Unmmer 290 Donnerstag, de« 10* Dezember 1914. Ueue Tageszeit«« 7. Jahrgang bei den Agenten monailldf50 Pfo ftinin "o ss-> k >w hl ^"T ao e n o Mr' «$»* ***" *” ***"“• ••* ,U Spi-nkad« '. «e,-o--prei» : Sei den Post-nft-lt«n oiceieliagclid) 'Mil. 1.»: (Etfün U n««rt iStahZ. . T. n i ° >, . «ft-u>,etle 20 Psg. totale 15 P,g, An, eigen von -u-wäns weiden durch Poitnqchnahm« erood.i ibr,ullun«,°r1 Frtrdbrrg. Kck.8Nw.t,na v'el.g '.net,ber fl »xnaueeftra^ 12. Fer»>prrcher 48. P.st,ch.ck.C.nt- We. 48». «ml Se.Blf.tl Ul. Fortdauer der Schlacht in Polen. Erfolge im Westen. — 2800 Rüsten von den Oesterreichern gefangen. — Aegypten englisches Protektorat. Der deutsche Generalstab »- meldet: ■ - - WTB. Wrofjc* Hauptquartier, 9. Tez., vormittags. Slmtlich. Weltlich Reims mutzte die P.cherie-Fermr, obgleich hier die Genfer Flagge wehte, von unfere» Truppen in Brand geschossen werden, weil durch Flugphotographien einwandfrei feftge, stellt war, datz sich dicht IN der Rahe eine fr.nzöflfche Batterie verbarg. Französische Angriffe IN der Gegend von Souain und gegen den Ort Barennes und Baugous im östlichen Argonnenwald wurden unter Verlusten für den Gegner zurückgeworfen. Fm Argonnenwald felbst wurde an verfchiedenen Stellen Boden gewonnen. Dabei machten wir eine Anzahl Gefangene. Bei dein gestern gemeldeten Angriff nördlich Raney hatten die Franzofen ftarle Verluste. Unfere Verluste find verhältnismässig gering. Aus Oftpreutzen liegen keine neuen Nachrichten vor. In Nordpolen stehen unfere Truppen in enger Fühlung mit den Ruffen, die in einer ftarl befestigten Stellung westlich der Miazga Halt gemacht haben. Um Lowiez wird weiter getämpft. In Südpolen haben öfterreichifch-ungorifche Truppen Schulter «n Schulter erneut erfolgreich angegriffen. Oberste Heeresleitung. Die Erkrankung des Kaisers. Berlin, 9. Drz. (W. T. B.> S. SW. der Kaiser hat las Bett auch heute »och nicht derlasfen können, aber den Portrag des Chefs des Generalstabs de« Feldheeres über die Kriegslage entgegengenommen. Generalstabschef v. Falkenhayn. Berlin, 9. Dez. sW. ft. B.) Generaloberst von Multke hat seine Kur in Homburg beendet und ist hier eingetrolsen. Sein Befinde» hat sich glücklicherweise erheblich gebessert, ist aber doch noch immer so, dass er bis aus weiteres nicht wieder ins Feld »ehe» kann. Seine anderweitige Verwendung ist in Aussicht genommen, so bald sein Gesnndheits- znständ es gestattet. Die Geschäfte des Chess des General- stabs des Feldheeres sind dem Kriegsminister, General- leutnant v. Falkenhahn, der sie seit der Crkrankung des Generalobersten v. Moltke dertretungsweise übernahm, unter Belassung in dem Amt als Kriegsminister, endgültig übertrage» worden. Der Sieg bei Lodz. (W. T. B. sliickstamtlich.) In Besprechung der Kriegslage sagt die „Neue Freie Presse": Die durch den deutschen Sieg bei Lodz geschossene Lage bedarf noch der Klärung. Es dürfte sich bald zeigen, ob die russisckw Führung noch die Kraft zu einer die schweren Mißerfolge der lebten Zeit au»- gleichenden Initiative besitzt. Sie, die gestützt auf ihre ungeheure Streiterzahl gewaltige Räume souvrän ü ■' '"ich- te. die selbst nach wochenlangen Kämpfen stets noch bedeutende in Reserve gehaltene Massen zum entsckreidendcn Ein- satz bringen konnte, scheint ihre Kraft überschätzt und überspannt zu haben. Die geistige llcbcrlcgenhcit der oster- reichifch-ungarischen und der deutschen Führung sestt sich all- gemein durch. In Wcstgalizicn drangen die «Ulfen bis in die Gegend südöstlich von Krakau vor. Sie gerieten mehr- fach in den Bereich des Fortgllrtels und erlitten hierbei schwere Verluste. ES war ein Przemysl im kleinen. Cb sich die Russen ernstlich mit dem Gedanken tragen. Krakau zu belagern, wissen wir allerdings nicht. Nack) de" letzten Darstellungen des Gcncralstabs wurden die Russen in Galizien aus zwei Fronten angegriffen. Das Ergebnis stellte sich auch sofort ein. Wie weit ihr Rückzug gcqt, ist noch unbekannt. Manche Anzeichen deuten aus die W"br- fchcinlichkcit weiterer beträchtlicher Verluste der Russen hin. Die Anlage dieser Cpcration scheint mehr zu versprechen, als bisher mitgctcilt werden konnte. Waffenruhe während des weihnachlsfeffes von lknßland abgelehnt. Rom, 9. Dez. (SB. T. V. Nichtamtlich.)' „Giornale i'Stalia" schreibt: Was die amtlich nicht besiäüälc Nachricht betrifft, wonach der Vatikan die Initiative ergriffen habe, um die Regierungen der kriegführenden Staaten zur Bewilligung einer Waffenruhe während des WeihnacküSsestcS z» veranlassen, so hat es den Anschein, als ob der Vatikan sich mit einem einfachen Sondieren der Meinungen begnügt habe. Andererseits steht fest, das; die russische Regierung auf eine offizielle Anfrage hin auf Grund eines Gutachtens des Heiligen Synod eine ablehnende Antwort erteilt hat. Drr Rkichslay und dit osmail'llhe Kammer. Berlin, 9. Dez. (SB. B. Nichtamtlich). Aus die von dem Präsidenten des Reichstags, Dr. Kaempf, a» den Präsidenten der osmanifchen Kammer gesandte Sympathiedepesisie ist folgende Antwort eingegangen: Ich habe mit stolzer Genugtuung die Depesche empfangen, die Ew. Hochwohlgebore» mir gesandt haben, um die Grütze des heldenmütigen deutschen Volkes zu übermitteln, das die Welt durch feine vaterländische Gesinnung und feine bewunderungswürdige Tapferkeit in Erstaunen gesetzt hat. Im vollen Bewutztfein der Gefahr, die ihrer Existenz schon durch die Möglichkeit uneingefchränkler