Nummer 298 Samstag, den 19. Dezember 1914. ene Tageszeit 7. Iaisrgaag »w« ässrÄ » mifl»on WtBbeTfl. Schr.n,..,»», UN» Varl«, rtUBb.T, ('>t,ml 3ra.th.tt a. u»i. Die Unfni ml iw piiira fittip »rrfotgt. 1950 Franzosen gefangen und 1050 gefallen. — Petrikau und Przeborz von den Oefterreichern erstürmt. Der deutsche Generalstaü L=== meldet: — ■ ■— J W. T. B. Grostcs Hauptquartier, den 1». Te;ember. vormittags. Llmtlict,. De« Kamps bei Nieupoet steht günstig, ist obre nach x.cht beendet, Aogeisse «er Franzosen zwischen La Baste« an» Hri-in joiote bc.derjeiis der Somme scheiicrie» unter schweren Bee. lüsten füe den Segnet. Allein an der Somme verloren die Franzosen 1200 Eesangene und mindestens 1811» Tale. Unsere eigenen Verlust« bezisjcen sich dort aus noch nicht Soll Mann. 2» den Aegannen trugen unsere »Igeven gut gelungenen Angrrss« etwa 750 Eesangene und einiges Kriegsgerät ein Von den übrigen Teilen der Westsront find kein« bejandcr« Ereignisse zu melden. An der west- und ostpreustischen Grenze ist die Loge unser- ändert. 2n Polen solgen wir weiter dem weichenden Feind. Oberste Heeresleitung. Der Sieg üvcr die Russen. 2n Wiener motzgebenden Kreisen wird den Siegen in Polen und Galizien autzerordentliche Bedeutung beigcmessen und betont, daß die Wassenbrüderschast der Verbündeten ihre »ntscheidende Prob« adlegie und datz der Sieg die Vorgänge im Süden mehr als auswiege. Das ..Fremdenblatt" schreibt: Der Sieg der Verbündeten ist kein Ueberroschungs-, kein Augenblicks Ersoig, soiidern der seste Schlutzsiein eines mit eiserner Konsequenz. Quader aus Quader, ausgesllhrien Baues. Das verstärkt die ungeheure Bedeutung des entscheidenden Er- iolgcs. den die Verbündeten aus den polnisch-galizischcn Schiachtseldern errungen haben, noch um ein Weiteres. Die Niederlage der Rüsten wird nicht bloh die fernere Gestaltung der Ding- aus d-m nordöstlichen Kriegsschauplatz-, sondern auch die politischen Verhältnisse aus allen Schauplätzen des gegenwärtigen Weltkrieges bceinslusten. Mit Rutzland haben auch seine Verbündeten und Vasallen, welche auf des Zarenreiches Hille alle Hossnung setzten, eine entscheidende Niederlage erlitten. Das Blatt schließt: Di- gewaltigste Schlacht der Weltgeschichte und der in ihr ersochtene grotze Sieg diel- den zugleich ei» unvergängliches Denkmal der treuen Waffen- druderschast Deutschlands und Oesterreich Ungarns. Zn oller Einigkeit, nur immer den großen Zweck des Ganzen vor Augen, kämpsten di- deutschen und österreichisch-ungarischen Armeen nicht bloß äußerlich Schulter an Schulter in dieser Völkerschlacht sondern sie teilten sich auch in wahrhast herzlicher Kameradschaft in die gewaltige Kampsarbeit. Mit todesmutigem Heroismus ILmpsicn die deutschen Truppen mit unseren vereint, indem einer den anderen in selbstloser Weis- unterstützte, ilßie wir mit freudiger Genugtuung von der Anerkennung Aki nehmen. welche die deutsche Oessentlichkcit unserem Heer zollt, das tarier und treu der großen gemeinsamen Sache dient, so grüßt bei uns die große Allgemeinheit die Helden der deutschen Armee an diesem srohen Eieg-Siage mit Hellem Jubel. Budapest, 18. Dez. (W. B. Nichtamtlich!. Samtlich- Bläiier leiern in begeisterten Ausdrücken den großen Sieg in Polen. Der ..Bester Lloyd" schreibt: Wieder ist erwiesen, daß die Zukunst der Menschheit eher -in sittliches Problem als ein Nechenexempcl ist. Rußlands Heer ist geschlagen, Oesterreich- linaarn und Deutschland haben gesiegt! Die Nachwirkungen dieses Sieges sind vorerst nicht zu übersehen, aber eines ist I»on sicher: Nicht nach Rußlands Machtgier, nicht nach Frank ,-ichs perversem Ehrgeiz, nicht nach Englands Krämerpläncn wird sich di- Welt neu sonnen! Der Riesenhammer der W.-lt- geschrchte schlug -in Instrument in Scherben, von dem un'ere Feinde die Verwirklichung ihrer Träume erhosstcn. Freihe't. Zivilisation und Ecr-chiigkeil tragen den Sieg davon. Sic werden der neuen Zukunst Inhalt und Richtung geben. Die Kämpfe in Flandern. Amsterdam, 18. Dez. Wie das „handclsblad" aus Sluis meldet, finden täglich große Truppenbewegungen !» Flandern statt. Zahlreiche Kavallerie ist am Dienstag m Damme (bei Brügg! angekommea. Zn Oostkerke kamen etwa 300 Husaren an. Di« Garnison von Knocke wurde ebensulls dieser Tage um 700 Mann verstärkt, und so geschah es mit al- len längs der Küste belegenei, Dörfern. Die Verstärkung der Küste wird noch immer sorigesetzt. Schwere Geschütze werden in den Dünen zwischen Duinbergen und heyst der Seebrugg« lukaestcllt. Wenn man von Sluis nach Brügtze geht und dann rechts abweichr, um dem Kanal nach Ostende zu solgen. konimt inan an einen Punkt, wo dieser Kanal den Kanal vo» Scc- brügge ausnimmt, hier liegt das Dorf Fort Lapin und es befinden sich dort zwei Bassins. Nach der Beschießung von Seebrügge ist diese Gegend streng abgeschlossen worden, »ad die Bewohner, die sich dort befinden, dürfen sich nicht mit den Einwohnern von Brügge in Gespräche einlassen. Seit der Beschießung dürfen allein um ein- bestimmte Stunde die Kauk- leute an die Brücke kommen, wo dann auch die Bewohner von Fort Lapin sich hinbegcbe» können, um ihre Waren einzukau- senl aber auch das geschieht nur unter Aussicht von Soldaten. Es ist bekannt, daß sich in dieser Gegend irgend etwas abspielt und da die Maßregeln, die dort getroffen werden, direkt noch der Beschießung von Ceedrügge begannen, so liegt die Vermutung nahe, daß dort Unterseeboote liegen, und daß dort wahrscheinlich auch Unterseeboote zusammengesetzt werden. Diese Vermutung scheint dadurch wahrscheinlicher zu sein, weil sich dort zwei Bassins befinden, wovon das kleinere nur als Werst zu gebrauchen ist. — Der Korrespondent der „Tyd" will erfahren haben, daß man in dieser Gegend eine Landung des englischen Heeres für möglich halte, und daß dementsprechend auch die nötigen Vorsichismaßregeln getroffen seien. Hierdurch erklärt sich auch die starke Besetzung der Küstenplätze. Der Korrespondent schätzt die Anzahl der jetzt an der Küste von Ostende bis zur Grenze liegenden Soldaten aus 20 000. Auf der ganzen Dünenstrecke und dahinter find lange Laufgräben, die parallel mit der Eirandlinie lausen, angelegt worden und ein Kilometer dahinter stehen wieder verschiedene Batteri n. Man hält einen Landungsversuch der Engländer, der zu gleicher Zeit mit einer kräftigen Offensive der Verbündeten an der Pscr erfolgen dürfte, für möglich, und der Korrespondent will wissen, daß sogar in Holland Maßregeln ergriffen worden seien, um etwaige Folgen einer solchen Landung für Holland abzuwendcn. Sie L-kllhikßling örr rnglifdjrn Küste. Tie Opfer der Beschießung. Tie englischen Offiziere gebe» zu, daß die deuische Kreuzerpatrouille den Torpedojäger „Doon" bei Hartlcpool in den Grund gebohrt hat. Dieser Toepedojager wurde 1904 gebaut, er hatte 550 Tonnen Nauminhalt, die Besatzung betrug SäO Mann. Von weiteren Echisssverlusten spricht der offizielle englische Bc- rickst nickst. Illach anderen Berichten wird zugegeben, daß 5 Matrosen getötet und vier Kaussahrteischisje bei Harkle- pool in den Grund gebohrt worden seien. Die Anzahl der Toten wird ofsiziell angegeben mit 82 Toten und 250 Verwundeten in Hartlepool. Ferner sind nach anderen Berichten getötet in Scarborough 19 und in Whitby zwei Personen. London, 18. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) „Reuters Bureau" teilt amtlich mit, buh bei der Beschießung Hartlc- pöcls 82 Personen getötet und 250 verwundet worden sind. Von den aus der Höhe von Hartlcpool befindlichen Schissen dem kleinen Kreuzer „Patrol" und dem Torpcdobootszer- störer „Doon" wurden fünf Matrosen getötet und 15 verwundet Kopenhagen, 17. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Wie „BerlingSke Tidendc" meldet, ist in Scarborough und Hart- lcpool bei der Beschießung in einigen Straßen kein Haus inibcschädigt geblieben. England nicht einmal imstande, seine SVitften zu verteidigen. Höhepunkt erreichten, besichtigt. Der Weg ging durch das i weife zerstörte Städtchen auf eine Anhöhe, auf der sich der sü) «eite I Nr. 298 ___ liche Flügel bei österreichischen Stellung befand. Dort Halen am II. Dezember furchtbare Nachtangriffe stattgesunden. Die Ruffen, die im Nahkamps zurllckgeworfen wurden, haben bloß an Toten 12V» Mann verloren. Die Leichen, die einen schreck' lichen Anblick bieten, liegen noch haufenweise herum und bieten ein furchtbar erschütterndes Bild der Vorgänge, über die noch ausführlich zu berichten sein wird. vom inonItNkMilchtn Kriegslchlllliilatz. Wien, 18. Dez. Wie die „Südslawische Korrespondenz" aus Ragusa meldet, hat seit dem letzten Doinbardemcnt des Lowtschen durch eines unserer Großkampsfchisfe die Aktion in Montenegro erst vor einigen Tagen wieder einges;tzt. Die Montenegriner haben in der Zwischenzeit ihre Artilleriestellungen auf den Lowtschen wieder hergestellt und das Bombardement von Cattaro und einer unserer Höhenposi- tionen ausgenommen. Die jetzt erneuerte Beschießung zeigt noch kläglichere Resultate als die frühere. Eine lebhafte Tätigkeit entwickeln nach wie vor die Flieger: sie erschnnen täglich über dem Lowtschen, über Antivari und Cetinje. In den Bergen herrscht starker Schneefall, sodaß die Ge- birgswege völlig ungangbar geworden sind. Die vo.ge- schobenen montenegrinischen Stellungen, die wiederholt nachts kleine, übrigens regelinäßig fehlschlagende Putstx- kersuche gegen Cattaro unternahmen, haben jede Tätigkeit eingestellt. Die Soldaten liegen in ihren Erdhöhlen vergraben und tagelang fällt kein Schuß. -russische Munition für Serbien Budapest, 18. Dez. Nach einer Meldung des Buka- rester „Universell" aus Cscrnavoda, haben fünf russische npfcr und dreißig Schlepper, die Meenition für Serbien .Sportieren, wegen des auf der Doieau herrschenden Nebelwetters bei den Inseln tu der Nähe der Ortschaft Se- liiini Zuflucht gesucht. Sie konnten jedoch die Fahrt bald wieder die Donau aufwärts fortsctzcn. Die Ankunft von weiteren zivölf Schleppern ist avisiert. Das türkische HauptsiAartisr jj urrldet: Konstantinopel, 18. Dez. (W. B. Nichtaintlich.) Amtlich wird genieldet: Die russischen Truppen versuchten unter dem Scheitz von Geschützen und Maschinengewehren auf dein linken Ufer des Tschorok vorzugehen, weirden aber nach fünfstündigem Kaenple zurückgetrieben. Nach der Schlacht bei Sarail, die für die türkischen Truppe,e glücklich endete, haben diese die Verfolgung des Feindes ohne Unterlaß fortgesetzt. Türkische Kavallerie traf fünfzehn Kilonietcr westlich von Kvtur auf den Feind, griff ihn, ohne das Eintreffen ihrer Infanterie abzun-arten, an e.nd verjagte ihn in der Richtung auf Razi und Kotur. Tie Blockade det Dardanellen. Basel, 17. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Nach einer Athener Meldemg besteht das cnglisch-französische Geschwader, das die Dardanellen blok- kiert, aus sechs Dreadnoughts, nämlich vier englischen und zwei fraeezösischen, sowie aus sieben Kreuzern, nämlich vier englischen und drei sranzöjesck>eee, ferner aus zwei französischen Minenleger», acht englischen Zerstörern und Unterseebooten emd zahlreirhen Transportschiffen. Ten Oberbefehl bat ein französischer Admiral. Tie Heilige Fahne in Damaskus. Konstantinopel, 18. Dez. (W. T. B. Nichtaintl.) Der Scheich eil Jslone hat Von Alui Essende, dcen Meifti der Schasieten in Medina, eilt Telegramm aus Damaskus erhalteee, in dein gemeldet wird, daß der erste Zug der aus Medina abgcgangcnen Krieger enit der Heiligen Faheec in Daenaskus cingctioffen sei. Englische Angst in Aegypten. Konstantinopel, 18. Dez. Aus Aegypten fehlen jetzt alle direkte!, Nachrichtens auch indirekte laufen nur spärlich ein. England teisft jedenfalls verzweifelte Anstcengeinge» zur Verteidigung des Suezkanals. Durch Ueberschweminnng eines Teiles des Kanals seicht England die Verteidigeengslinie um die Hälfte zu verkürzen. In Aegypten werden Dorbereiteingen fiir die Auf- nähme einer koieebinierten portngiesischen Division getroffen. An, Kanalfelbst stehen nur englische, kanadische und aeesira- lische Kontingente. Die englische Diploenatie in Kairo unterniieeiut intensive Versuche, den Scheik der Senussi für sich zie gewinnen. Das Oberhaupt der Seneessi sieht niit einer großen Kriegs- sckv r zwischen Dscharabub »nd Solein. Es werden ihin von England, das durch Entsendung von Vertrauensleuten die Beziehemgen zun, Scheik ausrechlzuerhalte» trachtet, die glänzendsten Anerl ietungeu unlerbreitet. Der Scheik hat diese bisher stets aügelcbnt. Der Khediv von Aegypteu in Wien. Wien, 18. Dez. Der Khediv von Aegypten, Abbas Hileni Pascktze, ist gestern Abend enit zwei Söhnen und Gefolge ans Konstantinopel ine strengsten Inkognito hier eingetrosfen. Er wohnt in einen, Hotel. Der Buren aufstand. Noch kein Ende drö Ausstandes. (W. B. Nichtaintlich.» Das Reyterfche Bureau urcldct au? Pretoria: Amtlich wird belanntgegeben. daß an, 16. Tezeenber den Buren unter Fonrie zlviickeen Rnstenburg und Pictersburg ein heftiges Gefecht geliefert wurde. Ter Kampf dauerte bis Eintritt der Dunkelheit, worauf die Regierungstruppen mit Hilfe von Polizeitreippcu die Stellung der Buren erftürm- len. Tiefe ergaben sich nach einem Bajonettgesecht. 4" Bnrcn, darunter Fonrie, wurden gefangen genommen. (Die Hanptlackee ist, daß an? diesen, Bericht bwvvrgeht, Neue Tageszeitung. Samstag, den 1>. Dezember lllt daß die Prahlereien BothaS von dem völligen Ende de» Ausstandes erlogen sind.) Christian Dewrt nicht gcsangrn? Aachen, 16. Dez. Ein ehemaliger Burenkämpfer schreibt dem „Echo der Gegenwart": Bureau Reuter hat gemeldet: General Dewet sei gefangen. Wo ich auch hinkomme, werde ich daraus angc- redet, ob die Gefangennahme des schevarzen „Christiai," Tatsache sei. Wenn es nach Reuter ginge, wären schon längst alle Deutschen gefangen und Berlin ein rauchender Trüm- merhausen. Reuter tveiß ganz genau, daß der uns interessierende General mit Vornamen „Christian" heißt, und wie es scheint, um sich in Afrika nicht zu lächerlich zu machen, hat Reuter noch nie Liesen Vornamen erwähnt. Der Name Dewet ist sehr häufig, es gibt auch einige sehr üble Kunden dieses Namens — ich will keine nähere Namen nennen. Bei den Engländern ist es nickst schwer, in der Zeitung zu einem Kiug, General oder sonst etwas zu avancieren, wenn eS ihnen in ihren Kram paßt. Mit Automobilen soll Dewet müde gemacht worden sein in einem Lande ohne Automobilstraßen, mit steinbesäten Hügeln und Bergen, tief cingeschnittencn Flußläusen und anderen netten Hindernissen. Bor nicht langer Zeit klagte Reuter, Dewet sei nicht zu fassen, weil durch- Gewitter die Flüsse angeschwollcn seien; jetzt läßt er . . . Automobile durch das Wasser schwimmen . . .!, Daß Christian Dewet gefangen ist, halte ich nicht für wahrscheinlich. Wenn er nicht mehr da ist, mag er aus englische Anstiftung hin ermordet sein, wie z. B. Delarey, das ist englische Art, und irgend ein in dem Johannisburge: Fort Gefangener niuß so lange Dewet spielen, bis der richtige Dewet angeblich ordnungsinäßig erschossen ist. Ich hcffe noch immer, daß der Preis, den die Engländer aus Dewets Kopf gesetzt haben mögen, nicht zur Auszahlung kommt und wir in kurzer Zeit von Christians Husarenstreichen und der ohnmächtigen Wnt der Herren Engländer hö- ren werden. Sonst Rache für Delarey eind . . . Christian Dewet! Die 3i!lfl!nf!tfi!lnintt der nördlichen Könige. Malmö. 18. Dez. Der König von Schweden ist mit Gefolge heute früh hier eingetrosfen. Die Stadt ist reich geschmückt. Um !)!4 Uhr begab sich der König nach dem Hafen, evo bald der König von Dänemark an Bord des Kreuzers „Heimdall" eintraf. Der Schwedenkönig ging unter den Klängen der schwedischen Nationalhymne an Bord. Die Könige küßten einander die Wange. Unter den Hochrufen der spalierdil- denden Menge fuhren die Könige nach der Residenz. Um 10 H Uhr traf der König von Norwegen enit Extrazug ein und wurde voen König von Schweden empfangen. Die Könige umarmten und küßten sich und fuhren sodann unter lebhaften Huldigungen der Boltsenenge in die Wohnung des Königs. Nachdem er die Gäste nach ihren Wohnungen begleitet hatte, hielt sich der Schwedenkönig bei jedem der beiden anderen Monarchen etwa eins halbe Stunde aus. Um 11 '/, Uhr trafen die beiden siemdo» Herrscher bei dem Schwedenkönig ein. Unmittelbar darauf begann die Konferenz. Um t Uhr war Früh- stückstafel. woraus die Verhandlungen sofort wieder aufgenom- men wurden. Das Programm der Konserenz. Malmö, 18. Dez. Von kompetenter Seite wird über das Programm der Königsbera- tungen mitgeteilt: Wenn es auch möglich ist, daß die Beratungen später auf ein exklusiv politisches Gebiet herübersrie- len, so ist doch die Gemeinsamkeit aus handelspolitischem Gebiet als Ausgangspunkt der Verhandlungen anzusehen. Die Grundlagen des jetzt geplanten Uebereinlommens sind in dem Vertrag von 1312 zu suchen, in dem die drei nordischen Königreiche sich bereits verpflichteten, die von jeder Negierung getroffenen Neutraliätsmaßnahmen mitzuteilen. Zur rumänischen Rentralität. Bukarest, 17. Dez. Angesichts wiederholter Versuche einzelner Mitglieder der konservativen Partei, diese fiir eine kriegerische Altion zu gewinnen, schloß sich das große Exekutio- Komitee der Partei ganz der Politik an, die der Parteichef Marghiloman in enger Verbindung mit der Regierung befolgt, das ist abwartende Rentralität. (Das kommt einer unzweideutigen Erledigung Tale Joneskns gleich, dessen Leidenschaft für die Entente übrigens auj einen — Geburtsfehler zurückzu, lichrcn ist. Er kam als kleiner Brite Jones in England zur Welt und rumänisicrte erst später seinen Namen. D. Red.) Weihnachts-Waffenstillstand? Wie der „Sortiere bellet Sera“ aus Rom meldet, hat der Papst nochmals eine 48stündige Waffenruhe für Weihnachten vorgefchla^en. Es soll Rußland vorgefchla^en werden, dah die russischen Weihnacht,-n ebenfalls durch eine Waffenruhe gef?rcrt werden. Portugiesische Schwierigkeiten. Berlin, 18 . Dez. Das neue portugiesische Kabinett letzt sich ausschließlich aus Demokraten zusammen. Es macht sich gegen einen Krieg an der Seite Englands und Frankreichs allgemein ein starker Widerstand geltend, der der Regierung noch arge tlngelegenheitcn und innere Schwierigkelicn bereiten dürste. Wie t>ik Di.udkc'st die ükümlUät mMlen. Washington, 18. Dez. fW. D. Nichtamtlich). Staats setretär Brnan teilte dem britischen Botschafter mit, daß die im Kongreß eingebrachte Bill, welche die Ausfuhr von Kriegsmaterial fiir Kriegführende völlig verbiete» will, nicht die Ün tcrsiützung der Regierung habe. — Mister Bryan, der bekanntlich schon als Zirkusrcdner aufg-trelcn ist, weil ihm seine Einlünftc als Staatssekretär nicht genügend waren, ist der Schwiegerpapa eines englischen Offiziers u. das erllärt vieles! Aus Frankreich. Der Sohn des französischen Ministers Barthou gefallen. Genf, 18. Dez. Pariser Depeschen melden den Tod des 18jährigen Sohnes des früheren Ministers Barthou. Er fiel als Freiwilliger an der «lsäsiischen Grenze in einem Gefecht bei Thann. Ei« stürmischer Kriegsrat. Der „Kreuzzeiiung" wird aus Brüssel gemeldet: Wie verlautet, hat in Ppern ei» gemeinsamer Kriegsrat der Verbündeten stattgestinden, auf dem es zu Unstimmigkeiten kam. Joffre warf den Engländer» de» lchlep penden Gang ih«r Rekrutierung vor. der Frankreich zwinge, mit einer riesigen Streitmach! im Pfergeländc untätig zu bleiben. French antwortete erregt und die Herren trennten lich nicht in der rosigsten Stimmung. Die Herren in de» Stäbe,, des verbündeten Heeres scheinen nur In einer Sache einig za sein, in dem Zorn auf Rußland. In Le Havre, in London und in Bordeaux herrscht eine wachsende Mißstimmung gegen Rußland, weil es. statt alle Kräfte für den geplanten Sieuer- zug „ach Berlin zu vereinigen, de» nutzlose» Zug durch d-e Karpathen antrat Und so seine wahre» panslawistijchen Ziele verriet, nämlich vor allem die Rettung Serbiens. An Serbiens Schicksal liege aber den westlichen Verbündete» gar nichts, wogegen das Fehlschlagen des so sehnlich erhossten Vormarsches gegen Deutschland die Westmächte >n eine verzweifelt« Kriegslage bringt. In den genannten Städten hält man den ganzen Kriegsplan für verfehlt und befürchtet davon einen schlimmen Ausgang des Weltkrieges. Bayern und Franzosen gegen Engländer. Die „Schlesische Zeitung" teilt aus einem Feldposibrics eines freiwilligen Loza- rcttpslegcrs an feine Eltern aus Eourtrai vom 4. Dezember folgendes mit: „Ein Bayer erzählte hier im Lazarett folgendes: Eine Abteilung Bayern, darunter auch er, lag in Ppern gegenüber französischen Schützengräben. Die Franzosen warfen ihnen Zettel herüber, daß sie sich ergeben wollten. Die Bayern hatte» natürlich nichts dagegen. Aber kaum hatten die Franzosen die Schützengraben verlasien, da erhielten sie von den Engländern heftiges Feuer. Die Bayern gerieten darüber in große Wut und gingen aus den Gräben heraus auf dieEua- länder los. Mit ihnen die Franzafen. Es gelang ihnen auch, einen großen Teil gefangen zu nehmen. — Wir bringen dieses Ecschichtchen lediglich der Curiosität halber, ohne ihr viel Bedeutung beizulegen und ohne eine Garantie für die Wahrheit zu übernehmen. Ans Rußland. Katrrstimmung. lieber die Stimmung in Rußland er- sährt das „Berliner Tageblatt" aus Wien: Russischen Berichten aus Lemberg, die hier eintrafen, ist zu entnehmen, daß in den russischen Kreisen die Nachricht von der krästigen Osfen- stve der Deutschen in Nordpolen und den Mißerfolgen der Russen in Wcstgalizicn eine niederschmetternde Wirkung aus- geübt hat, dies umsomehr, als noch jüngst vom russischen Ge- neralstab eine Reihe entscheidender russischer Siege für die nächste Zeit angckundigt worden waren. Die Zahl der russischen Verwundeten, die vom westgalizischcn Kriegsschauplatz und von den Karpathen nach Lemberg gesandt werden, steigt mit jedem Tag. Ein sicheres Zeichen für die üble Laune der russischen Regierung sind die mit verstärkter Krast rinsetzenden Versolgungcn der Juden und der noch anwesenden Deutschen in Rußland. Die ersteren werden durch Haussuchungen „nd Ausweisungen aus den für sic verbotenen Städten, sowie durch Erschwerungen im Studium und im Erwerbsleben geschädigt. Was die Deutschen betrifst, so wird von allen Seiten eine lebhafte Hetze, besonders gegen die deutschen Grundbesitzer betrieben, die offenbar die Vorbereitung zu gewaltsamen Maßnahmen der Regierung sein soll. Ein rusfischer Proviantzug in di« Lust geflogen. Der „Pc- stee Rapio" meldet, daß rin von Lemberg