7. Jahrgang Unmmer 394 Dienstag, den 15. Vrremdrr 1914. e Tagesze M ,rttn Ä. 9 elw«ii8e B.Ua«.n JP«r #mm* «tlTtn“. ..Aj» »„mnflnb«". ««' den P«j.a»i,»„en ««»«>,ö°r.M , I» ° Tu ^ i8 *.“ 0bn - »»"i-"- 20 «fc. ,.«-,. .5 P,«. «m..«en ron out. P».uaMu.:me eibob'it ^Zchr,fite,lang und U«il si, als stamznvcrwandt dieselben Eigenschaften besitzen, dann weil der glühende Wunsch sie beseelt, mit dem verheiß!.»: Rebe» buhler endlich einmal aujzuräumcn. Der deutsche Genernlstad » —.. —= meldet: -= U Großes Hauptquartier, 14. Dezember, vormittag» (Amtlich). Schwächere französische Angrijsc gegen Teil« unserer Stellungen zwischen der Maas und de» Vogesen wurden leicht ab- gewiesen. Iw übrigen ist vom westlichen Kriegsschauplatz sowie aus Ostpreußen und Südpolen nichts wesentliches zu melden. Zn Rordpolen nehmen unsere CpcMtionc» ihre» Fort »na. Zu den russischen und französischen amtlichen Nachrichten ist folgendes zu bemerken: Aus Petersburg wurde am 11. Dezember amtlich gemeldet: „Südöstlich Krakau setzten wir unsere Osfensive fort, eroberten mehrere deutsche Geschütze und Maschinengewehre und etwa 2000 Gefangene!" Tatsächlich ist nicht 1 Mann, nicht 1 Geschütz oder Maschinengewehr «nserer südöstlich Krakau kämpfenden Truppen in russische Hände gesallen. Die amtliche Pariser Meldung vom 13. Dezember behauptet: „Nordöstlich Vaillq wurde ein« deutsche Batterie völlig vernichtet. Zn Deurnoud westlich Vigneulles-le» Hattonchatel wurden zwei deutsche Batterien zerstört, eine großkalibrige und eine für Flugzeug bestimmte. Zn der Gegend wurde von Franzosen ein Blockhaus gesprengt und mehrere Gräben zerstört. Alle diese Meldungen sind erfunden. Oberste Heeresleitung. Kriegslisten in Belgien. London, 14. Dez. Nach Meldungen des „Daily Chro- nicle" kommt die deutsche Offensive im Uebcrschwcwmung'ge- biet an -e'nein Tag zur Ruhe, und die englischen Soldaten haben sich andauernd vor neue» Kriegslisten der Deutschen zu schützen. So versuchten die Deutschen aus folgende Weise einen Angriss aus schottische Regimenter: Sic fabrizierten ein» Anzahl kleiner Flöße, die sie dicht mit Laubwerk umgaben Auf jedem der Flöße waren drei Mann verborgen. Diese Flöße gleichen vollkommen entwurzelten Bäumen mit Gesträuch.' wie sic zahllos im Uebceschwemmungsgeb-et eiuhertrei- ben. Kie wurde» mithin von den englischen Posten nicht weiter beachtet. Nach stundenlangem Ausharren gelang es den Deutschen, auf diese Weise, langsam mit der Strömung treibend, an die englischen Stellungen heranzukommen. Zm geeigneten Moment erössneten die im Laubwerk verborgene» Soldaten aus die überraschten Engländer Schnellseuer, das sic mit dröhnenden Hurrarusen begleiteten. Die Verwirrung, die in dem englischen Lager entstand, wurde von den Deutschen benutzt, und drei riesige Motorboote, gepanzert und mit Schnell- srncrgeschützen versehen, fuhren in rasender Fahrt heran und eröffnet«» aus nächster Nähe ei» surchtbarcs Feuer auf die Schotten. Diese mutzten sich „einstweilen" zurückziehen. Die Deutschen arbeiten überhaupt viel mit Flößen und Motorbooten. So gelang es ihnen, mit diesen Hilfsmitteln zum drit.en- mal in der Nacht vom 7. zum b. Dezember bei Perevyse -inen Uebergang über den Nseikanal gegen belgische Truppen zu erzwingen. In dcn uorturfifn Z.McnMlil vor jürrtinn. Als Gast des Kronprinzen im Schützengraben. Karl o. Wiegand, der Berliner Korrespondent der „United Preß", hatte Gelegenheit, die allervorderstcn dänischen Laufgräben zu besuchen. Der Kronprinz halte ihn dazu airfgefordlrt, damit er sich persönlich davon überzeuge, daß die Deutschen sich nicht zurückziehen, wie so oft erzählt worden ist. Ter amerikanische Korrespondent wurde in einen Laufgraben geführt, der erst vor kurzem von den Deutschen erobert worden war, und kam so weit, daß er de» Geschützdonner um Derduu deutlich hören konnte. Er fand das deutsche unterirdische Hauptquartier ganz komfortabel eingerichtet, durch und durch mit Balken versteift und mit Lesen und Teppi- chcn zunr Schutz gegen die Kälte versehe». Ten franzön- scheu Laufgraben, der gerade von den Franzosen geräumt worden war. fand er bei seinem Besuche voll von trübem gelbem Wasser. Tic Deutschen rllhniten, daß die Fran^sei außerordentlich hartnäckig gefachten hatten, bevor sie aus dem Laufgraben vertrieben wurden. Die „Karlsruhe" lebt noch. Amsktrdäm, 11. Dez. Die „Eentral News" vccöffent- IhW eine Erzählung des Kapitäns des „Ban Dyck", eines Schüfes, bas durch den deutschen Kreuzer „Karlsruhe" am L<>. Lktober zwischen Buenos-Aircs »nd Nenyork ansge» hlarl.: wurde. Tie Bemannung »nd die Lssiziorc wurden auf das Schiff „Asuncire" gebracht. Sic wurden mit der giösttr» Höflichkeit behandelt, und die dculschen Lfsiziere grüßte» die Damen, die sich unter den Passagieren befinden. Ans der Erzählung des Kapitäns des „Ban Dyck" geht hervor, daß die „Karlsruhe" durch einen Schutz der „Glasgow" beschädigt wurde. Das Steuer der „Karlsruhe" Nmr ebenfalls schwer initgcnommen, doch wurde er wieder in Stand gesetzt, indem man Teile eines Steuer« von einem aufgebrachten Schiffe dazu verwandte. jj Der österreichische Generalstab - ----..... = meldet: —_____ T. B. (Nichiamtlich ) Amtlich wird verlnntbart: 14. Dezember mittags: Die Verfolgung der Nnffcn in Westgaliiicn wurde fortgesetzt «nd gewannen abermals unter kleineren und größeren (Kcserhtcn aUcntlialben anderwärts Raum. Nu« ist auch Dukla wieder in unserem Besitz. Unsere über die ttarpattzen vorgerückten Kolonnen machten gestern und vorgestern 1)000 Gefangene und erbeuteten £0 Maschinengewehre. Die Lage an unserer Front von Najbrot bis östlich tirakan und in Südpolen ist unverändert. Nördlich Lowie; drangen unsere Verbündeten im Angriff weiter gegen die untere Bzura vor. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs: v. Höfer, Ecneralmajor. Bon dem südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich ve» laiitbart: Tie von der Drina in südöstlicher Richtung vor- getri.bene Lsscnstve stieß südöstlich von Baljcwo auf einen stark überlegenen Gegner und mußte nickst allein ausge- geben werden, sondern vcrnnlaßte auch eine weiter reichende rückgängige Bewegung unserer seit vielen Wochen hartnäckig und glänzend, aber verlustreich fümpscndcn Kräste. Diesem steht die Gewinnung Belgrads gegenüber. Die sich hieraus ergebende Gesamtlagc wird neue operative Ent- ichlüsse und Maßregeln zur Folge haben, welche zu der Verdrängung des Feindes führen müssen. Sie folßrn des öfirrr. Äeyes bei limnoiva. Berlin, 14. Dez. Aus dem österreichisch ungarischen Kriegspressequarlier wird i>cr „B. Z. a. M." berichtet: Die große Schlacht in Russisch-Polen hat nach der Eroberung von Lodz, die ihren Höhepunkt darstellte, wieder den Eharakter des Ringens stehender Fron.cn angenommen. Die Schlacht trat aber insoscr» IN eine neue Phase, als jetzt auch Westgalizien durch die Osfensive der verbündeten Heere dem Schlachlield angeglicdert worden ist. Der Erfolg dieses Vorstotzes hal lich bereits darin gezeigt, datz die Ruße» zu einer engeren Vcr< lammlung ihrer Kräfte und somit zur Zurückberusung ihrer Einbrnchskolonncn aus den Karpathen gezwungen wurden. Wie wiederholt betont, war der Kamps in den Karpathen stets nur eine Nebenhandlung, und die gegenwärtigen Ereignisie zeigen auss deutlichste, datz nicht dort, sondern tn den Weichsel- ebenen der Krieg entschieden wird. Durch den gestern erfolgten Sieg bei Limanowa, dem SUdsliigel in Wcstgalizien und durch unser Verbringen über die Karpathen bis in die Linie Gry- bow-Gorlice >m Süden hat der russische Angriss noch eine weitere, den Russe» sehr empsindliche Einengung ersahren. <$in Hochverräter. Wien, 14. Dez. Wie letzt mitgeteilt wird, wurde am 20. November in einem Gasthose in Biolla der altpolnische Reichstags- und Landtagsabgeordnete Prosesior Z a m o r s l i wegen rusiophiler Umtriebe oerhastrt. Der Krieg im Orient. Einem Kristianer Blatt wird über London gemeldet: Vor Sebastopol hat der türtische Kreuzer „Midilli" -inen Feuerturm Nr 294 _____ bombardiert und dabet erheblichen Schaden angerichtet. Er ist daraus verschwunden, che es den Russen möglich war, das Feuer des Kreuzers zu erwidern. En» russischer Schlachtbelicht. Petersburg, 14. Dezbr. (W. B. Nichtamtlich). Der gestrige Bericht des Ecneralstrbs der kaukasischen Arme« lautet: Am 11. Dezember wurde den ganzen Tag auf der Front Pyrusk, Esmer und Dutak gekämpft. Der Feind wurde überall zurückgeworfen und mit fühlbaren Verlusten über den Euphrat zurllügetrieben. Unsere Truppen erbeutete» eine Viehherde von 1400 Stück. Um die Dörfer Ausiurli und Basch Kala wird noch gekämpft. (Notiz des Wölfischen Tclegraphenburcaus: Die russischen Berichte über Kämpfe im Kaukasus haben sich bisher noch weniger glaubhast erwiesen als die übrigen russischen Kricgsnachrichtcn, was schon etwas heißen will. Interessant ist es auch, daß die geraubten Viehherden in den russischen Schlachtberichtcn ausgesührt werden). Russische Lügen. Konstantinopel, 14. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Die Gcneraldircktion der Posten und Telegraphen kündigt die Errichtung eines TelcgraphcnamteS in Köpriköj an. Daraus geht hervor, das), entgegen den Mit- teilungcn des russischen Hauptquartiers, in denen behaup- tet wird, daß die Russen bis Erzerum vorgerückt seien, die ganze Gegend um Köprikös sich im Besitz der Türken befindet. — Der „Tanin" verössentlicht den Brief eines in den Kämpfen in der Umgebung der Stadt leicht verwundeten Offiziers an feine Eltern. Dieser lautet: Tic Nüssen vermochten den stürmischen Angriffen der türkischen Truppen mcht standzuhalten und ergriffen die Flucht. Das türkische Heer ist mit Lebensmitteln und Munition überreich versorgt. Fleisch und selbst Kasfee, Zucker und Tee sind im Uebcrflntz vorhanden. Es ist festgestellt worden, das; jene Ortschaften h' längs von den Russen besetzt und später wieder bet* Iu,;. wurden, teilweise zerstört sind. Der Feind nahm in den Ortschaften der Bevölkerung die Lebensmittel weg. Hierbei wurden Leute, welche Widerstand leisteten, mit dem - Bajonett nicdergeniacht. Die Lage des Heeres ist ausgezeichnet. Der Mohammedauerausstand im Kaukasus. Konstanti- nopcl, 14. Dez. J>n Kaukasus hat ein großer Mohamm:- danerausstand begonnen. Etwa 50,000 bewaffnete russische Mohammedaner sind zu den Türken übergetreten, um gegen die Russen zu käuipfen. Iu Aegypten. Konstantinopel, 14. Dez. „Tanin" erfährt, daß die Engländer m Aegypten vor den Türken eine derartige Angst haben, daß sie überall Spione sehen. In der letzten Zeit wurden zwei türkische Kauslcnte aus Kreta ringekerkert, Entbehrungen ausgesetzt und schließlich ausgewiesen, da sie für Spione gehalten wurden. In ihrem Türkenhaß gehen die Engländer so weit, in ganz Aegypten ein Jnquisitionsregime in Anwendung zu bringen. Konstantinopel, 14. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Dem „Turan" zufolge wird deninächst hier eine türkisch-deutsche Bereinigung gegründet, die mehrere Senatoren, andere der Regierung nicht angehörende osmanische Persönlichkeiten sowie deutsche Politiker und Publizisten zu ihren Mitgliedern zählen wird. Sie soll die Aufrechterhaltung des türkisch-deutschen Bündnisses und des herzlichen Einvernehmens zwischen den beiden Völkern auch nach dem Kriege zum Ziele haben und an der Ausgestaltung der wirtschaftlichen Beziehungen arbeiten, um beide Völker einander »och näher zu bringen. MI Sülm und imlnr ffhiisr. Köln, 1". Dez. Die „Kölnische Zeitung" crsährt aus Berlin: Wie sich aus französische» Blättern er schon laßt, suchen unsere Feinde dem Fürsten Bülom schon vor seinem Ein- tressen in Rom cntgegenzuarbciten, indem sic versichern, er bringe den Italiener» als (beschenk das Treniinomit. Bei de» -cinüchtigcn italienischen Politikern kann eine so plumpe Jn- f ' "ic nicht verfangen. Deutschland kann nichts verschenken, > es nicht besitzt und muß derartige Manöver anderen Re- >; .umgen überlassen. Die Italiener können also nicht enttäuscht werden, wenn das vo» den Franzosen in Aussicht ge- stellie deutsche Angebot nicht ersolgl. Unsere Gegner müssen sich schon nach anderen Mittel» ümsehen, wenn sie das Vertraue», welches Fürst Bülow in Italien genießt, erschüttern (vollen. England imd Holland. Berlin, 14. Dez. Der „Franksurter Generalanzeiger" drachte am Sonntag in ausfallender Ueberschrist die Nachricht, daß England ein Ultimatum a» Holland gestellt habe, in der gcsoibert wurde, die Schcldemündung zwecks WiedsicroLcrung von Antwerpen sreizugebeu. Diese Nachrichten habe» sich so ziemlich seit Beginn des Krieges in gemessene» Zwischenräumen wiederholt, sie haben sich aber bis jetzt nie bestätigt, »nd so viel man weiß, hat die holländische Regierung ans gelegentliche Attsragen immer erllärt, daß daran nichts Wahres sei. Ob England an einen derartigen Versuch, die holländische Reu- iralität z» bcsciltgcn, dcnlt, weiß nian hier nichr, aber mir glauben, man würde den Stolz und das Selbstbewußtsein der Holländer verkennen, wenn inan annchmc» wollte, daß sie, die ihre liieutralität bisher so strikt ausrechterhalten haben, nicht Sofort in dem Falle, wo eine Großmacht diese Neulraliät be. drol», anderen interessierten Großmächten davon Mitteilung machen würden. Das ist die Meinung von Politikern, die Holland und die Holländer kennen. Man darf diese nicht mit den Belgiern verwechseln. Sie iiintfbürijf SentraM Belgiens. Berlin. 11. Dez. (Amtlich.) Die „Norödentsche Allgemcine Zeitung" schreibt über Englands Spiel n.it der Neutralität Belgiens: Für die englisch-belgische Koniplizi» tät ist ein neuer schwerwiegender Schnidbeweis gefunden Korden. Bor einiger Zeit wurde in Brüssel der englische 91«#« Tageszeitung. Dienstag, den 18. Dezember 1914 Legationssekretär Grant-Watson festgenommen, der inr englischen Gesandtschaftsgebäude geblieben war, nachdem die Gesandtschaft ihren Sitz nach Antwerpen und später nach Le Havre verlegt hatte. Der Genannte wurde nun kürzlich bei einem Versuch ertappt, Schriftstücke, die er bei seiner Festnahme unbeinerkt aus der Gesandtschaft mitgckührt hatte, verschwinden zu lassen. Die Prüftmg der Schriftstücke hat ergeben, daß es sich nmSchriftstücko nrit Daten in- timstcr Art über die belgische Mobilmachung und die Verteidigung Antwerpens aus den Jahren 1913 und 1914 handelte. ES befinden sich darunter Zirknlnrerlasse an die höheren belgischen Kommandostellcn mit der faksimilierten Unterschrift des belgischen Kricgsniinisters und des belgi- schen Gcncralstabschefs, ferner eine Aufzeichnung über eine Sitzung der „Kommission für die Verpflegungsbasis Antwerpens" vom 27. Mai 1913. Die Tatsache, daß sich diese Schriftstücke in der belgischen Gesandtschaft befanden, zeigt hinreichend, daß die belgische Regierung in militärischer Hinsicht keine Geheimnisse vor der englischen Regierung hatte, »nd daß vielmehr beide Regierungen dauernd im engsten Militärischen Einvernehmen standen. Von besonderem Interesse ist auch eine handschriftliche Notiz, die bei den Papieren gefunden wurde, um deren Vernichtung der englische Sekretär besorgt war. Sie lautet folgendermaßen: 1) Tic französischen Offiziere haben Mobilinachnngs- ordrc für den 27. Juli, nachm, bekommen. 2) An: selben Tag, der Chcs der Eisenbahn von Feig- nics hat Auftrag bekommen, alle verfügbaren, geschlossenen Waggon in Aussicht der Truppentransporte gegen Mnnbeuge zulammcnzuziehen. Mitgetcilt von Gendarme- ric-Brigade FramcrieS. Hierzu ist zu bemerken, daß Feignies eine an der Eisenbahn Manbengc-Mons zirka drei Kilometer von der belgischen Grenze in Frankreich gelegene Eisenbahnstation ist. Frameries ist an derselben Bahn in Belgien 10 Kilo- Meter- von der französischen Grenze gelegen. Aus dieser Notiz ist zu entnehmen, daß Frankreich bereits am 27. Juli seine ersten Mobilmachupgsmaßnahmen getroffen hat, und daß die englische Gesandtschaft von dieser Tatsache von belgischer Seite sofort Kenntnis erhielt. Wenn cS noch weiterer Beweise für die Beziehungen bedürfte, die zwischen England und Belgien bestanden haben, so bietet das aufge- fimdene Material in dieser Hinsicht