Dummer L88 Dienstag, den 8. Dezember 19 l 4. 7. Jalsrgang Ueue Tageszeilrm ®* il «6* n ..5« - °u» Ä ..?» SpinnSub,». K.,»sop«i.- B«. den P-stanstait-n oiettelit> 9 r(id> aJft. 1.» ttl den .lgenten monailidi 50 +Nlr,»>az, und »,rl»q Friedberg (Hellen». Hanauerstraß« 1 2. Ferniprecher 48. P»!>sch»ck.Lont« Wr. 48.S, «ml Frontsur! a. SH. Die siegreiche Schlacht bei Lad;. Günstiger Stand der Schlacht in Galizien. — Erfolge der Türken im Kaukasus. Der deutsche Generalstab ¥ =■- .....— meldet: — WTB. <>Sros;es Ha»»ptquartier, 7. Tez., vormittags. Amtlich. Vom westlichen Kriegsschauplatz und dem östlich der masurischen -Seenplatte liegen keine besonderen Nachrichten vor. In Nordpolcn staben wie in langem Ringen bei Lodz durch das Zurückwerfen der nördlich, westlich und südwestlich dieser Stadt stehenden starken russischen Kräfte einen durchgreifenden Erfolg errungen. Lodz ist in unserem Besitz. Die Ergebnisse der Schlacht lassen sich bei der Ausdehnung des Kampffeldss noch nicht übersehen. Die russischen Verluste sind zweifellos sehr groh. Versuche der Russen aus Südpolen, ihrer bedrängten Armee in Nordpolen zu Hilfe zu kommen, wurden durch das Eingreifen österreichisch-ungarischer und deutscher Kräfte in der Eegend südlich Pe- trokow vereitelt. Oberste Heeresleitung. Der Sieg bei Lodz. Frohe Botschaft kommt aus dem Osten. Zwar ist die grobe, seit Wochen währende Schlacht noch nicht zu Ende, aber der entscheidende Schlag scheint gelungen zu sein. Die Heere der Russen, die in der Gegend von Lodz vorgingen, stnd entscheidend geschlagen, im Norden, im Westen und im Südwesten mutzten sic unter schweren Verlusten den Rück- zug antreten. Der Versttch, aus dem Süden, von Pelrikau der bedrängten Hauptarmcc Hilsc zu bringen, ist gcsckiettert. Damit ist der abermalige Versuch der Russen, die Ossensive gegen Deutschland zu tragen, mitzlungen. Zum ersten Male mußten unsere Heere, als sie schon bis Warschau vorge- drungcn waren, vor der onrückendcn llcbcrmacht der Rus- sen auSweichcn und ihre Stellungen neu formieren. Als sich dann die Russen bei Wloelawice blutige Köpfe geholt hatten, verhinderten abermals neue russische Krüste, die von Warlelzau hcrgcrückt kamen, den deutschen Vormarsch und es entspannen sich neue Kämpfe, die nun in dem Kamps- gebiet Lodz zu einem vollen Sieg geführt haben. Lodz selber, die größte Fabrikstadt Polens, mit einer Bevölkerung von fast einer halben Million Menschen, ist wieder in deutschem Besitz gelangt, aber weit wichtiger als ' tc Einnahme dieser S'adt ist der Rückzug der Russen, die nun keine Reserven mehr einzusetzen haben. Es wird bc- reits gemeldet, daß Mongolen, Tschungusen, Kalmüken und andere asiatische Kulturträger die in den Kamps tretenden Reservearmeen gebildet haben, sie dürften vorerst das letzte Aufgebot dcS Zarenreiches bilden. Es ist anzunchmen, daß die Wirkungen des Sieges bei Lodz sich auch auf die anderen Kampivlätze bemerkbar niachen. daß namentlich die Rußen ans Galizien hinausgcworfen werden. Leider machten sich bei der Kunde dieses schönen, im Osten erstrittenen Sieges, wieder rlebertrcibungcn bemerkbar. So wurde gestern nachniittag allerorten die Nachricht verkündet, es seien 70.000 Russen gefangen war- den. Viclsach löste diese Nachricht einen übertriebenen Sie- gcsjubel aus, cs wurden Glocken geläutet u. m Weiß der siebe Himmel, wie man gerade auf die Zahl 70,000 vcr- fallen ist! Genug sie wurde überall genannt, leider ist kein wahres Wort daran. Der amtliche Bericht sagt in seiner knappen Form nur, daß die russischen Verluste srbr groß sind und daß sich die Ergebnisse noch nicht tiber- sehen ließen. Es läßt sich noch nicht einmal sagen, ob unter diesen Ergebnissen die Kriegsbeute gemeint ist oder viel- mehr die taktische Gewinne, die der Sieg gebracht hat. Al- so alle Nachrichten über Rie' '""n von Gefangenen ent- bchrcn vorerst jeder Begründung. Indessen besteht die Hosfnung, daß wie bei allen Siegen Hindenburg's der tolle Erfolg in bcscheid'uer Weise erst hintcnnach gemeldet wird. Auf alle Fälle wollen wir uns durch Uebertreibungen die Freude an dem schönen Sieg, der die besten Aussichten für den endlichen Sieg im Osten eröffnet, nicht