Ui»,inner 285 Freitag, den 4* Dezember 1914. 7 l ' ,t Irten a'erltog. ScUagen ..Ser Bauer na« «essen". „Sie Spinnssube". Se,«,»prei.: Be, den i-oitauitaltri» ox'llet-e i'r.i-> ° » »» >"»,» »rM.Boft-.dShr o»a XiägtrUIm. Ameisen: Grund,eile 20 Pfg„ totale 15 P.g, «nzergen von «uswäns werden Surr, Po rnaä, I?.' >.- ,__lullungsorr ,,rtedberg^^chriftleitu»g und Serla, Friedderg iHessent, Hanauer'tra%e 12. Fernsprecher 4S. Pssticheck.Eonlo Sir. 4859, Aml Franklurt a. SJ!. ikilrt tiri brn urrbitnbrtrn (Truppen. Nichts Neues von der Front. — Christian de Wett gefangen! Der deutsche Generalstab i== meldet: =* WTH. Groszcs Hauptquartier, 3. Te;., vormittags. 'Amtlich. 'Auf beiden Kriegsschauplät;cn bat sich nichts Besonderes ereignet. Oberste Heeresleitung. Der Kaiser im Osten. W. T. B. lsirosies Hauptquartier, den 3. Tejembcr. vormittags. Amtlich. Ter Kaiser siattc gestern in Breslau eine Besprechung mit dem Lberkomman- dierendc» deS österreich-ungarischen .Heeres, Crzherzog Friedrich, der von dem Erzher» zog-Tsironsotger Karl Franz Josef »ud dem Chef des Gencralstabes, General der Infanterie, Freiherr Konrad von Hötzendorf begleitet war. Später besuchte der Kaiser die Berwundcte» in den Lazaretten der Stadt. Lbrrstc Heeresleitung. Großes Hauptquartier. 3. Tr,. (W. T. B. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser besuchte heute Teile der i» der Gegend bon Czenstochau kämpsendcn österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen. Oberste Heeresleitung. die Kiffrtild)l(iil)i in Polen. Rotterdam, 2. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Nach dem llrlctl militärischer russifckier Kreise hat die Lage i» Polen eine neue ungewöhnliche Bedeutung gewonnen. Es gab noch kein Ereignis, mit dem so grohc Interessen und so gieße Gefahren verbunden waren. Alles weist auf ein Fortdauern und selbst auf eine Vermehrung der gcgenwürt- igcn Spannung hin. Da die Deutschen ihre Stellungen gegeniiber Lodz und Lowiez befestigen, so ist es deutlich, daß der Feind bald Verstärkungen erwartet. Es ist eben- solls klar, daß Ostpreußen zu weit abliegt, um Gelegenheit zn einer Gegendemonstration zu bieten, selbst wenn die Russen dort über eine überwältigende Mehrheit verfügten. Die Strecke zwischen Plozk und Soldan eigne sich außerdem nicht zn Truppenbewegungen. — Tie militärischen Mitarbeiter der bedeutendsten Zeitungen sagen, daß die deutsche Offensive fortgesetzt werden wird. Der Angriff der Russen stockt. Kopenhagen, 3. Dez. „Politiken" schreibt in einem Leitartikel: Ter russische An- griss in Polen stockt. Ursache dafür sind das fchwcrige Gelände und die schlechten Verbindungen. Tie Russen wurden durch den deutschen Angriff gezwungen, eine neue Front zu bilden. DaS russische Heer ist im ganzen sicher noch sehr schwerfällig: cs verfügt Wohl über Massenwirkung aber nicht Manövriertalent. Das genügt vielleicht in den Lanfgrä- brn, aber nicht für Angrisssbewegungcn. Auch sind die unteren russischen Ossizicrc den deutschen an Auffassungsgabe unterlegen. Die gesamte russische Armee im Kamps. Rotterdam, 9. Dez. Aus Petersburg wird gedrahtet, man habe hier die Ueberreugung, daß der Kamps nordöstlich und südwestlich Lodz der heftigste ist, der bisher geliefert wurde Alle verfügbaren Teile der russischen Armeen sind daran beteiligt. Eine englische Darstellung der Lage im Osten. Berlin, S. Dez. Die „Vossischc Zeitung" erfährt aus Amsterdam vom L. Dezember: „Daily Mail" meldet aus Petersburg: Rur eine deutsche Armee war in der Lage, diesen Ausgang der Kämpfe in Sudpolen hcrbeiznführcn. Die Art, wie die Deutschen sich gegen die Mcnschcnwclle der Rügen warscn. als sie sich eingeschlosien sahen, war unbeschreiblich Was den dcut schcn Soldaten noch besonders geholfen haben soll, war eine angebliche Rede des Kaisers,in der er versickerte, daß mir der Einnahme von Warschau der Krieg vorüber sein würde und dah Polen eine Kriegsentschädigung von 40 Millionen Mark zablen müsse (!) Auf diese Weise entging die deutsche Armee einem Sedan. Die Russen kämpften hervorragend, aber da sie nicht genügend Truppen hatten, um die Deutschen gänzlich umzingeln zu können, gelang der Durchbruch. Auch litten die Russen lehr unter der furchtbaren Kälte. Unruhe i» Petersburg. Kopenhagen, 3. Dez. (W. B. Nichtamtlich), „Politiken" gibt folgende Meldung der Londoner „Times" ans Petcrsourg wieder: Die Hauptäakt wartet ungeduldig aus Nachrichten aus Polen. Die vorliegenden Meldungen trage» dazu bei, die Spannung zu erhöben. Troß der klimatischen Schwierigkeiten halten die Deutschen ihre Stellungen bei Lodz und Lowiez und haben den Russen ir-.-r schwere Verluste zugesiigt. Jetzt erwarten sic Verstärkungen, aber woher nehmen? General Rcnncnlamps abgrsetzt. London, 3. Dez. Die „Morning Post" berichtet aus Petersburg, General Nenne:, kämpf sei abgesctzt worden, weil er zwei Tage zu spät lam, als cs galt, die Deutschen zu umschließen. Der österreichische Generalstaü jj —. - meldet: Vom nordöstlichen Kriegsschauplatz. Wien, 3. Dez. (W B. Nichtamtlich). 'Amtlich wird vcrlautbart: 3. Dezember mittags: Unsere Situation aus dem nordöstlichen Kriegsschauplatz hat sich gestern, nicht geändert. Der Stellvertreter des Chefs des Eencralstubs: v. Höscr, Generalmajor. Vom südlichen Kriegsschauplatz. Wien, 3. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Das siegreiche Vordringen unserer Truppen über die K o l u b a r a hat den Gegner gezwungen, Belgrad, dessen Verteidigungsanlage gegen Norden gelichtet ist, lampslos preis- zugebcn, um nicht die dortige Besatzung der Gefangennahme auszulicfcr». Unsere Truppen drangen über die Save und aus südwestlicher Richtung m Belgrad ein und besetzten die Höhen südlich der Stadt. Die öffentlichen Gebäude, auch die Gcsandt- schaftspalais Deutschlands und Oesterreich-Ungarns, wurde» sofort militärisch gesichert. An den übrigen Teilen der Gesechts- front kam cs gestern, da der Feind im Rückzüge ist und die eigenen Truppen auf den grundlosen Wegen nur langsam vorwärts kommen, nur zu kleineren Kämpfen mit feindlichen Nachhuten, von denen zirka 200 Mann gefangen genommen wurde». Die Einnahme von Belgrad. Der „Pesti Hirlap" melket aus Eemlin: Tic schweren Geschütze unserer Monitorc begannen vor einigen Tagen die Festung Belgrad unter heftiges Feuer zu nehmen. Die ausgezeichnete, energische Arbeit halte bald einen entsprechenden Erfolg. Die 28-Zcntimcter Geschütze des Feindes, die franzöpschen Ursprungs sind, wurde» zum Schweige» gebracht. Ihre Mannjchajt erlitt schwere Verlusic. Als der Bericht über die