Hummer 304 Dienstag, den 30. Deremker 1014. 7. Jahrgang D>« „S*0* e«e»»,->«»nv" e> cheml „den WeiUog. Regelmäßige Beilagen t«> £«n iifenten monailict) 50 Psq. Hin,u tritt Postgebühr o6et Itagerlotin. „3rr Rotier an, ficfTclt*', „öir Spinnllnb.". örm SC prtio: Sei den Posta Platten o,-r,°ftäyri,ch M! I OS r*- ----- Air Antiumt irs llriilishaujlrrs auf ke frittij. JHnttifcl Kämpfe im Osten. — 3 englische Flugzeuge gesunken, 1 Flieger ertrunken. — Weihnachten im Hauptquartier. — (am, sondern von des ganzen Volkes Liebe und Fürsorge umgeben seien. Wir kämpfen am Weihnachtstage, um unseren Kindern einen ewigen Weihno chtsfricdcn zu erstreiten. Einen tiefen Eindruck machte es, als ein Teil der seiern- den Krieger mitten aus dem Lichterfcst plötzlich zur Kampfes- sront abberusen wurden und fich im Lichterglanz, die Siegcs- ireude in den Augen, sichtlich gerührt von den Kameraden -rabschiedeten. Noch eine Ansprache desKaisers. Einem ihr zur Verfügung gestellten Briefe eines Offiziers nom östlichen Kriegsschauplätze entnimmt die „Kreuzzeitung folgende Mitteilung: „Bor einigen Tage» hat uns Seine Majestät der Kaiser besichtigt. Ich gebe den genauen Wortlaut seiner Ansprache hier wieder: „Liebe Kameraden! Ich bin hierhergekommen aus Frankreich, um Euch den Erutz Eurer Kameraden aus dem Westen zu bringen und Euch meinen Königlichen Dank zu sagen sür die Tapferkeit, mit der Ihr getreu Eurem Fahneneide die llebermacht der Russen bisher siegreich geschlagen habt. Alles dieses habt Ihr mit Gottes Hilfe getan und Er möge Euch weiter helfen. Euren andern Kameraden in den Schützengräben bringt meinen Königlichen Erutz, aber dem Feinde die Kugel und das Bajonett, und das eine sage Ich Euch: „Geschlagen wird der Feind unter allen Umständen!" Lowicz eingenommen. Datz Lowicz, einer der wichtigste» Eisenbahnknotenpunkte im nördlichen Polen, dessen hohe Bedeutung selbst von russischer militärischer Seite längst in einem Bericht ganz besonders hcrvorgehoben worden ist, von unfern heldenmütigen Truppen, die unter dem Befehl des Generalleutnants v. Morgen kämpfen, eingenommen worden ist, haben die deutschen Tagesberichte nicht ausdrücklich verzeichnet. Wir wissen, wie knapp die Berichte von unserer Ostarmee lauten und datz sich hinter den kurzen Sätzen wichtige Erfolge verbergen. Einem russischen Bulletin war hne weiteres zu entnehmen, datz Lswirz in deutschem Besitz- sein mutzte, Uebcr die Besetzung dieser Stadt gibt folgender Feldpostbrief eines im Osten kiimp- senden Offiziers einen anschaulichen Bericht: „So sind wir denn nach lttägigen schweren Kämpfen in den Besitz von Lowicz gekomnien. Die Stadt, die die Russen zur Festung ausgebaut hatten, wurde von ihnen als Schliisfelpunkt ihrer ganzen Bzuraslcllung harinäckig verteidigt. Rach ununterbrochenen Anstrengungen und Kämpfen unserer Truppen, und nach- ' m wir Schnellbrücken über den Bzurakanal geworfen hatten, ,nntcn wir endlich in die durch unsere Artillerie und belon- ders die österreichisch-ungarischen Motorbattericn ziemlich mitgenommene Stadt einrücken. Am Abend kamen wir auf dem grotzcn Platz an, wo die Reserve des Korps stand und Wachtfeuer angezündct hatie. Es war ein wunderschönes Kriegsbild, Aber als dann, nachdem unser Kommandierender, General v. Morgen, eingeritten und am Postgebäude abgestiegen war und alles auf ihn zuktürztr, um ihn zu dem Erfolge seiner heldenmütigen Truppen zu beglückwünschen, nun plötzlich die Mannschasten den Choral von Lcuthen anstimmten — das war einer der ergreifendsten Augenblicke dieses ganzen Krieges." Der vttungMe rnah fJarßof; in die llortlrr. London, 25. Dez. (Nichtamtlich). In dem Bericht der englhchen Admiralität über de» Angriff auf die deutsche Rordseciüftr heitzt es: Drei englische Flieger kamen aus Tauchbooten, die ihnen Beistand leisteten, zurück. Ihre Flugzeuge waren gesunken. Ern Flieger wird ocrmitzt. Sein Flugzeug wurde 12 Kilometer von Helgoland als Wrack gesehen. Sein Los ist unbekannt. Noch eine Beute der „Leipzig". Kurz vor der Seeschlacht bei den Falklandsinseln war cs dem deutschen Kreuzer „Leipzig" gelungen, noch ein englisches Kohlcnschisf, den „Drummicr" von Swansea nach Valparaiso unterwegs, in den Grund zu bohren. Die Bemannung des Schisses wurde jetzt von dem deutschen Dampser „Seydlitz" im Hajen von Port San Antonia Oeste gelandet. ür den Frühjahrsanbau seien befriedigend. Bezüglich der Pferdezucht seien alle Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung des PierdebestandeS getroffen. Tie Regierung traf mit den, Kriegsministerium die Vereinbarung, daß die ausgcinusicr- ten und verwundeten Pferde in Zukunft nicht versteigert, sondern der Regierung zwecks Verkaufes zu billigen Preisen an die kleinen Landwirte