Uurnrner 286 Samstag, den 5. Dezember 1014. 7. Jahrgang gesrertun vieriel/auttia, MI. l,9ü ina.ijituj'iie ccgoäcit ü. „ti««« ffno»iritun* aidjcint ltben ül'Ctltaagc.ii-«i» : Ber den Posta:>gallen vier '' » Ws. mm ttttt -Postgebühr »bei Trägeilobn. ^»..igrn: »rund,eile 20 Psg„ lotatc 15 Pfg, »nze.gen t-on auswä«. weisen ouid, Po.i nuüunflsort ^riedderg. Sdiriftlntmtq und Verlag -friedderq 1 Hessen), hanaueritrahe 12. Fem'prechcr 48. Post sch eck-Conto Sir. 48 -.S, Amt Frankfurt a. M. 3ntüihgrfd)lagrnr Kindliche Angüße im Meten nnd Den. Die Offensive in Polen. — Türkisches Vorgehen im Kaukasus. — Mrft Bülom Botschafter in Nom. Der dnitlchk üailfr in der (Oftfront. Die „Züricher Neueste Nachrichten" schreiben: Am Sonntag war der deutsche Kaiser von Frankreich her >n Danzig angekoinmc», ohne in Berlin halt zu machen. In den nächsten Tagen wird er in der Front der deutschen Armeen in Ostpreußen Russisch Polen eintressen, im Hauptquartier des Fcldinarschalls von hindenburg. Man hat es dabei mit einem Ereignis zu tun. Die drciocrbändische Presse wird zwar nicht verschlcn, dasselbe nach ihrer unsairen Art zu glossieren. Es wird heißen. dte deutsche Heeresleitung in Frankreich habe den Kaiser wegkomplimcntiert, damit er nicht mehr in die dortige Kriegs- Icitung zum Schaden der deutschen Sache hineinregierc, und man wird auch sagen, die Reise ocs Kaisers an die Ostsront sei da« letzte verzweiselte Mittel, die dortige Lage zu retten. Ties alles würde Eejlunkcr und Eestänker sei», das man sich gestalten darf, wenn man in ihm noch einen rettenden Strohhalm suchen muß. Das Verhältnis zwischen Kaiser und Kriegsleitung im Westen war und ist das denkbar harmonischste. ohne auch nur Spuren von Trübungen oder Reibungen War der deutsche Kaiser schon vor dem Krieg der größten einer unter allen Zeitgenossen, so hat ihn der fürchterliche Krieg noch großer gemacht — größer als Herrscher, als Militär- Mensch. ein Mann, wie die Weltgeschichte nicht viele seinesgleichen kennt. Daß seine Ankunst in der Ostsront etwas ganz andercs bedeutet. als das letzte Stimmulierungsmittel, eine zusammen- drechcnd« Lage aufrecht zu Hallen und zu retten, dürste man in einer allernächsten Zeit aus Seiten der Tttplccntcnte mit blassem Schrecken inne werden. Wenn alle Berliner politischen Kreise in dem Ereignisse di- Ankündigung eines großen deutschen Entschciduugsstcgcs im Osten sehen, dürste sic ein ziemlich sicherer Blick geleitet haben. In allen Fällen hätte die oberste deutsche Heeresleitung dem Kaiser schon aus militärischen Gründen eine Reise nach der Ostsront dringend abgeratcn, wenn sie die Lage dort nicht bloß sür bombensicher für die Deutschen hielte, sondern für aus- sichtsoollcr als je, und erst nachdem Fcldmarschall v. hindcn- durg die bindend- Zusicherung, soweit dieser Ausdruck zulässig ist. ins Große hauptquartter im Westen abgeben konnte, daß im Osten alles mehr als nur gut stehe, konnte der Plan überhaupt in ernstliche Erwägung fallen. Denn da der deutsche Kaiser in der Ostsront weilt und damit als Kriegsherr der oberste Feldherr dort ist, darf es für die Deutschen nicht einmal einen sttatcgischen Rückzug geben, und wäre es noch so genial, geschweige eine Niederlage. Jedes Zurückwcichen jetzt — würde in Paris, London und Petersburg in Riesenlettcrn als „der deutsche Kaiser geschlagen" — „der deutsche Kaiser aus der Flucht" ausgekündet, und di- moralische und faktische Wirkung dessen wäre vielleicht ärger als jene einer verlorenen Hauptschlacht. Man erinnere sich, welche umwälzenden Wirkungen vor beiläufig hundert Jahren die bloße Nachricht in Mitteleuropa erzeugte: „Napoleon aus dem Rückzüge aus Moskau." — „Der Kaiser fliehend." Niemals dürste und würde ein hindenburg oder sonst ein deutscher Feldherr seinen obersten Kriegsherrn auch nur der Möglichkeit einer solchen Eventualität aussetzen. niemals die oberste Heeresleitung. Denn zu Niederschmetterndes hinge vom Eintritt derselben ab, dem gegenüber ein allsälliger Nutzen ganz verschwindend wäre. Wenn der Kaiser bei Marschall v. hindenburg erscheint, ist bereits ein großer Sicgesstern anc Horizont im Aufgehen, dessen Bahne» keine russischen Verstärkungen mehr aushalten können, und auch sür die Oestcrrcichcr müssen die Dinge lehr verheißend sein. Die nächsten Tage wird der deutsche Kaiser hindenburg, Mackensen und seinen andern sicggckröntcn Generälen im Oste» die Hände schütteln. Di- Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß es nachher noch zu einem Besuche im österreichischen Hauptquartier konimcn wird, um dem Oberkommandierenden von Oesterreichs Armeen, dem Erzherzog Friedrich, der den Ruhm seines großen Ahnherrn. des Siegers von Aspern, neu verkörpert, und seinen hel- dcnhasten Feldherrn, den hötzcnüors, Dank! usw. seinen Dank und denjenigen des deutschen Volles auszusprcchen. Das Erscheinen des deutschen Kaisers in der Ostsront ist ein Ereignis, das noch größere einleiten dürste. Der Deutschen und der Oesterreichcr Zuversicht wird nicht enttäuscht werden. Wir bemerken nochmals, daß dieses Urteil über das Erscheinen des deutschen Kaisers in der Oststont in einem Schweizer Blatt enthalten ist. Wir haben dem nichts hin- zuzusügen. Der deutsche Generalstab •== meldet: ......... WTB. Trostes Hauptquartier, 4. Tc;., vormittags. Amtlich. Auf dem westlichen Kriegsschauplatz wurden französische Angriffe gegen unsere Truppen in Flandern wiederholt abgcwiesen. Ebenso in der Gegend nordwestlich Altkirch, wo die Franzosen bedeutende Verluste hatten. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz sind feindliche Angriffe östlich der masurischen Leenplatte unter grotzen Verlusten sür die Rnffen abgeschlagen morden. Unsere Offensive in Polen nimmt normalen Verlauf. Oberste Heeresleitung. Der Kaiser in Berlin. Große» Hauptquartier, 4. Dez. (Amtlich), Se. Majestät der Kaiser ist gestern zu kurzem Ausenthalt in Berlin eingetrosscn. Die Kämpfe in Flandern. Aus Stockholm wird dem „Achtuhrabendblatt" gemeldet: In der „Göteborg Handcls-Tidning" ist ein Bericht eine» Korrespondenten des „Daily Ehronicle" wiedergegeben, der über die Kämpfe an der Mer und im nördlichen Frankreich oas fol- qende zu berichten weiß: Am Dienstag nahmen die deutschen Truppen Bewegungen vor, die durchscheinen ließen, daß der allgemeine vereinigte Angrtsf der Deutschen aus die Stellungen der Verbündeten an der Pser bevorstche. Der Angriff wurde mit einem unaushörlichen Artillerieseuer eröffnet. Alles deutete darauf hin, daß große deutsche Truppenmaffen hier cingetrossen sein mußten mit schwererer Artillerie denn je zuvor. denn das Grollen des Kanonendonners war ein viel stärkeres, als man cs bisher aus deutscher Seite wahrgenommen hatte. Am Abend fuhren die Deutschen weiter fort, ihre Truppenmassen im Eilmarsch gegen Südwesten zu werfen. Es dauerte auch nicht lange, so wurde noch in der Nacht ein schrecklicher Angriff aus di- Stellungen der Verbündeten unternommen, der, von dem Feuer der Artillerie unterstützt, eine mörderische Wirkung hintcrließ. Der Llindftiirin II anfarrufr«. Berlin, 4. Dez. fW. B. Amtlich). Der „Reichsanz." veröffentlicht eine Kaiserliche Verordnung, wodurch der aus dem Landsturm 1. Aufgebots Lbergetrctene Landsturm 2. Aufgebots zur Ann, eldung zur Landfturmrolle aufge- rufen wird. Gleichzeitig wild eine Bekanntmachung des Reichskanzlers bckanntgegcben, wonach der Aufruf des Landsturms zunächst lediglich die Herbeiführung der Eintragung in die Listen bezweckt. Die Anmeldung hat in der Zeit vom 16. bis einschließlich 20. Dezember 1914 zu erfolgen. Die deutsche Giniifteit. Wien, 4. Dez. fW. B. Nichtamtlich). Das „Fremdenbl." schreibt: Die bisherigen Kriegsercignisse bekunden, daß Deutschland den rechten Weg gewählt hat. Eins ist das Volk mit seinem Herrscher, glänzend erweist es seine in jahrzehntelanger emsiger Arbeit aufgespeicherte Kraft. Militärisch und wirtschaftlich steht es auf der höhe und so wird es auch den größten Anforderungen, die dieser Krieg an die Opferwilligkeit und Leistungssähigkeit eines Volkes stellt, gerecht. Fest und stark stehen Deutschland und dessen Verbündete da, mit stohcster Zuversicht dürfen sie in die Zukunft blicken. Noch ist die Widerstandskraft des Feindes nicht gebrochen, noch ist das Ende der Opfer nicht erreicht, aber es wird ausgeharrt und durchge- haltcn werden, bis die unantastbare Sicherheit geschaffen ist, daß keiner mehr wagt, an unserem Frieden zu rütteln. Die Rede des Reichskanzlers und das einmütige Votum des Hauses. das neuerlich zu erkennen gegeben Hai, wie fest entschlossen das deutsche Volk ist, den ihm aufgezwungenen Krieg bis ans Ende fortzusetzen, werden nicht verfehlen, auch im Auslände einen mächtigen Eindruck auszuüben. Wieder ist, wie der Präsident in seinem Schlußworte sagte, der Welt bewiesen worden, daß das deutsche Volk nicht besiegt werden kann, so langes einig ist und daß diese Einigkeit das sicherste Palladium Deutschlands darstellt. fj Der österreichische Generalstab fl l h== meldet: —---- » Der österreichische Tagesbericht. Wie», 4. Dez. kW. B. Nichtamtlich). Amtlich wird vcriautbart: 4. Dezember, mittags: In den Karpathen, in Westgalizien und in Südpolen verlief der gestrige Tag im allgemeinen ruhig. Die Kämpfe in Nordpolen dauern fort. Vom serbische» Kriegsschauplatz. Wien, 4. Dez. (W. V. Nichtamtlich). Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: l. Dezember: Die Besitzergreisung von Belgrad cr- jolgte gestern in feierlicher Weise. Der Vormarsch unserer Kräfte geht am nördlichen Teil- der Front kampslos vorwärts, wobei gestern 300 Mann zu Gefangenen gemacht wurden. Westlich und südwestlich von Arandjelowatz stellen sich dem Vorarin- gen unserer Truppen starke feindliche Krästc cntgege», wclche durch heftige Angriffe, die insgesamt abgewiesc» wurden, versuchen, den Rückzug der serbischen Armeen zu decken. Der Rückzug der Russen aus den Karpathen. Budapest, 4. Drz. Der Rückzug der Russen aus dem Zcmpliner Kon.itat ist durch kaltes Wetter und hohen Schb-e sehr erschwert. Die Russcn wurden bis hart an die Grenze zurllckgedrängt. Bei Taksony erlitten sie eine neue Niederlage. Im Udvatal wurde viel russischer Train erbeutet, auch bei Sztropko wurden, die Russen geschlagen. Im Saroser Komitat fanden bisher nur kleinere Geplänkel statt. Alle Anzeichen deuten daraus hin, daß auch der diesmalige Einbruch in die Karpathen für die Russen überaus verlustreich abschließen wird. Ein Glückwunschtelegramm des Sultans. K o n st a u t i n o - vel, t. Dez. ,W. B. Nichtamtlich,. Der Sultan richtete an Kaiser Franz Joses ein überaus herzliches Glückwunschtelegramm anläßlich der Besetzung Belgrads. Die Nachricht von der Besetzung durch die österreichisch-ungarischen Truppen wurde non den Mitgliedern der österreichisch-ungarische» und der deutschen Kolonie, sowie von dem türkischen Publikum mit überaus großer Freud« ausgenommen. In türkischen Kreisen wir» der Tapferkeit und dem heldenniute der österreichisch ungarischen Armee uneingeschränktes Lob gezollt. Die Türke» über den Fall von Belgrad. Konstantin o- p e l, 4. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Unter Bezugnahme ans die legte Niederlage der Serben stellt der „Taswlr-i-EL , ' fest ..Das ist das Ende der verbrecherischen Erpresser" und gibt seinem Erstaunen darüber Ausdruck, daß der Dreiverband »och Anstrengungen macht, ein serbisch-bulgarisches Einverneh. men hinsichtlich Mazedoniens herbeizuführen. Das Blatt sagt! Der Augenblick ist gekommen, sich zu fragen, m77 i-.-,*—, Serbien man sich einvernehmen will. 450 Geschütze in Belgrad erbeutet. Wien, 4. Dez. Wie aus Budapest gemeldet wird, ist bei der Einnahme Belgrad» durch die österreichisch-ungarischen Truppen den Sieger» beträchtliches Kriegsmaterial in die Hände gefalle». Darunter befinden sich nicht weniger als 150 serbische Feldgeschütze und zahlreiche Artilleriemunition. — Dieser Verlust trifft Serbien »m so empfindlicher, da ein Ersatz sür die verlorenen Geschützt gegenwärtig ausgeschlossen ist. Das abgefchlosjene Serbien. Berlin, 4. Dez. Die „Ä Z." meldet aus Sofia: Nach Meldungen aus Nisch ist aus de» großen Tunnel bei Zajetschar ein Dynamitattcntat verübt worden, sodaß Serbien nun auch von Rumänien abgeschnitten ist, Die Zufuhr der russischen Transporte auf der Donau ist dadurch unmöglich geworden. Kein Sondersriede mit Serbien. Wien, 4. Dez. kW A Nichtamtlich). Die „Rcichspost" erfährt von diplomatische« Seile: Die oerschiedcntlichen Meldungen über angebliche Absichten maßgebender Kreise Serbiens, angesichts der große» Fortschritte der kaiserlichen Truppen aus serbischem Boden einen Sonderfrieden mit Oesterreich-Ungarn anzubahnen, um den vollständigen Zusammenbruch des Königreiches zu vermeiden, entbehren jeder Grundlage. Die serbische Regierung ist abhängig von Petersburg, und cs geschieht in Serbien heute nur das, was Rußland will. Das Zarenreich wird aber nie zugeben, daß sein Vasallenstaat sich mit der Donau-Monarckne aussöhnt. Auch von der angeblichen, schon mehrmals gemeldeten Kabinettskrise in Nisch ist an hiesiger maßgebender Stclkr nichts Authentisches bekannt. Serbien »nter österreichischer Verwaltung. Wie», -. Dez. Nach einem Bericht der „Südslavischen .Korres-on- dcnz" aus Sarejewo sind die Arbeiten zur Wieder', -rsteil- ung normaler Verhältnisse im eroberten serbrschen (tzcbnt in vollem Gange. Diese Arbeiten erstrecken sich ruf all.- Non itnseren Truppen in Besitz genommenen zerstörten £■ schoflen. Gi obere Transporte von Arbeitskräfte» "i:3 Bosnien nnd Herzegowina wurden in die besetzten Geoiire gebracht. In Scko.batz sind die Herstellungsarb-uen fast Veite S •Ir. 28« bilij h> rr det, die Stadt nimmt langsam ein no male« "ild a». Da alle eroberten Ortschaften ohne Knuflente -nd Gewerbetreibende sind, verlieh das Armee-Etappei'- oniinando einer größeren Zahl bosnischer Firmen Gewerbe- i-enzr,., tccvaui sich bereits Zweigniederlassnnge.i bosni- cher Finne» in den besetzten Gebieten etablierten. Die Eisenbahner, frinktionicren unter Leitung der Beamten der bosnischen Landesbahnen normal. Die Lage ist durch ins mfricdenstellend, überall herrschen Ordnung und Ruhe. FInchtvorhcrcituilgeil König Peters? Hier onzeluin- mene Flncknstnae ans Serbien erzählen, das; König 1' ::er ich jiOcr die geaenwärtige Lage ganz klar ist und weiß, daß das Sch:ck'cü Serbiens unabwendbar ist. Er hosft !o wenig noch auf eine für ihn günstige Wendung, daß er sich bereits mit den Vorbereitungen zu seiner Flucht beschäftigt. Zunächst sorgte er dafür, daß sein beträchtliches Vermögen in Sicherheit gebracht wurde. Ec beabsichtigt, wie Athener Blätter melden, sich zunächst nach Athen zu begeben, um t t- ti entweder englisches oder französisches Gebiet aurzii- suchen. 1 Das türkische Hauptquartier jj Konstantinopel, 4. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Der imtliche Bericht des Gcncralstabes teit mit, daß die tiicfi- ichen Truppen einen großen Erfog in der Zone des FlnsfeS Tschorkh d. vongctragen haben, Einzelheiten folgen. Konstantinopcl, 4. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Mitteilung aus dem Hauptquartier. Unsere Truppen haben in ^rr Gegend am Tschorok und bei Adschara alle Tage neue > 2 . In nördlicher Richtung vorgehend, sind sie in A>.,..,ara eingedrungen und südöstlich von Batnm vorgerückt. Ostwärts vorgehend, gelangten sic in die Gegend von Ardakhan. Bei einem Kainpse westlich von Ardakhan erbeuteten sie mit anderen Waffen ein Maschinengewehr. Oie Russen gingen aus Ardakhan zurück. (Die genannten Orte liegen alle im Flußgebiet des Tfchorok, der am Fuße des Kaukasus in das Schwarze Meie iniindet.) Russischer Schwindel. Konstantinopel, 4. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier veröffentlichte gestern telgcndes Communique: Nach russischen amtlichen Mitteilungen vom 29. November wäre die Sinai-Halbinsel von nnseren Truppen vollständig geräumt worden. Ferner sollen zwei unserer an der kaukasischen Grenze operierenden Divisionen in ihrem Bestände auf die Hälfte gcsimken und einige unserer Bataillone vollständig vernichtet sein. Es loird behauptet, der Divisionskommandeur sei getötet und ein zweiter desertiert. Der für uns siegreich verlaufene Kampf in allernächster Nähe des Suezkanals zwischen unseren Truppen und den Engländern, der bannt endete, daß auf der Seite der Engländer zwei Offiziere und zahlreiche Soldaten getötet und eine große Zahl von Gefangenen in unsere Hände fiel, genügt, um zu beweisen, daß sich die Sinai-Halbinsel in unserem Besitz befindet. Was die Meldnngen von ungeheuren Verlusten unserer an der kau- w.sischen Grenze kämpfenden Einheiten und de» Tod rin-iS Divisionskommandeurs betrifft, so sind diese vollständig falsch. Die Meldung von einer Desertion eines Divisions- kemmandanten verdient nicht einmal dementiert zu werden. — Tic in Tiflis aus russischer Quelle verkündete Nachricht, daß ein deutscher General, 44 andere deutsche Offiziere und drei österreichisch-ungarische Offiziere, die sich unter den am 24. November in den Kämpfen an der kaukasischen Grenze gemachten Gefangenen befinden sollen, in Tiflis eingetroffen seien, ist gleichfalls reine Erfindung. Die Lage in Aegypten. In Neapel traf gestern ein ~ mpfer aus Alexandria mit -urückkebrendee, Jiaü-.nern d ausgcwiesenen Türken ein. Sic erzählen, daß die .. . 'standsgefahr in Aegypten viel größer ist, als die Eng- ländec zugeben wollen. So wurde am 28. November der englische Polizeichcf in Alexandria eriuordct. Die in Iller- andria zurückgebliebenen wenigen Europäer dürfen die Ara- serviertel nicht betreten, wo viele Beduine» vom flachen Lande cingetrofsen sind, die sich in Not befinden und zu Ruhestörungen neigen. Am Suezkanal wird fieberhaft an den Befestigungen gearbeitet. Alle Brunnen bis zur syri- ck ui Grenze sind unterminiert, um den türkischen Jnvasi- >skorps die Wasserversorgung unmöglich zu machen. Trr heilige Krieg in Tunis. Nachrichten aus Tunis zufolge macht sich unter den Stäminen der Äcni Sids im Süden des Schott-el-Dscherid-Secs bereits eine aufrllhre- isclze Bewegung bemerkbar. Tic Eingeborenen sammeln Äi zu einer starken Harka und erhalten offenbar Zuzug ins den umwohnenden Stämmen. Tie französische Neuerung hat inehrere Kreuzer und Torpedoboote von Biserta ,ach der kleinen Syrthe geschickt, die am 29. Oktober eiligst dorthin abdampsten. Die Kriegsschiffe sollen die Aufgabe laben, bis zum Eintreffen zuverlässiger Truppen die Küsten- ialmcn zu bewachen, damit sic von den Aufständischen nicht mterbrochen werden. Es heißt, daß der Gouverneur von ennis europäische Truppen verlangt habe da auf die einge- oren.ui Soldaten kein Verlaß mehr sei. Kämpfe in Marokko. Lyon, 3. Dez, (W. B. Nicht- uitiich.) Der „Nouvclliste" meldet aus Tanger: Am 27. io; haben französische Truppen in der Nähe von Zaz>> die aufständischen Marokkancrstämme angegriffen, ic > ungeschlagen wurden und unter Hinterlassung be- uchtlichcr Beute und einer Anzahl von Toten und Ver- oundeten in die Berge fliehen mußten. Dt« französischen rrnppe» batten 20 Tote und 25 Verwundet«. 9ltuc Tageszeitung. Samstag, den 3. Dezember 1814. Aus Italien. Fürst BLlow Botschafter in Rom. Berlin, i. De.:. (W. T. B. Amtlich.) Die „Nordü. Allgemeine Zei un/O meldet: Tn der Kaiserliche Botsckmftec in Rani, v. F -s . aus Gesundheitsrücksichten einen längeren Urlaub antre imir, hat Seine Majestät der Kaiser den Fürste» v. vnil" n mit der Führung der Geschäfte der Kaiserlichen S-V.uiw in Rani beauftragt. Fürst Biilow steht eben im VV. Lebensjahr. Er kehrt j.tzt wieder an die Stelle zurück, von der er im Jahre >89, geschieden ist, um zunächst das Staatssekretariat des Aen- ßercn zu übernehmen, dann aber die höchste Stellung iin Reiche anzunehmen. Fürst Biilow, der durch Familien- bandc mit Italien verknüpft ist, — seine Frau ist Italienerin — und der selbst dort begütert ist, dürfte der richtige Mann sein, um gerade in dieser kritischen Zeit, die Inte- ressen Deutschlands in Italien zu vertreten und insbesondere die Fäden, die uns nach der ausdrücklichen Erklärung des italienischen Ministerpräsidentcir auch heute noch mit diesem Staate verbinden, fester zu knüpfen. Auf alle Fälle bcdcutet die Ernennung Bülow's zuni Botschafter in Rom einen glücklichen Schachzug gegenüber den nicht endenden Bemühungen des Dreiverbandes, Unkraut über-den italienischen Weizen zu säen. Die Rede Salaudra's. Berlin, 4. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allgemeine Zeitung" schreibt: Die Erklärungen des italienischen Ministerpräsidenten Salandra werden als eine bedeutende, für die Politik Italiens die Richiung gebende Verlautbarung, wie inJtalien selbst so auch in Europa großen Eindruck machen. Salandra hat großen Wert darauf gelegt, fcstzustellen, daß Italien seine bisher beobachtete Neutralität aus eigenem freiem Entschluß cingelcitet und dnrchgcsührt habe. Die gleiche Freiheit des Entschlusses will der italienische Statsmann seinem Lande für den Fall gewahrt wissen, daß die weitere Fortdauer der Neutralität etwa mit den Lebensinteressen des Königreiches nicht mehr vereinbar scheinen sollte. Würden infolge der großen europäischen Verwicklungen schwerwiegende Aendcrungen im Besitzstände der Großmächte wahrscheinlich werden, so würde Italien sich zu einer Politik der Enthaltsamkeit nicht für gebunden erachten. Für die Freunde und Verbündeten Italiens hat diese entschlossene Wahrung seiner Grobmachtstellung nichts Ueberraschendes. Wir hatten solche feste und starke Töne schon von dem Marquis di San Giuliano öfters vernommen und erwarteten von vornherein, daß auch nach seinem Heimgang sich für die von ihm begonnene Politik ein kräftiger Fortsetzcr finden werde. Einer Mehrheit für diese nationale patriotische Politik wird das Kabinett Salandra in der italienischen Kammer sicher sein. Bei den Verbündeten Italiens besteht volles Einverständnis dafür, daß sich das apeninnische Königreich bei den europäischen Entscheidungen nicht ans- schalten lassen kann. Eine italienische Stimme über das frankv-rusiische Bündnis. Ein neues italienisches Blatt, die liberale Zeitung „Eoncordia", die von dem Neffen Francesco Crispis heransgcgeben wird, veröffentlicht Aeußerungen Crispis zu dem französisch-russischen Bündnis, der dieses Bündnis für eine große Gefahr für Europa hält. Frankreich, so heißt es darin, hat es aus Acrgcr und Rachsucht abgeschlossen und um ein Linsengericht seine Erstgeburtsrechtc verkauft. Um das Elsaß wieder zu gewinnen, hat cs das Mittclmeer den Kosacken preisgcgebcn- Alles das wird umsonst fein. Frankreich wird nicht siegen. Kommt cs aber doch anders, so wird Frankreich früher oder später seine Waffen gegen den heutigen Verbündeten kehren, für die Erlösung seiner selbst und der Menschheit. Der Burenaufftand. Die Gefangennahme De Weis. Der „Franks. Zeitung" wird aus Amsterdam gemeldet: Die Gefangennahme De Weis, die in hiesigen Buren- kreisen begreifliche Aufregung verursacht, lvird verschieden beurteilt. Die einen sagen, daß das Vorgehen der Engländer mit gepanzerten Zügen und die Tatsache, daß zahlreiche Männer ihre Farmen verlassen haben, die jetzt von Frauen und Kaffcrn bewirtschaftet werden, eine derartige Ausdehnung des Aufstandes beweise, daß die Gefangen- nchme De Weis keinen Einflllß ausübe. An anderer Seite sagt inan mir, daß die Buren sich rch dem Manne richten, der das allgeineine Vertranen genieße und daß daher die Gefangennahme De Weis zahlreiche seiner Anhänger die Waffen nicderzulegen veranlassen werde, lieber das Schick- sal De Wels meint man, daß die Regierung wohl kaum wagen werde, den berühmten Helden des Biirenkricgcs als Rebellen erschießen zu lassen; jedes grobe Vorgehen gegen De Wet werde die Gemüter aufs neue erhitzen. Weitere Kämpfe. Daß der Aufstand nicht niedergeschlagen ist, beweisen neue Depeschen des Ncnter-BureauS; es werden Ziisamineiistöße bei Vryheid und an anderen Orten gemeldet. Das Gefecht dauerte bis 3 Uhr früh. Die Buren wurden zurückgcschlageu. Sie verloren dabei drei Tote, darunter den Major Oosthnizen, und 18 Verwundete, darunter den Feldkornet Botha. Eiumclt hatte einen Schwer-verwundeten und vier Leichtverwlindete. Dein Bu- rengcneral Wessels wurde das Pferd unterm Leibe wegge- schossen. Wessels entkam unverwundet. Oberst Dirk van Teveuter berichtet, daß der Kommandant Trichardt weitere 14 Gefangene inachte. Man darf bei diesen Siegesmeldungen nicht vergessen, au« welche trüber Quelle st« stanunen. Aus Frankreich. Frankreich bcrust die Jahrestlajf« 1916 ein. Paris. 4. Dez. Nach der Jahresklasse 1815 beruft Frankreich nun auch die Jahre»?!.-.sie 1816 ein und zwar auf Mitte Februar. Wenn auch i »Ich« sofort in den Krieg geschickt werden jo jo doch aus der getroffenen Maßregel hervnrzu- xcheii. daß Frankreich noch mir einer langen Kriegsdauer rechnet. Im Westen sind beide Gegner auf mehreren Parallck. linien so scsi verschanzt. daß selbst die heftigsten Kämpfe (nach sranzäs scher tleberz.ugungl nur leichte Aenderungen der Li- ni.n bewirken könnten; unter diesen llniständen genüge selbst ei» Jahr nickst, '».> die Deutschen aus dem Lande hinauszu- u erfen. Frankreichs Sehnsucht nach den gelben Assen. Die Schn sucht der Franzosen nach japanischen Hilfsiruppen ist so groß, daß selbst der Antinniitarist und Sozialistcnführcr Professor HervS ihr Kommen als Lebensfrage für Frankreich bezeichnet. In leinen Ausführungen befindet sich folgende inkeicifantc Stelle: Hat man etwa Furcht vor der gelben Gefahr, wenn man den Japanern Gelegenheit bietet, intim in unsere Angelegenheiten einzugreisen? Wenn die gelbe Gefahr wirklich so drohend ist, so hätte man sich eben nicht mit den Japanern verbünden sollen. In dem Augenblick, wo sie unsere Bundes- genosien sind, warum kämpfe» sie nicht an unserer Seite? Ts ist wohl nicht nach Eurem Gedanken, die Gelben mit den Schlitzaugen in Streitigkeiten zwischen Europäern intervenieren zu lassen. Aber sie seien doch einmal unsere Bundesgenossen und selbst wenn man ihre Hülfe teuer bezahlen müsse, solle man sie in Anspruch nehmen. Ans Rußland. Die Absetzung Rennenkamps'». Berlin, 4. Dez. Zur Absetzung des Generals Rcnnenkampf, die angeblich erfolgte, weil er bei der Zusammenziehung seiner Truppen zur Einschließung der Deutschen seine Stellung zwei Tage zu spät cin- nahm, schreibt der militärische Sachverständige des „Berliner Tageblatts": Aus General Rennenkamps setzte Rußland große Hosfnungcn. Im Kriege gegen Japan wurde sein Name bekannt. Bor dem Ausbruch des jetzigen Krieges trat er an die Spitze des Militärbezirks Wilna, und aus seine besondere Kenntnis der deutschen Grenze vertraute man, als man ihm das Oberkommando der Njemen-Armee übertrug. Aber ihn ereilte das gleiche Geschick wie General Samsonow. Letzterer wurde von Hindenburg bei Tanncnberg, Rennenkampf südlich von Insterburg völlig geschlagen. Rur mit knapper Rot entging Rennenkamps der Gefangenschaft. Nun ist er offenbar Hinüen- burg noch einmal in dt« Arme gelaufen. Dem verspäteten Eintreffen des russischen Generals schreibt man die Schuld an dem verunglückten russischen Angrist zu. Ob das zutrisst, kann erst eine spätere Zeit lehren. — Im „Berliner Lokalanzeiger" heißt cs; Man hat Rennenkampf zum Sündenbock für die verunglückte Umzingelung in Pole» gemacht, ob mit Recht, das zu beurteilen kann nicht unsere Sache sein. Rennenkampf habe kein Glück gehabt und unglückliche General« würden „gegangen". Rassischer Artilleriecrjatz. Tokio, 3. Dez. Der russisch« General Hermonius schloß einen Licserungsvertrag mit japanischen Artillericwerkstätten auf 48 Batterien ab. Aus England. Die irische Gefahr. A in st e r d a m , 4. Dez. (W. B. Nicht- omtlich). Der „Tclegraas" berichtet aus London: In Dublin hat die Polizei gestern Nacht Haussuchungen bei allen Zei- tungsverkäusern und in allen Läden abgchalten. Eine Anzahl Exemplare des Blattes „Irish Freedom" wurden beschlagnahmt; in den Räumlichkeiten dieses Blattes wurde ebenfalls Haussuchung abgehalten. Die kanadischen Hilsstruppcn. London, 4. Dez. (W B. Richtamtlichs. Die „Times" melden aus Toronto: Amtlich wird verlautbart, daß für das dritte Truppenkontlngent in Westkanada fünf Kavallerieregimenter und neun Jnfantcrie- regimcntcr, in Ostkanada vier Kavallerieregimenter und zehn Jnfanteiicregimenter aufgestellt werden. Die Gesamtzahl der neuen Truppen beläuft sich aus 31 708 Mann. Reue Angrisse aus Churchill. London, 4. Dez. „Mor- ning Post" erneuert ihre Angriffe aus Churchill. Das Blatt hofft, Asquith werde die ernste Gefahr erkennen, die darin liege, einen solchen Dilettanten an der Spitze der Admirailtät zu behalten. Der Angriff des Blattes gründet sich auf das Schweigen der Admiralität über ein Unglück , das die Flotte betroffen hat, nämlich das Sinken oder Stranden des „Audacious", das die ausländische Prcsie bereits gemeldet hat und zu dem die „Kölnische Zeitung" bemerkt habe, die englische Regierung sei offenbar der Volksstimmung nicht sicher. Die englische Angst vor der Wehrpflicht. Rach der Londoner „Eocning Times" hat die Arbeiterpartei zum 6. Dezember Masienmeetings gegen die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Großbritannien einberufen. Graf Hertlirrg zur Lage. Berlin, 4 Dez. Der zur Zeit noch in Berlin weilende bayerische Ministerpräsident Graf Hertling äußerte sich zu einem Mitarbeiter der „Kreuzzeitung" über die Rede de» Reichskanzlers: Ich habe nahezu vier Jahrzehnte dem Reichstag angebört. Ich weiß von Augenzeugen, welchen Eindruck die hellodernde Begeisterung gemacht hat, von der der Reichstag am 4. August beseelt war. Aber so wuchtig, so zäh entschlosien und unbeugsam wie vorgestern, ist der Reichstag noch nie gewesen. Der in seinem Ernst und seiner Stärke ergreifende Beifall, der den markige» Worten des Reichskanzlers geworden ist, ließ erkennen, daß das deutsche Volk wie ein Mann entschlosien ist, durch- zvhalten und daß jeder sich verrechnet, der glaubt, Deutschland werde sich zu einem Frieden verstehen, der nicht der blutige» Opfer wert ist, die wir gebracht haben. Für Flaumacher und i Schwächlinge ist jetzt in Deutschland kein Platz. Der Reichs- kanzler hat gestern nochmals an Hand de» Material», da» für 1 Beilage zur „Neuen Tageszeitung". !!r. !iM(} [ _ Samstag, den 5. Dezember 1914. 