Ui,mmer 287 Montag, den 7. Dezember 1i)14. 7. Iai,rgang eue Tageszeitung W-rttag. Regclmäßtg- Beilagen ..Der K-ncr -»» Sellen". „Di. Spinn-nve". S.,«g«prri.- «ei den P-st-nstalt-n o«zs..l,äyrl,ch Mk. 1.95 n pcn,cn tnonailU) 50 vffl. H'nru tritt Postgebühr oder Trägertohn. Ankeigen . Grund,eile 2Ü Pfg., lol-I. 15 P,g, An, eigen von auswäris werde» durch Poinachn-Hm- erhoben , enullungsort Friedberg. Achriftleitung und Verlag iZriedberg lHesiens, Hanauerltraße 12. Fcmiprecher 48. Postlcheck-Eonto 1 »lr. 4859, Ami FranIIuet a. 9». Lod; eingenommen. Rückzug der Ruffen. — Erfolge der Oefterreicher in Galizien. — Schwere Kämpfe in Serbien. ^ r-T7- „ - =^=—--------- 3 Der deutsche Generalstab ) == _ meldet: ----- WTB. (siroffcs Hauptquartier, 5. Dez., vormittags. Amtlich. In Flandern und südlich Met; wurden gestern französische Angriffe abgewiesen. Bei La Basste im Argonncnwald und in der biegend südwestlich Altkirch machten unsere Truppen Fortschritte. Bei den Kämpfen östlich der masurischen See» ist die Lage günstig. Kleine Unternehmungen brachten dort 1200 Gefangene. In Polen verlausen unsere Operationen regelrecht. Oberste Heeresleitung. Tie Lage in Polen. Berlin, 5. Dez. (SB. B. Amt- lich.) Din in dem russischen Commrmique vom 29. November enthaltene Behauptung, dah bei Czenstochau ein deutscher Angriff unter schweren Verlusten gescheitert sei, ist falsch. Wahr ist das Gegenteil. Ein Angriff des 17. russische» Armeekorps, der bis auf 60 Meter an uns herankam, wurde an dem betreffenden Tage unter außerordentlich schweren Verlusten für die Russen abgeschlagen. Tie Russen ließe» eine lehr große Zahl Toter und Verwundeter zurück und waren gezwungen, ihre Stellungen weiter rückwärts zu verlegen. Das ist nun schon binnen kurzer Zeit, das zweite Mal, daß eine schwere Lüge der russischen Heeresleitung, die eine ganz bewußte Umkehrung der Wahrheit in’3 Gegenteil darstcllt. bekannt wird. Aus diesem gelungenen LUgcn- nianöver kann inan nur den einen Schluß ziehen, daß die russische Armee sich schon in so schlechter Lage, die Stimmung in Rußland in einer solchen Gärung befindet, daß man zu dl n verzweifeltsten Mitteln greift, um den befiirchtctcn Zusammenbruch aufzuhalten I W. T. B. Groffes Hauptquartier, den 6. Dezember. vormittags. Amtlich. Heute «acht wurde der Ort Bermelles, südöstlich Bethune, dessen weiteres Feststallen in dauerndem französischen Artitteriefcuer unnötige Opfer gefordert hätte, planmäßig von uns geräumt. Die noch vorhandenen Baulichkeiten waren vorher in die Lust gesprengt tvordcn. Nnserc Truppen besetzten ausgebautc Stellungen östlich des Ortes. Der Feind konnte bisher nicht folgen. Westlich und südwestlich Altkirch erneuerten die Franzosen ihre Angriffe mit erheblichen Kräften ohne Erfolg. Sic erlitten starke Verluste. Im übrigen im Westen keine nennenswerten Ereigniffc. Ans den Kriegsschauplätzen östlich der masurischen Seenplatte vcrtzält sich der Gegner ruhig. Ter Berlauf der Kämpfe um Lodz entspricht nach wie vor unseren Erwartungen. In Sädpolen keine Veränderungen. Oberste Heeresleitung. Lodz genommen. Die Muffen auf dem Rückzug. G r o ff e s Hauptquartier, 6. Dez. nachmittags. (Amtlich.) Lodz heute nachmittag von unseren Truppen genommen. Muffen nach schweren Verluste» dort im Rückzug. Oberste Heeresleitung. Der Kaiser. Berlin, 6. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Ter Chef des Gcncralstabes des Feldheeres erstattete dem Kaiser Bericht über die Kriegslage. Uttgkbliche Jnad aus dtnllche llntfriffbootr- Au» Turin wird gemeldet: Ter gestern in Bordeaux ver Sffenilichte amtliche sranzöüsche Marinebericht meldet, daß am 23. November aus der Suche nach dem deutschen Unterseeboot, das den Dampfer „Melachitc" vier Meilen nordwestlich von Havre in den Grund geschossen hatte, sosort zwei Flottillen französischer Torcpdojäger und Torpedoboote abgesandt wurden. Diesen gelang cs erst am 25. November, das deutsche Unterseeboot zu entdecken. Sic machten soglrich Jagd auf das Boot, das sofort, als es sich ocrsolgt sah, unur- tauchtc. Nachdem das Untcrsceboot am anderen Tag, den 2V. November, wiederum einen englischen Dampfer, diesmal den .,Primo", in den Grund geschoise» hatte, erschien cs am 28. November neuerdings aus der Höhe des Kaps Antiscr, woraus es in nördlicher Richtung verschwand. Ein englischer Miiicnleger gesunken. Petersburg, 5. Dez. Aus London wird der „Rußkija Wjcdomosti" gemeldet- Der englische Minenleger „Mary" geriet vor Lowcstosl aas eine deutsche Mine und sank mit Simen an Bord. Vom Yser-Kanal. Berlin, 6. Trz. ad von Militär geräumt sei, was durch eine freiwillig ldcnde Abteilung, die unter dem Kommando eines Obcr- ! . .nants über die Save setzte, nach genauer Umschau in Beloc, >d bestätigt wurde. Um b Uhr morgens erfolgte dann der Ücbergang unserer Truppe» über die Save und der Einmarsch >„ die Stadt. Von der Bevölkerung waren nur einige Tausend, die zumeist den ärmeren Klassen angehörten, zurückgeblieben. Zahlreiche Personen begrüßten stillschweigend cntblötzten Hauptes unsere unter den Klängen der Militärmustk einrük- kenden