mit Munition und Lebensmitteln nach den Karpathen abgegangener Panzerzng auf der Strecke in die Luft geflogen sei. Die Ursache ist unbekannt. General Melischtko gefallen. Der „Rowoje Wremfa" zufolge ist bei Lodz General Welischtko, der sich bei Port Arthur auszeichnetc, gefallen. Aus England. Eewaltherrschast in Irland. Aus den in Brüssel eintreffenden englischen Zeitungen geht hervor, daß in Irland eine regelrechte Schreckensherrschaft eingesetzt hat. Alle national- irischen Blätter sind unterdrückt und ihre Redakteure neben vielen anderen Irländern hinter Schloß und Riegel. Unter offenkundigem Bersassungsbruch werden Volksversammlungen nur zugekasse», falls ihnen ein englischer Regierungsbeamter beiwohnt, um die gehaltenen Reden zu kontrollieren. Trotzdem greise die englandfeindliche Bewegung um sich, und statt Kriegsfreiwillige aus Irland zu beziehen, steht sich die Londoner Regierung gezwungen, die dortigen Garnisonen zur Brr Hinderung eines offenen Ausstandes zu verstärken. Selbstverständlich behaupten die „Times" und Genossen, daß deutsches Geld hinter der irischen Agitation steckt. Reue Opfer der Minen. London, 17. Dcz. Der Dampfer „City" brachte in Tyne 12 Ueberlebende des Dampfers E>- terwater ein. der gestern nacht durch eine Mine in die Luft gesprengt wurde. Die Mannschaft der „City" sagte aus, daß iie später »och zwei Dampfer in die Luft fliegen sah. Indier. Fidschi-Insulaner und Zululassern genügen nicht. Eine große Menge englischer Blätter diesseits wie jenseits des Ozeans veröffentlicht einen Aufruf, in welchem folgende Sätze enthalten sind: „Die Welt darf »nd kann Deutschland nicht gewinnen lassen. Wenn England, Frankreich und Rußland es nicht allein schaffe» können, dann muß Italien mit seinen zwei Millionen Hera»! Der Holländer, der Schweizer, beides gute Kämpfer, der Däne, der Grieche, der ganze Balkan müssen mit. um den Kampf ein für allemal zu erledigen." — Fast die ganz« Welt wird also um Htlse gegen Deutschland angebettelt; im übrigen lpricht dieser Ausruf wohl deutlich genug für sich selbst. 2. Beilage zur „Neuen Taaeszcitnna" y.t. 298I Samstag, den 19. Dezember 1914. 7 . ü>a!zr,v,na KelM ans Gott. Behüt «ns Sott in Sturm «nd Krauen - Behüt uns Sott in Nol unl, Tod — Loh betend un, dein Antlitz schauen Wenn UNS der tücksche Feind bedroht. Behüt uns Sott in Sturm und Streih Lenk in uns deines Geistes Kraft. _ Mit deiner Macht auf unsrer Seite Wird auch ein voller Sieg geschasst. Und ruhn wir aus in dunklen Nächten Bon heitzer Arbeit, dlut ger Schlacht: Beschirme uns mit deiner Rechten — Wir wissen, datz dein Auge wacht. Und in der stillen Nächte Stunden Schickt Sott die lieben Engelein — Die freundlich trösten alle Wunden Und wiegen uns in Träume ein! Weicht dann die Nacht dem jungen Tage Stehn frisch wir da in voller Wehr — Hol' aus, du listger Feind, zum Schlage! Vor deutschen Massen slieht dein Heer. Behüt uns Sott in bluteten Schlachten, Führ uns durch Nacht und Sturm zum Sieg! Was wir voll Mut bis jetzt vollbrachten Eeschah mit Sott. — Er hilft im Krieg! Gedichtet >m Schützengraben von Gardist Waas aus Leidheckcn (Wetterau). Ans meiner Dorfüirche. Leben und Sott. Luk. K. 21, Vers 29—31. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen und merket, datz jetzt ker Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angchen, so wisset, datz das Reich Gottes nahe ist. Liebe Gemeinde! Advent! Was der Klang dieses Wer- tes doch für Erinnerungen weckt in unseren Herzen! Erinne- ruugen aus sröhlichcn Jugendlagen. Es ist uns in diesen Tagen wie ein Klingen von seinen Glocken und singenden Kln- dcrsiimmcn, wie ein Flirren und Schimmern von Lichtern und Sicrnen — wie ein Raunen und Rauschen in der Stille, e- >st »ns als mutzten wir etwas spüren von jener Erzählung aus dem Leben de, Propheten Elias, zu dem Gott kam, nichr in Sturm und Wetter, nicht in Erdbeben und Naturgewalt. sondern in einem stillen, sanften Sausen — so ist es uns, als mutzten wir in dem stillen Raunen und Sausen der Advcnts- lage di« Nähe Gottes spüre»---so war e, un, — och wir lang ist'- her! Und nun ist Krieg! Und der Donner der Kanonen stört die «dventsstille! Und wie Peitschenschlöge fahren die Gewehrschüsse, und zerreitzcn da drauhen so manches Menschenleben, und zerreitzcn daheim uns das Herz wie mit spitzen Eisenhaken. O Adventsstille, wann wirst du wiederkeh- rcn? Liebe Gemeind«! Wir wollen über unserem Klagen nicht vergesse», datz die Adventsftille, auch in den Friedensjahren oft rech« gestört worden ist! Man hat die 4 Adventssonntage: Den kupfernen, nickeinen, silbernen und goldenen genannt. nach dem Geld, das die Kaufleute da einnahmen, und zu tausenden find in diesen Tagen die Landlcute in die Stadt geströmt und über dem Christkindchcn, das da gelaust wu de, ist das Christkind, das Gott uns schenkt, gar manchmal vergci scn werden. Das stört uns in diesem Jahre nicht, ja ich meine, auch der Kriegslärm soll UNS nicht stören in der Ad vcntsseicr. Gerade IN diesem Jahre hat ja der Advent so gen; besondere Ausgaben in der Welt, finde« sovicle trauervollc Häuser und Herzen, in die er Gottes Frieden bringe» soll, jin- det so viel Finsternis aus unseren Lebenswegen, die er »er treiben soll mit seinem Licht! Und ist die Stille nicht, die sonst so oft Gottes Nähe zeigt, Io sind dann andere Zeichen, die Je sus uns angibt in seinem Gleichnis vom grünenden Gesträuch im Frühling! Zwei Merkmale sind's, die uns ins Auge fallen. Einmal: Kein Mensch kann machen, datz das Gesträuch grün wird — das ist Gottes Arbeit: So können nie aus Mcnsckicn- werk die Zeichen kommen, die Gottes Nähe künden, sie müsicn von Gott geschassen werden: Seht, wir wisien es sa nicht bestimmt, aber wir glauben e» doch ganz gewitz: Datz man in England in diesem Krieg Gottes Näh« nicht so spürt wie bei »ns: Das kommt daher, datz die Engländer diesen Krieg gemacht haben, als Menschcnwerk, um ihren Geldbeutel zu süllen, um ihren Vorteil zu sind«»! Aus Menschenwerk aber kann man nicht in Gottes Nähe spüren! Wir haben den Krieg Nicht gemacht, er ist über uns gekommen wie ein Gewitter in der Nacht ohne unser Können und Wollen: aber darum hob?» wir es bei seinem Ausbruch alle so deutlich gespürt: das kommt von Gott! O latzt uns nun in diesen Adventstagen aus dem: „von Gott" erkennen: in diesem Krieg kommt Gott selber zu UNS, will Advent bei UNS halten, will anklopfen und einkehren in unser Herz, will uns ziehen zu seinem Gehorsam, seinem Frieden und seiner Freude! Gerade dann werden wir das zweite Merkmal unseres Adventsgleichnisies an nZcrem her zcn spüren: Denn diese Herrlichkeiten, die Gott da in unser Herz pslanzc» will, das find nicht tote Dinge, wie Menschen sic machen, sondern wie das Grünen des Baumes auch, so sind sie lebendige» Leben vom Gott de» Leben»! Daran zeigt sie ja gerade dieser Krieg -lr Advcntszcit i» unserem Volk, , n dem Leben, da» er ausgewcck, hat. an der nimmermüden L> de an dem jellcnscstcn Vertrank»: Gott Hilst, die so plötz,--, >tn ersten Tagen der Mobilmachung in unser Herz eii/ge (inb. O pflegt dieses Leben von Gott gerade in diesen Ad vcntstagcn! Geb« eurer Liebe Raum zum Wachsen, c. ii: ja [ccifl Raum da für sie. Liebe gegen die drautze'n in den Schützengräben und in den Lazaretten, Liebe daheim >: ,d wenn in unserem Dors »och nicht einer von der Kugelgetreid n wäre — schon allein, datz sovielc hinausgezogc» sind, wies--! durchweinte und durchsorgte Nächte, wieviel Bedarf nach scndcr Liebe liegt darin! O latz, eure Liebe wachten sic Gotteswerk! Und gerade dann lieber Mitchrijt, wenn c:> d»: am schwersten gcttojsen hat, gerade dann vergib die L>>!. nicht! Wenn du meinst, datz du zuammenbrcchcn mutzten n. ; der Last, die Gott aus dein Herz gelegt hat, gerade dann »«V und hilf anderen tragen o» ihrer Last durch deine Liebe! Uno bann wirst du erfahren, wie die Last, die Gott D i r ausgeleg, Ipt, von Tag zu Tag sichch leichter trägt: Darum weil da.. EottespslSnzlein der Liebe in deinem Herzen tragende Keäsi: aufweckt, wie du vorher nicht geahnt hast. Und das wirst du dann am deutlichsten ersahrcn, wenn du auch das andere »ichi vcrgitzt: Das Gottocrtrauen: in den ersten Tagen des Kriegs ist es dir vielleicht in allem Jammer einmal wie ei» Licht ans gegangen: Gott Hilst! Daran halte dich! Gerade bann, wenn cs aussteht, als hätte Gott das helfen vergcsic»! Saga ihm immer wieder im einsamen Kämmerlein: Du hast's verspra chen: Du mutz« w halten, du mutzt mir ttagen Helsen in me! ner Not: Und dann wirft du «rsahren, wie der »dvcntssiiedi! durch Tränen hindurch einzieht in dein Gemüt, und kein Kri.i, und Streit wird dir diesen Frieden raube» können. Amen Ans dem hefl. tandlna. Der Finanzausschutz der Zweiten Kammer tagte am 18. Dezember, um die Regierungsvorlage betr. die Bereitstellung von Mitteln zur Beschasjung von Arbeitsgelegenheit zu beraten. Bon Seiten der Regierung wohnten die drei Minister, Staatsrat Dr. Becker, sowie die Ministerialräte hölzingcr, Dr. Weber, Schliephacke und Dr. Kratz, sowie Geh. Obcrbanral Klingelhöscr de» Verhandlungen bei. 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In Art. 2 wird die Regierung ermächtigt, zur Beschaffung der notwendigen Mittel, Schuldverschreibungen, Schatz- anncisungc» usw. auszugcben. Die Forderungen setze» sich wie folgt zusammen: Zn Kap. 2 Hofbauwesen: Herstellungen im Residenzschloß Darmstadt 6500 M!., Ausbau des Dachftoües 5800 Mt., für Herstellungen im Domanialhof (Mönchhofj Mk. 13 500 und Mk. 16 000. Neubau auf der Forstwartei Elashüi- ten Mk. 13 700. Bersch. Ml. 58 000. Zn Kap. 8 Bad-Nauheim: Zsolierung der Ternialleitungen, Verlegung der Pumpwerke i» Bad-Nauheim Mk. 16 000, Errichtung eines neuen Eradierbaues in Bad Salzhauscn Mk. 9100. Zn Kap. 28 Zentralbauwesen: Herstellungen in Frauenklinik, der Universitätsbibliothek, Gewächshäuser im Bot. Garten, Physik. Lhem. Institut usw. Mk. 57 050. Für die Technische Hochschule Darmstadt: Bot. Karten Mk. 20 500, Gymnasium zu Bensheim, Errichtung einer Dienerwohnung Mk. 10 800. Für Herstellungen im Lehrerseminar zu Friedbcrg, Gymnasium zu Büdingen, Landgraf-Ludwig-Eymnasium zu Eiehen (Zentralheizung), Landesheilanstalt Hofheim bei Goddelau. Landesheilanstall Heppenheim. Landesheilanstalt Alzey. Hebammen-Lehranstalt in Mainz. Alicestift bei Darmstadt. Arbeitshaus Dieburg, zusammen Mk. 224,730. In Kap. 94 Justizwesen: Neubauten und größere Herstellungen im neuen Justizgcbäude in Darmstadt Mk. 12 550. Altes Gerichtsgebäude daselbst Mk. 500. ' rovinzialarresthaus Darmstadt 5100 Mk. Amtsgericht Lau- Mk. 9000. Einführung von elektrischer Beleuchtung in .,-lchiedencn Amtsgerichten und Haftlokalen Mk. 6300. Lan- dcszuchthaus Marienschloß, Kirchenfenster, neue Orgel und Kläranlagen Mk. 29,400. Elektrische Beleuchtung im Haupt- -tcueramtsgebäude in Eiehen Mk. 11.100. Herstellung am Dampfboot „Hastia" Mk. 4500. Anstrich der Mainbrülke bei Kostheim Akk. 16,000. In Kap. 128 Neubau eines Amtsgerichts- gebäudcs in Offenbach Mk. 15,000. Hebammen-Lehranstalt in Mainz Mk. 63,100. Kurfürstl. Schloß in Mainz, letzte Rate, Mk. 51,000. Kap. 132 Verbesserung der Hutweiden im Vogels- berg Mk. 200,000. Umwandlung der Eichenschalwaldungen in Hutwcidcn im Odenwald Mk. 20,000. Verschiedene Bachregulierungen der Lumda, der Nidda usw. Mk. 171,000. Die Ee- mmtfordcrung beträgt 1,117,280 Mark. Zn der Begründung wird ausgeführt, daß aus früheren Bewilligungen noch ein ansehnlicher Betrag zur Verfügung steht, aus dem besonders dem Handwerk und der Industrie Arbeit und Dcrdicnst zugewiesen werden kann. Es muß indeffen mit der Möglichkeit gerechnet weiden, daß sich das Bedürfnis nach Arbeit und Verdienst noch steigert, sodaß der Staat auch sür vermehrte Arbeitsgelegenheit wird sorgen müsse». Die oorgeschlagenen Arbeite» sind durchweg notwendig, zum großen Teil auch wertschassende und werlstcigcindc Ausgabe». Der Ausschuß hat di« Anforderungen einstimmig gutgeheißen. Weitere Borlage» werden in Aussicht gestellt. Jni Laufe der Debatte werden noch verschiedene Wünsche laut. ll. a. regt Abg. Brauer mit Rücksicht auf den Arbetl,- mangel den Schluß der Fortbildungsschulen aus dem Lande während des jetzigen Winters an. Der Minister des Innern ägt wohlwollende Prüfung der Angelegenheit zu. Abg. Osann wünscht Bereitstellung von staatlichen Schulgebäuden zu Lazarettzwecken in Tarmstadt, da die staatlichen Schulen bisher verschont wurden. Per Wert der Landwirtschaft. Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" schreibt: „Die landwirtschaftliche Entwicklung Dcutschlands weift überhaupt urgefunde Bahnen auf. Während in England 9b Prozent der ganzen landwirtschaftlichen Fläche Pachtland ist, also im Besitze der Großgrundbesitzer sich befindet, ist Deutschland ein überwiegendes Bauernland, und nimmt die Zahl der Bauern bei uns ständig zu. Die bäuerliche Bodenfläche wächst mit jedein Jahre, während der Großgrundbesitz gleichzeitig abnimmt. Mindestens sieben Zehntel der gesamten landwirtschaftliche» Fläche in Detschland sind in de» Händen der Bauern. Der Rest ist Eroßgrund besitz, wobei zu bemerken ist, daß die großen fiskalischen und Privatfor- sten dabei mit einbegriffen find. Gewiß kann bei uns noch sehr viel getan werden in der Jnnenkolonisatio», und cs ist anzunehmen, daß nach dem Kriege gerade diese Frage in ein etwas schnelleres Fahrwasser gebracht wird. Denn eins hat schon heute dieser Krieg mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit bewiesen, nämlich, daß wir de» Sieg, den wir erhoffen, nicht zuletzt unseren deutschen Bauern verdanken, die die Ernährung unseres Volkes unabhängig vom Auslände ermöglichten. Dos wird ein ewiges Ruhmesblatt in der Geschichte der deutschen Landwirtschaft sein, und wird wohl auch manchen Slcptiker belehren, der, englischen Gc- dankengüngcn folgend, da» Schicksal des Bauerntums für bcliegclt hielt. Es wäre eine der schönsten Früchte, die uns dieser Krieg bringen würde, wenn daraus die Erkenntnis bei allen Erwerbsständen und in allen Berufskiasien heivorginge, daß ei» Stand den anderen dringend nötig "raucht zu seiner Erijtenz, und daß das Gedeihen des eine» Standes das des anderen mitbedingt. Der Schrei nach den Bauern, der heute in England ertönt — zu spät, um noch irgendwie verwirllicht zu werde» —, wird uns eine ernste Mahnung sein." Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" ist kein agrarisches Blatt, nenn sie auch immer besonderes Verständnis sür die Bedeutung der Landwirtschaft bekundet hat. Jedenfalls ficht sic der Industrie näher als der Landwirtschaft. Ihre oben wie- dergegebenen Aeußcrungcn gereichen uns deshalb z» besonderer Befriedigung. Die deutsche Landwirtschaft ist sich aber vesien .iuT;! bewußt, daß sie ihre bedeutsame Ausgabe für die (siesamt- Mcue Taze»z«nung. Sämiiäg, »en 19. Dezember iS»« heit nicht hätte lösen können, wenn sie nicht die gebotene Förderung erfahren hätte. Und sie ist sich weiter auch besten bewußt, daß, wenn Deutschland jetzt imstande ist, im Kriege durchzuhalten, das nicht ihr alleiniges Derdienst ist, sondern dar Verdienst aller Erwerbrständr Es liegt ihr fern, für sich ein besonderes Verdienst in Anspruch zu nehmen. Gleichwohl hat die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" vollkommen recht, wenn sie mit warmen, dankenswerten Worten darauf hinweist, wie notwendig die Erhaltung der Landwirtschaft und ihre Förderung für jetzt und für die Zukunft war und sein wird. Welch Lehren sich daraus für die deutsche Wirtschaftspolitik der nächsten Zeit und der fernsten Zukunft ergeben, bedarf keiner besonderen Darlegung. Die Kiilhstprtijt für Gklreidk. Die Vorwürfe gegen die Landwirte, daß sie das Getreide zurückhalten, weiden fortgesetzt. So schreibt das „Berliner Tageblatt" folgendes: „Während in der ersten Zeit feit Inkrafttreten des Gesetzes unter den Höchstpreisen kaum Getreide zu bekomme», war, hat sich nunmehr der Zustand herausgebildet, daß inan selbst zum Höchstpreise nicht mehr kaiifen kann. Zn Berlin und Umgegend haben die Mühlen den Landwirten den Höchstpreis geboten, aber mehr als einmal ist ihnen von den Landwirten die Antwort erteilt worden: „So billig geben wir nichts ab." Danach ist der Ansturm der Mühlen bei den Landwirten wogen Abgabe von Getreide sehr groß Offenbar machen sie sich also selber scharfen Wettbewerb und überbieten sich gegenseitig in einer Weise, die den Landwirten zeigt, wie wenig sich die Mühlen selber an die Höchstpreise halten. Was sollen denn die Landwirte mache», wenn die Käufer selber mit Angedo.cn herauslommen, die über die Höchstpreise hinausgchcn? Sollen sie etwa die Provisionen, Sackmicte usw. ablehnen und dem Mindestbietenden die Ware überlasten? Daß die Schuld an diesen Zuständen lediglich an de» Käufern liegt, geht besonders klar aus den weiteren Ausführungen des „Berl. Tageblatts" hervor: „Diese Stellungnahme der Produzenten ist nur dadurch ermöglicht worden, daß die Mühlen — und zwar namenc- lich die westdeutschen — sich beim Einkauf gegenseitig starken Wettbewerb machen, und Gegenden bereisen lasten, in denen sie niemals Getreide cingckauft haben. Bei den ost- preußische» Besitzern treffen jetzt zeitweilig fünf bis sechs Einkäufer süd- und westdeutscher Mühlen zusammen, und der Landwirt ist direkt in der Lage, für sein Getreide eine „Auktiou an den Meistbietenden" zu veranstalten...... Sackmiete, die in normalen Zeiten vielleicht 15 Pfg. pro Sack betrug, wird in Höhe von 1.50—2 Mark vergütet!" Wenn der Handel in dieser Weise sich überstürzt und fort gesetzt mehr bietet, so kann man cs de» Landwirten doch wirklich nicht übelnehme», wenn sie die höheren Vergütungen dafür nehmen, daß sie die Säcke stellen. Außerdem ist zu beachten, daß die Berechnung der Sackmiete zuerst vom Handel aufgestellt wurde. Oder würden das die Freunde des „Berliner Tageblatts" nicht tun? Ganz anders stellt sich jedoch der Vorwurf gegen die Landwirte, die erklärten: „So billig geben wir nichts ab!" Hier muß verlangt werden, daß das „Berliner Tageblatt" _ , . _ «eTle t Rainen nennt, sonst müsien wir annehmen, daß es sich um ein« leere Redensart handelt. Jedenfalls aber wisien wir jetzt genau, von welcher Seite die Verordnung über die Höchstpreis« umgangen wird. Nicht die Landwirte, sondern die Händler haben die Hintertüren geöffnet, durch die sie ihren Konkurrenten das Getreide oblagen wollen. Und für diesen Wettbewerb der Händler unter sich will man die Landwirte verantwortlich machen. Aus den obigen Darlegungen des in dieser Hinsicht doch einwandfreien Blattes geht jedenfalls hervor, daß die Landwirte kein Vorwurf treffen kann. Die Sckiuld liegt allein bei den Händlern! Zwei Zimlstratcge. Der Hanjcr cn de Käsber fetze beim Vertclchc ean innerhair sich iwwer de Krik. „Sah cmol" säht de Käsber, „hast de daiiii aag schunt cabbcs gehiert, de bindeborg soll joa schunt wirrer 28 000 Rüste gefange hu, doas kann ich goar näit glawe." „Woarim dann näit, es sticht joa doach en alle Zeiringe," säht der Hanjer. „No weans ean alle Zeiringe stieht, fo muß ichs glawe, ich mögt oawer nur weste, wäi der fchwirnutse Kerl, der Hindeborg, doas fertig brängt." „Ach", säht der Hanjcr: „Doas eaß doach ganz afach. De hoast doch gcweaß aag schunt so a automatisch Mäussall gc- sehe, woaßte wu de Mäus hcane eans Master falle ean versaufe." „Ei freilich, aich hun sealbst aa owe uff mcier Owelawe stich. Ich hat letzt emol lang näit denoch geguckt, do woar des ganz Wasser voll vo dure Mäus ean owe sei cre noach drusrim gegroawelt". „No ja siehste, groad so mächis de Hindeborg met de Roste. Wenn sc komme, macht crn deas Dührche schie uff ean lcßi se als schieh ercnn spatzicre ean wann ere gcnung hean Hot, möchte zou, daß se näit wirrer feiet* könne ean jagt se all zau de masurische Sie cnean, bis däi voll sei ean woas owedruf crimm growelt, nimmt er gefange." „Ja, sah emol, wann ich bene Russe ag näit väil Verstand zourächen, so maan aich, müßte se doach geschcirer sei, wäi die Mäus, dann dene konns ka der annern sah: „Eroawel näit doh enean, soft beast de gefange", oawer däi Rüste, maan ich, bräuchtc sich doach näit zwoamol utze se loste, däi müßte sich doach sah: Wu sei dann die annere hi komme?" „Ach Käsper, aich hätt dich doach e bisst gescheircr gerechnet. Ei glaabste dann däi grcges uff die Noase gehengt, daß die anneren gefange sei. Wann doo wirklich cmol aner fregt: „Wu sei dann die annern?" haßt's, ach däi sei noach Berlin ean ihr sollt nach hi. Do sei se aach näit belohe woan. Dann der Hindeborg hott davor gesoargt, daß se hi fei komme, nur uff c anner Oart." „Wai so," „Ei der hott se gefange genomme ean hott se met der Eiscboh higescheckt, do brauchte se näit sc laase, ean'» gtcyt rascher." „Ach etzt eaß Mersch so glur wäin Kliesbräu. De beast oawer doach e gescheircr Kerl, daß de am doas so schieh ausleje loanft. Etz will aich oawer haam gieh, ean meicki Gritche aach cmcl so ausleje, wäi dau mirsch ausgelegt hoast. Prost Hanjer!" „Prost Käsper! Uff Wirrersehe!" Frankfurt «. M. Neue Krüme 15 —21 Spsrt-nrtikd Hüte = Wäsche Sonntag von IS—8 Uhr geöffnet. *1 l. ! Beilage zur „Neuen Tageszeitung |! t. Ä98 | Kamstag, den 19. Dezember 1914. 1 *4 ♦ ?m!