Nummer 302 Donnerstag, den 21. Dezember 101-t. eue Tagesreitttlk 7. Jolirgnttg Die ,^i»«e v.ac-»I-itu«," er.chetn» >eden Wetltag. Regelmäßige Bei,»gen bei den Agenten wonailich 50 Via IMmn triff 1 ""*”*" * ^«»«r na» Seiten", ,,Si» Kpina»«>,«". Keiagopeei»: Be, den Postanstaiten tttccidia,iri>mredigkeit im französischen Parlament. Sie {Mnilimu -kg Mfiiriiiiurf!}. Fn hervorragender Weise würdigen die „Züricher Neuest Nachrichten" die deutschen Ersolgc in Russisch-Polen. Das Schweizer Blatt, das überhaupt in jeder Beziehung eine herz- ersrischendc detschsrcundlrche Haltung einnimmt, schreibt: Wir stehen hier vor dem bedeutendsten Ereignis, das der surchlbare Krieg bisher geze:t:gt hat. Die Ostensivlrast der russis-ben Armee, der größlen. d:e die Well je sah, ist unwtd.r- dringtich dahin. Statt, um Weihnachten in Berlin einzuzied n wie der Zar zu Kriegsansong vcriünd'I haben sosi. wird sie sieh sein müsien, wenn sie bis dahin nicht völlig auseinander sällt. Denn wenn erst ein solcher Koloß bis ins Marl getroi- sen ist, liegt der gänzlich- Z-rjall nahe . _ r . Die militärischen Wtrlungcn des Ereignisses lasten flch heute noch nicht übersehen, Nicht, ob du Russen bei Warschau und Zwangorod neuen Widerstand versuchen werden und uber- baupl können, oder ob sie noch weiter zurückweichen, um »nt Neuordnung ihrer Armeen vorzunchmen. Ob sie das -me oder das andere tu» werden, -ln Siegeslorbeer winkt ihnen kaum nech, wenn st- auch in de. Desensive noch manches leisten lcn- In den weltgeschichllichen Ruhm dieser Tage können sich die beiden Verbündeten getreulich teilen. Die Deutschen nnd Ocstcrreichcr, Frldmnrschall v. Hinöenburg und General Kon- rad von Hötzcndors haben den gleichen Anspruch aus ihn, bei- dcrseits war es dieselbe überlegene Strategie, bciderorts die nämlich« brillante Führung der Unlcrbcschishaber, beiderorts auch d.-selbe heroische Tap,erteil der Ossizi-r- und Soldalcn. Limanowa und Bsura — an die beiden Namen knüpst sich die schönste Besiegelung des veul>ch-östc:r-ichischcn Wassenbundes. Was er in diesen Tagen geleistet, dem -ollen auch wir riickho.t- losc Bewunderung und Ehrung. Nicht weniger wichtig ist dos Ereignis politisch. Es ist in diesen Tagen in Polen und Galizien Weltgeschichte gemacht worden, Weltgeschichte aus Zahrhun^.Ae. Die völlige Ausschaltung der Hautpmacht des Dreioer- bondcs in, Landkrieg- aus der Ossensive kann politisch nicht ohne große und größte Wirkungen sein. Zunächst auf er,' Balkan, wo die Kricgsparteicn in Rumänien und Griechenland nun wohl die Schwerter in die Scheide zu stecken haven. Dann in Italien, wo gewiß- Hitzköpsc es nun -icll-i-dt ein as weniger eilig mit einem militärischen Spaziergang nach Triest nnd Welschtirol haben werden. Ueberall dort, in Bukarest, Athen und Rom, wird dl- Stimme der besonnenen Männer sich nun um so wirksamer Gehör verschossen. Und in Frankreich? Es könnte einem Leid tun. Sein« ganze militärische Rechnung süßte auf der überlegenen Stoßkrast der Milli, nenh-er« Rußlands. „Mag uns selber auch nicht der Erfolg über dt, Deutschen bcschiedcn sein — jo dachte und sagte man dort — die Russenhecre werden dafür in Deutschland einbrechen, div scs überschwemmen und so auch uns zum Siege verhelsr» ' England spielte nur eine mehr nebcnslächliche Rolle im sran- zösischcn Kricgskalkul, die große Rußland. Aus dieses winte alles abgestcllt. Und jetzt erweist die ganze Rechnung sich als null und nichtig. Frankreich hat von Rußland nichts mehr zn Holsen. Wenn nochcin Iaurcs lebte, würde er mächtig sc Stimme erheben und Frankreich zurusen, daß es sich we.' stcn, jetzt vom unseilgen Banne befreie, dem es erleg, > daß es mit Deutschland einen ehrcnhaslen Frieden suche. > wir nehmen an, daß das Deutsche Reich ritterlich werc. eine Binde müßte es dem sranzosischen Bolle von den V fallen, wenn man es h-nie darüber ausllärte, wie cs r mehr mit Rußland steht. Und es mochte dann den Weg e kennen, den es zu wandeln hat, ehe dos volle Bcrhan >n auch über es cinherschrcitet. Leider ist zur Zeit ein zweite: Faurcs nicht zu sehen. Mt. S02 Seit« 2 Nun England? Mit Entsetzen und blassem Schrecken müssen die Grey und llsquith den Augenblick heranrücken sehen, da England mili- -arisch nur aus sich angewiesen sein wird. Belgien längst zu- iammengebrochen, zusammengebiochen nun auch da- Zentrum »er Landmächte, Rußland, »och eiitige Wochen, und Frankreich -Kid da-; gleiche Schicksal ereilt haben, wenn cs nicht vorher lch eines Bessern besinnt. Die regierenden Männer in London möge» vielleicht noch aus Japan hassen. Eine vergebliche aosfnung. Japan könnte vielleicht eine Armee von 280 3ÜU Ran» nach Europa entsenden, aber jetzt nur noch !-»ter säst nubcrwindlichcn Schwierigkeiten und i-ach Wochen und Monaten. Um die militärische Lage aber auch nur vorübergehend nieder ins Gleichgewicht zu bringen, brauchte cs eines japa- -ischcn Millionenhecres. Es zu stelle», dajür ist >ede Möglichkeit ausgeschlossen. Ist aber erst England aus sich alle», .»igcwicscn, dann zerreitzt dort das e nze Lügengewebe, in das -»an die össentliche Meinung einspann, und cs wird ei» anders Regiment ans Ruder tominen, das das Schicksal kauni aus Endprobe stellen dürfte, wohl wissend, wie diese aussallen -nützte. Schwere Folgen für Rutzla--d werden sich Insolge der lctz- -en Ereignisse auch für den weiteren Verlaus seines Krieges mit der Türkei und im Zusammenhänge damit in de» von hm unterworfenen zentralasiatischen Ländern cinstcllcu. Was aber an Wirkungen im Innern Rußlands eintrete» wird, dürste der Nachwinter ossenbarcn. Uebcr militärischen und politischen Erwägunge» haben auch rein menschliche in ihre Rechts zu treten. Vor wenig Wochen »och ein stolzes Millionenhccr. Heute ein furchtbares Millioncnclcud: Eine Armee T -r eine Ai- >ace pslegeloser Verwundeter, Hunderttausend« . ff' oc» rchterlicher Kälte, von Hunger, von Seuchen uno sonst,gen ankhcit. Da setzt ein grenzenlose» Mitleid ein. WTB. Großes K>auptquartiei, 23. Tez., 'orinittnrsö. Llmtlich. Angrisse an de» Dünen bei Lombardzuüe und südlich Bix- >'-ote wiesen unser« Truppe» leicht ab. Bei Richebourg La- oue wurden die Engländer gestern '»icder aus ihren Stellnn- -n geworfen. Trotz verzwciselter Gcgenangrisse wurden olle Stellungen die zwischen Richebourg und dem Kanal de La Sassee den Engländern entrissen waren, gehalten und beseitigt. Seit 2». Dezember sielen 75V Farbige und Engländer als Geangene in unsere Hände, 5 Maschinengewehre und 1 Miaen- oerser wurden erbeutet. In der Gegend des Lagers von Chalous entwickelte der frind eine rege Tätigkeit. Angriffe »örtlich Billen, süd- stlich Reims und bei Souai» und Perthes wurden von ine zum Teil unter schweren Verlusten siir die Franzosen bgeschlagen. I» Ost- und Wcstpreußeu blieb die Lage unverändert. Die Kämpfe »>» den Bzura- und Rawkaabschnitt dan- in fort. Auf d-»i rechte» Pilicanser ist die Lage unver ndcrt. Oberste Heeresleitung. Bit „Times" übn die Sneyslilük. Die „Times,, besprechen in einem Leitartikel die Lag- aus cm östlichen Kriegsschauplatz Ul-d schreiben: Die russtschen Truppen halten mit Erfolg den Irästigen nd plötzlichen Vormarsch der deutschen und österreichischen "luppen über die Karpathen aus Es ist jedoch ziemlich klar, -tz die Russen weder in Galizien, noch in Südpolen in erreich- -er Entfernung von Krakau stehen. Die Bedeutung dieser .rationen mutz ohne Umschweife zugegeben werden. Den .uti-ben gelang es nicht, die nördliche russische Flaute zu um- >i-'.e'". Eie haben noch nicht den Widerstand der Russen uörd- h der Karoathen zu brechen, noch die stark besestigtc russische -nie vor Warschau zu dura,stoßen vermocht, aber stc zwangen c Russen, sich an weiter südlich gelegene Punkte zuruckzu- - heil. Dadurch wurde die russische Kampflinic ausgeglichen, eilte es den Deutschen gelingen, die Linie bei Opoczno oder ustwo zu durchbreche», so wurde die Lage der russischen Areen in Galizien, gegen die l7vvv0 Feinde durch die Karpa- i ihre Schuhe intr Uppen oder gingen aus Strümpfen im Gänsemarsch über dies« drücke, ohne datz die Deutsche» es vorerst merkten. Bei--, ätze,kommen entspann sich «in Bajonettkampj. Als dann noch -erslarkungen über da» Boot eintrasen. wurden die Deutschcn -was zurückgedrängt. Das holländische Pressebureau meldet, ch die Franzosen grotzc Anstrengungen machen, um sich in den de» Eisenbahnlinie Rouleis—Menin zu setzen, um da- Detttlckiea MI der Linie M-uin Nvubair—Lille Neu» Tageszeitung. D«nn«r»tag, de» 24. Dezember 1914 einen Druck auozuiiben. Trotz der Zuführung grotzer Artill.-rie- mengcn ist ihnen der Vorstob nicht gelungen. Die von Vpcr» heranführcnden Marschstratzen werden weiterhin von der deutschen Artillerie beherrscht. Berichte aus Selzaete fchildern, wie der „Berliner Lokalanzeiger" meldet, die Matznahmcn gegen eins mögliche Sperrung der Schelde und einen Angriff auf de» grotzcn Schiffahrtslanal Gent—Terneuzcn seitens der englischen Flotie. Der Mittelpunkt ist die -Zothuir, ein etwa ein Kilometer langer Gebäudekamplex, der teils von Mauern umgeben in einem dichten Nadelgchölz längs des Kanals liegt. Diese Position ist stark mit Lanjgräben und schweren Batterie» be- sestigt und beherrscht de-- Kanal und die Eisenbahn. Zahlreiche Sandtähnc von Baggern, gefüllt mit Sand- und Basaltsieinen. liegen für eine eventuelle Kanalsperrung bereit. Die Stimmung der deutschcn Truppen ist erheblich angcscuert durch die Meldungen von dem neuen Siege der deutschen Truppen in Polen. Die Soldaten sagen, jetzt werden wir auch bald mit den Franzosen »nd Engländern fertig, die Belgier zählen wir nicht mit. Dir !?rrbiin s rtni um lo'rn Punkt. Kopenhagen, 23. Dez. Aus de» Londoner Blättern ist zu ersehen, datz man gegenwärtig die Borgänge in Russisch- Polcu mit grotzem Ernst betrachtet und eine aus diesem Kriegsschauplatz fallende Entscheidung für maßgebend hält sür den ganzen weiteren Verlauf des Feldzuges. Die früheren Versuche der Blätter, den russischen Rückzug als unwesentlich hinzustcl- lcn, sind jetzt aufgegcben worden, und man spricht ganz off.-n davon, daß die geplante russische Osscnsivc aus Schlesien und Posen als gescheitert zu betrachten ist. Die Gcsamtlage wäre dadurch zu erklären, daß die Angrisfskraft der Russen ihren Höhepunkt vorderhand erreicht und überschritten hätte. Jniol- gedcssen wäre eine Art vorübergehender Erschlassung cingetrc- ten, die sich jedoch später wieder geben könne. Auch verspricht man sich von neuen Truppcnnachschüben. die, wenn ste auch aus m-nderwertigein Soldatenmatcrial bestünden und nur schnell ausgcbildete Leute umfassen, trotzdem wegen ihrer Menge in Betracht gezogen werden müßten. Ten Gesamteindruck aber, den die englische Presse letzt bietet, ist ein Bild der Enttäuschung. Bisher jucht man darüber hinwcgzukommen, daß cs Weber gelingen will, im Westen vorwärts zu kommen, noch im Osten entscheidende Erfolge erzielt werden. Zwischen den Zeilen ist die Ucberzeugung zu lesen, die Verbündeten wären an einem tcten Punkt angclangt, ohne daß man wüßte, wie man darüber hinwegkommen könnte. Nie „teiprig" urrlrnkt ein enMes SdjiflL (W. T. B. Nichtamtlich.) Die Londoner Blätter melden aus Buenos-Aires, datz die Bemann ung des britischen Schiffes „Drummuir", das von dem deutschen Kreuzer „Leipzig" versenkt wurde, von dein deutschen Dampfer „Sehdlitz" in Port San Antonio Ecsto gelandet wurde. Der österreichische Generalstab I:-----^-----^meldeL:_====J Nene Kämpfe an der ganzen Front. Wien, 23. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) A-ntlich wird verlautbart: 23. Dez. mittags: Unsere Operationen in de» Karpathen nehmen einen günstigen Verlauf. Im Latorcza-Gebiet wurde ein russischer Angrisssversuch bei Volocz (Volovez) abgewiesen. Im oberen Ung-Talc machten unsere Truppen gestern 300 Gefangene bei Fcnyvosvölgy und drangen weiter vor. Auch nordöstlich des Lupkower Passes in der Richtung gegen Lisko gewann nnser Angriff Raum. Das offizielle Communi- gne des rnssifchen Gencralstabes vom 18. Dezember behauptet, datz uns an dieser Front 3000 Gefangene nnd auch Geschütze und Maschinengewehre abgenommen wurden. Diese Angaben sind erfunden. Unsere hier austretcnde Kampfgruppe verlor an Toten, Verwundete» »nd Vermißten zu- sammen zwei Offiziere und 305 Mann; nicht ein Geschütz, nicht ein Maschinengewehr siel in die Hände des Feindes. Die heftigen Kämpfe bei KroSno, Jaslo, Tucho uns) am unteren Dunajec halten an. An diesem Fluß erneuerten die Russen auch in der vergangenen Nacht ihre vergeblichen verlustreichen Angriffe. An der Nida steht vorerst der Kampf. Nächst der Mündung dieses Flusses wurde eine Brücke des Feindes über die Weichsel in Brand geschossen. Südlich Tomaszow wurde von unseren Truppen ein Nachtangriff kaukasischer Regimenter abgeschlagen. Die Kämpfe unserer Verbündeten um den Rawka und den Bzuraabschnitt dauern fort. An der ganzen Front ist somit eine neue Schlacht im Gange. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs, v. Hofer, Feldmarschallentnant. diu öfterreich. Erfolg zur See. Wien. 23. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart: Das französische Unterseeboot „Curie" wurde, ohne zu einem Angriss gekommen zu sei» au unserer Küste von Strandbatteric» und Wachtsahrzeugen beschossen »nd zum Sinken gebracht. Die Besatzung wurde gesangeu genomme». Unser Uutersccbvot 12 griff am 21. Dezember in der Otcantostraste die sranzösische Flotte, bestehend aus sechzehn großen Schissen au und torpedierte das Flaggschiss im Typ Caurbet zweimal und tras britemale. Die daraus in der srindliche» Flotte entstandene Verwirrung, die gefährliche Nähe rinzeliirr Schilfe und der hohe Seegang bei unsichtigem Wetter verhinderten da» Unterseeboot, über das weitere Schicksal des betressenden Schisse» Gewißheit zu erlangen. Der Feldzug gegen Serbien. Ciue amtliche Darstellung. Wien, 23. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Meldung des k. k. Korr.-Bur. Amtlich wird bekannt gegeben: Die nach dem siegreichen Vorgehen ir Serbien erfolgte Zurücknahme unserer Kräfte t-at verschie- d-ne, teilweise ganz unbegründete Gerüchte entstehen lassen. Cs soll daher hiermit ans Grund jener Erhebungen, die oh-ie Verzug auf allerhöchsten Befehl von einer hohen militari, scheu Vertrauensperson an Ort und Stelle gepflogen worden sind, Aufklärung gegeben werden. Nach den erkärnps- ten Erfolgen hat das Oberkommando der Balkaiistrcitkrätte die Erreichung des idealen Zieles aller Kriegführung, die völlige Niederwerfung des Gegners, ins Auge gefaßt, dabei aber den zu überwindenden Schwierigkeiten nicht genügend Rech,i,ing getragen. Infolge der Ungunst der Witterung waren die ohnehin durch unwirtliches Terrain führenden Nachschublinicn in einen solchen Zustand geraten, daß cS nnmöglich wurde, der Armee die notwendige Verpflegung i.nd Munition zuzuführen. Ta gleichzeitig der Fei-id neue Kräft: gesammelt hatte und zum Angriff überging, mußte die Offensive abgebrochen werden. Es war ein Gebot der Klugheit, die Armee nicht unter den ungünstigen Verhäkt- »issen zum entscheidenden Kampfe zu stellen. Unsere in Serbien cingedrungenen Streitkräste sind, den widrige., Verhältnissen nachgebend, zurückgcgangen: sie sind aber nicht geschlagen. Sie sehen ungebrochenen Mutes neuen Kamp- fcn entgegen. Wer unsere braven Truppen nach dem beschwerlichen Rückzüge gesehen hat, der mußte erkennen, welch hoher Wert ihnen inncwohnt. Daß wir bei diesem Rückzug empfindliche Verluste an Mann und Material hatten, war unvermeidlich. Hierbei sei festgestellt, daß die über das Maß unserer Verluste verbreiteten Nachrichten Über die Tatsachen weit hinansgehen. Seit einer Reihe von Tagen stehen die von allerbestem Geiste beseelten Truppen in guten Unterkünften. Sie werden mit allem Erforderlichen verleben und harren ihrer Verwendung. Bisher kam es an dcr Erenze n»r zu nnbedkutenden Plänkeleien zwischen Pa- tionillen. Seine Majestät geruhte, den Oberkommandan- ten auf seine aus Gesundheitsrücksichten gestellte Bitte von dem Konimando zu entheben und an seine Stelle Seine Kaiserliche nnd Königliche Hoheit den General der Kavallerie Erzherzog Eugen z» ernennen. Die Nachricht, daß Häibstderselbc das so wichtige Kommando der Balkanstreit- kräste übernimmt, wird in der Armee, in welcher der Erzherzog höchstes Vertrauen und begeisterte Verehrung genießt, mit dankbarem Jubel ausgenommen werden. Der Krieg im Orient. Gegen die Dardanellen. Rom, 23. Dez. Die „Trlduna" erfährt, datz die sranzöstsch-englische Flotte eine neue Aktion gegen die Dardanellen vorbcrellet. Gestern habe ein französisches Kriegsschlfs eine Anzahl Schutze gegen die Südsorts der Dardanellen abgegeben. Die Mosliner in Kars. Konstantinopcl, 23. Dezbr. Amtlichen Berichten zufolge, die von den ln der Kasa von Art- win im russischen Kaukasus neu eingesetzten Behörden bei der Psorte cingelaufen sind, wurde dort aus Anlaß der Einholung der Fahne des Hilssregiments, welches an den Kämpfen um Kars im Jahre 1877 tcilgenommen hat, eine großartige Feier veranstaltet. Diese Fahne war damals dem Feinde nicht aus- gclicfert worden. Die Familie des damaligen Fahnenträgers, der im Kampfe fiel, verwahrt« stc bis aus den heutigen Tag ln Erwartung der Befreiung vom russischen Joch. Tausende von Mohammedanern wohnten dem festlichen Schauspiel bei. Weitere authentische Mitteilungen besagen, datz überall, wo die türkische Armee einrückt, die Bevölkerung die Truppe» mit Freudcnträncn in den Augen begrüßt und jeder,der Waisen tragen kann, sich ihnen anschlicßt, während Frauen und alte Männer Liebesgaben darbrlngen. Der Ausstand i» Marokko. Madrid, 23. Dez. In Ma rolko haben die Franzosen das Eigentum des früheren Sultans Mulen Hastd beschlagnahmt. Daraus läßt sich der Schluß ziehen, datz Mulcy Hafid der franzosenscindlichen Bewegung, die in Marokko im Gange ist, nicht fern steht. Englische Brunnenvergistung. Wien, 23. Dez. Der Haager Korrespondent der „Reuen Freien Presie" erfährt aus sicherer englischer Quelle: Das britische auswärtige Amt sandte Emisiäre türkischer Nationalität nach Tripolis, um dort eine anttitalienische Bewegung zu entsachen. Das geschieht ossenbar deshalb, um einen Konflikt zwischen Italien und der Türkei herbeizuführen und dadurch Italien zur Ausgabe der Neutralität zu zwingen. Ans der französischen Kammer. (W. T. B. Nichtaintlich.) Präsident Deschanel cröff- nete die Kammersitzung und erklärte in einer Ansprache, dir Vertreter Frankreichs müßte» der Helden gedenken, welche seit fünf Monaten siir das Vaterland kämpften. Frankreich sei niemals größer gewesen: nienials und nirgends habe man herrlichere Tilgenden gesehen. Deschanel gedachte der verstorbenen Deputierten, namentlich der auf dem Schlachtfelde gefallenen Parlamentarier. In, Senat eröffnete Dnbost die Sitzung mit einer Ehrung für das Andenken der verstorbenen Senatoren, insbesondere des Senators Reymond (Departement Loire), der bei einem Erkundungsflnge in der Nähe von Tvul vor dem Feind gefallen ist. Er drückte sodann namens deS Senates die Bewunderung für die Armee und ihre Führer und das Land aus. In der Kammer verlas sodann der Ministerpräsident Viviani die Regierungserklärung. Von den eisten Sätzen an wurde er durch Beifallsrufe uuterbrochen. Die Deputierten hörten die Erklärung stehend an und brackzen in Beifall aus, als Viviani erklärte, Frankreich werde bis znr endgültigen Befrsiung Europas Beilage 303 zur „Neuen Tageszeitu ng Donnerstag, den 34. Dezember 1014. Weihnachten 1014. 44 7. Jahrgang Als des Himmel» Tore sich erschlossen. Mit der heilgcn Engel süß:m Liede' War der Zanustcmpcl zugcschlosien, Und im römischen Reiche herrschte Friede' Damals ließen sroh der Engel Heere Jubelnd ihr erhabne» Lied erschallen! „Gott dem Herren in der Höh' sei Ehre. An den M-nscheniindern Wohlgesallen — Völkersriede aus der schönen Erde" So llang's aus den gottgeweihten Herze» — Und die Menschheit, frei von Kriegsbcschwerde Sah der ew'gen Liebe Flammenherzen! — Dürfen heute wir die Hymne singen. Die entströmt der Engel hetlgem Munde, Wo im Kamps« große Völker ringen, Wo manch Herz empfing di« lobeswunde?! Za! Denn Gott ehrt auch der Helden Sterben Die in dieser großen Epopöe Ihre Leben opsern ihren Erben! — Katt dem Herrn sei Ehre in der Höhet Ist Er Herr nicht über Tod und Leben? Hauchte Er uns ein nicht Seine Seele? Er darf nehmen, was Er uns gegeben — Startes Herz, sing Ihm au» voller Kehle' Steht die ganze Welt im Kriegesbrande, Will Er doch den Herzen Frieden schenken Bis Er einst als König aller Lande Alle kann mit Seinem Szepter lenken! Eott gesollt gerechter Männer Kämpfen — Gott spricht auch im Donner der Kanonen, Den gerechten Streit mag Er nicht dämpscn, Heldenmut wird Gott einst reich belohnen! Nun, so komme denn vom Himmel wieder, Weihnachtssest, Du frohe» Fest der Liebe — Klingt, ihr Herzen zubelvolle Lieder — Tief verkläre alles Dunkle, alles Trübe! Armin Kraft. Ans meiner Dorfkirche. Weihnacht. Eoonq. Zoh. c. Z. V. 16: Also hat Gott die Welt gelicbet. daß er seinen eingeborenen Sohn gab. aus daß alle die an ihn glaube», nicht verloren werden, sondern da» ewige Leben haben. Liebe Gemeinde! Die Wcihnachtsglockcn klingen durch unser Tal und ans de» Fenstern der Kirche strahlen die Hellen Weihnachtslichter m die finstere Nacht hinaus! Dürfen denn in diesem No! ,abr auch Weihnachtsglocken klingen und Weihnacht-lichter leuchten? O >a, sie dürfen es, denn sie wollen ja von nichts anderem erzählen, als von dem einzigen Heilmittel da» es gibt für all die Wunden, die der Krieg geschlagen hat: von r großen unendliche» Liebe! Wir denken an unsere Mäu »er. die an diesem Abend, da die Heimat so ganz besonder >»st, draußen stehen müsien, auf der Wacht vor dem Feind: Sie sichen dort aus Liebe! au» Liebe zum Vaterland, aus Liebe zu uns. ihrem Volk: sie stehen dort, daß uns vie innig lrntsibe Weihnachtsfeier nicht soll geraubt werden können von fremder Art: Und was sie tun in Liebe, ist wahrlich uns- Liebe wert: Unsere Liebe muß sie Tag für Tag füllen m neuer Kraft! Wie die Weihnachtsglocken hinausklingen in Tal, so muß unsere Liebe hinausklingen zu den Brüdern o:> »er Grenze und im Feindesland, wie Weihnachtslichter di Kirche füllen mit hellem Glanz, so soll unsere Liebe den Treue ' da draußen die Herzen füllen mit Leuchten und Glänzen ia cs muß dies Fest gerade ein Weihnachtsfest werden, w:. 't Zabren keines gewesen ist! Denn all die Zähre seith i engen die Kinder — die großen wie die kleinen zu Wcihna.' Was bekomme ich?! Das war die Selbstsucht im F' »re Lieb«! Diesmal fragen sie: was darf ich hinausscuo und können» nicht abwarten, daß er sortkommt: so kam- :>ie Liebe gerade in diesem Jahre zu ihrem Recht: Da: t : ;l.n wir gern die Weihnachtslichter brennen und die We >!» 'lsglocken klingen lasten in diesem Zahl, klingen und si. gen. brenne» und leuchlcn sollen sie von der Liebe' Za > Liebe, die viel tauiendmal größer ist als all unsere M. d »liebe: Also hat Gott die Welt geliebet! Gottes Liei i' freilich keine weichliche Schwache nein Gottes Liei r- int auch den heiligen Zorn! Gottes Liebe weiß, daß u., Höchsten und wertvollsten Dinge nur mit dem eigenen L. lau erreiche» kann! Darum wolle» wir nicht fragen, wie Gottes Liebe solchen Krieg zulasten mit seinen Schrecke», i »der» wollen »ns daran freuen, wie gerade in den Schrecke' res Kriegs Gottes Liebe am hellsten zu leuchten beginn ilio hat Eott die Welt geliebet, daß er seinen eingeboren. Sahn gab! Liebe Gemeinde, von der weichlichen, schwächlich, > !R«nj,hienlieb« aus gesehen, wäre das Weihnachtrfest kein Fe-, der Freude, sonder» des Weinens und Klagen»! Denn dl gab ein Vater seinen lieben Cohn! Gab ihn hin in allen Zaminer der Älkelt! Gab ihn hin zum Martertod am Kren! ,!l»> hinter all diesem Schrecklichen, von dem un» da» Wen, a,»!- seit redet, steht die Liebe! Die leuchtende Liebe, die al :r Zammrr der Welt nicht verdunkeln kann, die starke Liebe, die selbst den Tod überwindet! Darum ist da» Weihnachtsf 1 -in Fest des Zubein», und cs jubelt um jo Heller, fe größer d> Nor ist, denn es bringt ja die Liebe, vor der all« Not wci »en muß! Dürfen wir Weihnachten keiern? trugen wir vor hin und nun antwortrn wir: Za wir müssen Weihnachren seicrn — keine Weihnachten der glanzende» Geschenke — >o.r müßten uns ja solcher Geschenke schämen, wenn si« jetzt aus u» serem Tische lägen —aber ein ßvethnachte» der Liebe, der Liebe Gottes und der Menschen. Wir werden im kommenden Zahl Liebe brauchen, bergehoch, darum laßt uns heute am Fest der Liebe, die Liebe häusen so hoch wir können: Laßt uns treten an die Krippe in Bethlehem und unser Herz dort mit Liebe süllen, daß für nicht» anderes mehr Platz bleibt! Wir Menschen haben ja auch unsere Art von Liebe: Aber eben das sollen wir am heutigen Weihnachtssest lernen, und da» tut uns so bitter not: Menschenliebe will nehme». Gotte» Liebe will geben: die Mutter, die um ihren Sohn betet, die Gattin und Braut, die um den Geliebten zittern und zagen, der draußen im Krieg steht: sie alle denken im letzten Grund doch an ihr eigen Glück, da» zerstört wird, mit dem Tode des sen, den sie lieb haben: Darum ist die Menschenliebe immer wieder mit soviel Leid vermählt, weil sie im letzten Grund eigensüchtige Liebe ist! Der Vater im Himmel aber, der sei nen Sohn hingiebt in Leid und Tod. der Mann Zesus, der den bitteren Weg geht, hinaus nach Golgatha, sie denken nicht einen Augenblick an ihr eigene» Glück, sie kennen keine eigen süchtige Liebe! Menschenliebe ist cs, die dich beten lehrt. Gib mir ihn wieder: Gottesliebe wäre es. wenn du beten könn test: Führ ihn zu feinem Heil und Glück, und wenn ich auch selber darüber leiden müßte, daß er von mir gerissen wird' Denn Eotteslicbe ist die Liebe des Hergcbcn» und Opsern»' Solche Eotteslicbe will uns das Weihnachtssest lehren: oie Liebe des Vaters, der seinen eingeborenen Cohn gab, für uns! Es mag wohl sein, daß unser Menschenherz sich aus bäumt und von solcher Eotteslicbe nichts misten will: Aber wenn cs einmal wirklich ihre Macht gespürt hat, dann wer den wir erkennen, wie wir selbst in solcher Goitesliebe reiner und glücklicher als in aller Menschenliebe, und dann wird in unserem Herzen da» Wcihnachtslichi zu strahlen ansang,p Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Cohn gab. aus daß olle die an ihn .Hauben. nicht verloren werde», sondern das ewige Leben haben. Amen. Die Glocken von Flandern. Bon Kart Bertling. Schwer ruht die Nacht aus dem flandrischen Land. Wie ein Fluch, oer keine Erlösung fand. Zertreten, verheert sind Habe und Gut, Der Himmel gerötet von Flammenglut. Die Flur ist zerwühlt, die Ernte zerstampst. Und warmes Blut von dem Boden dampft An den Kanälen knallt Schuß aus Schuß, Die Deutschen senden de» eisernen Gruß. Sie lasten Tod und Verderbe» spcih'n, Den Feinde» ins slanorijche Land hinein Wer treibt die Burger von Hos und Haus 'Mt Weib und Kind in die Nacht hinaus? Wer macht die Lande den Wüsten gleich? Der feige Krämer vom Zusclrcich. Der herzlose Brite trägt alle Schuld, Er sicht seinen Sieg in de» Himmel» Geduld: Er prägte dein Schicksal, er wais den Brand Der Krieges in dein krtedlichcs Land. Dein Elend heult. Es wiuimcrt roui Turnt Mit bebender Stimme: Feuer und Sturm. Es wimmert und ächzt mit gcbeocheuem Klang, Der Tod zieht selber am Glockeustiang. Es klagt iu den Liizte», cs stöhnt