zur Verfügung gestellt werden- Der Krieg im Orient. Die Kümpfe im Kaukasus. Koustantinopel, 27, Dez. Der „Tanin" saßt die bisherigen Operationen auf dem kaukasischen Kriegsschauplatz zusammen. Das leitende Blatt hebt hervor, daß die ottomanische Armee ihr Hauptgewicht gegen den russischen rechten Flügel eiusetztc. Bei ihrem Vormarsch im Tale des Id, :velck>cs die einzige Passage zwischen de:» Arar und dem Gebirge von Lasistan bildet, stieß sie ans den Feind zwischen Id und Oldi. Es kam zu einem hartnäckigen Kampf, der mit der Niederlage der Russen abschloß- Der „Tanin" bebt das äußerst schwierige Terrain sowie die Ungunst der Jahreszeit hervor, was de» türkischen Sieg doppelt einschätzcn läßt. Die türkisck>c Flankenbewegung bat sofort die Gesamtlage des russischen rechten Flügels beeinflußt, der seine im Tale des Arat besetzten Stellungen räumte, Der „Tanin" glaubt sicher annehmen zu können, daß die russische Armee auch das Tal des Mnrad Tschai ansgeben muß und damit der letzte kleine Rest ottomanischen Gebietes, der von den Russen besetzt ist, gesäubert wird. Das Blatt ineint, die Stadt Olti werde in den nächsten Tagen durch die türkischen Streitkräste besetzt weiden können. Erfolge brr Türken an der rusiisch-persischen Grenze. Konstantinopek, 28. Dez. Die Türken suchen ihre jüngsten Erfolge bei Olti nach Möglichkeit auSzunuhen. Wie vermutet wird, rücke» sie vor und bedrohen von Olti aus die Verbindungslinien der aus der Straße von Kars stebender. Truppen. Wie hierher berichtet wird, entwickeln sich die Dinge an der russisch-pcrstschen Grenze befriedigend. Die persischen Stämme hoffen, binnen sechs Wochen alle Vor- bereitungen getroffen zu haben, die ihr Eingreifen in den Kampf an der Seite des Türkenheeres ermöglichen. Der türkischst Flottenersolg. Berlin, 28. Dez. Die „Vossische Zeitung" meldet: lieber den gestern genieldeten türkische» Sieg im Schwarzen Meer wird weiter noch bekannt: Die „Hnmidie" beschoß am 24. Dezember Votum mit Erfolg. „Midilli" begegnete der russischen Flotte am 24. Dezember in der Nähe von Amasta. Sie beschoß das russischst Linienschiff „Rostislaw" mit Erfolg und versenkte die beiden Minenleger „Lieg" und „Athos." Als dann am 25. Dezember das türkische Schiff „Sultan Jawus Se- lim" sich näherte, zog sich die russische Flotte schleunigst nach Sewastopol zurück. Offenbar hatte die russische Flotte die Absicht, die türkischen Küstengewässer an dem Ansgang des Bosporus mit Minen zu verseuchen. Konstantinopcl, 28, Dez. (Nichtamtlich.) Nach glaubwürdigen Mitteilungen hat das Seegefecht, von dem die amtliche Mitteilung sprach, bei Zunguldak ftattgefunden. Es heißt, daß die Russen durch die Versenkung von Schiffen den Zugang zum Hasen von Zunguldak, der Kohlenstatio» ist, versperren wollten, aber dank der Tapferkeit der osma- nischcn Flotte gelang der Versuch nicht. Man ist hier voll Bewunderung über die Tapferkeit und Geschicklichkeit der Offiziere und Mannschaften der osmanischen Kriegsschiffe, die allein imstande war, den Kampf mit einer so zahlreich:,:: russischen Flotte auszunehmen und die Minenleger „Oleg" und „Athos", zwei große, der russischen Freiwilligcnflotte angehörige Schiffe, zum Sinken bringen konnten. Die amtliche Mitteilung rief in ganz Stambul große Freude hervor, zumal sie nach den falschen Gerüchten kam, die in diesen Togen absichllich verbreitet waren, um die Bevölkerung zu entmutigen. Der Heilige Krieg. Konstantinopel, 27. Dez. „Jk- dam" bringt einen Artikel folgenden Inhalts: Eine vertrauenswürdige Person, die kürzlich aus Anatolien zurück- gekehrt ist, versichert, daß die Verkündigung des Heiligen Krieges unbeschreibliche Begeisterung unter der muselmanischen Bevölkerung hervorgerufen hat. Die Bevölkerung ist zu allen Opfern bereit, da sie Wohl weiß, daß es sich um Leben oder Tod der Türkei handelt. Konstantinopel, 27. Dez. (W. T. B.) Die Zeitungen in Beirut teilen bei Besprechung der Zeremonie, die jüngst in der Omajjad-Moschee in Damaskus ftattgefunden hat, den Wortlaut der Ansprache mit, welche von dem Oberkom- mandlerenden gehalten worden ist. Wir haben, so betonte er, uns fest entschlossen, dieses Land zurückzuerobern und unsere Brüder zu retten. Wenn unsere Bestimmung uns dafür Vorbehalten hat, auf dem Felde der Ehre zu fallen, dann sollt ibr andern über unsere hingcstrcckten Leiber nach Kairo marschieren. Ich hege große Hoffnungen, daß der Sieg unser sein wird. — Bei derselben Zeremonie hielt der deutsche Konsul eine Ansprache, in der er die Bedeutung der türkisch-deutschen Freundschaft hervorhob und mitteilte, daß Kaiser Wilhelm eine Lampe für die Moschee gestiftet habe. Ein verstärktes Geschwader vor den Dardanellen. Basel, 28. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Wie die „Baseler Nachrichten" melden, ist das Verbündete Geschwader vor den Dardanellen neuerdings verstärkt worden und besteht jetzt aus vierzig Winkeln, darunter 15 Dreadnoughts und anderen Schlachtschiffen. Es wird ein entscheidender Angriff erwartet. — Das französische Schlachtschiff „Waldeck-Rous- seau" ist, mit dem Kommandierenden General an Bord, in Saloniki eingetrossen. Vom albanischen Hexenkessel. Die Besetzung von Valona «nv die Großmächte. Wien, 28. Dez. Aus diplomatischen Kreisen wird erklärt, datz die Landung von italienischen Matrosen in Balona ebenso wie die Ende Oktober vorgenommene Entsendung von Kriegsschissen »ach Valona und die Errichtung einer Sanitäts- und Hilss- staticn im Einvernehmen mit den übrigen Mächten, insbejon- dcre Oesterreich-Ungarns erfolgt sei. Italien komme als einzige neutrale Macht in Betracht, Es handle sich bei der Landung mehr um eine polizeiliche als um eine militärische Aktion, Albanien in Ausruhr, Der „Corriere dclla Sera" erfährt aus Bari, datz die aufständische Bevölkerung in Tirana alle Häuser und den sonstigen Grundbesitz Esilld Paschas in Brand gesteckt habe, Esiad war aus diesen Schlag vorbereitet: er habe deshalb gegen die Türkei, nachdem diese den Heiligen Krieg erklärt hatte, Stellung genommen Trotzdem Esiad den Ausnahmezustand oerlündele, wurde die Bevölkerung aber nicht cingeschüchtert, und jetzt ist der Aufstand allgemein. Durazzo ist -.sclicrt. Die Bevölkerung bcschlotz, Esiad Pascha zu tüten und gegen die Hauptstadt zu ziehen. Man glaubt, Esiad werde nicht lange Widerstand leisten können. Auf den albanischen Bergen lodern riesige Flammen, Der portugies. Durcheinander. Berlin, 28, Dez, (W, B Nichtamtlich). Ueber die Vorgänge in der portugiesischen Kammer meldet man aus Madrid vom 18. Dezember: Nachdem da, neue Ministerium die Erklärung über sein Regierungsprogramm betreffend Teilnahme an dem europäischen Krieg bezw. Verleidigung des portugiesischen Gebietes und Erfüllung der Bertragspslichtcn gegen England abgegeben hatte, gab die Mehrheit der Partei- sührer beider Kammern ihr:r Missbilligung Ausdruck. Angeblich beabsichtigt die Regierung, eine geheime Sitzung beider Kammern herbeizuführen, um darin zu dieser Niederlage Stellung zu nehmen. Man befürchtet, eine Teilnahme Portugal» an dem Kriege werde neue politische Konflikte herbeisühren. (Rach der Reuter-Meldung vom 24. Dezember sollte das Abge- R'. »04 _ ordnctenhaus inzwischen eine» Beschluß zu Gunsten der R«. gierung gesatzt haben). Eine Niederlage der Portugiesen. Mailand, 28. Dez. Aus Listabon wird berichtet, datz 2000 deutsche Retter bei Ru- lila die Grenze der Kolonie Angola liberschritten und Nulila angegrissen haben. Der portugiesische Oberst Rocados zog sich darauf in strategisch bessere Stellungen zurück. Mailand, 28. Dez. Nach hier aus Lissabon eingetros- scnen Meldungen hat das portugiesische Expeditionskorps unter dem Oberbesehl des Obersten Rocados gegen deutsche Kolonialtruppen eine schwere Niederlage erlitten. Das Expeditionskorps des Obersten hatte die deutsche Grenze überschritten, als es von einem starken deutschen Truppenteil plötzlich angegriffen und zur Flucht gezwungen wurde. Die portugiesischen Truppen versuchten dann, sich in das auf portugiesischem Gebiet gelegene Nulila zurückzuzikhen. Die Verfolgung seitens der Deutschen war fedoch so heftig, daß es den Portugiesen nicht gelang, Nulila zu halten. (fine chilknilchk Spyatliifkiiiiiiijf billig für Dlntjchlsud. Genf, 28. Dez. Tie „Gaceta Militär" in Sontra- go. die von Offizieren der chilenischen Armee redigiert wird, derössentlicht, wie der „Temps" berichtet, eine Sympathiekundgebung für Tcntschland. Die Offiziere geben ihrer Dankbarkeit gegen Tcutjchland Ausdruck, dem sie wertvolle Lehren in allen Dingen des öffentlichen und privaten Lebens verdanken, insbesondere gegen den Kaiser und die Negierung, die ihnen besonderes Wohlwollen cntgegcnbrach- tcn. Im Herzen jedes Chilenen fei die Ucbcrzeugung eingewurzelt, daß, im Falle sein Vaterland von irgend einem amerikanischen oder europäischen Staate bedroht würde, das mächtige Deutschs Reich Chile sofort unter seinen Schutz nehmen würde. Auster dieser Dankbarkeit schulde man der spartanischen Tapferkeit Deutschlands Treue und Bewunderung. Aus Japan. Japan als Frankreichs Nothrlser. Bern, 28. Dez. Der „Temps" legt sich scharf ins Zeug für die Ausdehnung der japanischen Wasscnhilse aus dem europäischen Kriegsschauplätze. Die Verbündeten leien zwar des siegreichen Ausganges ihrer Sache sicher, allein durch ein Bündnis mit den Japanern, welche Idee in Frankreich täglich Boden ge- Winne, sei der FricdenSschlnh um einige Monate früher möglich. Da sich unter den Truppen