|r$uit Wir «ttb die Well. Dieses Gedicht läßt der Kaiser unter die Soldaten vertei. len. Einig- meinen, der Kaiser selbst sei der Verfasser, wenig, stens hat er es vor 14 Tagen im Hauptquartier im engsten Kreise selbst vorgelesen. Wie dem sei, indem er e, im Heer verteilen läßt, bekennt er sich zu ihm, und e, stehen ihm dies« Gedanken auch wohl an: demütig vor Gott, hochausgerichte! und ungebeugt vor der Welt. Wir haben geschwiegen im Völkerrat Einmal und zweimal und mehr; Und standen zur Seit« und mieden die Tat Einmal und zweimal und mehr! Wir haben uns nimmermehr beeilt, Al« man di« Erd« aufgeteilt: Wir hörten der anderen heiseren Schrei, Wir wollten den Frieden und standen dabei Zweimal und dreimal und mehr. Und dennoch gaben sie keine Ruh, Keinen Tag und nimmermehr. Und sahen uns scheel und neidisch zu Einmal und zweimal und mehr! Sie haben gehöhnt und haben gehetzt Und Säbel geschlissen und Messer gewetzt, Den Deutschen zu schimpfen war keiner zu saul! Wir wollten den Frieden! Wir hielten da» Maul' Einmal und zweimal und mehr. Ei« trieben durch Jahre das frevle Spiel Mehr noch und immer mehr. Bi» der Tag anbrach, der Gott gefiel. Einmal und nimmermehr. Bis die Erde war von Lügen krank, Bis der Hasser Heulen zum Himmel stank, Bi» der Deutsche sprach: „Nun ist e» genug, Nun duld' ich die Lügen und dulde den Trug Nimmer und nimmermehr!" Und er fuhr empor wie ein Wetterstrahl, Und er blickte ringsumher. Und er sah seiner Neider Ueberzahl, Einen und manchen mehr! Sah im Ost den Feind und im West den Feind, Mit dem Russen den Franzmann eng vereint, Und den Serben dann und den Belgier dann Und den Briten und alle», was lügen kann, Mehr noch und manche mehr! Der Feinde Hohn und der Uebermacht Spott Rast durch die Welt daher. Und der Deutsche betet: „Nun helfe mir Gott Einmal, nur einmal mehr!" Und e» fiel seine Faust, und e» fiel sein Streich, Da sank der Belgier zu Boden gleich, Und ein neuer Tag und ein neuer Schlag — ■ Bis daß der Franzos aus den Knie« lag! Recht so! Und mehr noch! Noch mehr! Nun zittere, Brite! Wie ein Taifui, stark Ist de» Deutschen blank» Wehr, Es trifft sein Schlag, und er trifft in» Mark .Einmal und zweimal und mehr! Nun zitter«, Russe! Und denk» daran. Auch deine Stunde naht schon heran. Nur ei« Atemholen! Nur Zeit, nn, Zeit! Auch dir ist ein heiße» Süppletn bereit, Einmal und zweimal und mehr! Ein Schlag erdröhnt durch di« ganze Welt Einmal und zweimal und mehr! Wo der Deutsch« trisst, ist ein Heer zerspellt, Eine» und noch ein» mehr! Still lauscht die Welt und atemlo», Denn die« Ringen ist so gewaltig groß: Und in dem wilden, dem letzten Krieg. Pflückt sich der Deutsche den ewigen Sieg: Er allein — und keiner mehr! Chronik« der Kriegsgeschichte. 1L Dezember. Oestlich und westlich der Argonne» machten wir Fortschritte: französisch« Angrisse westlich Pont a Mousson wurden abgewiesen. Der deutsche Kreuzer „Nürnberg" ist von den verfolgenden englischen Schissen zum Sinken gebracht worden. Dar ungarische Komitat Savos ist von den Russen völlig geräumt. Die Russen landeten bei Batum Kavallerie, di« aber von den Türken geschlagen und zum Rückzug gezwungen wurde, ir. Dezember. Bei einem angeblichen Angriss der Franzosen aus Lang», mark bei Ppern verloren die Franzosen etwa 208 Tote und 840 Gefangene. In der Gegend Souain-Perthe» griffen die Gegner erneut, aber ohne jeden Erfolg an. Daiselb« geschah in den Argonnen: die Deutschen dagegen nahmen dort einen wich- tigert Stützpunkt durch Minensprengung und machten 200 Ge- sangcne. Auch Angriffe der Franzosen bei St. Mihiel und in der Gegend von Markirch blieben fruchtlos. An der ostpreußischen Grenze wars unsere Kavallerie russische Kavallerie zurück und machte 350 Gefangene. Bei den Rückzugskänipsen der Russen in den Karpathen verloren sie 2000 Gefangene. Die Besatzung von Przempsl macht« einen Ausfall und brachte 700 Eesangene und 18 Ma- ichinengewehre in die Festung. Die türkische Flotte beschoß di« Umgebung von Batum. Feldmarschall v. d. Goltz wurde begeistett in Konstanttno- pel empfangen. Die Bemühungen des Papstes um einen Waffensttllstand zu Weihnachten sind endgültig gescheitert. 13. Dezember. Ein französischer Angriff bei Apr-mr»: brach unter schäle re» feindlichen Verlusten zusammen, 800 Franzosen fielen in deutsch, Hände. I» Rordpolen «ahmen wir «ine Anzahl seindlilk < man»»» nn» zwange» sie zum Rückzug au» Wesiqalizie». 14. Dezember. Französische Angrisft an der Maas und in den Vogesen wurden leicht abgewiesen. Die Verfolgung der Russe» in Westgalizien wird sortgcsetzt. Am 12. und 18. Dezember wurden 1i 000 Russen von dr» Oesterreicher, gefangen. Die mohammedanischen Stamme im Kaukasus uiachen nie! fach mit den Türken gemeinsame Sache. 18. Dezember. Die Franzose» «ntsalten eine lebhafte Angrissstätigteit. Sie griffen bei Ppcrn, bei Verdun, bei Aillq-Apremont und in den Vogefen an, wurden aber überall, z. T. unter schweren Verlusten für die Angreifer, zurückgeworsen. Bei dem Dorse Sennheim verloren die Franzosen 300 Gefangene Die deutsche über Mlawa vorgedrungene Kolonne nimmt angeflcht« der russischen Uebermacht ihre alte Stellung wieder ein. Die Oesterreicher gelangten in Verfolgung der Russe» in Westgalizien bi» auf die Linie Jaslow Rojbrot Die Zahl der auf der Verfolguug gemachte» Gefangene» erhöht sich an! 81000. Belgrad wurde kampflo» geräumt und die österreichischen Heeresteile zurückgcnommen. 1«. Dezember Teile der deutschen Hochseeflotte machte» einen Vorstoß auf di» Ostküst« England» und teschosie» di« besestigten Küjien- plätze Hartlepool und Scarborough. Die Bevölkerung slüchiete panikartig. Bei Nieuport versuchten die Gegner einen Vorstoß, der »on ihren Schiffen unterstützt wurde. Der Angriss wurde abgcwie fen und 450 Franzosen gefangen. In Nordpolen wurden bei der Einnahme feindlicher Stütz punkte 3000 Gefangene gemacht. In Südpolen weichen die Russen anhaltend vor der oster reichischen Offensive. In Wilajet Wan nahmen die Türken verschiedene wichtt.ze russische Stellungen in, Sturm. Am südlichen User des Urmia see» schlugen türkische und persische Kurten ein Kosokenrcgiinent. Der italienische Senat erteilt Salandra ein Vertrau-.no Votum. 17. Dezemder. Franzüsische Angrisse bei Nieuport, Zillcbeeke La Bast »nd Soisson scheiterten. In der Schlacht in Pole» ist die Entscheidung gefallen. Die j Bis / WeihnacSiten gewähre auf Damen u. Kinder=Konfektion 4i n°L Pelze und Blusen.....■’ U Io Auf alle anderen Artikel . . . ..Michael Scheuer, Friedb a\ erg Geschäftsstelle Frankfurt a. 21t., Moselstratze 6a. Telefon-Nummer 9208 Amt l. i rosi.rnden: Montag nachm, von 5—7. — Dienstag nachm, von • 7. — Doimerstag nachm, voy S—7.—Freitag nachm, von 5—7 Mir In verkaufen. Ein Paar starke. mgfcste (Achsen ii Robert Herbert. Lber-(Lr!en ach, Post Bonaincs. ImdllfcrKÄ Wilhelm Baumann. Eichen. Eine junge schwere Friesenkub it schönem Mutterlatb bei rdwig Eiar, chdrrsiootih ». 1.t. 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Telefon Kroll-Korben Ut . 8. ^ Schön« Kehanntmachnng. Die Empsängerinnen von «riegsunterftützungen habe» die Entlastung «hrer Ehegatte» vom Militär aus Frist ober lüe immer au! der Bürgermeisteeet Zimmer Sir. 1l innerhalb 24 Stunde« auzuzritze». Friedbeeg, den tst Ott. 1914. Der Bürgermeister. “ ) rStatzl.^ V 3 = 3 iittnimtiol)nmig im 1. Stock meines Hauses Kaiier- sttaße 40, per l. Januar oder später zu vermieten. Heinrich Heß. Friedberg. Därme und Olafen I empfiehlt i Franz Fourier, Friedberg. Seit- 2 91». 298 Offensive der Russen ist zujammengebrochen. Die Entscheidung brachte die Tapferkeit »er hessischen und westpreußischen Regi- , - ilct. Deutsche Feldbriefe. Wie unsere Soldaten Haufen. Die Familie Fr. Walther in Ossenheim erhielt von einem ihrer Leute, der im Felde steht, nachstehenden Brief, der uns Kunde gibt, wie sich unsere Krieger selbst unter erschwerenden Umständen draußen im Felde wohnlich eingerichtet haben. Er tautet: Frankreich, den 25. No». 1914. Liebe Herrschaft! .... Ich will Euch erzählen, wie unsere Wohnung gebaut ist: Wir haben ein Loch gegraben von 4 Meter Länge, •l% Nieter Breite und 1 Meter tief. Dann haben wir eine Doppelte Rasenschicht drumherum aufgesetzt, so daß sie eine Höhe m II 1 SO Meter bekam. Als dies fertig mar, fällten wir junge Baumstämme und haben sie als Dach dicht nebeneinander darauf gelegt, woraus wir wieder Rasen abgestochen hatten und die Stämme damit bedeckten, so daß die Bedachung ganz Vicht i urde. lieber das Ganze kam nochmals Erde, so daß das Dach etwa 1 Meter stark wurde. An der einen Wand brachten wir eine Tiir mit einer Glasscheibe an und drei Treppenstufen sichren in de» Wohnraum. Im Innern brachten wir Bretter i it, worauf wir unsere Sachen legen. Zuletzt bauten wir mit : iusiensteinen einen Ofen ein, in dem wir uns unseren Kasse« .lochen und der uns behaglich warm macht. Ihr werdet es hi um glauben, daß wir uns ganz wohnlich eingerichtet haben, Die nötige» Sachen haben wir uns aus dem zerschosienen Bahnhossgebärlde geholt. In diesem Bau Hausen wir nur zu Bieren. Bor Gewehrkugeln, Schrapnells und Granatsplitter sind wir in dieser Zuflucht sicher, vor einem Bolltresser aber nicht, der wurde sie zerschmettern: wir hossen aber, daß uns Gott beschützt nnd die Geschosse ablenkt. Allen dritten Tag u.iisse» wir aus Vorposten ziehen, ungefähr 299 Meter von den Franzose» entfernt. Manchmal geraten wir ganz gehörig zu- samnien in die Haare, aber unser Feind ist feige, vom deutsche» Bajonett will er nichts wissen, vor dem nimmt er Reißaus. Links von uns wird eben schwer gekämpft: wir hauen die Ausgabe, die Rothosen auszuhaltcn, daß sie nicht durchbrechen können. Liebe Herrschaft! Hier herrscht ein namenloses Elend, die ganzen Dörfer find verbrannt und vernichtet. Möge Gott ge- ! u, daß cs bald Friede gibt und Kinder und Kindeskinder ;■ was nicht mehr zu erleben brauchten. Die Franzosen werden nach und nach immer enger zusainineiigediiickt, aber es kostet viel Blut. Hier hat der Winter schon vor ein paar Tagen seinen Aujang genommen, erst hat es stark gefroren, heute schneit cs unaushörlich, so daß wir bald mit Schlitten zu den Franzosen fahren können. Ich will schließen und Euch tausendmal grüßen. In der Hoffnung aus ein gesundes Wiedersehen grüßt Euch Alle Euer Wilhelm. Aus Wcckesheim gehen uns folgende Zeilen vom Kriegsschauplatz mit der Bitte um Beröfsentlichung zu: * Reste, den 26. Rov. 1914. Wir haben schon mehrmals Liebesgaben empfangen. Erhebend ist es, wie Ihr Lieben für eure Soldaten sorgt. Herzlichsten Dank den edlen Spendern! Ich möchte Dich bitten einige Zeilen der „Reuen Tageszeitung" zu überweisen, die davon zeugen sollen, daß wir Soldaten nicht gleichgiltig bleiben bei dem Empfang der Liebesgaben, sondern bestrebt sind, den Spendern unseren Dank zu erstatten. Wilh. Ries aus Gettenau, Unterosfizicr beim 81. Art.-Reg. Bon einem Angestellten unserer Druckerei erhielten wir folgenden Feldbrief: M a r k i r ch, 13. Dez. 1914. Kamps im Bogesenwol»! Wer wird, wenn er die Zeitung verfolgt, nicht schon davon gelesen haben. Wir „Brummer", welch' Kosen-Ramen uns die Insanterie zulcgte, haben auch Teil an der Freude. Jetzt schon m der fünften Woche sind wir in lust'gcr Höhe — nicht aber, > aß Cie meinen, wir wären zur Lustslotte gekommen und würden „in höheren Regionen" mit einem Ein- oder Zweidecker sawebcn im Vogesenwald. Täglich machen wir aus Schusters lappen einen Aufstieg von 3‘/i Stunden, mit Spazicrstock ausgerüstet, wie die französischen Alpenjäger. Schon vom Quor- Uer ab geht es ständig bergauf. Tag und Nacht sind unsere Stellungen beseht und wenn die Herren Franzosen Gelüste bekommen, auch Nachts „Liebespakete" von uns zu wünschen, so iud wir gerne bereit, wir nehmen cs nicht so genau mit der « etlichen Paketschwere, wir übersteigen sic und senden nur 15 Psund-Pakctc. Nur einen Unterschied machen wir, daß, wenn die Franzmänner in freier Stellung sind, blaue Paketchcn (Schrapnell) senden und wenn sie vorziehcn, sich irgend wohin- '.er ju verbergen, ihnen gelbe Pakete (Granaten) schicken. Aber ilenndlich sind die Herren doch, senden wir was hinüber, so I amt nach geraumer Zeit ein Revanche-Paketchen und zwar bi,' jetzt waren cs immer die Eebirgsbattericn, wir nennen sie verzeihen Sie den Ausdruck — „Eselssorzsr", der Kosen» uamen rührt daher: sie bejördern, und zwar sehr schnell ihre leichjo Kanonen vermittelst Eseln. Di- Geschütze sind aus- ci lander zu nehmen und so trügt der eine Esel das Rohr, der oasero die zwei Räder und andere das Gestell. Sie können ns ni rr nichts anhaben, denn unsere Geschütze sind so in Deck- ag, d ß die Bedienung hinter mächtigen Baumstämmen ruhig ' - i Frucrwülung aushält. Des öfteren schon schlugen Ee- . i:> gerade aus unsere Deckung, aber umsonst. Mancher Zi- riiist :> ssrde was drum geben, wenn er einmal sehen dürste, wie . uns im Walde verschanzt haben. Außer den gedeckten ... i M i . •, bo» sind noch andere Gebäulichkeiten ln lust'gcr "''ha. Niuuiiionsrätlmc, Tclesonhäuscr, Uebernachtungs- und - , i.z.'hänser, alles mit viel Schweißtropscn von uns erbaut. . m-' fällen. Stämme schleppen, Drahtziehen usw. usw., alles !