7. Jahrgang Aus meiner Dorfkirche. Deutsche Zukunft. Jcsaija Kap. 2, V. 1—5. Din ist',, da, Jesaija. btr Svhn tco Amoz. sah von Juda und Jerusalem. E, wird zur letzten Zeit der Berg, da der Herrn Hau, ist, sest stehen, höher den» alle Berge, und über alle Hügel erhaben werde»: und werden alle Heiden dazu lausen, und viel Böller hingehcn und sogen: Kommt, Iaht uns aus den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege, und wo wir wandeln aus seinen Steigen! Denn von Zion wird da, Geietz «usgehcn, und des Herrn Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden, und strasen viel Böller. Da werben sie ihre Schwerter zu Pslugscharen und ihre Spietze zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert «ushcbcn und werden hinsort nicht mehr kriegen lernen. Kommet nun, ihr vom Hause Jakob, Iaht uns wandeln im Licht des Herrn! Liebe Gemeinde! Es ist für uns Pfarrer eben in döesen Tagen eine ganz eigene Zeit: Eine schöne und doch eine fürchterlich« Zeit. Wir find in der Lage wie eine Ordonanz, die mitten in entscheidender Schlacht aus schweißtriefendem Pserd zum Generalstab gesagt kommt, und hat eine Nachricht, an der das Leben von vielen Tausende», an der der Sieg selber hängt, und wie sie hcranlommt, da sieht fie, wie eben auch noch andere Boten gekommen sind, hohe Herren, die vorgehen nach Rang und Ordnung, und sie soll mit ihrer Nachricht warten und kann dich nicht warten. So ist es uns eben, es ist fteilich kein Grneral- stab, mit dem wir reden wollen, sondern es ist unser deutsches Volk selber, sein Herz und seine Seele, und was wir zu sagen haben, ist so wichtig, so wichtig, daß wir meinen, wir müßten verzweifeln, wenn die Leute uns nicht hören wollen: denn wir wissen, cs hängt unseres Volkes ganze Zukunft, gan, * je« Dasein davon ab, was wir zu sagen haben: Und darum ist es uns, als müßten wir schreien, daß es den Menschen in den Ohren gellt: und wissen doch, das Schreien hilft nichts, mir müssen geduldig abwarten, ob Gott unserem Volk vielleicht die Ohren und die Herzen öffnet, für unsre Worte: Aber was ist's denn, was wir zu sagen haben? Eben das ist es, wovon unser Teztwort geredet hat: Rufen möchten wir es Aber das ganze Land hin: Du deutsches Volk, hör zu: Der Herr. Dein Gott und Deiner Väter Gott, will Einkehr halten dei Dir! Du bist in einem gewaltigen Krieg begriffen, wie noch keiner über die Erde gegangen ist, du bist draus und dra», den Sieg zu erringen in diesem Riesenkrieg, du bist seither schon ein großes Volk gewesen und sollst noch viel größer werden: So sehe» wir deinen Weg in gewaltiger Freude und segne» deine» Weg — und doch, du deutsches Volk, noch ist das Höchst- und Größte noch nicht gesagt: Dein Herrgott will zu Dir kommen, wie willst Du ihn empsanaen? Das größte Volk, das höchst- und vornehmste Volk der Erde sollst b» werden, wenn Gott bei dir wohnt! Die Heiden und Völker von allen Eudc» der Erd- sollen zu dir kommen, du deutsches Volk und sollen sprechen' Wir suchen Gott den Herrn Himmels und der Erde, kommt und zeigt ihn uns! Zu de» Engländer» sind die Völker bisher gekommen, haben ihnen gebracht ihr Geld und habe» gesucht Handel und Waren, Geschäft und Firlesang. Nun komme» sie zu uns! Aber nicht Geschäft und Waren sollen sie bei uns suchen, sondern Gatt, »>cht ihr Geld und Hab und Gut solle» sie uns lasten, sondern «hr Herz! Wie eft haben sie über uns Deutsche gespottet und gelacht, weil wir unser Herz an solch- Dinge gehängt haben, wie Wahrheit und Gerechtigkeit und haben uns Träumer gegönnt, weil wir nicht wie sie »ach dem Geschäft gegangen sind, weil wir nicht Geld und Gut mitnehmen wollten, wo wir's fanden, auch wenn's unehrlich war! Und wir hatte» «ns in den letzten Jahre» beinahe von ihnen betören lasten, «nd wollten auch so werden wie sie, und nur reich werden, aber t» «n, blutete unser Herz und wollte nicht laste» von Wahrheit und Gerechtigkeit. Und nun soll', uns in die Hand gegeben werden, daß wir zu sagen haben aus Erden, und tu» dürfen, wie wir wollen! Und schon kommen die Teufelsrat. schlägc und reden uns in's Ohr. was wir aber reiche Leute werden konnten, wenn wir nun erst einmal die Macht haben, was die besiegten Völker uns für Milliarden zahlen sollen, was wir nachher ungestört in der ganzen Welt viel Geld verdienen könnten u. s. f. Gewiß werden und sollen vielleicht sogar diese Dinge nach errungenem Sieg auch kommen: aber darum kämpfen wir doch nicht! Da ist uns doch das Blut unserer Männer und Söhne und Brüder da draußen vi e l zu wertvoll, daß es fließen sollte, damit nachher die Uebrig- bleibrnde» recht reich werden und ein Leben in lauter Genuß und Vergnügen führen könnten! Da ist uns unseres Volkes Seele, da sind wir uns selbst doch viel zu gut dazu, als daß wir nach soviel Blut und Wunden nichts weiter werden sollten als die Allerweltsgeschäftemacher und Geldverdiener, als die Allerwcltszusammcnkratzer und Geizhälse — und was daraus, wie wir an unseren Feinden sehen, immer wird: die Allcrweltsbctrüger und Gauner! Nein, wir wollen etwas viel Besteres, viel Adligeres werden: Wir wollen werden: die Richter der Welt, die die Könige richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit Recht, die nicht dulden und nicht zu dulde» brauchen, daß den Wehrlosen und Friedfertigen Unrecht geschieht vom bösen Nachbar, wir wollen werden die Ordner der Welt, die dafür sorge», daß Wohlstand und Gesittung »inkehrt auf Erden, und nicht nur für die Vornehmen, soiidern gerade für die Geringen und Bedrü-Iten, wir wollen werden die Führcr der Welt zu Wahrheit, Recht und Liebe mit einem Wort: zu Gott Einstmals vor Jahrtausenden hat Gott seinem Propheten Jesaijas das Bild gezeigt feines Volkes, das jo walten sollte aus Erden, wie wir eben geschildert haben: Das Volk Israel sollte dies Volk Gottes sein voll Herrlichkeit! Aber als dann Gottes Sohn kam, um Gottes Wort wahr zu inachcn, haben sie ihn an's Kreuz geschlagen! Heute kommt Gott zu uns i»> Dröhnen des Weltkriegs! Bietet uns an, was das Volk Israel ausgeschlagcn! Wollen mir Gottes Sohn auch an's Kreuz schlagen? Wolle» wir auch sagen: Wir wollen Macht und Ehre dieser Welt und können Dich nicht brauchen, Dann wird es uns geradeso — und vielleicht noch schliniiiicr gehen, als dem Volk Israel. Gott will zu UN» kommen, o deutsches Volk sei bereit, ihn zu empfange». Amen. vit ßftrifb&frgrbnilTf brr noin Jünbroirtldialtöbaiiinifr^AuöliJüifi für (Obfrijfflfn »nltrhaltmki, 3unpifl)= und loljlritiufibfn in 1914. Die Eröffnung der Obcrhessischen Jungviehweidcn er- folgte am 28. »nd 29. April und am k. und 2. Mai 1911. Bcsahstcirke und Weidedauer der 1 Provinzial-Jung- piehweidcn siiid aus nachstehender Zusammenstellung ersichtlich: Größe Besatz stärke Bezeichnung der Weiden der Weide- Rinder Fohlen Bullen Kühe Lahr- ochsen pro ha Lebend- Ausirieb Abtrieb Anzahl der fläche gewicht am: am: Weidctg. da Stück Stück Stück Stück Stück Ke Tiergaiten....... 49,25 119 34 2 4 964 2A./4. 6./10 161 Zell......... 29.00 70 24 — — 2 1237 2./6. 26.,9. 147 Lcuterbach....... 39,0» 16 47 6 2 2 918 1./5. 5./10 157 Wernings....... 30,00 75 24 2 1134 29.; 1. 2J./9. 153 Summe . . 147,>5 316 129 8 4 10 1008 Die Anineldungen von Johlen für die diesjährige Weideperiode liefen außerordentlich zahlreich ein: so wurden z. B. siir Tiergarten über 70 Johlen geineldet, während die Besatzstarke dieser Weide nur 35 Stück beträgt. Da auch die Anineldungen von Rinder» für die Weiden Tiergarten Wernings und Zell die vorgelchcne Besatzstarke erreichte», inußtei, die für diese Weiden angemeldete» Wallachfohle» und Fohlen ohne Abstainmungsnachweis zurückgcwicsc» be- zw. der Weide Lauterbach überwiesen werden. Letztere Weide war mit Rindern nur zur Hälfte besetzt, weshalb man sich entschloß, ausnahmsweise eine stärkere Besetzung mit Fohlen vorzunehmen und so den auf den anderen Weiden zurückgewicfcncn Fohlcnbcsitzcrn Gelegenheit zu gebe», ihre Tiere auf die Lauteibachcr Weide auszutrciben. Ihrer Herkunft nach gehörten die Weidetiere, wie aus nachstehender Zufaminenstcllung hcrvorgeht, vorzugsweise den Kreisen Alsfeld, Büdingen, Friedberg und Gießen an, wogegen die Kreise Lauterbach und Schotten mehr oder w> Kreis Alsfeld 24 56 „ Büdingen 30 62 „ Fricdberg 27 70 Gießen 25 !X) „ Lautcrbach 16 36 „ Schottcii 7 2 ' Summa 12!) 316 Während im Kreise Schotten das Weidcbedürfnis in« folge eigener Ausübung des Weidegauges weniger vorhanden ist, ist die geringe Beschickung der Lauterbachcr Weide ans deren »»mittelbaren Itingebung noch vielfach aiis Vorurteilen gegen den Weidcbctrieb hcrvorgeruse» durch die Vvii den Weidebeschickern selbst verschuldeten Mißerfolge im Weidegange, zurückzuführen. Die Futtervcrhältnisfe waren durch die bis Anfang Mai anhaltende warme, trockene Witterung recht günstig. Plötzlich schlug jedoch das Wetter um, und es folgte ein andauernd kühler und nasser Zeitabschnitt, was de» Rückgang des Graswuchscs zur Folge hatte, eine längere Aufstalliiiig der Wridctiere bedingte und die Beitütterung von He» zur Notwendigkeit niachte. Da infolge der naßkalten Witterung der Graswnchs bedenklich »achließ, erachtete man es vorsichtshalber für nötig, durch Zupachtung von weiterem Wiescngelände sich den erforderlichen Hciivorrat zu sick>erii und die Möglichkeit zu schaffen, den Weidcticren die ganze Weide einräumen zu können. Besonderer Erwähiiung verdiene» noch die in den Monaten Mai und Juni fallenden wolkcnbruckiartigeu Regen, die zum Teil die Weiden und Stallungen unter Wasser setzten, größeren Schaden jedoch nicht anrichtctcn. Glücklicherweise änderten sich die Verhältnisse mit An- fang Juli, wo durch Einsetzung wärmerer Witterung die Vegetation sich üppig entwickelte. Das von da ab bis zum ^Hl Er war so lieb und gut, Er starb zu früh, Wer ihn gekannt hat. Der vergißt ihn nie. I Auf dem Felde der Ehre fand den Heldentod fürs Vaterland unser 2. Turnwart im Alter von 20 Jahren ilhelm Euth Eardist im I. Carde-Regiment zu Fuß, 6. Komp. Wir verlieren in dem Dahingeschiedcnen einen treuen Freund, eines unserer tüchtigsten Mitglieder und eisrigen Förderer der ^ Tur-nache. Ein ehrendes Andenken werden wir ihm stets bewahren. Erbftast, den 5. Dezember 1914. Der Jlorßaub des Turnvereins. R Für die bis einschliesslich 7. ds. Mts. zulässigen l Piund- eldpostsendungen biete ich zu besonders bitlijtcn Weilinachtspreiscn hiermit an: Wasserdichte lelönraiiß Westen von Mk. 4.50 an Wasserdichte lelflGraiß Hosen Dicke wollene gestrickte Socken und Strümpfe SchieQhandfchuhe,Fu(Hchlü|tfer Futterhosen, Lungenschützer Oiirensciüitzer, Leibbinden, Kniewärmer Verpackung umsonst! rieh Diehi, :yy l-'erEisjireclier 215. Kaiserstr. 80 9(«N« I«ge»zeitA»A. 6an«ta|b *•« 9. SotilKt Itl» nr tbt Zehlutz der Weidepertode anhaltende gute Wetter wirkt« so- >eohl auf das Wohlbefinden der Tiere, wie auf die Vegetation günstig ein, so datz bis zum Abtriebe die Weide zur Ernährung der Tiere ausreichte. Leider ergab die tierärztliche Untersuchung beim Auftriebe das Vorhandensein von Scheidenkatarrh bei der Mehrzahl der Rinder. Die sofort mit drei verschiedenen BckämpfungSmethoden cingelcitcte Behandlung war von iiutem Erfolg begleitet, so daß beim Abtriebe sämtliche Tiere als geheilt den Besitzern übergeben werden konnten. Im Tiergarten erkrankte in der ersten Hälfte des Mai eine Anzahl Fohlen an Influenza, welcher das zuerst befallene Fohlen erlag. Doch konnte bald festgestellt wer- Stellt man die in diescnr Jahre auf den vier Weiden erzielten Durchschnittsgcwichtc in Vergleich mit den Durch- chnittsgewichten de?- vorigen Jahres, welche für Rinder 8t Kilo und für Fohlen 73,4 Kilo betrugen, so wurden letztere lei Rindern um 2,6 Kilo und bei Fohlen run 1,3 Kilo über- „a jedoch in jedem Jahre eine wechselnde Anzahl von Deidetieren, die nicht die vollständige Weidezeit mitgcmacht oder an Gewicht abqenommcn haben, von der Durchschnitts- crechnung ausgeschlossen werden müssen, so ist eine Gegenüberstellung von Durchschnittszahlen ans verschiedenen Jahren zwecks Gewinnung eines Urteils über die Leistungs- fehigkeit der einzelnen Weiden weniger geeignet, als der Vergleich der in den letzten Jahren auf den Weiden erzielten Gesamtgewichtszunahmen. Der gesamte Fleisi^uwachs betrug in den letzten 5 Jahren: 1910 1911 1912 1913 1914 kg kg kg kg Ke In Tiergarten 8384 4087 9391 13256 15526 In Zell 6582 5900 7633 6592 7935 In Lauterbach 6207 4315 5971 8257 6'67 In Wernings 4473 3287 4406 6311 7054 Zanttlichc Weiden 23846 175,9 27403 34416 36582 Ein Friedberger Bürger erhielt folgenden Brief: L. £.! Bielen herzlichen Dank für die gesandten Zigaretten, die manchesmal das Essen ersetzen müssen. Ich tan» Dir nicht beschreiben, was dieses Leben bedeutet, ein Leben voll Entbehrungen ohnegleichen. Die vielen Wochen liegen wir schon, ohne einen Tag Ruhe zu habe», im Schützengraben, den Eng- igndern gegenüber. Wir führen de» reinen Festungskrieg, penn die Engländer haben sich eingegrabcn, so datz wir nur purch Belagerung vorwärts kommen können. Ein Glück fite ms, datz die Kerls unscre Sturmangrisse, die uns allerdings uch viele Opfer koste», so sülchten. 200 Meter liegen wir noch iuoeinander, unsere Gegner haben vor ihrem Schützengraben Uchte Stacheldrahtverhaue, über die wir nicht so leicht hinwrg- cmmcit können, zumal auch Minen darin gelegt sind. Es liegen nun schon beinahe 14 Tage Tote von uns und von den 'ändern da. die nicht geholt werden können, denn wag! sich den. daß «S sich bei den übrigen Tiere» nur um ein« leichte Form dieser Krankheit handelte. Die Seuche war dement- sprechend auch bald erloschen. Der Gesundheitszustand war im allgemeinen während der ganzen Weideperiode ein befriedigender. Die Verluste der Weiden betrugen 2 Fohlen und 3 Rinder. Don diesen entfallen 1 Fohlen und 2 Rinder auf den Tiergarten, 1 Fohlen auf Lauterbach u. 1 Rind auf Wernings, während in Zell ein Verlust nicht eintrat. Todesursachen waren in je einem Falle Influenza und Darmris-, infolge Blähung. Ein Fohlen stürzte das Genick, zwei Rinder mußten infolge Beinbruchs bezw. Vereiterung der Hufbeinbeugelehne u. der Lunge notgeschlachtet werden. Der Erfolg des diesjährigen Weidcganges ist aus der folgenden Zusammenstellung zu ersehen: Weiden: —I» gemütlich. Grütze alle vekamrt« »ad Stammgäste mch sei D» and Deine Familie herzlichst gegrüßt Dein Freund Otto H...... • Z» der» Schützengraben westlich von Lille. Ets lkrsensireiwilligcr des 221. Reserve-Infanterie Regiments schreibt: Fromelles, den 20. II. 14. Meine Lieben! Empsanget meinen herzlichsten Dank für die Pakeichen, die ich ich jetzt fast regelmätzig empfange. Heute bekan, ich Nr. 17, ich kann Alles sehr gut gebrauchen. Es ist hier nicht schön. Man mutz viel ertragen können und gefeit sein gegen Strapatzen, Unser Quartier ist Fromelles, früher ein anichei- ncnd reiche, Dorf, jetzt ein Trümmcrhausen, höchstens 25 Häuser stehen noch, stark beschädigt und zum Teil halb zusammen- geschossen. Bor 0 Wochen hausten hier die Engländer, di« sich nicht sein gegen Hab und Gut ihrer Bundesgenossen benehmen; Alles geplündert! Damals hat unsere Artillerie das Dors bcschoüen: feit 6 Wochen, nachdem es in unlerem Besitz ist, wird es täglich von den Engländern bombardiert. Einmal war das Feuer so stark, datz wir in das Feld flüchten mutzten. Hierbei erhielten wir auch die grötzten Verluste. — Ei» schreckliches Gefühl, R- dcn Augenblick getrossen zu werden, ohne etwas sehen und sich wehren zu können. Unsere Kompagnie Ist in drei Häusern untergebracht; ich liege mit 12 Kameraden in einem kleinen Zimmer (3X3 Meter). Aus dem Boden liegt Stroh, natürlich nicht gedroschen! Die Möbel waren schon von den Engländern zu Heizzwccken verwertet. An Möbelstücken ist in unlerem Hause nur ein einziger Stuhl vorhanden, der wobl auch bald daran glauben mutz. Die Fensterscheiben sind zerschlagen, was sich nachts unangenehm bemerkbar macht. Die Pferde- Kühe-, Schweine-'und Hühnerställe werden auch als Quartier benutzt. Das Vieh, sogar Pserde laufen mitten im Feld herum und liegen massenhaft von Kugeln getroffen umher. Die Hühner sind jetzt fast alle obgeschlachtet und auch der Bestand an Rindvieh nimmt sichtlich ab. An Fleisch gibt cs hier genug zu cssen.In diesen Quartieren bleiben wir am Tage, dann geht', bei Anbruch der Dunkelheit vorwärts in die Schützengräben. Der Weg geht durch enge Laufgräben geschützt vor feindlichen ) Kugeln. In den Schützengräben ist cs bei gutem Wetter ganz I schön, bei Regen und Sturm aber, wie cs in der letzten Zeit