der Verbündeten bereits Farbige befinden, dürfe inan umso weniger zögern, die zivilisierten Japaner als Mitarbeiter hcrbeizuziehen. Beistcrei im Aksrnhaus. (Basel, 28. Dez. (W, T- B.) Nach einer Meldung aus Tokio ist es im japanischen Parlament vor der Auflösung zu stürmischen Szenen gekommen. Die Verteidiger der Jnselpolitik gerieten sogar in ein Handgcniengc mit den Kontinentalpolitikern, Der Deputierte Schilbawa, ein früherer Minister, wurde so zwischen die Bänke gepreßt, dast er schwere innere Verletzungen erlitt. Ans Jrankreich. Die marokkanischen Spahis ans der Front in Frankreich zurückgrzogcn. Lyon, 28. Dez. „Progres" meldet aus Pari?: Die marokkanischen Spahis sind von der Heeresverwaltung von der Front zurückgezogen worden, da sie sich für den Dienst in den Schützengräben und für den Erdkrieg als unverwendbar erwiesen haben. „Progres" erklärt, cs handle sich keineswegs um eine endgültige Außerdienstsetzung. Tie Heeresverwaltung warte eine Gelegenheit ab, wo sie die kriegerischen Eigenschaften der Spahis gewinnbringend verwerten könne. Keine Annektierung Tunis. Paris, 28. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Autorisierte Kreise dementieren die Nachricht aus Rom, dcrzusolge Frankreich die Annektierung von Tunis beabsichtige. Das Regime des Protektorats stelle Frankreich völlig zufrieden; an eine Acnderung werde nicht gedacht. Französische Landsturmrcscrvcn an die Front. Mailand, 28. Dez. (Nichtamtlich.) Wie der Pariser Vertreter des „Eorriere dclla Sera" meldet, schickt Frankreich nunmehr den größten Teil seiner Landsturmrcscrven von den Ucb- ungsplätzen des Südens an die Front- Eine französische Pulverfabrik vernichtet. Aus Zürich wird dem ..Berl.. Lok.-Anz." gemeldet: Nach einer Meldung aus St. Gervais im Departement Haute Savoyen ereignete sich in der Svrengstossabrik von Eheddes eine gewaltige Explosion. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Die französische Militärbehörde bemüht sich, die Ursache de? lln- glücks zu verschleiern. Die offizielle Lesart geht dahin, daß durch das Platzen eines Geschosies zwei Arbeiter verletzt worden seien. Der Direktor der Fabrik, soll vor einiger Zeit geäußert haben, er mache sich auf Attentate auf die Fabrik gefaßt, weshalb das Gebäude in letzter Zeit besonders scharf bewacht wurde. Aus Belgien. Der belgisch« Lberh»ja,arjch,ii vor dem deutschen Feldgericht. Brüssel, 24. Dez. lRichtamtlich). Am 9. Dezember wurde die Gattin des Oberhosmarschalls des König der Belgier, Gräfin Marie Louise de Merode, ans der Fahrt von Antwerpen nach Brüssel von den deutschen Posten ausgehalten. Das Gepäck wurde untersucht. Es fanden sich darin mehrere Papiere, die den Verdacht au-kommen liegen, daß das Erosen- paar Beziehungen zu England und Frankreich psleg«, die für die deutschen Interessen hätten schädlich werden können. Ohne weiteres legten di« Papier« die Schuld nicht klar aber das Material war doch so stark belastend, daß rin seldzerichtliches Verfahren notwendig erschien, das angeordnet wurde; hantelt Ww Dienst«^ d en 2*. Dezember HU es sich doch um Verbrechen, welch, »ach de, deutsche» Krieg». gesehen mit dem Tode oder Zuchthau» bestraft werde». Wie wir hören, fand da, Feldgericht am 22. Dezember tn Brüssel statt. Der Gerichtshof gelangt« fedoch zu einem freifprechen- den Urteil, da die Verdachtsgründe nicht ausreichten, um die Schuld als erwiesen anzusehcn. Trotz de, fteisprechenden Nr- txils stand der Genernlgonocrneur in Belgien den Behörden da. Recht zu. die Verdächtigen in ein deutsches Eesangenen. lager absühren zu lasten, wenn von diesem Recht kein Ge- brauch gemacht wurde, so waren sicherlich Erwägungen matz, gebend, welche von einer grotzmütigen Rücksicht geleitet waren. Belgisches Pulver für deutsch« Truppen. Nach der „Tisd" haben di- Deutschen di- Pulverfabrik in Eaulille bei Hamont (Beigisch-Limburg) unter Leitung deutscher Ingenieure wieder in Betrieb gesetzt. Die Arbeiten werden selbswerständlich für das deutsche Heer betrieben. Belgisch, Flüchtlinge. Rotterdam, 28. Dez. Der Maasbode meldet; Dem „Daily Ehrontcle" zufolge besinden sich jetzt In England ungefähr 130 WO belgische Flüchtlinge. Jede Woche kommen über Vlissingen ungefähr zweitausend an. Ans Rußland. Revolutionäre Bewegung. Sofia, 27. Dez. „Dnewnik" meldet aus Petersburg; Die rustiche Regierung habe di« Schlictzung sämtlicher Mittel- und Hochschule» sowie llniversi. täten verordnet. Dies- Matznahme wird damit begründet, datz die Studenten revolutionäre Aktionen organisieren. Gleichzeitig seien in verschiedenen Städte» etwa 3000 Studenten verhaftet worden. Der Belagerungszustand in der Hauptstadt werde im- mer mehr verschärft, da die Regierung ernste Ausstandsbeweg- »ngen