aus dem Feld. Aus zerjchoijcucin Erz eine Stimme geilt: „Weh. England, dir, deine Krämeibrul Soll ersticke» in dem vergossene» Blut. Wie Spreu deine Macht iu de» Wtudeit zerbricht, 'Aus dciucir Trümmern tagt Gottes Gericht. Und wer dich nicht haßt und verderben mag. Der sei verflucht bis zum jiiagstcn Tag." Als Sieger wandelt im Morgenrot Durch ausgebrannte Fluren der Tod, Dort wogt seine Ernte, d:::n reis ist die So'!, Soll fruchtbaren Aehren, der Schnitter najl. Sein Schlachtlied brüllt au» ehernem Mund, Die Erde erzittert bi» aus bcu Grund, Er stürml : die Gräbs t, cs reißt seine Hand Geschütze zermalmend in blutigen Sand. Z n Kugelhagel, im Puluerdamps, Führt England dort den Berzweislnngskamps, Doch wie ce sich wendet! und drehen mag, Er steht in den Reihen un» Schlag aus Schlug Mäht blutige Garbe» des Schnitters Zorn Mit riesiger Sen>e durchs brbet'de Korn. Hast, arme» Flandern, d» nachgedacht, Wer dich zum Leichenjelde gemacht? Hast, Flandern, du aus die Glocke zehört ' Kennst du den Heuchler, der dich betört? Er hat dich verlaust, er übt- Beirat, Für ihn siel im Felde die blutige Saat, Er will dein Verderbe», er spottet brr Not. Du bist verloren, du blutest zu tot. Die Städte sinken in Schutt »nd Brand, Zu, Sturmschritt eilt das Entsetzen durch» Land, Doch mahnend llingt durch da, Schlachtgebrauß Eine Stimme vom brennenden Gotteshaus, Sie klinget wie England» Sterbelted Und wieder der Tod an den Strängen zieh«: „Weh, England, Du Haft kein Eewisten mehr, 2>i Schmach und Schande verfinkt Deine Ehr. Den Meineid lohnst Du mit blutigem Gold, Das Dir durch die schmutzigen Finger rollt. Dein Heil ist di« Lüge, Betrug Dein Gebet, Und wert, daß mit Dir es untergeh«, Weh. England, Dir, Deine Krämerdrut Soll ersticken in dem vcrgostenen Btut. Wie Spreu Deine Macht in den Winde» zerbricht. Auf Deinen Trümmern tagt Gottes Gericht. Und wer Dich nicht haßt und verderbe» mag. Der sei verflucht bi» zum jüngsten log." So Nage» dieElocken am brandenden Meer, So rufen die Land«, verwüstet und leer, Do schreit Dein Bewohner, dem Wahnsinn nah. Der Flanderns Verderben durch England sah. Zn diesem Rus eine Stimme lag Wie eine Ladung zum jüngsten Tag, .'um Tag des Gerichts, das mit eiserner Hand ö>n Stcrnenrichter den Rächer jand. HU ihm trug den Fluch Deiner Opfer der Wind, Er zählte die Tränen von Weib und Kind, Er hörte di« Toten, er nahm sie aus, Er läßt der Vergeltung den Siegeslauf. Sie lammt durch die Lust, sie kommt durch das Meer Mit Riesenschritten zermalmend einher. Sie hemmt kein Gebet und kein Heldenmut, Denn himmelhoch lodert die deutsche Wut, Sie schlingt hinab den gekauften Knecht Und nahm ab mit dem Krämergeschlecht. Der bleiche Glöckner am Strang« zieht, Er läutet Britannien» Totenlted. Er läutet und zcrtt an des Schicksal» Strang Er läutet Verderben und Untergang. Er kam als Rächer für Flandern» Not. Als Herr der Vergeltung. Dir läutet der Tod. Und übers Meer weht ein leiser Klang. Wie Flanderns Glocke» und Geistcrsang: ..Weh, England, Dir, Deine Krämerbrut Soll ersticken in dem vergostencn Blut. Wie Spreu Deine Macht in den Winden zerbricht. Aus Deinen Trümmern tagt Gottes Gericht. Und wer Dich nicht haßt und verderben mag. Der sei vcrslucht bi» zum jüngsten Tag." Dom Seekrieg. Wenn wir die englischen und deutschen Schiss-verluste, soweit dieselben bekannt geworden sind, zusammenstellen, dann ergibt sich das folgende Bild: dabei sind Torpedo- und Un- terseeoote, die aus beiden Seiten ungesähr in gleicher Anzahl verloren gingen und im übrigen schnell wieder ersetzt werbe» können, unberücksichtigt geblieben. Es haben verloren: England Deutschland: Linienschisse. ckudaciou» 23370 Tonnen. Bulwark 15270 Panzerkreuzer. Ereg'y 12100 Tonnen Scharnhorst 11600 X. Aüoulir 12 100 Gnetsenau 11 BIX) 2. Hogue 12 190 Port 9 500 T Goodhope 14 310 Monmouth '060 Geschützte Kreuzer. Hawke 7 470 Tonnen Leipzig 3 350 T. Hermes 5 7») Hela 2040 T Pegasus 2170 „ Ariadne 2660 I. Bathsinder 206<, Nürnberg 3 400 1 . Amphion 2 500 .. Emden 3 8 0 T. Mainz 4 550 I Köln 4 350 T. Magdeburg 4330 T 121 300 Tonnen 80 750 T. Der Verlust England? nach dem Tonncngehalt der vernichtete» Schisse ist also doppelt so groß als derjenige Deutschlands. Legt man aber die Gefechtsstärke zugrunde, so wird der Vergleich für England noch viel ungünstiger: denn die beide» verlorenen Linienschisse allein, insbesondere der Uederdreao nougbt ..Andacious", haben in einer Seeschlacht «inen größeren Kampswcr» als die ausgezähltc» englischen Kreuzer zusammen genommen. Ferner darf nicht vergcste» werden, daß wir die cnglisrhcn Verluste in rhrcm ganzen Umsange nicht genau kennen. So weigert sich z. B. der britische Admiralestab, di« eigenen Ver- Inste im letzten Kamps mit unseren braven Kreuzern „Scharn- herst" und „Eneisenau" bckanntzugeben. Wenn keine zu oer- .'cichnen wären, läge sicherlich kein Griind für solch« Heimlich- :eit vor. Auch schon srüher sind unbestimmte Nachrichten durch- gedrungen, beispielsweise über den Zustanb der englischen Krcu, zer..Warrior", ..Elourester" und „Glasgow". Dann sind neben den englischen auch noch verschiedene rus- flsche Kriegsschiffe von unserer Flotte vernichtet worden. Endlich muß man berücksichtigen, daß es sich bei den deutschen Verlusten bisher vornehmlich um unsere Aurlandslrei zer handelt, die vereinzelt und ohne jegliche Stützpunkte, abge- ichnitten von der Heimat, einer erdrückenden Uebcrmacht gegen- überstanden. Trotzdem haben sie Glänzende» vollbracht. Ein Wott de» bei den Falklandsinjel» mit seinen beiden Söhnen untergegangenen Amiral» Grasen Spee ist in Erfüllung gegangen. Als derselbe vor zwei Jahren die Heimat zur Auslandsreise verließ, wurde er von Verwandten gefragt, was er tun werde, wenn inzwischen Krieg ausbrich«. Er antwortet«: „Dann hosfe ich. mich mit vtelen Engländern aus der« Meeresgründe wiederzusinben." Da» ist ein tapsere» See- ' aagen kann. (Hegen ausländische Maschinen. Etwa vier Wochen bevor das Banner des innerpoliti- i Zurgsricdens gehißt wurde, ward die Sündhaftigkeit der Agrarier an einem neuen Beispiel erläutert: „Läge ihnen die Stärkung des heimischen Marktes wirk- Iiii> an, Herzen, dann müssen sie eS sich zur Pflicht macken, ihren Bedarf an landwirtschaftlichen Artikeln, Maschinen und Gefisten zuvörderst im Jnlande zu decken und somit die deutsche Industrie zu unterstützen. Statt dessen bestehen unsere Agrarier bekanntlich einen großen Teil ihres Bedarfs in landwirtschaftlich.n Erntemaschinen vom Auslande. ' (Bert. Tagebl. vom 6. April 1914.) Tic Tatsache an sich, der starke Absatz ausländischer Euiieulaschinen in Deutschland, war leider zuzugebcn. Jns- ' andere an Mähmaschinen wurden allein im ersten Halb- i hr 1913 nicht weniger als 36,000 Stück im Werte von K, ä Millionen Mark bei uns cingeführt. Das war um so unlu zu bedauern, als die deutsche Mähmaschinenindustrie der ausländischen an Solidität der Bauweise und an uchuiezsamer Anpassung an die verschiedenen Bodenverhält- »iüe wie an die beruflichen Gewohnheiten unserer Land- uirte unzweifelhaft überlege» ist. Bekanntlich sind ja ein< zclnc Mähniaschinenfabriken gerade unter Zuhilfenahme landwirtschaftliche« Kapitals begründet worden,' um eine biionders innige Verschmelzung des industriellen Könnens niil den landivirtschaftlichcn Wünschen zu verbürgen. Aber war denn wirklich der böse Agrarier schuld daran, daß hier ohne Not die Sparbüchse des Auslandes mit gutem deutschen Geld aufgefüllt wurde? In der Zeit der obigen Borivürfc haben angesichts der Ueberlastung, die sich die n'-äl. aschine alljährlich eine Reihe von Wochen muß ge- ! llen lassen, kundige Thrbaner rmter den Landwirten auf : i. Notwendigkeit eines in erreichbarer Nähe befindlichen L. .gerc- von genau passenden Ersatzteilen verwiesen und auf r r »rur bleibliche Folge aufmerksam gemacht: der laud- ; irlscl aftliche Käufer rniisse sich eben immer wieder für die menkcmische, englische oder kanadische Mähmaschine ent- iidon, weil der Händler bei den Ersatzteilen für deutsche staunen völlig versage und zumeist überhaupt nur ans- . Tische Maschinen auf Lager habe. Die hier beklagte Be- nv'.ziignng der ausländischen Industrie erklärte sich mithin ui der Tatsache, daß der Handel die ihm zufallende Auf- atze, die deutschen Verbraucher mit den deutschen Maschi- uene>zeug«rn zum Vorteil der deutschen Volkswirtschaft zu verbinden, bisher noch nicht ersaßt hatte. Diese Auffassung ist nachträglich auch von den beteiligten Händlerkreisen selbst als richtig anerkannt worden. Als der Krieg das nationale Gewissen einige Zeit geschärft hatte, sprachen nämlich auch die Mitteilungen des Verbandes der Händler landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte Deutschlands e. V. zu Frankfurt a. M. von der Pflicht, die englischen und kanadischen Bezugsquellen auszugeben, sich mit anderen Fabrikaten einzurichten, in der ganzen Branche eine volle Säuberung des deutschen Marktes zu erreichen und dazu bei der Anknüpfung neuer Beziehungen in erster Linie - gemeint ist hoffentlich: ausschließlich! — die heimisch,, -laürikote zu berücksichtigen. So ist nunmehr also auch in Handelskrrifen der beschämende Zwiespalt erkannt tvorden, daß das siegreich» Vordringen der tüchtigen deutsche» In- dnstrie knff dem Weltmärkte den inneren Grund für das gc- gcnwärtige blutige Vöikerringcn bildete und daß dieselbe deutsche Industrie dennoch erst den — deutschen Absatzmarkt in vollem llmfange zu erkämpfen hat, nachdem ihn der Zwi- schenh 'st'st lange ohne Not mit ausländischen Erzeugnissen vtert-' ->nnt,md den deutschen Maschinen künstlich Hemm- ' nst ’ '■ bm- Weg gelegt hat. E: Ivnre eine Schmach ohnegleichen, wenn künftig von < instand - - einzelne unserer Regimenter kennen bereits den .den Gruß: Gott strafe die Engländer! — oder von Kanada, das jetzt den, englischen Mutterland immer neue Lcharou von Hilsstruppen sendet, auch nur eine landwirt- ' ststiche Maschine zum Schaden der deutschen Industrie ll,,; ~ "tiajfcmb bezogen und hier abgesetzt werden sollte, •tn- auch die Bereinigten Staaten haben für uns als Aus- i'ltoot auf diesem Gebiete anszuscheidcn. Ungeachtet des v aisa ai Einspruches habe» sie Großbritannien und Frank- v >ch ungeheure Lieferungen an Kriegsmaterial geleift-t >> !» > dadurch mit ihrer gauzen-wirtschaftlichen Kraft d. > deutsche Reich und leinen Daseinskampf einge- D:e Deutschen wären Narren, wollten sie sich für •ii offenkundigen Bruch der amerikanischen Neutralität •vvä> den Bezug solcher Maschinen bedanken, die von der en Industrie viel besser hergcslellt werden können. — iiiögen sich unsere Landwirte nicht mit der Hoffnung gnüge». die Maschinenliändler werden ja künstia ohnehin • it deutsche» Fabrikaten ouswnrten, sondern sie selbst mögen hei jedem einzelne» Einkauf darauf dringen, daß itz.ien ein Neue Tageszeitung. Donnerstag, den 24. Dezember 1914. deutsches Fabrikat geliefert wird und daß auch die nötigen Ersatzteile jederzeit verfügbar sind. Verweigert der Händler eine derartige Betätigung völkischer Gesinnung, so bleibt dem Bundesmitglied nichts weiter übrig, als sich wegen seines Einkaufes an big Verkaufsste^s des Bundes der Landwirte zn wenden. Anbau von Frühkartoffeln. Weise Vorsicht verlangt, möglichst frühzeitig neue Kar- tcffclmengen zur Verfügung zu haben, d. h. in weit erheblicherem Maße als bisher Frühkartoffeln anzubanen. Unser Anbau an Frühkartoffeln beträgt nur wenige Hundertstel der Gesamtkartoffelanbmisläch«, ein Absatz zu lohnenden Preisen steht auch bei ganz bedeutender Vermehrung des Anbaues um so weniger in Frage, als die Einstihr hochbe- zahlter ausländischer Frühkartoffeln im nächsten Jahre vor- missichtlich ausgeschaltet wird. Die Frühkartoffeln stellen bedeutend größere Ansprüche an den Boden als die späteren Sorten. Am besten gedeihen sie auf einem schweren, warmgründigen Acker in guter Kultur. Denjenigen Landwirten, die die Absicht haben, Im nächsten Jahre Frühkartoffeln anznbauen, ist dringend zu raten, schon jetzt, soweit es die Witterung erlaubt, auf dem für den Anbau der Frühkartoffeln gewählten Gelände Stallmist untcrzupffügen und das Land für eine zeitige Bestellung vorzubereiten. Die Apswabl der Sorten wird zum Teil von dem Boden, zum Teil aber auch von der Nachfrage der Gegend, nach welcher die Kartosseln geliefert werden sollen, abhängen. Um de» Bau von Frühkartoffeln vornehmlich dort ,u ermöglichen, wo die natürlichen Bedingungen (Boden und kliniatische Verhältnisse) für ihn vorhanden sind, ist es erwünscht, schon heute z» übersehen, welche ungefähre Mengen Saatgut seitens der Produzenten im kommenden Frühjahr abgegeben werden können. Die Gesellichast zur Förderung des Baues und der wiitschaftlick' zweckmäßigen Verwendung der Kartosseln hat es bankcnsweiler Weise ibernoimn '». eine iolche Uebersicht herbeizufiiliren. Damit ilme Arbeit auch eine möglichst nmsassende wird, werden alle Landwirte die voraussichtlich znni Frühjahr Te.atgnt abzu '-ben baden, gebeten, der nächsten Landwirts >'".,jtela!nu'.er. oder der Ge- schäftsstclle der Gesellschaft in Berlin W. 0. Eichha-enftr. 6. II, umgehend mitzutcilen. weist»' Torten und in welchen Mengen fie z» verkaufen in der Lage 'ein wvrdi'-n. SoN'cit heute schon ein Preisangebot gemacht »'erden kann, ist auch dieses erwünscht. Schließlich muß noch daraus hing.•wiesen Word"», daß im nächsten Jahr die Gesamtanbau stäche der Kartoffeln voraussichtlich erheblich vergrößert »erden »ud doder auch die Nachfrage nach Saatgut sehr rege sein u iiö. Nie allgemein bekannt sei» dürfte, bat der Lchndwirtjidalt^mini^n' in einem an alle Zuckerfabriken >a "osteten Rn:•d>st>reiben vom 21. November auf die Notwrndi keit hin gewiesen, einen Teil deS RübenlnndeS znnl der Kartoifeln zn -,er> wenden. Man kann Wohl daher damit rechnen, daß in, nächste» Jahre die Gesamikartoffeianbv• ’.'