begeisterten Truppen. Der grötzte Teil der Bevölkerung von Belgrad hatte sich bereits am 30. November mit den äfften ihrer Habe zu Fug ins Innere des Landes geflüchtet Prinz Georg, der die Seele des Widerstandes in Belgrad gewesen war, hatte die Stadt bereits am letzten Freitag verlassen. Beim Einzug unserer Truppen in die Stadt selbst gab es keinen Zusammenstoß, dagegen wurden i» den Vorstädten inchrcrc Hundert Gefangene gemacht. Drr rolßlche ssinbnich in (Obfrunciarn. Budapest, D. Dez. Zur Zeit finden im Unger Komitat ln der Umgebung des Uzsoler Passes Kämpfe statt, die von oen Russen zur Deckung ihres Rückzuges improvisiert wurden. Unsere Truppen haben hier bereits viele Gefangene gemacht, zumeist Tscherkessen und Tataren. Es wurde die Beobachtung gemacht, daß die Russen hier mit Handgranaten arbeiten. Unter den Gefangenen sind viele über 50 Fohre alte Leut«. Die amtliche Meldung, wonach im Norden des Saroser Komitat? russische Truppenteile ausgetaucht sind, hat keine besondere Beunruhigung hervorgerufen, wenn auch teils aus strategischen Gründen teils aus besonderer Vorsicht aus mehreren größeren Ortschaften viele abgereist sind. Iglo, 6. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Von dem Regie- rungskommistar erhielt der Obcrgespan des Szepcser Komitats gestern Nachmittag folgende Verständigung: Heldenhaft kämpfende eigene Truppen trieben die in die Komitat- Zempiia und Saroc eingcdrungencn Russen über die Grenze. Die Ortschaft Sztrcpko, welche sich kurze Zeit in den Händen der Russen befand, ist wieder in unserem Besitz. Die Eisenbahnverbindung bis Bartfa und Orlo ist wieder hergestellt. Tm tmkgsmilkihk in Oksterreich-Angnrn. Wien, 6. Dez. (SB. B. Nichtamtlich). Die Blätter stellen mit großer Genugtuung fest, daß der Erfolg der Zeichnungen auf die K r i e g s a n l e i h e noch immer wachst, da die jüngst aus 1«00 Millionen geschätzte Gesamtsumme der Zeichnungen in Oesterreich-Ungarn seither durch die faktischen Ergebnisse weitaus überschritten erscheint. Auch die Einzahlungen n»f die Kriegsanleihe iibertrcjsen die Erwartungen. Die Blätter erblicken in diesen Tatsachen eine neuerliche Dokumen- ticrung der ungeschwächten wirtschastlichen Kraft der Monorchie. Die Frauen von Hajdimaiias. „Pcsti Hirlay" schreibt: Von den ungarischen Frauen wurde schon dies Erhebendes und Schönes geschrieben. An der Pflege der Verwundeten nehmen sic mit solchem Eiser teil, als ob sic sich inimer mit Krankenpflege besaßt hätten. Tic Frauen von Hajdudanas wollen aber noch mehr für das Vaterland tun und meldeten sich direkt zun, Militärdienst. Sic richteten ei» ossenes Schreiben an den Honwcdminister, in dem sie ihn bitten, er möge die 10- bis 30jährigen Mäd- cheu und Frauen cinreihcn lassen, sic gingen alle gerne fort, und „wjr könnten", so schreiben sie, „die Menage der Soldaten zubereitcu, die Männer aber sollten ins Feuer!" Rust. (tzrcueL in der Bukowina. W i c », 4. Tez. (W ,. T. B. Nichtamtlich.) Aus den, Kriege-pressequartier wird gemeldet: Aus der Bukowina wird über fortgesetzte Gewalttaten der Russe», insbesondere gegen Riunänien berichtet. So haben in Zadowc am Serct Kosaken den 85jährigcn Gutsbesitzer Rittmeister a. D. Demeter Ritter v. Gojan, dessen rumänisch« Nationalität ihnen bekannt war, um Mitternacht aus dem Bette gezerrt, ihn in, Garten angebunden und blutig geschlagen: inzwischen demolierten sie die Wohnung Gojan? und raubten sie bis auf die letzte Decke aut. Auch wurde beobachtet, daß di« Kosaken verwundete Gendarmen cm di« Werde banden und st» so fortschafsten, Erfolgreiche Kämpfe der Türke». Konstantinopel, 6. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) DaS Große Hauptquartier teilt niit: Wir haben Keda, einen ziemlich wichtigen Punkt östlich von Datum, besetzt. Durch einen kühnen Handstreich haben unsere Truppen die Elektrizitätswerke von Datum außer Tätigkeit gesetzt und dabei einige Gefangene gemacht. 300 Russen, die von Datum vorgeschickt worden waren, um eine von unS besetzte Brücke wieder zu nehmen, fielen in einen Hinterhalt und wurden vollständig aufge- riebcn. Eine Niederlage der Engländer. Konstantinopel, 6. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich: Gestern versuch- tcn englische Landungstruppen eine von unseren Trnppen zwischen dem Tigris und dem Kanal von Sonvaya (?) besetzte Stellung anzugreifen. In dem Kampf, der folgte, wurden die Engländer unter großen Verlusten geschlagen. Wir erbeuteten ein Maschinengewehr und eine Menge Munition. Die türkische Presse über den Fall Belgrads. Konstantinopel, 4. Dez. Sämtliche türkische Blätter drücken ihre lebhafte Freude über den Einzug der österreichisch-ungari- schcn Truppen in Belgrad aus und heben die Bedeutung dieses Ereignisses hervor, das das Ende des politischen Lebens Serbiens bedeute. Serbien sei der Herd einer Agitation gewesen, deren Wirkungen sich in Oesterreich-Ungarn und Mazedonien fühlbar gemacht hätten. Die Blätter stillen fest, daß wiederum ein Bollwerk des Dreiverbandes, insbesondere Rußlands, gefallen sei. Der Heilige Krieg. Zürich, 0. Dez. Die arabischen Stümnie der Sinai-Halbinscl haben sich, russischen Meldungen zufolge, den Türken angcschlossen. El Arich ist danach vollständig in türkischem Besitz. Eilboten fordern die Wüstcnbeduinen zum Heiligen Krieg gegen England auf. In Dassora. Konstantinopel, 6. Dez. (W .B.) Die „Agencc Ottomane" meldet ans Bassora: Infolge der Teilnahme des Derwischordens von Gilani am Heiligen Kriege ließen sich hier alle indischen und afghanischen Mohammedaner als Freiwillige anwerben. Port Said isoliert. London, 6. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Das Rentersche Bureau meldet aus Kairo: Di; Militärbehörden haben die Küste östlich von Port Said ustter Wasser gesetzt, um die Stadt zu isolieren. Koustantinopel, 4. Dez. (W. B, Nichtamtlich.) „Tas- wir-i-Efkiar" erfährt, der englische General Wingate Pascha, der jüngst in Aegypten eingctrofefn sei, sei nach dem Sudan entsandt worden, um eine gegen die Engländer gerichtete Aufstandsbewcgung zu unterdrücken. Infolge der Ausdehnung dieser Bewegung habe England beschlossen, noch 14,000 Mann dortbin zu entsenden. Dasselbe Blatt stellt fest, daß in Aegypten keine indischen Truppen vorhanden seien, da England sie entfernt habe, weil sie sich weigerten, gegen de» Khalisen Krieg zu führen. Ans Italien. Vertraucnskundgebung für die Regierung. R o nt, 5. Dez. (W. B. Nichtanitlich.) Die Kammer setzte heute die Erörterung der Regierungserklärung fort. Facchinetti lenkte die Ausmerksamkeit der Regierung aus die für die Schifffahrt schwierige und gefährliche Lage im Adriatischen Meere Bettolo sprach sich für die folgende Tagesordnung aus: Da die Kanimcr anerkennt, daß die Neutralität Jta- lictts mit vollcni Recht und überlegtem Urteil proklamiert wurde, so hat sic das Vertrauen zur Regierung, daß diese im Bewußtsein ihrer schweren Verantwortung durch ihr Auftreten und die geeignetsten Mittel verstehen wird, die den höchsten Interessen der Nation entsprechende Handlungsweise zu erklären. Der Sozialist A l t o b c l l i spricht gegen die Negierung und ist für eine Neutralität bis zum Schluß. Ans kcincn Fall diirsc Italien mit Deutschland und Oester- reich gehen. Bemerkenswert war es, daß bei diesen Worten der Ministerpräsident den Redner unterbrach und mit Nachdruck sagte: Tic italienische Armee wird ihrem König im,»er loyal »nd trr» gehorchen. (Sehr lebhafter Beifall.) Ministerpräsident S a l a u d r a erklärte sich mit der Tagesordnung Bettolo einverstanden. Er schloß mit den Worten: Wir kennen die furchtbare Verantwortting, die ans uns ruht. Wir keimen sie und fühlen sie; aber ohne volle Handlup.g-sreiheit nnter Zustimmung der Kammer können weder wir noch irgend eine Regierung das Land in diesem Augenblick leiten. (Beifall.) Tics ist die Bedeutung der Tagcsordiutng Bettolo die ich die Kammer anznnehmen bitte. (Sehr lebhafte Zustimmung und anhaltender lebhafter Beifall.) Tic Abstimmung. Rom, 6. Tez. (W. B. Nichtamtlich.) Tie von der Regierung genehmigte Tagesordnung Bettolo ist i» namentlicher Abstimmung mit 413 gegen 49 Stimmen angenommen werden. Der Botschaftern ech'el i« Rom. Budapest, 0. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Der „Bester Lloyd" bespricht die Entsendung des Fürste» Bülow nach Rom und schreibt u. a.: Zweifellos wird von dem italienischen Volke gewürdigt werden, daß nun in das deutsche Botschaiterpalai» ein Mann einziehe, den man ruhig als die volkstiinilichste außeritalie- nische Persönlichkeit in Italien bezeichnen kann. Man kann Wohl behaupten, daß die Wahl des deutschen Kaisers die freudige Zustimmung des italienischen Volkes finden werde. Vom Balkan. Die Haltung Bulgariens. M a i l a n d, 5. Dez. Als Symptom für das Bestehen eines Einvernehmens zwischen Bulgarien und der Türkei wird weiter gemeldet, daß für die Türket bestimmtes Material eiligst im bulgarischen Hasen De- deagatsch ausgcladcn und nach Konstantinopel weitcrgeschickt wird. Frankreich und England seien darüber sehr bekümincrt und suchten durch ihre Schiffe diese Kriegskonterbande zu verhindern. In Nisch sei man überzeugt, daß die Unterbrechung der Verbindung mit Salonik für die Möglichkeit eines weiteren Widerstandes des serbischen Heeres verhängnisvoll sei, ja ein eigentliches serbisches Heer solle gar nicht mehr bestehen. Die Hauptstadt solle demnächst nach llesküb verlegt werden. — Da weder Serbien noch Griechenland den Bulgaren Konzessionen machen wollen, so erscheine der bulgarische Einmarsch in Mazedonien in Uebereinstimmung mit dem österreichischen Vormarsch bevorzustehen. Selbst wenn Serbien und Griechenland jetzt noch entgegentämen, wäre es wahrscheinlich zu spät. In Athen wolle die Regierung dem bulgarischen Eingreifen keine grcßc Bedeutung beilegen, aber seine Folgen seien riesig. Serbien muffe, von zwei Seiten angegriffen, vollständig unterliegen. Griechenland und Rumänien können nicht mehr gegen den deutschen Block eingreiscn, während dieser freie Ver- fügung über die Bahnlinie Belgrad-Sofia-Konstantinopcl gewinne. Manche glaubten jedoch, daß di« französisch-englische Flotte im Aegäischen und die ruffische im Schwarzen Meer durch Demonstrationen vor Dcdecgatsch und Warna die Haltung Bulgariens beeinfluffen könnten. Mailand, 4. Dez. Nach einer Meldung des „Eorriere della Sera" scheine Bulgarien im Begriff zu sein, an der Seite der Ze ntralmächte und der Türkei in den Krieg einzutrcten. Türkische Wünsche für Bulgarien. Konstantinopel, 5. Dez. Der „Tanin", das über die Balkanverhältniffe zumeist sehr gut unterrichtete führende Blatt, spricht den Wunsch aus, daß Bulgarien in seinen legitimen Ansprüchen erfolgreich sein möge. Rücktritt des Kabinetts Paschitjch. Rom, 5. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Die „Agenzia Stefani" meldet aus Risch: Das Kabinett Paschitsch ist zurückgctretcn. Ein neues Kabinett unter dem Vorsitz Paschitsch ist in der Bildung begriffen. — Der Rücktritt Paschitsch ist schon mehrcrmale gemeldet worden, ohne daß die Nachricht sich bestättgt hätte. Griechische Rüstungen. Koustantinopel, 4. Dez. (W. B. Nichtamtl.) „Tanin" hört, daß die ganze griechische Flotte Mitte Dezember große Flottenmanöver abhalten werde, um die gemeinsame Verwendung großer und kleiner Schisse zu üben. „Taswir-i-Efkiar" meldet große griechische Truppenzu- sammenzichungen an der bulgarischen Grenze und bei Janina. Der Burerraufftand. De Wet. Amsterdam, 5. Dez. General De Wet ist mit elf Mann seiner Gefolgschaft nach Johannesburg in die Festung gebracht worden. Amsterdam, 5. Dez. Ueber die Gefangennahme De Weis liegen folgende Meldungen vor: Eine merkwürdige Erscheinung bei der Jagd auf De Wet war die fortwährende Verfolgung durch Autofahrer. Die Taktik des Obersten Brits war es, De Wet zur Uebergabe zu zwingen, ohne daß dabei Menschenleben verloren gingen. Obgleich man oft auf Gewehrschußweite nahckam, ließ Oberst Brits nicht feuern, wenn er auch sicher war, daß bei einem Kampf die A»sstündisck>en überwältigt worden wären. Viele Leute c.us der Gefolgschait von De Wet wurden gefangen ge- Ncmmen, als sie schlafend von den Pferden gefallen waren; andere warfen ihre Kleidungsstücke weg, um das Gewicht für die Pferde zu vermindern. Nach sechs Tagen der Ermattung wurden die Aufständischen eine leichte Beute der Verfolger. Die Automobilisten kamen auf 200 Meter heran und die Aufständischen hißten die weiße Flagge. Einige warfen die Waffetr nieder, andere fielen vor Müdigkeit aus dem Sattel; de Wet selbst streckte die Hände in die Höhe. Die Mehrzahl der Gefangenen war derart erschöpft, daß sic an nichts Interesse hatten. Einige Automobile mußten rui- brauchbar zuiiickgelasse» werden, da sie einen außergewöhnlichen Dienst hinter sich hatten. De Wet rauchte, als er in Johannesburg ankam, ruhig seine Pfeife, aber er sah abgemagert lind niedergeschlagen aus. Er wurde, nachdem er von Oberst Swemmer und Kommandant Jordaan, die De Wet eigentlich gefangen genommen hatte», Abschied gc- iiommen hatte, nach der Festung gebracht. Eine weitere Darstellung besagt: Als De Wet, der durch die Ankunft der Regiorungstruppen überrascht wurde, diese herannahen sah, versuchte er noch schnell auf sein Pferd zu springen, uni zu flüchten, aber der Bauernhof war umzingelt und De Wet bcgriss nun, daß sein Spiel verloren war. Ans Rußland. Verhaftung des Generals Renneakampi. Bukarest, .. Dez. (W. B. Richtcnntlich). „Adeverul" meldet au, Odessa: General Rennenlamps ist veihastet worden. Er kam bekannt- lief; aus dem polnische» Schauplatz acht Stunden zu spät an. sa daß der berühmte Durchbruch der Deutsche» gelang. Die Berlnste der Rüsten an Rrtilleriematerial. Das „Wiener Deutsche Bollsblatt" schreibt: Die Rüsten haben in deck letzten Kämpfen verloren 11000 Gefangene, etwa 150 Geschütze, 311 Meschinengewehre und 160 Munitionswagen. Da» sind ganz ungeheure Verluste an Mannschaft und Material, von denen weder dies« noch jene ersetzt werden können, den» alle privaten Meldungen vom Kriegsschauplatz stimme» darr» überein, daß die rujfljchen Gesangenen jetzt bereit, »ielsach mit Gewehren sehr alter Konstruktto» -usgerüstet sind und auch Nr. 28? ichsn ziemlich alte Geschütze erbeutet wurden) und da di« russischen Fabriken nicht in der Lag« sind, diese Verluste schnell zu ersetzen, ergibt sich, wie schwer für ihre Heere diese Matechal- Verluste ins Gewicht fallen. Die Schwere dieses Verlustes wird aber noch deutlicher, wenn wir erwähnen, dag die russischen Armeekorps etwa 4t (WO Mann stark sind und jedes Korps etwa 108 Geschütze mit sich führt und jedem Regiment. Maschinengewehre beigegebcn sind 22jährige russisch- Soldaten. Der „Pesti Hirlag" meldet: Unter den im Zempliner Komitat gefangen genommenen Ruf. sen fand man auch 5,.'