befürchtet. Rutzlands innerer Feind a» der Arbeit. Petersburg 23. Dez. Die Revolutionäre haben die Wahrheit über den Rückzug der Rüsten von Lodz durch geheim- Flugblätter in den Arbeiierkreisen bekanntgemacht. In den Flugblättern wird erklärt, datz die Regierung die Söhne des Volkes sinnlos auf die Schlachtbank führe. Besonders eifrig wird unter den Mannschaften, die noch zu den Fahne» beruscn werden, rcvolu- tsonäre Propaganda gemacht. Man ist säst allgemein der An- sicht, datz die Lage der Regierung unhaltbar sein wird, wenn die russischen Truppen noch eine grotze entscheidende Schlappe erleiden sollen. Kalmücken und Kosaken. Petersburg, 28. Dez. (W B. Nichtamtlich). Erotzsürst Nikolai telegraphierte an den Gouverneur von Asttachan, der Zar wünsche, daß die Kalmücken dem Kosakenstande zugeteilt würden. Ein Denkmal in Warschau gesprengt. Die Wiener „Reichs- post" meldet; Das in Warschau errichtete Denkmal der polnischen Zarentrcue kst in die Lust gesprengt worden. Man vermutet darin das Werk der Revolutionäre. Ans England. Englischer Torpedojäger gestrandet. L o n v o n, 28. Dez Reutcameldung. Ein britischer Torpedojäger stieg während eines Sturmes aus der Höhe von Standlews in Schottland aus einen Felse» Die Bemannung rcttel« sich in Booten. Der Judaslohn de, Verräters. London. 26. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Meldung des Reuterschen Bureaus. Der König bewilligte dem Prinzen von Battenberg für hervorragende Verdienste um die Marine einen besonderen Halbsold von 2000 Pfund jährlich (das sind über 40 000 Morl). Ein Spiegel für Herra Churchill. Kopenhagen, 22. Dczbr. Nach Telegrammen aus London wird Churchill heftig wegen eines Briefes an den Bürgermeister von Scarborough ange- grissen, worin der Minister von dciitschcn Kindesmördcrn spricht und zu starke Worte gegen den Feind gebraucht; auch sei der Brief allzu lang für einen Ecngländcr und deckt sich nicht mit der allgemeinen Ansicht. „Morningpost" »nd „Globe" vertreten die gleiche Ansicht und schreiben; Er protestiere allzu oft, er möge sich des alten englischen Wortes „Reden sei ei» schlechtes Wundhcilmittel" erinnern. Auch sollte er den neutralen Mächten lieber das Urteil überlasten, denn cs ist der englischen Nation unlieb, daß der höchste Leiter der mächiigen, wenn auch stummen englischen Flotte mit Cchimpswortcn um sich wirst. Ans der Heimat. * ft. Arirdbrrg. 27. Dez. Zu der niusikalsschen Wcih- i'achtsfeicc, die der Kirchengefangvercin in rascher Reihenfolge seiner musikalisck>cil Tarbicinngcn folgen ließ, hatten sich am Abend des 1. Ehristtogs in der Stadtkirche die Be- siicher sehr zahlreich cingcsnndcn. Drei WeihnachtSbäunie mit Lichtern waren erhöht aufgestelli, im übrigen war die elektrische Beleuchtung so eingestellt, daß dabei gelesen werden konnte, daß aber noch in den > Swölbebogen zwisch.n den aufstrebenden Säulen jene anecrcljmen Dämmerschatten verblieben, die das Denken cricichlcrn und in denen das Auge ausruht. Eine Orgelphantasic über das Weihnachtslied; „Stille Nachh sicilige Nacht", mit dem daran anschließenden Gesang dieses Liedes durch de» Kirchen-Ge- sangvcrein führte stimmungsvoll in die (Gedanken des Abends ein. Herr Ludwig Margnth von Bad-Nauheim felgte mit dem Bortrag der Tcuorarie aus Handels Mes- stas: „Tröstet, tröstet Zion" und verlieh daniit dem Abend die dem grade dieser Weihnachtsfeier beigcmijchten vielen Leid entsprechende Tämpsnng; die cnergisch einsetzcnde Schlußstrophc dagegen: „Macht ebene Bahn; ivas rauh -st machet gleich!" gemahnte merkwürdig, wie Worte des alt- trstomcntlichcn Sehers. Erfüllung heischend auch durch unsere Kriegsinacht. Abziehend von. Streit und Lärm der Welt und zur stillen Betrachtung lud ein das vom Kirchen- Gesangverein vorgctragene: „Es ist ein Ros entsprungen". Erweitert und vertieft bis zur endlich frommen Festan- schouung wurde diele Stimmung durch di« beiden folgenden Lieder der Eborschulc: „L. hril'ges Kind, wir grüßen dich" ___ Seite 8. — unk: „C sel ge Nachtl" Ms Ruhepunkt und zur inne- ren Sammlung aus den so geweckten Gedanken und Empfindungen gaben sich 2 folgende Orgelstücke, die — mag das Programm sie auch anders betiteln — hier: „Klänge aus einer anderen WeU" heißen sollen. Der Sammlung felgt die Entschlußfähigkeit: es enthielt diesen kraftvollen DillcnSappell das Lied des Kirchen-GesangvcreinS; „Herbei. o ihr Gläubigen". Tie Richtschnur für die geforderte Willcnsbetätigung findet der Ebrist bei den Kindern, in deren Herzenseinsalt. So reihten sich jetzt folgerichtig 2 Weihnachtslieder der Cborschule an: „Tie schönste Zeit, die liebste Zeit" — und „Fröhlick,« Weihnacht". Die Deutung für die Erwachsenen geben 2 Lieder von Herrn Marguib: „Leise webt s durch alle Lande" und „Vom Hiininel in die tiefsten Klüfte." Alle diese Eindrücke znsamniensassend sang der Kirchen-Gesangverein die große Lobpreisung von Bor- tniansky: „Ehre sei Gott in der Höhe" — »nd die Gemeinde als Schlußlied da? Lnthcr'sche Weihnachtslicd; „Sei uns willkommen, edler Gast". — Die Orgel, von Herrn Lehrer Rcinhcimer gespielt, überraschte auch diesmal "----der mit neuen Ausdriicksmitteln; gedacht ist hierbei besonders an „Musik der Hirten", von Bartmuß, — oben gewaltsam um- getauft in „Klänge au? einer anderen Welt." Zum Kerzen gehend sang Herr Margnth; der weiche Schmelz und die künstlerische Durchbildung seines Organes brachte» den geistigen Inhalt der Gesangstücke in vollcni Umfang zur Geltung. Die Ehorscknile lang sehr brav und bielt sich ebenso wie der Kirchen-Gesangverein ans einer den übrigen Mit- wirkenden angemessenen Höhe. Allgemein wird des Abends als einer würdigen und musikalisch kunstgerecht ouSgesühr- tcn Feier lobend und mit Dank gedacht. • Fricdbcrg, 28. Dez. (Theater in Friedbcrg.) Herr Direktor Joh. Brciholz führte sich am 1. und 2. WeilmachtS- feiertag mit seiner Tbcatergesellschast sehr gut in Fricd- berg ein. Sowohl da» Schauspiel „Die Schule des Lebens" wie a»ch das reizende Kostümlnstspicl „Tie goldene Eva" wurden von sämtlichen Kräften sehr gut wiedeeg geben. Am I. Januar gelangt „All-Heidelberg" von Wilh. Mayer-Förster zur Auftiibrung. F. E. Butzbach. 27. Dez, Im nahen Trais-Münzcn- bcrg beginn die Witwe Johannes Stroh, geistig und körperlich äußerst rüstig am ersten Mcihnnchtstag ihren ‘JO. Geburtstag. • Steinboch i. T-, 30. Dez. Am zweiten Weihnachtskeier, tag abends veranstaltete der hiesige Gesangverein „Männer- ouartett" im Gasthaus „Znm Schwanen" ein Wohltätigkits- konzert zugunsten der Kriegssiiesorg«, das in allen seinen Teilen aus das beste verlaufen ist. Die Feier wurde durch eine ticfdurchdachte und sinnig veranlagte Begrüßungsansprache des Herrn Altemoos, der auch durch weitere Dellamationcn den Abend verschönte, erössnet. Es wurde zu weit iübren, wenn wir die einzelnen Punlte des Programm» das in Deklamationen. Ehorgefänge und einem Theaterstück bestand, auf- sichren wollten; cs genüge die Bcmcrlung, datz alle Mitwirken- dcn sich durch hervorragende Leistungen auszeichnetcn. Nicht unerwähnt aber sollen die Porttäge des blinden Herrn Heinr. Bayer bleiben, der verschiedene selbstversatztc Gcbichie in meisterhafter und wirlnngsoollstcr Weise zum Borirag brachic. Ganz besonderen Dank verdient auch der Dirigent des Bcr- eins, Herr Ad. Junker, der sich um das Gelingen de; Abends ganz besonders verdient gemacht hat. Ea ist die Veranstaltung auf das beste verlausen und hat auch einen .echt erfreulichen Erfolg gehabt. Nur eins wäre zu bedauern, datz sich nämlich unsere leitende K-eisc in der Gemeinde nicht t-'sier an der Feier, die doch cinM hohen Zwecke diente, beteiligt haben. Sdiränkrt die IlfiiiakrsflliiikiDiinlffif rin! Diese Mahnung mutz dieses Jahr dringend erhoben werden. Aus zwei Gründen; Einmal soll,, man das hicrsür oiclsach hinausgeworsene Geld nützliche- anwenden und es lieber unseren im Felde stehende» Soldaten «der den «erwuudrten -der der Kriegsfürsorge zuwcndeu. Das andere Mal deshalb, weil unsere Beamten aus der Post so wie so schon überlastet sin» und über Gebühr ihr- Kräste anstrengen müßten. Helfet ihre Arbeit -rleichier» und nicht durch üdermatziges Abscndcn von übcrflüsstgen Reujahrswünschrn noch erschweren. Also zu Kricgsnrujahr 1915 gelle die Parole; Kein« oder nur wenige Nenjahr-postjeudungen! Feonksnrier Wetterbericht. »oraussoge: Ziemlich wollig, zeitweise Niederschläge, mild, üdwestliche Winde. Oie glückliche Oeduft eines kräftigen Jungen zeigen hocherfreut an Friedberg Karl Sulzmann u. Frau Luise, geb. Reuss Weihnachten 1914 antwortlich für den politilchen und lofolen Teil. Cito irschel. Friedberg; für den Anzeigenteil: K Schmidt, iedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung A. <8., Friedberg i. H. €ellf 4 vir. 304 Reue Tageszeitung. Dienstag, den 20. Dezember 3*14. I m4 m ä 1 Mein Arm wird stark und groß mein Mut, Eid Vater mir ein Schwert! Verachte nicht mein junges Blut, Ich bin der Väter wert! Nachruf. Mit Gott für Kaiser und Reich, für Fürst und Vater- ! fand zogen unsere jungen Turner hina >s für Deutichlands schütz und Wehr, dciccir non dem edlen Turnergeiste unserer alten Freiheitskämpfer Jahn, Friesen, Eichendorff usw. Mit lugendiichcm Hcldcnmule haben sie ihr Leben dem Vaierlande geweiht, um dis zum letzten Blutsiropsen ihre | i)cilicie Pflicht dem Vaierlande gegenüber zu erfüllen. In ,olcher treuen Pflichterfüllung ist auch unser lieber Turnbruder Ludwig Bogt I Ersatz-Reservist im Fnsanteric Rraimen^ Nr. 222 de» Heldentod sur sein Vaterland gestoben und wir gedenken dankbar des Opfers, das er uns gebracht hat. In ! iiiUcr Ehrfurcht werden wir allezeit umeres auf dem Felde der Ehre geblrebenen Vcrcinsmitgliedes gedenken u. schmucken sein fernes Helccngrab mit dem deutschen Eichenkranz. Und wer den Tod im heiligen Kampfe fand. Ruht auch in fremder Erde im Vaterland! Ober-Rosbach, 27. Dezember 1914. ssurii- ii. GejlW-Vereiil (Fintrndjt. ‘im Seit: Felbbereini, . gor.cliorationen Eerg-Ridda. Arbtils- und Litfmlngs-ZIergebunll. Dienstag, den 5. Januar 1915 uormittags lü Uhr sollen im Rathause zu Eeiß-Ridda die nachoerzeichneten Arbeiten und Lieferungen vergeben werden. Voranschlag. 