-V ; ' » ganz nr. um 10 bis 12 Prozent größer fein wird als iit die' Jahre. Tic Bttndesratsvcrordmtttg über Vas Schlachten. Die BmideSrntsverordnnng von: 11. September über das Verbot des vorzeitigen Schlachtend von Vieh ist mit dem 19. Dezember d. I. abgelanfen. Wie »us aus Berlin mitgeteilt wird, besteht Aussicht, daß von einer Verlängerung des Vorbotes, weiblistie Rinder unter sieben Jahre» zu schlachten, abgesehen werde Ganz sicher scheint cs noch nicht, ob auch das Verbot, Kälber, deren Mindestlebendge- wicht unter 75 Kilogramm bleibt, zu schlachten, ansgchob.'n oder nur abgeändert werden wird. Jedenfalls sind die gegen dieses. Verbat erhobenen Bedenken nach wie vor sehr bcachlei-wert. Dänische Feld'niesc. Herr Ad. Hensel zu Dortelweil stellt uns iolgendeu Brief eines Heercsaugehörigen aus Fried', irhsdo cf ,. T-, der für unsere Landwirte besondere Beachtung verdiene,, dürfte, zur Verfügung: Wie co in dcr srauzösischrn Wettern» anssicht. S......4. 12. 14. Ihr deutschcn Bauern, könnt froh sein, daß es Euch nicht so, wie hier den armen französischen Bauern ergeht, ihr solltet die trostlose Lage derselben mir sehen. Wir befinden uns hier, ich möchte sagen, in einer Art „französischen Wetterau." Ringsherum große, ,'ächfiae Gutshöfe, einstmals reicher und wohlhabender Bauern. Was ist cm8 diesem Wohlstand aber geworden? Fast überall sind die Besitzer selbst und ihre Söhne beim Militär. Dcr älteste Knecht ist auf den, Gut zurück geblieben, sowie noch einige ölte Mütterchen niit schneeweißen Haaren, uralte Schäfer mit ihren Hunden. Zu einem solchen Hofe gehören durch- kchnittlich ca. 300 Stück Rindvieh, manche haben auch 500 bis 600 Stück, mehrere hundert Schafe, 200 -400 Stück, und eine ziemlich ausgedehnte Pferdezucht. Viele landwirtschaftliche Maschinen aller Art und neuester Konstruktion sind überall anzntresfen. Jeder größere Hof hat seine eigene Dreschniaschine. Große Weiden liegen uni die Gehöfte, wo das Vieh sich Tag und Nacht in, Freien tummeln kann. Die Güter selbst, Ställe etc. sind meistens musterhaft eingerichtet. Hier in den Aisne-Niedernngen ist auch reichlich Wasser vorhanden. Die Weiden sind dürft) breite Wassergräben getrennt, und da? Tränken der Tiere vollzieht sich ganz von selbst. Man kan» überall sehen, daß hier noch vor ______________IMte* einigen Monaten blühender Wohlstand geherrscht tzst. Und wie sieht es niui hier ans? Kein Stück Vieh, keine Wagen, nichts mehr nennen die Leute ihr eigen. Alles hat sich, und mit vollem Recht, unsere Militärverwaltung zu Nutze ge- macht. Von vielen Hosen im Umkreise ist das Vieh an eine Stelle zusammengctriebcn und dem Proviantamt unterstellt worden. Es ist unser Schlachtvieh. Die Auswahl i[; recht reichlich. Ochsen, Kälber und Schafe werden abwech- selnd verausgabt. Die Schweine sind leider bereits aurvec- kaust und wir sind darin auf den Nachschub aus der Heima, angewiesen. Geflügel ist auch noch reichlich Vvrl »den nno ganz besonders sind die LapmS (Stallhaien) nicht zu ve>- gejscn, deren jede Familie hier mehrere Dutzend hat i . -> züchtet. Einige Milchlühe sind den Bewohnen, gctag'.i worden als wichtiges VoltSccnührungSmittel jür die Ueu . > Kinder und die vielen alten Leute, die in den Törlcru z:. rückgeblieben sind. Gerade hier an dcr Aisne spielt i.w.q dcr Fischfang eine nicht unbedeutende Rolle, und in i, j; jedem Hause sind Angelgeräte und 'Netze nnzulrcfieu. All s dies ist den Leute» gcuonimcn. Aus den lnndwicli.! -- licheu Maschinen waren für uns die Deichseln ein sehr > sachter Artikel und >nanft)c berjelveu wird als Reieivr T, ! . fei mitgcsührt. Tie großen hier üblichen zwei,i.Sen ' Karren dienen uns zun, Heu- und Strohfahren red fans i- gen Zwecken. Ein besonders starke Art ven Zug.»- »':> . . mächtigen Hörnern sind nicht dem Schlachtniesjir ve.j Sie taten uns gute Dienste beim Einfahren dcr Znft.rriib.e,, die wir als Pserdcsuttcr mit verwendet haben. Wie ;u. i cS nun auf den Feldern ans? Ganz trostlos, mag da we.ll die richtige Bezeichnung fein! Ein ganz geringer Teil der Ernte war bereits von den Franzosen noch eingcl, liren >»».- den, wir dreschen ihn jetzt. Ein anderer Teil dcr Fr.-a r stand aus Hausen im Felde, oder lag noch ganz frisch . - schnitten ungeknebelt auf dem Boden. Ein dritter Teil i. Frucht stand noch iin Halm ans den Aeckern. So sah es .v..r den Feldern ans, als wir in Frankreich einzogen. Die raßhe Auseinandcrsolge all der ersten kriegerischen Ereignisse I: uns natürlich nicht an Feid-'-wil denken. So kam es, daß durch seinerzeit anhaltende Regengüsse begünstigt, das Korn in den Garben nnd dcr geichnittenen Frricht zu keimen begann und unbrauchbar wurde. Als die Kriegslage dann ruhiger zu werden begann, retteten wir, was auf den Felder» noch zu retten war. Besonders waren die Kar- losfelleider bald abgecrntet, eine Arbeit, zu welcher man keinen anzusporucn brauchte. Tausende von Zentern wurden dem Proviantamt zngeführt und dann gleichmäßig unter die Truppen verteilt. Auch gelang es uns noch vor dein Frostwetter die Zuckerrüben einzuernten, dagegen stecken jetzt »och sämtliche Dickwurz, deren hier sehr viele gezogen werden. Sie sind dcr Vernichtung Preis gegeben. Eine 'Neubestellung des Landes hat natürlich nicht stattgefimden. Keine Winterfrucht ist gesät wurden. Das Vorhandene kam unseren Soldaten zugnt und ivas soll mm im nächsten Jahr aus dcr Bevölkerung werden, die hier noch sehr zahlreich vertreten ist? Kein Vieh, keine Geräte, keine Vorräte, nichts ist dem Leuten geblieben I Würde unsere Heeresleitung nicht jetzt jchon für die arme Bevölkerung sorgen, s» könnten die Elenden Hungers sterben. Dankbar erkennen die Leute unsere getroffenen Maßnahincn an und mancher von ihnen würde gern Deutsch werden, nachdem er nun hat ei »sehen gelernt, wie schmählich seine eigene Regierung ihn dem llntorgang pieisgegcbcn hat. So ficht cs in der fr»»- zöfischen Wctterau aus. Wie ei» Wetterauer die Franzose» uzte. Ein Landsmann von »ns. der Landwirt Eg. 6 . . . non Butzbach befand sich bei Ausbruch des Krieges in Amerika. Wie es ihm gelungen ist, trotzdem die Franzosen scharf auspaß, ten, durch den Kanal und nach Deutschland zu kommen, schildert er anschaulich in einem Brief, den er an einen Freund in Frlcdberg, Herrn Zahnarzt L . . . . geichricben hat und der uns dieser in liebenswürdiger Weise zur Dcröfsentlichung übergeben hat. ..... 8. November 1814. Als dcr Krieg ausbrach, waren zunächst alle Versuche, »ach der Hciuiat zu kommen, vergebens. Trotz alledem ließ ich nichis »»versucht, um rüber zu kommen, denn das Blut, das in nur sie ", lam nicht mehr zur Ruhe, auf die Lügcngerüchte hin, wie sie av'eiitanijche Blatter verbreitet hatten. Zunächst ließ ich mir. bekannt gegeben wurde, daß der holländische Dampfe' »leu Amsterdam" auch deutsche Passagiere mit nach Rotterdam nehmen würde, sofort vom deutschen Konsulat „Philadelphia" einen Ausweis ausstcllen, dahingehend, daß ich mich am ersten Mobilmachungstage gemeldet und versuchen würoe, aus der „Neu Amsterdam" die Heimat zu erreichen. Diese» Ausweis nun und meine Militärpapiere ließ ich mir in ei» paar Schuhe, die frisch gesohlt werden sollten, cinnähen: ma» »inßic inrmlid) ii rechnen, daß' das Echisf im Kanal angehalten und nach Äcntschcn untersucht werden würde. Des writcrin ließ ich mir beim Kauf der Uebcrsahrtkarie» einen "lusweis geben, daß ich zu Einsiedel in dcr Schweiz gebaren sei und wurde auch bei der Abfahrt von Hoboken am 2'’. August als „Schweizer" in die Schissspapicre eingetragen. Aus dem Schiffe sah man fast nur dciftsche Eestchier. Die Absatz'i des Schiffes. — Nachts t Uhr — war einsach rührend! Zu welch' großen pairiotifchen Kundgebungen cs kam, als dio Kapelle eines Newyorker Vereins die deutsche Nation rb Hymne spielte und alle die echten Dcuischen, die uns zu Schi » gebracht hatten, entblößten Hauptes in sie einstimmtcn, t, > läßt sich nicht beschreiben. Tausende von Deutschen sah man am User stehen nnd gar manchem rollten heiße Tranen die W» gen herunter. Wie gesagt, dieser Augenblick läßt sich nicht schildern. Leider wußten die meisten von uns nicht, welch.»' Unglück sie entzrgengchc» sollten. Es waren auf dem Sd;i f nur 8 bis 8 Seifte, die keine deuifche Staalsangchörige waren, alle übrigen waren Dciftsche und waren als solche auch außer tniv, wie gesagt, in die Cchifssliste eingetragen, den" Pr. 16 Krilagr in „jlrnr (Ttiflrstfitiiwg", itirblirrg j. h. $6frrt Maritz. einet bet ©utenffl&ter gegen Botha und die (EnglAnbet. Hencral Geyers» einet bet Führet bet auf- stänbischen Buten. Christian de ZSet, bet.fchlvutze Teufel' beSButeniriege». bec Felnb BothaS und LnglanbS SST. /»ofaftntpatreuilTt, von deutscher Infanterie üöerrascht. W Der Weltkrieg. Z it unerhörter Kraftanstrengung setzen unsere unvergleichlichen Truppen die Angriffe auf dem nordwestlichen Kriegsschauplatz gegen die feindlichen Stellungen fort, und wie nach dem alten Sprichwort immer das Gluck die Tapferen unterstützt, blühen ihnen denn auch die wohlverdienten Erfolge, Mit dem Gesang „Deutschland Deutschland über alles" ziehen die Bataillone unserer jungen KricgssreiwilligenindenKampf, und ihrem Bajonettangriff ist kein Feind gewachsen. Gerade dieser Opfermut und diese unentwegte Hingabe muh uns alle mit Stolz und hoher Freude erfüllen! stehen unserer jungen Mannschaft doch geivih noch schlvcre Kämpfe und Anstrengungen bevor, che der Feind endgültig besiegt ist. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist die Kriegslage für uns so günstig wie möglich. Auf der langen Front von der ostpreußischen Grenze durch Russisch-Polen bisnachGalizien wurde und wird in diesem Augenblick noch gekämpft, wir sowohl wie unsere Verbündeten haben den Russen schwere und empfindliche Verluste beigebracht, BciWloclavecwurden die russischen Armeekorps bis nach Kntno zurückgeworfen, und hier büßten sie anher bedeutendem Kriegsmaterial allein 23 000 Gefangene ein. An der ostpreuhischen Grenze muhten sie 5000 Mann in unseren Händen lassen, und die österreichisch - ungarischen Truppen nahmen ihnen 7000 Mann ab. Und gar bei Lodz nahm General Mackensen mehr denn -10000 Mann gefangen und erbeutete viel Kriegsmaterial, Solche Einbußen müssen auf die Dauer selbst für das Riesenheer schivächend wirken. Unter allen Umständen läßt sich aber aus diesen Tatsachen der erfreuliche Schluß ziehen, daß von einer ernsthaften Bedrohung der deutschen Grenzen keine Rede sein kann. Ferner ist es nach den eigenen Auslassungen des Generalfeldmarschall'-' von.tzindenburg auch hier im Osten für uns sehr günstig, daß der Winter mit ziemlicher Energie in das Land gezogen ist. Die „Einbuddclci" der Russen, in welcher Kunst sie Meister sind, fiuocl bei Frost, wenn das Erdreich festgefroren ist, ein Ende, sie müssen uns im freien Feld cntgegentreten, und unfern Sturmangriffen dürften sie kc,,.m genügenden Widerstand entgegensetzen können. ES kommt hinzu, daß die russischen Armeen durch die geniale Strategie HindenburgS gezwungen wurden, eine Frontveränderung vorzunehmen, Dadurch sind ihre Trains und Bagagen in große Unordnung geraten. Die Bewegungsfreiheit der Truppen ist auf das äußerste beschränkt worden. Fernerhin stellt sich immer mehr heraus, daß cs bei den Russen an Waffen und Munition zu schien beginnt. Es ist bereits altes japanische» Geschütz- material aufgckauft worden, an Handfeuerwaffen kann kaum der nötigste Bedarf gedeckt werden, und mit Derpstegung und Furage haperte es bereits seit langem. Auch auf ihrem südlichen Kriegsschauplatz sind die guten Waffen unserer österreichisch- ungarischen Bundesgenossen mit glücklichen Erfolgen gesegnet, Starke österreichisch- ungarische Kräfte haben die Kolubara bereits überschritten, allerdings leistete der Gegner in mehreren gut gewählten befestigten Stellungen noch Widerstand, Unsere Waffenbrüder habe» dort außer mit dem Feind auch mit über-ut ungünstigen Gelände- und Wittcrungsverhältnissen zu kämpsen, Aufgeweichtcr Boden und überschwemmte Wasserläufe verzögern ztvar das Vorgehen. halten es aber nicht auf. Der Umstand, daß im Gebirge meterhoher Schnee liegt, macht die Wege tcilivcise ungangbar. Aber alle diese Schwierigkeiten sind nicht imstande. das stetige Vordringen unserer Verbündeten auf- zuhalt n, wie aus der Tatsache hervorgcht, daß von ihnen in den letzten zwei Wochen 13 000 Gefangene gemacht wurden. Trotz der verlältnismäßig kurzen Zeit, seit die Türkei in den Kampf cingctrcten ist, haben die Türken doch schon gezeigt, daß sie beachtenswerte und gcfahrtrotzende Gegner sind. Die türkische Kiiegsflottc hat bewiesen, daß sie von mutvollem, angriffslustigem Geist beseelt ist. und die türkische Landarmee steht denKameraden von der Marine in keiner Weise nach. Die russischen Truppen im Kaukasus sind wiederholt geschlagen und mußten in regelloser Flucht den türkischen Angriffen ivcichen. Und was für unS eigentlich noch viel wichtiger und wertvoller ist: Türkische Truppen sind bereit» am Suez-Kanal eingeirossen, Im übrigen aber eilt die Kunde vom Heiligen Krieg durch alle mohammedanischen Lande, überall Begeisterung und Ovfer- sreudigkcit erweckend. Es wird den Drewerbandsmächten schwer, ja unmöglich werden, ihre Gebiete so abzuschlicßen, daß die Kunde nicht überall dorthin dringt, wo gläubige Muselmanen zu Allah beten. 1-hot. Guschmann, 3>et Deutsche Kaiser im Jekde. Die neueste Aufnahme des Deutschen Kaisers in seinem Hauptquartier. Das Bild zeigt den Kaiser in Helduniform mit dem Eisernen Kreuz erster und zweiter Klasse. , KOClLtLLXU. ifi i*i*»!X fc nTTTt rrrm?