rkummer 293 Samstag, den 12. Drirmdrr 19 l^. 7. Jahrgang tt tt •f 4 + » tci Den »graten monoilnt-*50 Pip. >'tn,u"tritt*^oRgeb^ta^o^i^ItäMtioh''' ““ 9 • •?!« ^wnnllube'. #«|ao»«nr*i*T Be, Den P-ft-nst-Üen oierteliaijtUct, ;uif. 1/ij LUiiiOunnson Rrirth." vi„,n?T * ^ ,, » ru: *»QuD,eUe 20 P,g., IoIbIc 13 tilg, «nie,gen von auswärts werden Durch Po .Nachnahme eri,oü,i riuuunflsot, grieBberg. ^d,r,ftle,« n n, unD tl.rln, .nesbern i»encn .. ,■, „a 8 c li Temigrecftei «S. P-flcheck-L-ttt. Br. « 8 . 59 . ««. S r«nl|,,r. »|. ’ 2 JHillioriirit Gold auf der llridjalianli. ^luch der Kreuzer „Nürnberg" gesunken. — Fortschreitende Angriffe iit Polen. — Das (<„de des Burenanfftandes. Ilrbrr 2 Milliardkn Gold in dkr Keichsbank! Dank der in diesen schweren Tagen überwältigend großartig zutage tretende» Vaterlandsliebe und dem durch die Presse so nachhaltig geförderten Interesse der gesamten Bevül- terung an der Entwicklung unserer wirtschaftlichen Kräfte hat der Goldbestand der Reichsbank laut ihrem Ausweise vom 7. Dezember zum erstenmal seit Bestehen der Reichsbanl die zweite Milliarde überschritten.. Damit wird dieser 7. Dezember zu einem der denkwürdigsten Tage des Wirtschaftslebens, doppelt denkwürdig im Hinblick aus die gewaltige Zeit, in die er fällt. Ilm so mehr soll das deutsche Volt an ihm nicht unberührt vor- übergehen, sondern sich der Bedeutung dieses Ereignisses freuen und sich dessen Mahnung nicht verschließen. Was sagen uns diese 2 Milliarden Eold? Cie sagen uns ei» Zehnfaches. Zum erste». Der Goldbestand der Reichsbank, der vor Iahresirist noch nicht 1/, Milliarden Mark betrug, hat heute schon eine Höhe erreicht, wie sie in sorglosen Tagen niemals auch nur im entferntesten erzielt worden ist und erhofft werden kannte. Zum Zweiten. Unsere Reichsbank vermag dafür, daß ihr diese Summe Goldes i» die Hand gegeben ward, über 8 Milliarden Mark Reichsbanknoten auszugeben, in Höhe dieses Betrages unserem wirtschastlichen Leben durch Ankauf von Wechseln finanzielle Hilse zu leisten, aus solche Weise den größten Teil der deutschen Unternehmungen vor einschneidenden geldlichen Schwierigkeiten zu bewahren und eine gewaltige Zahl von Arbeitnehmern vor dem Brotloswerden zu schütze». Zum dritten. Dank dieser finanziellen Wehr sind zum Ingrimm der feindlichen und zum Staunen der neutralen Mächte alle Voraussagungen, Deutschland werde schon nach kur- zer Zeit wirtschaftlich zusammenbrechen und sich den schmähliche» Forderungen seiner Gegner fügen müsien, kläglich zunichte geworden. Zum vierten. In dem gegenwärtigen Ringen aus Tod und Leben, durch das England de» deutschen Handel zerschlagen, die deutsche Industrie vernichten, die deutsche Bevölkerung dem Hungertode weihen will, ist der Sieg aus wirtschaftlichem Gebiet von der gleichen Wichtigkeit, wie der Sieg aus dem Schlachtselde. Zum fünften. Wie ein jeder Tagesbericht unserer uallber- trefslichen Heeresleitung ein Zeichen militärischer Macht und Stärke Ist, so gibt jeder Wochenbericht unserer Reichsbank der Welt Kunde von Deutschlands finanzieller Macht und Kraft. Zum sechsten. Während selbst die größte aller ausländischen Banken, die Bank von England, zur Ausrechterhaltung des heimischen Wirtschaftslebens Gold aus den Kolonien, ans den Vereinigten Staaten von Nordamerika, aus Frankreich, aus Rußland, kurz aus aller Herren Länder zusammenscharren muhte, hat das deutsche Volk aus eigener Kraft von Woche zu Woche den Goldschatz unserer Reichsbank fort und fort gestei- **' 3„m siebenten. Als sich die Grenzen der deutschen Lande fchlosien, öffneten sich die Herzen und mit ihnen die Geldbeutel der deutschen Bevölkerung. Die Vaterlandsliebe ward zum Schlüssel, der auch die sorgsamst verwahrten Truhen auisprin- gen lieh Ein jeder, der sein Eold der Reichsbank zum t!m- wechseln brachte, trug nicht nur völlig gleichwertige Neichsbank- noten in der Brusttasche heim, sondern dazu auch noch das stolze Gefühl im Herzen: „Die goldene Wehr des Vaterlandes, sie ist auch mein Werk." Zum achten. Niemand sollte denken: Was kann Dein Goldstück helien? Nur dadurch, dah Goldstück zu Goldstück kam, vermochte sich die Eolddecke der Reichsbank machtvoll und immer machtvoller zu dehnen. 2 Milliarden Mark Gold in den Kellern der Reichsbank: Das einzelne Goldstück hat dies ge- la»! . . Zum neunten. Jeder deutsche Mann, ,ede deutsche „rau sage sich: „Hätte ich eine Wasse, sei es ein Schwert, sei es ein Gcm.hr oder dergleichen und das Vaterland bedürfte die,er Waise i» Verblendung heimlich verstecken, sie also dem Vaterlande zu seinem Schutze verweigern, dann wäre ich nicht wer!, r ,, w-->s-hc' ;s fein" Im wirtschaftlicher» Kampse ist Gold Schwert und Schild zugleich, darnach handele ein jeder. Zum zehnten. „Ueber 2 Milliarde» Mark in Gold!" Eine gewaltige Summe und doch nur ein Teilbetrag der in De»,,ch- land vorhandenen Goldmünze». Mehr als 5. Milliarden Mk. Gold sind zu deutschen Münzen ausgeprägt worden. Ungeheuer groß ist daher die Summe gemünzten Goldes, die in der ..ctzt- zeit noch Lberfliissigerweise von Hand zu Hand laust oder unnütz im Kasten ruht. Du, Leser, bist der Mann, m.tzuhelien, »ah sich die deutsche wirtschaftliche Rüstung immer machiigrr gestalte. Welchem Stande Du auch angehören mögest, erkenne. dah es eine sürwahr heilige Pflicht ist, in dieser Zeit der Au Ipannung aller Kräfte das Gold zu sammeln, Ui» es der Reichsbank zu bringen, wo allein es nutzbringend wirkt und da:» Vaterlande dienstbar gemacht wird. Darum zur Reichsbank mit dem Golde! Man gebe dem Vaterlande, was des Vaterland»; ist! Die große Zeit duldet kein kleinlich denkendes Geschlecht! Sämtliche Postanstalten im Deutschen Reiche sind verpslich tet, Goldmünzen in Papiergeld umzuwechseln und a» die Reichsbank abzuliesern. Der deutsche Generalstab ---— meldet: - 11 WTB. Gros;cs Hauptquartier, 11. Tez., vormittags. Amtlich. In Flandern machten wir Fortschritte. Westlich und östlich der Argonnen wurden feindliche Artilleriestellunge» mit Erfolg bekämpft. Französische Angriffe am Bois de Pretre westlich Pont n Mousson wurde abgewiesen. Oestlich der masurischen Seeulinie keine Beräudernnge». In Nordpolen schreiten unsere Angriffe vorwärts. In Südpolen nichts neues. Oberste Heeresleitung. , ------------------------——.——= • Der deutle Admiralstab ij == meldet: -i_____ _____ _J Berlin. 1L Dez. (SB. T. B. Amtlich.) Nach weiterer amtlicher Reuter Meldung aus London ist den verfolgenden englischen Kreuzern gelungen, auch S. M. Schiff „Nüru- berg" zum Sinken zu bringen. Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes: B e h n ck e. Hit S'djlnrfit nn dt» Mland-Jniflil. Amsterdam, 11. Dez. Reuters Bureau veröffentlicht noch folgende ofsiziclle Meldung über die Seeschlacht: Die Seeschlacht dauerte fünf Stunden mit einigen Zwischenpau- scn. Die „Scharnhorst" sank nach drei Stunden, die „Gneist na»" zwei Stunden später. Die leichten deutschen Kreuzer zerstreuten sich, wurden aber durch englische leichte Kren- zer und Panzerkreuzer verfolgt. Kein einziges englisches Schiff soll verloren gegangen sein. lieber die Seeschlacht haben die b!S jetzt eingctroffenen englischen Leitungen noch keine Berichte. Der englische Korrespontdent der „Tpd" meldet: Verschiedenes deutet dar- ans hin. das; der englischen Admiralität bekannt war, dah nach der Schlacht an der chilenischen Küste die deutsche Flotte um das Kap Horn herum gefahren war, in der Absicht, auf englisch«: Tampfschifsc im Atlantischen Ozean Jagd zu machen. Aus mehr als einem Punkte kreuzten starke bri- tische Geschwader, um die Meere abzusuchxm, bis eine Flotte unter Vizeadmiral Stimdee das- deutsch«: Geschwader einige hundert Meilen vom Südpunkt Südamerikas entdeckte. Das Geschwader war von Koblenschiffen begleitet und ftihr in einer nicht dichst aneinander geschlossenen Linie binter „Scharnhorst" her. Sobald es den Gegner in Sicht bekam nahm es die Gefechtslime ein und zu gleicher Zeit den Kurs ostwärts in der Absicht, beim Eintreten siktznicriqer Verhält- ritte die freie Bahn, offen z» behalten. Durch geschicktes Manövrieren des englischen Befehlshabers wurde jedoch „Scharnhorst" rasch durch stärkere britische Schiffe eilige- i-glvNon, die z» gleicher steit einen Teil des Geschwader? ab- sandern konnten und daraus den weniger rasch »den „Gneisenau" ansielen. Als beide Schisse anher Gefecht ge- sebt waren, versuchte die „Leipzig" mit „Nürnberg" und „Dresden" z» flüchten. Dies gliuue mir utr. beiden letzt- arnannten Schiffen, da der „Leipzig" der Ausweg abge- schnitten w'"de. Vfl djtrrfiilluntt bis ans Eiidt. London, 11. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Ter Flotten- korrespondcnt der „Times" schreibt: In der Seeschlacht bei den Falklandsinseln ist es anzunehmen, dah die Gesechrsbe- dingnngen das Gegenteil von denen an der chilenischen Küste waren. Größere schiffe und besseres Schiehe,, lubet: i.n Ausschlag gegeben. Wie können auch sickp, sei», dal: Admiral von Lpee und die Besatzung seiner Schffse mit der grösste,, Tapferkeit kämpften und ihre Pflicht b,-: ans Ende 1 . 1 fiillfcn und in Ehren starben. 3if laiidiilWtriiM brr Em-en. derliu, 11. Dez. Die „Voss. Ztg." meldet aus Amster- dam: Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus ans Batavia ist der Schooner Geysha, auf dem die Landiinqs truppe der „Emden" entkam, am 27. November in Pqdan-l (Südwestküste von Sumatra) nngekommcn und hat dort Proviant eingenomnic,,.' Der Schooner war also drei Wochen auf See. Erfolgreiche COffrnfior der Neulich,n in Polen. Petersburg, 11. Dez. Die Blätter melden von einer furchtbare» deutschen Ossensive aus Koluski, also weil ösl lich von Lodz. Die Russe» hätten Tusezyn nördlich Petrilau räumen müssen. Es verlautet, daß jetzt auch Petrlkau selbst aus strategische» Gründen werde geräumt werden müssen. Das Generailommando, das sich in Petrikau besand, ist weiter zurückverlegt worden. Diese Meldung, von russischer Seite stammend »nd daher sicherlich nicht zu uasere» Gunstea gesärbt, beweist, daß die deutsche Offensive auch südlich von Lodz erfolgreich vorwär.s geht, Hiiideridnrgs Dank. .Hannover, 10. Dez. (W. B. Mchtamtlich.) General- feldmarsä-all von Hindenburg sprach aus die Kunde vou dem Huldigungszug der hannoverschen Bevölkerung zur Villa Hindeuburg in einem längeren Handschreiben aus dem Hauptquartier der Ostarmee, den, „Hannoverschen Kurier" zufolge, nn den Hauptschriftleiter des Blattes Dr. Hugo jci- in» herzlichsten Dank an Hannover aus. „Gott der Herr," jo heiht es in dem Schreiben, „wird auch weiterhn mit uns sein und uns nach treu erfüllter Pflicht einen ehrenvollen und sicheren Frieden schenken. Das ist meine felsenfeste Ueberzcugnng. Der österreichische Generalftab i rr- ; -- meldet: r Wien, 11. Dez. Amtlich wird verlautbart: 11. Dezember mittags: Unsere Operationen in den Karpathen verlausen planmäßig. Der Feind leistete gestern zumeist nur mit den Nachhuten Widerstand, welche geworfen wurden. In G a l i • zi e II ist noch keine Entscheidung gefallen. Wo die Rusien an» grissen, wurden sie unter schweren Verlusten zurückgewiesen, Di« Ruhe an unserer Front in Polen hielt auch gestern an, Prze- mysl ist vom Gegner nur eingeschlossen und wird nicht angegriffen, Die stets unternehmungssreudige Besatzung beunruhigt die in achtungsvoller Entfernung von dem Festungsgürtel sich haltenden Einschließungstruppen säst täglich durch Ile« nerc und größere Ausfälle. Der Stellvertreter des Ehess des Eeneralstabs: v. Höser, Generalmajor. Wien, II, Dez, Dom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet vom 11. Dezember: Aus dem südlichen Kriegsschauplatz keine wesentlichen Borsälle. Die angevrdneren Verschiebungen vollziehen sich im allgemeinen ohne größere Kämpfe mit dem Gegner. Da» Komitat Saros von den Russen gänzlich geräumt. Budapest, II. Dez. IW. B. Nichtamtlich). Das Blatt „Az Est" meldet: Das Komitat Saros ist von den Russen gänzlich geräumt. Die Russen verließen das Territorium des Komita- tes über den Dulla-Paß. B a r t s a ist wieder in unserem Besitz. Im Zempliner Komitat besiaden sich nur noch einig, zerstreut umhcrirrende Abteilungen und weitere schwache Abteilungen in der Gegend des llszoker-Passes, sowie in der Mo» maroler Ortschaft Majdanka. An beiden Stellen sühlen sich d» Russen zu schwach zur Offensive. B-r'sa hat kaum gelitten. Das türkische Hauptquartier —— — meldet: --= «onstantinopel. 11. Dez. (SB. B. Nickstamtlch.) Stnit- licbc Mitteilung des Grossen .Hauptquartiers: Gestern mach- 91* m 9Jtut Tageszeitung, t-amstag, den H. Lezemtsr 1»14 ten die Russen unter dem Schutze von Kriegsschiffen einen Landnngsversuch bei Gonia, südlich Dutum, um unsere Truppen in der Flanke anzugreifen. Die gelandeten Ruf. sen wurden zum Rückzuge gezwungen und erlitten schwere Verluste. Wir nahmen ihnen während des Kampfes zwei Geschütze weg. Im Wilajet Wau warf unsere Kavallerie einen Angriff der russischen Kavallerie zurück. An der persischen Grenze östlich Wan bei Deir haben wir einen russischen Angriff ab- gewiesen und dem Feinde Verluste zngesügt. Der ägvpiischc Feldzug. Mailand, 11. Dez. Einer Meldung des „Corriere della Sera" aus Kairo zufolge ändert die Stadt ihr bisheriges gleichgültiges Aussehen. Et- was liegt in der Lust. Die Eingeborenen ziehen sich auf- fällig ans dem Europäcrviertcl ins Innere zurück. Tie Lage wird durch den bevorstehenden Systeinwcchscl schwie- riger. Kürzlich durchzog abends ein Ambulanzzng das Zentriun der Stadt. Man redete dem Volk vor, cs seien Kranke, doch erriet man die Wahrheit, ohne zu wissen, wo- her die Verwundeten kamen. lieber das Vorrücken des türkischen Heeres aus Syrien und Palästina laufen verschiedene Nachrichten ein. Dort sind seit drei Monaten alle Holzbestände requiriert, um Fahrzeuge zu bauen. Aegypten weiß, das; das vorrückende Türkenhecr deutsch in der Ausbildung und Führung und ein mächtiges Werkzeug ist. Das Okkupationsheer erfährt fortwährend Verstärkungen durch Indier, Australier und Kanadier, weitere, darunter Japaners? D. Red.), würden erwartet. Russische Grausamkeiten. K o »ist an t! n o p e l, 1t. Dez. 