Nummer 293 Nlonilig. den 14. Dezember 1914. 7. IayryuuA Neue Tagesze Die „H»»r Laee»,eit»ng" ci-cheivl irden Weittckg. Regelmäßige Beilagen „Z>»r Kaner an» Hessen", „Di, Kpinnllube". Hezugoprri»: Be, de» Postanftalten »lerieliätzrlich Mk. I.9ö dei den Agenten niona, 1 ictj 50 Pig. fiimu Irilt Postgebühr oder Trägeilodn. An,eigen: Grund,eile 20 Pjg., lokale 15 Plg, Anzergc, oon uuswän» werden durch Pomachnahme erhoben Ersüllungsorl Frtedbrrg. KchriMeilung nnd Verlag Fnedberg (Hessen), hanauer irage 12. Ferivprecher 42. Posticheck-Eonto ?!r. 42',9, Am» Franisurt u. s)l. 11000 Russen gesungen! Gin fran;öfifcher Angriff mit groffcn Verlusten zurttckgesästagen. — Riesenvcrlnste der Austen im Verlaus der Kämpfe in Polen. — Siegreiche Kämpfe der Ocsterreicher in Westgalizie». Der deutsche Generalstab J=== meldet: —- « W. r. B. Trostes Hauptquartier, den 12. Tezember. vormittags. Amtlich. I» Flandern griffen die Franzose» in der Richtung Lange» mark an. Sie wurdcn zurückgeworfen und oerloren etwa 200 Tote und 340 Gefangene. Unsere Artillerie beschoß den Bahnhof Npern zur Storung scindlichcr Truppenbewegungen. Bei Arras wurdcn Fortschritte gemacht. In der Gegend Souain-Pcrthes griffen die Franzosen erneut an ohne jeden Erfolg. Im Argonnenwald versuchten die Franzosen nach »uochenlnngcm passiven Verhalten einige Vorstöße. Sic wurden überall leicht abgewicsen. Dagegen nahmen die deutschen Truppe» wiederum einen wichtigen französischen Stützpunkt durch Minensprengung. Der Gegner erlitt sinrke Verluste an Oirsallenc» und Verschütteten. Außerdem machten wir 200 Ecsangcnc. Bei Apremont südöstlich St. Mihiel wurden mchrsachc heftige Angrissc der Franzosen abgewiesen ebenso aus dem Vogrlenlamm in der Gegend Marfirch. Au der ostpreusjischcu Greuzc w«s uuscrc Kavallerie russische Kavallerie zurück und «achten 850 Gosaugcue. Südwestlich der Weichsel in Rordpolcu entwickeln sich unsere Operationen weiter. In Südpvlen wurden russische Angriffe von österreich- isch ungarische» und unseren Truppen abgeschlagen. Oberste Heeresleitung. WTB. Groszes Hauptquartier, 13. Tez., vormittags. Amtlich. Nachdem am 11. Dezember die französische Offensive bei Slpremont (südöstlich St. Mihiel) gescheitert war, griff der Feind gestern nachmittag in breiter Front über Flirey (halbwegs Et. Mihiel-Pont-a- Monffon) an. Ter Angriff endete für die „ranzosen mit dem Verlust von 600 <4c sangencn und einer grohen Anzahl von Toten und Verwundeten. Unsere Verluste betrugen dabei etwa 70 Verwundete. Im übrigen verlief der Tag auf den« westlichen Kriegsschauplatz im wesentlichen ruhig. In Nordpolen nahmen wir eilte Anzahl feindliche Stellungen, dabei machien wir 11,000 6)esang,ue und erbenteten 43 Maschlncngewehrc. Ans Ostpreuszen und Tüdpolen nichts neues. Oberste Heeresleitung. Riesenvcrluste der Rüsten während der Kämpfe in Polen. Großes Hauptquartier, 12. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Die Räumung von Lodz durch d,e Russen gesämh heinilich des Nachts, daher ohne Kampf und unbemerkt. Sie war nur das Ergebnis der vorhergehende» dreitägigen Kämpse. In diesen hatten die Russe» ganz ungeheure Verluste, besonders durch unsere schwere Artillerie. Die verlassenen rulsisck)en Schützengräben waren mit Toten buchstäblich an» gesüllt. Noch nie in den gesamten Kämpfen des Ostheeres, nicht einmal bei Tanncnberg, sind unsere Truppen über so viel russische Leichen hinweggeschrittcn, wie bei den Kämpfen um Lodz, Lowicz und überhaupt zwischen Pabianice nnd der Weichsel. Obgleich wir die Angreifer waren, blieben unsere Verluste hinter denen der Russen weit zurück. Wir haben insbesondere im Gegensatz zu ihnen ganz unverhältnismäßig wenig Tote verloren. So fielen bei dem bekannten Durchbruch unseres Reservekorps von diesem Hceresteil nur 120 Mann: cs ist eine auffallend niedrige Zahl. Für die Verhältnis!« ist demgegenüber bezeichnend, daß allein auf einer Höhe südlich Lutomicrsk (westlich Lodz) nicht weniger als 887 tote Russen gesunden und bestattet Word?» sind. Auch die russischen Gcsamtvcrluste können wir, wie in den früheren Schlachten, ziemlich zuverlässig schätzen. Sie betrugen in den bisherigen Käinpfen in Polen mit Ein schluß der von uns erbeuteten 80,000 Gefangenen, die in- zwischen mit der Bahn nach Deutschland abbeiördert worden sind, mindestens 150,000 Mann. Großes Hauptquartier, 12. Dez. (SB. B. Amtlich) Tie Stadt Lodz hat durch die jüngsten Kämpse um ihren Besitz sehr wenig gelitten. Einige Vororte nnd Fabrikan- lagen außerhalb des Stadtbezirks haben Beschädigungen aufznweilen, doch ist das Innere der Stadt fast völlig un- versehrt. Das Grand Hotel, in dem sich ein rubiger Verkehr abspielt, ist unbeschädigt. Die elektrische Straßenbahn passiert ohne Störilng wie in FriedcnSzciten. Die Kriegslaqc irn Osten. Zürich, 18. Dez. Der „Bund" in Bern bezeichnet die Lage im Osten folgendermaßen: Es sind gewaltige Kräfte ans beiden Seiten im Spiel, wobei wir den Russen immer noch die numerische Ueberlegenheit zncrkenncn, darunter aber keine unberührtcn Reserven mehr vermuten. Es fragt sich nun, was die Deutsche» von Koli.ch aus über Sicradz und bei Ezenslochau und Roworadomsk noch ins Feld fuhren können. I» den letzten Tage» noch unternahmen