte ich mein Ziel. In Homonnarokito liegt auch unsere Bagage, bei der sich mein Koffer befindet, aus dem ich Verschiedenes holen wollte, be⸗ sonders Lesestoff. Unsere Leute haben sich dahinten gemütlich eingerichtet. Es gibt jetzt Bretter und Dachpappe in Menge, da zim⸗ mern die Leute der Kolonnen und Bagagen sich kleine Häuschen, um die mit Ungeziefer behafteten Häuser der Landbewohner meiden zu können. Auf den Feldern wurde von Männlein und Weiblein unter Beihilfe der Mannschaften der Kolonnen, die meist gar nichts zu tun haben, eifrig gearbeitet, wozu auch die Militärpferde gestellt wurden. Die Kühe und Ziegen weideten an den Berg⸗ hängen, die Hirtenbuben und Mädchen sangen ihre eintönigen Weisen. Kirschbäume und Schwarzdorn standen in voller Blüte. Das Ganze war ein schönes friedliches Bild. Ich besuchte Rittmeister Reinhard, bei dem ich unsern Stabsarzt Dr. Busch aus Mainz und Hauptmann Kranzbühler traf. Nachdem ich noch die Leute, bei denen wir an Ostern gewohnt, begrüßt hatte— die Kinder er⸗ kannten uns gleich wieder und waren sehr erfreut, leider hatte ich keine Schokolade ein⸗ gesteckt—, ritt ich mit Dr. Busch, der ein sehr angenehmer Gesellschafter und tüch⸗ tiger Arzt ist, wieder nach vorn, immer der Virava entlang. Es war 11 6 frisch ge⸗ worden, alles grünte, die Luft war mit dem süßen Duft der blühenden Weiden⸗ lätzchen erfüllt. Es war ein schöner Ritt. Aber die Pferde sind etwas matt; die Regen⸗ tage im Freien und der Mangel an Heu sind nicht spurlos an ihnen vorübergegangen. Zufälligerweise erfuhr ich, als ich durch Uybaina ritt, daß mein Freund, Hauptmann Schmitt, dort in Ruhe liege. Ich begrüßte ihn, hatte aber leider keine Zeit, abzusteigen. Ich mußte nämlich um 6 Uhr im Abtei⸗ lungsquartier, der Mühle bei Vilag, sein, zur Teilnahme an einem Feldstandgericht, dessen Vorsitzender ich, als derzeitiger Ab⸗ teilungsführer, bin. Das Gericht hielten wir unter freiem Himmel am Fuße eines mächti⸗ gen Baumes ab, wie die alten Germanen das Ting. So bin ich nun im Felde auch als Richter tätig gewesen. Es handelte sich um einen Kanonier, der seinen Geschütz⸗ führer bestohlen hatte. Dank der Milde der Beisitzer kam er glimpflich durch mit einem Monat Gefängnis. Auf Einladung von Stabsarzt Busch und Oberleutnant Crecelius, dem Abteilungs⸗ adjutanten, blieben wir— außer mir waren noch Oberleutnant Windisch und Leutnant Müller als Richter tätig gewesen— zum Abendessen da. Ein Zimmer war fein ge⸗ deckt, es gab sehr gutes Essen, Wein und später Bier. So gut könnte ich es jeden Abend haben, wenn ich in meinem Stabs⸗ quartier kampierte. Aber da ich dabei meine Batterie führe und jeden Morgen in die Feuerstellung muß, bleibe ich lieber in un⸗ serer bescheidenen Hütte. Oberleutnant Win⸗ disch erzählte außerordentlich interessant von den Schlachten bei Tannenberg und an den masurischen Seen, wo es schauerlich zuge- gangen sein muß, sowie von dem Vormarsch auf Warschau, dessen Türme er gesehen hat. Hinter Zeltbahnen schnarchte in dem ge⸗ räumigen Zimmer friedlich die Müllers⸗ familie. Erst um ½1 brachen wir auf; ich hatte den weitesten Weg. Es war herrlicher