'Nd. >yrcr Zukunft entspreche. Gewisse Leute, sagte Toschew, verbreiteten falsche unsinnige Gerüchte, indem von Adrianopel gesprochen wird. Die Gerüchte sind auf Intrigen unserer Feinde zurültznsiihren. Die Adrianopeler Frage gilt sür uns i.icht inehr Wir werde» nie. vergcsicn, daß wir Mazedonien wegen Adrianopcls verloren haben. Bulgarien beschloß, neutral zu bleiben und seine berechtigten Interessen bis zum äußersten zu verteidigen. Toschew erllarle schließlich, er sei zufrieden, in eine Stadt, wie Wien zu kommen. Aus der rumänische» Kammer. Bukarest, 11. Dezbr {'Iß. 83. Nichtamtlich). In der Kammer wurden heute unter dem Beisall des Hauses die anläßlich des Todes .König Kaiols von dem deutschen Reichstag sowie dem ungarischen Abgeord- ictenhaus gesandten Beilcidsdepcschen verlesen. Das Ende des Burenanfftandes. Es kann leider keinem Zweifel mehr unterliegen, daß unsere Hossnunge», die wir aus den 8lusstand der Buren in Südafrika gesetzt haben, nicht in Ersällung gegangen sind. Bothr hat triumphiert und der gcwisicnlose Schurke, der am Ende des Burenlrieges sein Land an die Engländer verraten hat, dann für die Burensachc schnorrend, in deutschen Landen um- hergezogcn ist, bis er von de» Engländern den klingenden Lohn '»halte» hat, ist abermals oben geblieben. Wie der Jagdhund seinem Hern» schweifwedelnd die Beute vor die Füße legt, so legt Botha sein zerlnechtetcs Vaterland gehorsamst dem englische» Unterdrücker vor die Füße. Das Land und der Staat dcr Buren ist nicht inehr. Der Fluch der Menschheit, das rote Geld und inehr noch Diamailten, wurden im Lande gefunden. Wo 8la» sind, sammeln sich die Rübe» und das Gold zu finde», da eilen die Jobber hin. Eni Teil der Buren, den Millionen- bauern im Weichbild unserer Großstädte vergleichbar, sind reiche Lcute geworden; sie haben keine Lust, ihr Wohlleben um Ideale willen aufzugcben, sic hoben daruui ihren Frieden init den Engländern gemacht. Dazu gehört« Botha und sein Spießgeselle Smuts. Wir sind ganz mit der „Frankfurter Zeitung" einver- standcn, wenn sie urteilt: „Wer ist di« Stütze der Brktenherr- kchaft? Bor allem die internationalen Kapitalk» sten im Lande, die Minenjobber und Bahnmagnaten, die den Burenfreistaaten das Joch der englischen Herrschaft durch ihre Intrigen aufgelegt haben." Die de Wet, Beyers, Moritz, Kemp und wie die braven Buren vom alten Schrot und Korn alle heißen, inußtcn unterliegen und dem Coldknechte des internationalen Kapitalismus, dem Botha, der sich wie alle Scherge» durch rücksichtsloses und brutales Vorgehen auszeichnet, Platz inachcn England's Gold hat in Südwestafrika zum zweiten Mal gesiegt. Der Tod des Generals Beyers. Amsterdam, 11. Dez. 8l»s Pretoria wird gemeldet, daß die Leiche des Generals Beyers erkannt ist. Eine ärztliche Untersuchung der Leiche ergab, daß keine Wunden vorhanden waren, und daß der Tod durch Eitrinkcn cingetrcten »var. Beyers, der zu Pferd durch den Baalsluß schwimmen wollte, siel von seinem Pserde in einem 8lbstand von ungesähr 300 Meter vom Ufer. Wahrscheinlich »var er crschöpst von den» Kampfs gegen den Strom. Man hörte ihn rufen: „Ich kann nicht mehr." Ein Soldat rief ihm zip ob er verwundet sei, aber Beyers antwortete: „Ich krnn nicht schwiinmcn, mein Ueberzicher hindert mich an jeder Bewegung. Infolge des heftigen Feuers der Ausständischen am jenseitigen Ufer war cs nicht möglich, Beyers zu helfen und so kam Beyers und noch ein anderer Aufständischer in den Wellen um. Verein. Staaten von Amerika. i Einhalte» dcr Neutralität. London, 11. Dez. (W. V. Nichtamtlich.) Die „Times" ineldte aris Washington: Staatssekretär Bryan erklärte, daß der Präsident der United States Steel Company, Schwaö, den Plan, Unterseeboote sür die Kriegführenden zu bauen, aufgegeben hat. Schwab wurde dazu durch die Ueberzeugung Wilsons bewogen, daß selbst die Lieferung nicht zusammengesetzte Schiffsteile mit der aiuerikanischen Neutraltät »»»vereinbar wäre. Ter „Times"-Kvrrespondent fügt hinzu: Diese Entscheidung des Präsidenten ist ein enffchiedcner Erfolg der Deutschen, da die Unterseeboote an die Verbündeten geliefert worden wären. Die Deutschen erheben auch Protest gegen den Verkauf von Munition an die Verbündeten durch Pri- vatfirmen. Ihre Anschauung findet bereits im Kongreß Unterstützung. Gestern wurde im Senat eine Gesetzesvorlage cingebracht, die de» Verkauf von Waffen und Munition an ein Land, das mit einem andere»» Lande, das mit den Vereinigten Staate» in Frieden lebt, Krieg führt, für ungesetzlich erklärt. In» Rcprüsentanteiihause wurde eine Gcsetzesvorlage cingebracht, die den Präsidenten ermächtizt, die Ausfuhr solcher M»»nition zu verhindern. Den» Senate tnurde eine Resolution vorgelegt, die genaue Auskünfte über die Tätigkeit der amerikanischen Fabrikanten ans diesem Gebiete verlangt. Tic inilitärische Starke des Staates. London, 11. Dez. (W. B. Nichtaintlich.) Die „Central News" melden aus Washington vorn 9. Dczeniber: Der Staatssekretär für den Krieg stellt in den» heute veröffentlichten Jahresbericht fest, daß die Vereinigte» Staaten am 39. Juni über eine mobile Ari»»ee von 1495 Offziercn und 29405 Mann sowie über eine organisierte Miliz von 6323 Offizieren und 119067 Mann verfügten und mit dcr Nationalgardc im besten Falle 9818 Offiziere und 148,493 Mann aufbringen könnte». Der Staatssekretär ei»»psichlt die sofortige Bewilligung weiterer 25,000 Mann und 1000 Offiziere. Ans Frankreich. Frnnkrcich »utcr cuglischcr Vormnndschasi. Wir berichten jüngst, daß die Engländer in der französischen Stadt Le Havre ungehindert die Ecns»»r ausübcn. Ein Gegenstück wird ans Calais ge»neldet: Ein neuer Beweis für die Ab- hängigkeit Frankreichs vo»i England wird durch folgende Meldung des „Berl. Lok.-Anz." aus Rosenüaal geliefert: Dem Maire von Calais ist ein „euglifüscr Gehilfe" beige- gebrn worden. In dcr Stadtratssitzung kam cs infolge dieses Eingriffs in die „Unabhängigkeit dcr Munizipalität" zu erregten A>isei»»andersetzungci». Eine vo»n Präfekten verlesene Regierungserklärung beschwichtigte die Stadtväter. Mehr als die Hälfte der Anwesenden enthielten sich der Stimmabgabe. Von der Zensur werden kritische Bemerkungen in der Presse unterdrückt, doch gibt der Sitzungsbericht die aufgeregte Stimmung der Stadträte deutlich tvieder. Die Rückkehr der frauzösischen Regierung »ach Paris. Von der Schweizer Grenze, II. Dez. Die Mitglieder des französische»» Parlaments, welche in» Felde stehen, haben vom 16. Dezeuibcr an Urlaub erhalten zur Teilnahme an der ParlamcntSsitzung vom 23. Dezember. Z» der heute erfolgenden Rückkehr der französische» Regierung nach Paris erinnert das „Journal" daran, daß die Verlegung der Regierung »ach Bordmur seinerzeit auf Befehl des Generals Jofsre erfolgt und daß auch die jetzige Rückkehr von Jofsre gebilligt sei. Das offiziöse Blatt fährt dann fort: In militärische» Kreisen bat inan die Gewißheit t?), daß es »vährend der nächsten vier Wochen nicht möglich ist, den durch die Verbündeten Armeen gebildeten Eisenring z» durchbrechen. Wird nn» aber die Rückkehr der Regierung desiniiiv sein? Nicinand kann in dieser Beziehung gegenwärtig eine ernste Meinung äußer». Alles hängt von den militärischen Ereignisse» ab >»»d nicht von den» Willen dcr Regierung. Kohlenmangel. Paris, 11. Dez. (W. B. Nichtaintlich.) Nach den» „Tenips" betrug die Pariser Kohleneinfubr in der zweiten Noveniberbälfie 80,000 Tonnen anstatt der notwe'i- digen 300,000 Tonnen. Infolge de? Steigen? der See> ®«ue s. srachten ist der Preis sür englische Kohlen um 11.25 Franc» für die Tonne gestiegen. Aus Rußland. Eroßfiirst Nikolai, die Bestie. Berlin, 10. Dez. Zur Ab- setzung russischer Generale heißt cs in einer Stockholmer Meldung der „Boss. Ztg": Wie der aus Rußland zurückgekrhrte Professor Sjergrecn im „Dagens-Ryheter" berichtet, behandelt Großfürst Nikolai Nikolajewitsch die ihm unterstellten Generäle aus das brutalste. Nach der Sihlacht bei den mastiiilcknm Seen berief er den General Sasimcfs zu sich, riß ihm mit eigener i,and di- Epaulcitcn herunter und schlug ihn zu Boden. Dan»» ließ er ihn abfnhren und vor ein Kriegsgericht stelle». Die Stimmung in Rußland. Petersburg, 10. Dezbr. In den höheren russischen Gesellschaftskreisen ist ein Ausspruch einer angesehenen Persönlichkeit zum geslugeltcn Wort geworden, der ein scharfes Schlaglicht auf die Stimmung, die man dort für den englischen Bundesgenossen empfindet, zu werfen scheint. „Es unterliegt keinem Zweifel, England wird mit Tupferkeit bis auf den letzten