Mmnier »89 Mittwoch, den 9. Dezember 1914. 7. Jassrganll eur Tageszeitung '»Tt R.«.lw°d«g. Beilagen .,*«• *«rr ««. „Ai. SpinnNnbe". «„«^„„TTi^ den P°s.° nft,U« 1.96 " ß T"“^ 50 ^-. ° 6 " Xtaflertonn. -n,^-°- «Tunb.eU. 20 W 8 „ UM, 15 Pfg, .«Wütn „cn auswans wewendurch Packn-chnahm- erhoben r> . ' . ., . "T ^ - - -vib* wlu,t vvk» auvwaris roerocn ourct) CtTUflanftgort ftrttbbeifl. Sdmftleifamq «mb MrrUg SrtcMcrn lHeffen). hanaueritiatze 12. Fernsprecher 48. Poitfch.ck.Coato Nr. 4859. Amt Franks,et a. M. Die Duffen im schnellen Rncknift. Bei Lodz 5009 Rnffen qefanaen «nd 16 Geschütze erbeutet. — 5000 Ruffen von den Oester reichern gefangen. — Getäuschte Hoffnungen Rußlands ans dem Balkan. Der deutsche Generalstab '• =— — meldet: ==l WTB. Grosses Hauptquartier, 8. Dez., vormittags. Amtlich. An der slandcrilchcn Front bereitete die durch die letzten Regengüsse verschlechterten Vodcnberhältnissc den Truppen- bewcgungen große Schwierigkeiten. — Nördlich Areas habe,, wir einige kleine Fortschritte gemacht. Das Kriegslazarett in Lille ist gestern abgebrannt. Wahrscheinlich liegt Brandstistung vor. Verluste von Men- schenlcben find aber nicht zu beklagen. Die Behauptung der Franzosen über ein Vorwärtskomme» im Argvnnrnwalde entspricht nicht den Tatsachen. Seit längerer Zeit ist dort überhaupt kein französischer Angriff mehr erfolgt. Dagegen gewinnen wir fortgesetzt langsam Boden. Bei Malancourt östlich Varennes wurde vorgestern rin französischer Stützpunkt genommen. Dabei ist der größte Teil der Besatzung gefallen. Der Rest, einige Offiziere und etwa 150 Mann wurden gefangen. Ein französischer Augriss gegen unsere Stellungen nördlich Nonen wurde gestern abgcwiesen. Im Osten lieeg» oo» der oftprcußischen Grenze keine besondere Nachrichten vor. In Rorbpo!«» folge» die deutschcn Truppen dem ältlich UN» lädäsllich Lodz schnell zurückweichenbrn Feind unmittelbar. Außer den gestern schon gemeldeten ungewöhnlich starken blutigen Verlusten haben di« Ruhen bisher etwa 5000 Gefangene „nd 16 Geschütze mit Munitionswagen verloren. In Südpolcn hat sich nichts wesentliches ereignet. Oberste Heeresleitung. Die Erkrankung des Kaisers. Berlin, 8. Dez. Der Kaiser leidet, wie beinahe in jedem Spätherbst, an einer Erkältung mit etwas Fieber, was zur Schonung zwingt, aber nichts Bedenkliches hat. Der Schonung wegen bleibt er noch einige Tage in Berlin. Auch der Reichskanzler ist hier noch anwesend. Ansprache des Kaisers an deutsche und österreichisch« Truppen. Breslau, 8. Dez. Der Chef des Eeneralstabs der Armeeabteilung Woyrsch übermittelt der „Schlesischen Ztg." mit der Bitte um Veröffentlichung folgende Ansprache, die der Kaiser vor den Abordnungen der zur Armccabteilung Woyrsch gehörenden Truppenteile und der österreichisch - ungarischen Truppen gehalten hat: Kameraden! Ich habe mir Deputationen der im Osten lämxsendcn Truppen hierher bestellt, weil cs mir nicht möglich ist, auch all- vorn in den Schützengräben begrüben zu können, lleberbringt eueren vorne kämpfenden Kameraden meine herzlichsten Grüße sowie meinen kaiserlichen Dank und den Dank des Vaterlandes für euere heldenhafte Haltung und Ausdauer, die ihr in den letzten drei Monaten der russischen llebcrmacht bewiesen habt. Bei uns zu Hause spricht man mit Recht, dab jeder in Osten kämpfende ein Held ist. Ihr habt die Ehre, Schulter an Schulter mit dem Heere Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef, meines Freundes und geliebten Vetters, zu kämpfen für eine gerechte Sach-, für die Freiheit, für die Existenzberechtigung einer Nation und einen zukünftigen langen Frieden. Wenn es auch noch lang- dauern kann, wir dürfen dem Feinde keine Ruhe lasten. Wir werden weiter kämpfen mit dem Erfolge wie bisher: denn der Himmel ist aus unserer Seite. Mit Gott werden wir uns einen langen Frieden erkämpfem Denn unsere Nerven sind stärker als die unserer Feinde. Mein kaiserlicher Freund hat mir schon mehrfach die Tapferkeit der mit unseren österreichischen Brüdern zusammen- kümpfcndcn Truppen hervorgehoben und, wie ich sehe, euch durch allergnädigste Verleihung von Auszeichnungen seinen Dank gezollt. Wenn ihr zurückkchrt in eure Stellungen, nehmt eueren Kameraden meine herzlichsten Grüße mit und saget ihnen: Wenn ich auch wieder nach dem Westen muh, dag meine Gebauten stets bei euch sind und meine Augen stets aus euch ruhen, als wenn ich hinter euch stände. Und nun zum Echlutz, laßt uns unseren fteudigen Gefühlen Ausdruck geben, indem wir rufen: Seine Majestät Kaiser Franz Josef und fein Heer hurra! hurra! hurra! Di« Breslauer Zusammenkunft. Wien, 8. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Der Kriegskorrespondent des „Fremdcnblattcs" erfährt noch folgende Einzelheiten von der Breslauer Zusammenkunft am 2 Dezember: Kurz vor der Rückfahrt des Erzherzogs Friedrich und des Erzherzogs Thronfolgers Karl Franz Josef sowie des Chefs des Gencralstabcs Freiherr» Conrad v. Hötzcndorf waren Kaiser Wilhelm und die Säfte zu einem intimen Frühstück vereinigt. Während der Tafel erhielt der Kaiser ein dringendes Telegramm. Der Kaiser öffnete es, stand auf, erhob sein Glas und brachte ein Hurra auf die österreichisch-ungarische Armee aus. Dan» verkündete er hocherfreut die Rachrichl vom Falle Belgrads. Die Zusammenkunft wählte von früh bis 2 Uhr mittags. Der Kaiser hatte die Gäste am Bahnhof erwartet und geleitete sic bei der Abfahrt wieder an den Zug. Unser Sieg bei Lodz. Freude in Oesterreich. Wien, 8. Dez. (SB. B. Nichtamtlich). Die Blätter heben die militärische und moralische Bedeutung der Besetzung von Lodz sowie der von den Verbündeten auf dem östlichen Kriegsschauplätze erzielten Erfolge hervor. Die „Neue Freie Presse" glaubt, in Frankreich mahle die beklemmende Frage aufgeworfen werden, ob die Politik der Rache noch nicht zusammcngebrochcn und die Menschen, die ihr Leben für sic hingeben, nicht ohne Nutzen für ihr Land geopfert wurden? Diese Erkenntnis müsse nach den durchgreifenden Erfolgen in Polen zu reisen beginnen. Auch auf dem Balkan habe niemand mehr Glauben an Ruhland, besten inneres Wesen alle dortigen Völler kennen würden, auch jene, in deren Städten zuweilen Kundgebungen für die moskowitische Despotie stattfindc», und denen der Rubel nicht immer ganz ftemd sei. Auswärtige Stimmen. Konstantinopel, 8. Dezbr. (SB. B. Nichtamtlich). Die Nachricht von der Einnahme von Lodz hat hier ebenso wie die in dem heutigen Communique des Osmanischcn Hauptquartiers mitgetcilten, in der Gegend non Batum und Aserbeidschan errungenen Erfolge bei der türkischen Bevölkerung große Freude hervorgcrufen. Ein schweizerisches Urteil. Basel, 8. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Bei der Besprechung der Kriegslage stellt die „Nationalzeitung" fest, daß der Slrtikel des Generals Lacroix im „Tcmps" vom 4. Dezember zwar sehr interessant sei, aber Irrtümcr ausweise. Das Blatt findet cs auch auffallend, datz in diesem Aussatz Lacroix den Bormarsch der neuen Armee von Kalisch und den Angriff über Noworadowsk »nd Pctrikau mit keinem SBorte erwähne. Das Blatt bespricht den Abmarsch der früher bei Czenstochau stehenden Slrmee der Verbündeten, der nicht, wie man dem Croquis der „Times" und des „Figaro", das auf de» ersten Blick als eine Fälschung erkannt werde, entnehmen müßte, gegen Schlesien, sondern gegen Pctrikau gerichtet sei. Das Blatt schließt, es sei wohl mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die Russen den Spieß nochmals umkehren »nd, von ihrer llebcrmacht Gebrauch machend, den Schaden heilen würden: von schlimmer Vorbedeutung für die Slussichten einer solchen Reparatur sei aber der Vorfall, der Rennenkamps in das Gefängnis geführt habe und vor ein Kriegsgericht bringen werde, der Umstand nämlich, daß die russische Armee laut einem Bericht des Petersburger Korrespondenten der „Times" schreckliche Entbehrungen ausgestanden habe und bereits in einer Verfastung zu sein scheine, die schnell- Märsche und Manöver nicht begünstige. So imposant die absolute Alkoholabsli- nenz der russischen Armee fei, so sei damit noch lange nicht alles getan: man dürfe den Soldaten wohl das Trinken abge- wöhnen, aber nicht das Essen. Der Eindruck in Norwegen. Kristiania, 8. Dez. Die hiesige Presse bcspriäst in ausführlichen Betrachtungen ihrer miltärischen Mitarbeiter die deutsckic Besetzung von