Entfaltung einer tyrannischen Herrschaft der Russen und ihrer Verbündeten drohen würde, hat die Türkei nicht gezögert, ihr Geschick mit dem des glorreichen deutschen Reiches zu verbinden. Ew. Hochwohlgeboren kann ich schon jetzt der ungeteilten Zustimmung der osmanischen Deputiertenkammer zu dem vom Reichstag bekundeten Gelöbnis versichern, in diesem Kriege durchzuhallen, bis ein dauernder Friede für uns und die kommenden Generationen erlangt ist in der Zuversicht, datz unsere Streitkräfte zu Lande und zu üBasier siegreich aus diesem Hel Lenkampse hervorgehen werden. Ew. Hochwohlgeboren danke ich namens der osmanifchen Deputierten, denen ich den Inhalt Ihrer Depefche bei der nächsten Eröffnung unserer Kammer mit Vergnügen übermitteln werde. Der Präsident der Kammer der Deputierten: Habil. Ostprenster» sicher. Das „Berl. Tageblatt" meldet aus Königsberg i. Pr.: Der Landeshauptmann gibt bekannt, daß die Rückkehr der ostpreußifchen Flüchtlinge i» die Kreise Allenstein, Osterode und Roussel jetzt unbedenklich ist. Nach den Orten der genannten Kreise können jetzt Freisahrtscheinc erteilt werden. Anerkennung Hrr jingri Truppen durch England. Aus London wird indirekt genieldet: Ter „Manchester Guardian" läßt in einem Artikel den deutschen Truppen hohe? Lob zuteil werden, Namcntlich die Reservetruppen haben noch dem Artikel des englischen Blattes eine große Ueberraschung gebracht, da sie den Truppen der Linie nicht nur ebenbürtig sind, sondern sie an militärischen Eigenschaften noch übertrefseu. „Durch ihren Mut, ihren Patriotismus, sowie dnrcki ihre Anpassungsfähigkeit sind sie gesät, -• sichere Gegner als die aktiven Truppen, die nur durch die Maschinerie der Militärbureaukratie getrieben werden", schreibt das englische Blatt. Englische Flieger hcrabgrschossr«. Amsterdam, 9. Dez. (W. T. B.) Nach einer Blättermcldung aus London ist der Lord Annesle» mit einem cnglisckcen Offizier während eines Fluges über Ostende von den Deutschen herabgeschosscu worden. Mm und iwiD'fii irijftnt fid?. Dem Pariser „Journal" wird aus Petersburg telegraphiert: Es ist klar, daß die Deutschen jetzt alles einfetzen, den Russen eine entscheidende Niederlage in Polen bcizu- bringen. Die Deutschen haben so große Heerc-massen aus dem östlichen Kriegsschauplatz zusammengezogen, daß die Russen genötigt sind, den größten Teil ihres Heeres zwi- scheu Weichsel und Warthe zu sammeln. W,s auch passte- irn mag. so muß die Tatsache uns beruhigen, daß cs in diesen, Kriege darauf ankommt, wer am längsten anslMen kann. Der Krieg wird nicht durch einzelne Siege beendet werden. S chüchtcrncs Eingeständnis. Genf, 8. Dez. Der heutige Bericht des russischen Eene- ralstabs meldet: Da die Verteidigung von Lodz vom mili- tärifchen und strategischen Standpunkt aus Unbequemlichkeiten bereite, so müsse man mit Ruhe verschiedenen Aenderungen in der'Linie der Gegend von Lodz entgegensehen. Der österreichische Generalstab [] - meldet: - y Wien, 9. Tez. (W. T- B.) Amtlich lvird verlant- bart: 9. Dezember mittag»: I» Westgalizien ist unser. Augrisf im Gange. Ju Polen dauert die Ruhe in dem südlichen Frontabschnitt a:>. Tie ilnausgesetzten Angriffe des Feindes in der Geg. > von Piotrkow scheitern „ach wie vor an der Zähigkeit der Verbündeten. Unsere Truppe» allein nahmen hier in der letzten Woche 2800 Russen gefangen. Weiter nördlich setzen die Deutsche» ihre Operationen erfolgreich fort. Der Stellvertreter des Chefs de» Generalstob»; v. Höser, Generalmajor. Ein rnlßicher tlorflolj in Ungarn miftijliid:!. Budapest, 9. Dez. (Nichtamtlich). Laut Meldungen, die an hiesigen amtlichen Stellen eingelausen sind, ist der abermalige Borslotz der Russen im Komitat Zemplin missglückt. Sie sind aus ihrem Marsche nach dem Süden von unseren Truppen aufgehalten und zurückgeworsen worden. Verfolgt von unseren Kräften, bewerlstelligen sie ihren Rückzug und sind bereits bis hart an die galizlsche Grenze zurückgedrängt. Auch im Komitat Saros ist ihrem Vordringen Einhalt getan. Am Grenzsaum des Komitats Bereg zeigten sich gestern unbedeutende russische Kräfte, denen unsere Truppen sofort mit vollem Erfolg entgegentraten, sodatz sse sich nach dem ersten Tressen unverzüglich über die Grenze zurückzogen. Der amtlich bereits mitgeteilte Einbruchsversuch in das Komitat Maramaros wurde bei Tornya abgewiesen. Die Kämpfe in Siidpolen. Der Kriegsberichterstatter des „B. T." meldet aus dem österreichisch ungarischen Kriegsquartier: Der südliche Tel! des Kampfes in Polen nimmt für uns einen günstigen Ber- Iq»f. Die anfangs ohrensörmig um Krakau formierte russische Front ist in ihren Flanken nach rückwärts abgedrängt worden. In der Stadt ist der Kanonendonner noch immer stark hörbar. Unsere Flugzeuge und Fesselballons sind bei jeder Witterung im Erkundungodienst tätig. Vereinzelt zeigen sich russische Flugzeuge über dem Festungsrayon. Ei» Flieger warf eine Bombe auf die Stadt, die das Dach eines Hauses in der Io- fexhsstratze durchbrach, ohne Menschen zu verletzen. Die Dorfbewohner der Umgegend ahmen das Beispiel der Soldaren noch, indem sie sich familienweise in Erdhöhlen eingraben „„!