-jährige Männer. Auf einigen Schlacht, seldern wurden russische Vorderlader gesunden, wo- raus zu schließen ist. daß auch die Vcwafsnung der russischen Infanterie mangelhaft ist. Der russische Traum. Der „Pester Lloyd" zitiert einen Artikel der russischen Zeitung „Utro Rosfija", der den Titel trägt „Ein Traum" und in dem der Autor dem russischen Publikum die russische Sehnsucht also kündet: „Ich träumte — ich gestehe, cs war ein chauvinistischer Traum —, datz Wasko Ku- cyi in seinen zersetzten Kleidern und überhaupt alle Waslos mit allem ihrem barbarischen Schmutz, mit ihren dreckigen Stieseln und ihrem spezifischem Geruch dort dl, kultivierte Stadt betreten, wo die Bierhäuser reicher mit Gold geschmückt sind als unsere Paläste, datz sie mit allem ihrem Schmutz in die Gemächer des kultivierten Berlin eindringen. Ein Traum, daß die ganze verfluchte Moloch-Kultur vor dem Wasko Kucyi zu Boden falle und datz dieser mit seinen dreckigen Stiefeln ihren Kops zertrete." — Und dieses Ideal, diese Sehnsucht wird von dem Kulturland Frankreich mit dem Schwert und mit dem Blute seiner Kinder geschützt und gefördert! Ans Frankreich. Der deutsche Angriff auf Calais läßt immer norl> auf sich warten, und die Stimmung in London wird täglich nervöser. Der neue Schrecknis lautet: Die llebcrjchwemmung in Nordflandcrn geht zurück. Nach den hier vorliegenden Berichten erscheint cs, als ob den deutschen Pionieren in aller Stille eine enorme Tat geglückt ist, nämlich die wenigstens teilweise Wiederherstellung der durchstochenen Dämme. Mit dem grössten Erstaunen haben die in der vordersten Front sich bcflndenden englischen Truppen feststellen müssen, daß das Sumpsland, das sich schützend zwischen sie und die Deutschen gelegt hatte, täglich an Ausdehnung abniinnit. Stellenweise ist cs sogar bereits möglich, den Morast trockenen Fußes zu durchschreiten. Die englischen Fachleute sind sich der groben Gefahr wohl bewußt, die in dieser neuen Tatsache liegt. Falls die seit einiger Zeit eingetretcae trockene Kälte anhält. Io kann nicht daran gezwciselt werben, daß in wenigen Tagen große Teile des heutigen Neber- schweminungSgebietes von der Infanterie ohne bedeutende Schwierigkeiten werden durchquert werden können. In den Erörterungen der Presse wird offen zugegeben, daß ohne die wertvolle Hilfe des Sumpslandes die Stellungen der Verbündelcn äußerst gefährdet seien. Ans England. Di« irische Gcsahr. London, 8. Dezember. (SB B. Nichtamtlichst „Daily Telegraph" meldet ans Dublin: Die Polizei besetzte unter Mililärbcgleitung die Druckerei der Zeitung „Irish Worker", konsiszlerte die vorhandenen Exemplare und montierte die Druckmaschine ab. Die Zeitung „Sinnfcin" stellte vorläufig ihr Erscheinen ein. Die allgemeine Wehrpflicht IN England. Eens, 5. Dezbr. Rach Meldungen, die auch der Pariser „Matin" wiedergibt, Hot sich das englische Miuisterium für eine Vorlage des Kriegs- Ministers erklärt, die sich mit den Vorbereitungen zur bedingten Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht in Grotzbriton- »ien besaßt. Die Auslegung polizeilicher Mcldcrcgistcr wurde für Grotzbritannien auf Grund des Ausnahmezustandes bereits verfügt. Der „Matin" erfährt, datz bereits Besprechungen der Ministerien mit den führenden liberalen Parteiführern begonnen haben. Reue Angriffe aus Ehurchill. London, 4. Dezbr. (W. B Nichtamtlich). „Morning Post erneuert ihre Angriffe aus Ehurchill. Das Blatt hasst, Asquith werde die ernste Gefahr erkennen, die darin liege, einen solchen Dilettanten an der Spitze der Admiralität zu behalten. Der Angriff des Blattes gründet sich auf das Schweigen der Admiralität über ein Unglück, das die Motte betroffen hat, nämlich das Sinken oder Stranden de» „Audacious", das die ausländische Presse bereits gemeldet hat. Ein australischer Schlachikreuzer vermitzt. Mailand, 5. Dez. Der Marinesachmann des „Eorriere della Sera" führt aus: Seit langer Zeit wisse die australische Regierung »ick-ts mehr von ihrem Schlachtkreuzer „Australia", und es werde befürchtet, datz das Schiss auf hoher Sec einer Explosion zum Opfer gefallen sei. Ans Portugal. London, 2. Dez. D,e „Morning Post" meldet au» Lissabon, datz der Rücktrilt der dorttgen Regierung bevorstcht. Lissabon, 2. Dez. ISB. «. Nichtamtlich). Der Mini, sterpräfident Machado stellte in beiden Häusern des Parlaments fest, d°b vier Expediiioncn zum Dienst in Asrtla ausgerüstet worden seien. Gleichzeitig wurde eine Verordnung veröffent- licht, daß Boilehrungen zur Mobilmachung einer Division getrosten würben, die bereit sei» soll, nach einem beliebige» Kampfplatz abzugehen. ?tr mitkkk Aifris i>ts LaiGiiriiir. Die Verordnung über den weitere» Aujrus des Landsturms ist nicht überall richtig vcrstandcn worden. Er betristt diejenigen Angehörigen desLandsturms 2. Aufgebots, die au» dem Landsturm 1. Aufgebots übeigetrelen waren, das heisst den ungedienten Landsturm I Aufgebots. Wie in den Erlnnter tmgen ausdrücklich bemerkt wird, bezweckt der Aufruf zunächst ***** ^ages^it»»,. fU»l«|, M T. Dezember H U lediglich di» Herbeiführung der «tatragun, i, die Liften, oI|7 ctn« Personcnaufnahm«. DU im Inland sich aufhalt'enden Ausgerufenen haben sich, soweit e, noch nicht geschehen ist, bei dem Zi-ilvorsttzenden der Erfatzkommtssion ihre, Wohnsitzes in der Jett vom 6. bi, einschliesslich 20. Dezember 1914 zur Land- sturmroll- anzumelben. Die im Ausland befindlichen Aufgenr- fcnen, haben sich, sowett die, möglich und noch nicht geschehen lst, alsbald schriftlich oder mündlich bei den deutschen Aus- landsvertretungen zur Eintragung in besonder- von diesen zu führende Listen zu melden. 