Lodz. , Morgenbladet" sagt, nicht allein militärisch sei dieser Sieg sehr bedeutend, da nunmehr die Deutschen die Eisenbahn nach Warschau vollkommen beherrschten, sondern noch schwerwiegender sei die inoralische Bedeutung dieses deutscher WnsfcncrfolgeS. Die Eroberung von Lodz H ein fühlbarer Schlag für die gesamte russische Welt, iw die Stadt der zweitgrößte Ort Polens und der bedeutendste Mittel- Punkt der russisch-polnischen Industrie' sei und schließlich auch deshalb, weil sich um Lodz die gewaltigsten Kämpfe der Niesenschlacht im nördlichen Polen konzentriert hatten. Beide Gegner hätten hier ihre stärksten Kräfte eingesetzt und ihre äußerste Kraft angespannt. Aus dieser Probe 'eien die Deutschcn also als Sieger heroorgcgangen. Mißstimmung der Engländer. London, 8. Dez. Wäh- rend bisher die englischen Zeitungen immer noch fortfahr-», die Erfolge der Russen in Polen berauszustteichc» lallt es auf, daß die „Daily Mail" vom Montag jetzt in Fettdruck ihre Rubrik übcrfchrcibt: „Die ruffifcfjc Flanke in Gefahr". I» den, bctreffeiidcn Artikel heißt cs: Tie Deutschen der- fuc^cn herauszusindeu, welche der russischen Flanke in Pole» die schnmchere ist» und sie sind bereits in der angegebeneii Meise von beiden Flanken von Plock bis Jloiv ans der Rech- len und bis z» einem Punkte westlich von Piotrkow aus der Linken vorgerückt. Ju einem Artikel des Petersburger Korrefpondcntcn desselben Blattes heißt cs: „Lodz ist wäh rend einiger Tage bouibardiert" worden. Einzelne Nächte lang gab es tatsächlich einen Straßenkanipf in eine», weit hinausgezogenen Vorort von Lodz. Eine kleine Abteilung vcn Deutschen versuchte unter jeder Bedingung festen Fuß zu behalten, aber sic wurde zurllckgetriebcn und vou der Kavallerie verfolgt, die dann die Nackiricht brachte, daß eine Menge anderer Abteilungen anrückten »nd daß der Feind sehr stark sei, Ter Plan des deutschen Gcneralstabs scheint eä nun zu sein, sich im Zentrum mit zwei oder drei Rrmec- korps festziisetze», Ivährcnd an jeder Flanke eine Hecresmacht voll wahrscheinlich vier oder fünf Armeekorps die Stärke des russischen Widerstandes ausprobicren sollte. Ter Zweck dieses Vorgehens ist, herausznfinden, an welcher Flanke ei» Unigchungsversuch mit bessere!» Erfolg als bisher ge- niacht werden kann." Ter „Daily Telegraph" schreibt: Der Operativ,ispla.i der Deutschen ist so kühn, daß ein zum mindeste» zeitweiliger Erfolg nicht ansbleibc» kann. Das Vordringen der Deutschen auf Lodz ist ein Ossensivmarsch ohne Beispiel in den Annalen des Krieges. Rein theoretisch gcsprorben zeigt der deutsche Plan glänzende Strategie. Er könnte der Slruiee des Generals Nußki einen tödlichen Schlag versetzen. Wenn ihre Operationen glücken, könnten die Dcutscheii mit einigen! Recht behaupten, daß sie durch ihre eigenartig günstige Stellung die numincrischc lieberlegenheit der Russen ausgeglichen haben. Die Kämpfe in Flandern. Amsterdam, 8. Dez. Der Korrespondent der „Daily Mail" meldete am Sonntag aus Nordsrankrcich: Der große Kanipf hatte seinen Mittelpunkt in der Umgebung von El- verdiughe. Die Kanonade, die am Samstag und Sonntag am stärksten war, wurde durch einen furchtbaren Gewitte» sturn, unterbrochen. Die Blitze erhellten die Gegend ge- sponsterhaft, »nd Hunderte von Menschen glaubten, die Tcnt- scheu käinen mit Kanone» enormen Kalibers und einer neuen Bclcuchtungsart heranmarschiert. Der Sturni, dec Schnee und Regen vor sich hertricb, machte das überschwemmte Land südlich Dixmiiide» noch undurchdringlich.,. — Die Deutschen haben sich als besonders gute Scharfschützen erwiesen. In einem Falle wurde ein ganzer Transport von einem einzigen Deutschen angehalte», der viele Mannschaften und Vscrdc verwundete. Es >var unmöglich. daS Versteck des Mannes zu entdecken. Tic Gründlichkeit der Tcnt- schcn erregt Erstaunen. Zuni Beispiel kennen sic mit mathc- matisckicr Genauigkeit die Punkte zwischen den Laufgräben, an den unsere Soldaten mit Munition oder Proviant vor- überkommcn müssen. Es bedeutet fast den sicheren Tod, an diesen Punkten vorübcrzugehcn. Unsere Hilsskecnzer bei der Arbeit. London, 8. Dezbr. lW. B. Nichtamtlich). Das Reutcrfche Bureau meldet au» Santiago de Chile: Die Hafenbehörden von Papudo bei Valparaiso melden, daß der Hilsslreuzer „Prinz Eitel" die Bemannung des englische» Dampfers „Charcas" ans Land gesetzt hat, den er aus der Höhe von Corral versenkte. i Der österreichische Generalstab ! !i—- tt—— meldet: Wien, 8. Dez. Amtlich wirb orrlautbart: 8. Dez. mittags: Die Kample in Weftgalizien nehmen an Heftigkeit zu. Nunmehr auch »an Weste» her angreifend verjagten unser- Truppen den Feind -US feiner Stellung Dobezycc-Wik- iieza. Der eigene Angriff bauert an. Die Zahl brr Gefaugc- nen läßt sich nach nicht übersrhen. Bishrr wurbrn L»-r 5000 . darunter 27 Offiziere, abgeschaben. In Polen würben cr- »cute Angriffe der Rüsten im Raume fäbnxstlich Piotrkow v-n unseren und deutschen Truppen überall abgrwiese». In den Karpathen hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs: v. Hüter, Generalmajor. Ne. 289 JJtne Tageszeitnng. Mittwoch, den 9. Dezenrber i»i». Seite» Di, Kilmpse i» Serbien. Wir«, 8. De,. Bow südlichen Kriegsschauplatz wird »am 8. Dezember amtlich gemeldet: Di« Umgruppierung «rsalgl programmätzig. Einzelne versuche des Gegners, dieselbe I» stö, ren, wurden abgewiesen. Hierbei erlitt der Feind empsindliche Verluste. Unsere Ossensioe südlich Belgrad schreitet günstig vorwärts. Hier wurden 14 Dffijicte und 400 Mann gefangen. Die Kämpfe in den Karpathen. Budapest. 8. Dezbr. (W. B. Nichtamtlich). Halbamtlich wird gemeldet: Der in den Komitaten Saros »nd Zemplin eingedrnngene Feind befindet sich, von unseren Truppen bedrängt, überall aus dem Rüäzugc. Unsere Truppen sind an mehreren Stellen bereits auf galizifches Gebiet vorgedruugen. Non dem ungarischen Gebiete befinden sich nunmehr nur eine oder zwei Gemeinden in den Händen des Feindes. Das Erscheinen einer kleineren feindlichen Kolonne in Tornya (Komitat Marmaros), ist überhaupt von keinerlei Bedeutung. Aus dem türkischen Hauptquartier liegt heute keine Meldung vor. Private Nachrichten besagen, daß die kaukasischen Stämme nicht nur die Türke» als Befreier begrüben, sondern auch aktiv an den Kämpfen gegen ihre seitherigen Unterdrücker teilnchmen. Batum, die bedeutendste russische Hafenstadt stehe vor dem Fall. Ankunft des Feldmarschalls v. d. Goltz. K o n st a n t i n o- xel, 8. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Zu der heute bevorstehenden Ankunft des Eeneralfeldmarschalls v. d. Goltz, der von Kaiser Wilhelm dem Sultan als Gcncraladjutant beige- gebcn worden ist, bringen die Blätter Begrüßungsartikel und b- r, datz Freiherr v. d. Goltz, desien Wahl eine Kundgeb- uu. r gegenseitigen freundschaftlichen Gesinnungen zwischen den beiden Herrschern sei, mit herzlichen Gefühlen empfange» wird, zumal er Jahre hindurch seine Kräfte dem Fortschritt »nd der Hebung des osmanischcn Heeres gewidmet habe. Die Lage Aegyptens. Ueber die Zustände in Aegypten meldet die Turiner „Stampa" aus Kairo: Die Engländer wenden ihre ganze Aufmerksamkeit der Bekämpfung einer etwaigen Erhebung der Araber in Aegypten zu und schenken dem Anrücken der Türken aus den Suezkanal sehr geringe Beachtung. Deutsche und österreichische Staatsangehörige befinden lich nicht mehr in Aegypten. Sogar die bettlägerig Kranken feindlicher Nationalität haben abrciscn müssen. Die einheimischen Truppen wurden mit ihren Gewehren, aber ohne Muni- tlon nach dem Sudan verschickt. Bei Kairo liegen etwa 1b bis 20 000 Mann englischer Territorialtruppen. Das wäre viel zu wenig, um eine etwaige Erhebung der 00 000 Araber und Berber tn Kairo niedcrzuhalten. Der Suezkanal wird von Kopten aus dem Sudan, Indern, Ausiraliern »nd englischen Territorialtruppen bewacht. Einen schweren Fehler hat die englische Negierung begangen, indem sie dem Khcdiven damals die Nückkehr »ach Aegypten verweigerte, als er sic nachsuchte. Wenn er nun ägyptischen Boden am Suczkanal an der Spitze eines siegreichen türkischen Heeres beträte, würde sein Erscheinen explosivartig auf die künstlich niedergehaltenc Volksleidenschaft in Aegypten wirken, der dann nichts mehr würde widerstehen können. Die Bedrängnis der Franzosen in Marokko. Basel, 8. Dez. Wie von spanischer diplomatischer Seite miigcteilt wird, soll Frankreich die Absicht haben, zwei Armeekorps nach Marokko zu entsenden. (Die französische Sache steht in Marokko zweifellos erheblich schlechter, als es die französischen Mcldun- gcn zugeben, aber datz cs der französischen Regierung möglich sei. in dem genannten Umfang Truppcnsenduugen nach Aln- -:oklo vorzunchmen, ist unwahischernlich. D. Red.) Vom Balkan. Rumänie» und Bulgarien. K o n st a » t i n o p c l. 8. Dez. In hiesigen politischen Kreisen wird erzählt, dag Rumänien, i'— dem Drucke Rußlands, das die rumänische Regierung zu -r Entscheidung drängen wolle, zu entgehen, mit Bulga- r..a zu einer direkte» Verständigung zu komme» suche. Der rumänische Gesandte in Sofia soll in den letzten Tagen wiederholt lange Besprechungen mit dem Ministerpräsidenten Ra- dcslawow gehabt haben, »ach denen ein außerordentlicher Mi- nisterrat stattgesundcn hat. Hier ist mau über diese Wenoung der Dinge sehr bcsriedigt. Fürst Nikita sucht Geld. London, 8. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Reuter meldet aus Petersburg: Der König von Moniencgro telegraphierte an die Bürsenzeitung, daß nunmehr die dritte montenegrinische Armee aus dem Schlachtsrlde gesal- leu sei. Trotzdem wollten die Montenegriner die Verteidigung ihres Landes fortsetzcn und des Feindes Land angreisen. Der König sägt hinzu, daß die Mittel erschöpft seien und die Montenegriner für Beistand mit Geld und Material äußerst dankbar wären. Fehlgcschlagcuc russische Hvssnuiigcn. Kopenhagen, 8. Dez. Der bekannte Politiker Professor Miljnkow schreibt in der Petersburger Zeitung „Rjetsch": Nach einigen Togen optimistischer Erwartungen herrscht hinsichtlich der Balkanvcrhandluugen wiederum Enttäuschring. Die alten unüberwindlichen Gegensätze zwischen den Baikaninächten seien wieder herborgetrcten. Doch trage nicht Bulgarien die Hauptschuld, sondern Griechenland und Serbien. Rumänien könnte, wenn cs wollte, Klarheit schaf- len. Der rrrssische Standpunkt, daß die höchste Instanz bei einer Teilung der Balkaniere die Großmächte selbst sein müßten, sei der einzig richtige, denn die Bolkanstaaten selbst wurden nie zu einer Einigung konimerr. Der ganze Artikel des vorzüglich unterrichteten Miljn- kotv, der übrigens Führer der „Kadetten" und Cbefredak- tc»r de? „Rjetsch" ist, verrät die tiefste Enftänschuu - über die fehsgeschlagenen nissischen Hoffnungen, England Mt) Frankreich tntschuldigrn sich bei -er Zchwch. Auf die Vorstellung hm. welche der Bundesrat bei der britischen und französischen Regierung wegen des Ueber- fliegens des schweizerischen Gebiets durch die englischen Flugzeuge erhob, hat der französische Botschafter eine Erklärung des französischen Ministers des Acnßern abgegeben, dahingehend, daß derselbe den Vorfall, sofern er erwiesen sei, lebhaft und aufrichtig bedauere. Dieser Vorfall könne gewiß nur einer Unachtsamkeit zugeschriebcn werden. Im übrigen lege die französische Regierung mehr als je Gewicht auf die schweizerische Neutralität; sie wolle, daß diese durch ihre Truppen beobachtet werde, einerlei, ob es sich um das eigentliche Gebiet der Eidgenossenschaft oder den darüber liegenden Lustraum handle. Die britische Regierung hat heute durch ihren Gesandten dem Bnndcsrat eine Note überreichen lassen, in welcher sic ausführt, daß die Flieger, welche an dem Angriff auf die Zeppelinwerft tcilnahmen, bestimmte Weisung hatten, schweizerisches Gebiet nicht zu überfliegen. Wenn sie cs dennoch getan hätten, sei das ans Unachtsamkeit und ans die Schwierigkeiten, in großer Höhe die wirkliche Lage eines Luftfahrzeuges festzusiellcn, zurückzuführen. Auf Grund der ihr von schweizerischer Seite unterbreiteten Beweise für das Ueberfliegen schweizerischen Gebietes halte die britische Regierung darauf, dein Vundcsrat zu versichern, daß dies entgegen ihren Absichten geschehen sei, und spreche ihm deswegen ihr lebhaftes Bedauern ans. Die britische Regier- lulg wünscht im Anschluß daran festzustellen, daß aus den ihren Fliegern erteilten Instruktionen und dem dem ®un- dcsratc wegen ihrer Nichtbeachtung pnsgcsprochenen Bedauern keine allgemeinen Schlüsse auf die ihrerseitige An- erkcnnung eines nicht unbestritten geltenden Völkerrecht- lachen Grundsatzes betreffend die Gebietshoheit über den Luftraum gezogen werden können. Der Bundesrat hat den beiden Negierungen für ihre Erklärung gedankt und die Gelegenheit benutzt, der brist- schen Regierung neuerdings mitznteilen, daß mit Rücksicht darauf, daß keine völkerrechtliche Beschränkungen d. Gebiats- hohcit über den Luftramn bestehe, er die letztere in vollem Umfange geltend machen müsse und schon bei Gelegenheit der Mobilisation der Truppen eine entsprechende Weisung zum Schutze derselben erlassen habe. Die Stimmung in Spanien. Die allgemeine Stimmung ist unverändert freundlich für Dentschlnnd. Die Presse bespricht hauptsächlich die englischen Schiffsverlnste und das völlige Versagen der englischen Flotte. Sie schildert ferner die wirtschaftliche Lage Deutschlands als günstig. Die Zeitung „Debats" schreibt: Die Unabhängigkeit der wirtschaftlichen Lage Deutschlands ist heute größer als semals. Sic ist begründet in der eigenen Erzeugungskraft und der Festigkeit des inneren Handels, wogegen die Beschränkung des Außenhandels wenig in Erscheinung tritt. Die Anssichte» für die Heimkehr dentsck>«r Wehrpflichtiger sind gleich Null. Die Franzosen und Engländer unter- snchen peinlichst die neutralen Schiffe. Roolevclt gegen Japan. Ncuyork, 8. Dez. Der frühere Präsident Theodor Roosevelt richtet im „Newyork Herold" folgenden temperamentvollen Aufruf an seine Landsleute: Wenn wir uns Ehina als Vorblid nehmen sollen, dann tun wir vollständig recht daran, nnZ nicht zum Kriege vorzubereitcn. Will aber deswegen irgend ein Amerikaner sich China als Vorbild nehmen? Wenn wir Ainerikaner auf demselben Standpunkt verharren wie jetzt die Chinesen, so geschieht cs uns ganz recht, wenn einst die Japanesen über uns befehlen sollten. Ich schreibe aber diesen Artikel in der Ucberzeugung. daß das Blut unserer Väter in uns weiterlebt. Ich hasse selbstverständlich jeden ungerechten Krieg, und ich bedaure ganz bejonders die Notwendigkeit,daß man auch jetzt noch Krieg führen muß; aber ich bin auch der festen Meinung, daß wir uns verzweifelt gegen jeden ffemden Eingriff in unser Land wehren müssen. Die einzige Versicherung, die wir Anicrikancr für unsere Freiheit als Nation zu nehmen, gezwungen sind, ist unsere Kriegsbereiffchaft, dainit wir imstande sind, jeden Angriff fofort zuriickzuschlage». Wenn wir so lange warten, bis wir angegriffen werden, ist es zu spät. Ich bin für eine Kriegsbereitschaft, die unsere Küsten schützt, wie auch den Panainaknnal, Hawai »nd Alaska, kurz unser gesamtes Land, und die nns in die Lage setzt, uns gegen jeden feindlichen Angriff zu verteidigen. Knlisarnien »nd die Japaner. Aus Tolio wird gemeldet: Das Organ des Ministeriums des Auswärtigen kündigt an, cs würden neue Gesetzcntwürs« des Staates Kalifornien gegen den Erwerb von Landbesitz durch Japaner publiziert. Die japanischen Diplomaten seien dadurch sehr beunruhigt. Aus Frankreich. Der Katzenjammer in Paris beginnt wieder. Aus Paris wird indirekt gemeldet: Hier beginnt in der Bevölkerung aller Schichten sich großer Mißmut bemerkbar zu mache». Die Gründe hierfür liegen vor allem in dem Versagen des russische» Bundesgenossen. Rach dem stürmische» Vordringen der Deutschen aus der Westsront hatten alle Militärsachleute dem besorgten Publikum erklärt: Wenn wir uns nur zwei Monate durchhalten können, bis di« Russen vor KUstrin liegen, ist unsere Sache gerettet. Jetzt Pnd über vier Monate verslosien »nd es scheint, al, ob die Russen nicht einmal stch selbst, geschweige denn anderen Helsen könnten. Sogar dle Pariser Presse zollt notgedrungen Hindenbnrg tbren Beifall Der »Temps" veröffentlicht beisptelrweise eine Kritik de. Generali Lacrotx über die Strategie Hindenburgs, die geradezu eine Berherrlichung darstellt. Hindenburg wird der öfteren 'Napoleon zur Sette gestellt. Die kühle Ruhe, mit der er den Vormarsch auf Lodz vorbereitet und durchgcsührt hat, wird als bewundernswert gepriesen und als Beispiel hingestellt. Lacroi; erblickt die Rettung der Rußen nur in ihrer riesigen Ueber- macht. Wie inan die össeniliche Meinung in Frankreich einieist. Paris, 4. Dez. Die hiesigen Blätter wissen