**, • Trrnmrmr wirmmw Professor Dr. A-rih Z^ausenberger, dcr tkrbaurr dr» <2 cm-P.örsrr». Mitglied im Direktorium bei Firma Krupp. Schöpfer de» vielgenannten 42 cm- Mörsers. erhielt für die wertvollen Dienste da» Eiserne Kreuz Aer österreichische Thronfolger in H^rzemtirl. 8>r sehen den österreichischen Thronfolger. Erzherzog Karl Franz Josef stink») und den heldenmütigen Verteidiger von PrzemySI. Feldmarichall-Leutnant Hermann von KuSmanek srechtS). wührend einer Be- sichligung der Festung Przcmh»l- ^in Anterossizier mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet. Al» erster Soldat aus dem Unteroffizierstande de» III. Brandenburgischen Armeekorps erhielt der Unter- offizier der Reserve, cand. theol. Leo Metzner. Sohn de» Pastor» Metzner in Wittenau, das Eiserne Kreuz erster Klasse. Er wurde außerdem zum Dizeseldwebel befördert. Irr heilige Krieg in AordafriLa. Hransportschwierigfieiteu auf dem russischen Kriegsschauplatz. Wir zeigen in unserem Bilde den überaus schwierigen Transport eine» österreichischen schweren Geschützes auf den grundlosen Wegen deS russischen Kriegsschauplatzes. Schon das war ein Grund für unsere Truppen, bei dieser schlechten Verfassung der Wege sich eine günstigere KampfeSstellung zu suchen, deren vorteilhafte Wirkung in den letzten Kämpfen zu Tage trat. Z)er heilige Krieg ia IlordafriSa. Anhänger der ScheichS der Senussi werden zum Kampf gegen die Feinde der Mohammedaner aufgeboten. Den Engländern wird eS Angst um ihr Ägypten und um den Suezkanal, da diese Kolonie von zwei Seiten bedroht, bald wohl ganz in den Händen der Mohammedaner sein wird. Auf der einen Seite kommen die Anhänger der Senussi, auf der anderen Seite die Türken mit den Arabern. ZLlitk in rinrn franz-ftfchen Kchützengraßeu. Unser« Aufnahme wurde einem französischen Gefangenen abgenommen und zeigt einen französischen Schützengraben in Betrieb. Eine türkische Schteichpatrouisse. Indem zertiüs.eien Gebiet im Kaukasus kommen die Fähigkeiten der Türken in der Verfolgung des ^Gegners diirch Sch'eichpa'ronillen besonders gut zur Geltung. Die Türken sind auf diesem Gebiete der Verfolgung der Feinde sehr gut aus gebildet, und sie werden den Russen dadurch sehr viel Schaden zufügcn und sie von ihrem westlichen Kriegsschauplatz abziehen. o; £tn gesprengter ZVasserturm. I« der Rühe von Lodz winde von Zivilpersonen auf obigem Wasserturin unseren Feinden Lichlfignale übermittelt und au4 diesein Gruiide der Wasserturm gesprengt- Aie heftigen Kämpfe in Aordfrankreich. Wir bringen hier ein Bild aus einer englilchen Zeitschrift, das einen Kampf um den Bahnhof zu LenS zwischen deutschen und französischen Truppen zeigt. Die Kämpfe in Nordfrankreich wurden mit groher Erbitterung geführt, da be.de Parteien wühlen, dag hier die Entscheidung fallen müsse. Lc»ai.lii'c".i..ü n .'iiöafU'ur: l)r. Kail Schaiimburg. Verli.i. — Truck und Verlag von Georg E. Nagel in Berlin 2 höneberg. 14 Nr. 3»oen und die Aiisweispagiere vorzeigen Diejenigen, die sich , osweiscn konnten, wurden voii den übrigen getrennt indeu, e »> eine» !chmo1en Sang zu sieben kamen Meinen Angaben, daß ich in der Schwei, geboren, schenl- U" die Schweinebundc wenig Zutrauen, Das ganze Schiss >, iiide nun, nachdem noch fi sranrösische Torpedoboote berangc- I' iiiinei, wareii, wieder mit zuriiägenvmmen, ein Fahrt von iiiorgens « bis abend» » Uhr. Kein Mensch wußte, wohin es iiiiig, -pater erst ersuhren .oir, das, wir „ns in dem franzö- Nich-N Kricgrhaien Breit b-iauden Am Morgen des folgen, t ui Tages kam eine Menge srainöpicher Matrosen an Bord nid sic singen an, die Ladung, Mehl, geschmolzener Silber lij.o, aus große Schleppkähne zu verlade» Segen 2 Uhr na-h- wittags wurden wir Passagiere insgesamt vom Schisse geholt iind aus Ilcinerrn Schissen unter sranzofischer Kriegsslagge in das Brcstrr Festungsgcsaugnis iibergesübrt, Gepäck und son itigcs mußte abgegeben werden, auch wurden wir von oben bis unten nach Massen und Taschenmesser untersucht Hierbei iunide schon einer unserer Passagiere, der sich widersetzt habrn soll, meines Erachtens jedoch deshalb, weil er das Kommando des franz. Ossizier, nicht verstanden halte, von diesem Schweinehund durch 3 Revolocrlchüste niedergestreckt, Bon 2 Matrosen wurde er, da er noch Lebenszeichen von sich gab, völlig toige- schosscn. Ich wurde am zweiten Tage vor den Festungstommandrn- len gerufen und nochmals nach meiner Rationalität befragt, och blieb bei meinen alten Angaben „geborener Schweizer zu sein" und verlangte gleichzeitig die Hilf- des Ichwci^rischcu Konsulats in Paris. Am nächsten Tage schrieb ich 2 Brtcse »nd 3 Karten an meine augcblichen Angehörigen in der Schweiz (!!!) setzte meinen Absender aus d-c Umschläge der er siercn, — es war dies Vorschrift — und wartete der Dinge, die noch kommen sollten, denn, es war klar, daß diese Sendung oeösfnet und gelesen würde! Hossentlich ist dieselbe inzwischen als unbestellbar aus der Schweiz zurück wieder in die Hände dieser Saubande gekommc». Mögen die Kerls Augen gemacht haben, nachdem sie erkannt, daß ich sie derart an der Nase geführt habe. In dem Eesängnis mußten wir „48 Mann" in einer ziemlich kleine» Bude zubringen. Das Eloftt stand in Gestalt von zwei Eimern in der Mitte dieses Salons, Das Eisen war cinsach unter dem Hund! Am fünften Tage wurde ich unter militärischer Bedeckung wieder zum Kommandanten gebracht, woselbst ich schon vier Aerzie, die sich durch Papiere vom Roten Kreuz ausweise» konnten und einen Dcuischcn mit amerikanischen Ausweis- papieren antraf. Sie alle fuhren von Hoboken mit mir tn der 2 Kajüte, waren aber in einem anderen Festungsstall« unter- gcbracht. Hier wurde uns nunmehr die Erlösung verkündet und gesagt, daß wir wieder nach Rotterdam fahren würden. Du kannst Dir denke», daß mir eine Zentnerlast >n diesem Mo- ment vom Herzen siel, ich srrutc mich im Stillen diebisch über die mir geglückte Kriegslist. Aus der Fahrt durch den Kanal wurden wir zwar noch 2 Mal von englischen Torpedobooten angehalten, jedoch weiter fahren gelassen, da di- Schissspapiere von de» Franzosen geprüft und gestempelt waren, Bor Dover bekamen wir einen englischen Ossizier an Bord, der das Schiss an den Minenfeldern vorüber bis Rotterdam führte. Hier nroldcte ich mich um. gehend bei dem deutschen Konsulate und entpuppte mich zum größten Humor sämtlicher dottigen Beamten, gestützt aus meine Militärpaptere in den Schuhen, als deutscher Reichs»», gehöriger. Mit dem erste» Zuge wurde ich von hier aus nach Wesel befördert, bekam doitsclbst einen Miliiälsahrschein »ach Itzehoe, um beim Artillerie-Regiment Rr. 9 eingestellt U u werden, Am 30. September kam ich mit dem Ersatzregiment nach Königsberg, woselbst wir unter unanshorlichcm Regen ausgc- ladcn wurden, Don jetzt ab kamen wir drei Tage ,'ast nicht von den Pserden. Zunächst fuhren wir südlich von Insterburg in Stellung, mußten aber schon nach wenigen Schüssen diese Stcllung ausgeben und uns zur Lcrsolgung der Russen anjchik- ken. Wir hatten damals nur ganz wenig Verluste, aber noch weniger Erfolge, denn fast Luser ganzes Regiment war zusammengesetzt aus nur mangelhaft ausgebildeten Krtegssrciw'lli- gen. Wir verfolgten die Russen auch über die Grenze, mußten aber am Tage daraus wieder zuttick, da die Russen bei Memel aus Tilsit zu durchgcbrochen waren. Nunmehr lamcn wir bei Labiau in ein Gesecht, woselbst cs einfach ganz ungl>u,blich hcrging. Am anderen Tage konnte man sich kaum noch denken, daß man mit heiler Haut Lavongetommc» war. Es ging natürlich sogleich wieder an die Verfolgung, direkt nach Rußland hinein, wobei es die Russe» eiliger als I >r hatten, Bon nun ab hatte» wir zwei langweilige Wochen, bis vor zirla 14 Tagen die Russen de» zweiten Durchdruchsorrsuch machten, solange, wie ich dabei bin. Wir wurden dann zurückgenommen, um neu zusammengesetzt zu werden. Solange untätig zu bleiben hielt ich nicht aus. Ich meldete mich jojott wieder zur Front und cs gluckte mir durch besondere Fürsprache, in die reitende Batterie des Feld-Artillerie Regiments Rr, 1 zu lammen, Wann wir nun wieder ausrückcn, weiß ich nicht, aber, wie verlautet, wird cs nur einige Tage Lauern. Aus Rußland hätte ich Euch schon gern einmal geschrieben, doch war cs ganz ausgeschlossen, Papier zu bekomme». Wir lagen dort in Scheunen und Stallungen verteilt, aber nirgends war etwas auszutreiben; die ganze Bevölkerung war ausaerückt. Durch «eue Tageszeit,»^ D»-n«r»lag. den 24. Dezember 191« tic nasse Witterung kamen hier unheimlich viele Krankheit,- fälle vor: jo ein bischen „Rheuma" habe ich auch schon weg. Meine Assäre aus der „Rcu-Amsterdam" und dem sich anschlie- ßenden Erlebnis in Brest habt Ihr vielleicht schon in den Z-i. tungen gelesen, denn, wie mir ein Herr, der in seiner Eigenschaft als Arzt mit durchgelommen war, später schrieb, soll ja unser Abenteuer in manchen Zeitungen sogar mit Namensnennung der mit heiler Haut Davongelommencn, gestanden haben. Ja, man erlebt so manches aus dieser Welt! Alles das. was ich im Jahre 1914 durchgemacht habe, ist schrecklich. Mein Leben ist mir egaler, als je. Ich habe nur noch den einen Wunsch, „möglichst bald" wieder zur Front zu kommen, um da, Leben am Altäre des Vaterlandes sür dessen Wohl und Größe aushauchen zu lönnen. Inzwischen lebt Alle wohl! Mit den allerherzl. Grüße» Euer Georg, .....13. November 1914. Meine Liebe»! Nächsten Freitag geht cs nun endlich wieder los. Cs ist Befehl vom l. Armeekorps, daß sämtlich« Ossi,irre, Unterofli ziere und Mannjchastcn, die schon im Felde waren und wieder > selddicnstsähig sind, demnächst wieder raussollen. Run kam heute von unserem Regiment der Beseht, Laß Alles Freitag 'raus muß. Das ist eine Wonne: man belomnu direkt Heimweh nach den lieben Russen. Die Kerls werben schon wieder frech. Mit den herzt. Grüßen verbleibe Euer Georg, Einer tür Stil und Alle für (finm' Welch' Geist achter Kanicradschast, hohen Helden muies und schlichter Gottcrgcbcnhcit unserer wackeren Truppen beseelt, davon gibt nachstehender Brief, den ein alter und treuer Freund unseres Blattes. Johs. Brück 5. z» Biirk- hardSseldcn b. Gießen von seinem Ressen erhallen hat und den er »ns zur Veisügnng stellte. Leider ist der Brios- schrcibcr nicht mehr dazu gekommen, den Brief selbst abzu- sertigcn, denn er starb wenige Stunden daraus den Heldentod sür's Vaterland. Frankreick), 25. Oktober 1914. Liebe Frau und Kindl Ich niuß Euch hcrzlichst danken für den lieben Brief mit den beiden Bildern. Die Stunden werden immer schwerer und ernster. Es ist ganz schrecklich, was es für Menschenleben kostet, säst keiner koinmt davon, ohne tvas ab- ztckriegen: es müßte denn der liebe Gott an einem oder dem anderen gerade ein Wunder tun. Erst in der vergangenen Nacht habe ich den Feldivebel R. fortbringen Helsen, er hat beide Augen verloren, der Herr »läge mich von einem derartigen Unglück brtvahrenl Als ich von dicieni Gang zu- rückkam, da lagen immer noch hier und da Verwundete und riefen nach den Sanitätern. Ich kam im Wcitergchen an ring Stelle bei einem Gehöft. Ick, srng sind noch Vcrwun- dcte da. da rief einer: Heinrich bist Tu da? ich antwortete: Fritz bist Du's? da sagte er: ja! Mit Hilfe eines Kameraden habe ich den Freund verbunden und tvir haben ihn dann in den Kuhstall getragen, wo wir ihn nochmals verbanden, denn er hate viel Blut verloren. Ich gab ihm zu trinken und eine Birne, die ich zufällig bei mir hatte, zuni Esson, worauf er zu mir sagte: Ter liebe Galt möge es Die vergelten. Tu kannst dir gar nicht denken, liebe Fra», wir wir Kameraden zu einander finb: Einer für Alle und Alle sür Einen! Bis ans den letzten Tropfen Dlut's sonst können wir in diesem Kampf nicht siegen »nd da müssen wir noch ans Gottes Hilfe vertrauen. Er wird uns auch nicht verlassen! Wir kämpfen eben gegen die Engländer in der Gegend von Lille. Am 23, Oktober waren wir in größter Leben?