>>' machte Arbeit, aber einer für den anderen zur Sicherheit, ging es flott. Kan» kommen, was da will, wir sind bereit zu Neue Tageszeitung. Samstag, den 19. Dezember 1811 jeder Zeit, Tag und Stacht am Geschütz wie am Telefon und kommt Befehl, so ist per Telefon in kürzester Zeit alles verständigt. Immerhin ist der Waldkampf der schrecklichste, d-n es je geben kan», denn man ist vor Ueberruinpelunge» immer gewärtig, hier an der Grenze verwenden die Franzosen Leute, f welche die Gegend jedem Weg kennen und nachts Schleich Patrouille» machen zur Auskundschaftung unserer Stellungen. Der Waldkampf ist, wie unser Eroßherzog schon vor längerer Zeit an seine hohe Gemahlin schrieb, schrecklich Uebrigens, weil ich unseren Landessürsten gerade zitiere, so will ich auch Mitteilen, daß wir Oberhessen unserer Batterie ihm zu seinem Geburtstage (25. November) «in Glückwunschtelegramm sandten. — Bald werden die Weihnachtsglocken läuten, wo „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" gesungen wird, aber dieses Jahr? Frauen ohne Männer, Kinder ohne Väter und Elt-rn ohne Söhne — Tränen der Freude werden Leidenstränen werden. Nichts desto weniger, auf Gott vertraut, der gerechte Sieg wird uns werden und beherzigen wir Vis- marck's Worte: Wir fürchten Gott, sonst nichts auf der Welt!" A. R. Gegen die Indier! Die Familie Heinrich Bunn in Friedberg-Fauerbach erhielt von ihrem Sohn folgenden Feldbrief: La Bassee, 27. Noo. 1914 .... Wie ich Euch schon mitgeteilt habe, bin ich dem Re- gimentsjtab als Ecscchtsordonanz zugctcilt worden, und wie dieser Dienst ist, wird Vater ja wissen, jetzt vor dem Feind ist er noch viel schlimmer und gefährlicher. Sonst geht es mir immer noch ganz gut. Wohl ist der Dienst eben sehr stramm und wird durch schlechte Witterung erschwert. Wenn wir aber gesund bleiben, so wollen wir ja die Heere aushaltcn, bis unsere Feinde ganz niedergerungen sind. Hier habe» wir fast lauter Indier vor uns und der ist ein ganz gefährlicher Gegner. Verschlagen und katzenartig gewandt. Aber Angst haben wir deshalb doch keine vor ihnen und richten wohlgemut unser- Sturmangriffe auf ihre Stellungen. Anfangs dieser Woche haben wir 190 Mann von dieser Gesellschaft gefangen und ungefähr 299 mit dem Gewehrkolben totgeschlagen. Diese Drescharbeit hättet Ihr einmal sehen müssen, wie die Drescher haben wir gearbeitet: klipp — klapp! bei jed-m Schlag ist einer gefallen. Die armen Kerls können ja nichts dafür, daß sie als Feinde vor uns stehen, ober da sie einmal da sind, zeigt uns der Selbsterhaltungstrieb, daß man sie auch als Feinde behand-ln muß. Es ist eine ewige Schande für England, daß es uns solche Völker aus den Hals hetzt. Die englische Gesellschaft geht natürlich nicht selbst vor; wenn wir sie nur einmal vor uns bekämen, dann würden wir ihnen schon den Marsch blasen, den sie angestimmt haben. Sonst weiß ich Euch nichts zu schreiben. Ihr seht also, daß es mir gut geht und ich hoffe auch, daß ich wieder g-sund zu- rückkehrcn darf. Seid vielmals gegrüßt von Eurem “ Phnipp. yoit dem Schlachtfeld. Doch ach, wer Hütte das gedacht, Daß uns die 14 solche schlimme Zeit gebracht. Doch wollen wir glücklich und dankbar sein, Dem bösen Feind gegenüber, steh'n wir nicht allein Denn Gott ist bei uns und bewachet sein Heer, Auch über Oesterreich hält er stets Wehr. Gemeinsam mit Oesterreich wollen wir sein. Eine Macht, ein Mann, ein mächtiges Heer Sei's drüber Tag, sei's heller Sonnenschein, In der Lust, zu Lande, aus stürmischem Meer Wir zogen hinaus tn die stürmische Schlacht, Die wohl schon gar manchem den Tod hat gebracht. Den Tod, selbst den grausamsten, woll'n wir nicht scheu'» Und wenn uns di« Hölle erschiene. Nur des glänzenden Sieges woll'n wir uns freu'n Den wir errungen mit grimmiger Miene. Ein jeder von uns, er ist wohl ein Held, Denn wir fürchten nur Gott, und sonst nichts auf d -i-elt. Doch ach, unsre liebe Weihnachtszeit Steht vor der Tür, fast gar nicht so weit. Aber auch wir Krieger feiern mit Pracht, Die bevorstehende heilige Ehristennacht. Und sei es auch nur im Schützengraben, Empfangen wir freudig unsere Liebesgaben. So denken zum Schluß wir an Euch zurück, Mir wünschen zu Weihnachten Euch Gesundheit nnd G,uck. Feiert ohne uns, und laßt nicht sinken den M>L, Wir draußen befinden uns in Gottes Hut; Auch wir selbst wollen nicht mutlos sein ilnd wollen Euer Stolz für ewig sein. Willi Brandt, Unterofsizicr beim Inf Reg. 188. (versaßt 2 ■ No», im Schützengraben bei Ypern im heftigsten Eranalseuer). Fröhliche Weihnachten! Weihnachrsfest! nicht lange mehr, kehrt's wieder, Am Baum die Lichter brennen wieder wunderbar. Mit Euch so oft gesungen all' die schönen Lieder, Geteilt die Freude mit Euch jedes Jahr. Bier Monde schon, seitdem der Krieg begonnen, Drum denkt an Alle, die in Ost und West, Schon manche Schlacht und manchen Sieg gewonnen. Helft verschönern uns das frohe Weihnachtsfest. Ihr Lieben all', die zu Haus' geblieben, Ihr feiert Weihnacht' unter schön geschmücktem Baum, Ob Weihnacht allen wirklich froh beschieden? Denn mancher ruht — ihr Leben war ein Traum. Da liegt ein Helm aus aufgeworfner Erde, Dort steckt ein Kreuz; darauf ein kurzes Wort, Ein besseres Lob dem Helden man bescherte, Weihnacht ste feiern im Himmel droben fort, x* 3m Weltkrieg alles greifet zu den Klingen, Wir kämpfen hier um Deutschlands Ruhm und Ehr', , Es gilt, den Briten bald zu zwingen, Und wir dann feiern ftohe Wiederkehr, Ob in der Linie, auf Pferden oder an Geschützen, Wir kämpfen gern und halten aus den heiligen Krieg, Gott möge weiter die gerechte Sache schützen, T Und helfen uns zu neuem großem Sieg! Reservist Hch. Dehler, Holzhausen (Oberh.). Futtermittel. Die Verordnungen des Bundcsrats vom 28. Oktober 1914 haben den Zweck, die Versorgung Deutschlands mit Brot dis zur nächsten Ernte unter allen Umständen sicherzustellen. Ties lonn nur erreicht werden, wenn die Verordnungen im ganzen Volke Verständnis sindcn und alle Kreise ihre Lebens- und Wirtschaftsführung dementsprechend cinrichten. Eine kurze Inhaltsangabe dieser Verordnungen nebst einigen Erläuterungen, die wir hier folgen lassen, dürste zweckdienlich sein. Mahlfähiger Roggen und Weizen, auch in geschrotetem Zu stänke, Roggen- und Weizenmehl dürfen nicht ocrsüttert wer- den. Nur Roggcnsüiterung kann ganz ausnahmsweise auf Antrag zugelassen werden. Roggen muß bis zu 72 Prozent, Weizen bis zu 75 Prozent durchgcmahlen werden. Dem Roggenbrot müssen mindestens 5 Prozent Kartofselflockcn, Kartvsfel- walzmehl oder Kartofseljtärkcmchl oder 29 Prozent gequetsch'.e oder geriebene Kartoffeln zugcsetzt werden. Mehr Kartoffeln enthaltendes Brot ist mit „K." bezeichnet. Bei Zusätzen von Flocken usw. über 29 Prozent ist dem „K" die Prozentzahl zu- zusetzen. Weizenbrot muß mindestens 19 Prozent Roggenmrhl enthalten. Die Bundcsratsverordnung hierüber hat im Verkaufsraum zu hängen. Zuwiderhandlungen sind mit Geldstrafe bis zu 1599 Mark bedroht. Für den Großhandel mit inländischem Getreide sind Höchstpreise festgesetzt, die dem Landwirt einen auch für die heutige schwierige Zeit ausreichenden Verdienst lassen. Sie betrage» in Frankfurt a. 9M. für die Tonne Roggen 235 Mark, für die Tonne Weizen 275 Mark, in Mannheim je 1 Mark mehr. Futtcrgcrste muß in hiesiger Gegen» für die Tonne 15 Aiark billiger sein, als Roggen. Der Höchstpreis, den der Müller für Roggen- und Weizenkleis verlangen darf, beträgt 13 Mark für den Doppelzentner. Die Versorgung Deutschlands mit den wichtigsten Nahrungsmitteln bis zur nächsten Ernte ist gesichert, mag sich der Krieg auch noch so lange hinzichen, wenn von vornherein sparsam mit den Vorräten umgegangen wird. Unsere Feinde bauen darauf, daß Deutschland, möge es auch mit den Waffen Erfolge erziele», schließlich doch durch Nahrungsmangel zu einem ungünstigen Frieden gezwungen werden kann. Es ist die heilige vaterländische Pflicht der in der Heimat Zurückgebliebenen, jeder an seiner Stelle und in seiner Weise dazu mitzu- wirkcu, daß diese Hoffnung nicht in Erfüllung gehen, wenn das Brot nicht vergeutet und das Brotgetreide nicht an das Bich versüttert wird. Alljährlich wandern große Mengen Brvtgo treide in die Futtertröge. Werden diese Mengen zur menschlichen Ernährung verwandt und wird mit den Nahrungsmitteln hausgehaltcn, so können wir unbesorgt der Zeit bis zur Einbringung der nächsten Ernte entgegensehen. An Weihnachlsgabkn für -ie Verwundeten sind bisher eingegangen: Frau Cordes: Zigaretten, Schokolade, Aepfel und Gebäck; Herr Karl Ulrich: 199 Mark; Herr Th. Mörschel: 59 Mark; Herr Isidor Stern, Kaufmann: 208 Stuck Zigarren; Kaushaus Schleimer: 29 Mark, 3 Hemden, 4 Unterhosen, 5 Paar Handschuhe, Postkarten, Briefpapier, 1 Dutzend Taschentücher, Armstauchen, 2 Gürtel, 5 Brustwärmer, 5 Geldtäschchen, 5 Halstücher, 6 Paar Strümpse, 6 Ohrenwärmer, ] Geldbeutel, Haarbürstchen, Haarkämmchen, Spiegel, 3 Paar Hosenträger; Ungenannt: 19 Mark; Herr H. Hanstein: 2 Paar Strümpfe, 3 Taschentücher, 1 Sturmhaube, 1 Leibbinde, Gebäck, Herr Feuerbach: Zigarren, Zigaretten, Briefpapier; Herr Keller: 1 Dutzend Bleistifte; Herr Metzger Blum; 19 Paket Tabak; Herr Sattler Gönner: 8 Paar Hosenträger; Frl. Ritzel: 3 .Mark; Frau Eoldschmidt; Nüsse; Tapetenhaus Bechstcin: Zigarren und Briefpapier; M. Pappenheimer: 2 Hemden, 4 Paar Socken, 1 Dutzend Taschentücher, 2 Paar Hosenträger; Herr Metzger Schaas: 2 Koplschützcr, 2 Paar Armstauchen, 3 Paar Fußlappen, 1 Brustschützer, Gebäck und Aepfel; Frau Kreisbauinspektor Witzler: 19 Mark; Frau Witwe Blum: Tabak und Gebäck; Frau Major Soldan: 19 Mark; Herr Georg Ulrich: 19 Mark; Herr Langsdorf: 39 Mark; Herr Adolf Engel: 39 Mark; Herr Rudolf Müller: 29 Mark; Firma Eroedel und Söhne: 5 Taschenmesser, 5 Feuerzllnder, 3 Feldflaschen, 199 St. Zigarren: Ungenannt: 2 Mark; Ungenannt 3 Mark; Herr H. Schweinsberg: 199 Stück Zigarren, 199 Stück Zigaretten und Bücher; Gemeinde Rendel: 56 Pakete Tabak; Herr Hauptleh- rer Philipps: 5 Mark; Frau Seminarlehrer Thierolf: 3 Mk.; Frau Harras: 3 Taschentücher, 1 Paar Strümpfe, Zigaretten und Seife; Herr Ferd. Stern: Nüsse und 19 Volksbücher; Fra» Häberle: 5 Mark; Frau Major Eudewill: 49 Mark; Herr Kreisrat Frhr. Schenck: 29 Mark; Lokomotiv-Personal Friedberg: 49 Mark; Frau Balthasar Schneider: 2 Normalhemdcn, 2 Paar Unterhosen, 3 Paar Handschuhe, 3 Paar Hosenträger, 6 Taschentücher, 199 Stück Zigarren, 199 Stück Zigaretten, 5 Tafeln Schokolade; Frl. Weitz, Dorheim: 1 Korb Konfekt; Frau Cteinhäußer: % Dutzend Taschentücher, 100 Stück Zigarren, Konfekt, Aepfel