> dort bas Ende des Bombardements abwarten. Die Zustände in Belgrad. Budapest, 9. Dcz. Infolge des überaus taktvolle» Do» gehen» unseres Militärs gewinnt die Bevölkerung von Belgrad Vertrauen. Das geschäftliche Leben wird lebhafter. Seit der Besetzung der Stadt durch unsere Truppen ist c,ne ernstere Ruhestörung nicht vorgekommen. Täglich kehren viele der aus Belgrad Geflüchteten wieder zurück. Die Stadt dürfte heute bereits wieder 18,000 Einwohner zählen. Zwischen Semlin und Belgrad wurde ein halbstündiger Schiffsverkehr cingerichtet. Die Oesterreichcr in Serbien. (W . T. B. Nichtamtlich.) Das österreichisch-uugariichc Arineeoberkoiiunando in Serbien erließ zwei Proklomalio- nen, nach deren erster das Waffcntragen streng verboten ist: alle Waffen und Munition sind bei dem nächste» Militärkommando abzuliefer» Tie zweite Proklamation ordnet a», daß mit Rücksicht aus den tlmstand, daß sich serbische Soldaten in Zivilkleidung unter die zurückkchreude Bewohner gemischt und auf österreichisch-nngarische Soldaten geschossen haben, jeder waftcnfähige Serbe von 15 bis 00 Jahren verpflichtet ist, sich bcin, nächsten Militärkommando zu melden, widrigenfalls er mit dem Tode bestraft wird. Das türkische Hauptquartier meldet: =====» Äonftantinopet, 9. Dez. Zu den jüngsten Erfolgen der türkischen Truppen im Kaulasus ist noch eine wichtige Er oberung zu vermerken. Die Türken bemächtigten sich nach hartnäckigem Widerstande der bei Artwin gelegenen mächtigen «*.289_________ Kupferbergwerke von Morgul, die einer englischen Gesellschaft gehören und von dieser ausgebeutet werden. Der Heilig« Krieg. Konstantinopel, 9. Dez. Die anzweiselhaste Wirkung der Erklärung des Heiligen Krieges greift -uch in Arabien um sich. Die beiden größten zen- tralarabischen Fürsten Jbn el Reschid und Ibn el Saiid, die bisher in Fehde lagen, versöhnten sich dank hiesiger Vermittlung. Beide stellten ihre Krieger zur Verteidigung des Islams zur Verfügung. Jbn el Saiid hat gegen Vasra 1999 Reiter und 3999 Kameeltreiber in Bewegung gesetzt, während die Streitkräfte Reschids »ach einer anderen Richtung Verwendung finden. Für England mutz das Abschwenken Ibn Eaiids eine große Enttäuschung bedeuten; er galt als einer der getreuesten Vasallen Albions in Arabien. Der neue Eeneraladjutant des Sultans. Konstantinopel, 9. Dez. Eeneralfcldmarschall v. d. Goltz wird erst am 12. Dezember hier eintresfen. Der neue Gcneraladjutant des Sultans wird vorerst in Bukarest und Sofia Gelegenheit haben, mit den Königen von Rumänien und Bulgarien zu sprechen i Die Türken am Suezkanal. Wie Meldungen aus Kairo berichten, erschienen in den Morgenstunden des 6. Dezember 399 Mann türkischer Kavallerie an den Ufern des Suezkanals, wenige Kilometer von Port Said. Auf das Feuer der Engländer antworteten sie näht, sondern zogen sich langsam zurück. Man glaubt, das, es sich um den ersten Vortrupp einer vorgeschobenen türkischen Heeressäule handelt. Die große Schnelligkeit, mit der sich der türkische Vormarsch vollzieht, wird dadurch erklärt, daß es den Türken angeblich unter Anleitung deutscher Unteroffiziere gelungen sei, ihre Eisenbahnlinien auf ungeahnte Leistungsfähigkeit zu bringen. Der neutrale Schiffsverkehr im Suezkanal stockt gänzlich, denn die beruhigenden Erlasse des Kommandanten von Port Said werden in ihrer W' '1 bedeutend beeinträchtigt durch den Umstand, daß seit iib.i :ei Wochen kein Truppentransportschiss aus Indien durch den Kanal gekommen ist. Die englische Prcsie gibt notgedrungen zu, daß sich ganz Arabien in hellem Aufruhr befindet, behauptet jedoch, daß diese Bewegung so sehr gegen die Türkei selbst wie gegen die Engländer sich wendet. Aegypten eiiglisches Protektorat. Mailand, 9. Dez. Dem „Corriere dclla Sera" wird aus Kairo gemeldet: Hussein Kenia! ist im Begriff, als Sultan den ägyptischen Thron zu besteigen. Die englische Okkupation wird in ein Protektorat umgewandelt. Der neue Staat soll von der Türkei ganz unabhängig sein. Das Ministerium des Auswärtigen wird ab- gcschafft. Die fremden Staaten ziehen, wie cs heißt, ihre diplomatischen Vertretungen zurück. Das Schicksal der Kapitulationen ist noch ungewiß. , Ein Zeichen der Unsicherheit. Konstantinopel, 9. Dez. Die Engländer schafften die wertvollsten Gegenstände der großen Museums in Kairo, die einen unschätzbaren Wert darstellen, nach Malta. Das läßt tief blicken. Von der Schweizer Grenze, 9. Dez. Die französische Zensur unterdrückt seit vorgestern jede Mitteilung der Preffc über Marokko. Der Burenaufstand. General Beyers gefallen? Amtlich wird gemeldet: Ls ist »och unsicher, ob Genera! Beyers, der Führer der Buren in Transvaal, der nach einer Johannisberger Meldung von einer Kugel getroffen wurde, den Tod fand. Während eines scharfen Gefechts am Ufer des Vaalflusics versuchte Beyers mit einigen andere», den Vaal zu überschreiten. Cie wurden be- schosicn. Man sah, wie Beyers vom Pferde fiel und stromabwärts getrieben wurde. Er verschwand bald darauf im Wasser. Vom Balkan. Die Stimmung in Bulgarien. Der Sofioter Korrespondent der „B. Z. a. M." erzählt in einem Stimmungsbild aus Sofia von einem (besprach, das er mit dem Ministerpräsidenten NadoSlawow gehabt hat und worin ihm i c- .'c in ganz besonders warmen Ausdrücken-seine seruud- s sichen Gefühle für Deutschland versickerte. Der Kor- i. .ndent hatte den bestimmten Eindruck, das; Bulgarien nicht neutral bleiben werde. Nur der Zeitpunkt seines LosgehenS sei zweifelhaft, nicht aber die Seite, aus die Bulgarien treten werde, lieber die Nolksstimmnng erzählt der Korrespondent, datz beispielsweise deutsche Siegesbilder in den Lichtbildtheatern bejubelt werden. Das Volk applaudiert, wenn die österreichische Volkshymne oder die Wacht am Rhein gespielt werde. Zurück nach Frankreich. Bulgarien verweigerie die Sendung von 300 Kanonen und 200 Mitraillensen, die die Firma Schneider in Crensot über Tedengatsch nach Ruß- !