über London zu berichten, daß der Chef des deutschen General- stabes von Moltke nicht krank sei, sondern er sei Gefangener auf Schloß Homburg. Er habe nämlich sein Kommando verlassen, weil er beim Rückzug ans der Wesffront mit dem deuffchcn Kronprinzen tiefgehende Differenzen gehabt habe. Paris, 4. Dez. Der „Eclair" weiß zu erzählen, daß einer reisenden russischen Mutter auf der Fahrt durch Deutschland verboten worden sei, den Zug mit ihrem schwer kianken Kind zu verlassen. Als es dann starb, habe man das tote Kind der Mutter aus den Armen gerissen und zur Türe hinausgcworfen. Paris, 4. Dez. Die „Havas" will von „Person- nalites suisses dignes", die aus Deutschland znrllckkehrte, erfahren haben, daß von Regiernngswegen verboten worden sei, für die im Felde Gefallenen Trauerkleider zu tragen. Die Behörden machen, so weiß die „Havas" zu berichten, die größten Ansttengungen, um der Demoralisation des Volkes zu begegnen. Ans Rußland. Infolge der Verhaftungen der russischen sozialdemokratischen Mitglieder der Dumafraktion, unter denen sich auch deren Vorsitzender Petrowski befindet, haben nach einer Nachricht aus Finnland die Sozialdemokraten diese Aussehen erregenden Verhaftungen mit einem Demonstrationsstteik beantwortet. Revolten sind ausgebrochen, und, wie gewöhnlich, waren di» Arbeiter der Puttlowwerke an der Spitze, die Aiwaswcrk« schloßen sich ihnen auch an. Studenten hielten Zusammenkünfte ab und nahmen eine Resolution zu diesen Verhaftungen an. Die Folge -war, daß die Polizei in die Universität ein- drang und verschiedene Verhaftungen vornahm. Auch im Kaukasus sollen Unruhen ausgcbrochen sein, und in anderen Teilen des Reiches, besonders in Polen, haben neue Judenverfolgungen stattgesunden. Der Suezkanal. Durch die Kriegserklärung der Türkei an den Dreivec- band wird besonders stark in den Vordergrund des Interesses gerückt der Suczkanal, der seit 186!) in einer Länge vcn 160 Kilometern das Mittelländische Meer mit dem Roten Meere verbindet. Seit dem grauen Altertum bereits hat niail hier eine dauernde Verbindung der beiden Meere angebahnt und teilweise auch erreicht. Schon im 14. Jahrhundert v. Ehr. bc- stand hier ein „Durchstich", der aber wieder versandete. Gegen 600 begann der Bau eines neuen Kanals, der aber erst von Darius (521—486) vollendet wurde. Zu Kleo- pattas Zeit wieder versandet, wurde der Kanal von Trajan und nochmals in» 7. Jahrhundert n. Ehr. vom Kalifen Omar wiederhergestcllt, doch schon nach 100 Jahren war er wieder unbrauchbar. Spätere Versuche, den Durchstich frei zu innchen, scheiterten, und auch die Pläne Napoleons (1708) führten zu keinem Erfolg. Erst die Gelündeuntersnchungen des Oesterreichers Ncgrelli (1847—1855) brachten eine Staatenkommission für den Bau zusammen. Nach Negrel- lis Tode baute in lOjährigcr Riesenarbeit F. v. Lesseps den Kanal für eine eigens gebildete Gescllschast mit einem Ans- wand von rund 400 Millionen Mark. Ani 10. Novenibcr 1860 wurde der Suezkanal unter großen Feierlichkeiten eingeweiht. England hatte dem Kanalban ursprünglich nur unter- geordnete Beachtung geschenkt, da die Jngcnicnrc den Ban für nndnrchführbar hielten. Als jedoch das Unternehmen Erfolg hatte, verstand es England, die Mehrheit der Aktien an sich zu bringen und Frankreich, das bisher das Risiko getragen hatte, zu verdrängen. Es brachte die im Besitze der ägyptischen Regierung befindlichen Anteilscheine an sich und bekam damit die Snezkanalgescllschaft in die Hand. Spä- tcr hat cs dann, alle Verträge nicht achtend, Aegypten konfisziert und damit auch den Kanal unter feine politische und militärische Kontrolle gebracht. Die Gesamteinnahinen der Suczkanalgesellschaft beliefen sich im Jahre 1013 aus 129,025,940 Franken. An dem Verkehr durch den Kanal, nach beiden Richtungen, beteiligten sich im Berichtsjahre 5085 Schiffe mit einem Nettogehalt von 20,033,884 Tonnen. Die bedeutendsten Ladungei waren die Kohlensendungen Großbritanniens, der raffinierte Zucker ans den Häsen des Adriatischen Meeres, Pe- tiolemn russischer und amerikanischer Herkunft, Phosphate aus Algier und Tunis, insbesondere aber di'? nach Indien und dem fernen Osten exportierten Stahlwaren, Maschinen und Eisenbahnmeterial. Im Personenverkehr fuhren 1913 über Port-Said und Suez insgesamt 282,233 Passagiere. Die durchschnittliche Durchfahrtsdaner eines Schiffes betrug 14 Stunden 18 Minuten, >ind der Gesamtanfenthalt im Kanal dauerte 16 Stunden 19 Minuten. Zur Benutzung des Kanals find grundsätzlich alle Völker berechtigt, England hat jedoch, wie gesagt, den Kanal unter seine Kontrolle zu bringen gewußt. Nach der Kriegserklärung der Türkei wird aber nun der Krieg auch in dieser Frage ein cntstbeidendes Wort initsprechen. Beila ge zur „Neuen Tageszeitung ü*. 289 I /# Uliliwoch. btn 9. Bocmbcr 1914. ivährrnd der 6rlagrrnng in J)rpii)8l. Die „Frankfurter Zeitung" veröffentlicht eine» Brief einer österrcichifchen Soldaten, der wahrend der Belagerung von Przemysl eingefchloffen war. Wir entnehmen dem Brief folgende Stellen: Der Sturm der Russen war am heftigsten am 6., 7. und 8. Oktober. Wir wußten aber ganz genau, war uns bevorstand, denn am 6. Oktober hatten wir ein Radio-Telegramm aufge- fangcn, worin der Kommandant der rufstschen Belagerungsarmee von der Kriegsleitung verständigt wurde, der Zar wünsche, daß die Festung in drei Tagen erobert werde. Dieses Telegramm wurde uns am Nachmittag de« 6. Oktober mit der Bemerkung bekanntgegeben, daß infolge dieses Befehls ein gewaltiger Sturm in Aussicht sei. Unser Festungskommandant hatte sich auch nicht geirrt, denn mit Beginn der Dämmerung sind die Rusien losgegangen und haben durch drei Tage und Rächte hindurch unaufhörlich gestürmt. Es stürmte an jedem Punkte immer ein ganzes russisches Infanterie-Bataillon auf einmal. Dieses wurde in vier bi, fünf Minuten durch unser Insanterie- und Artilleriefeuer vollständig vernichtet. Kaum aber war diese Truppe gesallen, war schon ein anderes feindliches Bataillon da. Wir merkten, daß sich viele weigerten, in den sicheren Tod zu gehen und zurück wollten. Aber da arbeiteten in ihrem Rücken die russischen Maschinengewehre und be- fchosicn ihre eigenen Leute. So blieb den armen Teufeln nichts anderes übrig, als vorzugehen. Die Toten lagen meterhoch Rach der Befreiung der Festung haben wir die Beerdigung vorgenommen und aus Befehl des Festungskomman- tzss die Leichen gezählt. Es fehlten einige Hundert von 20 090. besangen genommen haben wir auch etwa 20 000. Die Leichtverwundeten haben die Rusien mitgenommen: es sind gewiß zirka 30 000 gewesen. Also alles in allem haben sie etwa 70 000 Mann Verlust gehabt. Die Rusien haben ihre Schwerverwundeten zwischen den Toten liegen lasien, und als Przemysl befreit wurde, haben wir unter Leichen auch noch Tausende von Schwerverwundetcn gesunden, die wir in das Festungsspital beförderten. Es waren dabei einige, die schon sechs bis acht Tage ohne Nahrung dort gelegen hatten, total geschwächt waren, ihre Wunden waren brandig, sodaß, sofern es sich um Arme oder Beine handelte, sofort amputiert werden mußte. Die Gefangenen erzählten, daß dle Rusien für die Belagerung insbesondere Polen und Juden ausgewählt haben, damit nicht Rußland, sondern Polen unter den Verlusten leide. Wir haben selbst genau gesehen, wie die Soldaten mit der Pant- suka-Peitsche von den Unteroffizieren geschlagen und auch aus diese Weise zum Sturm gedrängt worden sind. Die Eesangc- nen waren glückselig, daß sie von den russischen Ossizieren befreit waren. Sie mußten neben der gröbsten Behandlung auch Hunger leiden. Sie bekamen eine band voll rohen Reis für einen Tag, den sie selbst kochen mußten, von Fleisch keine Spur. Als Brot bekamen sie zirka 200 Gramm stelnharte, blauschwarze Masie, die kaum genießbar war. Die Leute waren ganz ausgehungert. Während der Belagerung war es den Russen einmal gelungen, einen Hügel zu erobern, von welchem aus sic die Stadt Pizcmysl beschießen konnten. Es sind 32 Granaten in dt« Stadt gesallen, davon 8 auf das Garnisonspital. Darüber haben sich aber die Rusien nicht lange freuen können, denn zu ihrer Begrüßung wurde ein 30,5 Ztm. Mörser abgeschosien und infolge dieses einzigen Schusses wurde die ganze russische Batte, ie vernichtet. Man sah nur noch eine große Staubwolke und alles war vom Erdboden verschwunden. Unsere Artillerie hatte mit diesen Mörsern erstaunliche Erfolge. Einmal wurde vom Artillerie-Beobachtungsplatz gemeldet, daß ein russilckcr Train auf der Landstraße marschiere. Es wurde ihm ein solcher Mörsergruß zugeschickt, und der Train „war einmall,, Pserde, Wagen, Mannschast, alle, zerrissen. Di- Gesangesen erzählten, daß die Russen ein Kreuz machen und beten, wenn diese Mörser abgeseuert werden, denn ihre Wirkung sei furchtbar. Die Rusien sparten nicht mit Munition, es war geradezu eine Verschwendung, was sie trieben. Die Waldungen wurden von ihnen ununterbrochen beschosien, damit man sich nicht dar;n verstecken konnte. * Darmstadt. 