vernichtende Wirkung unserer schwere» Geschütze erstattet wurde, vollfllhrtcn unsere am Scmliner User stehenden Truppen eine Bravourleistung.. Sie setzten über die Dona», gelangten nach Eigener,, nach der Zigcuncrinsel und von dort in die feindliche Hauptstadt. Gestern früh, noch während der beiderseitigen heftigen Kanonade, begann der Ilebcr- gang unserer Truppe» aus der Eiscnbahnbrücke, die für den Fußvcrlchr wiedcrhcrgeflcllt worden war. Inzwischen warfen bei der Zigeunerinsel unsere eingedrungcncn Truppen die Serben aus den nächst dem Bahndamm gelegene» Deckungen heraus, nahmen Topschiedcr und den ganzen Weltteil der Stadt. Zugleich drang jener Teil der Truppen in die Stadt, der nach der Einnahme von Obrcnovac an der Save entlang vorgerückt war. Unsere Truppen begannen noch im Laufe des Tages nüt der Herstellung einer Schiffbrücke. Die von der Heeresleitung zur Verfügung gestellte» Schifte sind von Neusatz aus Eemlin unterwegs, »m bei der Abwicklung der Transporte behilslich zu sein. — Das ungarische Blatt „Az Est" bringt eine ähnliche Darstellung Ucber den Widerstand der Serben heißt es oa- rin: Die serbische Besatzung versuchte bei der Eiscnbahnbrücke Widerstand zu leisten: sie wurde ledoch förmlich Lberranut, ebenso die anderen serbischen Truppen, die in den Straßen Belgrads Widerstand zu leisten versuchten. Vor dem Konak spielte sich eine ergreifend« Szene ab, als die ungarischen Truppen, darunter zahlreiche Landsturmniannfchaften, die ungarische Hymne sangen. Die Stadt hat unrer der Belagerung nicht sehr gelitten, obwohl stellenweise die verheerende Wirkung der Beschießung wahrzunehmcn ist Die Lage in Serbien ist crnsi. London, 3. Dez. tW. B. Nichtamtlich). Di- „Times" melden aus Petersburg: Di- Lage in Serbien ist ernst. Die Ocsterreicher haben jetzt dort eine halbe Sllillio» Soldaten einschließlich 30 000 Bayern. Serbien hat sehr groß- Verluste erlitten. Mehrere Regimenter habe» nur noch acht Oftizierc statt «5. Die einzige Hoffnung ist di- Hilse Rußlands. Serbien vom Vcrlchr abgeschnitten. Konsiantinopel, 3. Dez. Der „Franks. Ztg. ‘ wird berichtet: Drei von Rußland nach Kladowo in Serbien bestimmt gewesene, mit Mann- Ichaftcn und Munition beladene Donaudampfer konnten in der Nähe von Widdin ihre Reise die Donau aufwärts nicht fort- sctzcu. Ein Tampser liegt sestgesahro, in der Nähe Widdin». die beiden anderen inußten Uiit voller Ladung wieder denn, abwärts zurück. Die Ursache liegt in der hei dem niedrige!, Waiscrstand beginnenden Bereisung, die diese reich spendend. Quelle Serbien jetzt verschließt. Das wird von großer mm. netter und moralischer Wirkung auf die serbische .Kriegjühnnn sein. - Diese Nachricht erhält ihre volle Bedeutung mit > gestrigen Meldung, daß die Wardarbrnckc bei Demirkapu ee sprengt sei Die Bcrsrachtung über Salonik nach der Bahn Wardartal und die Verschiffung aus der Donau waren bisb, die zwei Möglichkeiten, wie aller Kriegsbedarf der serbischen Armee von ihren Freunden offen und aus bequeme 'Weise zn qejnhrt werden tonnte. Die Russen, Fran,zoscn und Engländc, haben aus diesen beiden Wege» Kanone» und Munition in großen Mengen nach Serbien gebracht. S!un sind kurz na,!: einander beide Verbindungslinie» burchschnitten worden. Die Aufständische» in Mazedonien habe,! den wertvollsten Kunstdan der Wardarbahn zerstört, und das wasserarme Winterwetter l.at bei Widdin, kaum 40 Kilometer vor der serbischen (grenze, eine Schiffsladung aufgehalten, die schon über «00 Kilometer iniihsam slromauf gelommcn war. Das mag für die nächsten Monate zur Regel werden, und die Donau hat ausgchort, sür Serbien ein sicherer Zusahriswcg zu sei». Der völlige Zusammenbruch des serbischen Staates wird um so rascher koiiiinen Müssen ? Das türkische Hauptquartier p 1====== meldet: ---- - !j Konsiantinopel, 2. Dez. d neuerdings sind sämtliche Unlerseeboote zurückgezogen worden. Der ägyptische Feldzug der Türken. Zum Höchstkommandie- reudcii dcr gegen Aegypten hcranziehcnden türkische» Armee ist der aus dein Balkankricge bekannte General Izzet -Pascha ernannt worden. Seine Armee zählt 76,000 Man», zu dcnc» noch 10,000 irreguläre Bcduiten hinzukommen. Die Zahl de» Lastkamelc beträgt 5000 . Die Spitzen seiner Armee haben de» Snezkanal bereits erreicht, wobei sich heftige Kämpfe mit de» Truppen des englischen Generals Maxwell abgespielt haben. Die letztere» tonnten zwar den Bormarsch der Türken nicht aushalten. haben aber andererseits den Kanal auch »och nicht geräumt, den sic energisch verteidigen wollen. Mohammed Ferid über Aegypten. Der Führer der ägyptischen 'Ratio,lalpartei, Mohammed Ferid, der seit Jahren geqc» die Besetzung Aegyptens durch die Engländer einen erbitterten Kampf führt und vom Ausbruch des europäischen Kriege» an in Konstantinopel weilt, erklärte in einer Unterredung, er zweifle nicht daran, daß die osmanifche Armee mit Leichtigkeit und bedeutend rascher, als man glaube, den Su-zkanal überschreiten werde. Ebenso stehe außer allem Zweifel, daß di» Aegyptcr, die die Engländer verabscheuten, sich erhebe» würden, sobald die osmanischc Armee in Aegypten c.ndrinqc: nicht minder die Sudanesen, sodaß die Engländer zwischen oiet Feuer geraten würden, nämlich die türkischeArmee, die Bcvckl» Icrung Aegyptens, dis Senufst und die Sudanesen. In Aegypten. Stockholm, 3. Tcz. Dem „Aftonbladet" wird ein Privatbries aus Aegypten zur Verfügung gestellt, in dem cs heißt: Tic Unruhen nehmen hier immer mehr zn. Es ist ein vollkommener Belagerungszustand verhängt worden. Täglich werden unzählige Verhaftungen vorge- l ommcn. Eine Terschwörnng nach der anderen wird entdeckt, alle gegen die britische Okkupation gerichtet, lieber- all stehen Polizisten, alle Brücken sind mit britischen Schntz- siutcn besetzt. Acht Mohammedaner wurden in diesen Tagen scstgenominen, weil sie in einem Kaffee rln Lied von der Sir *85 Reue Tagerzeitvng. Freitag, da» t. Dezember 191« Seite i Miedcreinnahme Adrianopels sangen. In der Zitadelle er- wartet man einen Beduinenangriff zur Bofteiung der dort eingespcrrtcn Beduinen. Indische Truppentransporte über Kapstadt. Wien, 3. Dez. Die ..Reichspost" meldet über Genf: Das britische Kricgsministerium habe angcordnct, daß infolge der Sperre des Suczkanals durch die Türken die weiteren Jndertrans- Porte über Kapstadt geleitet werden sollend Deutschland und Aegypten. B e r l i n, 2. Dez. (SB. T. B. Amtlich.) Wie über neutrale Lander bekannt wird, suchen englische Kreise in Aegypten gegen Deutschland mit der Behauptung zu Hetzen, die türkische Armee solle Acgvptcn für Deutschland