>-nd transportieren wollte. Die Sendung ging vorgestern von diesem bulgarischen Hasen nach Frankreich zurück. Eine serbische Herauk-sordernug an Bulgarien. Die serbische Regierung teilte durch eine Note hier mit. datz sie den Ankauf österreichischer Schisse durch Bulgarien nicht aner- kennen und die Donausahrten solcher Schisse mit Waffen- gewalt verhindern werde. Diese Rote hat hier starke Erregung hervorgernsen. Die Perlustzisscr der Serben. Die „Daily Ehronikle" Meldet ans Mailand, der serbische Premierminister habe in einem Interview erklärt, die Serben hätten bisher 100,000 Mann verloren. Griechisch-türkische Einigung. Wie das „Giornale d'- tUnlin" ans Athen meldet, hat die griechische Regierung, A>re Neutralität im türkisch-russischen Kriege beschlossen und wird davon die Mächte in Kenntnis setzen. Die „Lombar- die" teilt mit, daß der türkische Gesandte am Freitag eine dreistündige Unterredung int griechischen Ministerium des Aeußern hatte, in der die »och offen stehenden griechisch- türkischen Einignngsakten über die Mittelmeerinseln unterzeichnet worden sind. Athen. !). Dez. Auf die nachdrücklichen Vorstellungen «eue Tageszeitung. Mittwoch, den 9. Dezember 191«. des Premierministers wegen systematischer Verfolgung und Austreibung der Griechen durch die türkischen Behörden in Thrazien und Kleinasien teilte jetzt der türkische Gesandte im Austrage der Pforte mit, daß diese keine Kenntnis von den Ausweisungen gehabt hätte und zum Beweise ihrer freundschaftlichen Gefühle für Griechenland die Rückkehr der zuletzt aus Thrazien vertriebenen 1400 Griechen in die Heimat genehmigt habe, Japan und China. Amsterdam, 9. Dez. Aus Tokio wird gemeldet: Der Minister des Aeußern, Kato, erklärte in einer Rede im Parlament, daß die Beziehungen zwischen den Alliierten und den Neutralen in allen wichtigen Angelegenheiten günstig feien. Es habe ein freimütiger Gedankenaustausch zwischen Japan und China über Kiautschou stattgefunden. Die chinesische Regierung habe die Lage vollständig begriffen (I) Kato äußerte auch seine Sympathien für die Vereinigten Staten, die dafür sorgen würden, daß die in Deutschland gefangen gehaltenen Japaner, wieder freie, werden würden. (Das letztere ist zu bezweifeln. Diese letzte Meldung aus Tokio aber scheint anzudeuten, daß die Verhandlungen zwischen Japan und Amerika einen gewissen Abschluß erreicht haben. Sie bestätigt auch die in unserem Artikel ausgesprochene Ansicht, daß Washington im ganzen vor Japan zurückweicht.. D. Red.) Tokio, 9. Dez. Trotz erneuter chinesischer Proteste hält Japan die Schantung-Vahn mit zwei Brigaden besesit. Japan und Jndochina. Eens, 9. Dez. Der „Cri" meldet ans Paris nach einer sicheren Quelle, daß Japan anfangs September vorschlug, zehn Armeekorps nach Europa zu entsenden, falls Jndochina an Japan abgetreten werde. Als Frankreich dies abschlug, sagten die japanischen Unterhändler wörtlich: „In zwanzig bis vierzig Jahren fällt uns Jndochina doch als reife Frucht in den Schoß. Frankreichs Macht ist dort illusorisch. Es ist besser, Jndochina gutwillig abzutreten." Die Propaganda Pichons verfolgt jetzt den gleichen Plan unter denselben Bedingungen. Aus Frankreich. Reue Aushebungen in Frankreich. Eens, 9. Dez. Der „Matin" berichtet, daß die französische Regierung von der demnächst zusammentretenden Kammer die Reueinberusung von ö Jahrgängen der unausgebildeten Klaffe 1872—7? fordern werde. Sollte es sich als notwendig Herausstellen, so würde sich diesen Einberufungen eine allgemeine Volksaushebung anschließen. Die Stimmung in Paris. Brüssel, 4. Dez. Die zahlreichen Angehörigen der belgischen Armee und Bürgerwehr, die sich derzeit in Paris befinden, senden Berichte hierher, welche die Stimmung der Bevölkerung als andauernd wenig zuversichtlich schildern. Trotz der amtlichen Eicgesnachrichten herrsche allgemein ein Gefühl der Verzagtheit infolge der lange» Kriegsdauer, des zunehmednen Elends, am meisten aber der Wahrnehmung, daß trotz aller Sieze der Verbündeten die Deutschen »ach wie vor ganz Belgien und die zehn reichsten Departements Frankreichs besetzt halten, ohne auch nur einen Schritt zurllckzuweichen. Auch in der Tatsache, daß die Regierung es nicht wagt, nach Paris zurllckznkehren, erblickt die Bevölkerung einen Beweis dafür, daß die Kriegslage sich nicht wesentlich geändert haben kann. Das Mißtrauen gegen dis amtlichen Nachrichten ist daher im Wachsen und drückt sich darin aus, daß die mit Sicgesberichten gefüllten Blätter, wie „Matin". „Journal" usw. heute nicht halb so viel Exemplare verkaufen, wie zu Beginn des Krieges. Während so die amtliche Kriegsberichtcrstattung großen Zweiseln begegnet, finden die tollsten Gerüchte über das Erscheinen der Deutschen vor Paris allgemeinen Glauben und rufen jeden Augenblick Angst hervor. An der zunehmende» Kriegsmiidigkeit der Pariser Bevölkerung kann nicht mehr gezweisell werden, und Präsident Paincarä hat dies dieser Tage an sich selbst erfahre», als er wieder auf kurze Zeit Paris besuchte. Tenn die Bevölkerung bcreiiete ihm einen auffallend kühlen Empfang; die Ankunft, die Anwesenheit und die Abreise des Staatsoberhauptes wurden von den Parisern kaum beachtet. Aus BeLgierr. Die