die Russen wuchtige Offensivstötze, um in die Lücken der Beskiden, südlich von Krakau, einzudringen und die österrei- chisibe hauptsteklung aus de» Angeln zu heben. Eie unterstützten diese Bewegung durch Einbrüche in die Karpathen, wo sie schon in di- recht« Flanke fühlten, aber wieder geworfen wurden. Wenn die Rordsront der Russen zusammenbricht, so müssen ihre bei Roworadomsk. Ezenstochau und Wolbram in. Raume von Krakau nördlich der oberen Weichsel kämpfenden Armeegruppen unter schwerster Flanlenbedrohung den Rückzug aus zerfahrenen Straßen und kauin wieder hergcstcllten Schienenwege» nach Jwangorod suchen. Was in Galizien kämpft, muß dann zurück. Ob die Russen auch heute »och bei Czeu- fti-chau und südlich von Krakau verzweifelt hämmern, um das Durchbruchstor nach Schlesien uno Mähren cinzuschlagen, wissen wir nicht. Die Entscheidung ruht im wesentlichen noch bei dem vielumstrittenen Lodz. öfflTfrnita in kt (6f!un^hrit des Kaiüts. Berlin, 12. Tez. >». daß englische, französische, russische und spanische Schlacht- stzijse sich vekeiuigten, um e», paar deutsche Kreuzer, die seit Monaien jeder Mäglichleit beraubt waren, auch nur eine Stunde in einen, schützende» Husen zu rasten, und gehetzt und g.jagt das offene Meer durchkreuzten, zu überfallen. Das Blatt sagt: „Sa paradox cs klingen mag, diese Seeschlacht hat dein wankenden Sicnommce Großbritanniens den letzte» Streich ,u> gefügt, denn nun ist dargetan, daß auch die englische Flotte nicht anders als die englische Armee und die englische Divio- matte unfähig ist, aus eigener Kraft und mit ehrlichen Mi(. tel» einen ehrlichen Wafsengaiig auszutragen. Die innere deutsche glatte hat i» der kurzen Spanne Zeit seit Beginn des, Weltkrieges Großes geleistet und dem hauptseind schwere «er-" lüfte zugesüg». Sic wurde für ihn ein Gegenstand des Ent- Icgens, des Bangens und der Furcht. Seeleute im Leben wi« im Sterben — ihren unvcrwelkiichci, Lorbeer bereicherten lie um ein neues Ruhmesblatt, sie, die ihr Dasein für nichts achteten, als es galt, den Glanz oer deutschen Wassenehrc zu erweisen. Was die deutschen Landlruppen Tsingtaus gelobte» und hielten, das hat auch das deutsche Geschwader von lüng- tan getreulich zur Devise sich gewählt und verwirklich«. Pflicht, ersüllung bis zum äußersten!" Konstantinopel, 12. Dez. (SB. B. Nichtamtlich). Die Nachricht von der Vernichtung der deutschen Kreuzer bei den Falllands-Znscln ist hier mit der großlen Ruhe und Kaltblütigkeit ausgenommen worden. Maßgebende militärische nnd bürgerliche Prrsönlichleitei, sind einstimmig der Ansicht, daß derartige Verluste nicht- an dem Endergebnis des Krieges ändern können. Allgemein und unerlchülterlich ist das Beelrauen aus die Kraft und den Eieg der deutschen Wa,sen. hohe Bewunderung wird der Tüchtigkeit des Geschwaders gezollt, die es durch glänzende Wassentaten seit Beginn des Krie- ges dartat. Das tragische Ende sei der ruhmreichen Laufbahn und des echten Seemannsgeistes dieses Geschwaders würdig gewesen. Stimme» e.us Amerika. London, 12. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Wie die „Times" aus Rewyork meioet, schreibt die „Skewyork World" zu der Schlacht bei der Falllands-Jn- iclii: Die Zusammenzichung dcr zerstreuten deutsche» Kreuzer des Pacific durch den Sldmiral Grasen van Spec war ein bril- lanicr Erfolg, dcr Großbritannien zwei Kreuzer und viel Sorge kostete. Man tonnte in London nicht das Ecsllhi der Sicher- heit habe», solange diese Flotte bestand. Kein anderer Kamps dcr britischen Flotte in diesem Kriege hat eine solche Pcdcu- tung, wie die Zerstörung der „Scharnhorst", „Encisenau' und „Leipzig". — Die „Siewyorter Staatszcitung" schreibt: Wir müssen die Torheit dcr andere» vermeiden und nicht den Kaps in de» Sand stecken. Alle Versuche, die Bedeutung der Katastrophe, die das deutsche Geschwader gctrossen hat, herabzusetzen, können nur dazu jühreu, den tragischen Heroismus vcs Tadcs, den die Deutschen erlitten haben, zu schmälern und de» Ruhm zu verkleinern, den sie sich durch ihre früheren Talen erwarben. Die Vernichtung dcr Schisse, die die deutsche Kriegs- slaggc in fernen Meeren zu Ruhm führten, war ebenso unoer- meidlich, wie das Cchicksak, oas die „Emden" erreichte. Aber die Order mutz auch zulunjtig sein: Mit Volldampf voraus! Ein Urteil aus der Schweiz. Basel, 12. Tez. (W. Z. B. Nichtamtlich.) Zu der Seeschlacht bei den Falklcmds-Jn- scln schreibe» die „Bajelcr Nachrichten u. a.: Es ist kein englischer Erfolg, daß die deulsckien Schiffe endlich im 5. Kriegsmonat der Ucbcrmacht erlegen sind, sondern ein deutscher Erfolg, daß sie sich so über alles Erwarten lang halten konnten. Hätte dcr Krieg, wie anfangs alle Welt glaubte »ur ein Vierteljahr gedauert, so wären alle deutschen Aus landslchisfc siegreich und heil geblieben. Tee Japs beglückwünscht John Bull. London, 12. _ . (Nichtamtlich.) Meldung des Neuterschcii BureauS: 'der japanische Marineminister sandte an Churchill eine Ivunschdcpesche z» dem Siege bei den Falkiands-Jnjoin. Eburchsll auiwortetc: Daß das britische Geschwader dom Nr 29S Seife 8 . deutschen einen entscheidenden Schlag beibringen konnte, ist ,im groben Teil der kräftigen unermüdlichen Hilfe der japanischen Flotte zu danken. Die