wertvolle Ergänzungen. Es zeigt erneut, daß Belgien sich seiner Neutralität zu Gunsten der Entente begeben hat, und daß cs ei» tüftges Mitglied der Koalition geworden ist, die sich zur Bekämpfung des Deutschen Reiches gebildet hat. Für England bedeutet die belgische Neutralität tatsächlich nichts weiter als einen „Scrap of Paper", »vorauf es sich berief, soweit dies seinen Interessen entsprach, und worüber es sich hinweg- setzte, sobald dies seinen Zwecken dienlich erschien. Es ist offensichtlich, daß die englische Regierung die Verletzung der belgischen Neutralität durch Deutschland nur als Vorwand benutzte, uni den Krieg gegen uns vor der Welt und vor dein englischen Volke als gerecht erscheinen zu lassen. Kehiliidlnng dkiiMr ^rfanflnur in ßrlnifii- Bei einem gefangenen belgischen Soldaten ist ein Ministe- rialcrlaß gesunden worden, der bis in die untersten Kominando- stcllen verbreitet worden ist. Das Schriftstück lautet in wortgetreuer deutscher Ucbersetzung: Gruppe 2, Posten 1, 2, 3. Dienstvorschrift für die Gruppenführer. Deutsche Gesungene betreffend. Unter dem Datum des 22. August telegraphiert der Minister folgendes: Ich höre, daß in gewissen Gegenden deutsche Gefangene mit wahrhaft übertriebener Riicksicht behandelt werden. In dem Augenblicke, da das deutsche Heer, so oft es auf unseren oder unserer Verbündeten Boden vordringt, sich lystcmatisch den schmachvollsten Niedrigkeiten nicht nur unseren Soldalcu gegenüber, nein, auch gegen Kinder, Frauen, Greise Lber- läzt (!!), wäre es durchaus Verrat am Nationalbewußfi-in, den Eclangencn — welches immer ihr Dienstgrad sei — mehr als sie unbedingt zum Leben nötig haben, zu geben. Ich werde unverzögert gegen die Truppenbcfehlshaber Vorgehen, die sich der Duldung solcher Verirrungen schuldig machen: wir sind eine zivilisierte Nation: wir schlagen die Verwundeten und Ecsangenen nicht tot, wie cs die Deutschen tun: diese aber müssen an jedwedem Platz des Landes als Feinde behandelt werden. Der stellvertretende Ches der Sektion A bringt den Wortlaut obigen Zirkulars zur Kenntnis der Eruppensüh- rcr und fordert sic auf, ihren Postensllhrcrn Beseht zu geben, sich danach zu richten. Siaiion Mezy, den 25. August 191 i. Für den stellvertretenden Chcs: Der bcigcerdncte Adjutant: in- Belperg. Wenn wir uns recht erinnern, sind Dokumente über ähnliche Lüge» der belgischen Regierung, die das belgische Militär wie die belgische Bevölkerung .reesührcn und auss schärfste gegen alle Deutschen aushctzcn mußten, schon früher ocrösfent- licht worden. Jedenfalls ist das vorstehende Schrisistück, eine direkte ministerielle Anweisung, die deutschen Ecsangenen barbarisch zu beharrdcln, ebenso bezeichnend dafür, mit welchem Maße von Brutalität maßgebende belgische Stelle» den Krieg gegen Deutschland geführt haben und, soweit cs in ihrer Macht liegt, »och führen. Es bedarf wohl karim der Eröricrung, daß Deutschland auch für diese Schändlichkeit eine strenge Sühne fordern und durchsetzen muß. Vom Balkan. Di- Neutralität Rumäniens. „Adoerul" verössentlicht Jn- formatione», in denen cs heißt: Die Neuttalität Rumäniens ist nnnmchr vollständig gesichert und die Verhandlungen, die vom Dreiverband eingeleitet wurden, um einen neue» Ballan- _____ Sette « . bund zwischen Bulgarien, Griechenland und Rumäriicir ins Ls« bcn zu rufen, sind vollständig gescheitert. Auf Grund zuverlässiger Informationen sind wir in der Lage, festzustellen, daß Rumänien in diesen, Kriege auch in dem Falle nicht zum Schwert greisen wird, wenn die bulgarische Armee, was als sehr nahe bevorstehend angenommen wird, in Serbisch-Maze- donien cinmarschieren sollte. Alle Nachrichten, die wissen wollten, daß Rumänien bereits zum Kriege entschlossen sei und an der Seite des Dreiverbandes kämpfen werde, sind völlig aus der Luft gegriffen. Dies erhellt schon aus der Tatsache, daß Rumänien die russische Forderung, die Regierung möge den Durchmarsch gestatten, entschieden abgeschlagen hat. Nordalbanicn gegen di- Serben. Athen, 14. Dez. „Neon Asty" meldet aus Koritza: 23 099 Albaner sind über Dibra nach Serbien elngedrungen. — Daß die nordalbanischen ■ Stämme Serbien den Krieg erklärt haben, ist von uns schon gemeldet worden. Eine Bestätigung des vorstehenden Telegramm muß jedoch abgewartct werden. Es ist im höchsten Grad unwahrscheinlich, daß die Albaner 25 999 Mann aus die Beine bringen können. Bulgarien und Griechenland. Athen, 14. Dez. (W. B. Nichtamtlich). „Agence d'Athcnes" meldet: Die bulgarische Regierung nahm einen Vorschlag der hellenischen Regierung auf Einsetzung einer gemischten, aus Offiziere» gebildeten Kommission zur Prüfung der Ursachen des kleinen Konfliktes an der griechisch-bulgarischen Grenze an. Aus Frankreich. Die schlechte» Straße» als Hindernis. London, 14. Dez. Di« „Times" meldet aus Boulogne, daß eines der größten Hindernisse für de» schnellen Aufmarsch der verbündeten Armeen in dem schlechten Zustand der Wege in Belgien und Nordfrankreich gelegen sei. Vor einigen Wochen habe ein ganzes Heer französtscher Soldaten, die bis zu den Knien im Schlamm standen, versucht, diese Wege wieder herzustellen, aber ohne großen Erfolg. Es sei nun beschlossen worden, die Wege ganz neu anzulegen. In England seien deshalb taufende von Schaufeln, Wagen usw. bestellt worden, und man habe die Absicht, allzu schlammige Wege mit