Ohnmacht der belgische» Negierung. Aus Amsterdam wird gemeldet: Die „Tijd" berichtet aus Kortryk, daß die jungen, dem Jahrgang 191 i angehörenden Belgier dem Rufe der belgischen Regierung für die Massen ausnahmslos keine Folge geleistet haben. Sic haben vielmehr der deutschen Militärbehörde das eidliche Bcrspreihen gegeben, während des Krieges nicht gegen Deutschland zu kämpfe». Dasselbe Versprechen wurde auch von der Bürgermeisterei geleistet. Der Bürgermeister, die Schössen und einige Ratsmitglicder diene» als Geiseln sür das Wehlverhallen der Bevölkerung. Tyobus im belgischen Heer. In den „Times" berichtet ein inedizinifchcr Korrespondent aus La Panne in Belgien über die Typhuscpidcmie in der bcigifchcu Armee: Die ungehen- >en Anstrengungen des Feldzuges verursachten eine dauernde Nervenabspaiinung, die die natürliche Widerstandskraft gegen Krankheiten vcrriugerie uuo de» Boden für eine Epidemie vorbereitete. Dies ist auch der Grund, warum eine Typhusepidemie gegenwärtig so gefährlich ist. Das beste Heilmittel gegen die Krankheit wäre die Aufbringung »euer Soldaten. Die Sorge für frisches Menschenmaterial ist aus medizinischen Gründen notwendig. Aus Nichland. Riefenverlnst« der Russen. Wien, 9. Dez. Der Kriegsberichterstatter der „Reuen Freien Presse" rechnet bei Ueber- prüfung der Angaben der Lfiizieisverluste, die im „Rußkoje Invalid" mitgeteilt sind, aus, daß die Russen bis zum 4 . Dezember etwa 90 909 Offizier« verloren haben. Im Berhält- r.is dazu muffen di« Gesamtverluste, niedrig derechnet, 2 bi» 2'A Millionen Mann betragen. Die Berhätlniszahl der ruf- Seite 2 . sischen Offiziere zu der Mannschaft entspricht in dieser Rechnung den Kriegen von 1889 und 1879. Gärungen in Rußland. Genf, 8. Dez. Wie die „Huma- nitö" nach einer Meldung der Petersburger „Rjetfch" mitteilt, wurden fünf Mitglieder der maximaliftifchen foizaldemokrati- fchen Fraktion der russischen Reichsduma, die Abgeordneten Petrowski, Badajew, Muranow, Jsmailow und Schagow verhaftet und unter die Anklage des Hochverrats gestellt, weil sie am 4.-17. November an einer geheimen Zusammenkunft mit sechs anderen, schon früher verhafteten Personen teilnahwcn. Dabei soll eine Verschwörung emgeleitet und die Mittel zur Vernichtung des russischen Staates und zur schleunige» Durch- sührung aufrüherischer Pläne erwogen worden sein. Schicksals-Genoffcu Rennekampf's. Neustrelitz, 9. Dez. (Nichtamtlich). Die „Landesztg. für beide Mecklenburg" erführt aus Kopenhagen: Die dortige Prcsie meldet aus Petersburg, daß außer General Rennen- kampf noch sechs Generäle der russischen Wcstarmee der leitenden Kommandostellcn enthoben worden sind. Wie verlautet, wurden sie zur Verantwortung vor das Kricgsministsrium beordert. Ans England. Der mutige König Georg. Anläßlich der Rückkehr König Georgs vom Kriegsschauplätze bringen die Londoner Blätter überschwenglische Schilderungen von dem Aufenthalte des Monarchen in Nordfrankreich, obwohl der König trotz aller gegenteilige» Meldungen nirgends nuch nur in Hörweite des Kanonendonners gekommen sein soll. Der lhakigelbe Paletot mit Pelzkragen, den der König trug, kehrt in den langen aussührlichen Telegrammen immer wieder, um darzutun, wie malerisch König Georg aussah. — Die Ueberreichung des Hosenbandordens an König Albert ton Belgien erfolgte in Gegenwart mehrerer indischer Fürsten, wobei nur wenige andere Personen zugegen waren. Die Beschreibung des Frühstücks bei der belgischen Königin nimmt in den Depeschen gleichfalls einen langen Raum ein. Die irische Gefahr. Basel, 8. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Unter der Ueberschrist „Die irische Gefahr" bespricht ein Leitarfikel des „Baseler Anzeigers" dieses für England schwierige Problem und faßt seine Ausführungen dahin zusammen: Wie man sieht, zieht sich ein böses Gewitter für England zusammen. Man darf gespannt sein, wie England sich dieses neuen Gegners erwehren wird. — Zu der Ausdehnung des Kriegszustandes und der Beschränkung der Wortfteiheit bemerkt das Blatt: Es muß recht weit gekommen sein, wenn gerade England, wo man die Freiheit deS Wortes der Presse über alles hochhält, einen solchen Schritt vornimmt. Aus Portugal. Eens, 7. Dez. Genfer Blätter oerösfentlichen Madrid?» Drahtnachrichten, wonach in ganz Portugal die Verhaftungen von Monarchisten fortdauern fallen. Im Parlamente haben stürmische Szenen stattgesundcn wegen der verfehlten Auslandspolitik der Regierung, insbesondere wegen der Mobilisierung. Die Regierung hat zunächst ihre Entlastung gegeben, blieb aber schließlich, weil die Bildung einer nationalen Regierung scheiterte. Die Bevölkerung zeigt wenig Begeisterung für den Krieg. Bisher sind zwei Schiffe mit 3999 Mann unter dem Kommando eines Majors nach Aftika abgegangen. FkihmijeWkrUung vonMdln m fün&iirirfe Das Landwirtschaftsministerimn teilt uns folgendes mit: In den Zentral-Pferdedepots in Landsberg (Warthe), Lndwigslust, Potsdam, Hannover, Torgau, Darmstadt, Berlin, Cassel befinden sich eine Anzahl tragender aber z» Zuchtzwecken nicht geeigneter Stuten, sowie eine größere Anzahl schwerer kaltblütiger Pferde, die unentgeltlich gegen Fütterung und deren Ueberlassung des Fohlens an zuverlässige und vertrauenswürdige Landwirte ansgeliehen werden sollen. In erster Linie kommen solche Landwirte in Betracht, deren Pferde infolge des Krieges ausgehoben sind oder die selbst oder deren Söhne zum