Deutschen sind gänzlich nis dem Osten vertrieben. Ihre Rückkehr dorthin dürste uherst schwierig und gefährlich sein. Churchill sprach namens der englischen und australischen der Flotte den Dank für die unschätzbare Hilfe Japans ans. Englische Verluste. London, 12. Dez. (Meldung des Renterschen Bureaus.) Amtlich wird bekanntgegeben: Die britischen Verluste in der Seeschlacht bei den Falklands-Jn- seln waren: sieben Mann gefallen und vier Mann verwundet: kein Offizier ist getötet oder verwundet. (?) Erneuter Flicgcrbesuch in Frtibnkg. Freiburg, 13. Dez. Feindliche Flieger warfen zwischen ’/ ; 3 und 3 Uhr über der Stadt Bomben ab. Eine Bomb: schlug in das Haus Unter- linden 7 ein und richtete ziemlichen Schaden an. Ein aus dem Dach stehendes Fräulein wurde erheblich am Oberschenkel verletzt. Zwei weitere Bombe» schlugen im Eolombi-Park ein, wo sich viele Spaziergänger aufhielleo. Zwei Mädchen crlii- :en Verletzungen durch Bombensplitter. Einige weitere Personen sollen aus dem Rotteck-Platz verletzt worden sein. j Der österreichische Generalstüb l •» ■■■■ . - - ine!Äet: 1 Wien, 12. Dez. '(W. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbort: 12. Dezember, mittags. Ungeachtet aller Schwierigkeiten in dem winterlichen Gebirgsgelande setzten unsere Truppen unsere Vorrückung in ben Karpathen unter fortwährend siegreichen Gefechten, in denen gestern über 2000 Russen gefangen genommen wurden, unaufhaltsam fc’ Die Pässe westlich des Lupkower Passes sind wieder in . .rem Besitz. Im Raume südlich von Gorlice, Gry- bow und Neu-Saudec begannen gröbere Kämpfe. Die Schlacht in Westgalizien, deren Front sich in Gegend östlich Tymbarr bis in den Raum östlich Krakau hinzieht, dauert an. Gesteni brachen wieder mehrere Angriffe der Russen in ititserem Artilleriefeuec zusammen. Die Lage in Polen hat sich nicht geändert. Die Besatzung von Przeuiysl brachte von ihrem letzten Ausfall 700 gefangene Russen und 14 erbeutete Maschinengewehre mit sehr viel Munition mit heim. Der Stellvertreter des Ehcfs des Eeneralstabs: v. Hofer, Generalmajor. Wien, 13. Dez. (W. B, Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbort: 13. Dezember. In der Schlacht in Westgalizien wurde der südliche Flügel der Russen gestern bei Li- manowa geschlagen und zum Rückzuge gezwungen. Die Verfolgung des Feindes ist eingeleitet. Alle Angriffe auf unsere übrige Schlachtsront brachen ebenso wie an den jiiiheren Tagen zusammen. Unsere in de» Karpathen vorgerückten Kräfte setzten wieder unter mehrfachen Kämpfen die Verfolgung energisch fort. Am Nachmittag wurde Neu- Sandec genommen. Auch in Grtzbow, Gorlire und Zmigrod rückten unsere Truppen wieder ein. Das Zempliner Kom-i- tat ist von dem Feinde vollkommen gesäubert. In den abseits von den Schauplätzen der großen Ereignisse gelegenen östlichen Waldkarpathen vermochte der Gegner südlich de? GebirgskammeS nirgends wesenliich Raum zu gewinnen. Fm allgemeinen halten unser Truppen die Paßhöhen, in der Bukowina die Linie des Suczawa-Tales. In Süd-Polen wurde nicht gekämpft. Nördlich Lowirz setzten unsere Verbündeten den Angriff auf die stark besestioten Stellungen der Russen erfolgreich fort. Der Stellvertreter »es Ehffs des Seneralstabs: v. Hofer, Generalmajor. Die Kämpfe i» den Karpathen. Bern, 12. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Der Kriegsberichterstatter des „Bund" tchildert die Kämpfe in de» Karpathen nödlich Hamonna, w" ^ie ungarischen Regimenter mit Fähigkeit die eigene : verteidigten. Die Russen verlieren ständig an Bode. . Ick» konnte mich überzeugen, daß die schweren An- klagen gegen die russische Kriegsfnhriing dor! berechtigt sind. Hamonna ist dmch Brandstiftung und völlige Ausplünderung schwer geschädigt. Gkhorsamsvrrweigcruug bei de» Rufseu. Wie», 13. Dez. -(W. B.) Die Kriegsberichterstatter d c Bläst» neide», daß von den russischen Belagernngsirpppen Prze- mysls einige Bataillone gejesjelt ablransportieet wurden, die nicht zum Angriff auf die Festung zu bringen waren. Iliiigruppieruitg in Serbien. Wie». 12 Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Verschiebungen starker seindlick r Kräfte noch Süden haben, wie bereits »utgeteilt, rs : wendig gemacht, auch liniere Balkanarmee entsprechend innztigrup- ’icrcn und unseren rechten Flügel ziirückzimehnten. Dieser einfache Tatbestand lvird von den letzten Meldungen ans Nisch als ein enifcheidender Erfolg der serbischen ^fimcc bar- gestellt. Die serbischen Meldungen über u 'eee Verluste ünd maßlos übertrieben. Konstanttnopel. 