7. Iailrynna- Unmmer 296 Donnerstag, den 17. Dezember 1914. ue Taaesieilur ------ M ;**" **'" *"* «•»"“ ..S" s--n°°^, nWprri.: ■«« den Poi.mn.cU.cn ...rH.. H -^füsi-naaoit ^vb-,. l umy Tn *"» worws ®f«n#'«K 20 Pfg. lokal- 15 Ptg, Sin,eigen von aurwän, werde,, durch «otno Nimmt _____ 08 1 "^'»der^ Sdinflleitnno »ad vorlaq Tnettberq |y>e.|cnl. "anoner Ir.tze 12. Fem-precher 4". P-itfcheck-C-nI» «r. 4SÖ9. «ml Seanllutt «. ■ '. Der deutsche Generalstaü — _= meldet: =1! W. T. B. «trotze» Hauptquartier, de» 16. Te;ember, vormittag». Amtlich. Im Westen versuchte der Gegner erneut einen Vorstoß über Nieuport, der durch das Feuer seiner Schisse von See her unterstützt wurde. Das Feuer blieb gänzlich wirkungs- los. Der Angriss wurde abgewiesen. 450 Franzosen wur- den gefangen genommen. Aus der übrigen Front ist »nr die Erstürmung einer vom Feind seit vorgestern zäh gehaltene Höhe westlich Senn- heim erwähnenswert. Von der oslprcußischcn Grenze ist nichts neues zu mel- den. In Nordpolcn verlause» unsere Angrisssbewegunge» normal. Es wurden mehrere starke Stützpunkte des Feindes genoiuinen und dabei etwa 3000 Gefangene gemacht und 4 Maschinengewehre erbeutet. I» Südpolen gewannen unsere dort im Verein mit den Verbündeten tämpsendeu Truppen Boden. Oberste Heeresleitung. Pie rulfitdir Wulm geliheitttl. Berlin, 16. Tez. (W. B. Nichtamtlich.) Tie „Norddeutsche AUgenieine Zeitung" erfährt aus Bukarest: Der Kriegsberichterstatter der „Nowoze Wremja" nieldet aus Russisch-Polen, wie der „Universal" aus Petersburg ersähet, daß die russisckfe Lssensive vollkommen gelckfeitert sei. Die russischen Truppen besinden sich in einer äußerst kritischen Lage. Ties ist der ungeheuren ffludit und Stoßkraft der Hindcnburg-Offensivc zuzuschreiben. Die Verpflegung und Verproviantierung der russischen Truppen stößt auf beinahe unüberwindliche Schwierigkeiten, da die Truppen von den Deutschen östlich und westlich bedroht werden. Nur eine verzweifelte, ungeahnt starke Anstrengung oder der vollständige allgemeine Rückzug kann die Russen aus dieser Lage retten. Aus jeden Fall aber wird es sehr große Opfer fordern. Diese Meldung des russischen Blattes, die der Zensur vor dem Erscheinen nicht vorgelegt worden war, hat in Petersburg die verzweifelte Stimmung noch vergrößert. Die „Nowoje Wremja" wurde auf Anordnung des Gouver- iikurS polizeilich beschlagnahmt. Deutsche Erfolge. Amsterdam, 16. Tez. Ter Korrespondent des „Han- delsblad" an der belgischen Front meldet: Es ist wieder libendiger geworden an der Schlachtlinie. Die Deutsckx!» haben mit großer Anstrengung und großen Verlusten die verlorenen Stellungen nördlich von ?)pern wieder zurück- erobert. Es war ein Angriff mit Artillerie und Infanterie. Zu gleicher Zeit hörte ma» Artillcrieangriffe in der Ferne. Es scheint, daß dies bei Arras gewesen ist. Bei dem Kampfe an der ;)(er fielen einige Granaten in Furnes. Die Kämpfe in Kamerun. Paris, 16. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Ter Kolonial- nunister seht im „Petit Parisien" die Lage am Kongo und s» Kamerun auseinander. Danach operieren dort gleichzeitig drei starke Kolonnen. Die erste, aus französischen und englischen Truppen bestehend, unter dem Besehl des englischen Generals Dobell, operierte längs der Küste und nahm Duala, Victoria und die Funkenstation Kamina im Togo ein. Die zweite Kolonne hatte das durch den Kongo- vertrag abgetretene Gebiet wieder zu erobern und dab.-i heftige Kämpfe zu bestehen, wurde aber voii den belgischen Truppen wirksam unterstützt. Tie dritte Kolonne, englische und französische Truppen unter dem General Largeau. hat Kusseri eingenommen. Tie Verbündeten errangen die bis- berigen Erfolge über die Deutschen erst nach schwerem Kampf. Wie „Emden" nntergiug. London, 16. Tez. (W. B. Nichtamtlich.) Ein Offizier des englischen Kreuzers „Sydney" schildert in einein Brief den Kampf mit der „Emden" und die darauf folgende Fahrt nach Colombo: Er schreibt: Als Kapitän Müller in Eoloni- bo das Schiff verließ, kam er auch zu mir auf das Achter- deck, dankte für die Rettung der Verwundeten, schüttelte niir die Hand und salutierte. Ich glaube, er und die Mann- schast haben sich nach ihrer Ankunft iu Eoloiiibo geweigert, Ehrenwort zu geben. Tie „Sydney" glich mehr ein.-:,, Hospitalschiff, als einem Kriegsschiff. Auch der Prinz von Hohenzollern war ein »etter Mensch. Kurz, wir stimmten darin überein, daß es zwar unsere Pflicht sei. einander im schädlich zu machen, wir es jedoch ohiic Groll taten. Berlin, 16. Dez. cr Schaden angerichtct worden. Der Gasometer brennt. Tie Beschießung der Festung West-Hartlepool begann zwischen 8 und 0 Uhr früh. In Srarborough sind zwei Kirck>en beschädigt und mehrere Dächer eingestürzt. In Whitby soll die historische Abtei teilweise zerstört sein. Die Bevölkerung flieht in das Innere des Landes. 59 Lchiiffe gegen Scarborough. Drei deutsche Kreuzer vor Hartlepool. (W. T. B.) London, 16. Dez. Meldung des Reuterschen Bureaus: Nach weiteren Nachrichten über die Beschießung von Scar- borough war das Wetter nebelig, als die Beschießung begann. Viele Frauen und Kinder eilte» in Nachtkleidern auf die Straßen. Es verlautet, daß fünfzig Schüsse abgegeben wurden. Aus Hüll wird berichtet, daß die Behörden von Scarborough in früher Stunde die Nachricht von deni geplanten Angriff auf die Küste empfingen. Die Verteidigung wurde sorgfältig vorbereitet. Alle Einheiten, Artillerie und Infanterie, befanden sich auf dem Posten. „Evening Chronicle" in Ncw-Eastle meldet: Man glaubt daß drei deutsche Kreuzer an der Beschießung von Hartlepool tcilnahmcn. Kaum hatten sie das Feuer eröffnet, als sie von vier englischen Zerstörern angegriffen wurden. Mtimpi in t knMkn g'ollilrn. London, 16. Tez. (. T. 53.) Die Admiralität teilt mit: Eine wichtige deutsch« Flottenbewegung fand heute früh in der Nordsee statt. Scarborough und Hartlepool wurden beschossen. Unsere Flottillen sind an verschiedenen Punkten in Kämpfe verwickelt. Tie Aktion wird fortgesetzt. Whitbii Diirif) Mi firrujtr bkschchli. London, 16. Tez. (W. T. B.) Ei» Lokomotivführer berichtet, daß er gesehen habe, wie in Scarborough drei Schornsteine zertrümmert wurden. Aus Whitby wird genieldet, daß zwei Kreuzer den Ort stark beschossen, die Signalstation und eine Anzahl Häuser zerstörten. Tic historische Abtei wurde zum Teil zerstört. Eine Perlon wurde getötet. Die Kreuzer entfernten sich fpater in nordöstlicher Richtung. . --=- ■.. t Der österreichische Generalstab L - meldet: Wien, 16. Dez. Amtlich wird verlautbart: In Galizien und in Eüdpolen wird der zurückgehende Feind aus der ganzen Front verfolgt. Bei Lisko, Krosno, Zasko und im Biallatal leisten starke russische Kräfte Widerstand. Zm Du- najetztal drangen unsere Truppen kämpsend bis Zakliezqn vor. Auch Bochnia ist wieder von uns genommen. 