Kriegsdienst eilige- zogen sind. Sie müssen möglichst in der Umgegend des Depots ansässig sein. Bewerber um derartige Leihpferde ha- ben ihre-Gesuche durch Vermittlung der Landwirtschasts- kammer oder durch die Landratsämter oder Gemeindevor- stehcr mit Ausweisen über ihre Persönlichkeit unmittelbar an die Depots einzureichen. Ein nbgklkhniks AuMlsrals-Mairdal. Laut einer dem Zentralbnreau der nationallibcralen Partei zugcgangenen Zuschrift hat der Reichstagsabgeordnete Bassermann den Vorsitz im Aufsichtsrat der in ein deutsches Unternehmen umgewandelten Sunlight-Gesell- schaft abgelehnt. Ciu Aufruf Peter Roseggers. Deutsche Weihnachten! Rach nie ist das deutsche Ball zu Weihnachten so gründlich bei sich selbst gewesen als diesmal. Feinde ringsum, die gleichsam sür uns ein Schutzwall bilden gegen die widerliche Ausländcrei, der wir z» verfallen drohten. An uns das Beste verlierend, von fremden Völker» Richtiges einsaugend, waren wir in Gefahr, nationale Zwi!° terlinge zu werden. Aber nun besinnen wir uns der Schätze, die bei uns daheim in reichster Fülle aufgcfpeichcrt sind. Weihnacht weist uns zur Einkehr bei unser» Denkern und Dichtern im Buche. Wir neben uns das Buch, wir geben cs unseren Lieben. Nichts Würdigeres, als die erlauchten Geister der Ration zum Feste zu laden. Kein vornehmeres Geschenk, als das Buch; in schwerer Zeit keine glücklichere Insel der Seligen. Unsere Klassiker! Unser« neueren, di« zeitgenössischen Dichter, dt« mit uns leben, [**. 290 I leiden, streiten. Hören wtr, was sie uns zu erzählen wissen, was sie uns zu sagen haben. Wenn Kriegslärm alle: Art uns bange macht, nehmen wir Zuflucht zu den Dichtern und zu den Denkern, die dar Menschenleben von einem höheren Standpunkt aus betrachten. Suchen wir in ihnen die deutsche Seele, die Quell- herzstärkender Zuversicht, W-ltfreudigkeit. Menschern Vertrauens und frommen Eottempjindens. Vernehmen wir di« hehren Klänge von Liebe und Treue, von Großmut und Heldenhaftigkeit: hören wir das harmlos heitere Lachen des deutschen Humors; versetzen wir uns durch das Buch in schönere, bester« Welten, so UNS die gegenwärtige nicht gefallen will. Wenn der Frieden kommt, dann wird Zeit genug fein, uns auch wieder mit den Literaturwerkcn unserer Gegner zu befassen. In diesem Jahre, Ihr Freunde, wollen wir deutsche Weihnachten halten. Erfreuen wir uns in dem Buche des Christbaums wieder einmal der deutschen Seele. Die Zeit der langen Nacht ist gekommen, wir brauchen ein Licht. Krieglach, im Oktober 1911. Peter Rosegger. Nom Felde pjjga|| der Khre. Nachruf. Unsere braven Krieger berichten aus dem Leide, daß sie sich allmählig selbst an dem Anblick der grauslichsten Dinge gewöhnt haben. Auch wir Zurückgebliebenen werde angesichts de« sich häufenden unnennbaren Wehs, das wir tagtäglich erleben müssen, zwar nicht gleichgültig, aber doch abgestumpft. Nur manches Mal, wenn die Kunde kommt, dah wieder Einer, der uns ganz besonders nahcgestandcn hat, dem ninnnermordcnden Kriege zum Opfer gefallen ist, znckt ganz besonderer Schmerz durch unser Herz. So war cs auch, als wir die Nachricht erhielten, dah unser lieber, guter Georg Jacobi von Rodheim v. d. Höhe aus dem östlichen Schlachtfeldc gefallen sei. Wer hätte geglaubt, daß wir ihn« vor 3 Wochen, als er mit dem Landsturm auszog und »ns zum Abschied grüßend zuwinkte, zum letzten Male in die treuen Augen blicken würden! Doch wir müssen uns mit der rauhen Wirklichkeit abfinden: Unser Gg. Jacobi ist nicht mehr, Ein ächter deutscher Mann ist mit ihm dahingcschicdcn, ein treuer liebevoller Sohn, fleißig in seinem Berufe, gewissenhaft und aufopferungsvoll au! allen Posten, da ihn das Vertrauen seiner Mitbürger und Bcrufsgenosscn hingcstellt hatte, ein lieber und frohgcninter Kamerad im gemütlichen Kreise: überall im Ernst und im Sckicrzc auf seinem Platzes Darum hat er nicht vergebens gelebt, lein Andenken wird allezeit fort- lcben in den Herzen derer die ihm nahcstanden und die ihn kannten. Mögest du sanft schlummern, du lieber Freund, fein der Heimat, aber in deutscher Erde! Einen guten Kampf Hab' ich auf der Welt gekänipset: Denn Gott hat mir gnädiglich all' nicin Leid geüämpfet; Daß ich meines Lebens Lauf Seliglich vollendet, Und die Seele himmelauf Christo zngewendet! Petterweil, 10. Dez. Reservist und Tambour Winkler von hier wurde infolge eines schwierigen Patrouillenganges in Rußland mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Dem mutigen und tapferen Vaterlandevertcidiger ein dreimaliges Hurra! Danksagung. Bei dem so überaus schweren und schmerzlichen Ver-! I lüfte meines lieben, unvergeßlichen Gatten, unseres gelieb-! | tcn Sohnes, Schwiegersohnes, Bruders, Schwagers u. Onkels | Heinrich Fischer J sind uns so viele Beweise herzlicher Teilnahme zugegangen. | daß wir nur auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank [ ausfprechen können. Wir duiken insbesondere Herrn Pfarrer I > Ritter für die trostreichen Worte, dem Gesangverein Eer-1 munia, den vereinigten Krieger- und Militär-Vereinen, dem Landsturm-Bataillon Friedberg und dem Bezirkskommando, seinen Kameraden, sowie für die vielen Kranzspenden uns> die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung unseres | | lieben Heimgegangenen. Friedberg, den 10. Dez. 191-1. Minna Fischer und Kind, Familie Heinrich Fischer, Familie Heinrich Billasch. Beste Qualitäten. Alle Preislagen. Schuhlager Heinrich Hess Telefon 420. Fried IlCr g Ksiserstt. 