trüben lassen. Zlimmrn in dtr Schlicht in Polen. Der „Pestcr Lloyd" bringt von militärischer Seite zensurierte Mitteilungen, die in die Strategie der jüngsteii Kämpie in Polen einigen Einblick gewahren In de» Mitteilungen heißt es: Die Echlachtfront in Polen verlaust etwa von der Mündung der Bsura über Lowitsch, Lodz gegen Sicradz, und zieht sich dann in einem stumpfen Winkel teilweise aus dem östlichen User der Warthe bis in die Gegend des Warthcknies, nordöst lich von Czenstochau, und von hier gegen den Bereich von Krakau hin. Die Kampflinic im Norden hat das Gesicht gegen Südost, der äußerste linke Flügel reicht bis auf 70 Kilometer an Warschau heran. Schon rechnen die Nutzen mit der neuerlichen Zernierung Warschaus: diese würden jedoch diesmal einen ganz anderen Charakter haben als gelegentlich der ersten Offensive an der mittleren Weichsel. Damals standen riesige rutzische Matzen aus dem östlichen Weichselufer bereit. ;vht durch leistungsfähige Bahnen und den Brückenkopf Marsch.us unterstütztes überraschendes Eingreifen hatte die deutsche Führung zu einem Ausweichen und einer Neugruppierung veranlaßt. Heute hat Rußland seine gesamte Macht bereits eingesetzt. Drei in der Reserve gehaltene Armeen stehen schon seit über einer Woche im Kampfe. Die eine wurde an der Bsura in der Gegend von Lowitsch eingelegt, konnte ober das Zurückweichcn des in der Gegend südöstlich von Plozk stehenden nördlichen russischen Flügels nicht aushallcn. Alle russischen Matzenangrisfe zerschellten in der Folge an den deutschen Linien unter fürchterlichen Bcrlusten. Die in der Bsnra vorgestreckte deutsche Faust bedroht der Rückzug der rus fischen Mitte aus Warschau. Die Ereignitzc nehmen den von den Verbündeten vorgedachtcn Verlaus, wie heule der Eencral- stab festgestellt hat. Wenn der Verlauf der Erwartungen entspricht, dann dürste es wohl nur den an der Bsura stehenden rutzischen Krick- ten gelingen, nach Warschau zurückzukehren. Die russische Mitte müßte die Richtung aus und beiderseits Iwangorod nehmen, denn die deutsche und österreichische Front zwischen Lodz und Sicradz hat, wie schon erwähnt, ihr Gesicht zwischen Lodz und In dieser Richtung erfolgt der Druck. Geschlagene Truppen gehen in der Regel in der Verlängerung der Kampsftont zurück, die sie zuletzt eingenommen haben. Weiter heißt es: Der mit größter Wucht im nördlichen Teile der Schlachtfront geführte Augriss wirst das Kartenhaus der russischen Diversionen aus Czenstochau und Krakau, nördlich und südlich der oberen Weichsel, um. Den Ratzen ist es trog des Einsetzens starlcr Reserven nicht gelungen, in der Eegenv von Czenstochau Dortcikc zu erringen. Im Süden hält das vorzüglich bewährte Krakau den Feind in Schoch. Gilt Urteil aus Rußland. Mailand, 6. Dez. In einem Petersburger Telegramm des „Corricrc della Sera" vom 4. b. Dl. drückt sich im Gegensatz zu früheren ein für die Deutschen optimistisches Urteil über die Kriegslage im Osten aus, was umso bemerkenswerter ist. als der Korrespondent des Blattes, Giuliano Bonacci, ein militärischer Fachmann, in häufiger Le- rübrung mit russischen Ossizieren steht. Der deutsche linke Flügel steht danach in einer stark befestigten Stellung nördlich von Lcdz aus der Linie Etrykow—Zgicrz—Szadek -Zdunskawola, von wo aus die Deutschen häusige Ausfälle nordöstlich gegen Lewicz machen. Weiter westlich haben die Deutschen starke Säulen ans Sicradz und Las! längs der nach Warschau sührcn- dcn Bahnlinie vorgeschoben und Szczcrcow westlich von Pioir- low bcsetzt. Die deutschen Kräfte in Polen werden aus 1b bis .18 Korps, 788 888 bis 888 888 Mann berechnet. Die deutschen Fcldbcscstigungcn nördlich und noroösilich von Lodz, die nur aus der Rordseite hätten umgangen werden können, sind mit cingcmaucrter schwerer Artillerie versehen. In dieser Kriegs zone besitzen die Deutschen nach diesem Petersburger Urteil die unbedingte Uebcrlegenheit über die Nutzen, namentlich be-üg- lich der Artillerie. Hiudcnburg bedroht aus dieser sesten Stellung die Flanke der südwärts aus Krakau marschierenden russischen Kolonnen. Diese Stellung gleicht einem improvisierten verschanzten Lager, das als Stützpunkt für fortwährende An- prtffe