2» Eüdpolen mutzten die feindlichen Nachhuten überall nach kurzem Kamps vor den Verbündeten weichen. Zn den Karpathen haben die Rüsten die Vorrückung aus das Lataraza-Tal noch nicht aufge- geben Zm oberen Tal der Hadwarnaer Bystrzen wurde em Angriss des Feindes zurückgewiesen. Die Besatzung von Prze- mysl unternahm einen neuerlichen Ausfall, bei dem sich ungarische Landwehr durch Erstürmung eines Stützpunktes mit Drahthindernisten auszeichnete. Wie gewöhnlich wurden Gesungene und erbeutete Maschinengewehre in die Festung ne- brach». Der Stellvertreter des Chefs des Generalslab,: v. Höfe», Generalmajor. riiißiche Kiidiiuj) aus Df« Karpalht«. Budapest, 16. Dez. Die Situation in den Karpaih. c zeigte in den letzten zlvei Tagen nur wenig Veränderung. Im Bercger Komitat stehen zwei russische Truppenabtci imgcn bei Zanika und Verzersallas. In, Martine r Komitat halten die Russen die Höhen zwischen Ma.b'.mo und Repenye besetzt, während unsere Teruppen über den Russen befestigte Positionen bezogen haben, wodurch d e'e, von unserer Artillerie bedrängt, zum langsamc.i Rückzug gczivungrn sind. Bei den Jajdankaer Kämpfen, Iva e Nachhut den Rückzug der rufsiscksm Truppen deckle, b- sich besonders die polnisckie» Legionäre ausgezeichnet, d - V Russen im Sturmangriff zwei Geschütze entriss -, siclcks des großen Aufgebots »nserec Truppen ist die völkerung bedeutend ruhiger als gelegentlich de, c •< russischen Einbruches. Nur sehr wenige Leute haben Wohnort verlassen. |üif die Bnflrn iu brr Moniina haiile». Budapest, 16. Dez. I» den von den Russen besetzten Teilen der Bukowina wird eifrig und mitunter gewaltsam in orthodoxer Proselytenmacherei gearbeitet. In Czec io- witz und in anderen größeren Gemeinden sind orthodoxe Geistlick)« eingetroffen. In den Kirchen werden die Messen statt wie bisher in rumänischer in slawischer Sprache gelesen. Ganz besonders grausam und roh werden überall die Rumänen und Juden behandelt, denen Vieh und Lebensmittel weggenommen wird. Die Lage in Galizien. Mailand, 16. Dez. Nach einer Meldung des „Sf.olo* aus Petersburg geht in Galizien eine starke österrcichisckv ungarische Konterossensive vom Nordabhang der Karpathen in der Gegend von Dolina südlich vom Flusse Stryi aus. Die Kämpfe südlich von Krakau dauern an. j --------------- Das türkische Hauptquartier meldet : — —r— - Konstantinopel, 16. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Mitteilung des Hauptquartiers. Eine russische Kavalleric- brigade, verstärkt durch ein Bataillon Infanterie, gcisf am 13. Dezember ein von unsereni rechten Flügel entsandtes Detachement in einer wichtigen Stellung an, ist aber znrück- geworsen worden. An der Grenze des Wilajets Wan ergriffen unsere Truppen die Offensive. Bei Sarai griffen scc einige feindliche Stützpunkte an, die im Sturm genommen ivurden. Eine unserer Abteilungen in Aserbeidschan ist in Richtung auf Selnias (Diliman) in Persien vorgcgangen. Bei Scl- doS, ani südlichen User des Urmia-Sees, schlug die türkcsck>e und persische Kavallerie ein Kosakenregiment, welches 40 Tote und viele Verwundete verlor. Ter Feind wurde aus Uimia verfolgt. Ein russisches Tanipfboot und die in Ur- mia sich bcsindlickien Munitionsvorräte wurden genonnnen und zerstört. Einzelheiten folgen. Die persischen Stämme kämpsen Schulter an Schulter mit uns mit Begeisterung gegen den Jahrhunderte alten Feind: wir wissen von heldenhaften Taten aus diesem Kampf. Konstantinopel, 16. Dez. (W. B- Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Tie Kämpfe, die seit einiger Zeit an der Ostküste des Wilajets Wan andauerten, haben zu unseren Gunsten geendet. Die Stellung bei Sarai, die von dem Feinde erbittert verteidigt wurde, ist nach einer umfassenden Bewegung unserer Truppen in unsere Hände gefallen. Ter Feind zog sich in der Richtung auf Kotur zurück, verfolgt von unserer Kavallerie. Unsere Truppen sind in Sa'K eingczogen. — Ein englischer Kreuzer hat vergebens einen unserer Wachtürme zwischen Jaffa und Gaza beschalson. Ter russische Kreuzer „Askold" hat zwei kleine Schisse vor Beirut in Grund gebohrt. — Ter Verlust des alten Kascr- nenschisscs „Messudije" ist nach einer endgültigen Untersuchung entweder der Berührung mit einer abgetriebenen Mine oder einem gegen dieses Schiss oclchleuderten Torpedo zuzuschreibcn. ftt. 296 »tut Tag«»i«U,n-. Dounorstag.d«, 17. Deze^erfU» Di« persischen Kurden für die Xiirleit. Konstanttno- yel, 16. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Wie die Abendblätter melden, ist der persische Kurdensührcr Jlhani, den die Rüsten seit langem zu gewinnen trachten, nach dem Einzug der Tür- len in Saadschpulak mit seinem ganzen Stamme, ungefähr tvOvo Mann, zu der osmanischcn Armee übergegangen, um liegen die Russen zu kämpsen. Der heilige Krieg. Berlin, 16. Dez. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Konstantinopcl: Der Scheich von Gho- fal, desien Gebiet sich südlich von Bagdad bis zum Persischen Golf erstreckt und desien Unterstützung die Engländer erkauft haben, ist, wie verlautet, von seinen Brüdern ermordet worden. 40 000 Krieger, über die er verfügte, haben jetzt den Engländern den Krieg erklärt. In Tarsur, im südlichen Sudan, hat die Bevölkerung de» Kamps gegen di« Engländer ausgenommen. Für den Erfolg der Türken. Konstant in opel, 16. Dez. i n o p e l, 16. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Meldung der ügence Ottomane. Das alte Linienschiff „Meffudije" ist auf einem Ankerplatz infolge eines Lecks gesunken. Ein Teil des Schiffes befindet sich noch an der Oberfläche des Masters. Die anze Mannschaft konnte das Schiff verlasien. Ein Sultanat Aegypten. Athen, 15. Dez. Nach zuoer- läsiigen Meldungen steht wahrscheinlich die Erhebung Aegyptens zum unabhängigen Sultanat mit Einschluß des Sudan nter Hustein Kamel uumittclbar bevor. Die Thronfolge wird oanach in der Familie des neuen Sultans, ivelcher den Titel Lauteste führen wird, erblich. Das Sultanat wird unter dem Protektorat Grosibritannicns stehen, desien Gesandter in Kairo gleichzeitig das Ministerium des Aeutzern leiten wird. Schwierigkeiten bietet noch die Frage, ob der Sultan auch geistliches Oberhaupt wird. Es wird für wahrscheinlich gehalten, daß der Emir von Mekka dieses Amt überninimt. Das bisherige Ka- jinctt wird seine Demission einreichen, aber sofort wieder cr- lannt werden. Zlkriklriiiig dtr Sdjwfi{fr NtnlrnliM. Bern, 16. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Amtlich wird ,«meldet: Die „Frankfurter Zeitung" lammt in ihrer Slum ucr S47, Erstes Morgenblatt, auf die behauptete Verletzung der Neutralität der Schweiz durch den britische»'Gesandten Grant Duff zurück. Die Darstellung der genannten Zeitung fugt aus einet» nicht für die Prcsie geschriebenen Brief des Oberstleutnants Edwin Emerson, des Kriegslorrejpondentcn der „Rew- >ork World": Der genannte Korrespondent versichert, dag alle IZehauptungen seines Briefes auf Tatsachen bassieien und das) er bereit sei, die Wahrheit seiner Behauptungen unter Eid zu bezeugen. — Das politische Departement stellt demgegenüber st: 1) daß der englische Gesandte niemals das Ansinnen an e» Bundesrat stellte, daß französische oder englische sunkcn- wlegraphische Arbeiter die radiotelegraphischen Einrichtungen ruf dem St. Gotthard für die Dauerten gegenwärtigen Krie- >es übernehmen sollten, um sie für Kriegszwecke zu benutze». 1) daß hierüber niemals eine Besprechung des englischen Gesandten mit dem Bundcsrat Motta oder irgend einem anderen Mitglied des Bundesrals stattfaud und daß damit auch alle Behauptungen über eine angebliche aufgeregte Szene unter den Genannten hinfällig sind; 6) daß keinerlei Gesuch an die englische Negierung gerichtet wurde, sie möchte ihren Ee- andtcn o.bberusen; 4) es ist selbsioersiändlich, dag Bundesrat Malta weder Emerson noch irgend einen anderen Herrn von diesem gar nicht crjolgten „Zwischeniali" unterrichten konnte, »der unterrichtet hat, daß übrigens Bundcsrat Motta den genannten Herrn niemals gesehen oder gesprochen hat, ihm also luch entgegen der i» dem Bericht ausgestellten Behauptung icinerlei Mitteilung machen konnte. Das Dementi wird da- >er in seinem ganzen llmsange ausrechtcrhalten. ssiiie Vnlralleusklin-gkbnng jiu Saliindra. Zu der gestrigen Sitzung des italistrischen Senats ergriff »er Ministerpräsident Salandra das Wort, um, öfters mit Beifall unterbrochen, die Zolitik der Regierung zu rechtfertigen, st in Verlauf seiner Rede jagte er: Barzelotti hat in seiner Rede einige Bermntungen über den Verlaus des Krieges gemacht. An uns ist es nicht, dazu unsere Zustimmung zu geben, »aß mit philosophischr, geschichtlicher und geographischer Phantasie gearbeitet wird, weil ein möglicher Irrtum nicht von nn», sondern von dem Lande bezahlt weiden mutz. Wir müs- iea den Ereignissen vom Standpunkte Italiens aus folgen und mnach unsere Handlungswcise bestimmen. Die Senatoren, darunter der frühere Minister des Aeutzern Cancvaro, der durch ietn einstiges Anit zu einem Urteil vorzüglich befähigt ist. haben einstimmig versichert, daß wir richtig vorgingen. Heute hat nun Senator Molmenti gemeint, wir hätten unsere Neutralität nach zwkckentsprechendcn Verhandlungen erklären sol len. Aber wenn wir unsere Neutralität verschachert hätten, hätten wir sie auch entehrt. (Lebhafter Beifall). Der Senat verlangte von der Regierung kein« weiteren Erklärungen; Maragliano sagte: Wir brauchen kein Wort weiter. Da» Zro. gramm ist: Schweigen und Handeln. Danach werde ich mich richten. Die Regierung wird in dem Augenblick, wo die Geschicke des Landes ihr anvertraut find, nach ihrem Eewisien handeln. Sie bedarf des vollen, bedingungslosen Vertrauens des Landes durch Vermittlung dr Volksvertretung; wie es die Regierung bereits von der Kammer erhalten hat, so erwarte ich cs heute auch vom Senat. Ich bitte diejenigen Senatoren, welche Tagesordnungen eingebracht haben, sich zu einigen auf die Tagesordnung Zedotti, die in ihrer klaren, einfachen Form die Erilärungen der Regierung vorbehaltlos billigt. Ich danke endlich Pcdotti für seine begeisterte Rede und für seine patrio tischen Ausführungen über den Schöpfer der nationalen Wie dergeburt, die alle Herzen bewegte. (Sehr lebhafter, andauernd der Beifall). Ein großer Teil der Senatoren beglückwünschte Salandra. Die von Salandra angenommene Tagesordnung Pedotti wurde einstimmig angenommen. Das Ergebnis der Abstimmung wurde mit sehr lebhaftem, langanhaltendem Beifall begrüßt. Hierauf vertagte sich das Haus. Alt Stimmung in den Uereiiiigten Staaten- Seite 2- London, 16. Tez. (W. B. Nichtamtlich.) Die „Mor- ning Post" berichtet aus Washington vom 13. Dezember: Der Zusammentritt des Kongresses ermöglicht es, die Stimmung des Landes abzuschätzen. Die Kongreßmitglieder kommen frisch aus den Wahlkreisen; viele Gcsckmftsleutc und Politiker, die ohne offizielle Verbindung mit dem Kongreß an seinen Arbeiten interessiert sind, versa,mneln sich hier und stehen in direkter Fühlung mij der engeren Heimat. Es ist klar, daß in den letzten Monaten eine gewisse Reaktion gegen England eingctrcten ist. Vier Ursachen waren hier wirksam; die deutsche Aufklärungsarbeit in Amerika, der Aerger über die Einschränkungen durch die Eingriffe der englischen Zensur, der Eindruck, daß England die Union-Staaten einfach zu seinem eigenen Vorteil benutze, und schließlich die Vorstellung, daß, während Belgien durch die britische Diplomatie