und Nüsse; Herr Herz Meier: 19 Mark; desgleichen von drei Ungenannten: 29 und 29 und 19 Mk. — 60 Mark; Herr Bindernagel: Briefpapier und verschiedene Gegenstände; in der Weihnachtskasse auf dem Tisch im Geschäftszimmer der Verwaltung sind von den Lieferanten bis jetzt etngcworfen worden: 288 Mark; die Weihnachtsbäumchen \ für die Krankenzimmer werden von dem Oberlehrer im Lehrerseminar Herrn Philipps gestellt. Für alle diese Gaben, sowie für die reichlichen Liebesgaben für die Küchen unserer Lazarette, welche von den Gemeinden des Kreises Friedberg in so reichlichem Maße hier l eingegangen sind, sagen wir den wärmsten Dank. Die Weihnachtsgeschenke werden aus die Zahl der Kranken in allen Krankenabteilungen gleichmäßig verteilt und die Feier in jedem Lokal für sich abgehaltcn, damit auch die schwerverwundeten Kameraden an der Feier teilnehmen kön- ncn.W Reserve.Lazarett, Friedberg. tu. 298 Eifrnbalfner im Frld. Die besonders schwierige und opservolle Tätigkeit der Ge- rnietruppen (Eisenbahner und Pioniere usw.) im Kriege wird recht gut in einem Gedicht geschildert, das dem „Gewerkschafter" (Organ der Gemeinde- und Staatsarbeiter) von einem Leser zuging. Es hcitzt da: Wir brausten dahin durch den ganzen Wald. Alle zusammenschauernd, kalt. Fest cingcwickclt, Schietzeisen bereit, Durch Feld und Morast: keine Zeit, keine Zeit! Ins Flutztal hinunter. Von vier bis fünf Brücken Rur Pfcilergeröll und gähnende Lücken. Defehl: „In fünf Tagen haben neue, zu stehn! Schneid! Leute! Es mutz auch im Regen gehn!" Moniere und Eisenbahner zusammen buchen und schleppen, hämmern und rammen, palten den Regen für Schweitzgetroufel, Sehen aus wie die speckigen Teusel, Hängen am User und liegen im Wasser, Werden beim Regen »ech kälter und nasser. Sprechen nicht viel und lachen nicht Fünf Tage sind kurz, nichts als die Pflicht! Da war kein Gedanke übrig geblieben Für die fern in der Heimat, die fernen Lieben Der einzige Gedanke bei Nacht und Tag: 'Ran an den Feind! Wies kommen mag! Kein Sinn auf ein anderes Ziel gelenkt. Keine Zeit, keine Zeit, cs drängt, cs drängt. Und kreuz und quer durch den grauen Wald Alle zusammen, schauernd kalt. Das Lachen wollte uns längst nicht glücken. Die Brücken, die Brücken und nichts als die Brücken Der Magen leer und die Glieder schwer. Noch einmal zum Schluß alle Kräfte her Da liegt L. F. . . . an dem gleitenden Jlutz, Und neben der „alten" aus einem Eutz, Bon User zu User, die neue Brücke Ein deutscher Weg! Der Weg zum Glücke! Seat Tageszeit»,Samstag, den i». Dezember 1»lck Wie lange danert der Krieg? Pest, Ick. Dez. Vor einiger Zeit sollte bekanntlich Lord Kitchcncr in einer Unterredung mit einem amerikanischen Journalisten die wahrscheinliche Dauer des Krieges auf drei Jahre geschäht haben. Der militärische Mitarbeiter des „Pc- stcr Lyod" beschäftigt sich nun an der Hand der gegenwärtigen Kriegslage mit dieser inzwischen dementierten Acutzerung des englischen Generals und kommt zu dem Schluffe, Latz der Krieg bei weitem nicht so lange dauern werde. Die Entscheidung könne bereits in diesem Monate (?) sallcn. Weiter würden di« Verbündeten nicht Widerstand leisten könne». Der Frost könne zwar das abbröckelnde und verfallende Gefüge des Widerstandes noch zusammenhallen, aber der erste Sonnenstrahl löse alles. Tüm'chendcr Lchciii. Original-Roman von Ludwig B l ii m ck e. (Forl)ehung). Mit dem Alten von drüben, der ihm schon manchen guten Bock abgelauert, halte er eigentlich ganz und gar nichts zu schaffen. Er pflegte ihn, wenn er ihn mal irgendwo traf, gar nicht zu beachten. Dieses, sein bisheriges Verhalten bedauerte er jetzt lebhaft, denn fo'ort wurde der Wunsch iibermächlig in ihm, mit dem bezaubernden Kind anzubändeln Das könnte in der Einsamleit von Heinrichswalde ein netter Zeitvertreib werden. To etwas Eigenartiges fände sich selbst in Berlin. Dresden, Wien, Brüssel oder Paris so leicht nicht wieder. Schon streckte er darum seine Hand verlangend nach dem wvhlgesorm en, bllltenweißen Arm der schonen Maid aus, sie mit einem Scherz sestzuhalten als eine aus seinem Jagdgebiet gefangene Beule. Doch Agnes mochte diese Absicht in den eigentümlich, für sie beängstigend flackernden grauen Augen des großen Mannes gelesen haben, denn sie wich ihm sehr geschickt aus, senkte grüßend ihr goldblondes Köpfchen, um schnell wieder hinter dem dichten Haselgebüsch zu verschwinden. Für ihn hielt es schwer, fich dort hindurch zu arbeiten, be, seinem großen ungesch ckten Körper. Darum war die verlockende Beute weit fort, als er drüben stand. Rur noch den weißen Kleiversaum sah er leuchten und aus seinen bittenden Zuruf, doch nicht vor ihm wie vor einem Waldungeheuer zu flüchten, erhielt er leine Antwort. Das verletzte ihn. Sollte das süße Geschöpf so spröoe sein'? Oder zierte cs sich nur'? „Ach, natürlich, Ziererei, »ichls anderes, ganz ohne Absicht hat sie sich sicherlich nicht verirrt, du wirst sie doch noch sangen. Kennt man, so sind feine Jllnq- serlein!" Agnes war es hinterher recht peinlich, dem Edelmann begegnet zu sein. Zwar hatte sie nicht den Eindruck gewonnen, als ob er ein so furchtbar stolzer, unnahbarer Herr sei, wie man ihn ihr gelegentlich ges.bil- dert, aber sie hätte ihn doch lieber nicht in der Nähe gesehen. Da regte nch so etwas in ihr wie geheime Furcht. Doch das könnte ja nur auf Albernheit beruhen. — 3u Rolands und seiner Tochter nicht geringer Uebcrraschung erschien schon am Tage nach dieser Begegnung im Walde Junker Udo stolz zu Roß aus dem Waldwiesener Ho, ließ sich den Herrschaften melde», begrüßte Agnes, als kennte er sie längst, was ihr recht peinlich war, und zeigte sich auch ihrrm Vater von einer wirklich gewinnenden Liebenswürdigkeit. Ein Paar schöne Müdchenaugen rermochte alles bei diesem Don Juan. — „Herr Nachbar", redete er den Gutsbesitzer an, „Sie sind verwundert, mich zu so ungewöhnlicher Zeit" — es war am trühen Vormittag — „in den Sporen- stiejcln bei siw zu sehen. Aber ich habe einen triftigen Grund, Wollte n.mlich fragen, ob sie gestern Abend, oder die e Nacht einen Zwölfender von ganz bedeutender Größe angeschoffen haben? Ter Hirsch ist in meiner Birkenschonung heute früh verendet. Natürlich will ich ihn nicht behalten, wenn er bei Ihnen den Schuß bekommen hat," „Ich danke Ihnen verbindlichst, Herr v, Schulten- tal, aber ich habe diese Woche noch auf keinen Hirsch geschaffen", erwiderte Roland, sichtlich betrogen von einer so ganz ungewohnten Gesälligkeit seitens dieses sonst so stolzen, ihn nicht achtenden Herrn. „Ah, dann bebaute ich. Ihnen keinen nachbarlichen Dienst erweisen zu dürfen", sprach Udo weiter, redete noch mancherlei über das edle Waidwerk und wußte den allen Herrn, der sonst bei aller Biederkeit und Menschenfreundlichkeit keineswegs leicht zugänglich war, Uber das bisher gegen ihn gehegte Mißtrauen völlig hinweg zu setzen und auch Agnes in der Meinung, ihm sei früher Unrecht geschehen, zu besesligen. Erst gegen Mitiag verlieh er Waldwiese und glaubte sicher sein zu dürsen, daß man ihn bei seinem nächsten Besuch schon mit offenen Armen aufnehmen würde. Die Menschen zu nehmen, wie es ihm in seinen Kram paßte und wie sie selber es wünschten, ach, das verstand er meisterlich. Schon nach wenigen Tagen fand er abermals einen Vorwand, sich in Waldwiese einzufinden: Er hielt es für nötig, über einen Taglöhner, der früher hier im Dienst gestanden, und sich nun aus dem Schloß vermieten wollte, Erkundigungen einzuziehen. Da er sich fast den ganzen Tag in der Nähe der Grenze aujhielt, so fiel es ihm auch nicht schwer, Agnes öfter, wenn sie allein ausging, zu überraschen. Doch ihr Herz schien einen Panzer zu besitzen, denn sie begegnete ihm nach wie vor zwar recht nett, aber doch auch von geflissentlicher Zurückhaltung. Das brachte den liebedllrstenden Mädchcnjäger schier zur Verzweiflung, und schon regle sich der Argwohn in seinem begehrenden Herzen, ein anderer sei ihm zuvor gekommen, das schöne Kind habe längst e:nen heimlichen Schatz. Daß der Volontär Rudorp dieser Glückliche sein könnte, ließ er sich allerdings nicht träumen. Seile ». Erwin Rudorp seinerseits wußte noch nichts davon- daß der ihm so verhaßte Junker, von dem ihm der Aufenthalt in Heinrichswalde in gemeinster Weise vcr leidet wurde, sein verborgenes Stückchen Paradies entdeckt halt« und ihm ein nicht zu unterschätzender N bei, buhler geworden war. Volle 14 Tage durste er den, geliebten Mädchen nämlich nicht in die Augen schauen, da ihn wichtige Arbeiten in der arg vernachlässigten Rechnungssühning, die ihm nun ebenfalls übertragen worden, bis tief in die Nacht nach getanem Taae.oe-l an's Zimmer seffelten. Oh, diese langweilige Br ui - tigung, dieser elende Zahlenkram, wie ihn der anwidertr' tForlievunp Ivlai.i Evangriisckir Gemeinde. Kirchlscke An-,einen 4. Sonntag im Advent, 20. September. Gottesdienst in »er Etadtkirch«. Vormittags 9>i Uhr: Herr Pfarrer Klcbcrgc, Abends 8K Uhr: Herr Pfarrer Ritter. In der Weihnacht»- und Rcujahrswochc finden keine bc. fr »deren Kriegsandachtcn statt. Gottesdienst in der Burgkirchc. Vorm. 11 Uhr" Kindergottesdienft: Herr Psr. Rit'er. Nachm. 5K Uhr: Fällt aus. Gottesdienst ,m Stadtteil Fauerbach. Vormittags 10 Uhr: Herr Pfarrer Za hm an n Kaiboliicki, tv,i„ 4. Sonntag im Advent, 20. Dezember Bcichtgclcgcnheit am Samstag nachm, von 4 Uhr au und Sonntags früh von y,6 Uhr an, VJ Uhr: Frühmesse. 8 Uhr: Singmcffe ohne Predigt. Gemeinsame hl. Kommunion der Frauen. >410 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2>i Uhr: Salramentalische Lruderschafrkandocht, darnach Versammlung des Vereins christlicher Mutter. Rach dem Hochamt: Ausgabe von Büchern aus der Vorro mäusbücherci. Während der Woche: Mittwoch Abend 8 Uhr: Kriegs andacht. Süchertisch. Nachtrag zu »eu Kriegsgesetzen vom 4 . August 1914. Ent haltend die seit dem 19. August bis Ende Oktober 1914 erkaffc- iie» Beaknntmachungcn des Bundesrats, bctrcssend: Zahlungsverbote, Vorratserhcbung, Ausländische Untcrnchmungen, Wechsel- und Cchecksristen, Höchstpreise usw. usw. Textausgade mit Einleitung. Kernworten, erläuternden Anmerkungen und ausiührlichem Sachregister, hcrausgegebcn von Geh. Justizrat Univ.-Profeffor Dr. Karl Earcis. Verlag von Emil Roth in Gictzen. Preis geheftet 40 Psg. — Vorzügliche Ausstattung und billiger Preis haben die Eareis'sch« Sammlung deutscher Reichsgesetze, welche die einzige ist, in der man alle deutsche» Reichsgesetze in gut kommentierter Teztausgabe findet, in der Juristenwelt und beim Publikum -ingeführt. Auch die hier genannten neuen, jetzt durch die Kricgszeit für einen grotzc» Teil unserer Leser wichtigen Gesetze mögen in dieser Ausgabe bestens empfohlen fein. Weihnachtsgrütze und Rcujahrswünsche für unsere Krieger. Ein Wort der Aufmunterung und des Dankes sollte jeder z» Weihnachten und Neujahr seinen Angehörigen ins Feld schicken. Hierzu werden als wertvollste Publikation die „Weihnachls giützc" und „Neujahrswünschc", Gedichte von Walter Bloem d. I. — einem Sohn des durch seine Kriegsroiuan- weithin bekannten Schriftstellers Dr. Walter Bloem — Liebe und Anklang finden. Wir freue» uns über die trefflichen Ge dichte, die neben Worten der Aufmunterung auch den heistku Dank der Heimat zum Ausdruck bringen. Solche Worte sind auch nur zu berechtigt: Nicht genug können wir des Lobes und Dankes voll fein über unsere Truppen, die uns die Schrecken und Greuel des Krieges vo» unserem lieben Hcimallande fern hieltrn. Die Gedichte, die als zweifarbige Postkarten der Bei lag für Volkskunst. Rich. «cutel. Stuttgart, herausbrachtc, wurden von Emil Schlegel mit sinnigen Illustrationen um gcbcn. ___ Dr. Centner's vorzügliches Seif enpul ver garantiert ohne schädliche Bestand teile und von großer Wasch- kraft. Deutsches Erzeugnis. 