dient. Es gereicht Hindenburg nicht zur Unehre, daß ein Mann in Petersburg sein Werk mit dem Osman Paschas, des Löwen von Pl-wna, vergleicht, der ans der Festung Plewna den Nutzen durch sortwährende Vorstöße in die Flanke fiel. Freudr in Oesterreich. (W. T. B. Nichtamtlich.) Wien, 7. Dez. Die Abendblätter begrüßen die Eroberung von Lodz, die die ruhige Zuversicht in den endgültigen Ausgang des gerechten Kampfes bekräftige. Die „Neue Freie Presse" sagt, dieser glänzende Erfolg der deutschen Truppen werde in Rußland, Frankreich und England einen nachhaltigen Eindruck machen. Der Plan, nach Deutschland durchzu- brechen, sei nach dem Verluste von Lodz an die Deutschen wieder einmal unaussührbar geworden. Das „Neue Wiener Tageblatt" jagt: Mit Lodz ist der wichtigste Zentral- v»»kt voll Westpolen gefallen und dadurch im Raume der russischen Kampffront ein bedeutender Erfolg errungen. Das „Extrablatt" schreibt: Wir beglückwünschen unseren ti enen Bundesgenosse» zu den Waffe,itatcu und freuen nnS des großen Erfolges. Der „Morgen" schreibt: Lodz ist wieder in den Händen der Dcntschcn, und die Russen befin- den sich i„ vollen! Rückzüge. Hiermit errang die dcutjäje Gegenoffensive, die durch gewaltige Verstärkungen, welche die Russen hcranzuziehen vermochten, ins Stocken geraten war, wieder einen großen und, wie man wohl hoffen darf, für den weiteren Verlauf des Kampfes cntscktz-idendcn Sieg. Heller >>ubcl tvird ans ganz Tenlschland folvie ans nnfcrcc Monarchie wieder den genialen Führer und die tapferen Soldaten begrüben! Engländer und fHuffrn werden bescheiden. Amsterdam, 7. Dep Ter „Morning-Post" wird ans Petersburg gemek- det: Ti, Russen wünschen nun nicht mehr die Deutschen über die Grenze zu treiben. Sic wollen sic in Polen fest- halten, um sic dort, falls es möglich ist, zu vernichten oder sie doch zu zwingen, so viel Verstärkungen nach Polen zu bringen, daß der Kampf den Bimdesgenossen im Westen crleich- iert wird. (Fürwahr eine geradezu geniale Erklärung kür die Erfolglosigkeit der russiscknm Aktion in Polen.) Die Tentschten sind jetzt in Polen ebenso stark als zu Beginn ibrcr Operationen, obgleich sic mehr als die Hälfte ihrer Truppen verlöre» haben, so fährt die „Morning Post" fort, die schon vor einer Woche verkündet hatte, daß „in den nächsten Tagen" da? deutsche Heer vollkommen vernichtet sein würde. Mongolen, Kalmüken und Tjchuugusr» i» der Front! Berlin, 7. Dez. Das „Wiener Fremdenblatt" weiß zu niel- den: Jene russischen Truppen, die in dem offiziellen Bericht als große feindliche Kolonnen bezeichnet wurden, bestehen größtenteils aus asiatischen Mongolen, Kalmüken, Tschun- (Uifcn und Tartaren. Auch dieses deutet darauf hin, daß Rußland seine letzten Reserven herangezogcn hat. — Bei Przemtssl lockert sich die russische Angriffslinie, da die dortigen Truppen nach dem Kriegsschauplatz in Russisch-Pole,, geleitet werden. Hrr Mefenmlfr und 0 >raf fkrditnll). Wien, 6. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Der Minister des Auswärtigen, Gras Berchtold, hat an den Reichskanzler ». Bcthmann -Hollweg solgendes Telegramm gerichtet: „Zu der bedeutenden Rede Ew. Exzellenz in der Sitzung des Reichstages bitte ich Hochdicselbcn meine wärmsten Glück- wünsche entgegennehincn zu wollen. Der Geist der mutigen Ent- schlotzcnheit zu den schweren Opfern und der Gott vertrauenden Zuversicht, der die heldenmütige» und ruhmreichen Scharen unserer verbündeten Artnccn und Flotten zu immer neuen Erfolgen sühr! und den das ganze deutsche Volk in bewunderungswürdigen Einmütigkeit mit seinen tämpsenden Söhnen und Brüdern teilt, sand seinen machtvollen Ausdruck in dem Gelöbnis, bis zum letzten Atemzuge auszuharren, damit dieser opserreiche Kricg nicht vergebens geführt wird. Diese denkwürdige Kundgebung erweckt bei ollen Völkern Oesterreich Ungarns, die von dem gleichen unerschütterlichen Willen zum Siege erfüllt stnd. und auf den Erfolg unserer gerechten Sache zuversichtlich vertrauen, einen starken Widerhall, besonders aber wird unsere tapfere Armee, die mit Stolz an der Seite der deutschen Waffenbrüder känipst, die warme Anerkennung ihrer Leistungen mit freudiger Genugtuung vernehmen. Berchtold." Die