- xi fahr, wie überhaupt jeden Tag und selbst in der Nacht, Wir waren an diesem Tag zu dem Brigadestab in zwei Gruppen kommandiert, Al? wir morgen? lim 6 Uhr — es wgr noch nicht hell — vorgingen, bekamen wir Maschi- nengewchr- und J'irfantcriefeuer. Der Brigadcadjutant erhielt einen Streisschuß am rechten Ar>». Aber ohne Wanken ging er mit vorwärts, ich ihm nach, da trafen ihn noch 2 Schüsse in den Hals und in die Brust und siel rückwärts nach rnr zu. Ick) mußte bei ihm blcibcu, bi? cs dunkel ward: cs war von »wrgcns etwa 7 Uhr bis abend? */ß Uhr.da llvurdc et wcggebrackot, er war noch nicht tot. Als er gefallen n>ar, da habe ich ihn, mitten im Feuer Wasser geholt. Ich schrieb ihm dann verschiedenes in sein Notiz- blick,, da? er mir diktiert hat. Was er mir alles sagte, da? licbe Frau, kann ich Dir nicht alles sagen, eS würde Dich z» sehr angrci^ Wenn wir uns Wiedersehen sollten, so werde ick, cs Dir erzähle». Mit Ach mid Weh schrieb der zum Tod verwundete Mann noch seinen Rainen dariintcr. Ich soll seine Frau in Friedberg') besuchen, wenn ick, nach Hanse käme. Er wolle gern stcrbcii. wenn nur Deutschland siege und seine liebe Frau solle nicht weinen. . Und so halte cs auch Tu, liebe Frau, wenn c? Götte? Wille lei, daß wir unS nicht mehr scheu sollten, Jede Ctlindc. ja jede Sekunde muß ja der Soldat dacauf gefaßt sein, daß ihn der Tod ereilt. Es heißt ja: Der Soldat allein ist der rechte Mann, der den Tod in's Angesicht schnnen kann. Also liebe Frau, sollte cs mir auch, so ergehen, dann lue ine nicht, weine nicht! Es ist genug, tue»,, Ick, liker Euch. Ihr Lieben all, weinen muß. Tenn fjii uns gck'1' nichts als: Siegen oder Sterben. Ucbcr die Sack 1 ; kann ick, uii. keine Gedanken machen, da muß Tu ' ». wie Du c3 fertig bringst. Dein lieber Batce wiid ~ir io ’.ut Seite stellen und d r liebe Gott möge Euch Ass . ii> er- halten. Ich rufe ihn jeden Tag um seinen Schutz und seine Es handelt sich um den ans dem Felde der Ehre ge- f-llenen Hanvtmann Sch......zu ,-ricdbcra Also bleibt schön gseund. Ans Wiedersehen! Hisse an. Er wird mich auch erhören und Euch nicht der- _ _ «eil» S. lassen. Ich bin nur froh, daß ich Euch beide noch einin ck gesehen habe, wenn auch nur !m Bilde, da kann ich ss>-. doch noch einmal küssen, das Maricchen ist sehr sch! ■. fen, möge es' ein braves Kind werden, damit Du ü eine Stühe hast. Hoffentlich kann ich den B,i- und Tn wirst ihn erhalten: denn bei diesen, t. der Kanonen weiß inan nicht, >b man den 2 Ich schreibe den Brief !m Schützengraben und im JTTfo bleibt schön gesund. Ans Wiede,sclien! Weihiiackfte» im Felde. Im Schützengraben im engen Raum, Ta brennt ein kleiner Weihiiachtsbauni Die Deutschen halten treu die Wacht, lind singen: „Stille heilige Nacht!" Sie singen leis', daß inan's kann, hört: Damit der Feind sie ja nicht stört. Während im Stübchen zu Hause, im kleinen. Die Verlassenen bitt re Tränen weine», I» Dörfern und Städten ist überall Frieden Wer weiß, was den Kriegern im Feld' ist beschiedl Sie hören kein Läuten, sic hören kein Singen- Wird dcnen dos Christkind auch etwa? h, m Allen die tapfer im Felde sich wehren, Würde mit Freuden cs gern bescheeren. Ach wäre nun endlich der böse Krieg an... Und dg« Christkind brächt' uns den Vater i ' t O Gott im Himmel du Herrscher der Weit Wir bitten dich innig: Draußen im Feld Stärk' unser» M»t! lind're die Not! Gib' uns und den Unser» da? tägliche B,o> Dn giiter Vater, den wir so verehren Kannst uns zu Weihnacht etwa? besckwcren Gib' uns den Frieden, stell' den Krieg ein Das soll der Wunsch der Krieger all' sein. Geichrieben im Schützengraben ln Frankreich am 1t 12 ,4. Eifenbalsnerleistunflen im iivlctxr. Einen gewaltigen Eindruck von der Arbeit unserer Eisen, bahner konnte man beim Bau eines Tunnels In Frankreich empfangen. Es handelte sich hier um einen vcrkehrstechnisil, in Frtcdenszetten, tm Krieg« aber auch strategisch ungemein wichtigen Puntt, Deshalb war hier die Zerstörung besonders gründlich vorgenommen worden. An zwei Stellen war der Tunnel in der Mitte mit Hilfe von Minenkammern, weiche- schön bei seiner Erbauung vorgesehen worden waren, von der Decke her gesprengt. Die Erplosion hatte einen gewaltigen Schnttkegel aus der Höhle des Berges herausgcrisscn, so daß die Berschüttung des Tunnels In der Tat so vollkommen wie nur irgend möglich durchgeführt worden war. Eine Räumung von den beiden Eingängen aus war darum munöglich, weit in den engen Tunnclhöhlen Immer nur ein kleiner Teil Ar beiter beschäftigt werden konnte. Außerdem kam das zerbor stene Gestein fortwährend nachgebrochcn und gefährdete das Leben der Wiederherstrller. Da entschloß man sich kurzer Hand eine Riesenarbeit zu unternehmen, welche auch in Jricdensze, ten als «in Jngenieurwerk und »ine Arbeitsgroßtat ersten Ranges gegolten hatte. Man deckte den ganzen Berg von ob-» her nach dem Einbruchetrichter zu aus. Der Anblick dieser Ar bettrstätte im Feindeslande war namentlich bei Nacht ga,-- gewaltig, 800 Mann, nämlich vier Eisenbahnkompagnien, a> beiteten beim Scheine einer von der Firma Siemens u. Halste eingerichteten elettrischen Anlage, deren Helligkeit an einzelnen Stelle» noch durch Fackeln und Epiritusglühltchler »er stärlt wurde, an den stuscnsärmigen Wänden eines fünszig Me- ter im Durchmesser messenden Trichters, Der Anblick erinnerte an ei» großes Bergwerk imTagbau. Wie ein Ameisenschwarm wimmelten die emsig hackenden, schauselnden und karrenden Soldaten durcheinander, die in ununterbrochenen lag- und Nachtschichten von je sechs Stunden den letzten Funken Kraft einsetzten, über den jeder verfügte. Handelt« c» sich hier doch um ein Werk, das für den Fortgang des Krieges nicht weniger enlschcidcnd war, als der Bau van Schützengräben oder Feldbefestigungen, ja, das sogar ebenso wertvoll sein konnte als eine rechtzcittg gewonnene Schlacht, Dementsprechend haben unsere Eisenbahner ihr Teil geleistet. Mancher, der mit Hüncnlraft seine Arbeit bewältigte, ist abends im Quartier cinsach erschöpft zusammengeklappt. Aber sic hoben dlcse Schlacht der Arbeit gewonnen, wie sa manche andere zuvor. In 22 Meter Tiefe stießen sie auf die gesprengten Tunnelwölbun. gen und nun war die Durchfahrt bald frei. Gleichzeitig hatte eine andere Abteilung di- im Anschluß an den Tunnel gesprengte Brücke wieder hergcflellt. Aus den scstgesetzten Tag lonnte die erste Lokomotive durch den nunmehr mit einem riesigen Oberlichtsenstcr beleuchteten Tunnel hindurchsahren, — 20 000 Kubikmeter Erbe sind, ehe die Arbeit fertig war, von unseren Eisenbahnern Spaten für Spaten, von einer der am- phitycatraltsch den Trichter umgebenden Crdftuscn zur ande ren bis aus die Höhe des Berges besördcrt worden. Wiederum eine andere lunnelwiedcrherstellung lag den Eisenbahnern in der Röhe einer 1870 ebenso wie 1014 Hort umlämpsten Stadt ob, Erfinderisch, wie die Franzosen in der Vernichtung ihrer etgenen Kulturbauten sind, halben sie hier den Tunnel durch ebenfalls vorher eingebaute Minenkammein an drei Stellen gesprengt, und zwar an beiden Eingängen ur,r> in der Mitte. Die Aufdeckung des Mitteletnbruchs erfolgte wieder durch eine Hcrkulestat der Arbeit, nur daß sie hier beinahe ebenso umfangreich — es mußten 13000 Kubikmeter Erde bewegt werden — aber nach viel schwieriger war, weil der schichtenweis- mtt Lagen von Stelublöcken abwechselnd- blaue Ton der Formation des Berge» keinen Halt in sich hatte, sondern fortwährend einbrach und nachsank. Hier find, vielleicht zum ersten Mal seit den Tilrkcnkrie- gcn, wieder Bergleute et» solche im Kriege rerwenbct Weden. Wahrend di- Ausgrabung des Mittcidttchter, durch IN,, stre Soldaten und auch durch angeworbene etngeborne Arb-'- pH, svr N«»e Tageszeitung. Donnerstag, den 24. Dezember 1914 ©cif« - \ > t aflciftct wurde, trieben Bergleute beiderseits mit „Bor- | fiiiüfcctorbeit“, wie der bergtechnische Ausdruck heißt, Meter ?: r Meter ihre Stollen in den verschütteten Tunnelschacht. Manchmal senkte sich die Masse des Berges aus eine Stelle der , e'lens, so das! sich die aus dem nächsten Wald« geholten ibmetcrdicken Eichen- und Buchcnstämme, welche ihn stütz- w,e dünne Hajelgertcn bogen. Dann muhte schleunigst d] Unterbau die Einbruchsgefahr abgewendet werden. 230 appcn aus dein rheinisch-wcstsälischen Kohlenrevier, di« .wgig einquartiert und vcrpslczt worden sind, haben un- Leitung eines Bcrginspektors dieses eigenartige Stück mi- !>>,,scher Arbeit im Feindesland« vollbracht. Einer von i neu, der dabei verunglückt ist, ist mit soldatischen Ehren be- ;Mi'ct worden. Wie ich schon eingangs sagte, wird die gewaltige Dransetz- : ug von Kraft und Mut, die zu diesen Arbeiten gehört, nicht j verall in der Heimat richtig eingeschätzt. Unsere Lisenbah- v -s lassen sich von keiner anderen Truppe an soldatischer Tap- s-'.kcit übertrefjen: das haben sie oft genug zu beweisen Ge- I. zeuheit gehabt, z. B. bei Erkundungssahrten auf Lokomoti- > i, in, Feindeslande, so z. B. noch jetzt bei den letzten Kämp- ki, um und hinter Antwerpen, bei Arbeiten, welche sie unmittelbar rm 'Anschluß an die kämpfenden Fronten durchführen muhten, und bei denen sie öfter so weit nach vorne kamen, daß sic ihr Werk infolge seindlicher Uebersälle unterbreche» »muhten. Aber auch solche technischen Arbeiten, wie die hier bei den Tvunelbrmten geschilderten sind, ganz abgesehen von der Mög- > .hkcit, dah dabei verborgene Minen zur Entzündung kommen »en. voller Eesahren. Hier ist die Eile alles, das Leben : einzelnen wenig. Die Sicherheitsmahregeln, mit denen n ir im Frieden das Leben unserer Arbeiter schützen, sind selbst- - ^ -endlich im Felde grohenteils nicht durchzusühren. Bei . f m der von mir besichtigten Tunnelbautcn lieh es sich nicht i ii'iuturn, dah von Zeit zu Zeit Lawinen von metergrogen S.einblöcken in die Tife rollten. Eine Wache war ausgestellt, f solche Lawinen den unten Arbeitenden rechtzeitig durch S nie meldete, außerdem waren aus Maschinen Schutzpackun- g> .i on den gcsährdeten Stellen eingerichtet, um die Wucht der - . .n ii'netkernden Blöcke zu mildern. Auch hier gilt das W-rt: Der Krieg ist der Krieg! Wer bet solchen für das rasche Vorwärtsdrängen unserer Soldaten, für ihre Verpflegung. jür die Munitionsbeschassung, kurz für die Erhaltung der rückwärtigen Verbindungen nötigen Arbeiten durch den tiüti- s.i: u, Stcinblock zerschmettert wird, der hat nicht weniger den Heldentod aus dem Felde der Ehre erworben als der, den im L ■ .»graben die feindliche Kugel trifft. .'>0 000 Mann Eisenbahner stehen im Feindeslands. Sie gliedern sich in Bau- und Bctriestruppcn, unterstehen dem Chef des Feldeijenbahnwesens im Großen Hauptquartier und sind mit allem ausgerüstet, was sie instand setzt, die Eisenbahnen des Feindes jo rasch wie möglich zu Hilssmitteln unserer Kriegssührung zu machen. Und das leisten sie, wie sie den Heldengeist der deutschen Arbeit rm Herzen tragen, weil sie mit dem äußerste» Funken der Kraft jedes einzelnen ihre große hingebungsvoll« Aufgabe tun für Kaiser und Reich"' Aus Ostpreußen. Königsberg i. Pr., 20 .Dez. Die für Ostpreußen sehr l dcutsame Frage, wieviel von den Geflüchteten nach dem Kriege in die verwüsteten Landcsteile zurückkehren werden, beantwortete bei der Beratung der KriegZhilfskommisjion für Ostpreußen Oberpräsident von Botocki dahin: man werde out dem Verlust von zweihunderttausend bis dreihunderttausend Menschen rechnen müssen. Ta Ostpreußen schon vor dem Kriege keinen Ueberschuß an Arbeitskräften besaß, wür- de ein solcher Vorgang erst recht die Notwendigkeit einer scharfen inneren Kolonisation ergeben. ZuriiMiiilg vo» Mmschasteii. Berlin, 19. Dez. Zur Aufklärung der beteiligten Kreise reift die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" daraus hin, daß die stellvertretenden Generalkommandos ermächtigt sind, »ach Wochen berechnete Zurückstellungen von Mannschaften der Landwehr, der Ersatzrcservc und des Landsturms ohne Rücksicht auf die Bcrufszugehörigkeit dann zu verfügen, wenn ein staatliches Interesse vorlicgt oder Rücksichten auf das Allgemeinwohl erheischen. Den Betrieben soll hierdurch Gelegenheit geboten werden, für geeigneten, nicht dienstpflichtigen Ersatz und seine Einarbeitung zu sorgen. Gelingt dies in einzelnen Fällen trotz nachweislich ernstlicher Bemühungen nicht, so kön- > 1 und werden die stellvertretenden Generalkommandos Wie- lerhalungen der befristeten Zurückstellungen elntretcn lassen. Ilnvercinbar mit dem Grundgedanken der allgemeinen Wehr- n . cht aber wäre es. die Angehörigen ganzer Berufsllasjen, z. lue Leiter landwirtschaftlicher Rebenbetriebe, Vorschnitter, ''.aller usw. wena ihre Vertretung durch nichtdienstpslichtige ..rsonen möglich ist, dauernd von. der Einberufung z» befreien, e re Entlassung bereits eingestellter Leute darf nur im äußerst» Rotsall erfolgen. Schwindel-Liebesgaben. Das stellvertretende Generalkommando des 1. Bayerischen Armeekorps in, München warnt vor einem sogenannten „Jdeal- ?. rsfer Marie sis", „Thalers Original-Kraft-Kafseepulvsr", , Aljnfcr" Original-Kraft-Kliffeetabletten" sowie „Thalers Ori- p iual Kraft-Kakaotabletten", weil Kassee bezw. Kakao nur in ■"> geringen Mengen in den angebotenen Erzcugnisicn ent- U ri ist und der wirkliche Wert in gar keinem Verhältnis zu in-orderten Preis steht. Ter Stadtmagistrat Nürnberg wendet sich gegen ein Prä- !