der Fall war, ist es kaum auszuhalten. Alles mutz wach bleiben und genau Acht geben. In der Nacht weiden neue Schützengräben gegraben. Vorgestern haben wir, 60 Meter von den Engländern entfernt, einen solchen ausgehoben und den Wall so hoch ausgeworscn, daß man am hellen Tage gebückt weiter graben konnte, ohne vom Feind gesehen zu werden. Unbemerkt blieben wir jedoch nicht, es dauerte nicht lange, so wurden wir mit Schrapnells befeuert. Dieses Arbeiten geschieht bei Regen, so datz man, bis auf die Haut natz, kaum die Glieder regen kan», wen» man nach vierstündiger Arbeit im Schützengraben beim Wachestehen sich etwas erholen soll. In den letzten Nächten war das Thermometer wert unter Null, sc datz ich alle Kräfte zusammennehmcn muhte, um nicht zusammenzubrechen. Wie war die Freude so grotz, als mir abends in unsere Quartiere zurückkehren konnten! Ihr dürft aber nicht denken, datz man dort nur freie Zeit hat. Inden Ruhetagen mutz alles in Ordnung gebracht werden: Gewehr und Seitengewehr sind verrostet, Hose, Rock und Mantel sind in Lehm gebadet, sodatz man für ihre Reinigung einen Tag braucht. Die Stiesel sind von oben bis unten verschmiert. So hat man immer seine Arbeit, bis wir wieder die Schützengräben aufsuchen. Am Tage schweigt fast ganz das Eewehrfcuer. Wenn sich ein Engländer zeigt, jo wird aus ihn gefeuert und umgekehrt. Nachts schieben wir »ach Möglichkeit nicht. Die Engländer erössnen zeitweise ein mörderisches Feuer, um die Deutschen von einem eventuellen Sturmangriff abzuhalten. Die Artillerie arbeitet aus beiden Seiten Tag und Nacht. Die Verköstigung im Schützengraben ist höchst einfach. Morgens um 6 Uhr gehen einige Leute mit Kochgeschirren zur Feldküche, die etwa 1 Kilometer hinter den Schützengräben vorfährt: ebenso mittags gegen 2 Uhr, wo Jeder cwa y, Liter Suppe Drilliche Feldvriefe. Den Engländern gegenüber. Scheidet man das Jahr 1911 wegen der anhaltenden Dürre als abnorni aus, so ergibt sich aus dem Vergleich der vier im großen ganzen gleich gearteten Jahrgänge, datz die Produktion im Tiergarten, in Zell und Wernings noch erheblich gesteigert worden ist. In Lautcrbach ist gegen daS Vorjahr eine wesentliche Abnahme zu verzeichnen, dessen Grund man in der Besetzung der Weide und der geringeren Dualität der anfgetriebenen Fohlen zu suchen hat. Auch war die auf sämtlichen Weiden infolge der Mobilmachung erfolgende Wegnahme einer größeren Zahl zw-iMriqer Fohlen vor Weideschluß von Einfluß auf die Gesamtgewichtszunahme. Während im Jahre 1913—11 im Tiergarten eine Wintersohlenweide mit 11 Fohlen eingerichtet Nurrde, kam in diesem Jahre eine solche mit 9 Fohlen zustande. 7 dieser Fohlen hatte» die abgeschlossene Sommerweide mitgemacht und 2 einjährige Fohlen kamen aus den heimatlichen Ställen zur Winterweide. Sämtliche Fohle» befanden sich in recht guter Verfassung und ist zu erwarten, daß die Winterweide sowohl auf die Körperentwickelung wie ans den Zuchtwert der Tiere einen guten Einfluß ausüben wird. einer hervor, dann ist er verloren. Vorgestern Rocht hatten die Engländer wieder einen Durchbruch versucht, sic sind ober schmählich zurückgeschlagen worden. Lieber Heinrich! ich hätte sonst nie geglaubt, daß ich mich so begeistern könnte, doch es erregt wirklich Freude, umsomehr als wir bis jetzt immer Erfolg hatten und wenn die Engländer zurückgchen, deren Gräben besehen können. Tagsüber ist der Kamps ein ausgesprochenes Artillcricduell und nachts beginnt dann unsere Arbeit, lieber Tag lege» wir neue Laufgräben an und wühle» »ns wie die Maulwürfe an die feindliche Stellung durch. Seit 6 Woche» haben wir »och keinen Tropse» Wasser an den Körper bekommen, aus den Kleidern und Schuhen kommt man überhaupt nicht mehr heraus. Doch alles wird wohlgemut ertragen ; eine Kameradschaft herrscht hier, die einzig ist. Bekommt einer etwas, das wird immer geteilt. Ein reizender Mensch ist unser Leutnant. Er rust uns immer gegen Abend zusammen, dann stimmen wir deutsche Lieder an und machen die Kerls drüben scharf: einige spielen Mundharmonika und unser Gegenüber begleitet uns mit Gewehr- und Ecschllhfeuer. Doch schießen sic meistens über unsere Kopse hinweg, dann brüllt alles bei uns: Hurra! Du stehst, auch hier ist es manchmal sehr Ertrag der Gewichtszunahme der Fohlen Gewichtszunahme der Rinder Ge amter iteüchzumochs Bezeichnung der Weiden niedrigste höchste durch- fchnirt- luhe i niedrigste höchste durchschnittliche pro Tag Fohlen Rinder insgesamt pro Hektar kg kg kg kg kg Ke kg kg Ke kg kg kg Tiergarten...... 9 178 107 — 0,67 37 189 103,8 0,65 2965 12561 15526 315 Z-ll........ 17 137 64,— 0,44 22 158 85,5 0,58 1535 6403 7935 274 Lauterbach..... 2 221 51,3 0,33 13 158 90,6 0,58 1747 4320 6067 156 Wernings...... 3 125 76,8 0,51 16 125 74,4 0,43 1404 5650 7054 235 Sämtlicher Weiden . -- 221 74,7 0,49 13 le9 88,6 0,58 7651 28931 36532 245 Billig! Billig! : Sehr Willkommen I 1. 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Die Engländer haben in Südafrika im Kampfe mit den aujstäiidischen Buren eine Schlappe und starte Verluste erlitten. 28. November. französische Angriffe in den Argonnen wurden zurückge- wicsen. Im Walde bei Aprcmont wurden dem Feinde einige Schützengräben entrissen. Starke Kräfte der Russen in der Gegend westlich von Ro. woradowsk wurden zurückgefchlagen. Der Oberbefehlshaber des deutschen Ost. Heeres v. hindcnburg wird zum Eeneealfrldmarschall. Eeneralstabsches v. L u d e n d o r s zum Eeneralleut- n a n t ernannt. Die englischen Dampfer ..Malachite" und ..Primo" werden iin Westen des Acrmcllanals vor dem französischen Hasen Le Havre von deutschen Unterseebooten vernichtet. Die Oesterrcicher drangen weiter in Serbien vor und erstürmten die beherrschende Stellung von Siljach, dabei wurden 900 Gefangene gemacht und drei Geschütze erbeutet. Die Türken warfen im Tschorollal einen russischen Aus- fallsvcrsuch zurück. 28. November. Vorstötzc der Russen in der Gegend von Lodz wurden ab- gewiesen, während unsere Gegenangriffe erfolgreich blieben. Die Zahl der in den letzten Kämpfen von der Armee Hinbenburgs gemachte» Gefangenen hat sich auf über <>8000 erhöht, neben 150 Geschützen und Maschinengewch- * ren. Trotz ungünstiger Witterung haben die Oesterrcicher in Serbien an der Kolobara weitere Fortschritte gemacht, (1201 Gefangene, darunter 2 Regimentskommandeure)z dagegen ha. den sie Gzernowitz wieder geräumt. Der bisherige Gouverneur von Belgien, Frhr. v. d. Goltz, geht als militärischer Berater nach Konstantinopel. Das russische Flaggschiff im Schwarzen Meer ist im letzten Kamps schwer beschädigt worden. Die Perser und Araber fchlictzen sich in Immer größerer Zahl dem heiligen Kriege an. »0. November. Der deutsche Kaiser hat sich aus den östlichen Kriegsschauplatz begeben. Südlich der Weichsel im nördlichen Polen find wiederum 1500 Russen gefangen und 18 Geschütze erbeutet. Ein Ueber- fallsversuch bei Darlehncn führte zur Vernichtung der betreffenden russischen Abteilung. Die südlich von Valjewo in Serbien vorrückenden Oester- reicher haben i» siegreichen Kämpscn die Sudobor-Höhen gestürmt und 1251 Serben gefangen genommen, sowie 11 Maschinengewehre erbeutet. In den Karpathen wurden di« Russen unter schweren Verlusten zurückgeworfcn, sic verloren 1500 Gefangene. 1. Dezember. Die Armee Hin den bürg hat wiedcruni 05 0 0 Rusfcn gefangen, 18 Geschütze und 20 Mafch > - nenge wehre erbeutet. Ucber 80 800 Russen sind seit dem 1. November von der Armee Hindcndurg gefangen genommen. Amtlich wird belannt gegeben, daß Teile der deutschen Armee in Rußland ernstlich bedroht waren, abgeschnitten zu werden. In heldenmütigen, dreitägigen Kämpfen durchbrachen sic den von den Russen gebildeten Ring und brachten »och 12 000 gesungene Russen und 25 feindliche Geschütze mit. Ein Angriff der Russen ans Pizemysl wurde abgefchlagen. Die Serben wurden östlich der Kolubara auf der ganzen Linie geworfen und zum Rückzug gezwungen. Seit Beginn der letzten Offensive wurden 19 000 Serben gefangen, 17 Maschinengewehre und 10 Geschütze erbeutet. Nachdem in Portugal die teilweise Mobilmachung beschlossen wurde, sollen jetzt portugiesische Truppen zur Untcrstiitzubg der Engländer nach Aegypten gehen. 2. Dezember. Im Argonncnwald wurde von dem wurttcmb. Regiment Nr. 120 ein starker Stützpunkt der Franzosen genommen und dabei 300 Franzosen gefangen. Der deutsche Reichstag hat die Kriegsvorlage mit allen gegen die Stimme des Abg. Liebknecht angenommen. Die Oesterrcicher zogen in Belgrad, der Hauptstadt Ser. biene-, ein. Die Ei senbahnbrücke über den Wardas, die de» Verkehr von Serbien nach Salonilr verbindet, wurde von aufständischen Mazedoniern gesprengt. Die Türken besetzte» die Stadt Ardonutsch. östlich d.s Tschorokh-Flusses. 3. Dezember. Der Kaiser weilte in Breslau, allwo er eine Besprcch ung mit den österreichischen Heerführer» hatte, von da begab er sich zu den verbündeten Truppen auf das Kampffeld von Ezcnstochau. Die Oesterrcicher setzten die Verfolgung der Serbe» fort, von Lenen sie einige hundert gefangen nahmen. Der Burensührer, General De Wct, wurde von den Engländern gefangen. Deutsche Kriegsbriefe. von Paul Schwede! Deutsche Kriegsbriefe von Paul Echlveder. (Nnbcr. Nachdruck verbot?».) Grosics Hauptquartier, 86» Rvv. »ober Nacht ist bas Große Hauptquartier vollständig oi»geschneit. Tie Hänge der Ardennen, das schöne Maas- tal und die frcnndlicho Stadt, in der sich der Große Gouo- ralsiab und all die großen und kleinen Aemter znfaninii den ausländischen MilitürattachecO und den Kriegsbericht- crstattcrn befinden, liegt unter einer dichten weißen Deck?, die der an sich schon wundervollen Landsckmft noch einen erhöhten Reiz verleiht. Nun beißt cs für die vielen Automobile, die hier täglich zu tun haben, vorsichtig zu fahren, denn der schwere »»fall des Prinzen Wilhelm zeigt, daß auch die von Napoleon angelegten schönen Heerstraßen der hiesigen Gegend ihre Tücken haben. Inzwischen ist Prinz Oskar wied?? hier eingetrofse». Er hat sich von dem Nervenchok, der ihn seinerzeit dienstunfähig machte, vollkomincn wieder erholt, doch ist es zurzeit noch unbestimmt, ob er sein altes Rc- g wcnt, die Liegnitzcr Königsgrenadiere, wieder übern.'h- men wird. Eine traurige Pflicht erwuchs den Herren de? Großen Hauptquartiers am letzten Sonnabend, als sie der Leiche des so plötzlich verstorbenen Generalquartiermeisters von Voigt-Retz folgen mußten. Kann, war es ihm gelungen, sich als tliachfolgcr des Generalquartiermeisters von Stein einzi,arbeiten, als auch schon der Tod ihm die Feder aus der Hand nahm und die Ernennung eines dritten Gcnc- rnlquartierineistcrs nötig machte. 1870 haben wir lväh. rend des ganzen Feldzuges nur mit einem Generalqnar» tiermeister zu rechnen gehabt — dem General v, Podbi- eleli und diesnial bringen uns die ersten vier Monate des Krieges bereits den dritten Herren für dieses schwierige und verantwortungsvolle Amt. Mit dem ersten Schnee haben sich im Großen Haupt« quartier auch einige interessante Gäste ei»gesunden. Ta ist zunächst der türkische Botschafter zu nennen, der mit den beiden Söhnen des seinerzeit ,ur Ab- dankung gezwungenen Sultans Abdul Hamid imd ineh- reien türkischen Offizieren hier eingctrosfen ist und bereits eine Audienz bei dem Kaiser batte. Wenn der türkische Botschafter damals im Balkankriegc nicht verwundet worden wäre lind d»as Lazarett in Konstantinopcl hätte anf- suchcn müssen, wer weiß, wie anders dann vielleicht manche» iui letzten Türkcnkricge gegangen wäre. Aber auf jeden Fall wird es sich ja erweisen, ob da unten das alte Feuer noch glüht und ob die Kruppschen Kanonen wlrklick, so wenig wert gewesen sind, wie cs frohlockend bi« Schneider-Erenzot-Prefse seinerzeit behauptete, dieselbe.« Kanonen, die jetzt in unscrcn Feldstellungen so gute Dienst« tilli, (>?s kommt hinzu, daß die türkische Armee Wohl nur noa, deutsche Geschütze hat, wodurch die Leistungsfähigkeit und Uebcrlegenhcit derselben sich ohne weiteres beweisen lassen lvird, und daß die Türkei bereits die Offensive ev» griffen hat — ein Umstand, bet erkennen läßt, daß der alt« Schlendrian anfgchört hat zu existieren. Welche unabsehbaren Folgen wird nicht auch sür die alten Gegner der Türkei dieser Weltkrieg im Gefolge haben! Ein weiterer, gern gesehener Gast war der ungarisch« Ministcrprüsidcnt Gras Tisza, der hier ebenfalls vom Kaiser empfangen wurde und dann den österreichisch-ungari- tchen Militärbcvollmächtigten, dem Grafen von Stürgh lind beut Baron von Bienerth seine Aufwartung machte. Man hat Über den Zweck seines Besuches nichts zu erfahren vermocht. Wie gern möchte manch einer von uns in diesen Tagen des großen Sieges über die Russen lieber drüben im Osten weilen, um die beiden Männer mit feiern zu Helsen, denen er auch diesmal *» verdank«» *•“** Die Preise der 88 Plg.-Artikel sind rein netto. 88 werden fortgesetzt „ Jbielm unerreichte Vorteile! Grosse Posten Kleiderstoffe, Blusenstoffe, Bamenheniden, IPanicnhosen, Untertaillen, Reformliosen für Damen und Kinder, Ucibuiidseel-Anzüge, Kopfkissen, Hamen- und Kinder- Scliürzen, wollene Tücher, Shawls, Hauben, Sweaters, Korsetts, Gürtel, Kindermuffs und S B cIzc usw. 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Ter Name fliegt gleich einem Fanal aus den schneebedcck- len Schützengräben an der Aisne zu denen der Gegner hinter und wir haben die Ursache, anzunehmen, daß denen da drüben bei der Nennung dieser beiden Namen nicht ganz geheuer ist. Paul Sch weder, Kriegsberichterstatter. lUirkuna des Tabaks auf Stimmung and Midtlstandskrast nniem Truppen. „Wen» wir zu rauchen Haien, La tann Essen und Trinken ruhig fehlen." Alle Berichte von der Front stimmen darüber überein, daß Zigarren und Zigaretten die begehrteste Liebesgabe bei unsren Truppen sind. Die aus Frankreich von der Autosahrt des loten Kreuzes zurückgekehrten Herren, so schreibt die „M"gd. Zeitung", bestätigen das. Der hierunter abgedruckte Brief eines Offiziers gibt von der Bedeutung des Tabaks und von .einer Wirkung aus Stimmung und Widerstandskrast unserer Soldaten ein anschauliches Bild: .....Nachdem wir (Kronprinzen-Armee) am IS. 9. un- .-ren strategischen Rückmarsch über Bercnncs angetreten hatten, erlangten wir am 14. 