21126,40 Mk. 16U5.55 All. Los 1) Drainagearbeiten in System A, B und C Los 2) desgl. ,, „ D und E Los 3) Lieferung von Drainröhren la frei Bahnhof Keiß-Ribda Los 4) Lieferung von Eteinzeugröhren u, Abzweige Irr, sowie Asphaltkilt und Teerstricke frei Bahnhof Eeisz-Rtdda Los 5) Lieserungvon 5 Drainageausmündungsstücken von 75 bis 150 m/m Lichtweite frei Bahnhof Eeiß-Ridda Los 6) Röhrenansuhr Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns und bei der Er. Bürgermeisterei Eeisz-Ridda zur Einsicht offem Angebote in Prozente» des Voranschlags sind bis zum obigen Ternrin verschloffen und mit der Aufschrift: Angebot Feldbcrernigung Eeih-Ridda versehen, der Eroßh. Bürgermeisterei Eeih-Ridda cinzuretchen. Friedberg, den 23. Dezember 1914. Erohh. Kulturinspektion I. B. Hauck. 2433,35 Mk. 524,10 Mk. 28,50 Mk 339,20 Alfl r Zahnarzt Winkler, Friedberg. Telefon 384. Während des Krieges bin ich täglich nachmittags von 2—6 Uhr und Sonntags von 8—12 Uhr persönlich zu sprechen. Hier ei' Slenmng', Bad-Homburg v. d. H. empfehlen zum direkten Bezug: Kernseifenflocken lir Mmm Sauerstoffseifenflocken, Kernseifenpulver, gewöhnl. Seitenpulver alles in 10- und 20-Pfund Säckchen. Toiletteseiicn. Sauerstoff bleichsoda. A'llnneili-llll n. Bchrilflge», ^umpcnanlaoen billigst. Stefan Knhn, Insteiden-Äungen. Küflklfl-Klllelliiel für 1915. Der Kriegsausbruch hat die Herausgabe des Kalenders, der ’ sonst im August zu erscheinen pflegt, aufgehalten. Wir haben uns nunmehr entschlossen eine KrikMiiMiie iiilieres fSflumtliölrithrre herauszugeben, die zwischen Weihnachten und Neujahr ausgegeben wird und in der vcn Ltriegsereifiniffea ei» breiter Raum gewährt werden wird. Insbesondere machen wir auf die darin enthaltene - Ileberftcht der Kriegsereignilfe aufmerksam, in der von Beginn des Krieges bis Mitte Dezember alle Vorkommnisse gewissenhaft aufgezählt sind. In gewohnter Weise wird der Kalender eine Anzahl Erzählungen und viel sonstig. Wissens- weries enthalten und dem Weltkrieg dabei reichlich Rechnung getragen werden. : : j jiEiiä Bakterien tötende Wirkung, dauerhafteste, Belag kauft man am besten u. billigsten im .. Tapeten- u. Linoleuinhaus J ean Möller, Friedberg, Kaiserstr.2l. W inter-^ch u liwaren in Filz, Kamelhaar und Leder für Haus und Strasse. Schaftstiefel, Gamaschen, Jagdschuhe, Stiefel mit Doppelsohlen und Korkzwischensohlen. Schnürstiefel fürs Feld in schwarz und braun, garantiert wasserdicht mit echtem Kamelhaarfutter. Schulilager Heinrich Hess Telefon 4201 l’riedltcrg Kaiserslr. 40. Theater in Lrie-berg im Kaalban. Freitag, den t. Januar 1915. Alt-Heidelberg Schauspiel in 5 Akten von Wilhelm Mayer-Förster. Nachmittags 4 Uhr: Für die Jugend: Tischlcin drär dich, Gsrlein streck dich, Äuüppri ans dem Sackl ' Alles Nähere durch Anschlag und Tagcsze tel. Ein 4e>t des Erlöses flieht dem Roten Kreuz zu. Die Direktion. in grosser Auswahl Drogerie Adolf Schmidt, Friedberg i. H„ Kaiserstr. 7. 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Helles Futter- Fischmehl und prima Nährkalk, garantiert rein und unverfälscht, liefert in bekannter Qualität bas seit Jahren bestehende Spezialgeschäft O. 1 fever, |nmlifiirl a. |t Maiirzerlandstr. 117, früher Eichen. Die „Frankfurter Zeitung" hat in Rr. 340 o. 8.12.19 4 die Mitteilung, daß die Hochseefischerei zufolge der Minengcsahr eingestellt wurde, L. h. mithin auch kein Fischmehl mehr zu haben ist. — Da die Vorräte sehr gering sind, ist eine sofortige Bestellung empfehlenswert. Merkblatt für die Hinterbliebenen der gefallenen oder an Wunden »,,t> sonstigen Kriegsdienstbefchädigungen gestorbenen Tciln-Hiucr on> Kriege 1814. A. Enadengebührnlss«. 1. Hinterläßt ein gefallener usw. Kriegsteflnehmcr eine Wttwe ober legitimierte Abkömmlinge, so werben für einen gewissen Zeitraum nach dem Tode des Kriegsteilnehmers Gna- dcngebührniff« gewährt. 