5'tid khttlbiklig gegen das lässliche Krol. Deutschland steht gegen eine Welt von Feinden, die es vernichten wollen. Es wird ihnen nicht gelingen, unsere herrlichen Truppen nicderzuringcn, aber sic wollen lins wie eine belagerte Festung aushungern. Auch daS wird ihnen nicht glücken, denn wir haben genug Brotkorn im Lande, um unsere Bevölkerung bis zur nächsten Ernte zu ernähren. Nur darf nicht vergeudet und die Brotfrucht nicht an daS Meh verfüttert werden. Haltet darum haus mit dem Brot, damit die Hoffnung unserer Feinde zuschanden wird. Seid ehrerbietig gegen das tägliche Brot, dann werdet ihr e? immer haben, mag der Krieg noch so lange dauern. Erzieht dazu auch eure Kinder. Verachtet kein Stück Brot, weil cs nicht mehr ffisch ist. Schneidet kein Stück Brot mehr ab, als ihr essen wollt. Denkt immer an unsere Soldaten im Felde, die oft auf vor- gesckiobcnen Posten glücklich wären, wenn sie das Brot hätten, das ihr verschtvcndct. Eßt Kriegsbrot; cs ist durch den Buchstaben K kenntlich. Es sättigt und nährt ebensogut wie anderes. Wenn alle es essen, brauchen wir nicht in Sorge zu sein, ob wir immer Brot haben werden. Wer die Kartoffel erst lck>ält und dann kocht, vergeudet viel. Kocht darum die Kartoffeln in der Schale, ihr spart dadurch. Abfälle von Kartoffel», Fleisch, Gemüse, die ihr nicht verwerten könnt, werft nicht fort, sondern sammelt sie als Futter für das Vieh, sie werden gern von den Landwirten geholt werden. Friedbcrg. (Das Eiserne Kreuz beim Arzt im Felde.) Stabsarzt Tr. Ad. W e ck c r I i n g , ffüher bei der 22. Res. Div., jetzt bei der 18. Neservc-Sanitätskompagnie wurde das Eiserne Kreuz und das hessische Militärsanitätskreuz am Bande der TapferkcitSmedaille verliehen. Dr. Flecken- sl c i n hier, Assistenzarzt d. R. beim 2. Bataillon des Jnf.» Regts. Nr. 168, wurde mit dcni Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Frirdbcrg-Faucrbach. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde der Landwehrmann Jakob Schneider vom Landwchr-Jns.-Ncgt. Nr. 88 in Hanau. Derselbe erhielt diese ehrenvolle Auszeichnung wegen hervorragender Tapferkeit vor dem Feinde. Schneider war langjähriger Lagerhaiisarbeiter bei Herrn Frnchthänblec Mai in Friedberg. Fricdberg, 7. Dez. Die hessische Tapserleits Medaille erhielt am 23. November der Tctegraphcnarbciter I a! n b König aus Ober-Mörlen, Gefreiter im Rejervc-Jnjanterie- Regimcnt Nr. 118. * Baucrnhcim, T. Dez. Heute traf die Bestätigung ein, daß der Musketier Wilh. Re»ß, der den Feldzug im 168. Jnf.-Regt. mitgcmacht hat, bei einem Sturmangriff auf englische Stellungen zu Radingham, gefallen ist. Ter Ta- hingeschicdene war ani Dahnhof z» Friedbcrg als Hilfsschaffner tätig und war jederzeit ein freundlicher, gefälliger Mensch, geachtet von seinen Kollegen. Auch ein treuer Sohn ist er gewesen, der seine Eltern stets in Ehren gehalten hat. Wir veröffentlichten erst neulich einen Brief von ihm, der ir.it de» Worten schloß: Zum Schluß ermahne ich Euch. Gott dafür zu danken, daß er unser Deutschland vor den Schrecken des Krieges bewahrt hat. Nun ist auch er im Feindesland gefallen: Doch wer den Tod im hcil'gcn Kanrpic saud Ruht auch in freindcr Erde im Vaterland! Okarben, 7. Dez. Wir freuen uns, aus hiesiger Gemeinde melden zu können, datz drei ihrer Angehörigen das Eiserne Kreuz erhalten habe». Die Rainen der Tapscren sind: Mac Börse, Brcnnmcistcr auf der» kaz'schcn Gut, unter gleich zeitiger Beförderung zum Scrgealiten, Heinrich Geibcl, unter Besördcrung zum Unteroffizie. und Georg Kallenbach. Die Heimatsgcmcindc ist jlolz aus die Wackeren! Ans der Heimat. * st. Friedberg, 7. Dez. Kirchenkonzert. In rascher Reihenfolge, mit eifrigem Fleitz reihte der evangelische Kirchcngesang- verein dahier seinem kürzlich x-gebcnen tiiten Kirchenkonzert am gestrigen 2. Adventssonntag eine musikalische Adventsskier in der Stadtkirche a». Die Einleitung bildete ei» in ruhige» Rhythmen gehaltenes Präludium mit Fuge für Orgel. Letztere brachte ferner sum das gleich hier an-uführe») die „Vision" von Josef Rcinbcrger zu Gehör, clil Tonstück von hinrcissender Schönheit: das Thema, Nlit vier Roten in chromatischer Folge leidenschaftlich wie eine schmerzliche Frage erhebend und in de: Stärke in mehrmaligen Variante» sich steigend, klingt, als ob cs Antwort aus Steruenjern-n hole, bis es ersterbend in einem traumhaslen Pianijfinw, schemenhaft, „visionäi", sich verliert — Frl. Bangert von Butzbach, deren sehr snmpathische», durchgebildeles Organ de» ausgedehnten Raum unserer Etadt- «irche voll beherrschte, sang da, Lied: „Svarum zagest du. , Seele", — und die Alie au» dem Messias: „Er weidet seine Herde", — ferner da, Iesurlieb von Hildach Ganz vorzüglich _ Seite 3. gelang da, letztere: den Wunsch, die Sängerin noch mehr zu hören, alsbald zu äutzrrn, verbot die Hehre der Orte»: Io sc« er hierher gesetzt. Die Ehorschule, rein und sicher intonierend »nd mit gutem Geschmack eingeübt, sang die vier Lieder: „Die Tage sind so dunkel, die Nächte lang und kalt", — „Empor zu Gott mein Lobgcsang", — „Tröstet mein Volk" — „Der Heiland