9. in die Nähe von Montfancon. Hier .'am unser Bataillon auf Vorposten und lagen wir die ganze lacht ohne Stroh im strömenden Regen unter unseren Zelten. Sen Tag daraus muhten wir schwer arbeiten und früher von :en Franzosen angelegte Schützengräben und Vers^-"..... m Vorgelände eincbnen. Verpslegung gab cs nur einmal am Tage, und zwar in der Dunkelheit einen Teller warmes Este» der Feldküche und dazu - o Freude — an einem Tage hn Mann Brot, wir haten seit drei Tagen kein Brot ge- IN». Am 15. nachmittags ging ich dann mit meiner müden, ungrigcn und abgearbeiteten Kompagnie in die vorderste Linie :cr Vorposten im Walde von Montjancon, um die Schanzar- jciten der Unsrigen bei Montsanco» zu decken. Der Himmel Vitt» seine Schleusen geöffnet und überschüttete uns ausgiebig :it Regen, so dah der berühmte trockene Faden bei keinem von ins mehr vorhanden war, dazu besahen die Franzosenkcrls, die m Anmarsch waren, die Frechheit, sich dahin zu pflanzen, wo .vir hinwollten: ernst nach energischer Aufforderungen mit unsrem Schiehgewchr stellten sie bei Dunkelheit jede Belästigung in Bloh der Regen hört- nicht ans, und, o Jammer, wir urften nicht einmal Zelte bauen» denn jeden Augenblick konnte bet Tanz wieder losgehen, dazu Hunger, und zwar unheimlich, auherdem zerschlagen, müde und abgehetzt. Ich sah nicht ge- rode zu rosig in die dunkle Nacht. — Da endlich KU Uhr nachts kam die Feldküche, doch sie konnte meine verhungerten Zeute, noch dazu cs kein Brot und nur wenig Esten gab, nicht v.chr recht aufrichten. Doch mit der Feldküche war mein Kom- mgnie-Feldwebel, der in Montjancon gewesen war, gekommen md brachte einen grohcn Handkorb mit. Auf meine müde Frage, was denn der Korb bedeuten solle, flüsterte er inir zu: Herr Leutnant, in dem Korb sind die ersten Liebesgaben aus er Heimat, Zigarren und Zigaretten." Im Augenblick war »eine Abspannung verslogen, wie elektrisiert spring- ich empor, md nachdem ich mich von der Wahrheit überzeugt, ruse ich cs -einen Leuten gedämpft zu. Hei, wie der Blitz kamen sie an- eschosten, die bleierne Müdigkeit war gewichen, und als sie etzt wirklich einige Zigarren erhielten, da schmunzelten alle -friedigt. Auch meinen drei Feldwachen lieh ich sosort durch Patrouillen Zigarren schicken. Und als uns im Dämmer des ommcndcn Morgens die französischen Truppen mit Eewehr- euer überschütteten, da erhielt jeder meiner Leute an Stelle >vn Kaffee einige Zigaretten. Keiner vermihte den Kajjece, « Gegenteil, die durch die Anspannung der Nacht ermüdeten triegcr waren frisch und munter und versicherten mir über, instimmend: „Wenn wir zu rauchen haben, da kann Essen nd Trinken ruhig fehlen." — Und, — ruhig sich dem Gerüste des edlen Rauchkrautes hingebend, traten sic dem wild ringenden Gegner mit ihrem rauchlose» Gewehr in aller l-nruhe entgegen, zwangen ihn, starke Kräfte gegen uns zu ntwickeln »nd hielten ihn so lange auf, bis die Schützengräben intet uns fertig waren, um dann, gemütlich rauchend, bis inein in die Schützengräben zu rücken. — Die nachfolgenden ranzvscn holten sich an den ibräbe» blutige Köpfe. Wohl keiner von den Tabakspendern in der Heimat hat an ine derartige Wirkung seiner Gabe gedacht. Dentlche Eltern. In dein warmen Stübchen sitzen Vater, Mutter — still versonnen — Weithin drängen die Gedanken, Weithin über die Argonncn. Wandern z» dem E'nz'gen, der dort Wochen sckion im Schiibengrabe», Und von dem sie, sonst so pünktlich. Lang schon keine Nachricht haben. Weiht du „Mutter" spricht der Alte. „Brauchst dich nicht so sehr zu bangem Hat so wenig Zeit, der Junge, Um znm Schreiben zu gelangen. „Ach. ich macht' cs gerne glauben" . Spricht die Mutter. „Doch so bange Ist mir heute!" — Eine Träne illiimt ihr von der bleiche» Wange. Mutter, konlin', lag, uns gedenke», Lieber doch vcrgang'ner Zeiten, Wo lvir uns des lieben Jungeis, Trotz der tollen Streiche freuten. Weiht du iwch, wie wir so gerne Schafften für den li-ben Knab-— Bene Tageszeitung. Samstag, »«« 8. Dezember — Sollt' es dach, wenn einst erwachsSi , 1 Besser als die Eltern haben. - Also sprach er und die Mutter •fi Lächelt wieder unter Tränen < — Trost gewährt schon der Gedanke, Ihn versorgt daheim zu wähnen. Und nun herrscht im trauten Stübchen Wieder Schweigen, heil'ge Ruhe, .....In der Ecke tickt die Wanduhr Und der Holzwurm in der Truhe. Vom Kamine knistert's leise. Ab und zu die Funken sprühen, Schöne Träume, süßes Hoffen, Heimlich durch die Herzen ziehen. Leises Pochen weckt die Alten, „Vater, ach, was träumt ich eben, Unser Sohn war hier im Zimmer Hat inir einen Kuß gegeben. Wieder klopft es an die Türe „Wer mag wohl so spät noch kommen? Feldpost?, Hab von meineni Jungen Freilich lange nichts vcrnonimenl" Doch er stutzt! Was hast du Vater?" „Unser Jung' hats nicht geschrieben — Mutter, fast' dich, ach ich weist jetzt, Warum Nachricht ausgeblieben. Und man meldet, daß sein Junge Sich Unsterblichkeit erworben, Als er, bis zum Ende kämpfend, Für da? Vaterland gestorben. Mutterl bittend sprach's der Alte, Last' uns ninnncrmchr verzagen, Was uns Gott für unsere Heimat Mit zu Helsen, ausgebcagen. Wenn auch einsam, sei zufrieden, Ist der letzte Sieg errungen, Halte aus, und sei als Mutter, Würdig deines tapfer» Jungen. Slznt, Deutsche Frauen, zeigt euch gras; in dieser groszen Zeit! Von I. P a ch a l!. Vielen von meinen deutschen Schwestern wird es so gehen, wie cs mir immer von neuem geht, dah man wieder und wieder erschüttert, ergriffen steht vor der Größe der Gegenwart, doh einem zu Mute wird, als müsie man niederknien und Gott danken, der uns diese gewaltige Zeit erleben Iaht. Ich will hier einmal ganz absehen von dengroßcn herrlichen Siegen, die wir durch Gottes Gnade schon zu verzeichnen hatten und aus die wir in demütiger und doch freudiger Zuversicht weiter hoffen dürfen, ich denke an die Größe von Opfermut und Treue, bis in den Tod, von Selbstverleugnung, Hingabe und Ausdauer, von Hilfsbereitschaft und treuer Kameradschastlichkeit, die des eigenen Lebens nicht achtet, die uns immer wieder in so vielen leuchtenden Beispielen aus unserem Heer — im weitesten Sinn — entgcgcnkritt, Deutschlands Männcrwttt zeigt sich der Väter, der Ahnen wert in einer Weise, die jeden der den deutschen Namen trägt, mit freudigem Stolz ersüllen muh. Ta drängt sich uns, den Müttern, Schwestern, Gattinnen unserer Kämpser, wohl mit unwiderstehlicher Gewalt die Frage in Herz und Gewissen: Sind wir deutschen Frauen in dieser grohcn, heiligen Zeit auch wirklich groß? Sind wir unserer Helden draußen wert? Meine deutschen Schwester», Gott redet gewaltig ernst mit unserem Volk und mit jedem Einzelnen: Gott gibt uns nach so viel Versäumnissen noch einmal Gelegenheit aus den Acker unseres Volkes neue, heilige Saat zu streue» mit Blut und Tränen, das Liebste, Beste, Edelste, was wir aus Erden haben — aber wehe uns, wenn wir die große Stunde versäumen, wenn wir unsere Pflicht nicht tun. Ich rede hier von einer heiligen Wehrpflicht für olle, einer großen Mobilmachung sllr alle! Unsere todesmutigen Männer setze» draußen ihr alles ein — für uns — welche Aufgaben sind hier in der Heimat zu löse», an denen wir Mitarbeiten dürfen, um nicht das schmerzliche, niedcrdrük- lende Eesühl zu habe», in solcher Zeit müßig sein zu müssen. Nein, Gottlob, es ist Arbeit genug für uns da, unser himmlischer König gibt uns seine große Mobilmachungsorder, aus der ich einzelne Punkte nennen möchte. Zunächst die Opfer- sreudigkeit! Vielleicht lau» man sagen, die Frauen bringen in dem großen heiligen Kampse, die schwersten "Opfer, Unsere Helden draußen setzen das eigene Leben ein, die deutschen Franc» geben das, was ihnen lieber ist als das eigene Leben. Und wieviel stilles Heldentum bringt mancher Witwenschleier, manchrs blutende Multcrherz! Aber, meine Schwestern, zuerst ei» Wort für diejenige» von uns, welche dienen, arbeiten sürs Vaterland, öfsentlich diene». Wir wollen uns mit heiligster Sorgsalt hücen vor jenem Trachte» nach Ehre und Ruhm vor den Leute», nach Lohn und Anerlcnnung vor Mensche». Still verborge» muß die deutsche Frau ihre Opfer bringe», ihre Tränen weinen und über dem eigenen Leid nicht des Vaterlandes Sorgen - und, was vielleicht schwerer ist, — desBatcr- landos Freude vergehen, sich mitfreuen können am Sieg, auch im schwarzen Kleide, Und nun ein zweiter Mobilmachungsrus! Deutsche Frauen benutzt diese heilige, große und so todcsernste Zeit, um endlich wirklich ganz d e u t s ch zu werde»! Deutsch in Kleidung und Sitte rein, keusch, würdig in all eure» Ecbahren und Ausire- ken! Es muß uns doch unmöglich erscheinen, nach dem, was wir jetzt erleben, jemals wieder Sklavinnen sranzösifcher Moden -u werden! Wir waren ans oeni besten Wege, daß n niete Heranwachsende weiblich« Jugend schainlos würde: — laßt auch hier den Kriegsruf nicht vergeblich sein. Schafft eine rein- edle, keusche, deutsche Kleiduug und Mode. Und weiter! Es bahnt sich ein Neues, ei» Frühling in unserem Volle an, aber die Blättlein und Knospen sind »och gar zart und tönnen leicht ersricren, hier gibts Arbeit genug. Es wird wohl vielen meiner Schwestern jetzt so gehen, daß man fast mit Neid auf die Männer schaut, die sich ganz einsetzen dürfen fürs Vaterland, wohl, sie haben jetzt nicht viel Zeit, sich den Ausgaben im Innern des Landes zu widmen, da heißt cs: Ihr Frauen, mobil zur Arbeit an der Volksseele! Um mit dem Persönlichsten anzufangc». Laßt uns heute mehr denn je rechten sozialen Sinn pflegen, damit nicht, wenn Gott der Herr uns in Gnaden den Frieden schenlt, von neuem die alte Zerrisienheit der Stände da sei, die durch gemeinsame Opfersreudigkcit und gemeinsames Tragen jetzt so schön über- brückt wird. Entlaßt nicht euer Dienstmädchen, um euch ceich- licher an öffentlicher Wohltätigkeit beteiligen zu tönnen. Spart nicht auf Kosten anderer! Vermeidet jeden unnötigen Luxus, vor allem in der Kleidung: denkt daran: das tut denen weh die durch den Krieg kaum das tägliche Brot haben. Ich meine cs wäre ein unbeschreiblicher Segen des Krieges, wenn er e» dahin brächte, die Ansprüche der Lebenshaltung in allen Ständen wieder zurückzuschrauben, laßt uns mit gutem Beispic! vor- angehcn: wir werden mit Staunen sehen, daß viel weniger als wir dachten „unbedingt notwendig" ist zur Toilette! Wir Helsen damit denen, die darben mästen, daß sie nicht bitter werden: wer cs versäumt, versündigt sich und wird mitschuldig an neuer Verbitterung. Es sind hier so gewaltig ernste, ver- antwortungsschwcre Ausgaben zu lösen als Vorbereitung für die Zeit, wo wir wieder Frieden haben werden! — Vor allem, ihr deutschen Frauen, wenn jemals, so gilt es heute zu lämpsen für Gottesfurcht und Frömmigkeit, für Zucht imd Sitte! Es ist eine Schande, wenn auch heute noch das Laster sich öjscntlich breit macht, wenn deutsche Frauen sich nicht entblöden, jetzt nicht nur wertlose, fade, sondern schlupf- rigc, anstößige Theaterstücke zu sehen. Das Blut, das draußen vergehen wird, müßte ihnen dabei aus der Seele brennen. Galt hat den Acker unseres Volke» ansgepflügt mit gewaltiger Pflugschar der Boden ist empsängllch — weh uns, wenn wir den großen Augenblick ungenützt verstreichen Iahen! Und darum noch ein ernstes Wort zum Schluß! Unsere Soldaten schauen fast mitleidig auf die elenden, kümmerlichen Jünglinge, die in Frankreich jetzt vielfach eingestellt werden. — Mein Volk, das ist Gottes furchtbares Gericht über das sittenlose Frankreich. — Ob wir wohl, wen» cs so weiter gegangen wäre bei uns, wie es ansing, nach zwanzig Jahren noch zwei Millionen frische kräftige Kriegsfreiwillige hätten liefern können, wie wir cs jetzt so stolz und freudig konnten I — Gott kan» nur mit uns sein, wenn wir mit ihm sind: hier liegt die Verantwortung siir jeden Einzelnen! Wir wollen doch nicht Landesverräter und Vatcrlandsfeinde sein! Auch hier muß cs heißen: Mit Gott wollen wir siegen und mühen siegen' Zehn Minuten. Als v. Hindenburg, der Sieger in den Rusienschlach- tcn, noch Divisions-Kommandeur war, waltete er mit strenger Eenauigleit in großen und kleinen Dingen und legte auch Wert auf das Einüben richtiger Zcitabschähung. So fragte er bei einer Besichtigung plötzlich einen Soldaten, wie lang ungefähr der Zeitraum von 19 Minuten sei. „Nun zehn Minuten." antwortete der Rekrut. — „Ganz recht", erwiderte Hindenburg, „wir wollen aber gleich mal sehen, ob Sie auch wihen, wie lange zehn Minuten talsächlich dauern. Ich nehme jetzt meine Uhr und wenn Sie meinen, daß zehn Minuten ver- slohcn sind, so rufen Sie: Halt." Der General nahm seine Uhr aus der Westentasche und der Soldat stand stramm da, den Blick wie nachdcnkend cinpor- gewandt. Nach fünf Minuten fragte der General, wie l nge er denn noch warten soll. Der Rekrut sagte kein Wort, grinste nur und schielte wiederum nachdenklich in die Höhe, Plötzlich rief er mit Kommandostimme: „Hali!"^ Genau 19 Minuten! Der General war erstaunt und zugleich erfreut über eine so präzise Zeitabschützung. „Ausgezeichnet", sagte er, „mein Sohn. Es sind tatsächlich gerade zehn Minuten verflosien. Woher haben Sie nur diese auf die Minute genaue Zeitabschützung," Ganz treuherzig erklärte der Rekrut: „Von der Turmuhr, Darob allgemeines Gelächter bei Mannschaften und Offizieren: und auch v. Hindenburg, der stets viel Sinn für Soldatenhumor hatte, lachte mit. Die Fahne des Propheten. Die im alten Serail zu Stambul ausbewahrte Fahne des Propheten, die bei Verkündung des Heiligen Krieges entfaltet wird, aber ihren Aufbewahrungsort nie verlaßt, besteht au» einem nägelbeschlagenen Schaft, der mit Samt überzogen ist, und einem Fahnentuch aus dunkelgrünem Seidenstoff mit goldenen Inschristen in reicher Stickerei verziert. Rach der Uebcr- kieferung diente die Fahne, wie wir in der „Dosi. Ztg." lesen, ursprünglich als Vorhang vor dem Zelte Ajschas, der Lied- lingsgaltin Mohammeds, und ging dann als Kriegrsahne in den Besitz und Gebrauch der Ommajaden und Abassidcn über, während welcher Zeit sie zu Bagdad und Kairo ausbewahrt wurde. Dort siel sie im Jahre 1517 bei der Eroberung Aeqnv- iens in die Hände Selims I., der sie nach Damaskus bringen und alljährlich der nach Mekka pilgernden Karawane vorantra- gen ließ. Murad III. machte als erster den religiösen Charak- ier der Fahne lriegcrffch-politischen Zwecken dienstbar, indem er sie nnch Ungarn bringen und im Lager der Wort kämpfenden Truppe» entfalten ließ. Im Jahre 1595 wurde die Fahne i> feierlichem Anszuge nach Konstantinopel in die Moschee des alten Serails gebracht, in der sie sich bis zum heutigen Tag befinde!. Wen» der Sultan persönlich ins Feld zog, begleitete ihn die Fahne. Außerdem wurde sie jedesmat dann entfaltet, wen» der Scheich nl Islam durch ein Fctwa erklärte, der Staat fri in Gefahr. Zum letztenmal trat dicker siiall im Jahr m*. tat' 1K6 ei», als Sultan Mahmud den Ia»itscharen dos grStzttche Blutbad brrettetr. Im letzte» russisch-türkischen Kriege svmre im Balkankrtege wurde versucht, de» Scheich ul Islam zur Entsaltung der Fuhne ju bewegen, dach weigerten sich die damaligen Träger dieser höchsten Kirchenwürde, so schwere Verantwortung aus fich zu nehmen. Denn es gibt in der Tat lein furchtbares Aufgebot zum Kampfe bis aufs Messer, als die Enthüllung der grünen Fahne, jeder Muselmann, ob jung oder alt, ob schwach oder stark, gesund oder krank, arm oder reich, Familienvater oder Junggeselle, ist verpflichtet, Haus uird Be. sitz, Amt und Familie zu verlaffen, um dem Ruse Folge zu leisten. Den Augen von Nichlmohammcdanern bleibt die Fahne »cs Propheten, gleich wie dessen Mantel, verborgen. Die Moschee, in der er sich befindet, liegt im dritten Hose des allen Serails, wohin Ungläubige» der Zutritt unbedingt verwehrt ist. Der Zchlchjgeiany -er lknylän-er. Als ein Matrose des von unserem „17 9" torpedierten englischen Kreuzers „Ereffy" in den Fluten der Nordsee versank, stimmte er „Tipperary" an. Welcher Unterschied zwischen den deutschen Helden des „Iltis", die mit den Klängen de» Flotten- liedcs uniergehen und dem britischen Matrosen, der angesichts des Todes eine Tingellangelmelodie anstimmt. Als die ersten englischen Truppe» aus französischem Boden landeten, besahen sie noch kein Kricgslicd. Nur ab und zu summte einer„Tippe- rary", das er in irgend einer Londoner Singspielhallc gehört hatte. Das Lied stammt ja nicht einmal aus England. Der Amerikaner Harry Williams hat cs im Frühjahr 1912 in een Vereinigten Staate» für eine Varietetruppc komponiert und von dort ist es durch Iren nach den britischen Inseln gebracht worden. Denn es drückt ja die Sehnsucht der fern von der Heimat — in London — lebenden Iren nach dem hcimatsort Tipperary aus. Die leichte Melodie fand aber bald Verbreitung. Die französischen Vundesgenosien der Engländer übersetzten Tipperary und siele» in den Gesang ein. Schottische Hochländer, die niemals den Namen des kleinen irischen Ortes gehört habe«, spielen das Lied auf ihren Dudelsäcken, Reservisten au» Kanada summen es in Erinnerung