Antwort des Rcichslanzlers lautete: „Ew Exzellenz danke ich aufrichtigst für den Ausdruck de» warmen Interesses an dem Verlause der von erhebendem Pa» triotismus getragenem vorgestrigen Reichstagssitzung. Die mi» gewidmeten sreundlichen Worte haben mich lebhaft ersreut und mir gleichzeitig erneut den willkommenen Beweis dasür gegeben, daß unser gemeinsames Streben dahin geht, den treu verbündeten Monarchien einen der Größe und der Krastcntsal- tung würdigen Ersolg zu sichern. Der mutigen Entschlotzenheit der Führer, dem Heldentum unsere: vereinten herrlichen Truppen und der Opserwilligkeit und Mitarbeit der Völker wird es bestimmt gelingen, allen Widerstand zu überwinden und unseren Fahnen den endgültigen Sieg zu erringen. Hollwcg" Das Leben in Belgrad. Wien, 7. Dez. Die „Südslawische Korrespondenz" mek- det aus Eeinlin über die Vorgänge in Belgrad: Seit dem Einmarsch unserer Truppen IN Belgrad herrscht in der Slaot Ruhe. Zahlreiche Gewerbetreibende und Besitzer von Easihösen erscheinen aus dem in einem Seitenslügel des Kanals untergebrachten k. und k. Kommando, um die Wiedererössnung ihrer Betriebe anzumelden. In de» Straßen Belgrads und namentlich in den Bororten patrouillieren Tag und Nacht Kavallerie- M*.ZM Abteilungen. Alle öffentlichen Gebinde find militärisch beseht. Die unter der Leitung des Prinzen Georg errichteten starken Verteidigungsanlagen, die gegen Norden gerichtet waren, wurden von den abziehenden serbischen Truppen selbst zum Teil zerstört. fr~ — ;- " ft Der österreichische Generalstab - meldet: _________ Nene Tageszerrnng. Dienstag, de» 8. Dezember ltli. ralmächte kräftig genug find, um mit Hilfe der Türkei zu verhindern, daß die Dreiverbandsmächte die Adria und das Mittelineer ganz in ihre Gewalt bekommen. Jedenfalls ist es eine Pflicht der SelbsKrhaltung für Italien, falls seine vitalen Interessen auch nur im entferntesten gefährdet wer- den, nicht etwa um den Zentralmächten zu helfen, sondern im eigenen Interesse gegen jene Mächte anzukämpfen, die sich zum Herrn der die Küste Italiens berührenden Meere ailfwcrfen wollen. __ «eite j j ritza. Me von den Griechen vertrieb«, worden waren, sinh gestern auf einem griechischen Dampfer in Dedeagatsch ein- getroffen. Ans Frankreich. Die Wirkung der Dordasellensperre. Paris, 6. Dez. (W. B Nichtamtlich). „Matin" meldet: Die Einfuhr an Getreide nachFrankreich betrug im August, September und Oktober 4 677 401 Zentner, die Mehleinsuhl 411804 Zentner. Die aus Rußland eingeführte Ectreidemenge betrug im August 351639 Zentner, ging aber infolge Schließung der Dardanellen im Sep- tcmbcrauf 185 023 Zentner und im Oktober auf 26 004 Fentner herab. Das französische Parlament. Paris, 7. Dez. (SB. ,B. Nichtamtlich). Ministerpräsident Nioiani erklärte einem Mitarbeiter des „Petit Parisien", die Regierung werde in der Kammer die Annahme des Vorschlages bctr. Verschiebung der Senatswahlen, die provisorischen Budget-Zwölftel sowie die Ratifizierung der während der sessionslosen Zeit von der Negierung erlassenen Dekrete und Bestimmungen verlangen. Minister Ribot erklärte, die Finanzlage sei denkbar günstig. Aus Rußland. Revolutionäre Unruhen in Rußland. Tie „Südslawische Korrespondenz" meldet: Die türkischen Blätter veröffentlichen Mitteilungen über den Umfang der revolutionären Bewegung in Rußland die ihnen seitens der Konstantinopler Vertretung des Bundes für die Befreiung der Ukraine zugehcn. In den Mitteilungen heißt es: Unter den wegen Teilnahme an revolittionären Umtrieben verhafteten Mitgliedern der Duma befindet sich auch der Deputierte des von Ukrainern bewohnten Gouvernements Jekaterinoslaw, Pct» rowski. Das Gouvernement Jekaterinoslaw und insbesondere die Städte Jekaterinoslaw und Ludnnsk hatten schon bei Beginn des Krieges eine fcbr widerstrebende Haltung eingenommen. Bei der Mobilisierung entstanden ernste Unruhen, und die Einwohner weigerten sich dem Rufe zu den Waffen Folge zu leisten. Die Lage i» dem genannten Bezirke nahm einen so ernsten Charakter an, datz die Regierung gezwungen war, gegen die ukrainischen Bauern mit Gewalt vorzugehen und Artillerie an einzelnen Plätzen cnif- fahren zu lassen, um die