12. Dez. (W. B N>ch!a,>>t!ich.) Vom türkischen .Hauptquartier wird gemeldet, daß der Große Kreuzer „Sultan Jatvns Selim", der nach russischen Meldungen sck'wer beschädigt sein sollte, am 10. Dezember Batnm in Brand geschossen hat. Die russischen Landbatterien haben ohne Erfolg das Feuer erwidert. Beschießung der Umgebung vo» Bntnm durch die Tnr len. Die ttirkische Flotte beschoß gestern die Umgeb-mg von Batmu „ud beantwortete so die russische Behauptung, daß die osmanitcheu Kriegsschiffe vom Schwaru-n Meer w-aae- Nene Tageszeitung. Montag, de» 11. Dezember 1811 fegt und die Schiffe „Sultan Jam", „Sultan Jawus Sein»" und „Midilli" außer Gefecht gesetzt feien. In dem gestern gemeldeten, für die Türken glücklichen Kampfe hat- ten die Russen hundert Tote und eine Anzahl Verwundete, weiter giinsttg vorwärts. Abteilungen der russischen Flotte, welche im südlichen Teile des Schwarzen Meeres zu operieren fucrchm, zsgen sich — wie schon wiederholt vorher — beim Erscheinen des türkischen Admiralschiffes „Sultan Selim" fluchtartig gegen Sebastopol zurück. Fcldmarschall von der Goltz in Konstantinopel. Konstan- tinopol, 13. Dez. (SB. B Nichtamtlich.) Zur Begrüßung des Generalfeldmarschalls von der Goltz schreibt der „Tanin" an leitender Stelle: Wir sind stolz, den alten Kommandanten der osmanischen Armee wieder zu empfangen. Der ehrwürdige Marschall der ttirkischen und deutschen Armee kehrt unter die alten Waffengenossen zirrück, die sich zur Rache des alten Unglücks erhoben haben. Dies macht sowohl ihn, als uns glücklich, unisowehr, als die seiner Zeit auf ihn imd seine Mitarbeiier sich begrenzende Waffenbrüderschaft nunmehr die Form einer Gemeinschast angenommen hat, die die Schicksale beider Nationen vereint. Die Rückkehr von der Goltz.unter »ns bildet ein Ereignis, das in mancher Hinsicht mit Freude begrüßt werden muß. Das Blatt betont lveiter, daß von der Goltz auch in seinem-Lande nicht aufgehört habe, an die Türkei zu denken, die Osmanen auch mit der Feder zu verteidigen »nd in seinen Artikeln immer die wahre Liebe zu der Türkei zu bekunden. Es spricht sodann seine Dankbarkeit gegen den Kaiser wegen der Wahl von der Goltz zum Flügeladfutanten des Sultans aus. Die Ernennung beweise, wie herzlich und fest die Freundschasts- bande zwischen der Türkei und Deutschland sei. Schließlich stricht der „Tanin" den Wunsch aus, daß von der Goltz hierbei Ersprießliches zur Erleichterung der fiir Pflicht, Recht und Knitter kämpfenden' Heere leisten möge. Feldmarschall von der Goltz über den Krieg. Wien, 13. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Der Korrespondent der „Neuen Freien Presse" in Sofia hatte eine Unterredung mit Feld- »>arschall von der Goltz, der u. a. erklärte: Lie Lage in Belgien ist vollkommen normal. Die belgische Bevölkerung hat sich davon überzeugt, daß die Deutschen alles eher als grausam sind. Aus dem westlichen Kriegsschauplatz befinden sich die reichsten französischen Provinzen in deutschem Besitz. Die französischen und englischen Truppen kämpfen todesmutig. Aber die Deutschen gewinnen allmählich Terrain: eines Tages wird der Widerstand gebrochen sein. Deutschland ist für eine jahrelange Kriegführung vorbereitet. Die ungebrochene Kriegsbegeisterung und Moral, sowie die glänzende Verpflegung der deutschen Truppen lassen keinen Zweifel darüber, daß Deutschland Sieger bleibt. Auch im Osten werden das bessere Kommando und die größeren Fähigkeiten entscheiden. Englands Hoffnung, Deutschland auszichungern, ist eitel: Deuttchland ist bis zur kommenden Ernte gut verproviantiert und steht finanziell besser da als die anderen kriegführenden Staaten, lieber die Türkei erklärt v. d. Goltz, daß er mit großer Befriedigung auf die gegenwärtige Armee der Türkei blicke, die während der letzten Jahre große Fortschritte gemacht habe. Er sei überzeugt. daß sich die Türkei glänzend rechtfertigen werde. Deutsche Offiziere unter dr» Arabern? (W. T. B. Nichtamtlich.) „Daily Mail" meldet aus Rabat vom 29. November: Die militärischen Sachverständigen sind der Meinung, daß sich deutsche Offiziere unter den aufständischen Stämmen im Innern befinden, da die Taktik der Araber auf europäische Organisation schließen läßt. Liebesgaben aus der Türkei für unsere Truppen. Kon- stantinopel, 12. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) „Terschu- man-i-Häkikat" zufolge bereitet das osmanische Landesverteidigungskomitee die Sendung von 2 Millionen Paketen Tabak aic die österreichisch-ungarische und die deutsche Armee vor. Auf den Pakete» werden die österreichisch-ungarische, deutsche und osmanische Fahne einander kreuzend dargestellt sein. Vom Balkan. Die Nordalbanesen erkläre» Serbien den Krieg. K o n st a n- tinopel, 13. Sept. Aus Skutari kommt die beglaubigte Nachricht, daß die nordalbanischen Stämme an Serbien den Krieg erllärten. Ein Albanese, der die Zügel der Regierung in Nordalbanien in der Hand zu halten scheint, übermittelte diese Erklärung an Serbien. Die Tatsache, daß die kriegerischen Stämme Nordalbaniens sich im jetzigen Augenblick in Bewegung setzen, kann für die Eestaltung der Verhältnisse in Serbien leicht entscheidungsvoll werden. Ein Widerstand Montenegros gegen Nordalbanien ist bei dem großen in den Schwarzen Bergen herrschendeii Elend nicht zu besorgen, sodaß die Nordalbaenesen ihre ganze Kraft gegen Serbien verwenden tonnen. Serbische Schreckensherrschaft in MazeLvuirn. Sofia, 12. De,:. (W. B. Nichtamtlich). Meldung der Agenee Bulgare: Aus Gorna-Dschumaja wird gemeldet, daß Städte »ud Dörfer dieses ganzen Erenzbezirkes von mazedonischen Flüchtlingen überfüllt sind, die unaufhörlich auf bulgarisches Gebiet strömen. Trotz der Fürsorge, deren sie teilhaftig werden, ist der Zustand der Flüchtlinge äußerst traurig. Die Unglücklichen erzählen init Tränen in den Augen von Martern, die sie von den griechischen :-"d serbischen Behörden sowie der Komitadschis zu erleiden