russischen Soldaten kämpren." Nachdem es bereits in einem Artikel des „Rjetsch" hieß. Rußland kämpft für den König von England, scheint obiger 8l,»s- spruch der Wiedergabe wert, da er ein grelles Licht auf die russische öffentliche Meinung wirft. Ans England. Wahlniederlage in Irland. London, 11. Dez. iW B Nichtamtlich) „Daily Mail" nreldct: Die erste Nachwahl »un» Unterhaus, nachdem das So»ncrulszesetz die königliche Genehmigung erhielt, sand am g. Dezember in Tullamore in Irland statt. Dos Ergebnis war überraschend, da der ossizielle Kandidat dcr nationalistischen Partei durch einen unabhängigen Nationalisten geschlagen wurde. Um den Ausgang der Wahl zu würdigen, muß man wissen, daß der Führer der offiziellen irischen Partei Rcdmond die Rolle des irischen Boiha spielt und ganz in englischen Diensten steht. Die irischen Wähler haben durch diese Wahl deutlich kundgcgcben, daß sie nicht gewillt sind, die Soldknechte Englands zu spielen. Die cngli»chcu Anstrengungen NM Portugal. Konstant». no»pcl, 8. Dez. (W. B. Nichtamtlich). „Tanin" bedauert, daß Portugal sich von Englaud verführen lasse, obgleich cs das Beispiel Belgiens vor Augen habe. Das Blatt macht sich über Lord Kitchener lustig, der, während er früher von Millionen englischer Bajonette gesprochen hatte und noch forffahre, von der zweiten und dritten Million englischer Soldaten zu schwätzen, zu tausenderlei Kniffen seine Zuflucht habe nehmen müssen, um :n Portugal 50 000 zusainmcnzubringcn. Mir cinp. flndcn, schließt das Blatt, besondere Freude darüber zu sehen daß England sich so weit erniedrigt, die Hilfe Portugals an. znflehen. Englischer Justizmord an einem deutschen Konsul. Adolf A h l c r s , ein in England naturalistertcr Deutscher, bis ,um Ausbruch de Krieges Konsul des Deutschen Reiches in Sünder, land. der des Hochverrats angcklagt war, weil er Deutschen b-. höflich gewesen war, England zu verlassen, ist vom Gericht sür schuldig erklärt nnd zum Tode verurteilt worden. HWpreije siir Merkartofftln. Berlin, 11. Dez. (W. B. Nichtamtlich) Die von dem Bundeseat festgesetzten Höchstpreise für Futtcrkartoffeln sind: Im ersten Preisgcbiet lOstcn) 30 Mark, im zweiten Preisgc. bict (Mitteldeutschland) 37.30 Aiark, !m dritten Prcisgebict »Nordwestdeutschland) 30 Mark, im vierten Preisgebiet (West, nnd Südwcstdeutschland) 10.50 Mark für'die Tonne. Die Höchst, preise gelte» beim Verkauf durch die Produzenten, aber nicht sür Verkäufe, die eine Tonne nicht übersteigen. Ein Verräter. Leipzig, 11 . Dez. (M. 83. Nichtaintlich) Das Reich-ge- rickt verurteilte den Bäckergeselle» Max Schessler wegen versuchten Beirats »nililärischer Geheimnisse zu vier Jahren >cch, Monaten Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. 8lls erschwerend kam in Betracht, daß der Angeklagte als Deutscher in gewinnbringender Absicht gehandelt hat. Vorn Felde der Ehre. Echzell. Zwei Söhne des Schrcinerineisters Stoffel haben zu gleick)er Zeit das Eiserne Kreuz erhalten. Beide dienen im Jnfantcrie-Regimciit Nr. 116. Ossizierstellver- trcter Karl Stosfel war verwundet, geheilt wieder an die Fiont zurückgekehrt. Unteroffizier d. Res. Rick>ard Stoffel hat sämtliche Ehrentage seines Regiments bis heute gesund und unverletzt erleben dürfen. Langsdors. Zu den bekannten vier Rittern des Eisec- »en Kreuzes aus unserer Gemeinde, kommen nun noch zwei weitere hinzu. Vizewachtnieister d. Res. Hrch. Roth vom Hess. Trainbataillon »nd Vizefeldwebel d. Res. Hermann Kneipp vom Inf.-Regt. Kaiser Milhelm. Außerdem wurde Kanonier Willy Bender vom Art.-Regt. Nr. 61 mit der Hess. Tapfcrkcitsmedaillc ausgezeichnet. Ein Beweis, daß auch linfere Langsdorfer Skodatcn mit einem tapferen Geiste beseelt sind. Ans dem hest. Landtag. Unter -dem Vorsitz des Staats und Iustizministers Dr. v. Ewald sind die Finailz- und Gesetzgebungsausschnsse der beiden Ständckannnern zusainmcngetreten, um die von der Regierung vorgeiegien neuen Gesetzentwürfe einer Besprechung zu unterziehen. 81 iq die anderen Minister, sowie verschiedene Räte aus de» Ministerien wohnten der Beratung bei. Der erste Gesetzentwurf betrifft die Berufung des Landtags und die Wahlen, ein andcrer Entwurf betrifft die Bewilligung von Darlehen a» Gemeinde» und Eemeindeverbänden, ei» anderer t Beilage zur „Neuen Tageszeitung". Samstag, den 12. Dezember 1914. 7. Jahrgang Äriegsandacht. Jesus lebt! v . meine Zuversicht, und mein Heiland ist im Leben! - - ' icciis i<$; sollt' ich nicht, darum mich zufrieden geben? — ' i.iüf! um die Mitte des 17, Jahrhunderts die fromme Kur- r.,n Louise Henriette von Brandenburg, die Gemahlin des i . vn Kurfürsten. - l " "' r tvutzte sie, dag Jesus lebt, daß er überhaupt gelebt i.i r ' : wisienschastliche Forschungen gaben ihr diese Eicher- Sei Glaube allein war's, der feite unerschütterliche Glaube, der das Dasein des Heilandes ihr zur Gewißheit gemacht hatte. Die Menschheit unserer Zeit oerliert mehr und mehr die Fähigkeit, bedingungslos zu glauben, was sie nicht versteh». Das bat tiefliegende Gründe Jede, früheren Generationen noch so rätselbafie und wun- l bore Erscheinung der Natur wird heute wisienschaftlich er- lliirt. Tie verborgensten Kräfte des Weltalls hat der Mensch sich dienstbar gemacht. Da ist es denn lein Wunder, daß gerade viele der Gebildeten unter uns das Dasein eines Gottes überhaupt anzweifeln und das Leben und Wirken des Gottessohnes als das Leben und Wirken eines klugen Rcligionsftis- :ers ansehen wollen. Alle Wundertaten des Heilandes werden auf natürlichem, physikalischem Wege zu erklären versucht, wenn man sie nicht gar als berechnete, grobe Täuschungen des un-visicnden Volkes hinstellt. Und man geht noch weiter. Man bestreitet sogar, daß Christus überhaupt gelebt habe. Man be- rust sich darauf, daß die Evangelien, die übereinstimmend Zeugnis von ihn, oblegen, erst lange Zeit nach Christi Tode und zum größten Teil von Männern geschrieben sind, die gar nicht Zeitgenoffen des Heilandes waren. Viel Tinte und viel Gelehrsamkeit ist schon verspritzt worden, um den Beweis zu erbringen. daß Christus überhaupt nicht vorhanden gewesen und nur die Ausgeburt der Fantasie einiger Fanatiker sei. Es ist nicht meine Ausgabe und es würde auch zu weit führen,wollte ich alle die Argumente, die gegen da» Dasein Jesu Christi vorgebracht worden sind, hier anführen und aus ihre Quellen und ihre Wahrscheinlichkeit hin untersuchen. Ich möchte mich nur einmal an das Herz und an das innere Fühlen meiner Leser wenden. Ihr klugen, klügelnden Menschen! Wollt ihr nicht einmal wieder versuchen, einfältig zu werden wie jene fromme Kurfürstin und zu glauben? Wohl, der Glaube ist eine Gnade Gottes und kann nicht willkürlich angenommen oder abgelegt werden. Aber macht euch doch einmal klar, was für eine Unsumme von Spitzsindig» keitin dazu gehört, das Dasein des Heilandes abzuleugnen, von deffen Leben und Wirken doch die ganze heutige Weltordnung spricht, die nicht einmal der groß« Krieg gänzlich niederzureißen vermag, wiewohl er die niedrigsten Instinkte und Leidenschaften der Menschen entfeffelt. Wie einfach ist es dagegen, den übereinstimmenden Zeug niffen der Evangelisten zu glauben, die unabhängig von einander ihre Aufzeichnungen geschrieben haben. Weist nicht auch die Bibel von Anfang an aus das Komme» de» Heilandes hin? Das beste Zeugnis aber für das Vorhandensein des Heilandes und feiner göttlichen Mission ist sei» Werk. „Ist das Werk von Menschenhand, so wird e» an sich selbst zu Grunde gehen; ist e» aber aus Gott, so könnet ihr es nicht dämpfen!" Wie