Querbalken zu belegen, ähnlich wie bei den Eisenbahnen. Aus England. Ausgewärmte Geschichten von 1879-74. London, 14. Dez. Im „Daily Telegraph" war eine malerische Erzählung mitge- teilt worden über einen Angriff der afrikanischen Jäger auf die Deutschen. Natürlich mußten die Deutschen den stürmischen Angriffen der Asritaner trotz aller Versuch«, ihnen Widerstand zu leisten, weichen und es wurde ein furchtbares Blutbad unter den Deutschen angerichtet. Nu» macht das Amsterdamer „Handelsblad" die amüsante Entdeckung, daß jene Erzählung, die natürlich di« französischen und auch einen großen Teil der holländischen Blätter durchlaufen hat, eine fast wörtliche Uebcr- setzung aus einem Buch „Rerits de guerre. L'invafion 1879-71" von Ludwig Halevy war. Irische Bewegung gegen England. Wie die „Daily Mail" meldet, veranstaltet der irische Arbeiterführer James Larkin in den Vereinigten Staaten eine Propaganda gegen England. In einem Lokale in Philadelphia hielt er eine Rede, in der er die Irländer aussorderte, Geld, Waffen und Munition nach Irland zu senden für den glorreichen Tag der Wrechnung mit England. Warum sollte Irland in diesem Kriege sür Großbritannien kämpfen? War hat Großbritannien jemals für unser Volk getan. Wir werden für die Zerstörung des britischen Reiches und die Aufrichtung der irischen Republik kämpfen, nicht sür die Erhaltung eines Feindes, der 799 Jahre lang die Gefilde Irlands mit Tod und Verwüstung überzog. Wir werden kämpfen, um Irland von der Umklammerung durch jene faule Ruine, genannt England, zu befreien." Bei diesen Worten brach das Publikum in stürmischen Beifall aus und, als der Borhang aufging, standen sich auf der Bühne mit Waffen in der Hand eine Kompagnie irischer Frei« williger und eine Abteilung deutscher Ulanen gegenüber. Die Kommandanten der Abteilungen kreuzten die Schwerter und schüttelten sich die Hände, während über ihnen deutsche und irische Fahnen entrollt wurden und das Publikum die „Wacht am Rhein" und „Eod savc Jreland" sang. Irische Antwort aus englische Prahlerei. In der amerikanischen Zeitung „The Evening Telegraph" hatte ein englischer Leser unter dem Pseudonym „Polyglot" die üblichen englischen Lügen über die Feigheit der deutsche» Soldaten usw. verbreitet. Ihm wurde von einem ameriianischen Irländer McEar- ron die gebührende Antwort. Er schrieb in derselben Zeitung: „Ich muß sagen, daß „Polyglots" Brief außerordentlich amüsant ist. In meinem Besitz befindet sich der Brief eines Matrosen der englischen Marine-Brigade in Frankreich. Er sagt, die deutschen Soldaten seien reine Teufel, die nichts fürchteten, und er gestehi, daß von 199 999 englischen „Bulldoggen" bereits 40 999 von diese» deutschen Hundesängcrn gefangen worden seien. Kein Zweifel, diese „Dachshunde" sind Kämpfer. „Polyglot" sollie überhaupt in dieser Zeit nicht hier in Ame- rUa [ein, sondern als Oberkommandierender der Verbündeten in Frankreich seine Leu!« zuin Sieg auf Berlin fiihrcn. Din- leicht erreicht er dies zum deutschen Weihnachtsfest 1929. Er rühmt sich der 59 Millionen zählenden weißen Bevölkerung Englands, die eine Armee von drei Millionen aufbringen werde, wenn der Krieg lange dauern sollte, aber kann er es erklären, daß der Krieg jetzt in der vierzehnten Woche ist und daß England in dieesr Zeit nur 159 999 Bummler zusammen- brinaen konnte? Dulldogg-Patriotismusl Die Deutsche» find tatsächlich patriotisch, und wenn cs ihnen möglich wäre, ln'» Daierland zurückziikchre», so würden morgen 89 Prozent von ihnen abreisen, um sür ihre» bewundernswerten Kaiser zu kämpfen. Kann irgend jemand, der Englands Lob singt, erkläre», wie cs kommt, daß diese friedfertige Nation in den letzten 25 Jahren 13 Krieg« auf ihrem Konto hat und seit 1838 39 Krieae. Eine merkwürdige Leistung für ein ß» engelhatte» r*. 294 Land! Jedes «injelnt Land, welches in bttfen schrecklichen Äampf verwickelt ist, Hai in den letzten 30 Jahren «inen oder Mehrer« Kriege auf dem Kerbholz, mit Ausnahme Deutschlands! Weshalb also ein Land heruntermachen, welches durch di« lat bewiesen hat, dass es in erster Linie zu allen Zeiten flir Frieden war?! Ich bin für Deutschland und vertraue zu Gott aus seinen Sieg, Ich bin ein Irländer, und Englands brutale Behandlung meiner Rasse Hai keine Liebe bei uns er- weckt, England war stets ein brutaler, Deutschland ein friedfertiger Kolonisator. So schließe ich denn mit dem Rufe: »Deutschland über England." Ans Rußland. Rustisches Kulturlrciben. Konstantinopcl, 11. Dez, Dez, (SB. B, Nichtamtlich). Nach Berichten des „Osmanischcn Lloyd" aus Rußland versolgen die russischen Behörden in schrecklicher Weise die Muselmanen im Gouvernement Kasan. In Orenburg sei auch die türkische Presse und Literatur der Verfolgung ausgesctzt. Die strengsten Maßnahmen würden getrossen, um die Verbreitung des Aufrufs der türkischen Patrioten zu verhindern. Aehnliche Maßregeln seien im Kaukasus getrossen. Den Muselmanen wurde verboten, aus dem Kaukasus ins Innere des Landes zu reisen. Der türkische Konsul Rostow wurde mit dreißig muselmanischen Notabeln verhaftet und nach dem Kubangebiet geschafft. Was haben die Russen in Skandinavien vor? Stockholm, 11. Dez. Ein Telegramm des „Astonbladet" meldet aus Lulea: Achthundert Mann arbeiten Tag und Nacht an der Fertigstellung der russischen Bahn an der schwedischen Nord- grenze, die jetzt