leiden mußte und ein Opfer des Kampfes wurde, England nichts für dieses Land tat. In New Vorl ist die Stimmung entschieden für die Verbündeten, doch nicht cinstinimig, und New ?)orf ist nicht Amerika. Die Deutschen sind gut organisiert: ihre Tätigkeit hatte Erfolg, namentlich im mittleren Westen, wo sie ihre Arbeit konzentrieren. Das Ergebnis der deutschen Propaganda ist, .daß Gesetzentwürfe in beiden Häusern des Kongresses eingebracht wurden um den Verkauf militärischer Artikel an die Verbündeten zu verhindern, ferner ein star- ker Gewinn der Republikaner in den letzten Wahlen, indem sich der dentsche Einfluß gegen die Demokraten wendete, außer wenn der demokratische Kandidat ein Deutscher war. Die englische Zensur schadet der englischen Sache ganz besonders durch die Unterdrückung des Berichts über den Untergang des „Audacious". Sie sckmf dadurch Mißtrauen gegen die Londoner Veröffentlichungen überhaupt. Aus Frankreich. Ein Hilserus der Stadt Lille. Basel, 16. Dez. (W. V. Nichtamtlich.) Nach den „Basler Nachrichten" hat die französische Stadt Lille auf Anregung des deutschen Kommandanten die Hilfe des schweizerischen BundeLpräsidenten an- gerufen. In dem vom 28. November datierten Schreiben gedenkt der Bürgermeister des 1870 den Bürgern Stcaß- burgs erwiesenen Wohlwvllei.s und schildert sodann die traurige Lage der seit dem 10. Oktober von aller Verbindung mit der Außenwelt abgeschnittenen Stadt Lille, deren Lebensmittel um so schneller erschöpft waren, als sie zahlreichen militärischen Requisitionen hätte genügen inüss-n. und auch die Zufuhr amerikanischen Kornes wegen der Besetzung des Dünkirchcner Hafens durch französische und englische Truppen «bgeschnitten gewesen sei. Ter Bürgermeister bittet den BundeLpräsidenten, der Zivilbevölkerung zu Helsen, vielleicht dadurch, daß er sich an die produziere ad ui Länder wende. Die deutsche Regierung sei bereit, alle nötigen Garantien zu geben, daß gelieferte Waren ausschließlich unter die bürgerliche Bevölkerung verteilt werden. Die Schweizer Tepcschen-Agentnr fügt hinzu, im Bundeshaus sei noch keine diesbezügliche Mitteilung eingetrofien. Gelbe Flieger bri dr» Franzose». Ans Mailand wird gemeldet; Das „Petit Journal" von Paris berichtet, daß der japancsischc Baron Shigen, der Sohn des Generals gleichen Namens, und eine Anzahl seiner Freunde, sich in die französische Flicgcrabtcilnng haben cinrcihen lassen. Treiliiuug der wcisicu von dxn schwarzen Verwundeten i» französische» Lazaretten. Aus Rom wird gemeldet; Der „Tempo" protestiert dagegen, daß die j.iwarzen Verwim- detcu in den srauzösischeu Lazaretten vou den weißen Ver- wnndeleu abgesondert werden. Ter Heftige Krieg mack>e es nötig, das; man die Afrikaner mit größter Vorsicht behandelte._ Aus Richland. Wie die Rnsie» ihrem Zaren die zahlreiche» Gejangenen ««rtäiischen. Vor kurzem melde!« der Draht, daß der Zar bei seinem Heere in Eholm eingetroften sei. Rach dein üblichen Empfang meinte einer der hohe» Offiziere wie zusällig, wenn drr Zar wolle, könne er letzt die gefangenen österreichischen Toldntcn bewundern. Der Zar war selbsioersiändlich einver- staiiden und jo trat »>a» aus der Baracke des Generalsiabc; heraus und besichtigte die österreichischen Gesängen«», die gerade von rechts »ach links ooroeizogen. Mit sichtlichem Zn- tcresje musterie der Selbstherrscher aller Reußen seine Feind«. Aber schon nach drei Minuten wurde er stutzig. Ma» sah ihm an, daß ihm etlvas nicht behagte. Auch da» Gefolge wurde »nrnhig. Schließlich, nachdem die Parade eiw» 10 Minuten gedauert, wandte sich der Zar um und sagte harmlo»; „Es ist doch merkwürdig, wieviele rothaarige Soldaten die Ocsterrei- cher haben; ich habe genau ausgepaßt. Alle ein riahalb Minuten kommt so ein Flügelmann mit rothaarigem struppigem Bart vorüber." Das Gefolge soll sehr bctrosscue Eesichier gezeigt haben und man weiß letzt in der Tat nicht: hat der Zar den Trick der im Kreise wicderkehrendc» an ihm vorübrrge- sührten Gefangenen gemerkt oder nicht. Wie man in Rußland von den eigenen Führern denkt. Die besten Zeugnissc sind immer die Leistungen, und die der r>,Nischen Führer sprechen nicht gerade siir sie. Aber auch im L:'' zicrkorps selbst hat man von ihnen eine recht geringe Mein»',;. Das geht aus zahlreiche» Briefen höherer Offiziere hervor, . c in unsere Hände gelangt sind. So schreibt ein Oberst: „Es ging zu Anfang alles gut, aber unscrc Führer haben dann den Kopf verloren. Geradezu gesagt; Diese Generäle zeigten sich total unfähig, Heere zu befehligen, und manche von ihnen warfen im kritischen Augenblick alles hin und verschwanden. Die Deutschen umzingelten uns und nahmen fast drei Armeekorps gefangen." Ein Hnnptmann schreibt: „Da fitzt man nun und muß für fremde Sünden büßen für Sünden, die unsere obersten Führer begangen haben, di: sür unsere Armee unbrauchbar sind. Wir haben viele viele Soldaten. Aber was nützen sie! den keinen Kops und wir werden diemn orrieg genau so verlieren, wir wir den japanischen Feldzug verloren haben. Und endlich läßt sich ein Oberst S. also aus: , Nicht so sehr dem Geschick unserer Gegner, als der geradezu klassischen Unfähigkeit unserer Führer mit Eencrols- abzcichen haben wir es zu verdanken, wenn wir geradezu im Eiltempo unserem traurigen Schicksal cntgegeneilen." sehr Unsere Führer ha- Die Aus (*r,glanrk. Times" wird mißmutig, London, 16. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Der militärische Mitarbeiter der „Times" schreibt; Der Krieg kann nur mit dem schließlichen Siege der Verbündeten enden, da 250 Millionen Menschen unter sonst gleichen Bedingungen 115 Millionen schlagen müsien. Wenn wir aber nicht die Ereignisie beschleunigen können, so könnten die gebrachten Opscr den von den Besiegten erreichbaren Kompensationen die Wage halten, so daß wir aus dem Sieg keinen Nutzen ziehen würden. Der von den Engländern begangene Fehler ist hauptsächlich mangelhafte Vorbereitung. Diese Dinge müsien am Ende des Krieges untersucht werden. Wenn gewisse Leute das erhalten, was sie verdienen, werden sie gehängt werden. Wenn alle Ziele des Krieges erreicht werden sollen, kann uns das mehrere Jahre kosten. Wir können non unseren neuen Rekruten vor dem nächsten Februar keinen Gebrauch machen. In diesem grüßten aller Kriege kommen vier Monate »ach dem Ausbruch fünf Mann, in England aus jeden Kämpfer an der Front; so lange wir dieses Verhältnis nicht umkehren können, vermögen wir den Krieg nicht so kräftig zu führen, wie wir sollten. Der Feldzug in Ostafrika war besonders armselig. Es ist eine Enttäuschung, daß der Krieg gegen die deutschen asrikanischen Kolonien nicht bester geplant und rascher durchgesührt wurde. Der Bersasier glaubt, Frankreich habe nicht so viel Soldaien in die Kampslinie gebracht, als es tatsächlich besitzt und führt das auf den Mangel an Ausrüstukigsgegenständen zurück. Die Rüsten wiederum feie» infolge mangelhafter Aerbiiidungen sehr im Nachteil. Die Be» kündeten müßten mehr tun als bisher und müßten es beste» tun Der Untergang der „Bulwarl". London, 16. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Die Admiralität zeigt an, daß die Kommission, die den Untergang des Schlachtschiffes „Bulwarl" zu untersuchen hatte, zu dem Schluß gekommen sein, daß die Explosion aus Selbstentzündung der an Bord befindlichen Munition zuriickzusühren sei. Es liegen keinerlei Anzeichen dafür vor, die die Annahme stützen würden, daß die Explosion durch Beirat an Bord des Schiffes oder infolge einer Aktion des Feindes ciitstanden sei. Ans km Ifefl. Landl«-. Die Kriegstagung des Hessischen Landtags begann an, Mittwoch vormittag mit der Bildung der beiden Kammern. In der Ersten Kammer hatte sich Staatsrat W i l b r a n d cinge- sunden, der zunächst den weiteren Staatskommistär Dr. L ö h - lein vorstellte und verschiedene, schon veröffentlichte Mitteilungen über die Zusammciisetzung der Ersten Kammer machte. Der vom Großherzog neu ernannte 1. Vorsitzende Fürst Earl zu Solms-Lich übernahm daun mit Dankcsworten die Leitung und wird zum 2. Präsidenten Fürst zu Lciningc» ge-' wählt. Zum 6 Präsidenten wird wiederum Frhr. v. H c y l Exz. und auch die andere» Mitglieder des Präsidiums werden wicdcrgewahlt. Dann vertagt sich das Haus bis zur gcmein- sanieu Eröffnung des Landtags durch den Staat-Minister um 12K Uhr. Die Zweite Kanimer hatte sich inzwischen ebenfalls versam- iuelt und ernennt zunächst Staatsrat Dr. Best den Abgeordn. Schönberger zum Alterspräsidenten, der dann zunächst den Vorsitz übernimmt. Unter seiner Leitung werden bann durch Zurus auf Antrag des Abg. Dr. Osau» die seitherigen Präsidenten Köhler, Koroll Angenrod und Dr. Schmitt und ebenso die Schriftführer wiedergcwahlt. Dann veriagt sich das Haus ebenfalls bis zur gemeinsamen Sitzung. Um i'l'A Uhr trat dann die Zweite Kammer nochmals zusammen, eine Neuwahl des Präsidiums oorzunchmen, da nach der Eeschäflsordnung die Piafidenteiiwahl durch Zettel statt- sinden muß. Die dann vorgeiiomniene Wahl der drei Präsidenten ergibt dasselbe Ncsnltat. Die Wahl der Schriftführer erfolgt aber durch Zuruf. Da sich bei der Borberatung über die Wahl der Schriftjührcr eine Einigung nicht ergab, da die Sozialdemokraten entsprechend ihrer Mitgliederzahl einen Schrift- sührer verlangen, erUärt Abg. Finger, der in Hauptmanns- unisorm erschienen war, daß er durch seinen Dienst an der Front nicht in der Lage sei. sein Mandat vollständig auszuüben, weshalb er ersucht, von seiner Wahl als Schriftführer abzusehen. Seite 8. M». m _ Hierauf werden durch Zuruf die Bbgg. Damm (stets.) und Raab (So;.) zu Schriftführern gewählt. Zn,wischen erscheinen di« Mitglieder der Ersten Kammer im Sttzungssaale zur gemeinsamen Tagung, und Erössnung des 30. Landtags durch den Staatsminister Dr. v. Ewald, der in seiner Ansprache zunächst aus den Aufruf des Eroßherzogs oom August hinweist, dann aus die stets bewährte Hessentreuc bezug nimmt und erklärt, daß man zur Vermeidung der Störung des inneren Friedens von den Erneuerungswahlen zur Zweiten Kammer abgesehen habe. Ein- entsprechende Vor. lag« über die Verschiebung der Neuwahlen werde dem Hause zugehcn, ebenso eine Anzahl anderer Vorlagen, welche ourch die jetzigen Verhältnisse notwendig geworden sind. Darunter das Finanzgejetz. die Hoftheatcrvorlagc usw. Zum Schluß übermittelt er Grüße des Eroßherzogs, in der Zuversicht, dag die zu beratenden Maßnahmen alle wirtschajtlichen Kräfte des Landes erhalten werden bis das unverrückbare Ziel erreicht und der uns dauernd sichere Friede erkämpft ist. Hierauf werden die neu in die Erste Kammer eingetretenen Mitglieder Graf Eörtz zu Schlitz und Prälat Euler vereidigt. Fürst zu Solms-Lich bringt ein dreifaches Hoch auf den Großherzog aus und verliest ein an den Eioßhcrzog zu sendendes Huldigungs- ielcgramm. Die Mitglieder der Ersten Kammer verlassen »ann den Sitzungssaal. Erste Sitzung der Zweite» Kammer. Präsident Köhler erössnct die Sitzung mit einer längeren Ansprache, in der er u. a. ausführt, daß seine bei Schluß ies letzten Landtags ausgesprochene Hofsnung zu einer längeren Erholung leider nicht in Ersüllung ging. Das ländergie- iige Rußland, das leoanchclrunkcnc Frankreich vereinigten sich mit dem scheinheiligen England, um deutsche Kultur, deutschen Seist und deutsche Ehre auszurottcn. Ja, um cs ganz zu vernichten. Mit Zorn und Entrüstung zog aber das deutsche Volk sein Schwert und ein deutsches Volkshecr im wahren Sinn des Wortes zog gegen die Feinde. Aller Unterschied der Stände, der Berufe und Zarteren war verschwunden. In unvergleichlichem Siegeslaus zogen wir durch Belgien nach Frankreich. Derselbe Seist, derselbe Wille und die Einigkeit zeigte sich auch in der Heimat bei denen, die diesen Siegeszug nicht mitmachen konnten, um mitzuhelfcn und durchzuhalten, wenn sich auch das Kriegsbild etwas ändern sollte. Trotz des großen Stromes von Blut und der Tränen ist cs aber nicht unsere Aufgabe zu klagen. sondern wir müssen sesthalten an dem Ziele, das wir uns gesteckt haben. Trotz der >etzt schweren Kämpfe geht cs vorwärts und unser zähes Festhalten mutz den Sieg verbürgen. Unsere Tapferen stehen vor dem Feind in schwerem Ringen und wenn