wunderbar haben sich diese Worte, die ein vorsichtiger Warner den fanatischen Juden zurief, erfüllt. Hat Verfolgung und Unterdrückung je die Ausbreitung des Christentums dämpsen könne»? Nein. — Gerade in den Zeiten der. Not haben die Christen am treuesten zu ihrem Heiland gehalten, der ihnen Halt und Stütze war. Ihr Beispiel aber hat Anhänger geworben unter den Heiden ringsum, daß sie Reichtum und irdische Ehren verließen und Schmach und Verachtung wählten, nur um Nachfolger Christi zu sein. Und immer wieder, wenn Leid und Trübsal über die Menschen kam, haben sie sich zurückgesunden zu ihrem Heiland, und er hat ihnen da» Kreuz tragen helfen, und alles Leid und all- a.riibsal hat die. die da glaubten, nicht zerbrechen können. Und wie wunderbar, daß die Lehren Christi — ich spreche hier nicht von den wandelbare» Dogmen der verschiedenen christlichen Vekenntniffe — für alle Zeiten, für alle Völker, iür jedes Alter und Geschlecht, für hoch und gering, weise und einfältig, gleichermaßen paffend geprägt sind, und daß ihnen Nachleben heute wie vor fast 2000 Jahren de» höchsten Krad sittlicher Vollkommenheit darstellt. Und dieser Christus, dieser lebendige Geist, der seit nahezu zwei Jahrtausenden die' Mensch heit durchdringt, auf dessen Lehren alle Fortschritte aus sittlichem Gebiete zurllckzusühren sind, — dieser Christus sollte nur ein Phantom sein, ein Hirngespinst unklarer Köpfe? — .. Ein innere» Gefühl, aber auch unser Verstand muß uns sageni . - ^ 7 , Christus hat gelebt! Christus lebt! Christus wird leben in alle Ewigkeit! - ... Friedrich W 0 l f f, Wülfersheim. (Tljfomltrt der Kriegsgeschichte. 4. Dezember. Französische Angriffe in Flandern und bei Altkirch i. Eli. wurden zurückgewiesen, wobei die Angreifer schwere Verluste erlitten. •.?* ... -• >« - Aus dem östliche» Kriegsschauplatz nimmt unsere Offensive einen normalen Verlauf. Russische Angriffe östlich der masurischen Seenplatte wurden abgewiesen. Der Kaiser ist in Berlin eingetrofsen. Beim Rückzug aus den Karpathen erlitten die Ruffen bei Talsony eine neue Niederlage. Die Türken errangen im Flußgebiet des Tschorok wesentliche Erfolge gegen die Ruffen. Der Burengeneral de Wet wurde von den Engländern gefangen. WrksMkiÄ Jintljiliwitiit' Friedvcrg. Die Barauszahlung der Einlagezinsen für 1614 erfolgt vom in. Dezember 1914 bis 31. Januar 1915. Die bis dahin noch nicht erhobenen Zinsen werden dem Kapital zugeschrieben und vom 1. Januar ab weiterverzinst. Am 28. 29. und 31. Dezember bleibt die Kasse g c s ch l o ss e n. Friedberg, den 12. Dez. 1914. Der Direktor: Georg Hieronimus. \ Mii-Mrsiibrik Mm». Die Herren Rübenlieferanten ersuchen wir Inuit ihre Lieferung so einzurichten, das; das • ihrem Besitz befindliche Rübenguantum gleich- '.äsiig verteilt, bis zuur 19. d. Mts. zum Berndl kommt. ■ -U: oelDuereinißunflsmeliöratioiieri Bad-3tauheim. Arbeite Vergebung. Tonniisl-g, deu 17. Dezember 1914 nachmittags Z'l, Uhr l i n /.aihauie zu Bad-Nauheim die Herstellung des Höhenweges j . b: .Nöllen von ,-uiril 0—b70, veranschlagt zu 2317.— Mk. - r ge bin weiden. Die Beidingungsunterlagen liegen bei uns und bei dem ■ :>i. ..oitnetiiec .u Bad-Nauheim zur Einsichr offen. Angebote .■„•.eil des Voranschlags sind bis zum omgen Termin ver- '. i 0 mir der Aufschrift Angebol Feldoereinigunz Bad- -ni'c nt ve c eil, dein Herrn Bürgermeister zu Bad-Rauheim ein- Frieli-erz, den 10. Deiember 1014. Großh. Kulturinspeilion I. B. H a u ck. __ Danksagung. Für die liebevollen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heldentode unserer aus Frankreichs Fluren gesallenen innigstgeliebten treuen Söhne C*e©r$£ Ifluscli 29 Jahre Rcs. Infanterie-Regt. Nr. 118, 5. Komp. gefallen bei Reims am 10. September, Hiirfolf Samos 23 Jahre Jnfanierie-Regi. Nr. 188, 2. Komp. gefallen bei Seroon am 1ö. September, sagen allen Verwandten und Bekannten, insbesondere der Gemeinde Offenheim und Herrn Piarrer Zatzmann sül die trostreichen Worte in der Kirche zu Ossenheim unseren tiesgesühlten Dank. Ossenheim, den 12. Dez. 1914. Die trauernden Hinterbliebenen. .. . » &WW. OS** v Jean Sellin, Friedberg Kaiserstr. 57 Kaiserstr. 57 empfiehlt Kriegs-Andenken echt Silber Sinniger Schmuck 1914—1915 | <§ Gei. geschützt. Marke K. F. 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Aber die Riesenheere, die Millionen und Abcrmillionen, sie bestehen doch aus lauter einzelnen Menschen, und jeder von ihnen hat wohl zu Hause seine lieben Angehörigen, Vater unb Mutter, oder Weib und Kind, ober andere, die ihn lieb haben. So kommt nun Gott in diesem Krieg nicht nur zu dem ganzen Volk — er kommt auch zu jedem einzelnen — zu denen draußen — sie spürens selber besser als wir hier sagen könnten — zu uns daheim — zu dir und mir: In den Sorgen und Aengsten um unsere Lieben draußen, in der Freude, die jeder Brief und jede Karte bringt, klapst er an unser Herz! Es gibt ja gewiß auch Häuser, die vom Krieg wenige: getrossen sind, die es vielleicht im eigenen Leben kaum spüren, was für schwere Notzeiten unser Volk eben durchmacht, aber wer es hören will, hört es auch da, wie Gott anklopst, wie er durch Leid und Not ringsum auch den Nicht, getrojsenen zuspricht: Sich, wenn dein Herz noch Liebe kennt, dann muß es spüren, wie ernst die Zeit ist. Es gibt leider auch solche, die Eott nicht hören wollen, die noch nicht den kleinsten Schimmer gespürt haben, von dem Ernst und von der Liebe der Zeit: Und wenn wir an die denken, dann ist es als müßten wir mit jenen Verwundeten sprechen: Der Krieg sollte doch auch einmal über unser Land segen, damit diese Mensche» endlich zur Vernunft kommen: aber dann meinen wir wieder: de! denen würde auch der Krieg nichts helfen: Wer tot ist im Herzen, der bleibt auch tot, und das furchtbare Herrenwort lallt uns ein, von der Sünde wider den heiligen Geist, die nicht vergeben werden kann. Deshalb wollen wir lieber nicht wünschen, daß der Krieg hierherkommt, sondern wollen Gott bitten, daß er uns bewahrt vor dem entsetzliche» Schicksal jetzt in dieser Zeit ein kaltes und unberührtes Herz zu behalten! Wir wolle» vielmehr unser Herz ernstlich in die Schule nehmen, daß cs leriie lliid stark werde, die großen Ausgaben der großen Zeit zu erfüllen! Daß cs lerne Recht zu halten und Gerechtigkeit zu tun. Wenn wir das Recht halten wollen, dann müssen wir uns darüber klar sein, daß jeder Mensch sein Recht hat, nicht nur wir selber, sondern auch unser Nachbar und Freund, ja auch Samstag, den 12. Dc/cmstcr 1911. 