an die Wälder ihrer Heimat und selbst aus den fletschenden Zähnen der Indier dringt das Lied: Jt's a lang way io Tipperary, It's a lang way to go. Jt's a lang way to Tipperary, To the sweetest girl I know. Good-by, Picadilly! Fareweü, Leicester Square! Jt's a lang way to Tipperary, But my heart's right thcre! Gewiß, auch in dem „Ich hatt' einen Kameraden" beginnenden und in dem Wunsch „in der Heimat, da gibt? ein Wiedersehen" ausklingenden dcuischen Soldatenlied, das unser« Truppen in der Front singen, klingt die Sehnsucht »ach den Lieben des Hauses und der Familie an. Aber das „Gloria Viktoria! Mit Herz und Hand fürs Vaterland!" dieses Liedes zeigt nur zu deutlich die opfersreudige Stimmung des deutschen Soldaten. Dazu besitzen wir unser altes Kriegslied, die „Wacht am Rhein". Auch die Franzosen lassen in der Marseillaise nationale Töne anklingen. Nur der englische Söldner hat ein Tingeltangellicd zum Schlachigcsang erhoben, das noch nicht einmal aus seiner Heimat stammt, sondern von dem es heißt: „niadc in America." Täuschender Schein. Original-Roman von Ludwig B l ü m ck e . fFortsetzungl. Erwin fand nichts Verlockendes an Fräulein Agathe, denn vor seiner Seele schwebte ein ganz anderes Wesen, ein Engelsbild, wie er noch keines geschaut im Leben. „Wir sehen Sie nachher zum Tee im Park wieder, Herr Leutnant, wenn ich bitten darf " Damit verabschiedete die alte Dame den Volontär Einstweilen, und Johann, der eine kornblumenblaue Livree mit gelben Aufschlägen und silbernen Tressen trug und recht bieder ausschaute mit seinem lächelnden, roten Vollmondgesicht, führte ihn in ein im Erdgeschoß des Schlosses gelegenes, freundliches Zimmer- II. Kapitel. Junker Udo befaß drei Leidenschaften, die ihn ganz und gar beherrschten, in denen er aufging: die Jagd, die Weiber und die Karten. Alles andere auf der Welt ließ ihn ziemlich kalt. Hier in Heinrichswalde, wo er immer nur einen Teil des Jahres zu weilen pflegte, srönte er nur der elfteren, da sich für die anderen keine Gelegenheit bot. Mit wcnr hätte er hier auf hohe Summen spielen sollen? Oberjörster Weidebaum wäre der einzige gewesen, denn der liebte die Karten ebenfalls. Doch mit dem Mann stand er nicht aus guten, Fuß, weil er ein paarinal in seinem Jagdeiser über die Grenze gegangen war und darum Unannehmlichkeiten gehabt hatte, an denen jener einzig und allein die Schuld trug, wie er aus guten Gründen vermuten durfte. Freilich war's immer noch recht glimpflich mit ihm abgelausen, weit glimpflicher als mit gewöhnlichen Wilddieben. Gleichviel, er wollte sich von niemandem Gesetze vorschreiben lassen und wünschte Weidenbaum zum Teufel. Und Weiber? „Brrr!" machte er, wenn er alle Schönhetten, die ihm hier zulandc bisher begegnet waren, Revue passieren ließ. Fräulein Agathe mit ihrer halben Mil- lion, diese gar so verliebte Person, die lediglich seinetwegen in's Schloß gekommen war, mochte er ganz und gar nicht leiden, trotz ihrer schönen Augen, dir so schmach- iend blicken konnten. Das hatte er ihr kurz vor Erwin Rudorps Eintreffen endlich so deutlich zu verstehen gegeben, daß sie es merken mußte. Seitdem haßte sie *— * itnrnitt m* üp und dachte an die Heimreise. Was sie noch immer hielt, wußte er nicht. Aber heute sollt« der verwöhnte Feinschmecker aus seinem Pirschgang dennoch ein Mädchen kennen lemen, das seine Meinung über Landschönheilen von Heinrichswalde und Umgegend völlig zu schänden machte und ihn wie aus dem Häuschen brachte. Dieses Wesen war Agnes Roland, die Udo bisher noch nienials in der Rühe gesehen, wenigstens nicht, seit aus dem zarten Knö plein «ine so wundervolle Rose ganz im Verborgenen erblüht war. Und das kam also: Agnes hatte, da das Wetter nach einer langen Regenzeit endlich einmal wieder verlockend schön geworden, das Haus, an das sie volle zwei Wochen ge- geseffelt gewesen, verlaffen, um Waldlust zu atmen. Sie liebte die Einsamkeit, und heule schien ihr diese ganz besonders erwünscht, darum schlug sie einen Wildpfad ein, der durch des Vaters Forst zum Heinrichswaiden sllhrie. Da konnte sie den Gedanken, die in letzter Zeit so häufig in ihrem Köpfchen ein loses Spiel trieben und schon manches Unheil in Küche und Keller angerichtet hatten: zerbrochene Töpfe, versalzene Suppen, angebrannte Speisen usw., einmal unbeschadet freien Lauf lassen. Schön Agnes war nämlich zum ersten Riale mit ihren achtzehn Jahren verliebt, bis über die Ohren verliebt. Der nette Leutnant mit den klugen, guten braunen Augen und den ritterlichen Benehmen, der in vierzehn Tagen nicht weniger als viermal bei ihnen gewesen, die beiden Sonntage und dann noch an zwei Abenden, trug die Schuld daran. Und sie mußte nach allem, was sie miteinander gesprochen, was er ihr gesagt, wenn der Zufall es gefugt, daß sie einmal ein paar Minuten allein gewesen, der festen Ucberzeugung sein, daß Erwin über sie nicht anders dachte, als sie über ihn, daß sein Herz ebenfalls für sie in Liebe glühte. Ach, wie innig liebte sie ihn, wie war sie, seit sie ihn zum erstenmal gesehen, so ganz anders geworden! Immer und immer mußte sie an ihn denken, überall, wo gestochen wurde, glaubte sie seine Stimme zu hören, und tauchte in der Ferne eine menschliche Gestalt auf, so pochte ihr Herz lebhafter, denn sie glaubte den Geliebten zu sehen. So von ihm träumend, wandette sie also jetzt dahin durch die Wälder in ihrer sommerlichen Pracht, Als sähe sie heute alles mit neuen Augen, io kam es ihr vor: weit schöner dünkte sie jeder Gegenstand, ganz anders, völlig verändert. Welch reizende dunkelgrüne Sternchen bildete da zu ihren Füßen auf hellerem Untergrund das junge Moos, wie märchenhaft schauten die Pilze unter dem Farnkraut sie an! Konnte es etwas schöneres geben als jenen scharlachroten Fliegenschwamm mit den schneeweißen Pünktchen? Und der Pirol, die Finken und, was da noch sang und zwitscherte in den Zweigen, jedes Bügleins Stimme klang anders, weit froher, weit schöner. Drunten rauschte über Steingeröll ein silberklarer Bach dahin. Was er geheimnisvoll murmelte, das klang wie Stimmen von Nymphen und Feen, die einander vom seligen Glück liebender Menschenherzen erzählten, ganz leise, ganz leise. Vergißmeinnicht blühten unter den Erlen am Bachesrand. Die pflückte Agnes, steckte sie lachend in ihren Ellttel und wanderte weiter auf weichem Moosteppich, immer weiter. Da auf einmal hemmtsie mit einem erschrecktend' „Herr Gott!" ihre lässigen Schritte und schaut erglühen in das schnurrbärtige Gesicht eines riesengroßen Weidmanns, der, die Büchse im Arm, vor ihr steht. ____ Seite 4 Udo war der Jäger. Auf «inen stattlichen Rehbock hatte «r hier gelauett fest einer geschlagenen Stunde. Und der kam nicht. Statt deffen stand urplötzlich vor dem Haselgebüsch. in dem er ihn zu hören geglaubt, eine wunderschöne Maid mit goldigem Haar undÄugen so blau wie über den Wipfeln der Buchen das Stückchen lachenden Sommerhimmels. Fast fiel dem Junker die Büchse aus dem Arm, so erschrack auch er ob dieser so ganz unerwarteten Erscheinung. Wer konnte das zierliche Fräulein mit der herrlichen Gestalt und dem entzückenden Eesichtchen nur sein? Sollte im Jagdschloß auf der Obersörsterci hoher Besuch weilen? Hatte di- Kleine sich von dort her- llberoerirrt? Jedenfalls zog er tief seinen k>ut, setzte seine liebenswürdigste Riiene auf, entschuldigte sich, wenn er das gnädige Fräulein erschreckt habeil sollte und fragte, nachdem er seinen Namen genannt, was ihm die Ehre so seltenen Besuchs verschaffte. „Ich muß mich bei Ihnen entschuldigen Herr von Schultental", sagte Agnes, ihre Verlegenheit nicht vcr bergen könnend. „Das ist mir noch niemals passiert, daß ich die Grenze ganz und gar übersehe» hätte. Ich habe mich verirrt." Jetzt fiel ihm erst ein, daß Fräulein Roland die Tochter des Besitzers von Waldwiese sein müßte. Der Mann hieß jo doch Roland. Aber so etwas Entzückendes? Wie war das möglich? tFortleeung folgt.) Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. 2. Sonntag im Advent, 6. Dezember. Gottesdienst in der Stadttirch« Vormittags 9 y, Uhr: Herr Direktor Schock l. Nachm. 4 Uhr: Musikalische Advcntsseier des Kirchenge- sangvereins. Abends 8)4 Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Gottesdienst in der Burgkirch«. Vormittags tl Uhr: Kindcrgottesdienst: Herr Psarrcr Ritter. Nachm. 2 Uhr: Taubstummcngottcsdienst mit hl. Abendmahl. Herr Psarrer Dicht. Nachm. 5)4 Uhr: Herr Kandidat Martin. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Vorm. 19 Uhr: Herr Psarrer Zatzman». Am 13. Dezember wird in der Stadtkirchc im Abendgoltes- dicnst das hl. Abendmahl mit Einzelketch gefeiert. * Katholische Ge»,rinde. 2. Sonntag im Advent, 6. Dezember. Beichtgelegenheit am Samstag von 4 Uhr an und Sonntag» ftüh von y,6 Uhr an. 547 Uhr: Frühmesse. 8 Uhr: Mttitärgottesdienst (Singmeffe mit Predigt). lGemeinsame HI. Kommunion der Männer). 1)410 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2% Uhr: Segens-Andacht. Nach dem Hochamt: Ausgabe von Büchern ans der Bor- romäusbücherei. Wahrend der Woche: Montag Abend 0—7 Uhr: Beicht- gelegenheit. Mittwoch und Freitag Abend 8 Uhr: Kriegsbittandachten. Feierabend Fricdberg. Sonntag, den 0. Dezember: Teilnahme an den Uebungen der Jungwehr. — Besuch des Abendgottcsdicnstcs: dann Zusammenkunft im Vereinslokal. Landgräflich Hessische conc. esbanlx Filiale Frieilberg i. Sfi. Alte Post (Kaiscrstr.) Fernsprecher No. 20 — Postscheckkonto Frankfurt a. M. No. 4063. Eröffnung von laufenden Rechnungen und provisionsfreien Scheckkonten Entgegennahme von Spargeldern auf kürzere und längere Zeit, bei sofortiger Verzinsung zu den höchsten Zinssätzen. Vermögens- und Nachlass-Verwaltung. Skr. Z80 Neue Tageszeitung. Samstag, den S. Dezember 1914. Se»„ «, Weihnachts-Feldpostbriefe für unsere Truppen. Zigarren — Zigaretten — Tabak Versand nach Angabe vorschriftsmässiger Adresse. Zigarrenhaus AdoSi Wollt, Frieilberg i, H, Fernsprecher 221 gegenüber dem neuen Bahnhof. SrKa»mt«mchrrrrg. Die Empsängerinae» von Kriegsuntcrftitzuagen haben die Eatiasiung ihrer Ehegatten vom Militär aus Frist oder pit immer aas der Bürgermeisterei Zimmer Sir. U innerhalb 24 Stunden »aznzoigen. Friedberg, den 8 . Olt, 1914, Der Bürgermeister. Stahl, erhält Kat, Zeichnungen und Kosten Voranschläge von Anton Neubauer, Architekt 5Ä2ÄSS Billige, solide, zweckentsprechende Bauweise. Bier «1 Henning, Bad-Homburg v. d. H. empfehlen zum direkten Bezug: Kernseifenflocken für Wattelinen Sauerstoffseif enfloeken, Kernseit'enpulver, gevvöünl. Seitenpulver alles in 10- und 20-Pfund Säckchen. Toiletteseifen. Sauerstoffbleichsoda. LbcrHejs. BieHocrlilHcrMgs-Anßlllt in Ma. Die Preiie für Pserde haben eine Höhe erreicht, die eine Versicherung derselben gegen Verluste aller Art als dirngende Pflichi >edes sorgenden Haus altes erscheinen lassen. Wir bringen daher uniere Versicherungs-Anstalt in em- psehlende Erinnerung, die ei» gemeinnütziges Unternehmen ist, jede Gewinn uchl ausschlietzt und weitgehendste Ent chädigung gewährt. Rindoiehbestänop tonnen auch versichert weiden, Aeiteste Versicherung Hessens — gegründet 1844. Beiträge sür Ile me und mittlere Landwirte vom 1. Januar 1915 an: sür Pferde 2>/-°/» pro Jahr, sür Rinder 2 1 /, 0 / 0 pro Jahr. Weitere Austünste erleiil bereilwilligst die Direition. Die Direktion: ___ Lud. Hoffmann . MPiingt jetzt ml JKalkiiichl. I ist billig 3 macht die Pflanzen gesund ■ erzeugt kräftige Körner liefen gutes üppiges Futter 8 macht den Boden locker - wirkt Stickstoff lparend £ kann jederzeit, auch den Winter über, ausgestrem werden, Oberh. Kalk- u. Stein-Industrio G. m. b. H. ________Butzbach lOberheffen.i ” biiDWir le von nwnni.ri.ui lüi. EelchästsiteNe Frankfurt a. M., Moielftrage 63 . Teleson-tllummer 0208 Amt l. Bllrostunden: Momag nachm, von 5—7. — Dienstag nachm, von 5—7. — Donnerstag nachm, von 5 —7. — Freitag nachm, von 5—7 Uhr Zn verkaufen. Prima schwere, gute Fahr- u. Milchkuh, zweites Kalb, bas Kalb ist Heu e vccnehn 4agc all, bei Karl Jung, Anspach i. Taunus. > Smffinb schlüchtk sklbß! Unerreicht sind Weber's neue Hausbackösen, Koch - Back - Herde, Flecsch- räuchcrapparate. 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Sil 1.1. ftiebtierj i. ly, Sailft(lr. 125 ((Singa.iö Ecke Hospitalgaffe). Kekanntmachung. Die in Friedberg wohnhaften im 2ahre >895 geborenen Militärpflichtigen, sowie die Pflichtigen srüherer Jahrgänge, welche bis letzt eine endgiiijge Enljchetdung noch nicht erhalten haben, werden ausgcsordert, sich in der Zeit vom l, bis einschllehlich Ul. Dezember 1 . 3o. im hiesigen Stadthaus, Zimmer Nt. 10, II. Stock, zur Ncirutierungsstammtolle an umelden. Auswäris Geborene des Jahrgangs 1895 haben hierbei eine standesamttid.e Geburtsurkunde, die Leute aus irüheren Jahrgängen tagegen ihre Mrlttärpapiere HLofungsscheine, Musterungsausweis pp. vorzuiegen. Frlcdderg, den 30. November 1914. Der Bürgermeister Vaterländischer Abend zu,» Besten der Verwundeten. Sonntag, den 6. Dezbr. 1914, abends 8'/. Uhr im Saale des Hotel Trapp. Mitwirtende: Herr Dir. Felix Hauser-Frantsurt a. M. (Rezitation). Herr I. Kuhn (Tenor), Herr K. Strauch (Bariton). I. Friedberger Doppelqnnrtett. 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Den Brief habe ich schon vor 4 Tagen begonnen. Heute liegen wir nicht mehr in Fr., sondern haben einen Marsch hinter uns. Wo wir jetzt sind, darf ich nicht mttteilen. Herzlichst Euer treuer Otto. Der Ilnteroffizier Peter B l e ch e r aus Ober-Nosbach sendet uns folgenden interesiante» Feldbries aus dem Osten: Die Schlacht an der Weichsel. Darkehmen, den 30. Nov. 14. Eigentlich nicht an der Weichsel stehen wir hier, sondern im Tale des Angenrapp, eines Nebcnflusies des Prcgel, der vergleichbar an Grüße mit unsereWlidda aus den masurischen Seen südlich von Angerburg seinen Laus beginnend, ziemlich paralell mit der deutsch-russischen Grenze flieht und in der Nähe von Insterburg in den Pregel mundet. Wir hatten am 13., 11. und 15. November die Rusicn in südöstlicher Richtung bis zur Romintcner Heide zurückgcwor- fen, gingen aber am'folgenden Tags aus höheren Befehl, ohne von dem Feinde belästigt zu werden, in die schon erwähnte beseitigte Feldstellung im Tale des Angerappslusies zurück. Der Rüste schien, obgleich in bedeutender Uebermacht, keine rechte Lust zur Bersolgung zu haben, erst im Verlaus von zirka zwei 'Tagen zog er sich an unsere Linien heran. In dem kleinen, ziemlich vcrlastenen Städtchen Darkehmen wurden unsere Pserde und die wenigen in Reserve gehaltenen Teile unseres Regiments untergebracht und wir selbst (5 Ulanen und ich) hatten in einer verlastenen Wohnung uns gemütlich eingerichtet. — Gemütlich — im Felde ist man nicht anspruchsvoll, wenn man ein Dach überm Kopfe hat und einen Ofen zum warmen und etwas zum feuern. Dann ist'» schon gut: und wir hatten sogar lisch und Stühle, ein Sosa und ich sogar ein Bett, heißt das eine Bettstelle mit Strohsack und meine Pferdedecke dazu — gibt zusammen ein Bett — das ist viel, wenn man die meisten Nächte in schlechten Ställen und Scheunen, wie diese hier meistens sind, hinter seinem Pierd zubringen muhte. Ganz nett war's auch, trotzdem bei den nun folgenden Ar- ticriekämpfen, fortwährend Schrapnells und Granaten hier im, zum grohen Teil schon von den Rüsten im Spätsommer abgebrannten Städtchen, einschlugen, man ist das gewöhnt. Doch seit zwei Tagen scheint es den Rüsten ernst zu sein mit dem Durchbrechen. Schon am 25. hatte das Eeschützseuer sich verstärkt, ab und zu von Gewehr- und Maschincngcwehr- seuer begleitet, doch abends trat Ruhe -in. Unangenehm wurden wir Sonntag den 20., es mochte gegen halb 5 Uhr morgens sein, von einem Telephonisten geweckt, uns sofort mit den Pferden bereit zu halten: der Rüste sei durchgebrochen, direkt vor uns. Da unsere Stellung ungesähr % Km. vor »ns lag, war langes Besinnen nicht am Platze. Anziehen, unsere wcni- gen Sachen zusammenpacken, und die Pserde satteln, war da» Werk von zirka 15 Minuten. Al» wir die Pserde herauszogen, marschierten gerade unsere Reserven, ungesähr ein Bataillon stark, zur Unterstützung aus. Bor uns ein mörderisches Maschinen- und Eewehrseuer, ab und zu donnerten die Geschütze, sonst alles dunkel um uns. Da hörte ich meinen Namen rufen, es war unser Oberleutnant, der befahl: „Nehmen Sie Ihre Ulanen und stellen Sie sich als Posten an der Angcrbrücke auf, schicken Sie alle Meldungen hierher" und wir ritten in die Finsternis. „Eeniiit- lich" war» aber dort nicht, den» die russische Artillerie halte die Brücke unter Feuer und fortwährend schlugen ihre Geschosse um uns ein, glücklicherweise ohne viel anzurichten. Fortwährend das unheimliche Pfeifen über uns: feindliche Infantcriegeschoste, die durch die Baumkronen flogen und die Tclcgraphendrähte über uns streiften. Allmählich dämmerte der Morgen, als russische Kolonnen auf der Strahe anrücktcn, aber ohne Waisen und von Feldgrauen mit ausgepslanztem Bajonett begleitet. Jetzt wuhten wir, dah unsere Sache gut stand. Erfolg russischerseits: 0: aus deutscher Seite 530 russische Gefangene: unsere Verluste: 60 Verwundete und Tote: die der Rüsten: ungeheuer, Hunderte von Toten. Sicher ist, dah, wenn Weihnachten M Für das bevorstehende Weihnachtsfest em- piehle meine schönen zeitgemässen praktischen und lade höflichst zum Besuche meiner Ausstellung ein. Xeulieit! Patriotische Kissen u. s. w. Grosse Auswahl in Puppen u. ganzen Puppen Ausstattungen. E. Kilb, Friedberg i. H. Telefon 424. Kaiserstr. 