auch bei der Stadt Närki in Angriff genommen wird. Dies deutet daraus hin, daß Rußland die Bahn längs der schwedischen Grenze weitersühren und bis Norwegen rorstsßcn will. ßfldjlnpflljotf non fcrifgf»ro!)fiofffn. Berlin, 14. Dez. (SB. B. Amtlich.) Beschlagnahme der Kriegsrohstosse. Nach der» Wortlaut der aus Veran- . lassung der Kriegs-Rohstofs Abteilung des Kriegsministers durch die stellvertretenden (Generalkommandos verfugten Beschlagnahmen (Versiigungsbeschränkungkn) ist die Lics.'r- , ung aus beschlagnahinten Bestanden an andere Firmen, die Kriegsmaterialien Herstellen, zulässig, sofern die Lieferiing lediglich zur Venvendung tiir Kriegszwecke erfolgt und dies durch besonders zu führende Belege nachgcwiesen wird, die aufzubewahre» sind. Das Kriegsministerium gibt nunmehr bekannt, daß für sänitliche Lieferungen aus belchlagnahmien Beständen, die voiii 1!>. September ab ansgeführt werd.nt, als ordnungsgemäße Belege ausschließlich die Belegsch'ine angesehen werden, die von der Kriegsrohstosf-Abteilung des Kriegsministeriums ausgcgebe» und durch Nohstoffkäufer usw. nach Maßgabe der auf dem Belcgschcin vermerkten Bc- stinnnungeu ordnungsgemäß unterschrieben sind. Forum- lare für diese Bclegscheine (Belegscheine zur Entnahme von Kriegsrobstatfen ans beschlagnahmten Beständen) werden von allen Postanstalten erster und zweiter Klasse voui 15. Dezember ab an das Pnblikiim nusgegeben. Der Alkohol im Felde. Die Bekämpung des unmäßigen und unregelmäßigen Ak- koholgenusies halten wir besonders im Felde für eine unerläßliche Notwendigkeit. Andererseits ist zu bemerken, daß unter gcwisien Verhältnissen ein mäßiger und gelegentlicher Genuß von Alkohol nicht nur erträglich ist, sondern bis zu einem gewissen Grade notwendig werden knan. Die Heeresverwaltung scheint aus einem ähnlichen Standpunkte zu stehen- denn sie hat bekanntlich gegen die Sendung von kleinen Mengen Rum, Areen die Rüsten nahe oaran gruilsseck, un., 2, und 3. Kompagnie in der Turnhalle der Augustiner- schule. Liederbücher mitbringc». » Frankfurt M., 15. Dez. Die Riesenpleite der Kredit- sirma N. Fuchs beträgt nach Feststellungen des Konkursverwalters 3'A Millionen Marl, sodaß die Gläubiger kaum mir fünf Prozent rechnen können. Man hoijt trotz alledem, daß der Kon (kurs durch einen Zwangsvcrgleich Erledigung finde«. J Umt Da^s,«it, N,. $i«n«tag. den 15. Dezember ,,11 Frankfurt e. M . 15 . Dez. Die in Rastau aufgefundenen Leichen unbekannter Selbstmörder müssen von nun an der Uni- versttät Frankfurt a. M. überwiesen werden. Die klebcrweisung der Leiche» an die Universitöt Marburg ist behördlich untersagt. Hier merkt die alte Philippina bereits die Konkurrenz der Frankfurter Hochschule. Die Universikät Marburg hat" seit Jahresfrist bereits einen Mangel an Leichen. • Frankfurt a. M, 15. Dez. Der Marktoerkehr mit Bich auf den 10 bedeutendsten Schlachwiehmärklcn Deutschlands im November dieses Jahres war wie wir schon aus dem hiesigen Markte feststellen konnten, ein ungewöhnlich reger. Den Schlachlhösen wurde» zugesührt: 107 397 Rinder gegen 59 212 im gleichen Monat 1913, 63 581 (72 551) Kälber. 78100 85 65g, Schafe und oll 111 (368 009) Schweine. Die ungewöhnlich hohe Zufuhr an Schweinen erregt Bedenken, da darin unreife Bestände und große Angebote von Zuchtsauen enthalten sind. • Aus dem Landkreis Hanau, 15. Dez. Krankenversicherung. Die Laudkrankenkaste schreibt uns: Der in einer der letzten Nummer dieser Zeitung unter der Ueberschrist „Krankenversicherung" abgedruckte Auszug aus einer Entscheidung, die das Oberversichcrungsamt Meiningen in Sachen der Krankenversicherung der Familienangehörigen getrossen hat, ist geeignet, in den Kreisen der Beteiligten — immerhin unberech- liflte — Verwirrung hcrvorzuruscn. Abgesehen davon, daß eine solche Entscheidung, da grundsätzliche und allgemeine B - drutnng nur die Erkenntnisse des Reichsversicherungsamies habe» immer nur gegenüber den unmittelbar von ihr Betroffenen rcchlswirksam sei» kann, so darf stc auch schon aus andere» Gründen keinen Anspruch daraus erheben, als Anhalt für die Verfolgung ähnlicher Ansprüche i» anderen Bezirken benutzt zu werden. Daß das Vorhandensein eines Arbeitsner tragcs zur Begründung der Kassenmitgltcdschaft durchaus nicht erforderlich ist, habe» wir schon zu Beginn d. I. den Vera», staltern der Hanauer Protestverjammlung gegen die gamilien- angehörigenvcrstcherung in dieser Zeitung und auch im „Hanauer Anzeiger" überzeugend nachgewicscn. Auch kann durch Einblick in die Bestimmungen der Paragraphen 165 Slbs. 2 und 100 der Rcichsversicherungsordnung unschwer seslgestcllt wer. den, daß bei der Krankenversicherung die Gewährung von Sachbezügen (Beköstigung oder vollständig sreicm Unterhalt usw.) genügt, um die Versicherungspflicht nach sich zu ziehen. Wenn in der fraglichen Enlschcidung trotzdem das Schwergewicht »u! den Bezug eines Barlohnes gelegt wird, so handelt es sich hierbei ofsenbar um eine Verwechslung mit der Invaliden- und Hinterbliebenenvcrsicherung. Was im übrigen die besonderen Verhältnisse im Landkreise Hanau anbetrisft, so sei schließlich noch daraus hingewicsen, daß schon in nächster Zeit für unscre Kasse eine hächstinstanzliche Entscheidung erwartet wird, die voraussitlich dazu beitragen wird, auch noch die letzten Zweifel an der Gesetzmäßigkeit unseres Vorgehens zu verstreuen. — Daß