7. )al,rgn„g unser Feind, Sic alle haben ihr Recht in Haus und Hof, in Feld und Wald, aus der Straße und in der Gemeinde, Es hätte kommen können, daß all dieses Recht verloren gewesen wäre Wenn der Feind ins Land gezogen wäre, dani, hätte man jür dein und deines Nachbars Recht zusammen nicht eine» Pfennig bezahlt! Davor haben uns unsere Soldaten beschützt, fie haben uns in unseren Rechten daheim erhalten mit ihren, Blut und Leben! Aber nun dürfen wir auch ihnen »ich: in den Rücken sollen und das Recht daheim zerstören! Jedes Unrecht, jede Beleidigung und Kränkung, die wir dem Nächsten zusügen, ist zugleich eine Versündigung wider dos Blut der ßc sallcnc» da draußen. Um ihretwillen schon muß es uns ernst damit sein, das Recht zu halten, gerade auch das Recht der anderen. Denn es kann einer ganz auf seinem Recht stehe» so sehr, daß kein Mensch ihn angreisen kann---und doch i, :t» er von der wahren Gerechtigkeit kaum eine Ahnung habe». Zum Tun der Gerechtigkeit gehört mehr als der starre Sei , ftandpunkt, dazu gehört ein tiefes Verständnis für des, i as dem anderen im Herzen wehe tut. Es kann keine wahre rcchtigkcit geben, wer immer nur an sein Recht dcnlt, es »I keine wahre Gerechtigkeit, wen» wir vom andere» verlangt», daß er sich gerade so benehmen mäste, wie wir es in seiner Lage tun würden, denn wir können nicht in feilt Herz, ja nbht einmal in sein Hans und seine Familie wirklich hineinsehen, kurz und gut es ist keine wahre Gerechtigkeit möglich, solange wir nur aus unserem engen Menschenstandpunkt stehen, und unser: Augen nur aus unser kleines „Ich" richten! Und ich meine, cs dürste uns gerade jetzt nicht so schwer sallen, davon loszulom men. Trotz aller Tapscrkeit unserer Soldaten hätte Gott cs tvenden können, daß wir den Krieg ins Land bekommen bät. ten! Und wo wäre dann unser Haus und Hof, Geld und Gut — und auch unser Recht hingckommen? Darum sollten wir erkennen, daß das doch alles nichts weiter ist, als ein gnädiges Geschenk Gottes und daß es sich darum in Wirklichkeit »»>':! handeln darf um mein Recht und dein Recht, sondern um Gottes tiefe und wahre Gerechtigkeit! Um die Gerechtigkeit, die nicht fragt nach dem starren Buchstaben, sondern die sucht nach der Menschen Not und Leid, lind dann nach der Liebe, die solchem Leid helfen kann. Amen, Deutsche Feld'vriefe. Ein Beamter des Landwirtschastskammer-Ausschustes ,ür Oberhessen sandte nach Dorheim eine anziehende Schilderung seiner Kriegserlcbniste, die wir nachstehend zum Abdruck bringen: Seraucourt d. St, Quentin, 22, l>, u. Liebesgabe ig an, 2ü, N, j„ meine Hände gelangt | und ich möchte auch nicht verfehlen. Ihne» hierüber meinen , herzlichste» Da»! ausznsprechcn und außerdem Ihnen einiges über meine scithcligcn Erlebnisse mittcilc», Bin am «>. August ii»gezogen worden und am II, August ! ins reld geruck, Ich wurde mit den meisten an diesem Tage ! etuli.,. usenn, Ldoeheiien der Artillerie Munitlons'olonne - Zuge.eil., .uetcker . le Au,gäbe Artillerie Munition von | den Depots oder d-u Eisrnbahn nach der Gksechtsstafsel. oder j wenn r: fehlt, i» die Sulteric» ZN verbringen. Da wir da durch -u de», -!. Rrltstcric-Rcgtnicnt des IS. Korps lamen, ha I den wir auch schon manches gesehen »NS gehör». Am 22. s. | find wir in Belgien einmal,chicrt »,,d da sah man schon die vor > lessrucn Dörfer, abgebrannten Häuser, aber Rindvieh und Foh- Irn weideten iirrij friedlich aus de» weiten Marsche». In der Ruch, vom 22, hrbcn wir bei üstündigem Trade und stock l finsterer Rächt .U'uiiitivit „ach dem Schiachisclde zwischen Li. luuiueiit und Bcrtrir gebracht. Da haben die Hestcn sie ,,>Uiltaii!c erhalten und wir! Nicht nur den bei weitem stör, i.re'i Franzosen haben sie iiandgehalten, sondcri, waren auch »och den heimti-ckischen Beigicrn ausgesetzt, welche atlv allen Fenstern und Kellerlöcher» schosse,,. Den Anblick des ersten ^tblachtselder »erde ich in mein in Leben nie »crgcsten. Die Rscilscheii, Pferde und das Material lagen, wo man hinlab: besonders flbcrltefs mich, wenn ich eine» Feldgrauen sah ind dazu noch solche mit Eheringe». Ei» deutscher Flieger lag »title» i» einer zerschostcn.» jranzösischen Batterie, Am 2t k-imc» wir nach dm Dorfe Herbcumont, in dem die Zivilisier eine Batte,ic der 27cr beschösse» hatten. Der Hautpman» hat ober die Rohre mitte» im Dorse umdrche» laste» u»d dar Dorf zusammengeschostcn. Da»» ging'? in finsterer Rocht weiter und wir kamen 18 Stunde» nicht aus dem Sattel, aur- genommen kleinen Eh, und Fütlerpausen, Aus de» Höhe« bei St, Eäriiic östlich von Sedan, unweit der Maas, wurde dann einige Tage biwalieet, und wir sahen den Maasschiachtcn zu. Man sab, wie die Granaten diesseits und jenseits der Maas ,r Pierre», Do benachbarten Dörfer gingen in Flamme» auf, fobog di Süd.!,! -immcl abends blutrot war. Als dam, »liiere »' »teil Brandenburger, Fußartilleric Regiment Rr, ch aniaia, gab's Lust jenseits der Maas, Am l, 8, lagen wir bei Aud rurt, wo »nserc 2.' ti>cr 8 Stück U-en e Botisttaschentüchcr 88 - StriLnspfe und Seck? n vd. 2 P. Damcustrümpse, schwrz. vd. braun 8«! - 1 Vaa» Lamenfirtimpfe.........88 - 2 V. ttindirstrümpfr. cjirn stark, Nolle flott. 88 ' t V ; f.av Hcrrcn'ochen...........88 - :: bi. 2 Paar Hchreu-Schweistsorscu . . . 88 l P.< -a.m»schen,weih,schwrz.od.braun,st«il!d. 88 p?y i norm billig! Gr. Posten Kinverwüschc s. Knaben u. 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Sekundenlang, mir scheint minuten- : verliere ich die Besinnung. Als ich zu mir komme, dringt durch die schwarze Rauch- und Staubwolke ein Lichtschimmer I mir. Ein Ausgang. Ich erhebe mich, ohne erst meine Glieder zu betasten, die von Dachsparren und Ziegeln getroffen wurden sind, wanke hinaus aus der Schmiede. Draußen «in e nützlicher Bild der Verwirrung: alles hastet, jagt durcheinander: 3 tote Pferde vor der Schmiede: im Graben umgestürzte tzaaen; war sich bewegen kann, flutet zurück, woher es gckam- men ist: die Kolonne wird zerrissen. Schrapnells werden uns non den Russen nachgcschickt. Gott fei Dank, nach einer halben Stunde hatten wir wieder ziemlich alles beisammen. Früh lrachcn wir auf und schlossen uns einer viele Kilometer langen Wagenkolonne an, die sich südöstlich sortbewegte. Wir gaben es auf. die Russen in Lodz festzuhalten: wir versuchten unsererseits, den Ring der Russen zu durchbrechen. In schöner Ordnung ging der Marsch vorwärts. Aus Lodz folgte uns der Feind nicht weit. Wir hatten also in der Hauptsache den Feind zn erledigen, der uns von Rawa nahte. Außer unseren eigenen Wage», Geschützen, Geräten mußten wir große Beute, egg Gesungene, mit uns führcen. Die größte Sorge machten uns die Verwundeten, die, notdürftig auf Wagen untergebracht, beim Holterdiepolter über die hartgefrorenen Feldwege und Ackerfurchen stöhnten und schrien. Einige starben unterwegs und wurden am Wege begraben. Un> die Mittagszeit hatten wir den Stab erreicht, der sich in unmittelbarer Nähe des neuen Schlachtfeldes aufhiclt. Das Gefecht war in vollem Gange. Auf einem Abhang an einem Waldessaum fuhren unsere Wagen auf, Hunderte — fast unübersehbar. Ein rcichsdeutschcr Buchhalter Neue Tageszeitung. Samstag, den 12. Dezember 191«. aus Lodz, der des Krieges wegen noch immer einsam in feiner Sommerwohnung hauste, nahm in seinem Hause auf, wen es irgend fassen konnte. Aus einer erbeuteten russischen Feldküche holten wir unser Essen und ließen cs uns schmecken. — Da knatterten im Walde Infanterie- schüsse. Ein Singen und Pfeifen in der Lust: die Geschosse svck>en uns. Aus dem Walde bricht eine Schützenkette, wirst sich hin, feuert, springt auf, eilt vor, wirst sich wieder hin, eine neue Schützenkette bricht hervor...... Was nun folgte, läßt sich schwer beschreiben. Die Hunderte von Wagen machen kehrt, rasseln den Berg hinauf, Geschrei, Gelaufe. Endlich wird ein hundertfaches .Halt!" laut. Die Wagen lassen sich erst »ach einer längeren Weile zum Stehen bringen. Einer, der die Besinnung hat, kommandiert laut, was ich schon vorher geraten hatte: „Alles, was Gewehre oder Karabiner h^t, nach vorn!" Ich brauche nicht lange nach nieinem Gewehr zu suchen: es liegt geladen und gesichert in meiner Hand. Ich eile nach vorn. Sckmell wird eine Kompagnie formiert, ein Leutnant übernimmt die Führung. Au sieben toten Kanonieren vorbei eilen wir dem Waldessaum zu. Die Russen fliehen. Ausgeschwärmt suchen wir den Wald ab. Wir find auf einem richtigen Schlachtfeldc; ich spare Dir und nur die Beschreibung. Rach einer Stunde haben wir, ohne daß ein Sckmß gefallen wäre, 60—70 Russen gc sangen. In der hereiubrccbcnden Dämmerung