erobern. Wir sind ermächtigt, dieses als unsinnige Ausstreuung zu kennzeichnen. Die Neutralität Italiens. Italiens Neutralität. (W. T. B.) Rom, 3. Dez. Die Kainmer nahm heute ihre Arbeiten wieder ans. Ministerpräsident Salandra erklärte unter gespannter Aufmerksamkeit des Hauses: Die Regierung mußte erwägen, ob die Vertragsbestimmungen uns zur Teilnahme zwangen. Aber die gcwissenhafte^Prüfung des Buchstabens und Geistes der bestehenden Vereinbarungen und die Kenntnis des llr- sprungs und des augenscheinlichen Hauptzwecks des Konfliktes brachten uns zu der loyalen und sicheren llcberzeug- vng, daß wir nicht verpflichtet waren, an ihm teilzunehmen. Da wir dergestalt jeder minderen Erwägung enthoben waren, so empfahl uns eine unbefangene und freie Beurteilung dessen, was die Wahrung der italienischen Interessen erforderte, unverzüglich unsere Neutralität zu erklären. In den Länder» und Meeren des alten Erdteils, dessen politische Gestaltung vielleicht im Begriffe ist, sich zu ändern, besitzt ckien vitale Interessen, die cs zu beschützen, und gerechte ..usprüche, die cs zu bekräftigen hat. Es must seine Stellung als Großmacht bewahren und sic nicht nur unverändert erhalten. sondern auch so, daß sic nicht durch die möglick>cn Vergrößerungen anderer Staaten relativ geändert werden. Daher inußte und wird notwendigerweise unsere Neutralität keine untätige und lässige, sondern eine tätige und wach- same sein, nicht eine ohnmächtige, sondern eine stark gewasf- nete, die jeder Möglichkeit gewachsen ist. (Andauernder, lebhafter Beifall. Die Kammer erhebt sich und bringt dem Ministerpräsidenten eine lebhafte Huldigung dar.) Die Stunde verlangt eine starke und sichere Negierung. Wenn Ihre Stimme uns Stärke und Sicherheit gibt, können wir die schwere Last unserer Verantwortlichkeit tragen und unsere gesunde und unaufhörliche Arbeit fortsehen, welcher wir die ganze Kraft unseres Geistes- widmen, um die augenblicklichen Interessen unseres Vaterlandes wirksam zu verteidigen und sorgsani über die künftigen Bestimmung Italiens in der Welt z» wachen. (Lebhafter, lang andauernder Beifall. Die ganze Kammer erhebt sich zu einer stürmischen Kundgebung und ruft immer von ncucin: ..ES (cbc Italien!") Der Burenaufttand. Eine Botschaft, die geeignet ist. Trauer in unseren Herzen auszulösen, ist heute cingetrofien. De Wet, der unerschrockene Freiheitskänrpfcr der Bure», der tapfere Kricgshcld, dem schon während des Bnrcukrieges alle deutschen Herzen entgcgcnschlugen, ist in die Hände der Botha- leutc gefallen. Folgende Nachrichten werden darüber be- kann!. Meldung des- Neutcrschen Bureaus: Amtlich wird aus Pretoria gemeldet. daß De Wet gefangen genommen sei. A m st c r d a m , 3. Dez. „Reuter meldet aus Prato- ria: Oberst BritS habe de Wet auf cineni Bauernhöfe östlich von Mafeking nüt 52 Mann gefangen genommen. De Wet .labe sich ohne Widerstand ergeben. Am 2. November sei de Wet geflüchtet und zu einem kleinen Koiumando im Distrikt Schweizcrrenke gestoßen. Seitdem tverde er verfolgt. Amsterdam, 3. Dez. Aus den letzten Berichten an? Prätoria geht hervor, daß eine wahre Treibjagd auf d e Wet vorgcnommcn worden ist. An der Verfolgung baden teilgenonimen eine Autoinobilabteilnug unter Oberst Jor- daans, ferner die Kommandos von Middelburg, Leydenburg. Barbcrtou und Earolina. Am 27. November war schon ein Teil der Streitmacht de Wets unter dem Koni- inando von G. Wolmaran gefangen genommen tvordcn. De Wet hatte diese Abteilung am Tage vorher verlasse» und wer weiter westwärts gezogen. Die Verfolgung wurde dann mit aller Energie fortgesetzt und am l. Dezember holte deO Oberst Brits de Wet bei dem Bauernhof Waterbnrg ein. Nachdem dieser Bauernhof uuizingelt >var, übergab sich de Wet mit 52 seiner Anhänger, ohne einen Schuß ab- zugeben. Dir bedauern da? Schicksal des nackcr.n Mannes. Die Engländer, seien Todfeinde, werden ihre Rache an ihrem unversöhnlichsten Gegner kühlen. Doch mag komnien, wis da wolle, während der Name Both mit allen Schuften und Schurken genannt werden wird, erstrahlt hell für alle Zei- lcn der Name De Wet, als eines Helden von deutscheni Staun.. Mit der Gcfangeunahnic De Weis hat übrigens Botha seine schurkischen Pläne noch nicht erfüllt. Der Stein ist Xit Rollen. Der Ausstand ist INI Wachse:, und die Engländer tuUsjeu selbst zugebeu. daß der Oberbefehlshaber der Buren, General Beyers seine gesamten Streitmächte gesammelt hat. Von dem Aufstand gibt auch folgende Depesche Kunde: Fohauneobnrg, 3. Dez. (W. B. Nichtamtlick>.) Eine Abteilung Buren hat sich in den Bergen des Magalics-Ge- birges im Bezirk Krügersdorp festgesetzt und sendet Abteilungen aus, um Pferd« und Gewehr« auf den Farmen zu requirieren. Aus Belgien. Die deutsche Herrschaft i» Belgien. Bern, 1. Dez. (SB. T. B. Nichtamtlich.) Ein Antwerpencr Brief im Schlafen schniutziges Stroh, worauf schon mehrere Wochen lang Franzosen gelegen batten. Ihr könnt Euch denken, wie das ausgeschen hat. Jetzt hat man uns Mehl- säckc gegeben, in die wir das Stroh hineinstopfen. Leider sind sie zu kurz. Wir haben niasscnhaft Kranke, allein es wird einem erst geholfen, wenn inan wirtlich zusammen- bricht. Im allgegeiiieiiien bekünimmert sich nicuiand um unser Wohlbefinden." Typhus in der belgischen Armee. London, 2. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Die „Times" veröffentlichen einen Brief eines Majors des englischen Sanitätswesens aus Calais, in dcni cs heißt, das Calais von einer Typhus- cpidcmie bedroht sei. Dke belgische Armee sei von Typhus diirchscncht. Wenn man die Krankheit sich ausbreiten lasse, werde von der belgischen Armee bald nichts »ichr übrig sein. Es sei unbedingt notwendig, die Spffaleinrichtiingen schnellstens zu vervollkommnen. Ein Sohn des belgischcn Äricgsministers in deutscher Grsnngciischlist. Amsterdam. 2. Dez. Der „Nieuwe Rottcr- damschc Courant" meldet, daß einer der Söhne des belgischen Ministerpräsidenten de Broqneville, der als Freiwilliger im bclgischen Heere Dienst tat, gefangen genoinüen worden ist. Revolte im holländische» Jiitcruicrungslagcr. Amsterdam, 3. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) „Handelsblad" meldet aus Zeist: In deni hiesigen Jnteruiermigsbagcr wurde heute von Belgiern Widerstand geleistet, worauf die niederländischen Bewachimgstrnppen Feuer gaben. Fünf Belgier wurden getötet und sechs verwundet. Bereits gestern Abend war ein gewisser Widerstand unter den Internierten becnerk- bar geworden. Die elektrische Leitung hatte man durch- geschnitten. ES wurde sofort Polizei aus Zeist requiriert, und heute früh wurden Truppen zur Verstärkung ans Ut- rccht herangeholt. Es ist noch nicht vollständig gelungen, den Widerstand der Belgier zu breche». Nach einer anderen Meldung ans dem Haag sind bei dem Vorfall sechs belgische Soldaten getötet und neun verwundet worden Al?s Arantrcrch. Trübe Stimmig in Dünkirchen. Eine ans Dünkirchen in Rojcndaal cingetroffcne Gattin eines belgischen Offiziers lat dein dortigen Berichterstatter des „Berl. Lok.-Anz." felgendes mitgctcilt: „Die in der Hafenstadt herrschende Aiisregung >>nd überstürzte Arbeit, um de» wichtigen Punkt, falls notwendig, verteidigen zu kömicu, erklärt sich ans dcic, Umstande, daß ein gcckvnltiger Ansturm der Deutschen erwartet wird. Die inouiciitane Stille ist trügerisch. Das sag- teii mir alle Freunde meines Mannes, der mit vielen anderen belgischen Offizieren im Hospital von Dünkirchen liegt. Bon französischen Militärs hörte ich, daß die Deutschen enorme Kiäfto ans der Linie ?>pern—Dirmuiden versammeln; das Geplamel zwischen den Laufgräben, die ermüdenden Ortsgesecküc- würden anfhörcn, eine große Kelöschlackü sci :::> An,enae. Werden wir den: Druck der Deuisä-en standhnltcn tonnen? Diese Frage kehrt in den Gesprächen, der Offiziere hüiisig wieder. Engländer, Franzosen find überniüdel, die Belgier zählen nicht uiehr mit. Es kostet viel Mübe, frisch», kampfee frohe Liuien- truppen ins Feld zu steilen. Sehr schlecht ist es »in die Ausrüstung der Mannschaft?» bestellt. Den Deutschen kamen die großecc Vorräte in Antwerpen, Termonde, Gent, Becigge, Ostende zugute: aber im Pas de Calais, wo niau sich vor einem Angriff sicher fühlte, sorgte man »ich! für den nusreibenden Feldzug. Ueberall herrlchen jämmerliche Zustände. Tic Nahrmigszrifuhr stockt, weil die Engländer geizig zu werden beginne». Im Volke sehnt man sich nach einer Entscheidung, was immer auch kommei, möge. Bloß ein Ende wünscht man, denn schlimmer als jetzt kann cs nicht werden." Tie Bundesgenosse». Der ..Mannheimer Generalanzeiger" veröffentlicht folgende ihm zugegongene Feldpostkarte: 19. November 1914. Heute drückten sich unsere Leute von der 11. Kompagnie mit den Franzosen die Hände. Wir liegen nämlich an einer Stelle den Franzosen 30 Meter gegenüber. Da wird öfters beiderseits gerufen. Jetzt rief ein Franzose, daß wir sollen aushören zu schießen, wir sollen gemeinsam drei tote Deutsche beerdigen, die dazwischen liegen. Wir hörten auf zu schießen. 8—10 Franzosen und ein französischer Offizier legten die Waffen ab und von uns ebenso. Man reichte sich di« Hand, begrub die Toten gemeinsam, tauschte Zigarren, Zigaretten und Zeitucige», sprach, und da sagten die Franzosen, wir sollen nicht mehr schießen, sie schießen auch nickt mehr. Aber aus dir Engländer solle» wir fest drauf gehen. Man reichte sich die Hände, bob die Waffen ans und kroch wieder in den Graben. Frieden »ritten im Krieg. Offiziersmangel in Frankreich. Wenn man bisher nur von der Vortrefflichkeit des gesamten französischen Offizice- korps berichtete, so steht eine jetzt aus Paris kommende Mel- düng hierzu im auffallenden Gegensatz. Josfrc pensionierte bisher 140 (?) Generale wegen Unfähigkeit. Als Strategen sollen sich dagegen Foeh. welcher den Oberbefehl in Flandern führt, ferner Manonry an der Argonnenfront, Pan bei Amiens und Castelnan, der Verteidigec von Verdun bewährt haben. Für die Reserve sowie für de» Jahrgang 1915 herrscht indes ein empfindlicher Offiziersmangel. Daher sollen die KricgSschlller von St. Cyr nach abgekicrzler Airsbildnng zu Offizieren befördert werden. Ans Richland. Die Russen und die Kälte. Wien, 1. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Das „Neue Wiener Tagblatt" veröffentlicht ein Gespräch mit Hofrak Bielka, der als Chefarzt des Sani- tätszngcs des MattescrritterßOrdcns.Verwundete vom nördlichen Kriegsschauplatz nach Wien führte. Der Chefarzt gibt die Aeußerungcn eines Verwundeten russischen Unterossi- ziers wieder. Dieser klagte vor allem über die große Kalte, gegen die die Russen sich nicht Io schützen könnten, wie zu Hause, so daß in den nusgeschwärmten Linien ganze Reihen russischer Soldaten liegen, deren Beine bis übers Knie akgefroren sind. Die Annahme, daß der Winter den Russen erwünscht sei, sei daher ein großer Irrtum. Die Russen hätten nur den Wunsch, daß der Krieg bald zu Ende sei, denn die Mannschaften führten ihn nur widerwillig und seien überglücklich, wenn die Oesterreicher auf die russischen Stellungen losstürniten, weil sic dann ohne Gefahr, von den rückwärts aiffgcstelltcn Leuten erschossen zu werden, die Gewehre wcgwerfen und sich in Gefangenschaft begeben könnten, in der ihnen winke, sich sattessen zu können, den die Verpflegung bei den russischen Truppen sei unerhört schlecht. Dieser Umstand sowie die Kälte würden den verbündeten Truppen immer mehr Gefangene in die Hände treiben. Der Chefarzt fügte hinzu, daß dank der in der letzten Zeit eingetrosfenen ausgiebigen Kälteschutzmittel bei den österreichischen Soldaten nur verhältnismäßig wenig Frostschäden festzustellen seien. Rachschrist. Für die obige Behauptung erhalten wir eine Bestätigung durch eine Feldpostkarte, die der Sohn unseres Schriftleiters aus dem Osten geschrieben hat. Es beißt darin: „Die gcfaiigciic» Russen, die gestern hier durchzogen, freuten sich sehr, keinen Hunger mehr leiden zu müssen; bei einem Sturmangriff seien ihre Offiziere die ersten, die wegliefen: sie hätten schon vor dem Kriege gewußt, daß Kaiser Wilhelm ein tüchtiger Kriegsherr sei, gegen den Niemand auffommen könne. Hoffentlich sind wir mit der Baude bald feriigl" Rußlands Achillcsvcrse. Ko n st a n t i n o p e l, 30. Nov. „Jeune Tnrc" legt an der Hand von Zablcn dar, der verwundbarste Punkt Rußlands, gegen den Ocsterrcich-Ung.ir.r Deutschland und die Türkei operieren müßten, um Rußland zu vernichtcn, sei die Ukraine, deren Besetzung die Verpflegung der russischen Armee hemmen und den Eisenbahn- verkehr lahmlegcn würde, da die russischen Eisenbahnen ihre gesamte Kohle ans der Ukraine erhielten. Der Verlust dieser Provinz würde infolgedessen Rußland hindern, seine Rolle als- Großmacht in Europa weiter zu spielen. Revoliitionärc Bewegung i» Rußland. Die Korrespon- dcnz „Rundschau" meldet aus Kopenhagen: Trotz der Ver- der russischen Regierung, die um sich greifende revo- Inticnnrc Strönmng, die sich zugleich nachdrücklich gegen den Krieg wendet, zu unterdrücken, greift diese Bewegung >n zahlreichen russischen Städten doch immer mehr um sich. Vertrauliche Berichte der Obcrgrndarmerie bestätigen, daß