Unruhen niederzuhalten. Es könne angenonunen werden, heißt es in den Mitteilungen, daß die Lage in Rußland sehr ernst sei, wenn die Sozialdemokratie es wage, in diesein Augenblicke gegen di« Regierung vorzugehen. Der bedenkliche Charakter der Bewegung werde auch dadurch ersichtlich, daß die Regierung es nicht mehr dabei bewenden lassen könn», die Vorgänge einfach totzuschweigen, sondern gezwungen sei, darüber osfi- ziclle Erklärungen durch die Petersburger Telegraphen- agentur zu verbreiten. Einem Berichte zufolge habe auch die Lage in Odessa eine arge Verschliininerung erfahren. Das ganze Geschästs- lcben in der Stadt sei erstorben, allgemein herrscht Furcht vor einer neuerlichen Beschießung der Stadt, Die Schifffahrt ans dem Schwarzen Meere ist vollkommen eingestellt worden. Die in Odessa zurückgebliebenen Deutschen und Oesterreicher, etwa 500 Köpfe, wurden interniert, das Erscheinen der Odessaer deutschen Zeitung eingestellt. Auch ini Kaukasusgebiet beginne die revolutionäre Bewegung bedrohliche Formen anzunehmen. Auf dem Davidsberg bei Tiflis wurde eine geheime Versammlung von Revolutionären, die eine Erhebung gegen Rußland propa- gierte, durch die Polizei überrascht. In zahlreiche» fnufo- fischen Städten finden Massenvcrhastungen, besonders von Arnieniern, statt. Ein disziplinloser russischer General. Eine Depesche des „Pesti Hirlap" aus Nyiregyhaza meldet: Ein gefangener russischer Hauptmann teilte mit, daß die linke Flügelarmee der Russen in dem Raume von Przcmysl und Czernowitz selbständig zum Schutze der russischen Offensive gegen Galt- zicn operiere. Den Einbruch in die Karpathen unternahm sie jedoch ganz eigenmächtig, nur um sich auszuzeichnen, und sie wurde nach der empsindlichen Schlappe bei Homonna aus deni im Zenipliner Komitate eingenommenen Raume voni Oberkommando zurückbefohlen. Der schuldtragend« General wird vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Ans England. Die Schwierigkeiten der Hecrcsausbildnn« in England. (SB. B. Nichtamtlich). Der militärische Mitarbeiter der „Ber- lingske Tidcnde" schreibt: Kitchener hat ungeheure Schwierigkeiten mit der Ausbildung des neuen Heeres für die Verbündeten. Während Deutschland die junge Mannschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt mit allen Hilfsmitteln in die Kasernen der alten Mannschaft zu systematischem Unterricht einberust, ist der Militärdienst in England ein Erwerbszweig mit hohen Löhnen und bedeutenden Pensionen für die Hinterbliebenen der Eesal- lenen und Verwundete». Die Kasernen aber sind nur für eine geringe Anzahl berechnet. Neue Rekruten treten täglich ein und erschweren somit den Unterricht. Osfiziere und Untcroffi- ziere fehlen. Es ist schwierig, den Soldaten militärische Disziplin beizubringen, da sie darin keine Vorschule haben. Irland» Hossnung. London, 3. Dez. „Morning Post" meldet aus Washington vom 23. November: Einer Ehikagoer Depesche zufolge teilte Clarke, der Präsident der Vereinigten Irischen Gcsellschaste» Chikagos, mit, daß der Deutsche Kaiser Sir Rogrr Casement das Verspreche» gab, Irland zu besrrien, wenn Deutschland siegreich sein würbe. Elarke sagt, er kenne die deutschen Absichten betreffs Irland nab werde sie in Massenversammlungen und Demonstrationen bekannt geben, dl« gleichzeitig an verschiedenen Stellen Ehikago» unter den Auspizien de» Deutsch Irischen Vnnbe» Amerika, ftattsinden würde». Der amtliche österreichische Bericht. Wien, 7. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verloutbart: 7. Dez. mittags: Das Ringen um die Entscheidung auf dem russischen Kriegsschauplätze dauert an. Oesierreichisch-ungarische und deutsche Truppen wiesen einen Angriff im Raume südwestlich Piotrkow der über Noworadomsk nordwärts vor- ftrebenden russischen Kräfte zurück, indessen deutsche Truppen den Feind zum Weichen ßwnugen. In Westgalizicn sind gleichfalls schwere Kämpfe im 8ange, ihr Ergebnis steht noch aus. In diesem Raume nahmen unsere und die deutschen Truppen gestern neuerdings 1500 Russen gefangen. In den Karpathen wird weiter gekämpft. An manchen Stellen hat der Feind starke Kräfte wieder hinter den Eebirgskamm zurückgezogen. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs: v. Hofer, Generalmajor. Vom südlichen Kriegsschauplatz. (W. T. B. Nichtamtlich.) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemel- det: Die mit der Einnahme Belgrads bedingten Operationen erfordern nunmehr eine Umgruppierung unserer Kräfte, diren Details sich naturgemäß der allgemeinen Verlautbar- y . ' entziehen. Der Stellvertreter des Chefs des EencralstabR o. Höfer, Generalmajor. ' ' —■ ■ ' 1 « | Das türkische Hauptquartier i 8====== meldet: ===! Konstantinopel, 6. Dez. Auf dem kaukasischen Kriegsschauplatz setzen die türkischen Truppen erfolgreich ihre Operationen fort. Die Ortschaft Euede (?), 20 Kilometer östlich von Datum, wurde von den Türken besetzt. Eine russische Abteilung die von Batum entsandt war, um einen wichtigen von den Türken genommeneri Brückenkopf wieder zu erobern, wurde bis aus den letzten Mann vernichtet. Eine starke türkische Patrouille unternahm einen kühnen Raid und zerstörte das Elektrizitätswerk von Batum. Die re»' üutionäre Vewegung im ganzen russischen Kaukasus nimmt g«»gsn llmsang an. Tscherkessen und Georgier schließen sich überall begeistert den vordringendcn osmanischen Truppen an. Konstantinopel, 7. Dez. (Nichtamtlich). Das Große Hauptquartier teilt mit: In der Gegend von Adjara haben neue, für uns erfolgreiche Kämpfe ftattgefunden, in denen vir die Russen, welche Dum-Dum-Geschosi« gegen UNS benutzten, eine Kanone, sowie eine Meng« von Bomben, Waffen und Munition abgenommen haben. Russische Angriffe östlich des Wansees an der türkischen Grenze waren ohen Ersolg. Hingegen haben unsere von Revander vorrückendcii Truppen Saoutschd- laghe, 70 Kilometer jenseits der Grenze, besetzt, einen wichtigen Stützpunkt der Russen in der Provinz Aserbaidschan. Ter Heilige Krieg. R o in, 7. Dez. Der türkische Bot- schaftcr Naby Bey versicherte in einer Audienz dem König namens des Echcik Ll Islam, daß die italienischen Kolonien in der Erklärung des Heilige» Kriegs nicht cinbegrisfen seien. Aus Liyen. Mailand, 7. Dez. Infolge der jüngsten Unruhen geht nach Libyen eine verstärkte Brigade von acht Bataillonen ab. Rach einer Meldung aus Kairo findet demnächst eine Zusammenkunft des Groß-Senusien mit mehreren früheren ^geordneten, darunler Omar Pascha Mansurde, dem chemali- Abgcordnetcn für Benghasi iessrn. LkkanntlnaAng. Die Plätic zun, FeilhaUen von Christbäiimen sollen Donnerstag, den 10. Dezember 1911, vormittags um 11 Uhr, im hiesigen Stadthause öffentlich versteigert werden. Friedberg, d. 5. Dez. 1914. Der Bürgermeister Stahl. Aufklärung. Die Ausführung von Hausinstallationen betr. Ein Herr Philipp Bernthcu- fcl au» Södel, gelernter Maurer, jetzt Hilismonieur, ist von uns als Installateur für Licht- und Krastinstallatianen nie >ugc-- Insten gewesen und auch jetzt nicht ,»gelosten, daher auch nicht berechtigt, Anlagen felbstündig aus,»führen oder gar unter feinem Namen zu berechnen. Wir Ichließen Installationen, die genannter Zerr Berniheistel felbstündig ausjührt, nicht an, wenn fie uns nicht durch Herrn Installateur Lüdle, Friedberg, fda nur in besten Auftrag Herr Verni- hcuiel Installationen ausführen dari) als von Zerr» Lüdle ausgeführt, angemeldet werden. (flf hir. |tf brrlanbanlaijf der Provinz tbticriicfisii. Die Vau- u Betriebsleitung v. Stadler. GrHkrj. Tcin»s-Kaiö Bad-Nauheim. „Kßnßler-Ksüzert" Chincsiticiie Tascben-u.Brustwärme-Qefchen sind wieder vorrätig. A. Baltin-Oppenheimer Friedberg i. H. Nicht tropfende Weihriachlslichter in Wachs, Stearin und Paraffin empfiehlt Io s. Derfell, Friedberg. Kciilkrßr. 116. Bakterien tötende Wirkung, dauerhafteste, Belag kauft man am besten u. billigsten im Tapeten- u. Lin oleum haus ei es®is M ügler, Friedberg, Kaiserstr. 21, KeKanntmachnng. Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß die Apotheken der Stadt Friedberg künftig abwechselnd in monatlicher Ablösung während der Nachtstunden geschlossen sein werden. Es is! also nur eine der Apotheken nachts zur Vetsügung der Bevölkerung. Welche Apotheke den Nachtdienst hat, ist durch Aushangschild an beiden Apotheken ersichtlich. Außerdem werden alle Veränderungen in cht» dienst durch Anzeigen der Apothckcnbesitzer in d. ned- hcrger Tageszeitungen veröffentlicht werden. Friedberg- den 24. November 1914. GroschrrzoglichcS Kreisamt. Hcrberg. Weihnachtsbitte. Die lieben Kleinen unlcrcr hiesigen Kleinkinderschnle wollen wir mit linder Hand an der Kricgsnot vorübersühren und ihnen auch diesmal die Freude einer Ehristbeschcrung bereiten. Wir bitten deshalb um gütige Zuwendung von Geld und sonstigen, ihr Herz ersreucnde» Gaben i» der angenehmen Hoffnung, daß wir auch jetzt nicht vergeblich bitten. Friedberg, am 1. Dezember 1914. Fraulein Amalte Blum. Frau Psarrcr Klebergcr. Frau Kreisrat Freifrau Schenk zu Schwcinsbcrg. Frau Bürgermeister Stahl. Frau Kausm. A. Weber. ' ÄZiehung 19.U.21. Dezember» rhüringcr IfSuscums in Eisenach, -3333 ßciuinne zus.mar’k |\C'0 Bar ohne Abzug zahlbar tozitmss Lofferlebank Gjn.b.H. Eiseiiaeii. Ferner in den durch Plakate kenntlichen VcfkEuPastellen Täglich Nachmittags und Abends. Ständig frische Schweine - Geeauberi, Kleinsolber uni» Slut abzugeben Zlhnieine - Snljcrci Lonamts, Homburger-andstraßc, Frlseli von «Ser Äee! int-SMi« Pid. 24 Pfg. Mittel-Oabiiau Pfd. 3* Pfg. Scfiade s Füllgrabe FrSedberg. Mchtig. Mädchen lucht Monaisstelie, Ansr. "ei. lt. «.».2955bie Exp. b.'Jt. Tgezta. Ein guter deut:cher Schäferijnnd sehr wachsam, hat zu verlausen. Zu ertragen unter M. 2952 in der Exp. der Neuen Tages,ig. Nur mit Zagen und Bangigkeit wagen wir es, auch in diesem Jahr wieder mit einer „Weihnachtsbitte" hervorzu- tteten. Es ist gar keine Frage und wir wissen es selbst sehr wohl, daß in diesen ernsten und schweren Zeiten unsere Brüder ini Felde in ihrer überaus harten Kampfesarbeit für den heimischen Herd und für des Vaterlandes Bestand und Ehre das erste Recht an uns haben und datz der Fürsorge für die Verwundeten und für die Hinterbliebenen der Gefallenen vor allen Dingen unsere Hilssbereitschast gelten muß. Außerordentlich viel ist schon geopfert worden und noch größere Opfer werden notivendig sein. Aber wir dürfen vielleicht darauf Hinweisen, daß über den Anforderungen des Krieges auch die Barmherzigkeitswerke des Friedens nicht leiden dürfen. Wir wollen gewiß in diesen! Jahr keine große Weihnachlsbeschernng halten und auch unsere Pfleglinge haben soviel Vaterlandsliebe und soviel Opfersinn, datz sie sich gerne bescheiden, dainit den Bedürftigeren geholfen werden kann. Aber eine andere Bitte legt sich uns sehr nahe: Tie Anstalt selber bedarf dringend der Unterstiitzung. Die Gaben und Kollekten sind in den letzi- vergangenen Monaten fast ausgeblieben, die Kosten aber in allen Zweige,t größer geworden. Wir schräitken uns ein und sparen, soviel wir können, aber doch erfüllt uns ernste Sorge, wie es weiter gehen wird, wenn wir durch- krinmeu sollen. So wagen wir es denn in dankbarer Erinnerung an die uns schon so oft und reichlich zu teil gewordene Ilnterstühung und im Blick auf Weihnackitcu, das Fest der Liebe, uni eine Gabe der Barmherzigkeit zu bitten für unsere Anstalt. Lasset uns Gutes tun und nicht niüde werden! Nieder-Ramstadt, tm Dezember 1914. Anstalt für Epileptische. Weimar. Mart er. Merkblatt für di« Hinterbliebenen der gefall«ncn oder an Wunde» und sonstig«» Kriegsdicustbeschädigunge» gcftorbinrn Teilnehmer am Kriege 1914. A. E » a d e n g e b U h r n i f f e. 1. Hinlerläßl ein gefallener ufw. Kriegsteilnehmer «tu« Witwe oder legitimierte Abkömmlinge, so werde» für einen gewissen Zeitraum nach dem Tode des Kriegsteilnehmer» Gna- dengebührniff« gewährt. L. Gnabengebtihrnifse können auch gemährt werden, wenn der Verstorbene Verwandt« der auffteigepden Linie, Geschwister, Geschwisterkinder oder Pflegekinder, deren Ernährer rr ganz oder überwiegend gcwefen ist, in Bedürftigkeit hlnterlößt, oder wem: und soweit der Nachlaß nicht ausreicht, um die Koste» der letzten Krankheit und der Beeidigung zu decken. 