hatte ich nicht gesehen, daß sich nieinc Kameraden vom Stabe aus der lang- gedehnten Schützenlinie gelöst hatten, um nach erledigter Aufgabe zu der verteidigten Bagage zurückzukehreu. Ich blieb bei der Kompagnie und marschierte weiter, bis wir zu einer Waldblöße kamen, über die die feindlichen Schrapnelle zu Dutzcndop platzten. Hier stießen wir auf mehrere Kompagnien des Maikäfer- und des . . . Regiments. Ich wurde der ersten Kompagnie dieses Regiments zugeteilt. In der Dunkelheit ging's nun lautlos weiter. Bald ging der Mond auf. Wir kamen an einenr stchcngclasscnen russischen Geschütz vorbei, begegnen an zwei Schneisen von uns ausgestellten Maschinengewehren . . . Ter Feind hat sich weiter und weiter zurückgezogen. Der Uebcrfall airf die Bagage war von einer vorgeschobenen russischen Kompagnie ausgc-' führt worden; jetzt nähern wir uns offenbar der Hauptmasse des Feindes. Nach geraumer Weile wird Halt besohlen; ___ Sei» 8 . wir sind mehrere Kilometer nach Nordostcn vorgedrungen. Ganz unerwartet für mich pfeifen da nrit einen, Male wie- der die Kugeln um uns, gefährliche Querschläger. Tic er- sahrenen alten Knaben, mit denen ich marschiert bin, legten sich ohne weitere Aufforderung glatt auf den Boden, das Gesicht in das schneebedeckte Moos gebettet. In einiger Entfernung von unserer Kompagnie ist eine andere Abteilung vorgegangen: die erwidert das feindliche Feuer, das immer lebhafter wird. Nach zehn Minuten bricht das Feuer ab. nach weiteren fünf Minuten ertönt weit vor uns halb rechts ein vielstimmiges Hurra: die Unserigen stürmet. Kein Ende nimmt daS Hurra. Ein Hornsignal und wieder ein Signal gebieten Halt. Das Hurra aber will nicht ver- ftumnien. Als es still loird, erheben wir »ns und marschic- rcn, Seitengewehr aufgepslanzt, weiter. In gleichmäßiger Felge wiederholten sich die beschriebenen Vorgänge, bis wir die Landstraße erreicht haben. Hier stnde ich die Pferdc- staffel unseres Stabes wieder. Ter Leutnant, mit dem ich unterwegs in anregender Weise über die Lage geplandert habe, entläßt mich mit freundlichem Gruß. DaS Gefecht war für dielen Tag erledigt. Wir hatten de» Uebergang über den Bahndamm, den Durchmarsch durch den Wald erkämpft. Bald war auch die GescchtSbagage deS Stabes zur Stelle. Wir erfuhren durch einen Meldereiter, daß cs einer Brigade unserer Division gelungen war, nachts 'die Stadt B. zu erreichen und zu erstürmen. Damit war in der Hanptsache da? Schicksal unserer Division entschieden: wir batten Anschluß an unsere Truppenteile im Norde» gesunden, der Rückzug tvar gesichert. Abgesehen davon der Feind war ge- schlagen, wir hatten Tausende von Gefangenen gemacht . . . Der Schwcmemarkt am 17. ds. Mts. wird wegen der vlefahr des Umsichgreifens der Maul-- u. Klanen- seuche im Kreise Friedberg nicht ab geh alten. Hriedbcrg, 11. De;. 1914. Der Bürgermeister Stahl. H ff! 111 Mein Oeschäit ist an den zwei Sonntagen vor c^ClB SL&IbIIJ b S ■ Weihnachten für den Verkauf geöttnet. Nur das ssb Sneziahicsehält kann Ihnen in jeder Preislage die richtige Auswahl bieten. Eine Besichtigung meines enorm. Lagers wird Sie davon überzeugen. Kerren=Anzüge Mk. 10.— bis 58 — Herreii=Paletots ** 12.- 60.- Herren=Ulster . 18.- 65.- Herren=Hosen . 11 2.- „ 18.- Sport=Anzüge . ), 17.50 „ 50.- üummi=Mäntel 11 17.- .. 40.— Bozener Mäntel 11 16.- .. 35.- Jünglings=Anzüge . 11 io.- 40.— Norfolk=Anzüge 11 io.- „ 35.- Kinder=Anzüge 11 2.50 „ 25.- Pelerinen 11 5. ,, 25. ^3 ev 2- co n CO — CL CD S| c 3 3 Vs: crq 3 * 3, SP n ZT ev Grösstes Lager d eser Branche am Platze! Streng reelle fachmännische Bedienung I einr Friedberg i. 3bes Inte in WM ' ' " . 7 Am 5. Dezember 1914 starb den Heldentod fürs Vaterland auf Ostpreugens blutgetränkter Erde unser 2. Hauptmann Unteroffizier im Erohh. Hess. Landsturm-Bataillon Nr. 5» Darmstadt^ Heute an seinem 42. Geburtstage gedenken wir seiner in ganz besonderer Ehrfurcht. Sein Name wird in unserem Verein unvergehlich sein. Er war einer von den Wenigen, der verstand, den Spruch „Einer für Alle" in die Tat umzusetzen. Rodheim v. d. H., den 10- Dez. 1914. \ Y \ \ In tiefer Trauer: Freiw. Feuerwehr Rodheim. Das Kommando. Den Heldentod unseres lieben Sangesbruders Nutcraff. im W. FantchirmMajlliiii Ar. 5 der am 4. Dezember im fernen Ostpreußen in treuer Pflichterfüllung im Dienste für's Vaterland gefallen ist, erfüllt uns mit tiefster Wehmut und aufrichtigster Trauer. Getragen von hoher vaterländischer Begeisterung und einer edlen Gesinnung hat er sich als eifriger Förderer unserer erhabenen Ziele bei uns ein Andenken bis weit über das Grab hinaus gesichert, das wir stets in Ehren halten werden. — .Roicheim v. d. H., den 10. Dezember 1014. Gesangverein „Liederkranz" '■v-C'tto Wehrheim, Vorsitzender. f?» zn Neu« Tageszeitung. Samstag, den 11. Dezember 131« Seite 4 . Von einem schmerzlichen Verluste wurde unsere Gemeinde betroffen : Am 4 . Dezember starb das Mitglied unseres Gemeinderats Gg. Hch. Jacobi Unteroffizier im Hess. Landsturm-Bataillon Nr. 5. den Heldentod in Verteidigung des Deutschen Vaterlandes. 2n der kurzen Zeit, die er dem Eemeinderat angehörte, hat er stets seine ganze Arbeitskraft, sein ganzes und reiches Wissen und Können für das Wohl unserer Gemeinde eingesetzt, so daß wir ihm bis weit über das Grab hinaus Dank schuldig sind. Ehrenvoll wie sein Leben, ist sein Tod gewesen. Er ruhe in Frieden! Rodheim v. d. Höhe, den 10. Dez. 1914. I. A. des Ortsvorstandes: Hofmann, Bürgermeister. In dem Tode unserer, aus dem Felde der Ehre ge- | bliebenen Vorsitzenden, der Landwirts Unteroffizier im Hess. Landsturm-Vataillou Nr 5. j | betrauern wir einen Verlust, der uns unersetzlich ist. Worte vermögen unseren Gefühlen keinen Ausdruik I I ju verleihen. Auch von ihm gilt der Spruch: „Wer den j Besten seiner Zeit genug getan, der hat gelebt für alle j Zeiten". Möge das Andenken des unvergeßlichen Bei' trauensmanner jederzeit allen Berufsgenossen als Beispiel | treuer Pflichterfüllung dienen. Rodheim v. d. H.» den 1V. Dezember 1914' |pie Ortsgruppe der Mer. Canbniitlr Frankfurt a. M. u. Umgegend. | I. A. Fr. Mann, stellv. Vertrauensmann. Getreu dem Vaterlande starb in fernem öst ! lichem Grenzlande unser Vertrauensmann, der | Landwirt Gz. ijdj. Imodi Unteroffizier im Hess. Landsturm-Bataillon Nr. 5 | Allezeit ist er ein unermüdlicher und treu- überzeugter Anhänger und Vorkämpfer unserer Be- ] strebungen gewesen, so dah uns sein Wirken jeder zeit vorbildlich sein wird. Möge ihm die Erde leicht sein! Rodheim v. d. H., 10. Dez. 1914. Die Ortsgruppe des Sundes der Landwirte.! Krieger-u. Militär-Verein Rodheim v. d. Höhe. In Erfüllung einer traurigen Pflicht, teilen wir den Kameraden mit, dah unser lieber Vorsitzender und Kamerad der Unteroffizier Gg.Klh.IlltM am Morgen des 4. Dezember zu Neu-Harszen (Ostpreußen) bei einem Patroulliengang, von einer feindlichen Kugel getroffen, auf dem Felde der Ehre gefallen ist. Unser Verein verliert in unserm Vorsitzenden und Kameraden Jacobi einen Mann, der mit allen Fasern seines Herzens an seinem Vaterlande und damit an der hehren Sache unseres Vereins gehangen hat. lieber den schmerzlichen Verlust tröstet uns einzig der Gedanke : SUh und ehrenvoll isi's für's Vaterland zu sterben! Ruhe sanft, du treuer Kamerad, wir werden Deiner stets in Ehren gedenken. Ter Vorstand: I. A. Eiscnhuth, 2. Vorsitzender? *•«*. 