>arat mit der Bezeichnung „alkoholfreier Punsch in der Tüte". •-ciKR Auslösung in heißem Wasser Pur.sch, ja sogar „Burgun- - rr Punsch" ergeben soll. Es handelt sich dabei um eine mit '""cm Teerfarbstoff gefärbte und mit künstlichem Aromastoff parfümierte Mischung von Zucker und geringen Mengen Wein- >äure. Dqs daraus oorgcstellte Getränk schmeckt nicht «rntsernt nach Punsch und ist geeignet, den Magen zu verderben. Sodann erläßt das stellvertretende Generalkommando de» 1. Bayerische« Armeekorps noch nachstehende Warnung: Gewarnt wird vor dem Ankauf von Dr. Oppenheim» echte» Grogwürfeln, Marke Südpol. Sie find in Feldpostbriefe verpackt und für unsere Soldaten im Felde bestimmt. Nach dem Aufdruck auf den Etiketten bestehe» diese Würfel angeblich aus feinstem Rum und Zucker und sollen in heißem Master ausgelöst «in Weinglas von Grog ergeben. Tatsächlich beträgt der Alkoholgehalt der Würfel nur ü,8 v. H.: dem Zucker ist Gelatine beigemengt: es läßt sich selbst mit Beigabe von nur geringe« Mengen heißen Masters kein grogähnliches Getränk erzie- len. Das Rohmaterial für sechs Würfel kostet ungefähr zehn Pfennig, der Verkaufspreis beträgt 1 Mark. Das Publikum tut also gut, nicht blindlings alles zu kaufen, bas einen schönen Namen trägt. Und die Geschäftsleute sollten auch ihrerseits darauf halten, nur ausgeprobt« gute Waren zu führen. v , ^ _ f,; 4. Die Höchstpreife-Berordnungen. Berlin, 2t. Dez. Die am Samstag vom Bundesrat beschlostene Aenderung der Höchftpreife-Berorbnung tritt am 24. Dezember d. I. in Kraft. Die Verordnungen enthalten noch folgende Bestimmung: Der Höchstpreis für die Tonne geschroteter, gequetschter ober sonst zerkleinerter inländischer Gerste ist zehn Mark höher als der Höchstpreis für die Tonne inländischer Gerste. — Durch ^Verordnung des Bundcsrats vom tg. Dezember ist die bisher bestehende 68 Kilogrammgrcnzc bei Gerste gestrichen worden, so daß vom 24. Dezember an ein einheitlicher Höchstpreis für die Gerste aller Gewichte besteht. Dieser Gerste-Höchstpreis ist überall dem Roggen-Höchstpreis gleich- gesetzl worden, so daß er z. B. in Berlin 220, in Leipzig 225 und in München 227 Mark betragt. Oester.Höchstpreise für Kartoffeln Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht eine Ministerinl- Vcrordnnng, betreffend die Festsetzung von Höchstprcijen für Kartoffeln. Danach bewegen sich die Höchstpreise im Großhandel m den einzelnen Kronländern zwischen 8 bis 12 Kronen für einen Meterzentner Industrie- und Futterkartoffeln. Die Höchstpreise im Kleinhandel werden unter Rücksichtnahme auf die für den Großhandel bestimmten Höchstpreise von der politischen Landesbehörde festgesetzt. Die Verordnung bezieht sich nicht auf den Bezug von Kar- tcfseln ans dem Zollanslande. ?ie täglichen Öeißmtfojtfn des Krieges. Hpes Guyot, der frühere französische Arbeitsminister, hat die täglichen Kricgskosten sämtlicher kriegführenden Mächte soeben mit nicht weniger als 380 Millionen Franken berechnet. Dieser Anschlag ist willtürlich und phantastisch. Der Berliner Nationalökonom Professor Julius Wolf stellt demgegenüber in einer eben veröfsentlichte» Schrift „Die Krtegsrechnung" (Verlag Georg Reimer, Berlin) fest, daß sie mit kaum über 150 Millionen Mark angesetzt werden dürfen. Deutschland ist daran mit zirla 35 Millionen Mark beteiligt. Rach Julius Wolf sind die Kosten des ersten Kriegsmonat» in Deutschland 234 Milliarden Mark gewesen, die Kosten pro Monat weiterhin berechnen sich mit etwa 1 Milliarde. Das Ansdrefchen des Getreides. Berlin, 16. Dez. Durch Erlaß vom 7. d. M. hat der Minister für Landwirtschaft, Doniänen und Forsten angeord- nct, daß die Landwirte in nachdrücklicher Weise aufgesordert werden, ungesäumt an das Ausdreschcn ihres Getreides zu gehen. Die Schwierigkeiten, die den landwirtschaftlichen Arbeiten in diesem Jahre entgegenstehen, insbesondere der Mangel an Arbeitskräften und Gespannen, die ungenügende Versorgung mit Kohlen und die Unregelmäßigkeiten in der Eisen- babnbesörderung haben zur Folge gehabt, daß das Getreide noch nicht in dem crjorderlichcn Umfange ausgedrofchen werben konnte. Dadurch ist die Versorgung mit Brotgetreide und namentlich auch die Bejchafsung der von der Heeresverwaltung benötigten Hajers im letzten Monat erschwert worden. Nachdem die Ernte und die Bestellungsarbciten jetzt im wesentlichen beendet sind, müssen die Landwirte das Ausdreschen des Getreides, insbesondere des Hafers, möglichst fördern, damit die Versorgung des Heeres nicht unterbrochen wird. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat zugesagt, daß Anträge aus Beförderung von Kohlen für landwirtschastliche Betriebe vorzugsweise berücksichtigt werden solle«, soweit es nach Lage der Verhältnisse aussührbar ist. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde., Heiliges Weihnachtsfest 1914. Erster Festtag, Freitag, den 25. Dez Gettrsdienft in dee Stadtkirche. * Vormitteigs 934 Uhr: Herr Pfarrer Ritter. ? , Mitwirkung der Chorschulc. Nachmittags 5 Uhr: Musikalische Weihnachtsseier : Kirchengesangoerein». r, Abends 834 Uhr: Herr Direktor Scho eil. Gottesdienst in der Burgkirche. Nachmittag» 5)4 Uhr: Herr Kandidat Jaudt. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Vormittags 19 Uhr: Herr Pfarrer Zatzmann. ..Anschließend Beichte und hl. Abendmahl. Abends 6 Uhr: Liturgische Weihnachtsfeier. v ' '"4 Zweiter Christfesttag, Samstag, 2«. Dez. Gottesdienst in der Stadtkirch«. Vormittags 934 Uhr: Herr Pfarrer Kleberger. Mitwirkung des Kirchengesangvereins. — Anschließ ad Beichte und hl. Abendmahl. Nachmittags 5 34 Uhr: Herr Kandidat Martin. Gottesdienst I« der Burgkirche. Nachmittags 5 Uhr: Weihnachtsfeier des Kindergoltes dienste». Herr Pfarrer D i e h l. Mitwirkung der Ehorschuke. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Vormittags MIO Uhr: Herr Pfarrer Zatzmann. Sonntag nach Weihnachten, 27. Dez. Gottesdienst in der Stadtkirch«. Vormittags 934 Uhr: Herr Pfarrer Kleberger. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. : Vormittags 10 Uhr: Herr Pfarrer Zatzmann. In Friedberg wird in allen Festgottesdiensten eine Kollekte für die Ausstellung eines Hilfslazarettzuges erhoben. ck- Freitag, den 25. Dez. Weihnachtsfest. 1. Feiertag. Beichtgelegenheit am Donnerstag von 3 Uhr an und Freitag früh von 5 Uhr an. Für Aushilfe im Beichtstuhl ist gesorgt. 8 Uhr: Chriftmette. Daran anschließend halbstündig hl. Mesien bis 9 Uhr. " 3410 Uhr: Feierliches Hochamt mit Predigt. Nachm. 343 Uhr: Feierliche Weihnachtsandacht mit Te Deum und Segen. Nach der Andacht Beichtgelegenheit bis 4 Uhr. Ebenso wieder von 6 Uhr an. Samstag, 26. Dez. Fest des hl. Stephanus. 2. Feiertag. Beichtgelegenheit von 346 Uhr an. 347 Uhr: Frühmesse. 8 Uhr: Singmesie mit Predigt. MIO Uhr: Hochamt mit Perdigt. Nachm. 234 Uhr: Weihnachtsandacht mit Segen. Nach der Andacht bis 4 Uhr und ebenso wieder von 8 Ubr an Beichtgelegenheit. Sonntag, 27. Dez. Fest de» hl. Apostel» Johannes. :!. FeKriog. Beichtgelegenheit von 348 Uhr an. 347 Uhr: Frühmesie. 8 Uhr: Heilige Metze. MIO Uhr: Hochamt. Nachm. 234 Uhr: Andacht mit Segen. Am Sonntag nach dem Hochamt: Ausgabe von Büchern aus der Borromäusbücherei. Die Krtegsandachten fallen während der Wethnachtswoche aus. Während dieser Woche beginnt der Werktagsgottcsdienst erst um 8 Uhr. , -> . ,tz>h Feierabend Friedberg. Am zwciien Weihnachtsseierlag: „Ausflug »ach Vilbel ur Weihnachtsbescherung. Zusammenkunft am neuen Bahnhof naiymiitog« 5>4 Uhr .'' "Zentrale für Kriegsfürsorge Sammetstelle Rathau». Weitere Gaben gingen ein: Kommerzienrat Carl Trapp >4. Gabe) 50 Mark, Skatgescllschast „Iägerhörnchen" 11 3J t„ Philipp Steinhäußer 10 Mark, Stammtisch „Schillerlinde" 15 Mark. Offiziers-Stellvertreter Glitsch 20 Mark, G. M. Reuß 10« Mark, Garteninspektor John (3. Gabe) 10 Mark, Beteri- närrat Zinßer 30 Mark. " K Berücksichtigung des Handwerks bei 4 Heeresliefernngen. Da bei Heeresliefernngen auch das Handwerk nach Möglichkeit berücksichtigt werden soll, hat dar Krtcgsministerium die militärischen Beschasfungsstellen angewiesen, bei Vergebung von Heereslieferungen, die eine Ausführung durch Handwerker- Vereinigungen vertragen, diese Vereinigungen in erster Linie hcranzuziehen, und hierbei die Vermittlung der Hauptstelle für Vcrdingungswesen beim Deutschen Handwerks- und Eeweile- kammertag in Anspruch zu nehmen. Spielplan de« Stadttheaters iu Gießen. Freitag, de» 25. Dez. (Erster Feiertag), abends halb 8 Uhr: „Colbcrg". Kl. Pr. Samstag, 26. Dez., (Zweiter Feiertag), nachm, halb 4 Uhr: „Im weißen Rößl". Voltspr. — Abends halb 8 Uhr: „Als ich noch im Ftügelkleide". Kl. Pr. Sonntag. 27. Dez., (Dritter Feiertag), nachmittags halb 4 Uhr: Kindervorstellung: „Aschenbrödel". Voltspr. — Abends halb 8 Uhr: „Wie einst im Mai". Gew. Pr. Dienstag, den 29. Dez., abends 8 Uhr: „Der Schlog- baum". 7. Dienstag-Abonn.-Borst. Gew. Pr. Mittwoch, 30. Dez., abends 834 Uhr in Marburg: „Der Siblaabaum". Stuft. Slbonn. Erm. Vr. Sailern-Kaleuder ; für 1915. Der Kriegsausbruch hat die Herausgabe des Kalenders, der sonst im August zu erscheinen pflegt, aufgehalten. Wir haben uns nunmehr entschlossen eine Kritgsansgabe unteres Kauerntralenlitrs herauszugeben, die zwischen Weihnachten und Neujahr ausgegeben wird und in der Ae« Krtcgsereigmsse» ein breiter Raum gewährt werden wird. Insbesondere machen wir auf die darin enthaltene Ueberstchl der Kriegsereignisse aufmerksam, in der von Beginn des Krieges bis Mitte Dezember alle Vorkommnisse gewissenhaft aufgezähli sind. 2n gewohnter Weise wird der Kalender eine Anzahl Erzählungen und viel sonstig.Wissenswertes enthalten und dem Weltkrieg.dabei reichlich Rechnung getragen w erden, 9ir. m ütnt ranne,»«,,, den 21. Dezember UM kämpfen. In der jetzigen Stund« fei nur eine Politik möglich: Kamps ohur Gnade bis zur endgültigen, durch einen Urllig siearcichen Frieden gekicherten Befreiung En-ovos. Tics fei der einmütige Schrei des Parlaments, des Landes »nd der Armee. Als er von den Sympatsiiebezeugungen des An Randes und dem Willen Frankreichs, das beldenmü- tige Belgien wiedcrherzustellen nnd den preußischen Mili- tarismns z» zerbrechen, sprach, iibertönlen Beifallsrufe und Rufe.' Es lebe Belgien! die Stimme Divianis. der seine Nede längere Zeit unterbrechen mußte. Tie Sätze über die (v -" '^eit des Erfolges, über den Gcneralilsim'is. die Ar- 'nee. die gefallenen Soldaten, die Festigkeit des Kredits und über d'e günstige Finanzkaae fanden lebbasten B'Hall. Am Schknü der Rede erhob sich ein Beiiallsstnrm. Eine An- zab» Gl-s--«-^narlagen. die morgen e.öricrt werde» solle», wurde im Bureau der Kamnier „i-dei - ' A. Die Tribünen waren -übt sieselst. Saintlich" B"ts-bof. ter und Gesandten der Verbündeten und „-„r^^r.,, inoren anwesend, darunter Bert!« und Tittoni. Ass, Depu- ticrt^n der Sstnina bei. Nichts kennzeiclrnet d-»tlicher die ganze Verlogenbeit und innere Haltlosigkeit des französischen Parlamcntar!;- N'us als diele Kriegstaguna. Uni sie zu verlieben, muh man da? Wesen des sranzösischen Parlaments kennen. Es iü eine Gesellschaft auf Gegenseitigkeit. An? den Reiben der Abgeordneten der regierenden Mebrbeit »'erden die Mini- ster >>nd basieren Beamten genommen, diese wieder ve-sor- gen die Abgeordneten mit reiche'» Direktor »nd sanb-e-'n Trinkoeldern jeder Art. Fusilung mit den, Volke. de"m ^-eV.est.sie doch eigentlich darstellen sollte, bot diese Ge- Ülllchast n»r insofern, als dos VoE von ! 0 - on si"- hlrnmgefübrt wird. Sonst könnte der Ministe-vröUdent ,,iw> sn dreilt ai'Sruken, d»r einmütige Wunsch des sei Krieg ebne Gnade, wäbrend gwode dos Geoente'k der T-"ll jlt. Ziefer Minikteeprändent ilt so recht das Bild der Verderbtbeit, wie sie die kronzogs^g 9öeasewi"g doell-rlt. Vinigni, stammt, wie lein italienischer Rome loot. aus dem Süden, dem verkommensten Teil von Frankreich, er wir Advakot »nd oleich s"inen Amt«brHh,-n Br'""d »"d Wille. ro"d krsiber Sozialdemokrat. Tedt ist er K-ieasbeber »»d mästet llch on der K"!vve der Reoieruna. zeichnete gch frnber durch sein schmnbioe? und verwobrlostes A,»sieres aus und aibt in dieser Lünsiisit ein getreues Abbild d°r inneren Zustände der dritten RepubOck. Im »brioen labt sich von der Kriegstagung des französischen Parlament« nur soo-n: Wen Galt verderben will, den schlägt er mit Blindheit l Ans (chen Truppen an der Front während der Weihnachtszeit ist am Sonntag morgen eine englische Konzcrtgesellschast zum Krieasschauplatze abgegangcn. Der Geist des Aufruhrs in Irland. London. 23. Dez. Polizei und Militär haben von der Liberty Hall in Dublin, dem Hauptyuartier der Anhänger L-rkins, eine große Flagge entfernt, auf der die Worte standen: ..Wir dienen weder dem König noch dem Kaiser,.sondern Irland." vom Felde der Ehre. Dem Gedächtnis nnjeres lieben H. «8g. Icaobi aus Rodheim gewidmet von Otsiziers-Stellvertr. Fritz Braun, Lehrer t» Holzhaus«». Im Osten ist dein Grab, fern von der trauten Heimat, Die du so sehr geliebt, so glühend beitz, Del» Alles setz!' du willig ein für sie. Für deinen Stand, die deutsche Landwirtschaft. Uneigennützig warst du stets, kalt es dem Dienst der Allgemeinheit, Kamps war dein Leben! Im Kamps fandst du den Tod, Den Heldentod sürs Vaterland. Still steht der Pilug. der tleißig deine Hand geführt. Im fruchtbaren kau der Wetterau! Still ist dein Heim! da fehlst du überall! Still ist's im Kreise deiner Freunde, Aus deren Mitte du so kalt gerissen! Du warst der Besten einer Drum ist der Schmerz so grob um dich R»h' saust du wackrer Held! Wenn sei» auch ist dein krab. Ockslad!, 23. Dez. Do» hier haben bis jetzt, soweit bekannt, as Eiserne Kreuz erhalten. Sanitäts-Sergeant Joses Dienst ind der Untcrossizier Hieronimus Krack. Wer meldet ,ich als der Dritte? - Echzell, 22. Dez. Der Major im Kurhessischen Jäger Ba- tuillon Nr. 1l Freiherr Friedrich von Harnicr ist von seiner schweren Verwundung. die er am 15. August bei Dirmont erhalten. im Lazarett zu Aachen erlegen. Er war für seinen bei Dirmont erwiesene» Mut mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. In Echzell wo v. Hornier geboren, ist die Beerdigung erfolgt. Ans der Heimat. » Friedberg, 21. Dez. Das hiefig« Eentral-Theater hat für lic Feiertage ein sehr reichhaltige» Programm zusammeng- stellt. Wir entnehmen au» dem Splelplan al» Hauptschloger: Eomtesse Ursel, ein Lustspiel, da» H Porten, die b-liebie Kino- Icha»sptelerin in der Titrlrolle zetgt, ferner ein dramatisches Lebensbild: Neues klück. Am zweiten Weihnachtslag kommt noch »in ergreifendes Weihnachtsschausplel „O du fröhliche" hinzu. Selbstverständlich werden auch die neuesten Kriegserlebnisse gezeigt. Es ist ein sehr sehenswerte» Programm, wa« uns über Weihnachten geboten wird und bürste stch ein Besuch empfehlen. * Verlaus a„--rangierter Militärpserd». trächtiger Stute» >.»d Fohlen. Montag, den 2«. Dezember 1914, vormittags 10 llhr, findet In Btlchwetlcr (Elsa») eine Veisteigerung von Pferden des Etappcnpjcrdedepots daselbst an Landwirte statt. Bescheinigung wegen Zulassung dieser Versteigerung erteilt die Landwirtschastslammer Darmstadt für Landwirt« des Grobherzogtums aus Ansardern. Die kesuche um Erteilung dieser Bescheinigung müssen von der Bürgermeisterei des An- tragstelleis mit dem Vermerk versehen sein, daß letzterer Landwirt ist und die Pferde für seinen eigenen Betrieb benötigt. * Kietzen 2t Dez D,S Programm der Feiertage im hie- > sigcn Stadttheater sei an dieser Stelle besonder» milgeteilt da es durch die billigen Preise cer Vorstellungen weitesten Kreise» kelegenheit zum Besuche gü>t, Es wird gegeben am l. Feiertag, abends 7 '/. Uhr: „Colbcrg ", patriotisches Schauspiel im Paul Heycr bei «leinen Preisen: am 2. Feiertag (2Ü. Dez.) nachmittags: „Im weitzc» Rößl' bei Bollspreisen, abends 7>l Uhr: „Als ich noch im Flügcllleidc". bei ((einen Preisen — Der dritte und letzte Feiertag Sonntag, 27. Dez.) bringt für den Nachmittag das Kindcrniärchcn „Asckienbröbcl" bei Beils prcisc» und Abends die beliebte kesangspossc: ..Wie einst im Mai" bei ciinätzigtcn Preisen. An» dem Krrise Hann». F. C. Hanau, 23. Tez. Jin nahe» Langenselbold wurde im Jagdbezirk deSPrinzen Alsons zu Isenburg im Wash- distrikt „Abtshecke" eine starke Wildkatze erlegt. Seit 1331 das erste derartige im Aussterben begriffene lebende Natnr- denkmal wieder in hiesiger Gegend. Hesseu-Nassa». F. C. Bad Orb, 23. Dez. Ter erste Transport russischer Gesangcner 1000 Mann stalk trak ans dem Trnppeniibiings- platz Orb ein. ' Vom Unterwesterwalo. 