9. Dez. Sämtliche noch hier und in den Nachbarstädten unlcrgebrachten Schlesier, auch di- in Stellung befindlichen, müsien sich heut- Mittwoch, mittags l2 Uhr, auk dem hiesigen Hauptbahnhof zwecks ihrer Heimreise eins,»den. da das Kriegsministerium ihr« Heimreise t-lcgraphisch ange- »rdnet hat. 7 - Dir Inngf Hauer ber bentigen Kiimplk. Früher war man gewöhnt, die großen Zusammenstöße der l eere an einem Tage zur Entscheidung gebracht zu sehen. Av, sieden Morgen wurde di- Schlacht -ingeleit-t, und am Abend ■ ar der Sieg erfochten. So geschah w bei Königgrätz am 3 >i,!i 1SG6, bei Wörth und Saarbrücken, in den drei großen «u- -ui,ragen bei Metz und bei Sedan im Jahre 1870. Stets gab r- nur einen Schlachttag. Ein andres BNd zeigte dagegen - Russisch-Iaapnische Krieg in Ostasien 1901-05. Dort trit - bereits an allen entscheidenden Wendepunkten e„, lange : : : rucrndes Ringen um den Sieg entgegen. — 5, 0 Tage hin- ;:d, und mehr. Nicht immer zwar in gleicher, unverniinter- ?r Heftigkeit auf allen Teilen des weiten Kampfseldes und .■dl nicht ohne zeitweise Eesechtspausen Aber das Anstürmen »ad Abwehren dauerte unter Zuhilfenahme aller Mittel der - ureitlichen Technik an, bis schließlich die Kraft der einen Partei — durchweg der Russen -- erlahmte oder völlig gebrochen wurde. Aehnliches sehen Toit im jetzigen Weltkriege auf allen Fron- >«», im Westen in Flandern und in dsordsrankreich, im Osten aus den Schlachtfeldern Polens und Galiziens, und weit unten im Süden, wo die Oesterreicher den Serben zu Leibe gehen. Unwillkürlich drängt sich daher dir Frage auf, woher diese gegen früher so wesentlich abweichende Erscheinung wohl kommen mag. Zwei Gründe find er, die sie verursacht haben: die außerordentlich gesteigerte Leistungsfähigkeit der Feuerwassen und die nach Hunderttausend«» oder gar Millionen von Kämps-rn zählende Stärke der heute zur Entscheidung einander gegenüber- tretenden Heere. Di- weittragende Wirksamkeit der neuzeitlichen Geschütze hat zur Folge, daß di« Kämpfe aus viel größere Entfernungen beginnen als früher. Schon auf 5—0000 Meter Abstand wird der Angreifer durch die Artillerie des Verteidigers zur Entwicklung und zur Erwiderung des Feuers gezwungen Seine Infanterie muß, noch lange bevor sie einen Feind sieht, di- Marsch kolonne ausgebe» und gesechtsmäßige Forme» annehmen. Der Raum, den die Truppe unter der Wirkung des feindliche» Feuers zurückzulegen hat, vergrößert sich dadurch ganz erheblich. Naturgemäß erfordert das Durchschreiten dieses Raumes rnt- fprechend mehr Zeit: denn es ist ein großer Unterschied, ob man nur etwa 2000 oder ob man 8000 Meter querjeldein im Geschoß- Hagel des Gegners Vorgehen und sich mühsam heranarbciten muß. Hierzu kommt noch, daß die Wirkung des feindlichen Feuers mit jedem Schritt nach vorwärts verheerender wird. Die Folge davon ist, daß sich das Vorgehen verlangsamt, je näher man an den Feind hcrankommt, denn dos Gelände muß, soweit es nur irgend Deckung bietet, auf das allersorgsamste ansgenutzt werden. Das Auftreten geschlosiener Formationen wird bald unmöglich. In Schutzcntmien, deren Verluste durch das Nachschieben srischer Abteilungen Ersatz finden, sucht die Infanterie vorwärts zu kommen, bis sie eine Entfernung er reicht, die es ihr gestattet, von ihrem Gewehr erfolgreich Gebrauch zu machen. Dann erst öeginnt ihre eigentliche Kampsestatigkeit. Im Verein mit der Artillerie gilt es. den Gegner allmählich mürbe zu machen. Hierbei kann die Infanterie ihre Schießsertigkeit beweisen, denn das Beschießen einer >m Gelände geschickt eingenistete» feindlichen Linie ist keine leichte Ausgabe. Dieses allmähliche Niederringen wird, sofern sich gleichgute Truppen gegcnüberstehe», lange Zeit, Tage und Nächte i» Anspruch »eh »len, denn ein Vorgehen zur Herbeiführung der endgültigen Entscheidung ist mit Aussicht aus Erfolg nur tunlich, wenn man die Feuerüberlegenheit erreicht hat. Ein Vorstoß, ehe das feindliche Feuer niedergehalle» ist, würde zu allzuschweren Verlusten wenn nicht gar zur Vernichtung des Angreisers führen. Erklärlich ist cs, daß bei solch langem Ringe» auch dieser — nicht nur der Verteidiger — zum Spaten greift Wo er zum Halten genötigt wird, fchasst er sich schleunigst Deckungen, die ansangs natürlich nur ganz flüchtiger Art sind, dann aber bei längerem Verweilen in der Stellung weiter ausgebaut werden. So entstehen auch im Bewegungskriege mit der Zeit tief eingeschnittene Schützengräben, in denen — wie jetzt in Nordsrankreich — der Kampf wochenlang fortgesetzt wird. Auch das Austretcn der heutigen Massenhcere führt eine längere Dauer der Kämpfe herbei. Die Kampffronten sind ganz wesentlich größer geworden. Dies erfordert weite Märfibe fiir alle auf das Schlachtfeld herangezogencn Verbände, namentlich für diefenigen, denen die Ausgabe zuteil wird, einen der feindlichen Flügel zu umjasicn. Infolge der meilenwciten Ausdehnung der Schlachtfront können an einzelnen Punkten errungene Teilerfolge, die früher oft schon die Eesamtentschei- ditng brachten, jetzt nur nach und nach eine Wirkung auf das Ganze ansllben. In solcher Lag« bcsliidct sich setzt unsere Armee im Westen. Die Erstürmung des vielumstrittenen Ortes Tizmuiden, die Eroberung von Bastln bei Soisions und der Höhen von Bsrrv au Bar bei Reims, sowie die Wegnahme einer Reihe von Stützpunkten in den Algonnen sind solche Teilerfolge, die zwar langsam aber sicher unfern endgültigen Sieg herbcisiihren. Die moderne Krieqschirnrgie. Heidelberg, 4. Dez. Der Chirurg Eeheimrat Prokef sor Dr Ezerni, teil« mit, daß die Kriegschirurgie solche Fortschritte gemacht habe, daß 37,5 vom Hundert der Verwundeten bisher geheilt werden tonnten u. nur 0,5 Prozent vom Hundert untauglich geblieben sind Ans dkm (fuglänberlager in Jliiljlflifn. Berlin, 7. Dez. Ueb-. dir Behandlung der Englänoer i» Ruheleben herrschen vielfach salsche Anschauungen. Namentlich ist die Ansicht verbreitet, daß die Behandlung zu gut sei und da» Lagerkommando wurde vom Publikum häns:g ansge fordert, den internierten Engländern eine möglichst schlechte Ansuahme zuteil werden zu lassen. Demgegenüber muß t-e merkt werden, daß die Behandlung, wenn auch human, so >«!' im übrigen durchaus streng ist Ten Internierten ist jede Gelegenheit, eine Neigung zu verseinertcr Lebensweise zu besrie- digen, unterbunden. Sie erhalt*» osioi, was sie zum Lebens- unterhalt benötigen, aber nich> »• ! >r I, rauchte er kaltblütig seine Pseise: er sah jedoch arg inilgcnoinmc» aus. De Wet »ahn, von Oberst Swcm»,er und Koinniandant Jordan, die ihn getan gen genommen hatten, Abschied und wurde dann schnell in da» Fort von Johannesburg gebracht, das ihm vorläufig als Gefängnis dienen soll. Die zu der erfolgreichen Verfolgung gebrauchten Automobile ließ mau an der Stelle, wo De Wet gefangen genommen worden war, im Sand stecken. Dort sollen sie stehen bleiben als Erinnerungszeichen an diese denkwürdig« Gefangennahme. Kaiilkt kkiiik (*iiillrr=(i'liol:oliitifii! Tic Cailler-Ehvkoladc wird »iajsonhast i» Teuischli il» gekaiift. Die Fabrik ist in der welsche» Schweiz. Ihre Inhaber sind die Herren Enillcr. Nestle ,»,d Köhler. Tie Londoner „Consettioners Union" stellt fest, daß „Nestlst seine Pflicht tut." Richtiger gesagt, die Firma selbst erklärt: „Getreu Len Traditionen unseres Landes, wo jeder Bürger ein Soldat ist. haben wir nnseren Angestellten jede möglich»- Ermutig,mg gegeben, sich anwerben zu lassen, io daß allein von Eastüfee» (Hanptsih der Firma Nestst-, Cail- lcr, Peter und Köhler in England- 68 Mann freiwillig in die englisch»- Armee eingetreten sind." Und mit dieser Ermutigung z»n> „freiwilligen" Eintritt in das englische Heer noch nicht genug, läßt die Firma in dein gleichen