sie zurückkommcn. schöpfen sie neue Kraft für ihr schweres Tagewerk. Diese Kraft zeigen wir ihnen in der Ruhe, mit der Sicherheit, in der wir zu Hause arbeiten, in dem ehernen Willen die wirtschaftlichen Kräfte des Landes aufrechtzuerhaltcn, trotz aller Schwierigkeiten, die der Krieg bringt. Rur wenn sie draußen wisse», daß wir zu Haufe sicher find, und ihnen den Rücken stärken, wird ihnen neue Kraft fegen den Feind gegeben, die zu einem Frieden führen muß, der unserem Feinde England zeigt, daß Englands Weltherrschaft nur solange besteht, als man daran glaubt. Das Vertraue» zu unseien Heeren sei unerschütterlich. (Lebhafter Beifalls Sein dreifaches Hoch galt dem Kaiser und dem tapferen Heere. Der Präsident begrüßt dann die Kammcrmitglieder und besonders herzlich die xi Uniform Erschienenen und gedenkt dann der großen Verdienste des leider vor dem Feinde gefallenen Abg. Dr. Boxhcimcr, zu dessen Ehren sich die Mitglieder von den Sitzen erheben. Auch zu Ehren des geschätzten Präsidenten der Ersten Kammer, des verstorbenen Grafen Eörtz zu Schlitz, erheben sich die Anwesenden. Hieran schließt sich die Wahl der Ausschüsse und werden sämtliche Mitglieder durch Zuruf wiedergewählt. Dann vertagt sich das Haus auf morgen, Donnerstag. Die Erste Kammer trat inzwischen unter dem Vorsitz des Fürsten Karl zu Solms Lich, der in einer ausführlichen Ansprache ebenfalls auf die Kriegslage hinwics und des verstorbenen t. Präsidenten Erafen Eörtz zu Schlitz in einem ehre» den Rachruf gedachte, ebenfalls zusammen. Bei den sich anschließenden Ausschußwahlen wurden die meisten Mitglieder wiedergewählt und vertagte sich dann das Haus auf Donnerstag Ans der Heimat. * Fricdbcrg, 17. Dez. Anerkennung genossensck,östlicher Ar, beit zum goldenen Jubiläum des Borschuh und Kreditvcreins zu Friedberg i. Hessen. Auf eine glänzende Entwicklung kann eine der bedeutend- ttcn Schulze-Delitzsch scheu Kreditgenossenschaften Hessens, deren Jubiläum in die Kriegszcit fällt, während der abgciaufencn I iiuf Jahrzehnte zurückblicken. Zn einer Zeit, jn der sich allenthalben zur Besserung der wirtschaftlichen Lage von Handwerk, Handel, Ecwcrbe uitb Landwirtschaft die genossenschaftlichen Grundsätze Schulze-Delitzschs Bahn brachen, regte sich auch in Fricdbcrg der Gedanke der genossenschaftlichen Selbsthilfe — einsichtig« Männer wollten auch hier aus diesem Wege ihre Kraft cinsetzcn — und wie ihnen dies gelang, davon weiß die ausgezeichnete Festschrift, die aus Anlaß des 50jährigen Bestehens van Direktor Iran Dörr verfaßt, vor uns liegt, zu berichten. Zn hervorragender Weife hat sich um die Gründung verdient gemacht Herr Landtagsabgcordneter und Bürgermeister Carl S c r i b a. der zum Vorsitzenden gewählt, dies Amt bis zum Zähre 1883 mir großer Hingabe tn ausgezeichneter Weise versah. Am 21. September 1801 erschien im Friedberger Zntelligenzblatt ein längerer Ausruf, der sich mit den Vorzügen der Vorschußvereine »ach Schulze-Delitzsch beschäftigte. Die Anregungen verschlten ihre Wirkung nicht und am 1. Oktober ls> ! konnte der bereits über Ivü Mitglieder zählend- Verein sinne Tätigkeit beginnen. Von den eigentlichen Gründern des Lrrrins ist heute niemand mehr an. Lebe» — dagegen hatte die Genossenschaft am Judiläumstag die Freude, noch 7 Mit. glieder zu führen, die bereits im ersten Geschäftsjahr derselben beitraten und dem Verein durch 00 Jahre bisher treu blieben! *let Tageszeitung. Donnerokog, den 17. DezemLer 1914 Aus kleinen Anfängen heraus hat sich der Vorschuß und «reditverein zu einer „Polksbank" im besten Sinne des Wor- tes entwickelt -- treu zu den Grundsätzen und Lehren Schulze- Delitzschs haltend, zählt er zu den hervorragendsten Mitglieder» des Verbandes — seit nahezu üo Zähren. Alle Berufs- stände als Mitglieder in sich vereinigend/ ist die Ecuosscnschart sür Fricdb.-rg und Umgegend das Kreditinstitut geworden, das zu der Entwicklung Friedbcrgs in nicht geringem Maße beige- tragcn. Di- Genossenschaft beteiligte sich an allen von dem Allgeincincn Verband geschaffenen oder mit ihm in Verbin- düng stehenden Organisationen — stets war Fricdberg zu finden. wo cs galt, für die Förderung der Einrichtungen der Einrichtungen der Schulze-Delitzschen Organisation «inzutreten. Auch im Provinzialvcrband nahm Fricdberg stets eine hervorragende Stelle ein. Fand schon 1808 der erste Hessische Unter, verbandstag in Friedberg statt, an dem Ludolf Parisius (Schulze-Delitzsch war plötzlich verhindert), Eugen Richter, Alwin Sörgel teilnahmen — so finden wir die hessischen Eenes- senschasten weiter in den Zähren 1875. 1882, 1890, 1807 und 1012 im gastlichen Fricdberg versammelt. Schon bei Begrün düng der Deutschen Eenossenschaftsbank beteiligte sich die Ec- nosscnschaft an derselben und seit der Fusion steht Fricdbcrg in angenehmster Verbindung mit der Dresdner Bank. Die Mitglicderzahl stieg und dis Entwicklung ging stetig vorwärts, so daß die Ecnosscnschaft auch wiederholt ihre Geschäftsräume erweitern mußte und seit 1007 über ein stattliches eigenes Geschäftshaus verfügt, das der Stadt Fricdbcrg zur Zierde gereicht und mit moderne» Einrichtungen versehen ist. Hohen Wert legte die Verwaltung der Ecnossenschnst von Anbeginn aus die Liquidität, und sorgte unaufhörlich für die Stärkung des eigenen Vermögens. Allen Eeschäftszwcigc» wurde die größte Aufmcrlsamkeit gewidmet — von nicht zur genossenschaftlichen Arbeit passenden Ecschästcn hielt man sich fern. Selten führen Zahlen eine so beredte Sprache wie hier — wir lassen einige Angaben folgen: Mitglicderzahl..... Eigenes Vermögen. . . , Fremde Gelder..... Gewährte Vorschüsse . . . Umsatz........ Rcinaewinn...... 