d revolutionäre Bewegung in Rußland in letzter Zeit zu- uimmt. Aus England. Dir Vernichtung des „Andacins." Ainsterdam, 2. Dez. Die englischen Behörden halten den Verlust des „Audacious" immer »och geheim. Für die Tatsache, daß dieser wirklich gesunken ist, liegt eine neue Bestätigung vor; ein Marco».itelcgraphist der Holland Amerika-Linie telegraphiert an ein holla,cdisches Blatt, daß aus dem Schiss, auf dem er bcdicnstet sei, ein Telegramm 'aufgefangen worden sei, worin gemeldet wird, daß die Geretteten der „Audaci- ous" in New ?)ork angekommen seien. Der Bericht sei auch in der an Bord erscheinenden Zeitung aufgeiwmmen worden. Echt engiisch! In einem in der „Hchlei. Ztg." veröj- senttichten Feldpostbrief eines Offiziers lesen wir: In einem von den Deutsche» besetzten Ort hatten die Engländer einen Arzt zurückgelassc», der Folgende» schone Beispiel christlicher Lieb« zeitigte: Dieser Mann weigerte sich die schwarzen Soldaten zu behandeln, mit der Begründung: «So etwas St*. 285 *«“ S**»*Köwi * »rgttag. kca i. 3Xjtmb«r Hl* Seite 8. sei nicht fair". Derartige Ansichten eines englischen ArzteS über die Verpflichtungen gegen Verbündete nnis- sen öffentlich gebrandmarkt werden. Dieser Vorfall aber sollte erneut dazu anregen, die Engländer möglichst mit ih- rcn farbigen Waffenbrüdern in dasselbe Gefangenenlager zu bringen. Die coglilchrn Verluste. London, 3. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Der militärische Korrespondent der ..Times" gibt die Verluste der britischen Armee aus 84,000 Mann an, was ungefähr der ursprünglichen Stärke des britffchen Heeres enffpreche. als es ins Feld rückte. Die Verluste in der Schlacht bei Upern und Annentidres betrugen etwa 80,000 Mann, wovon etwa 5500 auf das indische Korps entfielen. Der Korrespondent fährt fort: Wir müssen zugeben, daß die deutschen Truppen trotz schrecklicher Verluste noch zahlreicher sind als wir. und daß sie starke Stellungen cin- nehmen. Sie besitzen eine furchtbare Artillerie, die zerstreut ausgestellt und wohl verborgen ist. Ihr schweres G'Ichütz bat noch die Oberhand und begräbt beständig unsere Leute, ir.deni ganze Abteilmlgen der Laufgräben zerstört werden. Ihre Scharfschützen sind kühn und hartnäckig. Ihre Gra- bcnmörscr und Granaten verursachen uns beständige Vcr- lriste, und obwohl ihre Aufklärung in der Lust seltener geworden ist, erscheinen doch noch Tauben und Albatros- Flugzeuge über uns und beobachten, was wir tun. Die englischen Offiziere und Unteroffiziere sind in schrecklichen! Maße geschwächt. Wir haben fast die ganze reguläre Reserve und den besten Teil der Spezialrelcrve vieler Korps an die Front gebracht. Wenn die Depots nicht länger iin Stande lind, guten und regclaiäßigeu Ersatz zu schicken, würde die Armee an der Front gern einen Teil der neuen Armee» als Eriatz begrüßen. Wir brauchen jeden Mann, den wir finden können, und werden bald erwägen müssen, Ivic wir die neueri Aushebungen am besten an der Front vr i nvndei: können, ob als Armeen. Divisionen imd Brigaden in Einheiten oder zur Auffüllung. Die Fidschi Insulaner! London, 3. Dez. Die Ein- gtlorenen de, Fidschi-Iincl» senden 1500 Mann auf den Krieaeichanplatz und zeichneten >5.000 Franke». (England ist gerettet!) Kriegs Allerlei. Prinz Wilhelm von Hegen wirser im Fel». Dem „Berl. Tageblatt" wird aus Hanau gemeldet: Prinz Wilhelm von Helfen ist non seiner Verwundung — Brustschuß — vollständig genesen. Er hat sich zu seinen, Regiment ins Feld zurüikbe- erben. Die Dauer des Krieges. London, 3. Dez Die „West- rauster Gazette" schreibt. Die Dauer des Krieges muß davon obhängen, welch« Friedcnsbedingungr» wir erreichen. Wenn mir unsere Friedcnsbcdingungcil durchsetzen und die Welt von dauernder Bedrohung befreien wollen, dürfe» wir nicht von ei- »-m schnellen Friedcnsschluß träumen. Es wäre Torheit, davon zu sprechen, daß der Krieg schon zu Neujahr oder imFrüh- li!« des nächsten Fahr es bcendct sein würde. vik fariljt vor dtutlcht» Prrfliirfennafn. Aiustrrdinn, 1. Dez. Der Militärfachmann der „Times" sogt: Im Oktober erschienen plötzlich unerwartet denffche Armeekorps Nnmmrr 22 bis 27, deren Existenz vorher nicht bekannt war. Diese Tatsache sollte uns ?»r Vorsicht rnah. ne», bevor wir sagen, daß Deutschlands Hilssmittel erschöpft feiin. Es ist nicht unniöglich, daß Deutschland Arnicckorps slfummer 28 bis 43 ins Leben ruft. Wir kennen jetzt sech- zig deittschc Armee-Korps »nd Deutschland will hundert aufbringen, aber wie will Deutschland d,,S Material für eine noch ..n> 00 Prozent stärkere Heercsmacht ansbringcn? Der M'.Iitürkritikcr rechnet aus, daß die Armee General Frenchs h- dahin genügend stark sein werde, um den Deutschen einen warmen Enipjang zu bereiten. — Hierzu, ist zu bemerken: Sckmn ver vierzehn Tagen betrttgen die englische» Verluste 80 000 Mann: die Verluste an Offizieren waren dabei be-on- ders hoch. Wo will nun England seine Offiziere heen-h- me», »in seine künitigc Millioncn-Blufs-Armcc heranzn- bilden, zumal es doch in Aegypten »nd voraussichtlich auch i» Indien die Hände voll zu tun haben wird?! Der ziclbclvutzte Liebknecht. Berlin, 3. Dez. Zu der Haltung der Abgeordneten Dr. Lieblnecht in der gestrige» Sitzung des Reichstages vcröfseat- licht der .Vorwärts" folgende Erklärung: „Der Vorstand der sozialdemokratisch«» Reichstagsjrakt'wn stellt fest, daß der Ge- iiosse Karl Liebknecht entgegen dem alten Brauch der Fraktion, der durch eine» ausdrücklichen Beschluß für den vorliegenden Fall erneuert wurde, gegen die Kriegskredit-Borlaqe gestimmt hat. Der Vorstand bedauert diesen Bruch der Disziplin, der die Fraktion noch beichästigcn wird, aufs Tiefste. Der Vorstand der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstages." Die Redaktion des „Vorwärts" bemerkt dazu: Der Bruch der Fraktion bei den Abstimmungen besteht darin, daß entgegen dem Fratttonsbesibluß nicht gestimmt werden darf. Den ein- zrlnen Fraktionsmitgliedern steht frei, den Saal zu verlaßen, ohne daß es den Charakter einer Demonstration annehmen darf (*in englischer Dampfer versenkt. München, :;. Dez. (Sl>. « Nichtamtlich). Die „Münch, »er Neuesten Nachrichten" melden aus Amsterdam: Das «ng- Iisibc Dampfschiff „Carl os Aberdeen" wurde, wie die „Central News" berichtet, zwischen Aberdeen und Hüll durch «i» deutsches Unterseeboot cm Sinken gebracht. Die Mannschaft konnte gerettet werden. (Notiz der SB. X. B.: Nach anderer Mel düng soll der Dampfer ei» englisches Unterseeboot gerammt haben, i» Hüll senge»allen und .Kapitän und Besatzung verhafte' sei»). Mahnung zur