23. Dez. Sehr rege Nachfrage »ach Kartosseln ist im Unterwefterwald. In den letzten Wochen wurden in Hlllscheid zahlrclchc Verläufe adgeschlossen. Für den Zentner vorzüglicher Spcisctartofscln wurde» 3 Mark bezahlt. Starkenbnrg. * Darnistadk. 22. Dez. Der Verband der hessischen Land- wirtschastltchen Eenossenschaslen hielt am Samstag den lg. d. M. tm Kaijersaal t» Darmstadt seinen 51. Verbandstag unter dem Vorsitz seines Präsidenten Walter-Lengscld ab. Der Besuch war in Anbetracht der Kricgszüt ein guter, es waren nahezu 200 Vertreter aus alleil Teilen des Erotzherzogtums erschienen. Nach den Begrützungswolten widmet der Vorsitzende den verstorbene» Mitglieder» des Aussichtsratcs Schmitt-Gnn- tersblum und Direktor Heydenreich warme Worte und gedenkt auch des dahittgeschicdcnen stellvertretenden Direktors Fitting, der auf dem Felde der Ehre gefallen ist. Der im Druck erschienene Jahresbericht erwähnt zunächst de» Zusammenbruch der Niedermodaucr Sparkasie und der dadurch vcr- anlatztcn Hälse des hessischen Staates. Bel der Besprechung werden wesentliche Beanstandungen nicht vorgcbracht. Zu Beginn des Geschäftsjahres bestanden 007 Ecnosienschaften mit 03,406 Mitglieder. Bet dem Kap. Revisionen bemcrll Direktor Mager, daß die Ereignisse im hesi. Eenosicnschastswescn gezeigt haben, wie notwendig richiige Revision und Ordnung sei und er empsiehlt, das aus dem Lande jetzt vorhandene keld nicht alle Hypothclen sestzulegc», damit man es, wenn notwendig, leicht greisen lönne, denn nach dem Kriege werde m.,n bei intensiver Wirtschaft bald große Mittel nötig haben. Ans Antrag der Kommission wird hieraus der Vcrbandspräsident «nd die Leitung entlastet, auch die Jahresrcchnung für die Jahre 1911, 1012 und 1913 findet einstimmig« Genehmigung. Zwei Anträge der Eenosicnjchastc» in Dautcnmheim und St. Johann, um andere Festlegung der Jahresbeiträge werden nach kurzer Debatte zurückgcstcllt und dem Vorstand die vor- läusige Regelung überlassen. Die vom Berbandsausschutz vor- gcschlagene Abänderung der Berbandssayungen, welche d>» Ausschluß vo» Eenossenschaslen, sowie die Wohl der Präsidcn- ten bctresscn, welche nicht mehr vom Ausschuß, sondern von der keneralversammlung gewählt werden sollen, finden Annahme. In cdn Berbandsausschuß, in dem nach den neuen Bestimmungen die drei Provinzen gleichzeitig, in dem nach den neuen Bestimmungen die drei Provinzen gleichzeitig, wie alle Zweige der Kassen resp. ibcnossenschastcn verireten sein sollen, werden für den zurückgciteienen seitherigen Ausschuß gewählt di» Herren' Waltcr-Lcngseld, Erüncwald-Babcnhau- scn, Hammann-Bicbeshcim, Stall Eeorgenhauscn, Weidmann- Höchst i. Ob., Ritz Darmstadt. Blll-Ostheim, Bichmann-Darm- stadt, Schndit-Echzcll, Birlrnslock-Ranstadt, Klöß-Vilbcl, Stamm Schotten' Keller-Spiesheim, Lösch-Waldülvcrsheim, Schmuck- Wendelsheim, Werner Nicrstein, Bciscr-St. Johann und Achenbach-Weinolsheim. Ein gemeinsame» Mittagessen schloß die sehr ruhig und sachlich verlaufene Tagung. » Darmstadt. 21. Dez. Die diesjährige Eenossenschastsver- sammlung der Land- und forstwirtschaftlichen Berussgenossen- ichast für da« Eroßherzcgtum Hessen fand unter dem Vorsitz der kr. Eeh. Regierungsrats Brchmann am 21. Dezember im RathauLsaal in Darmstadt statt. Nach dem Rechenschast-be- richt für (»13 betrug die Zahl der angcmcldeten Betriebsun- fällen 3558. Uebernommen wurden au» dem Borjahre 1821 Unfälle, jodaß insgesamt 5382 Unfälle neu zu bearbeiten waren. An Entschädigungen ,ür Renten an Verletzte, Kosten des Heilverfahrens usw. wurden 1019 210,84 Mark bezahlt »nd 4920 Rentenbescheide erlassen. Dt- Summe der erstmalig :m Rechnungsjahre gezahlten Entschädigungen betrug 225 2 .5 -.22 Mark. Di« Mittel der Rücklage beztfsera stch aus 2 206 496,90 Mark. Der Boranschtag »er veruf»genoss«nfchaft für 19(5, der in Einnahme und »u»g-r« »i« 2 844 401,3« Mark abschUeßt. wurde gutgeheißen, ebenso dersenine der der «ernssgenosien- ___ Seite 8, jchust angrglicdertcn Hastpslichtoelsicheiungsanstall. die sich weiter günstig entwickelt. An der Krieg ranleih« hat sich der Eenosskiischast-vorstand mit 400 000 Mark beteiligt. Ei» Antrag de» Herr» kärineretbesitzer» Stelnhaner-Laubenheim, den Höchstwert, der für Umlegung der Beiträge in Frage kommt, ous 1 Mork für den Om, feflzusetzen, wurde eingehend e-ör tcrt und dem Borstand zur weitere» Behandlung überwiese» F. E. Darmstadt, 23. Dez. Der hessisch Voirsschnl- lehrcrverein bnt ans seinen Aufruf „Hilfe in der Not" bis jetzt 1 <,500 Mark gejoinnieit. Die Sainminngeii lverde» scrtgescdt Bon der Spende n>eidcn Witwe» nnd Waisen gefnUcner Lehrer usw. imierstiitzt. ' Darmstadt, 23. Dez. Tic Straslammer verhandelt.' am Mittwoch gegen eine Händlerssra» au» Osscnbach wegen lieber- trctnng de» Gesetzes bctr. die Festsetzung der Höchstpreise für Lebensmittel. Frau P., deren Mann im Felde steht, hat in zwei Fällen an ihre Kundschast den Doppelzentner Kartoffel» zum Preise von 8M. verlaust, obwohl er von Seilen der Bürgermeisterei turz vorher durch öffentlich« Belonntmachuug aus 7 Mark festgesetzt hatte. Das Kreisamt hatte freilich kurz da, nach den Höchstpreis auf MI. 0.50, resp. Mk. 7.50 festgesetzt, mit Rücksicht darauf, daß Händler vielfach schon größere Ein- käuse zu höherem Preise, als der von der Bürgermeisterei lest, gesetzte Höchstpreis war. Auch Frau P. konnte durch Rechnung Nachweisen, daß sic di« Kartosseln zu dein Preise von 8 Mark eingekauft hatte, wozu noch das Rollgeld kain, Tatsache ist auch, daß die Militärbehörde mehrfach höhere Beträge, wie ver festgesetzte Höchstpreis war, angelegt hat. Auch der eine Abnehmer der Fra» P„ hat die Kartosseln zu höherem Preise an die Mtlstärvcrwaltnng verlaust. Erst durch da» Bundesrats. gesctz vom November wurde ein Unterschied zwischen Händlern und Konsumenten gemacht und auch bestimmt, daß die örtlichen Berhältnisie in Betracht zu z-chen sind. Im »orliegeudc» Fall mußte Bestrafung eintreten, die durch die Strajka,inner aus je Mk. 15 Geldstrafe festgesetzt wurde. — Die (leinen Dieben wer den gehangen und die Großen ? * Darmsladt, 23. Dez. Die Zahl der Studlerenden an der Darmstödter Technischen Hochschule beträgt nach bei» soeben er schiencnen Perjonalverzerchnr» für ba» lausende Semester 32, Personen, darunter 256 Studierende, 5 Hörer und 03 Käste, Im letzte» Sommerseinester war die Gesamtzahl 1427. Davon sind 075 z»m Kriegsdienst «inberuseil oder sie siiid sreimillig cingetreteii. Von dem Dienstpersonal sind 5l im Militärdienst Drei Dozenten und Assistenten und zwar Dr. Ing. Ernst Preuß und die Dtpl.-Ingenieure Ernst Prcnß und Erich Relnick'.', sowie 22 noch im letzten Sommersemester eingetragene Studie, rende, sind, zum Teil mit dem Eisernen Kreuze onsgezeichnei, aus dem Felde der Ehre für das Vaterland gefallen. Jnsolgc de» Krieges sind weiter 5l Dozenten, Asssstentc», Beamten und Bedienstete zum Milttär eingezogen. Von den 32t jetzt eingeschriebenen Studierenden verteilen sich aus da» Studium der Architeltur 68, Jngenieurwesen 55, Maschinenbau 51, Papier- ingenieurwesen 12, Eeleltratechnil 4l. Chemie 30, 2UIgeiiieii>e Abteilung 4 Gäste 03, darunter 37, Damen. Sie verteilen sich: Deutsche 265 und 59 Ausländer. Bon den Deuljche» sind 11 t aus Hessen, 106 aus Preußen, 15 au» Bayern, 5 Mirttember «er, 4 Sachsen, je 3 aus Koburg-Eotha und Bremen, je 2 au» tzlnhalt, Baden. Hamburg, Mecklenburg Schwerin und je I aus Lippe-Detmold Mecklcnburg-Strclltz und Sachsen-ßtjetmar. Vaii den Ausländern sind 17 Bulgaren, 15 Norwegern, 0 Oesterreich, 5 Schwede», je 3 Niederländer und Schweizer, je 2 Italiener, Luxemburger und Amerikaner und je 1 Nuiiränier, Spanier, Türke und Siamese. Die Angehörige» der mit uns Krieg führenden Staaten sind selbstverständlich nicht vertrel-i,. Kücherlisch. Mitteilungen über die deutschen und östeereichiichc» Kiicg»- slotien seeigegeben. Dem Wcyer'schcn Taschenbuch der Kriegsflotten, dem es bisher vom Neichsmarineamt verboten war, Mitteilungen über die deutsche »nd österreichische Flotte zu bringen, ist es nunmehr wieder gestattet worden, die bezüglichen Angaben zu mache». Bo» allen Floltensreunden v.ar cs bis zur Stunde aus» schmerzlichchstc bedauert worden, daß der beste Ratgeber in Flottcnsachc», Weyer'» Toschenbuch der Kriegssloltcn, nur in verkürzter Ausgabe hat erscheinen dürfen und daß es verboten gewesen ist, irgend welche Angaben über deutsche Kriegoschisse zu machen. Infolge Aushebung dirser Verbote» wird ansang» nächster Woche ein Ergänz»,Igsbaiid zum Taschenbuch der Kriegsflotten erscheinen, der die gesamte deutsche nnd österreichische Kriegsslotte enihalten wird. Nunmehr ist das deutsche Volk In den kommenden großen Entscheidungsschlachten in der Lage, sich nicht nur über die sremden Flotten, sondern auch über dte eigene Kriegsslotte in eingehen- ster und genauester Weise orientieren zu können. Der Ergan- zungsband zu Weyer wird lüü Abbildungen, 6 Bogen Text und 1 farbige Doppeltasel mit Kriegsslaggen enthalten und steif tartoniert zum billigen Preis von 1 Mark zu haben sein. FronksuNer Wetterbericht, Aufheiternd, trocken, kalt, nachts Frost, nordwesilich: Winde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l> Friedberg; sür den «azelgenteii: Sl. S ch m i t t, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen rageszeitung" A. 05.. Friedberg i. H. fl*, r iicnc Tageszeitung. Dviineestag, Oe« 24. $«}cinbtr Und färbt mein Blut den Ra e» rot Und ob mein Her, auch bricht. Dir Vatciland galt ja mein Tod, Ich starb für Licb' und Pflicht. Leo' wohl, mein Lieb', mein Hcimat'and. Leb' wohl, leb' wohl, leb' ewig wohl. Nachruf. Am IX Juli, dem Pora. end des Kriegersahnenmeib- ! festes zu Ober Nosbach iangen wir IN unjerem herein m.t | unserem lieben Sangesbruder ■ Ludwig Grill I obigen Vers aus „Kliegers Abschied" >ur Derscklönerung ! dieses Fe te^. Bercils drei Wochen ipäter mutz e D.utsch iard zu den Waffen gleisen, um die Eien en z i vert idigen. e.ls wackerer Landsturinmann zog unser Eangesbruder mit hinaus zum Schutze unseres Vaterlandes und an der heitz- > IN tiitteuen Ostgreuze starb auch er den Heldentod fär sein Vaterland, jur UNS Alle. Er war »ns stets ei» treues Veremsmitglied und wir werden jeii.er allzeit m Ehren | gebeuten. Ruhe laust in jremder Erde! Oder-Rosbach, den 24. De,. 1914. Gesangverein Frohsinn. Die Eedächtu ss edigt für unseren Eangesbruder wild ! in der hicflocn Kirch: am Sonn an. den -7. Dezemue: mit | dem Vormi ta zsgoticsdlenst gehal cn. im Saalbau. Direktion: Johnanes Breibolz. Erötfnungs-vorllrlluua. Freitag, den 25. $*}., I Weih. nachtsjeiertag, abends 8 Uhr: Die ächule des Gebens oder Lik Kölllgso^ikr als örtilrrin Rachmittag» 4 Uhr: Wethnachts- vorsteiiung iür Kinder: 4sNI!» jlaipar» Heile durch die ganze Alrlt o-er Zm Jaudtttkich der wkihnachtdltt. Samslag. den 28. Dez., L.Weih» nachtsseiertag, aoenSs 8 Uhr: Nitier Don lgurchoitc» Krantfahrt. Nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung: 4-änlrl und Nretel. ! Ein -teil des Erlöses fliegt dem Roten Kreuz zu. '.alles Nähere duich Anschlag ' nd Tagesze tel. Lbtrhejj. MehocriillierWs-Mjillit in üiiMii. Die Prei e für Pferde haben eine höhe erreicht, die eine Lersicherunz der eiben gegen Veiluste aller Art als dr.ng.mee Pjlichi ,edes orgcndcn Haus altes erscheinen lassen. W,r bringen daher un ere Versicher n s-Ansta't in em- gschisnoc Erinnerung, die ein gemeinnütziges Unternehmen ist, jede Gewinn ucht ausfchiietzt und weitgehendste Ent chädirunz gewahrt. Riuüuiehdcstän e können auch versichert werden. Ae,teste Versicherung he sens — gegründet 184t. Beitrage ,ür Ile ne und mittlere Landwiite vom 1. Januar <915 o i: für Pferde 2'/«% pro Jahr, für Rinder 2 1 p o Jahr. Weitere Auskunsie erteilt bereitwilligst oie Diie.t.o,. Die Direktion': Lud. hofsmann. Friedberg. 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Tie Ware darf keinen Auswuchs seinen, muh trocken geerntet, gedroschen und gelagert sein sScheunendruich oder Felbdrujch bei Unrein Wetter)! muh in trockenem Säcken, in trockene Waggon bei trockenem Wetter verladen werden. Ueberhaupl muh nach jüdi ch rituellen Borschriiten jede Feuchti feit pein- lichft ferngehalten werden Für solche Ware zahle ich den gesetzlichen Höchstpreis von WK. 27.50 tonne Dllr. 1.50 Zuschlag für sorgsame Behandlung und übernehme die Ware gegen Barzahlung oo Weltcrauer Elationen. chause auch anderen Weizen und Roggen zu den gesetzlichen Höchstpreisen und gebe meinen Licseranien kleie, soweit Borrat reicht, zum Pieise von Alk. 13.— ver 100 Kilo ab Mühle ab. Fr. Amen«?, Schoimiihle liri iUiiM. Telefon Grofi-Korlrrn £tr. 3. Ilici* «1 Henning Bad-Homburg v. d. H. empfehlen zum direkten Bezug: Kernseif entlocken Ilf 'JMlllil B] &a uer Stoff seif entlocken, iTiiseilenpulver, gewühnl. Seilenpiiiver alles in 10- und 20-Pfund Säckchen. 'eüoseilen. 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