3. Der Antrag auf Zahlung der Enadcngebührniffe ist entweder an diejenige stellvertretende Korprintendantur, zu deren Geschäftsbereich der Truppenteil usw. des Verstorbenen gehört oder an das für den Wohn- oder Ausenthaltsort zuständige Bczirkskommando zu richten. Letzteres sorgt oann für die Weitergabe. An Belegstücken sind dem Antrag beizufügen: ») eine Bescheinigung des Truppenteils usw. über die Höhe des Gnadcngchalts oder der Enadentöhnung des Verstorbenen und über die Daucr der Empfangsbercch- tigung, b) eine militärdienstlich beglaubigte Bescheinigung über den Tod des Kriegsteilnehmers, c) in den Fällen zu 2 außerdem eine amtliche Bescheinigung über den Verwandtschaftsgrad und das Verhältnis zum Verstorbenen. Können Bescheinigungen der zu a und b erwähnten Art nicht gleich beigebracht werden, so sind bestimmte Angaben über den Dienstgrad, die Dienstleistung und den Truppenteil oder die Behörde des Bcrstorbenen erforderlich und als Ausweise über den Tod die in Händen der Antragsteller befindlichen Mitteilungen der Truppenteile usw., Auszüge aus Kriegsranglisten oder Kriegsstammrollen, Todesanzeigen und Nachrufe der Truppenteile und Behörden im Militär-Wochenblatt oder in sonstigen Zeitungen und Zeitschristen beizusügen. Auch ei» Hinweis aus die Nummer der amtlichen Verlustlisten würde genügen. Aus Antrag stellt das Zenttal-Nachweife-Bureau des Kriegsministcriums in Berlin NW. 7, Dorotheenstr. 48, besondere Todesbcscheinigungen aus. B. Verforgungsgcbührnisje. 4. Nach Ablaus der Enadenzeit erhalten die Witwe und die Kinder — letztere bis zu 18 Jahren — Witwen- und Waiscngcld, sowie Kriegswitwcn- und Kriegswaisengeld. 8. Der Antrag auf Bewilligung der Versorgungsgebührnisie zu 4 ist an die Ortspolizcibehörde des Wohnorts oder des anläßlich des Krieges gewählten Aufenthaltsorts zu richten. An Belegstücken sind beizusügen: 1) die Eeburtsurlunden der Eheleute fkönnen wegsallen, wenn die Geburtslage au, der Heiratsurkunde ersichtlich sind oder wenn nur Waisen- und Kriegswaisengeld beansprucht wird oder wenn die Ehe über 9 Jahre bestanden hat): 2) die Heiratsurkunde ober, wenn Waisen aus mehreren Ehen versorgungsberechtigt sind, die bctresfenden Heiratsurkunden (Eeburls- und Heiratsurkunden der vor dem 1. 4. 1887 verheirateten, bei der preußischen Ml- litärwitwenkasie versicherten Offiziere und Beamten befinden sich in der Regel bei der Eeneraldirektton der preußischen Militär-Witwenpenstonsanstalt in Berlin SB 66, Leipziger Straße 5); 3) die standesamtliche Urkunde Uber das Ableben des Ehemanns und, falls die versorgungsberechiigien Kinder auch ihre leibliche Mutier verloren haben, noch die standesamtliche Urkunde über das Ableben der Ehefrau (für den Ehemann gegebenenfalls einen der oben zu 3 erwähnten Ausweise): 4) die standesamtliche Geburtsurkunde für jedes verforg- ungsberechtigle Kind unter 18 Jahren: b) amtliche Bescheinigung darüber, daß a) die Ehe nicht rechtskrästig geschieden oder die ehelich« Eemeinschast nicht rechtskrästig ausgehoben war (kann Wegfällen, wenn in der Sterbcurkunde die Ehefrau des Berstorbenen mit ihrem Ruf-, Mannes- und Ge- burtsnamen als besten Witwe bezeichnet ist), b) die Mädchen im Alter von 18 Jahren und darüber nicht verheiratet foder verheiratet gewesen) sind, c) kein» der Kinder oder wer von ihnen in die Anstalten des Potsdamfchcn Großen Milftärwaifenhaufes ausgenommen lst: 6) gerichtliche Bestallung des Vormundes oder Pfleger»: 7) Außerdem ist im Antrag anzugeben, al ob und wo der Verstorbene als Beamter im Reich»-, Staats- oder Kommunaldienste, bei den Verficher- iingsanstaltcn für die Invalidenversicherung oder bei ständischen oder solchen Instituten angestellt war, dl« ganz oder zum Teil aus Mitteln des Reichs, Staates oder der Gemeinden unterhalten werden, b) der zukünftige Wohnsitz der Witwe. 6. Kriegselterngeld. 6. Den Verwandten der aufsteigenden Linie (Vater und jeder Großvater, Mutter und jede Großmutter) kann für die Dauer der Bedürftigkeit ein Kriegselterngeld gewährt werden, wenn der verstorbene Kriegsteilnehmer a) vor Eintritt in das Heer oder b) »ach seiner Entlastung aus diesem zur Zelt feine» Todes oder bis zu feiner letzten Krankheit ihren Lebensunterhalt ganz oder überwiegend bestriften hat. Ter Antrag ist ebenfalls an die OrtspolizeiverwaUung des Wohnorts oder des anläßlich des Krieges gewählten vorübergehenden Aufenthaltsort zu richten. Ihm ist «ine standesamtliche Sterbcurkunde über den Gefallenen ufw. falls eine solche noch nicht zu erlangen ist, ein Ausweis der zu 3 bezeichneten Slrt beizusügen.