40. KnlMkbllü n. Ähnillgtll, PiiMMlageil billigst. Stefan Kahn. Tageszeitung. Donnerstag, den tu. Dezember 1914 Seite 3. Ans der Heimat. * Friedberg, 10. Dez. Als Hauptschöffen wurde» ausgelost: Ruppel, Hrch., Kaufmann, Friedberg: Eisenmann, Karl, Kaufmann, Friedberg: Weith, Hrch., Landwirt. Rieder-Wüll- stadt: Schneider, Hrch. Balth., Kaufmann. Friedberg: Dr. Me- gerle, Wilhelm, Chemiker, Friedberg: Fourier. Franz II., Kaufmann, Friedberg: Metzcndors, Heinr., Möbclhändler, Friedberg: Schndt, Hrch. II., Mühlcnbesitzer, Bruchenbrücken: Kann, Julius, Fabrikant, Friedberg: Heß. Wilhelm Adam, Schlostermeister, Friedberg: Weber, Alexander, Kaufmann: Friedberg: Huih, Adolf. Buchhalter, Friedberg: Winkler. Rnd.. Zahnarzt. Friedberg: Dr. Trapp, Max, Chemiker, Friedberg: Isidor Stern, Kaufmann, Friedberg: Heß, Heinrich, Schuhwa- icnhändlcr. Friedberg: Schccbci, August Gottfried, Gastwirt, Friedberg: Rcuß, Georg Martin. Akübclhändler, Friedberg: Giar. Ludwig, Landwirt, Ober Rosbach: Kreuder, Ioh Dan., Heinrich, Kaufmann, Friedberg: Cchönberg, Willy, Kaufmann, Friedberg: Burk. Philipp Ludwig, Ubrmacher, Friedberg: Kogler, Julius. Tapezier, Friedberg: Roth, Heinrich Johannes Balth., Landwirt, Kaichen. — Als Hilssschössen sind bestimme Musch, Heinrich Wilhelm, Wirt, Friedberg: Sulzmann, Karl, Schuhwarcnhändler. Friedberg: Engel, Karl, Bäckermeister, Friedberg: Meyer, Theodor, Bäckermeister, Friedberg: Vogt- mann, Adolf, Lokomotivsührer, Friedberg: Schneider, Emil, Buchbinder, Friedberg: B!um, Heinr., Metzger, Friedberg: Engelter, Johannes, Schneidermeister, Friedberg: Erle, Christoph Heinrich, Schuhmacher, Friedberg: Fäuerbach, Karl, Kaufmann, Friedberg. Außerdem sind 71 Personen aus sämiliche» Gemeinden des Bezirks als Geschworene in Vorschlag gebracht. * Obcr-Rosbach, 10. Dez. Am heutigen Tage begeht Herr Jakob Schlottner sein Löjährigcs Dienstjubiläun, als Postagent. Mit seiner Vorgesetzten Behörde wollen auch wir dem Jubilar zu seinem Ehreniage die herzlichsten Glückwünsche darbringen. Möge er noch lange Jahre in gewohnter Rüstigkeit seinem Posten vorstchcn, damit er, da er vor llebernahme der Postagentur schon 12 Jahre als Briefträger tätig war, in drei Jahren sein 40jiihriges Dienstjubiläum begehen kann und dann auch für eine festliche Begehung eines solchen Tages eine andere Stimmung vorhanden sein wird, als der gegenwärtigen schweren Kriegszeit mit seinen traurigen Begleitumständen. Berstadt. Ein Gruß vom Schlachtfeldc! Damric, den 5. Dezember 1914. Zwei junge Artilleristen aus Berstadt vom Feld-Artillerie-Regiment Nr. . . . gedenken mitten im Kanonendonner ihrer lieben Angehörigen, Verwandten und Bekannten in der Heimat und senden ihnen in der Hoffnung auf frohes Wiedersehen die herzlichsten Grüße! gcz. Kanonier Storck I., Gesr. Gnst. Frank. F. C. Bon der Lahn, 4. Dez. Während gestern drei Mann der Bahnwachc von der 3. Kompagnie des Landstnrm- Ersatz-Bataillon Liinburg" am Tunnel bei Dillnrar an der Strecke Gießen-Lahnstein den Tunnel um 12 Uhr niittags okpatrouillierten, kreuzten in demselben zwei Züge. Die Landstürmer Löw und Schneider wurden von den Zügen ersaßt, dem crstcren ein Bein und ein Arm abgefahren, letzterem schwere Kopf- und Armvcrletzungen bcigebracht. Low starb kurz darauf, Schneider erlag den Verletzungen am Abend im Krankcnhause in Limburg. Der dritte Land- stürmer kam mit dem Schrecken davon. Dieser ist a»S Höchst, die Verunglückten stammen ans Villmar. F. C. Die Darlehnskasicn und der Krieg. Ans den Darlchnskasscnvereincn des Regierungsbezirks Kassel, fließen fortgesetzt reichliche Geldspenden beim „Hessischen Verband" ein. Für das „Rote Kreuz" sind bis jetzt 10,167,19 Mk. abgeliefcrt worden. Zu Gunsten der Raiffeisenbruder in Ostpreußen beträgt die Sanmilnng 9703 Mk. Für Liebesgaben an die Truppen wurden neben Wollsachen, Tabak »nd Zigarren 13,690 Mark gestiftet. Die KriegSspendc betrug bis Mitte November 46.190 Mark. F. C. Oberlahr,sie!». 4. Dez. Die Stadtverordneten beschlossen einen Teil des Friedhofes für die im Feldzug Gefallenen oder an ihren Wunden gestorbenen Krieger für Kriegergräber anzulcgcn. * Jesberg, 9. Dez. Sieben Söhne hat die Witwe Hirjch- berg im nahen Zwesten, nachdem nunmehr ihr Jüngster eingezogen, unter den Fahnen stehen, von denen der Aclteste in Rordsrankreich, die übrigen im Osten kämpfen. » Darmstadt. 10. Dez. Der zu Ehren des Zaren auf der Kiinstlerkolonie befindliche „Nikolaiweg" hat dieser Tage eine ehrenvolle Umtaufe erfahren. Schon seit einiger Zeit ist das ossiziclle eiserne Schild verschwunden und nun prangt seit ei- nigen Tagen ein Pappdcckeischild an der Stelle mit sauber von Hand gcsertigtcm Rainen: H i » d e n b u i g st r a ß e. Dotes Hrenz. An namhafte» Gaben für das Rote Kreuz wurden aus der nördlichen Wetterau gegeben aus den Feldbcreinigungskaisen der Gemeinden Birklar 200 Eberstadt (Kr. Gießen) 0003-, Fauerbach v. d. H. 500 3t, Griedel 200 .ii, Hattenrod 200 Muschenheim 250 Obbornhofen 300 .K, Obcrhürgern 200 Iltphe 200 .«, zusammen 2520 Durch Herrn Regie- rungsrat Schnittspahn sFriedbergj angeregt, fanden die genannten Kosten willig zu diesen Zuwendungen stch bereit. Die Beträge wurde» am 4. d. M. an den Zwcigvcrein des Roten Kreuzes in Friedberg abgeliesert. Die Opserwilligkeit der ge- nannten Gegend erscheint um so anerkennenswerter, als aus derselben schon größere Summen sur den gleichen Zweck gestiftet waren, nämlich Niederweisel 1000 .