38. Kt russische Durchbruchsversuch mit Kuischem Mut unternommen worden wäre, wir ihn mit unseren schwachen Kräften nicht hätten aufhalten können. Danken wir Gott, Kh cs umgekehrt ist. Heute morgen machten wir wieder 120 Gefangene, auherdem hatten die Russen kolostal viel Tote und Verwundete. Ei» Soldaienbries. Gar manche» Brief von unseren Kriegern im Felde haben wir schon veröffentlicht, die sicherlich mit Intcreste verfolgt worden sind. Wir geben im Nachstehenden einmal einen Brief wieKr, der an die Soldaten im Felde gerichtet ist. Er lautet: St. im Oktober 1011. Liebe Soldaten im Feld! Es sind nun schon viele Wochen vergangen, seitdem ich von Euch Abschied nehmen muhte. Manche von Euch habe ich als Verwundete wicderkehrcn sehen. Ihr seid noch drauhc» und hoffentlich gesund und unocrsehrt. Gott gebe cs! Die Zeitungen berichten uns, was Ihr da drauhen erleidet und erstreitet. Ja schon gar manchmal haben die Glocken der Heimat geläutet. Sie rufen zum Gebet, sie verkündeten Sieg. Und kündeten laut, wie die Söhne der Heimat für die liebe Heimat kämpsen. O könnt ich in so manchen Stunde» bei Euch sein. Euch still die Hand drücken und zu Euch sprechen wie sonst. So kann ich nur in Gedanken zu Euch eilen und ruse Euch zu: Gott schütze Euch! Laht Eure Herzen zu Gott schlagen und Eure Fäuste aus de» Feind, wie ein wackerer Deutsche gc sprachen. Ihr wiht ja, was jeder deutsche Mann weih, wir Deutsche haben diesen schändlichen und entsetzlichen Krieg nicht gewollt. Zu groh, zu tüchtig sind wir unfern Nachbarn geworden. Erst haben sie es uns geneidet und dann wollten sie uns vernichten. Aber der alte Gott lebt noch und deutsche Männer kämpfen noch. Co steht Ihr drauhen, ein jeder aus dem Posten, aus den die heilige Pflicht ihn ries, so kämpset Ihr für Heimat und Herd, für Ellern und Kinder, für Alles, was deutschem Manne heilig »nd hehr. So kämpset denn recht und steht als deutsche Männer treu unserm Gott, treu unserm Kaiser, treu der Heimat, treu Euren Lieben zu Hause: aber seid auch menschlich gegenüber dem Feinde! Hier in der Heimat dreht stch alles um Euch und wir freuen uns über jedes Schreiben, das uns von Euch Kunde gibt. Was habt Ihr nun schon alles in diesen Wochen erlebt und was werKt Ihr erzählen können, wenn Ihr kommt. Gott gebe cs bald! In unserem Dorfe ist es gar still geworden. Nur zuweilen ziehen Kinder durch die Strahen und singen: „Lieb Vaterland magst ruhig sein, fest steht und treu die Wacht am Rhein." Wir sammeln Liebesgaben für die Verwundeten und sammeln auch für Euch draußen im Feld. Frauen, Mädchen und Kinder stricken Tag für Tag und wenn Ihr da drauhen die Liebesgaben empfängt vom Roten Kreuz, dann könnt Ihr denken, es ist vielleicht auch eine Gabe der Heimat dabei. Diese kleine Gabe ist cs nun wirklich. Möge sie Euch erfreuen und möcht Ihr alles gesund gebrauchen! So lebt denn wohl! Vergeht nicht, dah wir hier in Liebe Euer gedenken, daß wir für Euch beten. Und betet auch Ihr! Er schirme und schütze Euch der große Gott! Euer W. («nglstche Hetze in Amerika. Ein Deutsch-Amerikaner sandte an einen hiesigen Bürger folgenden Brief: Evansville, 26. Sept. 1011. Lieber Freund! Du wirst erstaunt sein, wieder ein paar Zeilen zu erhalten. Wie vom Himmel herunter gefallen, das Wort: Krieg! Di« ganze Welt gegen Deutschland und dieses Amerika! von dem Ihr denkt, es wäre für Deutschland gesinnt, ist ebenfalls auf der Seite des englischen Krämcrvolkes. Schuld daran sind die Zeitungen, die meist aus englischen Quellen schöpfen, das meiste aus London. Du weiht ja, die Landessprache ist englisch und das Volk denkt auch so. Alle aus London, Paris und Petersburg stammenden verlogenen Kabel- Telegramme, die lauter sieche und gemeine Schwindeleien enthalten, glaubt das Volk. Ich habe schon mehrere Mal wacker dagegen gekämpft. Die englischen Spürnasen haben das Kabel durchgeschnitten, damit wir hier nicht die Wahrheit erfahren, wie cs in Deutschland steht. Man hört hier weiter nichts, als dah Deutschland fortwährend geschlagen wird, und ich aber als irTT WTO rf r 1 '? I iiimM ' »ui» rfiiiniiiiniiii -rr~-— Liebesgaben tiir mim tnptrrrn Solimtrit empfehlen in großer Auswahl Kolter und Schlafdecken Kriegswesten wasserdicht in Seide und Kamelhaar Warme Unterwäsche Kopsschützer»u2.'° 2. -50 ' Locken, Hosenträger, Taschentücher Hecker & Eingel Friedberg i. H. ehemaliger deutscher Soldat da» nicht glaube. Ich will Dir nur einige Lügen-Meldungen wicdergcben, wie sie al» amett- konische Ueberschriftcn der Zeitungen in den ersten Zeilen und mit großen Buchstaben erscheinen: 1. Hundert Sozialisten erschosten aus Befehl des Kaisers! 2. Bei Liege (Lüttich) 05 000 Soldaten tot! 3. Der deutsche Kronprinz gefangen! (hat stch schon 100 mal wiederholt). 1. General Kluck von den Engländern gefangen, 700 Kanone» dabei erbeutet! 5. Deutschland ist bankerott und hat keine Nahrungsmittel mehr! Hungersnot! Ich könnte »och Hunderte von diesen Lügen auszählen. Die Engländer benutzen jetzt die Gelegenheit, wo das Kabel durchschnitten ist, um die Vereinigte Staaten aus ihre Seite zu bringen. Es sind etwa 50 000 deutsche Reservisten in Newqork, die gern Deutschland Helsen möchten, aber sie können nicht fort, die Dampfer wollen sie nicht mitnchmen. Sie müsic» wieder ihrer friedlichen Arbeil nachgehen. Dafür wird hier riesig Geld für die verwundeten deutschen und österreichischen Soldaten, für die Witwen und Waisen und für das Rote Kreuz gesammelt. Als guter deutsch-amerikanischer Bürger wünsche ich, dah Deutschland siegreich aus dem schweren Kampfe hcroorgchcn und den Verbündeten eine gute Suppe kochen möge. Mit frcundl. Gruh! L. W. Nachschrift: Ich lege Dir einige Liigenbilder aus englisch-amerikanischen Zeitungen bei. Diese Bilder liegen un» vor. Es sind Tcndcnzbilder schlimmster Art, in Amerika ange- fertigt, »m da» Volk auszurcgen. Da siebt man z. B. drei belgische Mütter mit 13 Kindern heimatlos auf der Heids irren, mit der Ueberschrift: Opfer des Krieges. Oder eine Abbildung des Grafen Berchtold mit dem Bcrmerk: Hier ist der Mann, der mehr als irgend ein Anderer den Weltkrieg aus dem Gcwisicn hat. Endlich ein Bild mit verwundeten englischen Soldaten, die als Helden (Hcrocs) bezeichnet werde» »nd ähnlicher Unsinn mehr. Die englischen Räuberbande». Daß gerade die englischen Söldnerhausen das tun, was sie verleumderischcrwcise unseren deutschen Baterlandsvertcidiqern vorwersen, dasür zeugt u. a. folgender bei einem gefallenen britischen Offizier Vorgefundener Tagesbefehl an die auscrwählte» schottischen Füsiliere: „Da viele Fall« vorgekommen sind, in denen von britischen Truppe» besetzte Häuser geplündert worden sind, und viel Schaden angerichtet worden ist, muh daran crin- nett werKn, dah unsere Truppen augenblicklich in dem Lande unserer Verbündete» operieren." Von englischen Truppensührern wird also selbst die Tatsache bezeugt, dah in vielen Fällen britische Truppen die von ihnen besetzten Häuser geplündert haben. Aber nicht genug! In dem Befehl wird ausdrücklich daran erinnert, dah die englischen Truppen augenblicklich >n dem Lande ihrer Verbündeten operieren. Damit wird ohne Zweifel angedeutet: „Später, wenn wir in Deutschland, dem Lande unseres Feindes sein werden, wird das Plündern erlaubt sein." Wie würden diese Räuberbanden da wohl in Deutschtaii» gehaust haben, wie erst ihre wilden Hilfstruppen aus Indien, Afrika und Amerika? In einem anderen Tagesbefehl tadelt der Regimentskommandeur, dah sich ständig soviel seiner Leute hinter der Front herumtreiben (wohl eben des Plündern? wegen), und er muh das Tragen von Zivilkleidung und die Veräußerung der Rcgi- mcntsabzeichen durch diese „Soldaten" streng untersagen. Offen gerühmt und empfohlen wird folgende gemeine „Kriegslist": Es sollen immer zwei Schützengräben dicht hintereinander gegraben, der erste von ihnen aber viel schwächer als der zweite bstztzt wrden. Wen» dann die Deutschen näher gekommen seien, sollten die Leute im ersten Graben die Hände Hochhalten, die zur Gefangennahme hcrbeieilcndcn Deutschen aber durch Schnellfeuer aus dem zweiten Graben zusammeugc- schosien werden. Nimmt man dazu, dah die englischen Soldaten fortsahren, mit völkerrechtswidrigen grausamen Dum-Dumgcschosicn zu schiehen, so muh man wirklich der Frage nähcrlrcten, ob der Trotz des Weltkriegs ist mein Lager in Uleihnachtsgegeukättden jeder Art, tzenau wie in jedem anderen Jahre reich ausgestattet. Durch vor dem Krieg abgeschlossene Einkäuje bin ich in der Lage, noch zu den allen billigen Prglsen verlausen zu können und lade zur Besichtigung meiner Schaufenster und Ausstellungsräume ergebenst ein. G. M. Uensi Friedberg. Alle post. Werkstätten fstr Innen-Ausstatlung neuzeitl.Wohnriutme. EfHe «. »*. 28* Neue Xagtejcidmg. Samstag, »eu 5. Dezember 1»14 »tfin „Jioilipetlc" Räuber und Meuchelmörder überhaupt »ach vis ehrliche Soldaten angesehe»! werden solle». Uor 1*£* Jahrs«. Ein türkisches Schreibe» au Englaiib Als im Jahre 1791 die Engländer «ich erboten, in dem Krieg zwischen der Türkei und Rußland die Vermittlerrolle B» übernehmen, schrieb drr Großvezier an den englischen Gesandten in Konstantinopel: „Der Grobherr siihrt für sich Krieg und macht für sich Frieden. Er kann seinen Sklaven, seinen Dienern, seine Untertanen trauen, er kennt ihre Gesinnungen, hat ihre Tugenden erprobt und kann ans ihre Treue rechnen: eine Lugend, die schon lauge aus Enrcni Winkel von Europa verbannt ist. Wenn alle anderen Christen die Wahrheit sagen, so kann man sich doch nicht auf die Engländer ner- lassen, diese verkaufen das ganze Menschengeschlecht. Wie kommt Ihr nun zu dem Anerbieten, unsre Vermittler bei Ruhland zu werden? Warum wollt Ihr einem Reiche, das nach Eurem Ausdruck von Ungläubigen bewohnt wird, Dienste leisten? Wir brauchen weder Eure Freundschaft, noch Eure Hilfe, noch Eure Vermittlung. Geld ist Eure Gottheit und daher ist der Handel alles bei Euren Ministern und Eurer Nation. Kommt Ihr denn, »ns n» R»»ß- land zu verkaufen? Nein, lasset »ns selbst mit unseren Händeln fertig werden! Weg mit Eurer Vermittlung zwischen der Pforte und Russland! Es ist imnicr Eure Sache gewesen, das ganze Menschengeschlecht in Streit zu verwickeln und hernach vermöge Eurer Treulosigkeit Nutzen davon zu ziehen. Wir wollen von Euch nichts mehr hören »nd deshalb befehlen wir Euch, auf diese Schrift nicht wieder zu an, warten." Die Diels- und Fleischpreise während des Krieges. Entgegen der Preisbewegung für Getreide, Mehl und zahlreiche andere Lebensmittel hat sich die fiic Schlachtvieh wahrend des Krieges ziemlich ruhig gestaltet, insbesondere für Rinder und Schafe. Vergleicht man die dreimonatigen Durchschnittspreise nach Maßgabe der ossizicllen Notierungen am Berliner Schlachiviehmarltc, so ergibt sich, daß gegenüber den Preisen vom Zeitraum Mai-Juni während der Kricgsmonate August-Oltober nur die besseren Sorte» Rinder, Bullen, Karlen »nd Kühe um einige Prozent im Preise gestiegen sind, oogegen die minderwertigen Sorten von diesen Viehgattungen sowie auch Stallmastschase Preiseinbußen zu verzeichnen haben. Darin ist bis jetzt la»m etwas Wesentliches geändert worden. Ein Grund für etwaige Aenderungen der Kleinhandelspreise für Rind- und Hammeljleisch ist somit nicht ersichtlich. Die Preisbewegung für Kälber und Schweine wies da- gegen ziemlich starke Gegensätze aus. Es kosteten nämlich Ivü Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Mai.Juli Aug.-Okt. 21. Rov, 1914 feinste Mastkälber 04,92 50,40 59.— mittlere Mastliilber • r>7,99 48,33 52,50 geringe Mastlälber 50,95 41,71 44,— aolljleischige Schweine bis 3 Ztr. Lcbdgew. 44,— 51,95 56,50 vollsteischige Schwei»»e bis 249 Psd. Lcbdgew. 13,73 50,77 54,50 vollsteischige Schweine unter 199 Psd. 41,34 44,23 46,50 Während also die dreimonatige» Durchschnittspreise für Kälber während des Krieges erheblich gefallen sind, konnten sich die an sich recht niedrige» Cchweinepreise während des Krieges einigermaßen erholen. Die Steigerung setzte merklich im letzten Drittel des Monats September ein, war seitdem ober vielfachen Veränderungen unterworfen. Gegen die gleiche Zeit des Vorjahres bleiben die jetzigen Cchweinepreise noch erheblich — um 5 bis 12 M für den Zentner — zurück, so daß von einer Teuerung des Schwcinesleischcs nicht die Rede sei» lann. Die Viehzählung von Ansang Juni dieses Jahres botte belanntlich das erfreuliche Resultat gezeitigt, daß die Schwei- nezüchtung im Laufe des letzten Jahre» zifsernmäßig »m fast 2‘A Millionen Stück gewachsen war. Die vorzüglichen Fulter- crnicn der beide» letzte» Jahre sind in besonderem Maße unserer Viehzucht zugute gekonimcn, so daß wir bei Ausbruch des Krieges über einen ausgezcichnetru Kricgsschatz an Fleisch verfügten und die gesperrte Vicheinfnhr aus Rußland und Oesterreich-Ungar» kaum empfinden. Unser HaupUiescrant an Vieh ist übrigens im Laase d:r letzten Jahre Dänemark geworden, das zweijellos die zollfreie Einjnhr »ach Deutschland gegenwärtig in ergiebigen» Maße «»»»nützen dürste. Darf »na» somit mit Befriedigung stststellen, daß ein Flcischmungcl in Deutschland jür absehbare Zeit »ich. zu befürchten ist, selbst wenn wir täglich größere Menge» Fleisch siir »nscre Truppe», »ach Frankreich oder dem Osten sende» »»üsscn, so erwecken die in diesem Jahre fehlende:! Faltermillel aus dem Auslände, »a- »ncntlich russische Kleie und Gerste, doch gewisse Besorgnisse siir unsere künstige Fleischprodultion. Der sehr umfangreiche Auftrieb von Schlachtvieh an de» Biehmärltc» deuiet daraus hin, daß die Vichzüchtuiig infolge der hohen Futtermittelpieise vielfach eingeschränkt wird. Es wird so:nit wesentlich von der Dauer des Krieges abhängen, ob auch die Vieh- und Fleisch- prcise steigen »oerdeu. Ans |fcü?»nt. * Gieße»», ü. Dez. Die ernste und die heitere Muse lou» nie»» am Sonntag in zwei Vorstellungen des Eießencr Stadt- lhcoters zuin Worte, die beide von Publik»»»» wie Presic als geradezu glänzend ancrtannt worden sind. Am Nachmittag wird Lessings „Minna von Barnhelm" bei Volksprcisen u »d zwar zum letzten Male gegeben, am Abend „Wallenstcins Tod", desicn Aufsühru»»g zu G.aßhcrzogs Geburtstag ganz besonders gefalle» hatte. Die lest.ree Vorstellung sindct bei kleinen Hessen-Nasiau. * Wiesbaden, 5. Dez. A»» i. Dezember- d. I. waren im Regierungsbezirk Wiesbaden von der Maul- und Klauenseuche betroffen: im Landkreis Wiesbaden die Gemeinden: Erbcnheim, Weilbach, Eddersheim, Dcckenheim, Kloppenhcim; im kreise Höchst a. M.: Okristel, Unieriiederbach, Sindlingen, Hattersheim, Ried, Zeilsheim, Sossenheim: im Obertaunuo- krcis: Obcrursel, Cronberg, Wcißkirchen, Kalbach: im Kreise Limburg a. d. Lahn: Niederzeuzheim: iin llnterwestcrwald: Selters, Montabaur, Viclbach, Niederelbert, Holler: lm Oberwesterwald: Liinbach, Luckcnbach, Niedermörsbach, Merkclbach: :»n Kreise Westerburg: Mcud, Niedersain und Mähren. Ferner der Stadtkreis Wiesbaden und der Kreis Frankfurt a. M. Spietplan des Stadtthcatcrs in Gießen. Sonntag, den 6. Dezember, nachm, halb 4 Uhr: „Minna von Barnhelm". Volkspreise. — Abends halb 8 Uhr: bei kleinen Preisen: „Wallensteins Tod". Dienstag, de» 8. Dezember, abends 8 Uhr: „Als ich noch im-Flügelkleidc". 