1870 MI. 438 46 255 250 666 1 321 360 3 250 730 5 037 1889 Mk. 010 437 303 1 140 000 3 604 717 10 410 719 26 010 1913 Mk. 1372 1066 023 3 322i '20 8 634 886 5i et i74 79 529 Die Einrichtung der Pfcnnigsparkasse im Fricdberger Verein (seit 1881) hat sich bis jetzt recht gut bewährt. Bei all den geschäftlichen Angelegenheiten vergaß Fried berg nicht die soziale Seite — in außerordentlichem Maße war di« Eenossenschaft auf gemeinnützigem Gebiete tätig. Die verschiedensten gemeinnützigen Volksbildung-- und Wohlfahrts- cinrichtungcn wurden mit Beiträgen regelmäßig bedacht — für die Verwundeten 1876 — für Wasserbeschädigt« — Notleidende usw. wurden Spenden ausgesetzt — eine Summe von bisher rund 35 000 Mark! Die Eenossenschaft besitzt auch eine» ansehnlichen Pensionssonds. — Von Verlusten blieb Fricdbcrg, trotz ausgedehnter Tätigkeit, mit nur wenigen geringfügigen Ausnahmen .verschont. Eroße Verdienste uni die feste Gestaltung und den sicheren Ausbau der Genossenschaft hat sich von jeher die Verwaltung erworben — im Aufsichtsrat und Vorstand waren die richtigen Männer am Platz. Neben dem bereits erwähnten Begründer Herrn Carl Scriba, zu dessen Andenken im Verein eine „Earl-Scriba-Stiftung" geschaffen ist — hat sich in hohem Maße verdient gemacht durch 40jährige unermüdliche Tätigkeit Herr Adam Steinhäußer, ferner verdankt der Verein viel den Herren Erasmus Ermus, Fritz Hecht u. a. Vor allem wollen wir aber auch der zeitigen Verwaltung gedeulsn. Zn selbstloser Weise bekleidet das verantwortliche Amt als Vorsitzender im Aufsichtsrat Herr Earl Scriba. der Sohn des Begründers der Genossenschaft und an der Spitze des Vorstandes steht der verdienstvolle — allen Besuchern der Allgemeinen Eenossenschaftstage und der Revisorenkonfercnzen wohlbekannte Direktor, Herr Zcan Dörr, der bereits seit 1872 im Verein tätig ist und I960 schon sein 25jährigxs Zubiläum als Vorstandsmitglied feiern konnte -- er wurde aus Anlaß des jetzigen Jubiläums der Genossenschaft durch Verleihung des Ritterkreuzes 2. Klasse des Philippsordcns ausgezeichnet. Herr Dörr hat im Verein mit seinen Vorslondskollegen den volkebankmäßigcn Ausbau in hervorragender Weife dnrchgc- führt. Möge unter gleich tüchtiger, tatlräftiger und umsichtiger Leitung auch im zweiten He.lbjahrhundcrt der Vorschuß- und Krcditverein wachsen, blühen und gedeihen zum Segen der Mitglieder und der Bevölkerung Friedbergs und Umgegend — das ist der Wunsch des Allgemeine» Verbandes. Friedberg. 16. Dez. Gefangene Offizierc. Gestern abend um 11 Uhr trafen die ifwii seit einige» Tagen ang:- mcldeten gefangenen Offiziere hier ein. Heute kurz nach 8 Uhr begann ihr Abtransport nach der neue» Kaserne, wo sie bis auf weiteres cingehaltcn tvcrden. ES waren 183 Mann, darunter einige französische Offiziere, alle übrigen waren Russen. Im langen Zuge, die Franzose» an der Spitze, marschierten sie durch die Straßen. Die russischen Gefangenen gaben ein richtiges Bild des Völker-Eonglomc- rats, aus dem sich das russische Reich zufaiumensetzt. Aeltere Herrcn — es sollen Generäle gewesen sein — die einen würdigen Eindruck machten, wechselten ab mit recht verwegenen aussehenden Gesellen: Kosakenosfiziere mit Lamni- sellmühen und schlitzäugigen Mongolen und Tartaren, daneben wieder Leute mit ganz germanischem Aenßern, groß, schlank und blond, waren vertreten, sogar ein rnssisckier Pope, in schwarzer Anitstracht, befand sich unter dem Transport. Die Gesellschaft zog langsamen Schrittes, mit durch, aus gleichgiltigem Gebühren durch die Straßen. Selbstverständlich hatte sich eine große Anzahl Zuschauer einge. fundeu. die sich durchaus würdig verhielten. Friedbeeg.Fauerbach. 17. De,. Mit dem Eisernen Kren, wurde ausgezeichnet Kurt Günther, Radfahrer in der 11. Kompagnie des Infanterie-Regiment» Rr 168, 3, Bataillon. Bad-Rauheim, 17. Dez. Anton Heß, Sohn des Philipp Hartmann Heß von hier, der als Unteroffizier bei der 81er Artillerie dient, erhielt das Eiserne Kreuz. * Ricder-Rosbach. 17. Dez. Zungwehr. Daß di- Französin von 1911 nicht mehr die von 1870 sind, werden wir wohl zngcbcn müsse», denn ihr Widerstand ist ein viel zäherer als vor 10 Jahren. Wie mag sich wohl diese unleugbare Tatsache crllärcn? Wie die Preußen von 1813 nicht mehr die Preußen von Jena waren, weil die preußische Jugend mittlerweile von cinein Scharnhorst, Encifcnau und anderen weitblickenden Männern mit allen Mitteln für den kommenden Befreiungskrieg erzogen und vordcrcilct worden war, und darum, als dann der Krieg fain, tapfer ihre» Mann stehen konnte, so ick auch di- sranz./schc Jugend seit Jahren sür den künftigen Rachetrieg gegen die oerhaßic» Dculschen planmäßig erzogen und gcdr, .i werden. So genügten denn wenige Wachen, um uns dem kaum der Schulbank enlwachseneu Zungen einen tapse- r,n, ausdaucrnde» Kämpfer zu mndjen. — Deutschland ist zweifellos ans diesem Gebiete Frankreich gegenüber beträchtlich im Rückstand geblieben. D.e deuisihc Zugend hat wohl zum groben Teile (nicht einmal zum großen Teile!) geturnt, das mar. schieren hat sic nicht gelernt. Man hat cs versäumt, uniere Zngend frühzeitig an militärische Ordnung. Zucht. Bünktli.b teil und Ausdauer zu gewöhnen und st, schon im Frieden sur den soldatischen Dienst vorzubcreiten. Heute — im Kriege fehlt unserer Zugend diese Vorbereitung und cs gilt, sie »ach Möglichkeit cinzuholen. Das ober wollen unsere Jungwchrc» leisten. Darum hinein in die Zungwehre»! Auch alle Düker mit Heranwachsenden Sahnen sollten sich das merken. Damit, daß die Helfer, daß ihre Söhne rcchi.zcitig vorgcbiidet werden für ihre künftige Dienstzeiten, tun sie ihren Sahnen einen guten Dienst. Denn diesen fällt beim Eintritt in das Heer der Dienst i» jeder Beziehung leichter und eine schnelle Besörde- rung sicht in sicherer Aussicht. — Am Freitag Abend hatten wir hier zum erstenmal Gelegenheit, unsere Zungwehr zu sehen. Aus einer Bersamnilung, die in, Saale de» Bürgermeisters Kitz gehalten wurde, zu der auch aus Friedberg Herr Rcgicrungsrat Herbcrg und Herr Oberlehrer Dreher gekommen waren, wurde sie von ihrem Führer, dem *V« -n Pfarrer der Emeinde vorgestellt. Jn einer Zustrukl. über Sicherung marschierender und ruhender Truppen und über Fcldwachdicnst tannken die Jungmannschaste» zeige», daß sie theoretisch schon etwas gelernt haben. Herr Rcgicrungsrat Herbcrg gab der llcberzcugung Ausdruck, daß der theoretischen wohl auch die praktische Ausbildung entsprechen werde. — Der ganze Abend verlies sehr anregend. Der anschließende Vortrag des