Londoner KonseklionSblatt am 15. Oktober auch dagegen Verwahrung einlegen, daß ihr Direktor Köhler, unter desten Rainen eine ihrer Schokoladcnninrken in den Handel kommt, etwa gar dcutflkier Nationalität fei, »nd teilt mit, „daß Herr Köhler einer alten schweizerische» Familie entstammt und weit davon entfernt ist, dentschfremidliche Gefühle zu hegen. Er ist ein patriotischer Schweizer, dessen Sympathien neben denjenigen für die Schweiz ganz nnieren Alliierten (oliv den Engländern, Franfosen und Russen) gelten. Die Schweiz ist ein neutrales Land, und so ist cs an sich nicht von öffentlichem Interesse, welcher der beiden Mäclstegrnppen der einzelne Schweizer im innersten Herze» zuneigt. Ein anderes aber, wenn eine Firma wie die Sch»' kcladcnfabrik Peter, Cailler, Nestst- »nd Kahler, die seither bei dentschen Derbraililiern einen einträglichen Ablah fand, »m der englischen Kundschaft willen vor aller Oesseni- lichkeit eine deutschfeindliche Visitenkarte abgibt. Da wird dir ciiistchtige Deutsche fch-ou durch die Selbstachtung gezwungen, auf die Süßigkeiten der Firma Peter. Cailler, Nestln und Kahler z» verzichstcn, und das kan» leicht geschehen- schon weil wir im Jnlande genug leistungsfähige Schokoladenfabriken haben, die unseren Bedarf reichlich zu decke» verniögen. vielli, östliches. Auf dem großen Marsch mit Text Huer«? Die deutsche Flotte!" (Auch für Vereinsfestlichkeiten und Schulen sehr emp fohlen) von unserem früheren Mitbürger Karl Berg, einen geborenen Friedberger, wollen wir aufmerksam machen. Derselbe wird bald Gemeingut aller deutschen Klavierspieler werden, und überall, wo er ausgeführt wird, verfehlt er feine Wirkung nicht. Er wird, ebenso die anderen zwei Werke von demselben Komponisten Schneeglöckchen und Töff! Töff? Galopp jedem Pianisten ein willkommene» Weihnachtsgeschenk sein. (Marsch ist darunter, ebenso Text). Unsäglich Schweres erduldeten unsere Krüppclanstalten mit ihren 600 Pfleglinge» durch Rnsjencinsälle. Beim ersten Einsall erschossen in Gewalt der Russen, die Anstalten völlig ausgeplündert- die Krüppelscheimen mit voller Ernte niedergebrannt. Beim 2. Einsall, als Russen in Nähe, angswollc Flucht aller Krüst-^ pol. 6 Tage in Eisenbahnwagen unterwegs. Nirgends Platz. Tal-or Rückkehr trotz Geschützdonner. — Krllppelan- )teilten dienen Vaterland opferfreudig durch Reservelazarett sie grundlos 3 alte Krüppel. Tann 18 Tage voll Schrecken mit 250 Belte», Bespeisung durchziehender Truppen und Beherberguug für Tauleude von Jtiichtlinge». Wer lindert unsere Kriegsnot und tröstet durch Weihnachtsgaben unsere elenden, erschreckten Krüppel? Jede Gabe — (entweder direkt oder durch Kaiser!. Postscheckamt Danzig Konto 2423) — wird durch Bericht herzlich bedankt. Angcrbnrg Lstpr., Krüppelanstalte» Braun, Superintendent. „Römerbrunnen' Hervorragendes Tafelwasser. , An der Markthalle J% r. fi — Erster Stock Frankfurt a. M. iJcihnacfits-anoehote. «ffr:: C S«V« SSSff VS--SSL U ff - - ff ff > ff ff ‘Damen-Weider- u. OCostüm ‘Blusenstoffe Grosse Posten weit unter dem Preis , trotzdem sämtliche Woll- und Halbivollstoffe heute ganz bedeutend mehr kosten. IVr. 1 Nr. 2 Nr. 3 Nr. 4 Nr. 5 Nr. 6 Nr. 7 Jedes Kleid Jedes Kleid Jedes Kleid Jedes Kleid Jedes Kleid ! 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Siegfried Traub seinen Zug vor einem Gefechte anfeucrte. Die in dem „Weihnachtsgruß für unsere Krieger" des Ev. Preß- Verbandes veröfientlichte Rede schlicht mit dem trotzigen Bekenntnis^ „Kameraden, cs gilt dem Tod ins Auge zu schauen. Wir wollen es mutig, mit gutem Gewissen, in Gedanken an unsere Heimat tun. Wir können es mit Gott im Herzen. Gr verbindet uns untereinander. Gr verbindet Heimat mit Schlachtfeld. Gr verbindet zu ewigem Zusammensein. Nun komm du Sensenmann Und faß' uns kiihnlich an. ' Wir zittern nicht, wir wanken nicht. Wir tun nur unsere Pflicht. — Du schreckst uns nicht mit Blut, Mit grimm'ger Feinde Wut — Wir kennen dich und unsere Not Und einen treuen ew'gen Gott. Gs lebe die HeiniatI Gs lebe der Kaiser! Gs lebe auf zu hellen Flammen Gottes Geist in Zeit und Gwigkeit." Dorf) klingt das Likd uoitt braiitn |llann! Berlin, 8. Dez. Ueber die wackere Tat eines pren- fischen Kiirassicrofsiziers, die verdient, in weiteren Kreisen bekannt zu werden, berichtet die „Voss. Ztg.". Bei dem Znrückgehen einer Kompanie von Schirwindt am 31. Oft. waren einige Schwerverwnndcte zurückgelassen worden. Grst später merkte man ihr Fehlen. Da aber die verlassenen Stellungen im heftigsten russischen Gewehr- u. Schrap- nellfeuer lagen, schien cs unmöglich, die Verletzten zuriick- znscl>asfen. Da gelang cs dem mutigen Beispiel des Grafen Mielzynski, Oberleutnant der Reserve im Breslauer Leib- kürassier-Regiment, der sich zufällig in der Schützenlinie bc- fcnd und sich erbot, die Verwundeten zu holen, einige beheizte Leute mit vorznrcihen. Obgleich die Russen ihr Feuer noch verstärkten, kroch die kleine Schar unter Führung des Grafen Mielzynski den Hang hinauf, auf dem die Verletzten lagen. Auf dem Rücken liegend wurden sic zunächst in Deckung geschleist, dann auf Zeltbahnen gelegt und so nach einem Hänschen getragen. Selbst mit Hand anlegcnd, vcrinochte Graf M. auf diese Weise mit seiner Freiwilligcn- sck>ar alle Verwundeten in Sicherheit zu bringen. Dieser Graf M. war bereits durch das Giscrne Kreuz zweiter und erster Klasse ausgezeichnet. Gs ist der Graf Mathias v. f^radzewo-Mielzynski, der von 1903—1913 als polnischer Vertreter fite Samter-Birnbaum dem Reichstag angehörte und der dann wegen Tötung seiner Frau angeklagt, von den Geschworenen aber frcigesprochen wurde. lasset schwärzeres Brot! Die Mahnung der Militärverwaltung: „Esset schwärzeres Vrot!" kann nicht genug unlcrstrichen werden und cs wäre wirtlich angebracht, wenn sich die Behörden, die ja gegenwärtig so viel verordnen, sich etwas darum bekümmern würden, dah «s nicht bei der blähen Mahnung bleibe. Unser Volk, auch aus dem Land, hat sich das Schioarzhrotesten in den letzten Jahrzehnten so gründlich abgewöhnt, dah man erst in Zeiten „roherer Not wieder zu ihm znrückkehren möchte. Aber unsere Roggenprodnktion ist wesentlich reichlicher als unsere Weizenproduktion. Wir müssen mischen' Und je eher wir damit beginnen, um so weniger schwarz braucht aus die Dauer das Brot zu sein. Von unseren nicht wesentlich aus dem Ausland cr gänzbaren Weizenvorrätc» hciht cs, wie von allen anderen begrenzten Mengen: Spare in der Zeit, so hast du in der Not. Deshalb sollte jetzt schon Ernst gemacht werden mit dem Verbrauch dunkleren Brotes. Jeder weitere Monat der Versäumnis Iaht sich später nicht mehr einbringen. Ilom Lrlde Ehre. * Södrl, 9. Dez. Ter Sohn de? früheren Wachtmeisters t i c l, l, der beim Dragoner-Regiment Nr. 23 als Unter- »fsizier dient, bat vor einiger Zeit die hessisck^ Taplerkeits- Medaille erhalten. Nunnreb ist ihm auch für einen Va- tronillenritt das Eiserne Kreuz verliehen worden. Wir gratulieren den: tapferen Vaterlandsverteidiger, der erst im 20. Lebensjahre steht und auch seinen Gltern, die stolz auf diesen Sohn lein können. * Hungiu, 7. Dez. Stabsarzt d. Res. Dr. ffert ton liier wurde laut Militär-Wochenblatt zum Obcrstabs- arzt d. Res. beim Landwehr-Jnhart.-Regt. Nr. 3 befördert. An» der Helmat. - Friedberg. 