eine Entscheidung des Obcrversicheiungsamtes Meiningen nicht für den Kreis Hanau maßgebend ist, wissen wir und haben es auch nicht behauptet. Immerhin ist es wichtig, daß ein Oberversicheruiigsamt in dieser Frage Stellung genommen hat und zu einem andere» Schluß gekommen ist wie die Land- krankenkasie Hanau Wir halten nach wie vor unsere Aufsas- sung aufrecht, daß der Standpunkt der Hanauer Landkrankenkasse ein irriger ist und wir hossen, daß cs zu einer grundsätzlichen Entscheidung des Obcrversicheiungsamtes in Kassel kon-- men möge. Hessen-Nassau. • Gelnhausen, 15. Drz. Ei» Kaufmann in SchäNkrippen verkauft den Liter Petroleum zu 55 Pfennig. Trotz des exorbitanten Preises findet der Brcnnstosf rasende Abnahme. Aus der nähere» und weiteren Umgebung kommen die Landleute mit Kannen und Flaschen zu diesem Lichtbringer. Schwanheim a. **„ 15. Dez. Der Pächter der Mainsähre bei Höchst, der am ganzen Main bekannte Bauunternehmer Joses Anton Bender von hier, ist im 08. Lebensjahre plötzlich gestorben. Vom Main, 15. Dez. Wie die Fischereivereinc der Regierungsbezirke Wiesbaden und Kassel uiiablässig bemüht sind, die Fischzucht im Main, dessen Uiil.rer Laus durch Fabrik Ab- wässer schauderhast verunreinigt wird, durch Aussehen von unempfindlichen Fischen, die im Schlo.inm und Schmutz leben können, wie Karpfen, Schleien, Aale, zu heben, ist seht auch von Seite 8. | dem llnterfränkischen Krei,s>sch«reiv«rein in Durchführung der Bewirtschaftung des Mains, in demselben die Aussetzung van 10 000 Stück Zandcrsctzllnge, 29 Zentner zweisömmerige Kar- pjeu und 2 Zentner Schleien ersolgt. In die NcbensILsse und Bäche des Mains wurde» weiter an Brut ausgesctzt: 72 500 Stück Bachforellen, 13 500 Stück Dachsaidlinge und 31 500 Stück Regrnbogcnsarellcn. * Wiesbaden, 15. Dez. In der Generalversammlung der hiesigen Fleischerinnung fand e>» Antrag des Nassaiiischcn Viehhändler Vereins, die Innung möge in Zukunft da» auf de», Wiesbadener Markte von Mitgliedern des Nassauischcn Sirhhändler-Vrreins aufgetrlebenc noch unverlaufte Birh, welches aber iniolqe Ausbruchs der Maul und Klauenseuche im Bichhos abgcschlachtet werden muß, durch die Innnngr- Schlachihosoiehversichcrung zu versichern. Annahme im Hinblick auf das gute Einvcrnchnie» zwischen Händler »nd Metzger am hiesigen Zlatzc, mit der Maßgabe jedcrzeitigen SBidcrrufs. — An Stelle des zurückgctrctcncn Vorsitzenden, Obermeisters Matter» wählte die Versammlung das Vorstandsmitglied Kiesel, sveiter wurde beschlossen den Vorstand zu beauftrage», darüber Insormatioucn eiiizuzichcu, ob cs angebracht erscheine, die.zivilrechtliche Versolgung gegen de» ehemalige» Vorsitzenden Maltern wegen der von diesem zum Rachietl der Innung begangenen Unterschlagung von 20000 Mark auszuuchmen. * Vom Taunus, 15. Dez, Die Schüler des 120 Einwohner zählcndcu Dörfchens Hambach im Untcrtaunus haben an den lchuifreien Nachmittagen im Gemcindewatd dürres Holz gelesen, dasselbe raummetcrwcise gesetzt und nunmehr öffentlich an die Ortseinwohner versteigert. 98 Mark ergab der Erlös, von dem die Zungen 00 Marl de» Feldtruppcn des 18, Armeekorps übersandten, den Rest für Weihnachtsgaben an di- Krieger des Dorfes verwendeten. * Kassel, 15. Dez. Der Schöpfer des „Hcsscnlöwen" auf dem Schlachtfeld- von SBörth, der Bildhauer Heinrich Wilhelm Brandt, ein begabter und geschätzter Künstler, der in seiner Eigenart die hessische Vollsart nicht verleugnen konnte, -in Vc- teran der Feldzüge 1866 und 1870-71 ist on einem Schlagansall in Kassel, wo er Jahre lang künstlerisch gewirkt, plötzlich gestorben. Frankinrter Wetterbericht. Voraussage: Ziemlich wollig, zeitweise Niederschläge, mild, südwestliche Winde, Kirchliche Anzeige». Evanaelilche ltzemeinde Gottesdienst in der Stadtkirche. Mittwoch, den 16. Dezember, abends 8'/, Uhr: Kriegsbittandacht. Herr Direktor S ch o e l l. Gottesdienst im Stadtteil Faueebach. Mittwoch, den 16. Dezember, abends A9 Uhr. Kriegsbittandacht. Herr Psarrer Z a tz m a n n. Verantwortlich für den politilchen und lokalen Teil: Otto H i r I ch e l. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A. G.. Friedberg i. H. Die glückliche Geburt eines kräftigen Sohnes zeigen wir hierdurch statt jeder besonderen Mitteilung hocherfreut an. Gut Sclgental b. Seckach i. B., 13. Dez. 1914. Anna Wlttiucr, geb. Alle». Fritz Wlttmer, z. Zt. im Felde. Laternen siurmstcher, selbstoerscrtigt, große Auswahl, Neparalurcn billigst. Hch. Schmidt, SpenalermeiHer, Fri-dbcrg, Vorstadt z. Garten 13. Dunkelbrauner Jentslher Wserhilnil entlaufen. Vor Ankauf wird gewannt. Wiedcrbringcr erhält Belohnung. I. Füller. Frieoberg.Bisinaeckste. Bei Ihren WeilmaeliLtseiiijkäufen versäumen Sie nicht, mein Geschäft aufzusuchen, denn ich unterhalte ein grosses I,agcr in: Wäsche, Wollwaren, Herren-Artikeln sämtliche Militärauspüstungen Handschuhe jeder An, Blusen, Kostümrocke Sportjacken - Tapisserie - Lederwaren Regenschirme mit neuestem Stocksortiment. Ich gewähre auf Itliisen, CostüniriU-ke und Kinderklcliler 1 0 °|o ISSlImtl u. ausserdem erhallen Vereine, Krankenhäuser, Lazarette bei ihren Weihnachtseinkäufen V orzugspreise. Fr. W eber, Friedberg j, H, KalserstraUe 62 . Sir. 294 Neue Tageszeitung. Dienstag, den IS. Dezember 1914, Zeit« A. infolge eines Unfalles unser AuD Am 12. Dezember verstarb sch"!imitglied zu Ober-Crlenbach im