5. Dicnstag-Abonn.-Vorst. Gew. Pr. Donnerstag, den tü. Dezember, abends 8 Uhr in Marburg: „Der Strom". 4. Abann.-Porst. Freitag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr: „Hajemanns Töchter". 5. Frcitag-Abonn.-Vorst. Gew. Pr. Weihnachtsüitte für die Verwundeten. Das diesjährige WeihnachtSsest soll auch unseren verwundeten Kameraden in den hiesigen Lazaretten einen Strahl dankbarer Liebe für ihre großen Opfer draußen im Dienste des Vaterlandes bringen und ihnen in der Heimat eine kleine Freude bescheeren. Darum bitten wir alle Freunde derfclbev.in Sladt und Land um Gefchenke aller Art, besonders um praktiickie Gegenstände (Wollenes Unter- .zeng, Hoienträger, GeldNschchen, Briefpapier, Taschenlämp- chen, Zigarren, Tabak, Aepfel, Nüsse und bergt.) und Bücher oder uni Geldspenden, die es ermöglichen, den Weihnachtstisch für unsere Verwundeten zu decken und das Herz der vielen, die das schönste Fest der Liebe und Freude fern vo»i ihren Lieben feiern müssen, ein wenig zu erfreuen. Gaben für bestimmte Verwundete, die etwa dem Geber nahestehen. werden am besten verpackt und mit Namensangabc de» zu Beschenkenden übersandt. Alle Gaben bitten wir an Frau Oberinspektor Koch in der Gewerbeschule spätestens bis zum 1k>. Dezember einzufenden oder abzugcbcn. Prof. Werner. Stabsarzt Dr. Achert. Oberinsp. Koch. üklknfjirilntttstiiiningamrlKindkrlritdbkrgs. Mir nm Weil)nachtsftnlren. Zum bevorstehenden Weihnachtsfcste haben sich 70 bcdiirstigr Kinder gemeldet, welche mit einer Weihnachtsunterstützung erfreut werden sollen. Do unsere Einnahmen in diesen, Jahre infolge der schweren Zeiten, welche über unser Vaterland her- eingebrochen sind, gegen frühere Jahre bedeutend zuruckbliebe»:, unsere Bedrängten zu Hause aber hierunter nicht leiden sollen, jo dürfen wir auch wohl in diesem Jahre die höfliche Bitte aussprechen, uns nach Möglichkeit init baren Zuweisungen unterstützen zu wollen. Gaben werden dankend cntgegengenom- nien von den Vorstandsmitgliedern: I. Dörr, Kauf»nann. W." Eevrgi, Apotheker. I. Hcineck. Geoincter 1. kl. E. Klebcrger, Pfarrer. Th. Mörschel. Bauunternehmer. Ph. Philipps, Hauptlchrer. H. Rausch, Kaufmann. W. Roßbach, Fabrikant. Dr. L. Seyd, Rcchrs anwalt. R. Walz, Profeffor. Weihnachtslntte. Die lieben Kleinen unserer hiesigen Kleinkindcrschnl« »vollen wir mit linder Hand an der Kriegsnot vorübersühren und ihnen auch diesmal die Freude einer Ehristbescherung bereiten. Wir bitten deshalb um gütige Zuwendung von Geld und sonstigen, ihr Herz erfreuenden Gaben in der angenehmen Hoffnung, daß wir auch jetzt nicht vergeblich bitten. Fliedberg, am 1. Dezember 1914. Fräulein Amalie Blum. Frau Pfarrer Klederger. grau Kreisrat Freifrau Schenk zu Schweinsberg. Frau Bürgermeister Stahl. Frau Kausm. A. Weber. Für Weihnachten empfehle ich Damen-Kleiderstoffe BIusen=Stoffe Damen-Konfektion DamenMäntel Kinder-Mäntel schwarze Kleiderstoffe in reichster Auswahl. Heinr. Mack Inh: Ernst Schneider Ww. Friedberg i. II. Haisersir. Ar dl» WjsmGdkdiirl! empfehlen in größter Auswahl zu billigsten Preisen: Kleiderstoffe Alljtnstlcht Csstümstoffe Sdiiirpftofff Kemdknßllntüt Ilntmödif (sgrietitil yllliieuHtlildeil Kinder-Semden Keniirleider Warme Hnrrn-Iliitkrhostil Narml-Kchii, Kraiden Ulitnialkca, Ttrick-Wrstril Kairmrintt, Leibbiickn KaMützer, LiMnWtztt Kaiserstrasse 20. fef H Fi"ie«lX»erg > Rf 1 P© pt W' Dem Rathause gegenüber. CT.:.'" T ' 'IJT-’iwtHäSai I Paletots, Bozener Mäntel, Capes, Winterjoppen Herren- und Knaben-Anziige Netfcher & Hauck, WU tu» de» nächste» 3 Sonntagen bis 6 Uhr geöffnet. Mb t. 1»i, • unser» Cüeanet vernichtend ist, den Bervei» erbracht, das, wir d«U Krieg nicht gewollt haben, -in» er un» misgezwungen ist wer» den wir ihn durchkämpsen bi» zum Einsetzen der aveiäußerftra Kräfte. Wir können der Zukunft mit ruhiger Zuverficht cnt> gegensehen. Unsere Feind« haben den Opferstnn, die Entschlos» senheit und Swßkrast des deutsche» Volkes unterschätzt. Die Stadt „Hindenburg". Die Gemeindeverwaltung von Zabrze (Oberschlesien) bat heute einstimmig beschlossen, die Umwandlung des Namens Zabrze in Hindcnbnrg zu beantragen und den Generalfeldmarschall v. Hindcnburg um Zustimmung gebeten. Drr „vomäris^ iibrr den Abg. iiebluikcht. Der „Vorwärts" schreibt: Reichstagsabgeordneter Genosse Dr. Liebknecht hat an den Präsidenten des Neichstagcs eine Erklärung gelangen lassen, die seine Abstimmung über die KriegSkrcdite moti- vieren soll. Es ist zulässig, solche Erklärungen zu einer Abstimmung abzugcbcn. Diese sind in das Protokoll oufzu- nehmen. Der Rcichstagspräsident hat die Aufnahme der Liebknechtlchen Erklärung jedoch' abgelehnt, weil sie so ab- gefaßt ist, daß sie, wenn sie in der Sitzung öffentlich vorge- tiagen worden wäre, unbedingt Ordnungsrufe nao sich ge- zogen hätte. Ä»«i Seite 8. Warn Felde der Ehre. Der Sanitätsfcldwebel Fritz Kötter von Niedererlen- bach, dem vor etwa -t Wochen das Sanitätskreuz verliehen wurde, ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Beförderung aus dem Felde. Der Vizefeldwebel Otto S ch » l d t aus Staden, der seine Dienstzeit bei den Ulanen in Hanau erledigt hatte, ist zum L e u t n a n t des Res.-Jnf.- Negts. Nr. 116 befördert worden. [ Ans der Heimat. Frirdbcrg, 5. Dez. (Ans der Franzosenzeit.) In der richtigen Erkenntnis, daß in dieser ernsten Zeit zur Linderung der durch den Krieg, sowohl im Felde als auch i» der Heimat geschlagenen Wunden, auf den, Gebiete der Kriegssürsorge und Liebcstätigkeit garnicht genug geschehen kann, wird der erfolgreiche Darsteller Neutcr'sklrer Gestalten Union M e l z e r, am Montag, den 7. Dezember, im „Hotel Trapp" Hierselbst, ein einmaliges Gastspiel geben. Herr Melzcr hat beschlossen, einen wesentlichen Teil der Einnahme, für die notleidenden Familien der im Felde stehende» Krieger und das Rote Kreuz, hicrscibst, abzuführen. Reuters Franzosenzeit: Ein weltgeschichtlich, herzergreifender Vorgang, aus der trübsten Zeit Deutschlands, aus der Zeit, wo der Deutsche im eigenen Lande schuh- und rechtlos im eigenen Hause heimatlos war, au? der Zeit, wo Eigea- tum und Ehre, Freiheit und Leben von der Laune und Willkür übermütiger, idwm- und gottloser Fremdlinge Ebbing. Aber schon steigt im Osten das Strafgericht Gottes wie ein Ungcwitter empor, bald wird cs losbrcchen und damit das Zeichen gegeben, das: sich die Treuen und Mutigen im Lande scharen um die Fahne der Freiheit des Vater- lande?. „Ihr sollt' sie tragen auch wenn Stürme dräuen. Wenn Wetterwolken auf zum Himmel ragen, da? Desto sollt Ihr für sic wagen, lind selbst den Tod sollt^Jhr nicht scheuen." Mit behaglicher Breite erzählt er von Freund:s- Ireuc und Kindesliebe und trifft unnachahmlich d e ^tün- mung der Zeit. Neben den: Ernste der Situation fehlt es nicht an Momenten köstlichen Humors, des wahren, aoldig- strahlende», deutsckzcn Hun:. . Dieser Humor wird oft zu einer Macht, der über schwere Situationen bipweahilft. Tic scharsgezcichnetcn Gestalten sind woblgeirofsenc Eharak- rersigurcn, aus jener ernsten Zeit, erwärmt inrd erhoben nimmt man nur uugcrno Abschied van all den ■■ M-ital- teil, welche man nicht niehr vergißt. — Diesem seltenen Gastspiel dürste demnach großes Tnteresse entgegengebracht Werden. (Siebe Inserat ) Krankenversicherung. Eine für die Landwirtschaft wichtige Entscheidung hat das Obcrvcrsichcrungsamt Meiningen am 29. u über das Lohnarbeitcroerhälinis zwischen einem Landwirt und seine» Söhnen gcjällt. (Krankenoers -Praxi» t. Jahrgang Sir. 9). Es wurde auszcsührt' Wenn die Dienste, die Söhne im landwirtschafttichc» Betriebe ihres Vaters leisten, nicht auf einem Arbeitsvertrag, sondern auf dem Familic»- tand beruhen, ist die Kraiikciivrtsicherungspflicht nicht begründet. Dies gilt insbesondere dann, wenn kein Arbeitsvertrag geschloffen ist, kein Lohn gezahlt wird (geringe« Taschengeld gilt nicht als Lohn) und die Kinder nicht als Knechte «dcr Arbeiter behandelt werde». Sinngemäß ist dieses selbstverständlich auch aus Töchter der Landwirte anzu- rvcnden). — Dieses Urteil dürste namentlich im Kr. Hana» bemerkenswert sein. Dort wird bekanntlich verlangt, daß die «löhne und Töchter von Landwirten, die im elterlichen Betrieb 1 eschästigt sind, ohne weiteres als Dienstbeten anzusehen und teitragspslichtig sind. ' Ilbeshausen (Bogclsbcrg), 4. Dez. Die kürzlich in hiesiger Gemeinde erhobene Kollekte für Ostpreußen betrug {81.38 Mk. Eine solche reiche Kollekte ist noch nie in unserer Kirche erhoben worden. Ans unserer Gemeinde haben i Gemeindeglieder den Heldentod fürs Vaterland erlitten und 8 sind bis jetzt verwundet von etwa 60 Kämpfern, die im Felde stehen. p Hrsieu-Nassau. / » Hvchhei», «. Dez. Der Reisend«, der mit dcr «ahn von Frankfurt nach Wiesbaden fährt, erblick« nachdem die Station Flörsheim passt er« ist, de« der Wettersahrt und dem Durcheilen de» Zuge» der berühmte» Weinberg» von Hochhetm i» diese» recht, hart a» der Bahnlt»te et» Denkmal. Diese» in gothi- sch«» Formen gehaltene Monument, da» mit einem großen farbigen englischen Wappen geziert ist, erinnert an den Besuch der Königin Viktoria von Sroßbritannien und Irland, die im Jahre 1854 von Mainz au, da, weltberühmte Wetngeländ« in Augenschein genommen. Zum Andenken an diesen käniglt. chen Besuch wurde dar Denkmal errichtet und die Weinberg». anlage „Viktoriaberg" genannt. Me wir hören, soll eine Agt- tation im Gange sein, die bei de» maßgebenden Stellen dahtn wirken will, daß dieses Denkmal cntseint wird. Stammt es doch aus der schmachvollsten Zeit dcr neueren deutschc» Gc- schichte. Wiesbaden, 5. Dez. Zur Hebung dcr Fischerei in den Flüsten und Bächen des Regierungsbezirks Wiesbaden setzte der Fischerei-Verein für den Regierungsbezirk Wiesbaden am 2 . Dezember aus: in den Rhein unterhalb Schierstein 1009 Etiicf einsömmerige Schleien und KHK) Stück einsömmerige Karpfen: in den Main bei Höchst und in die Lahn auf der Strecke von Selters bis Weilburg ebenfalls je Iva« Stück einsömmerige Schleien und je 100« Stück einsömmerige Karpfen, sowie in die Lahn bei Aumenau 366« Stück Hechtsetzlingc. An Krebsen wurden ausgefetzt: In den Elbbach 1VV« Stück, in den E, oldst einbach so« Stück, in den Aurosferbach 400 Stück und in den Wolfsbach sag Stück Weiter ist vorgesehen dcr Einsatz von laov Stück Zandersetzlingen in den Rhein unterhalb Schier- stcins. — Hoffentlich halten sich die Fische, wenn auch nur zum Teil, in dem durch die Fabrik Abwässer ganz schauderhaft verunreinigten Mainwastcr. Wegen dieser starken Verunreinigung, die trotz vieler Beschwerden nicht nachlößt, sonder» von Jahr zu Jahr schlimmer wird können dort nur ziemlich unempfindliche Fische, wie Karpfen, Schleien und Aale ausxesetzt werden, * Aus Nassau, 5. Dez, Obstbaumpflcgekurse werden vom 9 —12. Dezember d. I. in Obrrneisen, vom 1v.— 19. Dezember t» Holzappel durch de« Obst und Weinbautnspektor Schilling- Geisenheim abgehalten. Starkrnbnrg. * D-rmftadt, 1 Dez. Dcr Großherzog hat der „Darmstödt. Zeitung" zufolge, den Fürsten zu Sotms-Hohcnsolms-Lich für die Dauer de» 3«, Landtages zum ersten Präsidenten der Er- sten Kammer der Stönd« ernannt. * Darmstadt, 8. Dez. Der Sergeant Anton Müller vom Leib-Dragoner Regiment Rr. 24, gebürst, aus Allcndorf bei Kirchhain, erhielt für sein tapferes Verhalten während der Kämpfe um Ppcrn das Eiserne Kreuz. Roch che ihm der T-pserkettsorden überreicht werden konnte, fand er den Heldentod. Frankfurter Wetterbericht, Voraussage: Wolkig, meist trocken, keine Tempcraturoeräu. derung, westliche Winde, Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch m > l> i, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung' _ A. G.. Friedbcrg i. H. _ Kelmnrrlmachmry. Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß die Apotheken der Stadt Friedberg künftig abwechselnd in monatlicher Ablösung während der Nachtstunden geschlossen sein werden. Es ist also nur eine der Apotheken nachts zur Verfügung der Bevölkerung. Welche Apotheke den Nacht- dienst hat, ist durch Aushangschild an beiden Apotheken ersichtlich. Außerdem werden alle Veränderungen im Nacht- dienst durch Anzeigen der Apothekenbcsitzcr in den Fried- berger Tageszeitungen veröfsentlicht werden. F r i e d b e r g- den 24. November 1914. GrosjherzogticheS Kreisamt. _ Herberg. Bis Weihnachten gewähre auf Damen u. Kinder-Konfektion Pelze und Blusen . Auf alle anderen Artikel . • • • • 101 . *• o Michael Scheuer, Friedberg zu ganz besonders vorteilhaften Extra-Preisen. Dieser Wcihnachts Verkauf, der den Zeitoerhältnissen Rechnung tragend ein ganz besonders günstiges Gelegenheits-Angebot darstellt, ist meiner hochmodernen Konfektion in vielen Preisen unterstellt, die ich infolge des Krieges unter Preis erworben habe und daher auch ca. 15-30% unter dem sonstigen Wert abgeben kan». schlv. Seidenblusen Mk. 5.50 „ Tüllblusen ans Seid« Mk. 12.—, 8.50. hochelegante äorrirrir Blusen für Mk. 8—, 5.—, 4.-, 2.50 19 i Jackenkleider arbeitet mit la Seide uni, Haloscioe sonstige reguläre Berkausspreislagc bis Mk. 75.-, jetzt 35.-, 25.-, 15.- Mk. Damen-Mäntel arten und Slojsen, in nur guten Qualitäten sonstige regul. Verkaufspreislage bis Mk. 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Wer an !epilcMen Krämpfen leidet, gebe ich aus Dankbarkeit gerne Auskunft gegen Rückporto, wie m. Frau v. ihr. Leiden, meist tägl. 1 u. 2 schwere Ans. gänzlich | und in kurzer Zell befreit wurde. Terlinden, Me,»erich -Duisburg, Westendentt. 18. Habe einen teilten Timmen toter, 16 Monate alten, cistkia!- sigen Zuchtbullen preiswert abzugeben iSchnkidrr, Snu.-lsiiiurtz«kr. Beuchend rücken. Rr. 286 9{eu« Tagcsjkiiung. Samstag, den S. De,«mb«, 1814. Seile l empfehlen wir in reicher Auswahl zu bekannt billigen Preisen gediegene und preiswerte §piei\varcn und Uesrlienk-lrtikel in unseren grossen hellen Geschäftsräumen in der ersten Etage riesige Auswahl zu bekannt billigen Preisen. Damen-Konfektion, Damen-Putz und Pelz-Colliers -» ,e,a “gl JXS 2 SÄRt * * 1 " P '“' Ein grosser Posten znriickgesetzte Kleiderstoife für Kleider, Blusen und Kiuderkleidchen aussergewöhnlich billig. 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