naht". Mit de» Chören: „Heilig" (von Bort niansky), — „Dein König komlnt in nieder» Hüllen" (ocu Arnold Mendelssohn), — und: „In dir istFrcudc" — bei: > ltgte sich der Kirchcngcsangverein, der ausserdem noch zum Schluss wcchselsweis« mit der Gemeinde de» Choral 'sang: „Macht hoch die Tür". Die Anordnung des Ganz,», ja, - textlich wie musilalisch, war mit guter Berechnung aus l ■ psychologische Wirkung und auch aus die seelischen Bedüss !?e gerade unscrcr Tage eingestimmt. Denn ganz anderes als in früheren Jahren und viel starker wird jetzt der ldveni.n gedanke empfunden, der Gcdanlc vom Erlöser und vom Friede auf Erden. — Ausser den Genannten sind als Mitwielende noch zu nennen der Leiter des Kirchengcsangverein». Herr Pfarrer Klcbcrger, sowie der Organist und Leiter der Gl.in, schule, Herr Lehrer Rcinhcimcr. Mit Dank gegen alle Ben- ligten ist die niusikalischc Advcntsscicr cntgegcngcnominc» Eo dürste auch die Mitteilung noch interessieren, datz der Kirche- raum bis zu 14 Gr. R. erwärmt war. * Giessen, 7. Dez. Der Geh. Hosrat Dr. Spcngcl nt zum ordentliche» Mitglied der Kgl. Gesellschaft der Wissen - schaflen in Upsalo ernannt worden. F. E. Wicsbadrn, 4. Dez. Wege» Unterschlagung von 26,000 Mark verurteilte beute die Strafkammer den Obermeister Matter» bis vor kurzem Vorsitzender der „Freien Bcicinigniig der Mctzgermcister in Wiesbaden" zu einer Gefängnisstrafe von 9 Monaten. Mattern hatte den Betrag als Vorsitzender der Vereinigung eingenommen. Der Antrag des Staatsanwaltes lautete ein Jahr Gefängnis und Ehrverlust. * Darvistabt, 7. Dez. Der Erotzherzog hat am 29. Novbr. den Obcrkonsistorialrat und Superintendenten von Starken- barg D. Dr. F l ö r i n g auf sein Nachsuchen von der Würde eines hessischen Prälaten entbunden und de» Superintendenten von Rheinhessen Geh. Oberlonsistorialrat Fcrd. Euler die Würde eines Prälaten der evangelischen Kirche, mit der Sitz >i»d Stimme in der Ersten Kammer verbunden ist, verliehen, und Herrn Dr. Flöring, der sein Amt als Superintendent von Ctarkcnburg behält, den Ehciitter als Geheimrat erteilt. D. Dr. Flöring tritt aus Gcsundhcitsrücküchtcn zurück und sei» nächstältester Kollege D. Pcterscn hat gebeten, von seiner Be- rusung abzusehen. — Ein eigenartiger Fall ist z. Zt. Gegen- stand von Ermittelungen bei der hiesigen .Staatsanwaltschast Die in den Strassen vieler, insbesondere auch der Rachbarstadtc zahlreich zum Verkauf gebrachten Kopsbildcr von Personen verschiedener Staaten mit der Uebcrschrist: Wer bleibt Sieger? die in der.ri chtigen Zusammenlegung das Blld des deutschen Kaisers ergaben, waren einer Hamburger Firma beim dortigen Amtsgericht durch Eintrag in das Warcnzeichen- register geschützt worden. Kurz darauf wurden die gleichen Bilder einem Darmstädter Händler, der angeblich von dem ersten Schutz nichts wiltzte, auch vom Darmstädter Amtsgericht geschützt und di« Licenz zuin Alleinherstellungsrecht und Verlaus für Frankfurt der Firma Wronler daselbst verlaust. Stu,» mehr hat die Hamburger Firma Strasocisolgung wegen Ber- lrtzung des Warenzcichengefetzes beantragt, doch wird voraussichtlich eine Bestrafung nicht cintreten, da nach dem gleichen Gesetz die Bilder allgemein bekannter Persönlichkeiten nicht schutzbcrechtigt, sondern Allgemeinheit sind. * Darmsladt, 7. Dez. Ein schweres Automobilunglück ereignete sich am 4. Dezember aus der Landstratze »ach Griesheim in der Nähe der Krcisstratze nach Erotz-Gcrau. Ei» nach dem Fliegerplatz fahrendes Auio der hiesigen Fliegerstatio» das von Leutnant Panio vom Husaren-Rcgimcnt Nr. 3 gelenkt wurde, übcrschlug sich aus bisher nicht mit Sicherheit ermittelten Gründen und der im Auto sitzende Fliegerleulnant Baron vom Infanterie Regiment Nr. 142 wurde gelötet und der Leutnant Santo schwer verletzt. Beide sind erst vor kurzer Zeit »ach dem hiesigen Fliegerplatz kommandiert und anscheinend mit den Wegvcrhältnissen nicht hinreichend vertraut gewesen. Untersuchung über die Ursache ist im Gange. * Darmstadl, 7. Dez. In der Bevölkerung scheint vicl- sach die Meinung verbreitet zu sein, die Lungenheilstätten hätte» aus Anlass des Krieges ihren Betrieb eingestellt. Dies ist aber nicht der Fall. Die hessischen Heilstätten (Ernst Ludwig-Heilstätte bei Sandbach i. O.), Eleonoren-Heilsiätte bei Lindenfels i. O. und die Eöttmann'sche Heilstätte in Reichelsheim, ferner die beiden Kinderstationen in Hirschhorn und Lampertheim) halten ihre» Betrieb auch während des Krieges ausrecht und können Kranke (Dersicherte und Richtver sicherte) jederzeit ausgenommen werde». Versicherte stellen ihre Anträge bei der zuständigen Krankenkasse, Richtvcrsicherte, die in die Ernst Ludwig Heilstätte oder in die Eöttmann'sche Heilstätte ausgenommen sein wollen, wenden sich an diese selbst, während Ausnahmegesuche von Nichtversicherten für di- Elco noren-Hcilstätte »nd die beiden Kinderstationen an den i’ut-- stand des Heilstättcnvcreins in Darmstadt zu richten sind. Dass Winterlnren vom ärztlichen Standpunkt aus besonders wert voll sind, soll bei dieser Gelegenheit hervorgchobcn werden. — Auch die Lupusheilstälte in Eichen arbeitet ruhig weiter. Bekanntmachung. Da, Provianamt ist Käufer von Heu und Roggcnstroh und nimmt Angebote jederzeit entgegen. Proviantamt Feanlsurt a. M. Eeschäslszimmer: Frankjurt a. M.