Alter von 10 Jahren. Der Verstorbene gehörte dem Ausschuß der Landwirtschstskammer für Oberhessen seit dessen Bestehen an und hat ihm sem ganzes Interesse gewidmet. Seine stete Bereitwilligkeit für die Landwirtschaft, sein reiches Wissen und Können, das er für die landwirtschaftlichen Bestrebungen eingesetzt hat, sichern ihm ein treues Andenken bei seinen okerhessischen Berufskollegen und insbesondere bei den Mitgliedern des Landwirtschastskammer-Ausschusses. Dorheim, den 14. Dez. 19U. Per Ausschuß ki Landmrtschas1sk»tr für Gberhtsskti. Vreidenbach, Vorsitzender. |pggg|Hp Mit aufrichtigem Schmerz Hai uns die Trauerbotschaft von dem durch einen Unglücke all hervorgcrufenen Tode unseres lieben und unvergeßlichen Kollegen zu Ohercr'lenvach Mitglied des LlrühMssljchtsliuumer-ÄuSsAftS für Ööcrjcjfcu erfüllt. Seit 8 Jahren, tao wir ihn in sein Amt gewühlt hoben, hat er sich durch treue und hingebende Arbeit ausgezeichnet, sodag sein Wirken ein gesegnetes bleiben wird. Wir erfüllen eine Pflicht der Dankbarkeit, wenn wir dies bekunden und versichern, datz La» Andenlen unseres lieben freundes niemals bei uns erlöschen wird. Ter Bezirksausschrch Bildet LandwU'jtzchaftstammer für das Grotzh. Hessen Der Vorsitzende: Wittich-Rendel. Anmeldung zur Landftnrmrolle. Die Landsturmpslichiigcn 2. Ausgebots, die in Friedberg und dem Staditeil Fauerbach wohnen oder sich aushalten, haben sich in der Zeit vom 10. bis 20. Dezember b. I. Im hiesigen Stadthaus, Zimmer Nr. 10, 2. St., zur Eintragung in di« Landsturmrolle anzumeldcn. Mcldepflichtig sind alle militärisch nicht ausgebtldcten Landsturmpslichtigen, dir in der Zeit vom 1. August bis 81. Dezember 1809 oder in den Zähre» 1870 bis 1870 geboren find. Die Militärpapier« lLandsturmschcin oder Ersatz-Reserve- pah) sind vorzulegen. Sofern der Meldepflichtigc diese Papiere nicht besitzt, hat er sich durch ander- behördliche Urkunden über seine Person auszuwcisen tz. B. Geburtsschein, Tauszcug- »is, Heiratsurkunde, Jnvalidenkarte). Strafbestimmungen: Wer die sristzeitige Anmeldung zur Landsturmrolle nicht bewirkt, wird mit Freiheitsstrafe von 0 Monaten bis zu 0 Jahren bestrast, sofern nicht wegen Fahnenflucht eine härtere Strafe verwirkt ist. Friedbcrg, de» 10. Dezember 1914. Der Vürgermcister: Stahl. j UM- tinsoiragene Eenossensäatt mit oescüräniter liaiiniiJii j{ Ge!»r. 1864 . Kciclisbank-Giro-Coiito. Tel.-No. 15 . Beiainung von Wertpapieren, 2K An- und Verkaut von Wertpapieren, Einlösung von Coupons etc. ar Varmiltelungaller in das Bankfach einschlagenden Geschäfte zu den mässigst. Bedingungen. Feuer- und diebessichere Stahlkammer, in Ger eiserne Schrankfächer (Safes) in verschied, Grössen vermietet werden. Zeichnungen auf alle an den deutschen Börsen zur Auflage kommenden oenen Anleihen jeder Art werden von uns zu den Ausgabe-Bedingungen angenommen, ohne daß dies In den einze.nea Fällen besonder* bekannt gemacht wird. Entgegennahme von Spar-Einlagen. zu den höchsten Zinssätzen. 2K Provisionsfreier Checkverkehr. Conto-Corrent-Credit- Gswährung. SK Diskontierung von Wechseln. SK Verwahrung u. Verwaltung von Wertpapieren. Bakterien tötende Wirkung, dauerhafteste, Belag kauft man am besten u. billigsten im Tapeten- u. Linoleumhans J ean Müller, Friedberg, Kaiser str.2 1. von der Umklammerung durch jene faule Ruine, genannt England. zu befreien." Bei diesen Worten brach das Publikum in stürmischen Beifall aus und, als der Borhang aufging, standen sich auf der Bühne mit Waffen in der Hand eins Kompagnie irischer Frci» ndlligcr und eine Abteilung deutscher Ulanen gegenüber. Die Kommandanten der Abteilungen kreuzten die Schwerter und schiltteltcn sich die Hände, während Uber ihnen deutsche und irische Fahnen entrollt wurden und das Publikum die „Wacht Ncrlranf eines Faselebers. Die Gemeinde Bruchenbrücken beabsichtig! einen zur Zucht un- taugtich gewoid'iien Faseleber aui dem Submilstonswege zuver- .auien. Bedingungen liegen osten. Reflektanten wollen ihre Offerten längstens bis zum 19. Isd. Alts, vorm. I I Uhr bei un.erzeichneter Stelle einreichen. Gleich eckig beabflchltgt die Gemeinde einen jungen, (prnng- fästigen Lalcteber, weihes Edet- chmem. auzukaufr». Besitzer oichei Tiere wollen sich längstens bis 19. isd. Mts. bei unterzeich- neter Stelle melden. ruchenbrücken, 12. Der. 1 14. ®r«|jl|. Onrsfrmrilltrti ßrichritrütr». Kling. Zen» liichiige 3im mcrlmtc (Betonschaler) und 2—3 (frmcntarlsritr r sofort gesucht. Heinrich Denk, Kangrschäft, Friedberg. |3rhanntmadjung. Donnerstag den 17. Dezember. Bormitiags 10 Uhr, lägt Unter« zeig neie nach behendes lebendes uns totes Inventar gegen Barzahlung o-lkasten: 2 Kühe, 2 Mut.erichweine. 3 Fett chweine, 1 .iemrifuge, jafi neu, eine fast neue Sämaschine (1 Jahr gebraucht). 1 Culiioaior, 2 Wagen, mehrere Pflüge uno Eg en, mehrere lanowlilschafli. Oekonomie« geräie, ca. 2t0 Zeniner Dickwurz ca. 00 Zeniner Kartoffel, eine Partie Heu, Stroh und Spreu, Ober-Florstadt, 11. De- zemder 1914. Wilhelm Otto Schäfer Ww. AirlrM eines Dkloihlril Die Gemeinde Burg-Eräsenrode beabsichtigt einen sprungsähigen Faseiochsen sSlMmenlaier Raste) anzutausen. Besitzer solcher Tiere wollen ihre Offenen bis spätestens 22. Dezember bei dem Uiiterzcich- neten einrelchen. B»rg-Eräs«nrod«. 10. Dez. Erohh. Bürgermeisterei. Hahn. _ pärmr und Alustn empfiehlt Franz Fourier, Friedberg.