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Die Barauszahlung der Einlagezinsen sür 1914 etiolßt vom id. Lezemt-rv 1914 bis 31. Januar 1915. Die dis dahin noch nicht erhobenen Zinsen werden dem Kapital zunejchrieoen und vom 1. Januar ab wetterverzinst. reim L». 29. uns 3t. Dezeniber bleibt die Kasse g e s ch l 0 ss e n. Friedberg, den 12. Dez. 1914. Der Direktor: Georg Hieronimus. y *iamisaBamm£r r ^xte.imts)?i3F2i&BBams£^Ä.' j 5 Prozent Rabatt von heute ab his einsclil. 31. fc&e/.. 1914 |j gewähren wir auf alle Holz- nä Polslcrmcbef. Besichtigung unserer Ausstellungsräume erbeten. Erstklassige Fabrikate. Billige Preise. Eigene Fabrikation. Minzeaberger Möbelfabrik Friedberg i. II. Woliengasse I gegenüber Hotel Trapp. DierÜLtcmtuig.Dnd-Homburgv.d.H. Fabrikation aller Sorten Haushaltungs- Kmi- II. Schmierjkitnl, Sfitriipultirr Spezialität: direkter Versand getrockneter und trocken gewogener beiter ftetnjeijen. Salmia! terpentinfrernjeife, Toiictteuscife. 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Telefon 459. «t. 198 Zwangsenteignungsverfahren. Berlin. 17. Dez. (W. B. Aintlich.) Der Bundesrat »estaltete heute durch eine Verordnung das Zwangsversah- rcn zur Uebcrnahmc von Gegenständen, für die Höchstpreise festgesetzt sind, wesentlich wirksamer. Das Zwangsverfahren wird von der zuständigen Behörde dadurch cingcleitet. daß sie an den Besitzer eine Aufforderung erläßt, in der der Antragsteller und die ilinftände bezeichnet werden, un'er denen er die Gegenstände übernehmen will. Kommt eine Verständigung nicht zu Stande, so ordnet die Behörde nach Prüfung etwaiger Einwendungen die Ucberlassung der Gegenstände an. Damit der Besitzer nicht die Möglichkeit hat. über die Gegenstände in der Zwischenzeit anderweitig zu verfügen, kommt die Aufforderung der Behörde in ihrer Wirkung einer Beschlagnahme gleich. Rcchtsgcschöstliche Verfügungen über die beschlagnahmten Gegenstände, sowie Verfügungen, die im Wege der Zwangsvollstreckung oder Arrestvoll,iebung erfolgen, sind nichtig. Entziehung aus der Verstrickung wird unter Strafe gestellt. Auch gemein- nübige Organisationen erhalten das Recht, derartige Auf- forderungcn zu erlassen, die auf die Dauer einer Woche die- selbe Wirkung haben, wie die behördliche Aufforderung, zu weiterer Geltung aber der Bestätigung durch die Behörde bedürfen. Wen, die Anordnung zugegangen ist, der ist verpflichtet, die Gegenstände, deren Enteignung ausgesprochen worden ist. bis zum Ablauf der behördlich festzuiekenden Zrist zu verwahren. Für die Verwahrung kann ihm eine Vergütung gewährt weiden. Weiter ist in der Verordnung noch dos Zwangsverfahren fiir ungcdroschencs Getreide geregelt. Hunde als Kelfer. Das Nauinburgcr Jäoe "-'aillon ersucht, wie der Mitarbeiter der .Deutschen Tageszeitung" in Halle draht.-t, zum wirksamen Schutz seiner Posten, die im Felde durch die Gewandtheit der farbigen Hilsstruppen unse-cr Feinde im Autchlcichcn häufig Uebersällcn ansgefctzt sind, um Zuführung geeigneter wachsamer Hunde. faljriirfiörrniiifjipng zu Iilgtndmhr-AebuMN. Zur Förderung der uirter Leitung der Heeresverwaltung eingerichteten niilitärischen Vorbereitung der männlichen Jugend im Alter von mehr als 16 Jahren treten mit scfortigcr Gültigkeit die n.rchstehcnden Tarifbestimmungen ii' Kraft: Kahrpreiscrmäßigiiiln im Jutereffe der militärischen Vorbe- rcituug drr Jugend. 1. Zum Zweck der uütitärische« Vorbereitung der männlichen Jugend werden für die Dauer des gegenwärtigen Krieges die Angehörigen der unter Leitung der Heeresverwaltung eingerichteten Jugcndkompagnien im Alter von wehr alS 16 Jahren sowie ihre Leiter und Führer cinschließ- lüi) der Bezirkslcitcr (Vertrauensmänner) behufs Teil- nahnie an den gemeinfchastlichen militärijchen Uebunzen im Gelände aus allen deutschen Staatseifenbahnen, den Reichs- ciscnbahncn und einer Reihe von Privatbahnen, in der 3. Klasse der Personcnzüge — in Berlin und Hamburg- Altona auch der Stadt-, Ring- und Vorortzüge — zum Militärfahrprcis befördert. Die Mindesttcilnehmcrzahl muß 10 Personen betrage». 2. Die Abfertigung erfolgt mit Befördcrungsschcin, der aus Grund eines schriftlichen Antrag? für einfache oder für Hin- und Rückfahrt ausgestellt imd bei Bcendigimg der Fahrt abgenommen wird. 3. Dem Antrag ist eine Bescheinigung des Leiters der llrbung darüber beizufügen. a) wieviel Aufsichtspersonen (einschließlich Helfer) und toievicl Jungmannen an der Uebung teilnchmcn, b) daß die Jungmannen zur Teilnahme an der Hebung berechtigt sind und solckre unter 16 Jahren sich darmrtcr nicht befinden. Die Bescheinigungen müssen mit dem Stempel oder Siegel des Generalkomnüssariats zur militärischen Vorbe- rcitung der Jugend oder der Ortsbehörde versehen sein. 4. Der Antrag ist bei der Abgangsstation unter Angabe des Rciscwges und -Zieles, der zu benutzenden Züge und der Teilnehmerzahl möglichst frühzeitig, spätestens aber 1 Stunde vorher, bei 100 bis 200 Teilnehmern jedoch 2 Tage und bei mehr als 200 Teilnehmern 5 Tage vorher zu stellen. 5) Zur Aufstellung der Anträge und Bescheinigungen dienen die vom Generalkominissariat zirr militärischen Vorbereitung der Jugend zu beschaffenden Vordrucke, denen auf der Rückseite die vorstehenden Bestimmungen aufgedruckt sind. Zu den Besördcrungsicheinen sind die bei den Fahr- tärteuanSgaben vorrätigen Besarderungsschcine für Sckrul- schrien und Fahrten im Interesse der Jugendpflege (Deut- fcl-er Eisenbahn-'Personen- und Gepäcktarif Teil 1 § 12 E IV und VII zu verwenden. — Hindcnbnrg's Rede. txi der Huldigung, die den, Eencralseldmarschall v. £i»-- tcnourfl am Tage der Siegesnachricht in seinem Hauptquartier dargebracht wurde, hielt er mit markiger, doch tief bewegter Stimme die folgende kurze Ansprache: \a» danke Euch, daß Ihr hierher gekommen seid. Es spricht daraus der Deist, den wir in dtesc» ernsten Zetten ganz besonders haben mühen, der Treue zu Kaiser und Reich, und es wird uns immer gut gehen, wenn wrr dielen Deist besitzen. Run singt noch einen Vers und dann geht nach Hause, denn ich habe noch mehr zu tun. Brausende Hurrarufe waren di« Antwort aus diese Worte. Ta geszei tung. Samstag, des 1». Dezember 1914. Ans der Heimat. Fricdbrrq, 19. De». Der EinzahlungSkurs für Postan- Weisungen nach den Ländern der Frankenwährung beträgt Mk. 88. gleich 100 Fr., nach Dänemark, Norwegen »nd ^.cbwrdcn, Mk. 115.— gleich 100 Kronen, nach den Vereinigten Staaten von Amerika Mk. 554.— gleich 100 Dollar. Ober.Rosbach, lg. Tcz. Morgen Sonntag Abend von 7 Uhr ab wird im „Waldfchlößchcn" ein Vaterländischer Abend z» Gunsten des Roten Kreuzes »nd unserer im Felde siebenden Soldaten veranstaltet. Zwei vaterländische Schaufpiele betitelt „Aus großer Zeit", das uns in die Zeit des Befreiungskampfes bineinvcrfetzt und „Waffenbrüder", lvclches eine Episode aus dem schlcSwig.holstcin'schen Krieg t>on 1864 uns vor Augen führte, werden durch hiesige jrmge Mädchen und Burschen zur Ausführung gelangen. Neben gesanglichen Darbietungen komnren verschiedene vaterländische Gedichte zum Vortrag, und wird auch der unter dem Tichternamen Armin Kraft unfern Lesern bekannte verwundete Kamerad, zur Zeit im Friedbeiger Lazarett, niit einigen seiner sclbstverfaßten Erzeugnissen die Veranstaltung unterstützen, so dnß sowohl bezüglich der Reichbaltig- keit des Programms, als auch in anbeteo.ckit de? guten Zwecks der Sache auf eine reibt zahlreiche Beteiligung gerechnet werden darf, daniit die aufgcwendcte Müde »nd Arbeit durch einen recht schönen Erfolg belohnt werden möge. Hrsskn.Rosiau. * ! Usingen. 17. Dez, Unser Herr Landrat Vacmeist.-r, Oberleutnant der Reserve im Infanterie Regiment 145, itt zum mertenmale verwundet worden und zwar durch einen Muskel- schuß am rechten Arm. Er befindet sich zur Zeit in seiner Hei- JsenburgerLCo. Pferdehandlung, Friedberg Telefon 8. _............. war die ganze Bahnlinie in den Händen der Engländer. Die Eingeborenenstadt Bare ergab sick> Fünf Lokomotiven, eine große Anzahl von Eisenbahnwagen »nd zwei Flugzeuge sielen den Engländern in die Händc. Am 0. Dezcnr- bcr wurde ein englischer Leutnant schwer verwundet. An der Ostbabn wurde am 26. November eine französische Kund- lck-aftcrabteilung angegriffen. Sie verlor zivei Lsil-.'erc und 29 Eingeborene an Toten, ein Unteroffizier crlrg sei- ncn Wunden. 15 Eingeborene wurden verwundet. An d:r nigeiischen Grenze fanden nur kleinere Scharinützel statt, in denen ein englischer Offizier schwer verwundet wurde. Es gelang den Deutschen nicht, über die Grenze vorzndrin- gen. In Nvrdkamcrnn streß eine englische Truvve aus eine winschaft passende billig abzugeben. »il Mi Ulf ssimt im «? Fass-Schützer wasserdicht, Einlegsohlen, Militär- Dlenslstiefel, Marsül zum Wassertüchlmachen der Stiefel, wanne und leicht enterzuäringende Pantoffel Vorrätig im iS Weckerling Friedberg, dem Amtsgericht gegenüber Taschenlampen Batterien in grösster Auswahl Taschenwärmeöfchen Bayer. Sackmesser bei A. Baltin-Oppenheimer Fricdberg I. H. llsirr hauen einige für Land- Seite 9 mar Rcuwieb. hofft indessen tu ungefähr 4 Wochen wieder sich an die Front begeben zu tonnen. * jr. Eschdach. 17. Dez. Bet einem von dem Ausschuß für Kriegsfürsorge dahier vorgenommenen Umtausch von Gold gegen Papiergeld zu Dunsten der Rcichsbank würben bisher 4,560 Mark umgcsetzt. Es ist, „ach verschiedenen Feststellungen, noch viel Gold im Kreise, deshalb: Debet dem Vaterland, was des Vaterlandes ist! Hie Ehristbelchrrnng der hiesige» Kleinkinberschulc wirb am Sonntag, de» 7«. Dezember, nachmittags VA Uhr in der Fcsthallc der Augustiner schule stattsinden. Eingang vom Schützenrain. — Erwo-l-sme zahlen 30 Psg,, Kinder 15 P,g. Eintrittsgeld. Frankiuner Wetterbericht Vomüegend bewölkt, zeitweise Niederschläge, zei!:: .tig «»■eftlidrc Winde. Berontwortlich für den polititchen und lokalen Teil: Otto L i r t che I. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch i d l. Friedberg. Truck rnrd Verlag der „Neuen Tageszeitung" A. G.. Friedberg r. H. Äktitii-MWliMeriii. Wegen des Kampagneschlusses und der dadurch bedingten Lohnabrechnungen mit den Arbeitern bleibt unsere Kasse für Riiben- zahlungen in der Zeit vom 21.—25. ds. Mts. | geschl o ssen. Tuchlig« Jiiiintcrorlfllrn und ein gesucht. Jca» JVütlev, AimmrrmUr. Friedderg. kismarckslraße. Ein Junge, der seine lliährige kausmannische! Irhczeit dis aus 2 Monate vol I lendet hat und durch den Krieg ausdruch um leine Stelle kam. i !»cht anderweitige Anstellung. Rohere» in der Expedition der Reuen Tageszeitung. Achtung! Bettfever» werden gereinigt und desinfiziert, Frim/, Desinfellor. Friedberg i.H.. 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