9. Dez. Der am vergangenen Sonntag ton, 1. Jriedbcrger Doppelguartett veranstaltete Vaterländische Abend zum Besten der hiesigen Verwundeten hat Unsere Erwartungen nicht getäuscht. Mit dem finnin.ellen frfolg kann inan voll und ganz zufrieden sein, das bewies )er dicht besetzte Saal. Die Chöre, die sämtlich in den Rah- »-eit der jetzigen Zeit paßten. waren außerordentlich^ gut gewählt und wurden von unseren beliebten Sängern stimmungsvoll zu Gehör gebracht. Am besten gefiel Wohl das bekannte „Morgenrot", das wegen seiner schwierigen Com- position eine große Anforderung an die Sänger stellte. Arrch die Solisten, die Herren Seminarlchrer Kuhn und Konr. Strauch entledigten sich ihrer Aufgabe in der besten Weise. Großer Beifall fand u. a. eine eigene Komposition des Herrn Kuhn „Drüben am Wiesenrand". Als feinfnhliaer Be- ««,« SagMHttun. Mittwoch. Ult 9. Dezember 1 ,11 gteiter der Solisten erwies sich Herr Seminarlehrcr G a tz e r t , der sich in liebenswürdiger Weise in den Dienst drr guten Sache gestellt hatte. Herr Dir. Felix Hauser, der umständehalber absagcn niußte. war durch Frau O u e r b a ch vom Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt a. M. vertreten. Tie Dame trug mit großem Verständnis einige ernste und heitere Gedichte vor, die bei dem dank- baren P"^' i mit Beifall aufgeitonnnen wurden. Einen erhebenden und feierlichen Abschltiß fand die Veranstaltung mit dem Niederländischen Dankgebet mit Klavierbegleitung. Man dars jedenfalls von einem vollen Erfolg dieses Vaterländischen Abends sprechen und es freut uns umsoniebr. als die Einnahmen für einen wirklich guten Zweck Verwendung finden. ^ * Frirdbrrg, 7. Dez. (Militärische Vorbereitung der Jugend.) Zur Behebung von Zweifeln zu den Grinsten des Königlich-Preußischen Kriegsministcruins, die in Nr. 211 der „Darmstädter Zeitung" vom 8. September l. Js. und auch in den hiesigen Blättern abgcdruckt sind, wird seitens Großh. Ministeriums des Jnnnern bemerkt, daß die militärische Vorbereitung der Jugend eine unmittelbare Vorschule für den Dienst im Heere und in der Marine sein soll. Sie muß also, will sie volkstümlich sein und ihren Zweck erfüllen, alle Kreile unseres Volkes umfassen. Es sind deshalb Jugendliche, Führer und Helfer aller Vereinigungen zur Mitarbeit willkommen, die die Hingabe für das Vaterland sür Kaiser und Reich dazu veranlaßt. Eine Trennung nach Konfessionen, Lehranstalten oder ähnlichen Rücksichten steht nicht in Einklang mit der Kameradschaft, die alle Angehörigen miserer Wehrmacht verbinden und deshalb schon in die Herzen der Jugend gepflanzt werden soll. Da der Schlußsatz der „Richtlinien" Anlaß zu Anfragen gegeben hat, erscheint es zweckmäßig, dessen Erziehungsziel näher zu bestimmen. Die Heranwachsenden Jugendlichen sollen zu wehrsreudigcn, ansrechtcn, wahrhaftigen Charak- tern entwickelt werden, die stolz auf ihr deutsches Vaterland, jederzeit mit aller Kraft für seine Ehre einzntretcn bereit sind. Eine parteipolitische Beeinslussnng der Jngcndlichen darf im Dienste der militärischen Vorbereitung nicht statt- finden." * Friedberg, 9. Dez. Es ist in letzter Zeit aus Anlaß der allgemeinen Aufsordcrung zur Abgabe von Steuererklärungen für die Veranlagung der Stenern für 1915 wiederholt die Frage ausgcworfen worden, welcher Wert bei in Wertpapieren angelegten Vermögen anzunehmen ist. Nach Art. 28 Abs. 2 Vermögcnssteuergesetzes sind Wertpapiere, wenn sie in Deutschland einen Börsenkurs haben, nach diesem, andernfalls nach dem Verkaufswcrt zu veranschlagen. Da nun z. Zt. Wertpapiere an der Börse nicht gehandelt werden, somit sich auch kein Börsenkurs bildet, ist sosern einzelne Papiere bekannterweise oder nach glaubwürdiger Angabe von Steuerpslichtige» eine» Verlausswert haben, dieser Verkausswert bei der Veranlagung zugrunde zu legen. Soweit sich ein Verkausswert nicht scststcllen läßt, wird es sich in Ermangelung anderer Unterlagen empfehlen, bei der Veranlagung für 1915 von dem letzten Kurswert vor Ausbruch des Krieges auszugehcn. Wesentliche Veränderungen im Kurswerte, die etwa bis zum 1. April 1915 cintreten sollten, wären zu berücksichtigen — gegebenenfalls im Wege der durch die Steuerpflichtigen zu erhebende» Berufung. * Gießen, 9. Dez. (Kartosfellieserung.) Die Großh. Direktion der Landcsheil- und Pflegcanstalt bei Gießen vergibt die Lieferung von 70,000 Kg. Speisekartoffeln. Angebote sind bis zum 15. Dezember, vormittags 10 Uhr ein- zurcichen. Die Direktion behält sich vor, die Lieferung zu teilen, sodaß sich inehrcre Lieferanten an ihr beteiligen kön- neu. (Siehe Inserat.) ffiic&tn, 8. Dez. Für mutiges und tapferes Verhalten wahrend der letzten Kämpse in Nordfrankreich wurden der Sergeant Spaugenberg von der 4. Kompagnie des Jnsantcrie- Regiments Nr. H8 in Gieße» mit dem Eisernen Kreuz dekoriert und zum Vizeseldwebel befördert, der 20jährige Untcrofsizter B a ch m a n n von der 3. Kompagnie der 168er in Butzbach zum Ostiziersstcllvertreter ernannt, nachdem er vorher mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden war. » Franksurt -. M., 9. Dez. 39 Belgier und Holländer wurden von hier aus in das Gefangenenlager nach Gießen „c= schasst. — Mit einer Schußwunde am Kopse, die er sich durch einen Unglückssall oder Selbstmord mit dem Dienstgcwehr eines bei seiner Familie einquartierten Musketiers beigebracht, wurde der 15 Jahre alte Sohn eines hiesigen Stadtfekrelärs in der elterlichen Wohnung ausgefunden. Der Junge wollte als Kriegsfreiwilliger elntreten, die Eltern sollen damit nicht einverstanden gewesen sein. * Franksurt a. M„ 8. Dez. 9-ineni Kartojsel- und Gemüsehändler in der hiesigen Markthalle, der für das Psund Kartos- scln bis zu 8 Pfg. sich zahlen ließ, wurde aus Grund einer erstatteten Anzeige sofort sein ganzes K-rtofsellager im Keller der Markthalle beschlagnahmt. Die Marktpolizei verko.uste diese Kartofselbestände im Handumdrehen, und zwar je 19 Pfd, si'ir 45 Pfg. Hessen-Rassau. * g. Oberursel, 8. Dez. Die im Oktober stattgefundene Personenftandsausnahme ergab eine Einwohnerzahl von 7992 Personen. Davon waren männliche 2629, weibliche 2972 und Kinder 2388. * Königstein i. 9. Dez. Die Eroßherzogin Mutter von Luxemburg verläßt am 19. Dezember Königstein und begibt sich über Karlsruhe, wo sie bei ihrer Tochter, der Eroßherzogin von Baden, kurzen Aufenthalt nehmen wird, nach Luxemburg zum Winterausenthalte. Am 2». Dezember begeht die Groß. Herzogin ihr 81. Eeburtstagrfest. * Vom Mai», 9. Dez. Der Bäcker verband „Maingau" beschloß einen Austchlag von 5 Pfg. für den Laib Brot eintreten zu lasten. Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, daß binnen Kurzem ein nochmaliger Aufschlag folgen würde. * Wiesbaden, B. Dez. Die Einberufung de» ungedienten ___ Sette'». Landsturm» in dem Bezirk des 11. Armeekorps ist zur Zeit, wie uns von besonderer Seite gemeldet wird, nicht in Aussicht ge< nommen. * Wiesbaden, 8. Dez. Die Militärverwaltung hat der hie- sigcn Tapezierer-Innung einen Auftrag in Höh- von 89090 .«t von Licserung von Sattclkisten erteilt. Dieser Auftrag an die Tapezierer, die gerade seither unter der Ungunst der Verhält- niste besonders schwer gelitten, ist sehr zu begrüßen. In auer- kennender Weise hat die hiesige Stadtverwaltung der Innung 19 999 Mark zur Beschassung von Rohmaterial zur Ausführung des Auftrages zur Vcrsügung gestellt. * Wiesbaden, 5. Dez. In deu hiesigen städtischen Volks- bädcrn sind an Militärpcrsonen in den Monaten August, September und Oktober d. I. kostenlos 7265 Brausebäder abgegeben worden. F. C. Wiesbaden, 4. Dez. Im Kriegsgefangenenlager Niederzwehren Hai ein französischer Gefangener, der im bürgerlichen Leben die Schlosserei betreibt, einen Fälsckter- tric angewandt und einen ihm übergebene» Gutschein von Brotlieserung von 0,75 Pfg. auf 6,75 Pfg. erhöht. Ci» Kamerad von der Tripleentente, ein Rüste, der in der K.m- tinc aushilft, entdeckte die Fälschung. Es wurde Anzeige erstattet, und das Kriegsgericht verurteilte den kriegS- fangcnen Franzosen auf Grund der Aussage des russischen Kriegsgefangenen zu vier Monaten Gefängnis. * Wiesbaden, 9. Dez. Das im Frühjahr dieses Jahres vom Casetier Egert in der Wilhclmsstraße dahier eröffnet- großartige Park-Eafc mit Hotel- und Rcstaurationsbetrieb, das späterhin von einer Betricbsgesellschaft m. b. H. übernommen wurde, hat bekanntlich den Konlurs angemcldet. Das Kon- lursgericht hat nunmehr mangels Maste den über die Gesellschaft verhängten Konkurs eingestellt. Eine große Anzahl von Lieferanten kommen um bedeutende Beträge. F. C. Wiesbaden, 4, Dez. Die hiesigen Bäckermeister haben bei den maßgebenden Behörden einen Antrag aus Festsetzung von Höchstpreisen für Mehl gestellt: Sachver- ständige werden deshalb um ihre Ansicht darüber gehört. * Aus dem Rhcinga», 9. Dez. Die Witwe des Strdtbau- meistcrs Eoldmann in Eltville wurde durch ausströmendes Gas erstickt ausgesunden. Ob ein Unfall oder ein Selbstmord vor- liegt, konnte nicht scstgestcllt werden. * Rauenthal, 9. Dez. Im Gcmcindewald von Eltville wurde der seit einiger Zeit vermißte Nikolaus Ernst von hier tot aufgefunden. Die Leiche zeigte eine Schußwunde an der rechten Schläfe. Es scheint Selbstmord vorzuliegen. F. C. Aus Hesten-Nassau, 4. Dez. Das Kriegsgcfange- ncn-Lager auf dem Truppenübungsplatz Orb wird binnen kurzem mit Gefangenen belegt werden. Die Arbeiten an demselben schreiten ihrer Vollendung entgegen. Vorläufig