Wohltätigkeit. Der Gefreit« Buch aus Ober-Nosbach schrieb an sein« Eltern: Vitsehaete, 22. lt. 14. .....Denkt an 1818, wo einfache, schlichte Mädchen den Eck-muck ihres Haares opferten, um dem Vaterland einen Dienst zu erweisen. Es ist doch etwas schönes, wenn unsere Mädchen zu Hause für Wohltätigkeitszwecke arbeiten. Liebe Eltern, ge- denkt zu Hause, im ganzen Dorse, der Witwen »nd Waisen, deren Gatten und Väter aus dem Felde der Ehre ihr Leben °ür das Vaterland gekästen haben. Unjere Ausgabe ist es: Schützet den heimischen Herd und wir lasten unser Leben für eine gerechte Sache. Liebe Angehörigen! Der Winter hat seinen Einzug gehalten. Wir liegen im Schützengraben i» einem Wald. Die Aeste der Bäume, sowie das ganze Schlachtfeld sind mit Schnee bedeckt. Es sicht ganz winterlich aus, eine große Kälte hat eingesetzt. Bei uns gcht's immer mit „Volldampf" voran, denn zu rauchen haben wir genug. Ihr dürft Euch bei uns nicht immer das schlimmste vorstellc», Ihr müßt denken, daß wir wieder nach Sause kommen wollen. Wiedersehen ist unsere Hoffnung. Gott schütze Euch im Hcimatlande! Vieltausend Grüße! Euer Jakob. Ans der Heimat. * Friedberg, 4. Dez. 1. Friedbrrgcr Doppclquartett. Herr Felix Hauser, Franffurt a. M.. der kommenden Sonntag diim „Vaterländischen Abend" zeitgemäße Dichtungen vortrage» wird, ist dem hiesigen Publikuni nicht srcmd. Als Direktor des Rhein Mainischcn Vcibandsthcatcrs steht er hier in bester Erinnerung. — Da der Erlös des Abends der hiesigen Lazarctt- vcrwaltung zur Beschaffung von Weihnachtsgeschenken abgegeben wird, haben die unterstützende» Mitglieder des Dopxel- quartetts keinen freien Eiutrikt. Sie werden im Jntcreste des guten Zweckes gebeten, sich recht eifrig am Kartcnkaus zu beteiligen. * Friedberg, 4. Dez. Deutsche Heeresangehörige, auch Ec ncjende, dürsen die Schweiz nicht in Unisorm betreten, weit sie ansonst dort scstgehaltcn werden. * Abgabe von nusrangiertcu Militärpferdc». Sa:n§- tag, den 5. Dezember, vormittags 10 tlhr »»erden auf den, Plerdrmarktplatz in Darmstadt ca. 40 ouSrangierte Pferde, darunter 12 ardenner Fohlen durch die Lcmdwirt- schaftskaimiier versteigert. Zur Versteigerung werden nur Landwirte zugelasscn, die sich verpflichten, die Pferde in ihrem Betriebe zu verwenden und sie während der Kriegszeit nicht zu verkaufen. Die Vcrstrigcrnng erfolgt gegen Barzahlung. * Franksurt n. M., 3. Dez. lieber was sich der „General- Anzeiger" srent! Im Franks. General-Anzeiger" lasen wir dieser Tage: Kam da dieser Tage in einem Land- städtchen. der Nachbarschaft ein Bäuerlein iu einen Laden, iiiii Petroleum zu laufen. Das Bäuerlein verlangte einige Liter Petrolemn, was der Verkäufer ablchnte. Einen halben Schoppen könne er ihm geben, aber nicht mehr. „Was nützt mich 4, hakwe Schoppe bei dene lange Owendc!" rief der erzürnte Bauersmann, worauf der andere nicht minder giftig erwiderte: „Ei hockt Euch ufl Euer Kartoffele, do braucht Ihr loa Licht!" Diesen blödsinnige» Witz findet der „Gcneral-Anzcigrr" so bedcutsnin, daß er ihn abdrukt und mit der Ueberschrist versieht: Eine Abfuhr! Auch die „Neue Fricdberger Ztg." konnte sich nicht verkneifen, diesen Stumpffinii nach zu drucken. * Feanksnrl n. Ul., 4. Dez. Der Fürst zu Lciningc», Slan- deshcrr in Hetzen. Baden und Laver», der den Feldzug in Belgien und Nordsrankreich während der t7 Kriegswochen cts Major und Ordonnanz-Offizier beim Stabe der t. Earde-In- janteric-Brigadc mit Auszeichnung uiitgemacht, ist vom 1. Dezember ab zur weiteren Verwendung dem 18 stellvertretenden Eenerallommando überwiesen worden. Der Fürstenältestcr Sohn, der 17jahrigc Erbprinz Emich, der am ersten Mobit» machungstage als Kriegssreiwjlliger bei dem Leib-Dragoncr- Regiment Nr. 24 inDarmstadt ciugetrcten ist, ist jetzt nach beendeter Ausbildung als Leulnant i»'s Feld gerückt. Hessin Nassau. * Ravolzhausen, 4. Dez. Durch Brandstifter wurden in ber letzten Zeit im Orte mehrere Brände verursach«. Für die Entdeckung des Täters setzte die Staatsanwaltschaft jetzt eine Tc lohnung von.Mi Mark aus. * Born Main, 4. Dez. Der verheiratete Taglöhncr Ioh. Waflum in Kleinheubach wurde von einem Rind so unglücklich ins Auge gestoßen, daß cs verloren ist. * Schlüchtern, 3. Dez. De»! Grate» Bogdau von Huttcn- Ezapski Fideikommißhcrr der Fioeilommisie Romsihal im Kr. Schlüchtern und Smogulec int Kreis Wongrowitz. der llls Major der Landwehr-Kavallerie aus russischem Boden kämpft, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Der G-af stand früher als Rittmeister imd Eskadronchef im 2. Kuihessijche» Husar:>,- Rcgiment. * Wiesbaden. 4. Dez. Der Pater Erbard Schlund von den Franziskanern, der im heftigen Geschützjeuer auf den, Ecscchts- felde den sterbenden Kriegern die heilige Wegzehrung darge- retcht, wurde für diese wackere Ta, mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. * Wiesbaden. 3. Dez. Der sei! mehrere» Woche» hier infolge eines rheumatischen Knieleidens zur Kur weilende Kronprinz von Sachsen ist bereits soweit wieder hergestellt, baß er vorgestern seine erste Ausfahrt in die Taunuswatdungen unternehmen konnte. Im Lause der kommenden Woche werden die Prinzessinnen Margarete, Moria-Alix und Anna ihren Bruder, den Kronprinzen, hier besuchen. * Limburg a. 6. Lahu. 4. Dez. In das hiesige Kriegsgefangenenlager wurden am 2. Dezember Mit Engländer und Belgier, bi« während der Kämpf« nahe der belgischen Küste in Gefangenschaft gerieten, cingeliesert. Da» Lager zählt nu»- rnedr 620 Gefangene. » Kirchhaia. 4 . Dez. Die älteste Frau tn der Gemeinde Anzefahr, die Witwe Weizel. die sei« ihrem 14. Lebenssahr« bei den Landwittcn taglöhncrte, ist go Jahre alt gestorben. Fraalcuberg. 