2. GnaüengebUhrnisfe können auch gewährt werden, wenn der Verstorbene Verwandte der aussteigenden Linie, Geschwister. (Skjdjn.’illertiniet oder Pflegekinder, deren Ernährer er ganz oder nbeiwiegend gewesen ist, in Bedürftigkeit h:nr-:lol,t. oder wen,: und soweit der Nachlah nidzt ausrcicht, um die Kosten der letzten Krankheit und der Beerdjgutig zu d-dcn. 3. Der Antrag auf Zahlung her EnadcngebUhrniffe ist entwe der an diejenige stellvertretende Korpsintendantur, zu seren Geschäftsbereich der Truppenteil ufw, des Verstorbenen gehört oder an das für den Wohn- oder Aufenthaltsort z u ständige Bezirkskommando zu richten. Letzteres sorgt oann für die Weitergabe. An Belegstücken sind dem Antrag be>- zusugcn: ii) eine Bescheinigung des Truppenteils ufw. über die Höhe des Änadcngehalts oder der Enadenlöhnung des Verstorbenen und über die Dauer der Empsangsbe-ech- ttgung, d) eine militärdienftlich beglaubigte Bescheinigung über den Tod des Kriegsteilnehmers, c) in den Fällen zu 2 außerdem eine amtliche Bescheinig ung über den Verwandtschaftsgrad und das Verhältnis zum Verstorbenen. Können Bescheinigungen der zu rr und t> erwähnten Art nicht gleich beigebracht werden, so sind bestimmt- Angaben über den Dienstgrad, die Dienstleistung und d-,i Truppenteil oder die Behörde des Verstorbenen erforderlich und als Ausweise über den Tod die in Händen der Antragsteller befindlichen Mitteilungen der Truppenteile usw., Auszüge aus Kriegsranglisten oder Kriegsstammrollen, Todesanzeigen und Nachrufe der Truppenteile und Behörden im Militär-Wochenblatt oder in sonstigen Zeitungen und Zeitschriften beizusügen. Auch ein Hinweis auf die Nummer der amtlichen Verlustlisten würde genügen. Auf Antrag stellt das Zentral-Nachweife-Buieau des Kriegsministeriums in Berlin NW. 7, Dorotheenstr. 48, besondere Todesbescheinigungen aus. 8. Versorgungsgebührniffe. 4. Nach Ablauf der Enadenzeit erhalten die Witwe und die Kinder — letztere bis zu 18 Jahren — Witwen- uns Waisengeld, sowie Kriegswitwen- und Kriegswaisengeld. 5. Der Antrag auf Bewilligung der Versorgungsgebührniffe zu 4 ist an die Ortspolizcibehürds des Wohnorts oder des anläßlich des Krieges gewählten Aufenthaltsorts zu richten. An Belegstücken find beizusügen: 1) die Geburtsurkunden der Eheleute (können Wegfällen, wenn die Geburtslage aus der Heiratsurkunde ersichtlich find oder wenn nur Waisen- und Kriegswaisengeld beansprucht wird oder wenn die Ehe über g Jahre bestanden hat): 2) die Heiratsurkunde oder, wenn Waisen aus mehreren Ehen versorgungsberechtigt sind, die betreffenden Heiratsurkunden (Eeburts- und Heiratsurkunden der vor dem 1. 4. 1887 verheirateten, bei der preuhischen Militärwitwenkaffe versicherten Offiziere und Beamten befinden sich in der Regel bei der Eencraldirektion der preußischen Militär-Witwcnpensionsanstalt in Berlin W 86, Leipziger Strohe 5); 3) die standesamtliche Urkunde über das Ableben des Ehemanns und, falls die vcrsorgungsberechtigten Kinöek auch ihre leibliche Mutter verloren haben, noch die standesamtliche Urkunde über das Ableben der Ehefrau (für den Ehemann gegebenenfalls einen der oben zu 3 erwähnten Ausweise); 4) die standesamtliche Geburtsurkunde für jedes versorgungsberechtigte Kind unter 18 Jahren: 5) amtliche Bescheinigung darüber, dah a) die Ehe nicht rechtskräftig geschieden oder die ehelich« Gemeinschaft nicht rechtskräftig aufgehoben war (kann wegsallen, wenn in der Steibcurkunde die Ehesrau des Berstorbenen mit ihrem Ruf-, Mannes- und Ee- burtsnamen als deffen Witwe bezeichnet ist), b) die Mädchen im Alter von 16 Jahren und darüber nicht verheiratet (oder verheiratet gewesen) sind, c) kcins der Kinder oder wer von ihnen in die Anstalten des Potsdamschen Großen Mrlitärwaiscnhauses ausgenommen ist: 6) gerichtliche Bestallung des Vormundes oder Pflegers; 7) Außerdem ist im Antrag anzugeben, a> ob und wo der Verstorbene als Beamter im Reichs-, Staats- ober Kommunaldienste, bei den Versicherungsanstalten für die Invalidenversicherung oder bet ständischen oder solchen Instituten angestellt war, die ganz oder zum Teil aus Mitteln des Reichs, Staa» tes oder der Gemeinden unterhalten werden, b) der zukünftige Wohnsitz der Witwe. 6. Kriegselterngeld. 6. Den Verwandten der aufsteigenden Linie (Vater und jeder Großvater, Mutter und jede Eroßmntters kann für die Dauer der Bedürftigkeit ein Kriegselterngeld gewährt werden, wenn der verstorbene Kriegsteilnehmer a) vor Eintritt in das Heer oder b) nach seiner Entlasiung aus diesem zur Zeit seines Todes oder bis zu seiner letzten Krankheit ihren Lebensunterhalt ganz oder überwiegend bestritten hat. Der Antrag ist ebenfalls an die Ortspolizeiverwaltung des Wohnorts oder des anläßlich des Krieges gewählten vorübergehenden Aufenthaltsort zu richten. Ihm ist eine standesamtliche Sterbeurkunde über den Gefallenen usw. falls eine solche noch nicht zu erlangen ist, ein Ausweis der zu 3 bezeichnctcn Art beizusügen.