Herrn Oberlehrer Dreher über die Ursachen des jetzigen Krieges ließ in äußerst klarer Weife in die Entwicklung hineinsihcn, die i» ihren Folgerungen zu dem furchtbaren Kriege führte. Ala» war dem Herrn Vortragenden sehr dankbar für seine Darbie tungen. Besonders frevle cs uns. daß auch ein Teil der Ober Rosbachcr Zungwehr unter ihrem Führer, Herrn Rodcnhäufer. erschienen war. Wie wir hören, soll übrigens demnächst auch in dem benachbarten Rodheim »lit der Gründung einer Zungwehr vorgegangen werde». Wir wünschen besien Erfolg und sreuen vns aus gemeinschaftliche Arbeit. * Nicdcr.Wällstadt, 17. Dez. heute Nacht gegen 2 Uhr brach in der Bierniederlage der Brauerei Jung in c nein Schuppen Feuer aus. der »iederbrannte. das Feuer grisf auf die Eishalle über, deren Dach vernichtet wurde. Vereinigte Landwirte. * Obererlenbnch, 17. Dez. Die gestern hier stattgehabte Beerdigung unsere; unvergeßliche» Freundes Alois Haas gab Kunde von der allgemeinen Liebe und Werlschätzung. die sich der ans eine so traurige Weise jäh ous dem Leben Gerissenen zu crsrcucn hatte. Von Nah und Fern waren die Leid tragcnden gekommen, um dem teuren Entschlafenen die letzte Ehre zu erweisen. Anr Grabe des verstorbenen Freundes legten Kränze mit entsprechenden Worten nieder: das Vorstandsmitglied der Hess. Landwirtschaflslammer Herr Ad. Hensel, sür den Bezirlsausschuß Vilbel der Landwirtschaftskammcr dessen Vorsitzender Herr W i t t i ch - Rendel, sür die Vereinigten Landwirte von Franksurt a. M. und Umgegend Hirsche!- Fricdberg. sür den Kriegerverein Herr Oekonomierat Bren- n eman n und sür die" Bahnhossbeamlcn zu bolzhausen. Herr Bahnhossvorstcher Dehler. Der Kriegerocrei» wies dem verstorbenen Miigliede die militärische Ehre und gab drei Salven über das Grab ab. Slirdilidit Anzeiaen. Gottesdienst in der Stadtkirche. Freitag, den 18 . Dezember, abends 8zi Uhr: Kriegsbitt- andacht. Herr Pfarrer Ritter. Frankiurter Wetterbericht. Boraussage: Ausheiternd, trocken, kalter, nördliche Winde, in höheren Gegenden Rachtsrosigesahr. Verantwortlich sür den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschcl, Friedberg-, für den Anzeigenteil: K. Schmidt, Fricdbcrg. Druck und Verlag der „Renen Tageszeitung" A. G., Friedberg i. H. Wir suchen sür unsere kau: männüche Abteilung eine jüngere Kraft zur Erledigung der Slromabrech- uung. Herren, di« in Elelniz« iätswetten oder ähnlichen Be ttieben schon tätig gewesen sind, werden bevorzugt. Angebote u Gchailransprüch« sind zu ttchten an die Elektrische lkberland-Anlag« der Provinz Oberhessen Die Bau- nnd Betriedsleitnng Friedberg. Die Bekanntgabe der militärischen Verhältnisse ist unerläßlich M verlause». »Me 4>7er i» zweien die Wohl. Zu crftagen in der Expedition der Reuen Tageszeitung. Zmlji des gnikkn wfißfn tttljchmiiis Lchweine;ucht Verein Lang-Göns (Hessen.) Erstklass. Zuchttiere von oor- zügl. Abstammung stets vorrätig. Sir. 296 diene Tageszeitung. Donnerstag, den 17. Dezember 1914 Zum Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer getroffenen ' 'erlöste unseres teuren Entschlafenen sagen wir allen Freunden und Bekannten unseren herzinnigen Dank. Besonderen Dank dem Provinzialausschuss der Landwirtschaftskammer, dem Bezirksausschuss Vilbel, dem Vorstand der Vereinigten Landwirte, dem Kriegerverein Ober-Erlenbach, dem Bauernverein Ober-Erlenbach, sowie den Beamten der Station flolz- hausen v. d. H. und allen Beteiligten von Holzhausen u. d. Umgebung. ■ Ober=Erlenbach, den 17. Dez. 1914. Ein Haisisn der trasernden HinferiliiinEn: Elise Haas nebst Kinder. I Vollständiger Ausverkauf wegen Aufgabe des Ladengeschäfts in Uhren, Gold- u. Silberwaren, religiösen n. woltl. Figuren, Luxus- und Gebrauchsgegenstiinden. 80 °So llabaü. ♦ylassehrünkc, Theke u. sonstiges Ladeninventar ist billig abzugeben. 4 *eoi'g fleimbiBrg, Kaiserstrasse 35 in der Reichskrone. I |irgra)if|irmr I Spajifrflöilif empfiehlt in großer Auswahl SlinMril Biervert || Friedberg, fki|tri!r. 109 am Kriegerdenkmal. Reparaturen u.Ueberfichen ichnell uno billig. Jean Sellin, Friedberg Kaiserstr. 57 Kaiserstr. 57 empfiehlt Kriegs - Andenken echt Silber und Eisen Sinniger Schmuck 1914—1915 Nicht tropfende Uteihnnchtslichter in Wachs, Stearin und Paraffin empfiehlt Iol. Derfelt, Friedberg, Küiltrür. !! 6 . Anmeldung zur Landftnrmrolle. Die Landsturmpslichtigen 2. Aufgebots, die in Friedberg und dem Stadtteil Fauerbach wohnen oder fich aufhallen, haben stch in der Zeit vom 16. bis 20. Dezember d. I. im hiesigen Stadthaus, Zimmer Nr. tv, 2. Et., zur Elntragung tn die Landsturmrolle anzumelden. Meidepfiichtig sind alle militärisch nicht ansgibUdeten Landsturmpslichtigen, die in der Zeit vom 1. August bi» 81. Dezember 1863 oder in den Fahren 1876 bis 1876 geboren sind. Die Militärpaxiere (Landsturmschein oder Ersatz-Reseroe- pnß> sind vorzulegen. Cosern der Meldepslichtige dies« Papiere nicht besitzt, hat er sich durch andere behördliche Urlunben über seine Person auszuweilen !iklm. am CbausieehauL' WeihnachtsbMe für die Verwundeten. Das diesjährige Weihnachtssest soll auch unseren Fe* wundeten Kameraden in den hiesigen Lazaretten eine» Strahl dankbarer Liebe für ihre großen Opfer drautze» im Dienste des Vaterlandes bringen und ihnen in der Heimat eine kleine Freude bescheeren. Darum bitten wir olle Freunde derselben in Stadt und Land um Geschenke aller Art, besonders um praktische Gegenstände (Wollenes Unterzeug, Hosenträger, Geldtäschchen, Briefpapier, Taschenlämpchen, Zigarren, Tabak, Aepsel, Nüsse und dergl.) und Bücher oder um Geldspenden, die es ermöglichen, den Weihnachtstisch für unsere Verwundeten zu decken und das Herz der vielen, die das schönste Fest der Liebe und Freude fern von ihren Lieben feiern müssen, ein wenig zu erfreuen. Gaben für bestimmte Verwundete, die etwa dem Geber nahestehen, werden am besten verpackt und mit Namensangabe des zu Beschenkenden übersandt. Alle Gaben bitten wir an Frau Oberinspektor Koch in der Gewerbeschule spätestens bli zum 15. Dezember einzusenden oder abzugeben. Prof. Werner. Stabsarzt Dr. Achert. Oberinsv. KoH