gehabt haben. Aus ihren Aussagen geht hervor, daß die Schreckensherrschaft kn Mazedonien anstatt nachzulaisen von Tag zu Tag unbarmherziger wird. Einkerkerungen, Haussuchungen, ja sog,.: Morde werden ohne Unterläße offen vollzogen. Die geiechischen und serbischen Grausamkeiten sind angesichts der Möglichkeiten des Verlustes dieser Provinz zum Parozis- nius nusgeortet. Wahrhafte Naterlan-strenn-e in Italien für -en Sieg Deutlchlandg nnd y)elierreichg. Budapest, 12. Dez. (SB- B. Nichtamtlich). Der römische Korrespondent des „Pester Lloyd" teilt dis Anschauung eines ttaliemschen Politikers aus der Regierungspartei über die letzten Erklärungen Salandras mit. Der Politiker sagt: Vereinzelte Rufe: Sympathie für Belgien, Eoiva Triefte! in der letzten Kammersitzung machten mir Freuds. Denn sie zeigten offenkundig, wie isoliert solche Bestrebungen in der Kammer da- ftehen. Alle ernsten Baterlandsfreunde in Italien wünschen den Sieg Deutschlands und Oesterreich-Ungarns, und zwar nicht so sehr aus Liebe zu Deulschland und Oesterreich-Ungarn, als >n dem wohlerwogenen italienischen Interesse. Welches wäre die Lage Italiens angesichts der durch die eZrtrümmerung Oesterreich-Ungarns verstärkten Macht Rußlands aus dem Balkan, das dann selbst in der Adria auftauchen würde? Dieser Zustand würde durch die Besiegung Deutschlands und die Dienst, b-flissenheit Frankreichs bis zur Unerträglichkeit verschärft werden. Das sahen selbst unsere intelligenten österreich-feindlichen Politiker ein, die schon bei Beginn des Krieges die Ausdehnung der russischen Herrschast auf dem Balkan als einen Casus belli für Italien bezeichneten. Salandra sagte, daß das gegenwärtige Kräfteverhältnis zwischen Italien und den liinf- tigen Siegern nicht verschoben werden solle. Dies bedeutet, daß Italien eine solche Vergrößerung anstreben muß, die nicht die Besriedigungvon von Gefühlen, sondern einen Machtzuwachs bedeutet. Der Machtzuwachs für Italien kann nur durch die Eroberung einer Vormachtstellung in dem Mittelländischen Meere erreicht werden. Ich will nicht sagen, schloß der Politiker, daß Italien unbedingt in den Kampf gegen die Triple-Entente eintreten muß: Italien wünscht den Kampf mit niemand. Wenn es auch rüstet, hofft es doch, seine Interessen und sein Programm auf friedlichem Wege verfolgen zu können. Nur wenn diese Hoffnung endgültig trügen würde, würde Italien zu anderen Mitteln greisen. der heilige ilaier und der Weihnachls- Rom, 12. Dez. (W. V. Nichtamtlich). „Osseroatore Ro mano" schreibt: Einige Zeitungen hatten die Nachricht ver- breitet, daß der Papst die Jnitiattve ergriffen habe, um von den kriegführenden Mächten wenigstens für den Weihnachis- seierlag eine Waffenreuhe zu erwirken. Diese Nachricht entspricht der Wirklichkeit. In der Tat hat der Papst als Beweis des Glaubens und der Ergebenheit gegenüber Christus dem Erlöser, der vor allem ein Friedenskönig und Friedensfürft »st, und gleichzeitig aus dem edlen Gefühl der Menschlichkeit und des Mitleids heraus, besonders mit den Familien der Kämpfer, sich vertraulich an die Regierungen der Kriegführenden gewandt, um zu erfahren, wie sie den Borschlag einer Waffenruhe während des so teuren und feierlichen Festes ausnehmen würden. Alle befragten Mächte antworteten, indem sie erklärten, daß sie den erhabenen Geist der päpstlichen Initiative hoch elnschätzten. Die Mehezahl gab ihre Zustimmung kund: indessen, da einig« Mächte glaubten, sie nicht praktisch unterstützen zu könne», konnte die Initiative nicht verwirklicht werden, da die Einmütigkeit der Zustimmung fehlte, die notwendig gewesen wäre, um das vom Baterherzen des Papstes erwartete wohltätige Ergebnis zu erreichen. Bus Frankreich. Wenig Hoffnung in Frankreich. Nach der „Kölnischen Zeitung" äußer» sich französische Blätter pessimistisch über die Lage, wozu noch das Ausbleiben der Japaner kommt. Die Frage über die Dauer des Krieges wird lebhaft erörtert. Es fei eine unbegründete Hofftrung, meint das „Journal", daß Deutschlands Hilfsmittel bis nächsten Sommer erschöpft sein werden. Damit der Friede herbeigefühtt werde, müsse eine der beiden Parteien zur Ueberzeugung gelangen, daß weitere Anstrengungen unnütz seien. Deutschland habe endgültig gesiegt, wenn die Verbündeten über die Loire zurückgeworfen seien, wenn England sich im eigenen Land bedroht fühle und wenn die deutschen Heere eine Schlacht vor Petersburg und Moskau gewonnen hätten. Das Kriegsende werde früher wie 1870 kommen, von einer Massenerheoung des französischen Lölkes könne, nachdem jeder wehrfähige Mann zu den Waffen gerufen ist, keine Rede sein. Das aufgehobene Schandurteil. Paris, 11. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Der Revisionsrat des Militärgouvernements hat wegen eines Formfehlers das Urteil des Kriegsgerichts kassiett, welches neu» deutsche Militärärzte wegen Plünderung in Lizy-sur-Oureq zu Strafen von sechs Monaten bis 2 Jahren verurteilte, und hat die Sache vor ein anderes Kriegsgericht verwiesen. Französische Musterungsergebnisse. Dem Lyoner „Republi- cain" zufolge wurden bei der erneuten Untersuchung der ftüher Ansgemustetten und Zurückgestellten der Jahresklassen 1898 bis 1907 im 4. Lyoner Bezirk von 789 Gestellungspflichtigen 202 felddiensttauglich befunden, 79 den Hilfstruppen zugeteilt, 28 zurückgestellt und 490 endgültig ausgemustert. In den übrigen Lnoner Bezirken war das Verhältnis ungefähr dasselbe. Pseedemangel. Paris, 12. Dez. (W. B. Nichtamtlich). „Echo de Paris" meldet: Angesichts des Pserdemangels und der Unmöglichkeit, Kavallerie auszubilden, hat der Kriegsmi- inster Millerand di« Bildung zahlreicher Radsahrerkompagnien angeordnet, welchen nahezu alle sonst zum Kavalleriedienst geeigneten Rekruten des Jahrgangs 191b überwiesen werden. Die Pfe>»ennch,»cht i« Gefahr. Basel, 12. Dez. (W. B. Nichtamtlich). „Petit Journal" beschuldigt, den Baseler Nachrichten" zufolge, die Militärverwaltung, durch unsinnige Re- yuisition der kräftigsten Pferde die ganze Nachzucht ruiniert zu haben. Hunderte solcher Stuten verendeten schon tn den ersten Wochen des Feldzuges. Der Verlust gehe heute in die hunderte von Millionen. Französischer Blödsin». Von welcher Größe und Alberuhett oft du Bären sind, die man dem französischen Volke aufbindet, zeigt folgendes Beispiel: Ei» höherer französischer Offizier, ’yt*. m der an den Erfechten von Ppern teilgenommen hat, erzählt im «Tri d« Pari,", daß dort ein Angriff der preußischen Garde durch da, schwere französisch« Eeschützfeucr abgewiesen wurde. Nun dürfe aber die preußische Garde nie weichen. Zur Strafe und um sich von dem Vorwurfe zu reinigen, einmal gewichen zu sein, mußten am folgenden Tage zwei Kompagnien der preußischen Garde ohne Waffen und ohne Artillericdcckung (!) !m Paradeschritt gegen die französischen Stellungen marschieren. Di« Franzosen betrachteten diese wehrlosen Gardisten -!i will, kommen« Zielscheiben, und keiner von den 1000 Mann entging dem Tode. Aber die Ehre der Garde war wicdcrhcrgcstellt. _ To erzählt, wie gesagt, ein französischer Offizier. Ans Rußland. Gedrückte Stimmung in Petersburg. Zn Petersburg ist die Stimmung sehr gedrückt. Dafür ist ein Beweis ein Artikel, den der bekannte russische Politiker Meschtscherski im „Reisch" veröffentlicht. Er gibt zu, Laß die Schwierigkeiten auf dem Balkan aus die letzten Mißerfolge der Rusien in Polen mit zu- rückzusühren seien. Es sei zwecklos, zu verheimlichen, daß die Lage Serbiens sich täglich verschlimmere, daß eine griechische Hilfeleistung unwahrscheinlich sei und daß es schließlich nicht ausgeschlosien wäre, daß viele serbische Politiker eher bereit seien, eine Annäherung an Oesterreich zu suchen, als aus Mazedonien zu verzichte». Nur große militärische Erfolge der Russen könnten eventuell die Stimmung aus dem Balkan günstig beeinslusien. Zusammenstoß zweier Bombenzüg«. Zwei mit Bomben beladene Züge stießen zusammen; die Explosion war furchtbar, so daß die 72 Wagen buchstäblich in Pulver verwandelt worden sind. Aus England. Line Kennzeichnung der englische» Hetzpressc durch ein englisches Blatt. ..Daily News" beschäftigen sich an leitender Stelle mit der englischen kriegshetzerischen Presie und stelle» diese mit großer Aufrichtigkeit an den Pranger. Besonders wird die oft bewiesene Uuwahrhaftigkeit der „Times" und der „Daily Mail" scharf gcbrandmarkt. Als besonders schlagendes Beispiel wird aus die Haltung der „Times" in bezug auf die Person de Deutschen Kaisers hingewiescn, den dieses Organ früher in wahren Lobeshymnen verherrlicht habe, während es fetzt einen ganz entgegengesetzten Standpunkt einnehme. „Daily News" schließen ihre Ausführungen mit der Hoffnung, daß die verlogene Zingoprcsie Englands, die ein großer Teil der Schuld an diesem entsetzlichen Kriege tresse, von dem Sturme der ös- sentlichen Entrüstung wcggesegt werden möge. Verbot einiger Zeitungen. „Daily Mail" meldet: Die Regierung untersagte die Verbreitung der Zeitung „Jrish- world", des offiziellen Organs der Irländer in Amerika, aus irischem Gebiet«. Auch der „Gaslic American", der in Rew- york erscheint, wurde verboten. Der Goldbestand der Reichsbank Stockholm, 12. Dez. (W. V. Nichtamtlich). „Stockholms Dagbladet" bespricht die Mitteilung über den Goldbestand der deutschen Reichsbank und sagt: Die Goldpolitik der deutschen Reichsbank gibt ein glänzendes Beispiel dafür, was eine zweck- bewußte, kraftvolle Leitung vermag. Die Zeitung betont den große» Eoldumlauf im Deutschen Reiche und die gesteigerte **»« ,, »iontag, den 14. Dezember 181« Warenaussuhr der letzten Jahre. Die R-ichsbank Hab« .iese Goldvermehrung durchgrsührt, und zu gleicher Zeit sei Deutschland als Finanzier anderer Länder ausgetreten und babe Kapital exportiert. Die Haferprestc. Berlin, 12. Dez. (SB. 8. Nichtamtlich). Wie wir von out unterrichteter Sette hören, werden die monatlichen Zuschläge zu d-n Haserxrriftn, dl: in. der Bundesratsvcrordnung über die Höchstpreise für Hafer sestgesctzt worden sind, in Kürze durch den Bundesrat aufgehoben werden, weil diese sogenannten Reports sich als unzweckmäßig erwiesen haben. Die hafiibefitzer werden daher gut tun, ihre hafervorrätc möglichst bald dem Markte zuzuführen, da sie sonst nur die Zinse» verlieren und für alle Mühe und Kosten keinen Ersatz im haser- preis erhalten, die sie für die gute Konservierung des Hafers anfwendcn müsien. Vereinigte Landwirte. (»rlsgrnppe Rodheim v. d. £). heute Abend Punkt 7 Nhr Versammlung in der