4. De,. Die diamanten- Sochcit feierte, körperlich und geistig rüstig, dar Ehepaar Israel Katzcnstein in Höringhausen. * Hdsgeismar, 4. Dez. Durch einen seltsam ttagischen Zufall ist der General v. Mevcr, der von 1903—1807 die 5. Dragoner in Hofgeismar kommandierte, vor dem Feinde gefallen. General v. Meyer war in, Begriff ein Auto zu besteigen, als er tot im Wagen zusammcnsank und bald daraus verschied. Die Untersuchung ergab, baß ein spitziger Stahlpseil eines scind- lichcn Fliegers, der gerade als der General das Auto besteigen wollte ,in bedeutender Höhe über ihm seine Kreise zog. den, General in die Schulter gcsahren und ties in de» Leib gedrungen war. * Kostet, 8. Dez. Von de» im Felde stehende» Lehrer und Seminaristen in,Regierungsbezirk Kassel sind fünfzig den Heldentod gestorben. Etarkeuburg. * Darms,abt, 2. Dez. Ein tödlicher Automobilunfall ereignete sich am Samstag hier in der Rahe des „Karlshojes" an der Kranichsteinersttaße. Durch eigenes Verschulden wurde der etwas dem Trünke ergebene Arbeiter Jakob Hosman» aus Griesheim, als er dem Bordcrradc zu nahe kam, ubcriahren. Auf dem Wege zun, städt. Krankenhaus trat der Tod an,chci> ncnd durch innere Verblutung ein. Aus Rheinheffrn. * Alzey, 4 . Dez. Die deutschen „Barbarei," wisicu auch den tote» Feind zu ehren, wie die hier stattgesundcnc BecrStg- uug des an seinen Wunden iu« hiesigen Lazarett verstorbenen Kanoniers Albett Bruns aus Bern ,n Belgien zeigte. Die sämtlichen hiesigen Militärvereme sowie bar hier kinqnnttierle. Militärkommando und sehr vi.le Zivilpersonen gaben dem toten feindlichen Krieger das letzte Chrcngcleite, während Soldaten ihm die Ehrensalve übers Grab »achßhickten. * Bingen, 4. Dez. Aus der Fahrt zu Berg tiß im Bivger Lech Fahrwasser der Schleppsttaug der den auf der Fahrt zu Berg sich befindende» Radschtoppdampser „Knipsther 1" mit einem Anhängckahn verband. Der Kahn wurde von der Strö- nnmg abgetrieben. Als vom Kahn aus der Anker gewor-en werden sollte, riß die Anlerkettc des Bugankers. Nach langem Suchen gelang cs, de» Anker zu finden. Während dieser Zeit war das Bingcr Loch für die zu Tal kommenden Fahrzeuge gesperrt. Nachdem der treibciGc Kahn aujgesange» war, konnte der Schleppdampser seine Fahrt zu Berg fortsetzc». Hirchertitck. Früher al» in »en letzte» Jahreu ist der Winter über die Lande gekommen und hat Dorf und Stadt in sei» Schneetleiv gehüllt. Da ist nun für jeden, auch für denjenigen, der ,m Sommer wenig Zeit zum Lesen hat, das Abonnement aus eine auregeude und ersrischendc Zeitschrift eine wahre Wohltat. Wer sich den Guckkasten beschafft, wird nicht enttäuscht sei». Die künstlerisch und literarisch wertvolle Zeitschrift bchnnbelt die kriegerischen Creignisse und de» Ernst der Zeiten in maßvoller und würdiger Weise und versteht cs dabei, uns durch ihren übrigen, nicht nur auf die gegenwärtigen Ereignisse gerichteten Inhalt, in heitere Stimmung zu bringen und i» einwandfreier Weise die schlimnien Zeiten vorübergehend vergessen zu machen. Das Abonnement auf bei, Guckkasten kan» jederzeit begvnnc» werden. Der Abonncmcntspreis beträgt ohne Porto ,«t 3.— vierteljährlich: jedes Postamt u»d jede Buchhandlung nehmen Bestellungen, auch auf einzelne Monate, an. Fetdpostkarlc» der Kronprinzessi«. Da cs unseren tapferen Krieger» im Felde an Feldposikar- te» fehlt, hat der Berlagsbuchhandlcr Hermann Hillgcr, Berlin W. 8, der bei der Verteilung von 188 088 Bänden seiner beliebten Nomanjammlung „Kürschners Bllchcrschatz" für Lazarette diese Wahrnehmung machte, als Liebesgabe drei Millionen Fetdpoftkaricn ins Feld geschickt. Kronprinzessin Eecilic hat handschriftlich den Segcnsjpruch „Gott helfe uns zum Siege" beigesteuert, der jeder Karte »us. gedruckt ist. Herr Hillgcr hat sich bereit ertlärt. jedem unserer Leser, der ein Weihnachtspakrt zur Front schicke» will, völlig koste»- los. nur gegen Erstattung der Porto- und Versa,idkoste» von 5> Psg. (Rückantwortpostkartc genügt) sechs solcher, mit dem handschriftliche» Spruch der Kronprinzessin geschnackte Feld xnfttarten zu übersenden. Franksurter Wetterbericht. Boraussage: Wolkig, meist trocken, keine größere Tcmpera- turverändcrung. südwestliche Winde. Verantwort!^ für den politische» und lokalen Teil: Otto Hirschel, Fricdbcrg: für den Anzeigenteil: K. Schmidt, Fricdberg. Truck »nd Verlag der „Neuen Tageszeit,>nz"- A. G., Jricdbcrg i. H. Mordming pir liedrsgabtn nach (Oftprfiiftfn. Wir bitten unsere Freunde auf dem Lande, sich für Ostpreußen, zu dem aus der vierten Seite ausgefordert wird, ebensalls an dein Hilsswerk beteiligen zu wollen. Vielfach ist „och Stroh, Gemüse u. dergl. vorhanden, das ent bchrlich ist. Gebt Jeder »ach seine» Kräften für unsere Brüder im armen Ostpreußen. Zeiget, daß e» nur ein Alldcatschland gibt, das treu vereint dasteht und das sich brüderlich Lei» und Freud zu teilen gesonnen ist. Die Bezugs- und Abjatz-Zenttale i» Friedberg hat sich wieder in entgegenkommender Weise bereit erklärt, die Gaben anzunehmen und ihre Räume zur Ausbewahrung zur Verfügung zu pellen, bi» ein Waggon zur Absenbung bereit ist. Also stiftet Strah, Heu. Gemüse usw. für Ostpreußen. Der Verl», der .R-aen Tageo^itaag". . Heber eingclausen« Spende» »erb an dieser Stelle quid ttert. Nr. 285 Neue Tag««ze>ti>»g. Freitag, den 4. Dezember 1914. Seile t. empfehlen: Feine preiswerte Friedberg. Spiel-Plan vom Samstag, Len 5. Dezember bi* einlchl. Montag, 7. Dezember. Dü liir Liebesgaben. Wir erhielten 6000 Pfund [,»Stellwerk Siiiier“ bekannte vortreffliche Speise-Schokolade lt.-FiW1.86 HL "|, Fiti™“ S 4? Pl!.| netto 1 Piund Inhalt verschiedene Tafeln Schokolade 10, 20, 25, 35, 45 Pfennig. Zum Konfektbacken h Das belgische Wellbad Ostende im Zeichen des Krieges. Einzug deutscher Truppen. Artillcrickamps in den Dünen. Matrosen bringen bcigilche Schnell euergeschütze an der Ostender Eriandpromenade in Verteidigungsstellung. Englisches Schiff in Sicht. Beobachtungsposte» in den Dünen. Beschießung eines englischen Fliegers. Lille. (Um Einsturigesahr zu vermeiden, werden irei- srchende Mauern zerstörter Hauser niedergerissen. Mandeln g ew. ph. 1.50 extra 1.70 Mandelersatz Keraspel,e Kok £, s d nuB 80 pi z . Korinthen gereinigt Pfd. oO Pig. Zitronatpid . 80 , Orangeat pid .70 p.g. I iSEÜiP'jlHSr S l f Pakete 20 Pfg- Zii[fllSH Stück 6 Pfd. ' Backoblafsn, Srnriioniuin, Pottaschs. IllntriDfin Pliiljlrnfliigf! Drama in 3 Alten. Am ImbtMskt. Naturaujnahme sowie das übrige reichhaltige Programm. 8» uerkaufc». 1 Siehlnmpe (Spiritusglüh- licht), Spiritusbügelcifen, fast neu. Friedberg. Langgasse 4. 1 ÜÖ—Mö Liter Wliiilch sofort gesucht. — Zahle 18—IS Pfennig per Liter. «>. Anhalt, pockenheiin. Marburgerstr. 21. Frische Kieler Piiltiiiiic empfiehlt li'iedricli Ifllcliel Frierberg i. H. 