« an das Rote Kreuz in D-rmstadt und 1000 ,K an den Niederweiseler Ortsgeistlichc» zur Beschasfung von Liebesgaben a» Niederweiseler Soidaicn und deren Angehörigen die Bad-Nauhcimer Kaste 200 .W für die Kricgssürsorge Bad-Nauheim, und 200 ,U an die Eainniel- stclle des Roten Kreuzes daselbst. Die Feldbercinigungskaste Stammhcim gab 205 ,U für Christgeschenke an Stammheimer Soldaten im Felde: Griedel hat außer der vorher genannten Summe noch 200 ,U für Ortskriegssürsorge gegeben. Das ergibt zusammen den ansehnlichen Betrag von 5415 .«. Rüg« das schöne Beispiel viel Nachahmung finden. Geschäftliches. Den goldenen Prei» hat die bekannte Verlagsbuchhandlung W. Vobach 6c Co., Berlin, Leipzig, Wien, Zürich aus der Weltausstellung für Buchgewerbe und Graphik (Dugraj, Leipzig 1914, für hervorragende Leistungen auf verschiedenen Gebiete» der Technik erhalten. Der Ausstellungsraum der Firma W. Vobach & Co. bildete einen besondere» Anziehungspunkt jür jeden Ausstellungsbesucher. Kirchliche Anzeige». Eoticsdieuft in der Stadilirche. Freitag, den 11. Dezember, abends S‘/ t Uhr: Kriegsbittandacht. Herr Direktor S ch o e l l. Franksurler Weiterbexichi. Voraussage: Ziemlich bedeckt, zeitweise Niederschläge, mild, südwestliche Winde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l, Friedberg; für den Anzeigenteil: K. Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tagcszcitiiag" _ A. G.. Friedberg i. H. _ ZieBicing am TI Dez. GieOener Gewerbe- Ausstellungs-Lose Mk. (Porio v. Liste 25 Ffg. mehr) sind in allen bekannten I.ose- Gescliäiten zu haben. 1646 Gewinne im Werte vonMk. 30000 Hauptgewinne fOOOO 4000 uws. General-Vertrieb Richard Bnclincker, kleaaen. Mi»i-Mchtl> Bayern, für 1915 hat abzugeben Jean Abplanalp, ßtiwtamiifiigrt Slrllrnorrnntllrr Friedberg (Hessen) Bismarckstr. 45. Teles. 312. Toiletteartitel Tür-^l>rIligtii,FkilstkrIki>kr, Llhivlinimt, Sinolcwii nnD Arkkttschriibbtt, WMskii uni) ztthriiiMiiikii empfiehlt Tittobatd Steine! Nu. Inh.: J-s. Buob Friedberg. Kaiserstr. 117. Impfung. Es ist noch eine größere An- l von impspflichtigen Kindern st geimpft. Es ist Eclegen- : hierzu am Mittwoch, den 9. ! Mittwoch, den >8. Dezember, ^mittags >3 Uhr im Saal r den Pserdeftälle». Eleich- ig können die Kinder zur Er- nng eines Jmpficheiner vor- ellt werden, die von prallen Aerzten der Stadt geimpft >. die oder wegen der Aberlse selben in» Feld keinen Imps, in bekommen haben. Feie»»««, den «. Dez. 1914. %tt «iiegerweistee. Stahl. Ständig frische Schweine Geraudrn, Kleinjotbrr und Äiut abzugeben Schmink - Silmei Lonawks, Homburgerlandstroße 1 Ltltitt Fuchsstule stjähri^ zugseft und sehlersrei, «in- und zweispännia gefahren, ist gamilienvechällniste holder zu verlaus i spant verlausen. Gaktwttt Friedrich » , «önsludt Mein (ireschäft befindet sich von heute ah Kaiserstr. 117 gegenüber der Haagstr. MM Steinei» Bürstenfahrik •Friedberg i. H. Nicht tropfende Weihnachlslichter in Wachs, Stearin und Paraffin empfiehlt £ Isf.'verfelt, Friedberg, Kailerßs. 116. 91t 290 Reu« Tagcszeituug. Somicrslag, d«n 10. Der«mb«r iai« 'SCTlf Wiedersehn war seine Hoffnung, Wiedersehn ist unsere Hoffnung, Wenn auch im Besseren Jenseits. Im Kampf für fein geliebtes Vaterland starb am 5. Dezember zu Neu-Harszien am Mauersee (Ostpreußen) den Heldentod mein lieber, unvergeßlicher Sohn, unser treuer Bruder, Schwager und Onkel Georg Heinrich Zacobi Unteroffizier im Hesfischen Landsturm-Bataillon Nr. 5 im Alter von 42 Jahren. jScinr. Balthaicr Jacob, W»>. Rodheim o. d. H., ,m Dezember 1814. 3omiIie Kar, RnUma.,.. Familie Georg Lenhard Familie Gmil Henfel. MMM’ Der Heldentod unseres lieben treuen Borstandsmitgliedes Gg. Hch. Jacobi zu Rodheim v.d.H. Unteroffizier im Hessischen Landsturm-Bataillon Nr. 5. der am 5. November in Ostpreußen bei den Masurischen Seen in Verteidigung des Deutschen Bodens auf dem Felde der Ehre gefallen ist, erfüllt uns mit tiefster und aufrichtiger Trauer. Seit Gründung unserer Vereinigung nahm er mit regem Eiser und nie erlahmender Pflichttreue an unseren Arbetten teil, so dah wir ihm über den Tod hinaus innigsten Dank schuldig sind. Von glühender Vaterlandsliebe erfüllt, stellte er freudig sein Leben in den Dienst der großen Sache. Sein arbeitsreiches Leben wurde durch einen ruhmvollen Tod gekrönt: Ich habe einen guten Kamps gekämpft, Ich habe den Lauf vollendet. Ich habe Glauben gehalten. So ruhe sanft Du lieber Freund! In unseren Reihen ist Dir ein bleibendes Andenken stets gesichert. Der Vorstand der Vereinigten Landwirte von Frankfurt a. M. u. Umg. I. A.: Der Vorsitzende: Viehmann-Rumpenheim. Die Geschäftsführer: Henfel-Dortelweil. Hirfchel-Friedberg. In treuer Pflichterfüllung starb für Kaiser und Vaterland den Heldentod auf dem ostpreußischen Kriegsschauplatz unser lieber u. unvergeßlicher Bezirksoorsitzender Gg. Hch. Zacobi zu Rodheim v.d.H Unteroffizier im Hesfischen Landsturm-Bataillon Nr. 5. Ein echter deutscher Mann, ein ritterlicher Kämpfer und ein prächtiger lieber Kamerad? Seine ganze Kraft, sein reiches Wissen u. Können u. sein stets opferbereites Herz stellte er allezeit in den Dienst der deutschen Landwirtschaft. Seine Pflichttreue trieb ihn in den Kampf für des Vaterlandes Ehre u. Freiheit. Ehre seinem Andenken, das in uns niemals erlöschen wird! Bund der Landwirte. Dr. v. Helinolt, Wahlkreisvorsitzender.