-West, Kaserne,istratze. Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Wolkig, vorwiegend trocken, nordwestliche Winde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch m i d t. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" Friedber, i. H. Nr 287 Nach langer Ungewißheit erhielten wir am 1. Dezember die traurige Mitteilung, daß unser hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Neffe und mein treugeliebter Bräutigam Postassistcnt Neue Tagesjeituiig. Montag, de» 7. Dezember 1811 Coafiiac Seite 4. Todes-Anzeige. im 29. Jahre bei einem Sturmangriff in Frankreich bei dem Orte T e r n a y den Heldentod am 15. September gestorben ist. Leidhecken und Eroh-Eichen, im Dezember 1914. Die IjtftrMtrndtn gintcrbliclirnrn: I. d. N. Bürgermeister Kessel «nd Familie Familie Dieltnann Augusts Merz. Steinhäger Arac in Feldpostpakung; nach Vorschrift Porto 10 Pfg. 8 « Mm z li Weingrosshandlungr frrtodocrg; i. Bf. Wiederverkäufer Rabatt. Laternen lturmsicher, lelbstverseitigt, große Nuswahl. Reparaturen billigst. Hch. Schmidt, Spenlüermkilier, Friebterg, Narstadt z. Garte» 12. Wer Den Heldentod fürs Vaterland starb in Folge seiner Verwundung anr 4. Dezem' 1 der im Lazarett zu Noroheim mein innigst- . . X I geliebter, guter, unvergeßlicher Man», der | treubc,orgle Vater seines „och nicht ge- f I sehenen Erstgeborenen, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, | Bruder, Schwager und Orrkel Heinrich Fischer Res. Znf.-Negt, Nr. 116, 9. Komp. ! im Alter von Lg Jahren. Storndors «. Friedvcrg, den 7. Dez. 1914. Zn tiefer Trauer: Minna Fi cher» geb. Billasch nebst Kind, Familie Heinrich Fischer, Familie Heinrich Billasch. Die Be.rdigung findet Dienstag, den 8. d. Mrs., nach- | mittags 8 1 /- Uhr vom hiesigen Friedhose au» starr Nachruf. Kann Dir die Hand nimmer geben, Bicibe Du im ero'geu Leben, i Atein guter Kamerad. ! 2» der Blute seines Lebens, im 28. Lebensjahr I ! wurde »ns nach längerer Krankheit unser braver, treuer I s Kamerad t Fmiirich fjammaun I durch den Tod entrissen. An dem Herzeleid seiner schwcr- I geprüften e origen nehmen wir innigsten Anteil, denn aas sie verloren, gilt auch für unsern Verein. Mit Leib und Seele war er Soldat bis zum letzten Atemzug, u. die ierechtigle» Hoffnungen, die seine Angehörigen für seine Zukunst hatten, sie sollten auch unterm Verein zugute kom- rncn. Leider sind uns diese Zukunilshoffnungen durch das zu frühe Hin cheiden unseres lieben Kameraden vernichte worden, aber cm ehrendes Andenken bleibt ihm allezeit | [ in unserem Verein gesichert. Er ruhe in Frieden. Obcr-Rosbach, den 6. Dez. 1914. DtttllUltn- u. gHilitimrrin Gber-Rosbach. Danlrlagimfl. . Bei dem Io überaus schweren und schmerzlichen Verluste I unseres lieben unvergestlichen Sohnes, Brudersu.Bräu'rgams Wkdnlh Hmm» sind uns io viele Beweise herzlicher Teilnahme „begangen dag mir nur aur diesem Wege unseren tiesgesühlten Dani I OULipiLli-LN lönnkit. JImi bamen insbe,onbetc §crtn '-li'iarrer' bchäter.lür die sinnreichen Trostcsworte, dem Veleranen- und Milriar-Verein Lber-Rosboch, der Firma Steinhäuser I Lr Petri », Langenselbold, ,owie den Schulkameraden für die Kranzniederlegungen anr Grabe, ion ie s,ir die vielen mg» I mmdcn uno die zahlreiche Beteiligung bei der Be- I I erdlgung unseres lieben Heimgegangenen! ^ Obcr-Sissbach, den 6. Dez. 19lö. Familie Friedrich Hammann. Wargarelhe Decker. «BSSJ? Am 23. Oktober starb im 24. Lebensjahre !bei einem Sturmangriff auf englische Stellungen zu Radingham den Heldentod fürs Vaterland ilnfer lieber, treuer Sohn, Bruder und Enkel Musketier im Znfanteric-Negiinent Nr. 168 Sein Andenken wird uns ewig unvergeßlich fein. Er ruhe sanft in Feindesland! Bauernheim b. Friedberg, 7. Dez. 1914. Familie Wilhelm Flenst. Todes-Anreige. Der Wehrmann Joleph Drynrsi Res. Jnf.-str'cgt. Nr. 88, 10. Komp, aus Grrndclbach i. Untcrclsast ist infolge seiner im Kampfe fürs Vaterland erhaltenen schweren Verwundungen im hiesigen Reserve-Lazarett gestorben. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 8. Dezember, nachmittags 2 % Uhr vom Bürgerhospital aus statt. Die vereinigten Kriegervereinc werden hierdurch benachrichtigt. Reserneiararett Friedberg. UENM Landwirtsilianiiclie Zsitnl-Barlelsskasse lir Bsitseliliif. - I lauptsitz: SSoi-Sin. - Flliüln ist' Braunschweig, Breslau, Cassel, Coblenz, Danzig, I ll’UllI ili. Erfurt, Frankfurt a. AI,, Königsberg i. Pr., Lud- wigshalen a. Rir., Nürnberg und Strafiburg i. Eis. Ringertalilles Adien-kairilal ti. Itcservcn: 13 , 500,000 Mark. Reick i:r ra - Filiale Frankfurt a.M T Sr : Postscheck-Conto Schillersirasse 25,1. Eernsprcch-Anschluß N 3-9 Eingang rechts. Amt I 89 2 u. 893. Annahme von Spareinlagen von Jedermann mit 4% Verzinsung; bei täglicher Kündigung ,t 4'/Ao ») bei Vijährl. Kündigung. - Sdhcck-Verlieiir, - Llnssii-Wchtil I Bayern) wünscht per 1915, möge sich sofort melden. Zea« Abplanalp)