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Ernst NkrU^^^ ' ' ; zager i» (Oips-, Jircihc- l'rirbbrrfli.g., (Trlrftlll 355 Seckkrr-u.Salltruir-ijrrii ( 0 . Friffc's Serttffei»' (Ofi-JadtfatSjc in ü prachlvolieu Nuanien. Mien-Zillkttl'abrik l^rch-^ciiUl empsikhtr ihre Trolkkil'lliil^cl unö Mrillstl-Jlkerslhiiitzkl in vorzüglichster Qualität biurgst. -zez f 5 ’?' Preisos.crlen und Muster aus gefl. Ansragr. ' r fPS I ^niuiici (iau ii. BchiiWn, ^umiicHaiiiaocn billigst. Stefan Kuhn, Jnheiden-Hnnge». Kolonial-, Malen al- imü Farlnvarea. Lirre»dir linlerliiitziing ariiier Kinörr fliesberys. lütte nm Wcilxnachtsgaken. Zum bevorstehendenWeihnachtsfeste haben sich 70 bedülslige Kinder gemeldet, welche mit einer Weihnachtsuntersiütznng erfreut werde» sollen. Da unsere Einnahmen in diesem Jahre insolge der schweren Zeiten, welche über »nscr Datertand her- eingeb., Heu sind, gegen frühere Jahre bedeutend zurückbUeben, unsere Bcdringicn zu Hause aber hierunter lucht leiden sollen, so diirseu wir auch wohl in diesem Jahre die höfliche Bitte ^ -sprechen. »»» noch Möglichkeit mit baren Zuweisungen um ierjiiiiien zu wolle». Gaben werden dankend entgegcngcnonr- ink» ron den Borstendsinitglicdern. . Dörr, Kaufmann. W. Georgs, Apestheler. I. Heiaeck, 'öeomeier t. Kl. E. Kleberger, Pfarrer. Th. R'orsche!, Bauunternehmer. Ph. Philipps, Haupilehrer. H. Rausch, Kauf.il!>»!,. W. Rostbach, Fabrikant. Dr. 2. Send, Rechtsanwalt. R. Walz. Prosefsor. Heüanntmachnng der nllgemeinen Ortskrankenknsse für den Kreis Feiedkerg. Durch Einberufung eines Teiles der Kassenärzte mustfe eine Aenderung der Arrztebezirkr eintreten. Die einzelnen Orte unsere» Kassenbezirkes werden mit ärzllickier Hilfe bis auf weiteres w:e folgt veuorgt: Asienbei»,: Dr.Schäcker-Asienheim Bad Nauheim: Dl. Hrrsch-Bad- 9!auheim. Bauernheim: San.-Rat Dr. K. Becker-Friedberg. Beienheim: Dr. Seriba-Södel. Bodenros: Dr. Röstner-Brand- oberndorf. Bönstadt: Dr. Schäcker. Bruchenbrücken: Dr. Schäcker. Büdesheim: Dr.Dalquen-Helden- bergen. Dr. Henrier-Rendel. Burg-üräfenrode: Dr. Waldeck- Grost-Karben. Butzbach: Dr. Wagner, San.-Rat Dr. Ohnackei-Butzbach. Dorheim: San.-Rat Dr.K Becker. Doru-Aisenheim: Dr. Eichenberg- Echzell. Dortelweil: De.Kullmann-Bilbel Dr. Maley-Bi bel. Dr. Szametz- Vrlbel, Dr. Waldeck. Fauerbach o. d. H.: Dr. Wagner, San.-Rar Dr. Ohnacker, Dr.PH Stoll-Ober-Mörlen. Friedberg Fanerbach: San-Rat Dr. K. Becker, Geh. Med.-Rai Dr. Weckerling-Friedderg. Gambach: San.-Rat Dr. Ohnacker. Griedel: San.-Rat Dr. Oh acker. Grost-Karben: Dr. Waldeck. Haeheim: Dr.Kullmann.Dr.Maley Hauien mit Oes: Dr. Röstner. Heldenbergen: Dr Dalquen. Hoch-Weisel: Dr Wagner, San. Rat Dr. Ohnacker. Holzhausen: Dr. Kistner - Fried- richsdors. Ilbenstadt: Dr. Schäcker. Kaichen: Dr Dalquen, Dr.Schäckei Kirch-Göns: Dr. Wagner, San.- Rat Dr. Ohnacker. Ktein-Karben: Dr. Henriei, Dr. Waldeck. Kloppenheim: Dr. Waldeck. Langenhain m. Ziegenberg: Dr. PH. Sloll. Maibach: Dr. Röstner. Massrnheim: Dr. Kullmann, Dr. Maley, Dr. Siamrtz. Melbach: Dr. Seriba. Mün,.er: Dr. Wagner, San.-Rat Dr. Ohnacker. Münzenberg: Dr. Wagner. Rieder-Eelenbach: Dr.Kullmann, Dr. 'Malen, Dr. Sznmetz. Rieder-Elchbach: Tr. Kullmann, Dr. Maley, Dr. Piindack- Bonames. Rieder-Florstadt: Dr. Ad-er. Rieder-Mörlen: Dr. PH. Stoll. Rieder-Rosbach: San.-Rat Lr. K. Becker. Rieder-Welsel: Dr.Wagner, San.- Rat Dr. Ohnacker. Rieder-Wällstad!: Dr. Schäcker. Ober-Erlenbach: Dr. K Nmann, Dr. Otto Wien I.-Homburg (nur im Notfalles. Obee-Efchach: Dr. Kullmann, Dr. Otto Wien I.-Homburg (nur im Roifalles. Obee-Florstadt: Dr. Adler. Ober-Mörlen: Dr. Ph. Stoll. Ober-Rosbach: San.-Rat Dr. K. Becker. Ober-Wöllstadt: Dr. Schäcker. Ockstadt: San.-Rat Dr. K. Becker. Okarben: Dr Watdeck. Oppershosen: S.-R.Dr. Ohnacker, Dr. PH. Stoll. Ossenheim: San.-Rat Dr.K.Vecker. Lstheim: Dr. Wagner, San.-Rat Dr. Ohnacker. Petterweil: Dr. Waldeck. Pohl-Gons: Dr. Wagner, San.- Rat Dr. Ohnacker. Reichelsheim: Dr. Eichenberg Rendet: Dr.Henrici, Dr.Waldeck. Nockenberg: S.-RatDr. Ohnacker. Rodgeim: Dr. Waideck. Rödgen: San.-Rat Dr. zk. Becker, Dr. Ph. Stoll. Sckswalheim: S -R. Dr. K. Becker. Södel: De. Seriba. Staden: Dr. Adler, Dr. Nieoley Stammheim: Dr. Adler, Dr Nikoley. Steinjurth: Dr. PH. Sroll. Trais-M^nzenderg: Tr. Wagner Vilbel: Dr. Kullmann, Dr.Aialey, Dr. Szamest. Weckesheim: Dr. Eichenberg. Wlckstadl: Dr. Schäcker Wisselsheim: Dr. PH. Stoll. Wöl,ershe,m: Dr. Seriba. Wohnbach: Dr. Seriba. und Zahntechniker stehen zur Zeit den Mit Zahnarzt Hoddrs, Bad-Rauheim. ., Ehrmaan, Bad-Rauheim. Zahntechnter Wrgland, Pudel .. Frau A.AIoog. Butzbach. Zahnärzte und • gliedern zur Verchgung: Zahnarzt Winller. Friedberg und Bad-Rauheim. „ Landau, Friedberg. „ Stern, Friedberg. Sprzialärzte lönnen nur auf Antrag eines Kaffenarzter und nach vorheriger Genehmigung der Kassenverwaltung in Anspruch genommen werden. Die Mitglieder, die austerhalb des Kassenbezirls wohnen, haben den zunächstwohnenden Ärzr in Anspruch zu nehmen. Die Bezahlung sür Jnanipruchnahme anderer a S der öden genannten Aerzle :c. wird, abgesehen von dringenden Fällen, adgelehnt. Die Alitglieder sind verpstichtet, sobald es ihr Zustand erlaubt, den Arzt in der Sprechstunde auszusuchen. Außerdem richten wir an die Mitglieder die dringende Bitte, die genannten Herren Aerzte, die z. Zt infolge Einberufung e.nes Teiles der Kaffenärzte stark überlastet sind, nur in wirtlich livl- wendigen Fällen in Anspruch zu nehmen. Ter Vorstand: Farl Kamm, Vorsitzender. Keulmntniachurig. Die in Jriedberg wohnhaslen im Jahre >895 geborenen Militärpflichtigen, iowie die Pstichugen srüherer Jahrgänge, weiche bis letzt eine endgiuige Entscheidung noch niltzr erhallen haben, werden ausgesordert, sich in der Zeit vom t. bis e,nichl>egiiä, 10. Dezember l. 3s. im hiesigen Stadthaus, Zimmer 9(1. 10, II. ctoi, zur Re.rutierungsstamnr. olle an umeiden. Auswärts Geborene des Jahrgangs 1895 haben hierbei eine standesamtiia.e Geburtsurkunde, die Leute aus früheren Jahrgängen lllgegen ihre Militärpapiere (Losungsscheine, Musterungsausweis pp. öorzutegen. Fkirdderg. den 30. November 1914. Der Bürgermeister WrihnachtsbMe für die Verwundeten. Tos diesjährige WeihnnchlSfeft soll auch unseren ver- wuiidetcii Kameraden in den hiesigen Lazaretten einen Strahl davlbarer Liebe sür ihre großen Opfer draußen im Dienste des Vaterlandes bringen und ihnen in der Hei- mat eine kleine Freude befchecren. Darum bitten wir alle Freunde derselben in Stadt und Land um Geschenke aller Art, besonders um praktische Gegenstände (Wollenes Unterzeug, Hosenträger, Geldtrschchen, Briefpapier, Tasck^nlämp- cheu, Zigarren, Tabak, Aepsel, Nüsse und dergl.) und Bücher oder um Geldspenden, die es ermöglichen, den Weihnachtstisch sür liniere Verwundeten zu decken und das Herz der vielen, die das schönste Fest der Liebe und Freude fern von ihren Lieben feiern müssen, ein wenig zu erfreuen. Gaben f;ir bestimmte Verwundete, die etwa dem Geber naliestehen, werden am besten verpackt und mit Namcnsangabe des zu Beschenkenden übersandt. Alle Gaben bitten wir an Frau Oberinspektor Koch in der Gewcrbcichule tpätestens bis jimi 15. Dezember cinzufende» oder abzugeben. Pros. Werner. Stabsarzt Tr. Achert. Lbcrinsp. Koch-