Mondschein, kein Laut störte den Frieden der Nacht. Nur hier und da erscholl der Ruf eines Käuzchens. Kurz nach 1 Uhr langte ich in meiner Hütte an. 28. April 15. Gestern nachmittag um 7 Uhr hatten wir wieder einmal Feld⸗ gottesdienst, und zwar bei der Mühle bei Vilag; dieses Mal für die ganze Abteilung, so daß er für Evangelische und Katholische getrennt stattfand. Wir sangen zum Eingang „Ein feste Burg ist unser Gott“, während 50 Schritte davon der katholische Pfarrer seine Predigt hielt. Würde doch auch nach dem Kriege zwischen den beiden Konfessionen ein solch friedliches Verhältnis bestehen blei⸗ ben, wie es eben hier im Felde herrscht. Heute gegen Abend besuchte ich die Feuer⸗ stellung der 5. Batterie unten im Tal. Hauptmann Fresenius zeigte mir mit Stolz, was seine Leute dort alles gemacht haben. Hinter den Unterständen stehen schöne Tische und selbstgeflochtene Bänke. Ihrem Haupt⸗ mann fertigten die Kameraden einen schönen Sessel aus Birkenstämmchen. Ferner legten sie ein Schwimmbassin an, dem dauernd srisches Wasser zufließt, ein Sprunggestell und einen Barren, woran morgens geturnt wird Das Schönste aber ist ein Spielzeug am Bach, das ein Kanonier geschnitzt hat. 1 1 l 1 b a 9 4 * 56 Ein Wasserrad setzt zwei Hämmer in Be⸗ wegung, die auf leere Kartuschenhülsen schla⸗ gen, und ein russisches Karussell, in dem zwei Schiffchen und zwei Männer hängen, die sich beim Drehen des Rades überschlagen. So vertreiben sich die Leute die Zeit. Leut⸗ mant Müller hat zwei Ringelnattern ge⸗ fangen, die er in einem Zwiebacksack lebend aufbewahrt und den Besuchern zeigt. (Fortsetzung folgt.) veranstaltungen zur Feier der 400 jähr. Wiederkehr des Reichstags zu Worms. Sonntag den 10. April. Abends 8: Festversammlung in der Jo⸗ hanneskirche. Orgelvorträge des Herrn Or⸗ ganisten Habicht, Mitwirkung des Kirchen⸗ gesangvereins, Vortrag des Herrn Geh. Kirchenrates Prof. Dr. D. Krüger. Sonntag den 17. April. Festgottesdienste. In der Stadtkirche. Vorm. 8: Pfarrer Becker(Mitwirkung der Gesangsabteilung des Evangelischen Arbeitervereins). 9/; Pfarrer Mahr. In der Johanneskirche. Vorm. 8: Pfarrer Ausfeld. 9: Pfarrer Bechtolsheimer(Mit⸗ wirkung des Kirchengesangvereins). In beiden Kirchen um 11 Uhr Kinder- gottesdienste. Abends 8: Familienabend in der Turn⸗ halle an der Nordanlage, veranstaltet vom Wartburgverein. Vorführung von Licht⸗ bildern aus Luthers Leben, mit Erläute⸗ rungen von Pfarrer Bechtolsheimer, Auf⸗ führung des Festspiels„Junker Jörg im Schwarzen Bären zu Jena“, Rezitation von Frau Mendelssohn-Bartholdy. Montag den 18. April. Jugendgottesdienste. Für die männliche Jugend in der Jo⸗ hanneskirche um 9(Pfr. Ausfeld) und um 1½11(Pfr. Bechtolsheimer). Für die weibliche Jugend in der Stadt⸗ kirche um 9(Pfr. Becker) und um 17211 (Pfr. Mahr). Uleine Mitteilungen. In der heutigen Nummer unseres Ge⸗ meindeblattes veröffentlichen wir das Pro⸗ gramm der Veranstaltungen in unserer Ge⸗ meinde zur Feier der 400jährigen Wieder⸗ kehr des Reichstages von Worms. Wir bitten unsere Leser, dieses Programm sorgfältig aufzubewahren, an die ganze Gemeinde rich⸗ ten wir die Bitte, sich