ist ein Lager in dem ausgegnngenen Orte Willbach, ein zweites in deni verlassenen Orte Lfttgenbrnnn eingerichtet worden. Beide Logerstellen enthalten 30 Barackcti, in denen 8000 Gefangene nntergcbracht werden. — Dem Oberst Tschenchcr, früher Kommandant de? Truppenübungsplatzes Orb, jetzt Kommandeur des Reserve-Jnsanterie-Regiments Nr. 88 wurde das Eiserne Kreuz zweiter und erster Klasse verliehen. * Gelnhausen, 8. Dez. Aus dem Verkauf des Obstes von de» Ländereien der Gemeinden im diesseitigen Kreise wurde im Jahre 1914 die nicht unbeträchtliche Summe von 7245,39 .6 erzielt. * Von der Rhön, 9. Dez. In der Rhön ist Echncefall ei,» getreten. Die Berge der Vorderrhön haben ein weißes Gewand. - Heesfeld, 9. Dez. Der Landwirt Leist im nahen Kathus wurde von einem wütenden Ochsen derart mit den Hörnern bearbeitet, daß er nach einigen Tagen den Verletzungen erlag. * Hersscld, 8. Dez. Um dem Petroleum Wucher zu begegnen hat das hiesige Landratsamt den Vcrkausspreis für Petro- lcuni an die Konsumenten aus 22 Pfg. pro Liter festgesetzt. * Limburg a. d. Lahn, 9. Dez. Im kommenden Jahre werden hier 15 Viehmürktc abgehalten. Der erste findet am 26. Januar statt. — Infolge der steigenden Mehlprcise hat die hiesige Bäckerinnung die Brotpreise weiter erhöht. Von heute ab kostet der 4pfiinder Laib 1. Sorte 65 Psg., der 2. Sorte 69 Pfennig. Starkcnburg. * Darmstadt, 8. Dez. Die sür Nüttwoch den 9. und folgende Tage vorgesehene Verhandlung gegen den Studenten Vogt und die Ehefrau Heydrich dahier wegen Mord und Brandstiftung, Anstiftung zum Mord, Mordversuch usw. begangen an dem Ehemann Heydrich mußte vertagt werden, da verschiedene Zeugen im Feld« vor dem Fclnd stehen und nicht erscheinen können, während der Angeklagte Vogt nicht aus dieselben verzichten will. Die Verhandlung wird nun voraussichtlich im nächsten März stattsinden, wenn nicht wieder neue Hln- derungsgründe eintreten. Briefkasten. 11- in Nidda. Die allein maßgebenden Berichte über die Kriegslage werden täglich von unserer Obersten Heeresleitung herausgegeben und von dem Wolsf'schen Tele- graphenbureau verbreitet. Eine wertvolle Ergänzung dazu bilden die Kriegs-Bulletins des Obersten Weimer und seines Stabes vom Landsturm-Bataillon Friedberg, die ebenso regelmäßig wie gewissenhaft Nachrichten über Bewegungen, Beurlaubungen, Vorräte (Kartoffeln) usw. von diesen! Bataillon geben , Frankfurter Wetterbericht. Veraussage: Bedeckt, zeitweise Niederschläge, milder, südliche bi» südwestliche Winde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch m t d t, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeit,,ng" A. G., Friedberg i. H> Neue Tageszeitung. Mittwoch, Len 8. Dezember 1811 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die fchnierzliche Atitteilung, dag mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Hahn Domänenpächter in Ober-Dauer,»heimer-Hos heute nach längerem Leiden im 47. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Ober-Dauernheimer-Hos, den 8. Dezember 1914. Ae ttcftrnncrnkn .Merhliehem. 3. d. N.: Emilie Hahn, »ch. Wörner. Die Beerdigung findet statt: Donnerstag, den 10, Dezenrder, nachmittags 4 Uhr in G-isi-Ridda, VoI!^trin(1iL'6r' A nsverkaiif wegen Aufgabe des Ladengeschäfts in Uhren, Gold- u. Silberwaren, religiösen u. weltl. Figuren, Luxus- und GebrauchsgegenstHnden. 3 ©®j 0 Itabatt. ßlassckränke, Theke u. sonstiges Ladeninventar ist biliig abzugeben. «eorg- Heimburg, fridtHf, Ä!Si Kartoffel-Lieferung. Die Lieferung von ca. 70000 kg Lpeisekartoffeln für die hicstge Anstalt soll öffentlich vergeben werden, Angebore sind oerfchlofsen und mit entlprechender Aufschrift rcrfehen bis spätestens Dienstag, den 15. Dezember 1814, vorm. 10 Uhr hierher einzurcichen. In den Angeboten sind die Kartoffelforten zu benennen und die Bedingungen, die auf dem Gsichäits,immer des Unterzeichneten offen liegen, anzuerkennen. Die Proben sind getrennt von den Angeboten einzureichen. Es bleibt Vorbehalten, die Lieferung zu teilen, fodatz sich mehrere Lieferanten an ihr beteiligen können. Zu chlagsfrift 3 Tage, Eichen, den 8. Dezember 1814. A.DireÜm d» Laicks-Htil-u.PslMlchlt bei Kietzen. I. A.: Lotz, Erohh, Hausverwalter. Kraft Lebertran-Emulsion bestes Nähr- und Stärkungsmittel per Flasche SBU. t.SO Eisenlikör MM ».Kruft greift Zähne nicht an! Aerztlich erprobt und empfohlen! per Flasche empfiehlt Jkl©§l SftecItatclH, Am alt.PoNamt. fr'riedberg i. Bl. Kchuistr, 1ö. ®«Ufon 459, Telefon 459. Impfung. Es ist noch eine grosierc Anzahl von impfpflichtigen Kindern nicht geimpft. Es ist Gelegenheit hierzu am Mittwoch, den 9. und Mittwoch, den IS. Dezember, nachmittags */ s 3 Uht im Saal über den Pferdeftällen. Gleichzeitig können die Kinder zur Erteilung eines Impf cheines vor- geftcllt werden, die von prak tischen Aerzten der Stadt geimpft find, dis aber wegen der Abreise derselben ins Feld keinen Impfschein bekommen haben. Friedderg, den 6. Dez. 1814. Der Bürgermeister. Stahl, «MI .’>«; «€»* ,'7S3nM*8« lUpIfliitiiit empfiehlt in großer Auswahl SAirifetrilBiervert % Friedberg, finiftrlir. 109 am Kriegerdenkmal, Reparaturen u. Ueber,tchen schnell und billig digng;e | Wegen Aufgabe des Artikels j mit Rabatt Ein braver von ordentlichen Eltern, der die Metzgerei ertetnen will, kann soforl eintreten bei Uriilhard iUriis, JMgrrtnfir., Li ad-Navheim. Hauptstr. 17. Friedberg i. H. dem Rathause gegenüber. Teletoit o S. 1 Belgier Fuchsstute djährig. zugfeft und fehlerfrei, ein- und zwcipänni^ gefahren, ist Familienverhältnijse halber zu vertaufen. Gastwirt Friedrich Wiegand II., Bönstadt. 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Gcorgi, Apotheker, I, Heiieck, Geometer 1, Kl, G, Klebergcr, Pfarrer, Th, Morschei, Bauunternehmer. PH, Philipps, Hanpllehrcr, H, Rausch, Kaiisman», W, Rostbach, Fabrikant, Dr, L, Seyd, Rechrs- anwalt. R, Walz, Profcstor. Seite l Todes-Au eige. Heute morgen 4 Uhr entjdjlief sanft nach langem,! l schweren Leiden mein herzensguter Mann, unser lieber \ | Bruder, Schwager und Onkel Herr Fritz Korcll I im Alter von 72 Jahren, was wir Verwandten und Be- f kannten tiefbetrüdt anzeigen. Staden, den 8. Dezember 1914. Ae ticftrancrnDcn Hinterbliebenen i. d. N.: Marie Korell geb. Lauckert. Di« Beeidigung findet Donnerstag, den 10. Dezem- ! der, nachmittags 3 Uhr statt. Schneekönig Dr. Canlner’s vorrilgllches SeifenpufvBP garantiert ohne schldllche Bestandteile und von großer Wasch- kraft. Deutsches Erzeugnis. Zu haben bei: Schade & Filllgralie Trotz des Weltkriegs ist mein Lager ln Welhnachtsgegenstäudrn jeder Art, genau wie in jedem anderen Jahre reich ausgestaltet. Durch vor dem Krieg abgeschlossene Einkäufe bin ich in der Lage, noch zu den alten billigen Preisen verkaufen zu können und lade zur Besichtigung meiner Schaufenster und Ausstellungsräume ergebenst ein. «. M. Neuß Fried borg. Alte Post. Merlstätten sür Jnnen-Ausstattun q neuzeitl. Wohnräume. Bekanntmachung. Es ist vielfach angeregt worden, Feldpostbriefe mit Wareninhalt, die von den Truppenteilen nicht ausgehän- digt werden können, weil die Empfänger abkommandiert verwundet, vermißt oder tot sind, nicht an den Aufgabeort zur Rückgabe an den Absender zurückzusenden, sondern den Truppenteilen zur beliebigen Verwendung zu überlassen. Ohne ausdrücklichen Wunsch des Absenders ist dies nicht iiiöglich. Wenn der Absender aber durch einen auf der Sendung — sei es handschriftlich oder durch gedruckten Zettel anzubringenden Vermerk — etwa folgenden Inhalts: „Wenn unbestellbar, zur Verfügung des Truppenteils" zum Ausdruck bringt, daß er die Preisgabe wünscht, w werden die Postvcrwaltung und die Truppenteile diesem Wunsche entsprechen. Unbestellbare Sendungen, die einen solchen Vctiiierk nicht tragen, werden nach wie vor an den Absender znrückgeleitet werden. Kraetke. WritznachisliMe. Die lieben Kleinen unserer hiesigen Kleirikinderschnle wollen wir mit linder Hand an der Kriegsnot vorüberführen und ihnen auch diesmal die Freude einer Chrifibefcherung bereiten, Wir bitten deshalb um gütige Zuwendung von Geld >ind sonstigen, ihr Herz erfreuenden Gaben in der angenehmen Hoffnung, dost wir auch jetzt nicht vergeblich bitten, Fricdberg, am 1. Dezember 1814. Fräulein Amalie Blum, Frau Pfarrer Klebcrger. Frau Krcisrat Freifrau Schenk zu Schrveinsbcrg. Fro» Büigermcistcl Stahl. Frau Kaufm. A, Weber.