292 *tut 6ktn»t*g, kn IS. Sljtikt 1114 «ritt 8 . dl» Soilage für Bewilligung eines weiteren Kredites für dos Darmstädter Hoftheater. Me wir hören, werden ,K 100 000 zur trifte als Zuschuß, zur Hälfte als Darlehen gefordert. Die Stadt Darmstadt hat den gleichen Betrag bewilligt unter der Voraussetzung, daß auch der Staat den gleichen Zuschuß leistet. Eine weitere Vorlage betrifft die Außerkraftsetzung von Vorschriften der Stadt- und Landgemeindeordnüng, weiter lag vor ein Entwurf betr. die Vereinfachung des Enteignungsverfahrens zur Sleschajsung von Arbrif-zelezenheit. Die Ausschüsse beider Kammern tagten am Vormittag gemeinsam, berieten von 12 Uhr ab die einzelnen Vorlagen in jeder Kammer getrennt, woraus sie am Nachmittag nochmals gemeinsam berieten und sich im Prinzip mit allen Vorlagen einverstanden erklärten. Ans der Heimat. * Friedberg, 12. Dez. Während der Krieg draußen im Selbe seine Opfer fordert und wir das Scheiden eines lieben jreundes nach dem andern tief beklagen müssen, trifft uns heute jäh und schmerzlich eine Trauerbotschaft, von einem Un- glückssall, der sich aus dem Bahnhof Holzhausen v. d. H. ereignet und der einen lieben, guten Menschen und treuen Freund unserer Sache, den Landwirt Alois Haas von Ober- Erl e n b a ch, betrofsen hat. Er geriet beim Ueberschreiten des Eeleises unter die Räder des verspätet ankommenden Zuges. Die Verletzungen sind sehr gefährlicher Art, während sein 'Kind, das der Verunglückte bei sich hatte, zum Glück nur leicht verletzt wurde. Wir hoffen zu Gott, daß unser Alois Haas seiner Familie und seine» Freunden erhalten bleiben möge. * Frirdbcrg, 12. !Eej. (Toppelguartctt.) Der Reinertrag des vaterländilchcn Abends in Höhe von Mk. 31h,30 ist heute an die Lazarettveilvaltuirg abgefiihrt worden. * Friedberg, 12. Dez. Hut Härte» bei der Abfindung mit Kriegsgebiihrnisien auszuschließen, genehmigte das Kriegsmi- »isterium, daß mit rückwirkender Kraft bis zum 1. August 1811 in den Fällen, in denen Ossiziere, Beamte und Mannschasten des Fliedensstandes im Frieden einschließlich der Zulagen usw. ein höheres Diensteinkommen bezogen haben, als ihnen jetzt an Kriegsbesoldung zusteht, das höhere Friedenseinkommen so lange sortgewährt wird, bis ihr Kriegseinkommen durch Auf- rücken in eine andere Stelle oder durch sonstige Umstände dem Friedenseinkommen mindestens gleichkommt. * Gießen, 11. Dez. Aus die beiden Vorstellungen im hiesigen Stadttheater am koAlinenden Sonntag ist ganz besonders hingewiesen, da sie bei mäßigen Preisen, zwei interessante abgerundete Aufführungen bringen. Am Nachmittag wird bet Volkspreisen zum unbedingt letzten Male Gutzkows historisches Lustspiel „Zops und Schwert" gegeben. Am Abend gelangt zur einmaligen Aufführung Sudermanns spannende Komödie „Die Schmetterlingsschlacht" Hessrn-Rassau. * Hansel», 11 . Dez. Beim Holzfällen im Eemetndewakde von Silges wurde der 20jährige Hohhauer Karl Remmert von einer Tanne erschlagen. Der Verunglückte sollte in einigen Tagen ins Feld einrücken. * Groß-Gerau, 12. l>ej. Am 9. Dezember brach in der hiesigen Zuckerfabrik in den Räumen de, Trockenschnitzellagms ein Brand aus, der bald gelöscht wurde. * ?• Usingen. 11. Dez. Aus dem letzten Schweinemarkt waren 42 größere Tiere und 201 Ferkel angefahren. Der Handel war unbedeutend, * l- Usingen, 11 . Dez. Bahnmeister Liebegott dahier wurde nach Braunfels versetzt. An seine Stelle trat Bahn- meifter Schulte aus Frtedberg. * f. »ommershei«, 11. Dez, Zn einem Hause der Wall, straße wurde vom Vorplatz ein lleberzieher entwendet. Der Täter entkam unerkannt und warf die in den Taschen sich befindlichen Papiere weg. Etarkrnburg. * Darmstadt, 11. Dez. Von der Feldpost. Ein interessanter Brief aus Eedan liegt uns vor und wir könne» uns nicht versagen, den Lesern einen kleinen Ausschnitt mitzuteilen, der für sich selber spricht: Er ist vom 6, Dezember aus einem Lazarett in Sedan datiert, wo der Briefschreiber seit etwa acht Tagen liegt. Der Brief kam am 8, abends hier an und kautet der Eingang: Liebe Familie G.I Gestern erhielt ich von meinem Truppenteil eine» ganzen Sack mit der Post, darunter auch ihre Paketchen sowie das Paket ihrer Eltern und einen Brief vom 28, 8,, nebst den anderen Briefen von Zhiien, Es waren etwa fünfzig Briefe, die aus einmal ankamen und eine ganze Menge Pakete, jedenfalls hatte ich einen ganzen Tag Arbeit, alles zu sortieren. Gestern Abend haben wir dann ein Festesten veranstaltet! * Darmstadt, 11. Dez, Wegen Unterschlagung von Liebes- gabenpakete» wurde der seit einiger Zeit aushilssweise wegen Mangel an geeignetem Personal bei dem hiesigen Postamt beschäftigte frühere Kausmann Büchner aus Köln in llntersuch- ungshast genommen. Er hat in zahlreichen Fälle», von denen er bis jetzt zwölf eingestanden hat, für unsere Soldaten im Felde bestimmte Pakete, die meist wegen ungenügender Adreste an die Absender zurückgehen sollten, unterschlagen, geöfsnet und de» Inhalt für sich verwendet. Hierbei stellte sich die Tatsache heraus, daß B. schon einmal mit vier Monaten vorbestraft ist und daß die Post sonderbarerweise bei der Einstellung des Mannes nichts erfahren hatte. Jedenfalls hat man sich auch nicht hinreichend orientiert. Bekanntmachung. Das Provianamt ist Käufer von Heu und Roggenstroh und nimmt Angebote jederzeit entgegen. Proviaulamt Franisurt a. Ai. Geschäftszimmer: Franksurt a. M.-West, Kasernenstraße. Frankfurter Wetterbericht Voraussage: Bedeckt, zeitweise Niederschläge, wenig wärmer, südwestliche Winde. Wir machen unsere Leser auf den groß ^ Weisinachlz. Verkauf des Frankfurter Blusenhauses hier und den Total- Ausverkauf der Firma Lina Simon aufmerksmn und verweisen wir aus die Beilage in heutiger Nummer. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e L Friedberg: für de» Anzeigenteil: 8. S ch nt j d t. Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A. <5.. Friedberg i. H. Junger Hansbnrjche gesucht. Sächerei Aluitz, Fried deeg, am alten kabuhos. Tüchtiger selbständiger Uermatlrr sucht losort Stelle, Beste Zeug niste stehen zu Diensten. Off, an Jean Abplanaip, ntrikomühigcr ilrBrumuiilllrr Friedberg (tzelsen) Bismarckstr. 45. Trles. 312. §nrri! S.t Dfüijic gloile! Großer patriotischer Marsch mit Text LchlltlMlhtll Gavotte Bfi! Bf! «U.-Egalopp von Earl Berg sind in der Ausgabe für Klavier 2händig in den hiesigen Buch- u. 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Schreitz Gemeinderechner nach kurzem aber schwerem Leiden sanft dem Herm cntschlasett ist. Ober-F!orlad1, den 1l. Dez, 1914. Die lifflraiicrnUfu ^intfrbüfbfiru. 3. d. 9t.: Lina Schreitz, zeb. Dauerntzeim. Die Beerdigung findet Sonntag, den 13. Dez, nachmittags 2 Uhr statt. Kaiserstr. 70 Depositenkasse und Wechselstube lc ricdlicrs; i> iS. Telefon No. 32. Verwahrung u. Verwaltung von Wertpapier=Depots gegen massige Gebühren. 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Lepmber 1914 Seife V Salmallder-Ktiktkl ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ * ♦ ❖ * O» ♦ ♦ ♦ «► ♦ ♦ ♦ WiKksinnitm Prattischts i*t?| nuh biHip fiirü gflh WtlhiiliihtSliÄtük Z Schuhhaus Spier r Kaiserstrabe 55 Ariedberg Fernsprecher 344 8*it(z und Pelz waren sind ietirt we8e J, Preise Ein grosser Posten zuriickgeselzte Kleiderstoffe für Kleider, Blusen und Kinderkleidchen aussergewöhnlich billig. Damen=Blusen, KinderKleidchen, Unterröcke, Wollwaren, Militär—Hedarfsartilcel etc. fifei Uei.inafhtseinaüiilen PrQPntl/Qi onriüro (■!rati«-.luN;atie lumereN 1 I dulilfSdi ullUül 5 Warenhaus Beachten Sie untere Schaufenfter Geschwister Mifer, Verkaufsräume Parterre and I. Etage. am alten Bahnhof. !^F~ Sonntag;, den 13. u. SO. Oozembor sind unsere krsrhä?(sväiomo bis f» Flir abends geöffnet.