an diesen Veranstal⸗ tungen rege zu beteiligen. In der schweren Zeit, die wir nun durchleben, wollen wir uns an Martin Luthers Glaubenskraft und an seinem Heldentum aufrichten. Ganz be⸗ sonders erwarten wir, daß unsere Ge⸗ meindeglieder sich zahlreich an der Festver⸗ sammlung am 10. April beteiligen. In der Person des Herrn Geh. Kirchenrates Prof. Dr. D. Krüger haben wir einen Festredner gewonnen, dessen Darbietungen sehr viele mit Freude und großen Erwartungen ent⸗ gegensehen werden, Wie kaum ein zweiter ist der genannte Gelehrte imstande, evangeli⸗ schen Christen das Verständnis der großen Persönlichkeit Luthers zu erschließen, gelten seine Studien doch seit vielen Jahren Reformationsgeschichte, so daß auch der, der sich mit Luther etwas beschäftigt hat, von diesem Vortrage Neues und Interessantes erwarten darf. Der Vortrag„Der Genius Luthers“, den Herr Geh. Kirchenrat Krüger im Reformationsjubeljahre gehalten hat, hat das zur Genüge dargetan. Selbstverständlich erwarten wir auch eine rege Beteiligung an unseren Festgottes⸗ diensten. Sehr erfreulich ist es, daß die hie⸗ sigen Schulleitungen den Wunsch haben, daß alle evangelischen Schüler sich an den Jugend⸗ gottesdiensten, wie wir solche schon 1917 veranstaltet haben, beteiligen. Die evan⸗ gelischen Schüler und Schülerinnen versam⸗ meln sich vorher in ihren Schulen und be⸗ geben sich geschlossen nach den Kirchen. Mit seinem Familienabend wendet sich der Wartburgverein gleichfalls an die ganze Gemeinde. In der Form edler geselliger Unterhaltung will er Bilder aus dem Leben Luthers vorführen. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 3. April. Quasimodogeniti. In der Stadtkirche. Samstag den 2. April, nachmittags 2 Uhr: Beichte für die Kon⸗ firmanden aus der Matthäusgemeinde und deren Angehörigen: Pfarrer Mahr.— Sonn⸗ tag den 3. April, vormittags 9½ Uhr: Kon⸗ firmation der Kinder aus der Matthäus⸗ gemeinde Feier des heiligen Abendmahls: Pfarrer Mahr.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Becker.— Montag den 4. April, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weib⸗ lichen Jugend der Markusgemeinde.— Dienstag den 5. April, abends 8 Uhr: Helferversammlung der Männer⸗ u. Frauen⸗ vereinigung der Matthäusgemeinde im Kon⸗ firmandensaal. In der Johanneskirche. Samstag den 2 April, nachmittags 2 Uhr: Beichte für die Konfirmanden aus der Lukasgemeinde und deren Angehörige: Pfarrer Bechtolsheimer. — Sonntag den 3. April, vormittags 9½ Uhr: Konfirmation der Kinder aus Lukasgemeinde. Feier des heiligen Abend⸗ mahls: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Evangelischer Arbeiterverein. Sonntag den 3. April, abends 8/ Uhr: Vortrags- und Diskussionsabend bei Herrn Loh(Herberge zur Heimat), Hinter der West⸗ Anlage. Wartburg⸗Verein. Sonntag den 3. April, nachm 2 Uhr: Waldwanderung. Treffpunkt: Schützenhaus (Trieb! Abends 8/ Uhr im Heim, Diezstr.: Vortrag. Daselbst auch Ausgabe der Karten zur Lutherfeier. Perantworissch: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Perlag der Brühl'schen Univerfisdts-Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange, Gießen.