Gastwirtschaft „Zum Bahnhof" (v. Hayn). Um vollzähl. Erscheinen wird gebeten. OberErirnbach, 13. Dezember. (Nachruf!) Mitten in den Schrecknissen des Krieges hat uns am Samstag im Heimatlande jäh und unerwartet ein ti »schmerzlich?! Uiigiücksfall betroffen. Unsere Hoffnung, daß »»ser lieber und unbergcßlichcr Freimd Alois Haas von Ober-Erlen» bach, von seinen schweren Verletzungen Qcncfcn werde, hat sich nicht bewahrheitet. Gott hat ihn durch einen raschen Tod von seinem Leideii erlöst und ihn vor einem Leben im Siechtum bewahrt. So hat auch er »ns verlassen, die wir ihn schwer vermissen werden. Er war ein treuer (batte und sorgender Vater, ein lieber und hilfsbereiter Freund, fleißig, arbeitsain und weitblickend in seincni Benit, dabei über feine Berufsarbeiten niemals die Sorge siir die Allgemeinheit vergessend. Wir halten sein Andenken, als da? eines wackeren deutschen Mannes, der als solcher iiberzengnngstre» an seinem Glauben gehangen hat, allezeit hoch in Ehren. Er möge eingehen zu seines Herrn Freude! Ans der fjrimitt. * Bleichenbach, 14. Dez. Am 7. Dezember ging mit einem Male di« Kunde durch unser Dorf, der langersehnte Peiroleum- wagen sei angekommen. Im Ru lies alles, Klein wie Groß, durcheinander und stürmten die Krämerläden. Die Krämer gaben nur kleine Quantums von 1 und y, Liter ab. Manche Leute besuchte» aber mehrere Läden und brachten cs dadurch zu einem höheren Quantum. Bei einem Krämer soll die Pumpe durch das lange Müßigstehen unbrauchbar geworden fein. Gewiß wird uns dieser Unfall Ende dieses Monats zugui kommen. * Bleichenbach, 14. Dez. Bei der diesjährigen Viehzählung cm 1. September hat sich in unserer Gemeinde folgendes Re- ____Seite kl. futtat ergeben: 38 Pferde, 527 Stück Rindvieh, 132 Schafe, 102 Ziegen und 633 Schweine. Hessen-Rassau. * Eschborn, 12. Dez. Bei der Beerdigung eines in einem Franlsurtcr Kranlcnhausc gestorbenen Kindes trug sich ein eigenartiger Borsall zu. Als man den Sarg öffnete, um da» Kin> noch einmal zn sehen, öffnete sich ein Auge des Kindes. Die Beisetzung wurde sofort unterbrochen, da man annahm, daß das Kind nur scheintot sei. Ein Arzt stellte jedoch den Tod in unzweisclhnflcr Weise fest. Siaerenourg. " Dorwftodt, 14. Dez. Für festgesetzte Brandcnlschädigmi- gcn wurden noch der amtlichen Statistik i„t Jahre 1913 534,645 Mark bezahlt. Aus die Provinz Starkcnburg lommcn an Ent- schädigungcn 35,13 Prozent an Beiträgen 44,38 Prozent, also an Entschädigungen 9.25 Prozent mehr, in Obcrhcsien Entschädigungen 34,77 Prozent an Beiträgen 23,24 Prozent, also 1l,53 Prozent Entschädigungen mehr, in Rhcinhcsien Entschädigungen 3U.lv Prozent, Beiträge 32,38 Prozent, also 228 Proz. an Eni. schädigungcn weniger, die fünf größten hessischen Städte er. hielten an Eiitschädigungeii 80,13 Prozent, zahlte» an Bciirä- pe» 50.80 Prozent, erhielten also an Entschädigungen 29.33 Prozent mehr. Die Entschädigungen aus je Mk. 1900 Umlage- lapiial betragen in der Provinz Starkcnburg 0,20 Mk„ in Obcrhcsien 0,39 Ml., in Rheinhesic» 0,21 Ml., im ganzen Großhcrzogtum 0,26 Ml., in der Stadt Mainz 0,08 Ml , in Darmstadt 0,02 Ml., Osfc,Ibach 0,22 Mk,, Worms 0,14 Ml.. Gießen 9,94 Mk., in den fünf Städte» zusammen 0,13 Mark, in den Landgemeinden 0,35 Mk. An Brandentschädigungen winden 1913 ausgezahlt: in Slarkcnburg 222,026 Mk.. in Ober- hcsicn 220.667 Mk., in Rhcinhesien 191,652 Mk, An Berwol- «ungskostc» entstanden 299,261 Marl. Vergütungen a» Gemeinden für erhöhten Feuerschutz 369,000 Mk. Beiträge a» die Fcucrlöschkasic Mk. 50,000, zur Ergänzung des Betriebsfonds nach Art. 50 a des Brandvcrsichernngsgcsetzcs 150,000 Mk., Im Ganzen 1,403,900 Mark. Aus Rlieinbess«». * Cefoiiomietat Lichtenftein t- 8!,ich kurzer Krankheit ist O-konomierat Lichtenstein gestorben. Er war früher Land- tagsabgeordnctcr für den Kreis Ingelheim und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Vereins von Rhcinhcsien. I» sein:» letzten Jahren ist er wenig an die Oessentlichkcit getreten. Frankiiirier A-elierberickit Boraussog«: Bedeckt, zeitweise Niederschläge, mild, süd westliche Winde. Verantwortlich siir den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: K, S ch m i d t, Fricdberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A. G„ Friedberg i. H. Der Schweinemarkt «int 17. ds. Mts. wird Wege» der «lefahr des Umsichgreifens der Maul- u. Klauenseuche im Kreise A-riedberg nicht ab geh alten. Friedberg. 11. Dez. 1914. ___ Der Bürgermeister: Stahl. Milch Dlmklayrmg. Zlelinn? am TI Wfz, Gießern Gewerbe- Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren schmerzlichen Verluste unseres einzigen hoffnungsvollen Sohnes, der auf Frankreichs Eide den Heldentod starb, jagen wir allen unseren tiefgefühlten Dank. Insonderheit sprechen wir Herrn Pfarrer Kastendick für seine trostreichen SBorle, sowie Turn- und Kriegeroerein, besonders Gesangverein und Schulkindern für ihr schönes Lied, vielen herzlichen Dank aus. Erbstadt, den 14. Dezember 1914, Die Ironrrnden Hinterbliebenen: Familie Kutlz. Bedeutender Milchoertrieb in Frankfurt a, M„ piompier, isichercr Zahler, sucht zur Ausdehnung seines Abnehmerkreises sofort .oder auch später größere Menge nur guter Milch ,u höchsten Tages- S Garantiert dauernde und steigende Abnahme Evenll. nussisiluntgs - Lose B«-°flichtun»en. 111 , < ep-ntn ■ litt, ss pfn Offerten-mit Preis und Angabe der Menge unlcr „Milch. HI» > (Parto I lull 25 Plj. mair) Angebot an Rudols Aloise, Annoncen Ervedition Frunlsurt o. m slnck in allen bekannten > 1 --- Lose- Geschäften zu haben. | 1640 Gewinne im Werte vonMkh 30000 Hauptgewinne ■Ziehung 19.U.2I. Dezember «r ">Weilina&lits Todes-Anzeige. Heule Nacht «nlichlies sanft nach langem mit großer I ! Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser auier | Barer, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel I JUirr Mulls | im vollendeten 50. Lebensjahre. Bad Nauheim, den 13. Dez, 1914* Jin 'Jlwimi der trauertiötu öintfrblicbfHen: | Helen« jilntl) grd. Spier tt. Kinder. Dl« Beerdigung sindet Dienstag, den 15. Dezember I I nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des neuen Frtedhoje» | aus statt. Danksagung. Für die erwiesene Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Gatten, für die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Sattler, dem Kriegerverein für die erwiesene Ehre, für die vielen Kranzspenden und für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung, sagt herzlichen Dank. Staden, den 12. Dez. 1914. Im Mim der trauemb Hintkrblitbtm: Marie Korell, peb. Laukttl. uws. General-Vertrieb Ricltar;! BucSuicker, (ilcurn. Thüringer Ifliiseiims in Eisenach. 3333 siewinne zus.ütok 15000 5000 if» Q-'S Ä öS cO Bar ohne Abzug zahlbar jWMlMSS Loffcrlebank G.m.b.H. Eisenach. Ferner in von durch PlakaFe 1^ BnnWJrtKon Y2rkS‘jfw“i“ui!cri. Junger .Hansbursche gesucht. Bäckerei Mutt,, Friedberg, am alten Bahnhof. Einige Meter Duchenbrennholr gibt ab Zimmermeister Soor, Friedderg < Fauerbach. LifKllNililMIlllllllg. Donnerstag den 17. Dezember. Vormitiags 10 Uhr, läßt Unter- zeichnele nachitehendes lebendes und toles Inventar gegen Barzahlung or,taufen: 2 Kühe, 2 Mutierschwelne, 3 Fettschwcinc, 1 Zenlrifuge, säst neu, eine säst neue Sämalchine (t Jahr gebraucht), 1 Eullioator, 2 Wagen, mehrere Pflüge und Egren, mehrere landwirtschasll. Octonomie- geräie, ca. 260 Zenincr Dickwurz ea. 60 Zentner Kartoffel, eine Partie Heu, Stroh und Spreu, Ober-Florstadt, ll. Dezember 1914. Wilhelm Otto Schäfer Ww. Kröstitt Arbeiter gesucht. Stundenlohn 40 Psg. üiktsch, Lrllükr & (fj. Griesheim a. Main. Mehrere hundert leere ßiprrenföiteii billigst abzugeben. Nähcies in del Expedit. d, N. Tageszeitung. Eine schwere Simmenialer frildimflkfnK’ üoh mit zweitem Kalb (Murterkalb) zu verlausen. Georg J>-ngmann, Wehrheim in, Tounu,.__ Aklttlks jchwklks fftti für Lastfuhrwerk, ein- und zwci- jpännig gesahien, zu veikaute». Garantie “■ frei. ly yc l ui;n:ii, utiumivii. nti« für züglest und lchler- Pre!» 800 Mark. Zu er- Nr. z’jz Neue Tageszeitung. Montag, den 14. Dezember 1914. ert'l Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Gatten, unseren herzensguten Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Alois I heute mittag infolge eines Unglücksfalles, im 40. Lebensjahre, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Ober-Erlenbach, den 12. Dezember 1914. Im namen der trauernden Kinterküebeien: Elise Haas, geb. Kiefer und Kinder. Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 15. Dezember, nachmittags 1 Uhr. m m Infolge eines Unglücksfalles verstarb am 12. Dezember unser unvergeßlicher Vorsitzender, Herr Landwirt AliNS ipCICIS Schmerzgebeugt traf uns diese Botschaft, denn wir sind dem teuren Verstorbenen bis wett über das Grab hinaus den vollsten Dank schuldig. Seit Gründung unseres Vereins leitet er dessen Geschäfte in tatkräftiger, aufopferungsvollster und uneigennützigster Weise. Er war Jedem ein treuer Freund und Berater, deshalb wird das Andenken unseres wackeren Ve- rufsgenossen allen Mitgliedern stets als Beispiel getreuer P'lichterfüllung dienen. Möge der liebe Eott seine segensreiche Arbeit mit u tvergänglichem Lohne vergelten: denn von ihm gilt der Spruch' „Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben". Der Bauernverein zu Ober-Erlenbach. •— ‘S rt V. * St*-.', ■ .. ' Schon wieder hat der unerbittliche Tod aus unseren Reihen ein edles Opfer geholt: Am 12. Dezember verstarb an den Folgen eines Unglücks, alles unser stellv. Vorslands- initglisd und Vertrauensmann der Ortsgruppe Stets über 100 Stück vorrätig Landwirt zu Ober-Crlenbach. Erfüllt von tieister Trauer, geben wir unseren Mitgliedern von diesem abermaligen Heroen Verlust Kenntnis. Der liebe Verstorbene, Leisen Ceb. n und War u a. cn T etu.s* genossen als Vorbilv dienen möge, wird uns als lieber Kollege, als guter, braver Mensch und als übcrzeugungstreuer Christ ewig unoergeglich sein. Gott gebe ihm die ewige Ruhe! öcr llorfifiitii derKertinigltn Jniikhl? ti. fritiilifnrt tu M. u. lim* 3. A.: Der Vorsitzende Biehmann. Die Geschi jtssührer: Hensel u. Hirsch l. Wir bitten unsere Mitglieder, sich recht zahlreich cm der am 1ö. Dezember Nachm. 1 Us r staltfinüendcn Beerdigung einmfinden. Teppiche Eli! wiIIiie Bettkolter« i. 7 .” Plisth-, M-, Filz- nt MM-UtiMi SIeepMe», ist- unt Sei NeIIeI-, Pique- ul II- H3lleeEetten ul lisU-Eeleche in vielseitiger Auswahl Hafer J. üirscii Friedberg Telephon No. 1 Dem Rathanse gezenübei