rrnmmer£84 Donnerstag, den 3. Hercmber L^t4. 7. Ial,rgan Die „».»« *.««** jritama« tiidjeint ictxn W»rl«a» Kegtlmäfetgt Beilagen „ver Kancr an» fairen", ..?>r Spinnn'nd»". S.,»g«pr»i.: «e, den Postanstatten den Agenten inonailich so Pkg. ä'tnzn Irr« Postgebühr ob« Xlägeilohn. „\n,«i 0 rn: Grund,eite 20 P-g„ totale ln P,g, Ln,eigen von auswäns werde» °u,„ Po.n,t,n> _____ >rtiiilliinpoon Frteddeeg. Sttiriftintnne und Urrlag Friedderg lHesten), »anauenttajj* 12. Fernsprecher 4H, Paltlcheck-Conta «t. 48.'>9. «ml ,'tonlfurt o. !. Belgrad gefallen! 80000 Russen in drei Wochen gefangen! — Einmütigkeit des deutfchen Reichstags. — (e Kräfte die östlich von Lodz von Süden und Osten her vorgingcn, ernstlich bedroht waren. Ihre Lage wurde durch die Uebermacht des Feindes aufs cußerste gefährdet. In heldenmütiger Weise ist es nun unseren Truppen gelungen, sich in dreitägigen erbitterten Kämpfen der drohenden Umklammerung zu entziehen, den Ring zu sprengen und dem Gegner obendrein bei diesem todesmutigen Ringen eine geradezu vernichtende Niederlage zu bereiten. j Der österreichische Generalstab *====== meldet: --- Wie», 2. Dez. (31?. B. Nichtamtlich). Amtlich wird »er lauibart: Die Ruhe in unscrer Front, in Wcstgalizie» und in Russisch-Polen hielt im allgemeine» auch gestern an. Zn der vergangenen Nacht wurde ein rusiischer Angriss nordwestlich von Wolbrom abgewiesen. Die Kämpfe im Raume westlich Rewo, radomsk und bei Lodz find in günstiger Entwicklung begriffen. Vor Przemysl bliebe» Oie Rügen unter dem Eindruck des letzten Ausfalles passiv. Mehrere seinditchc Flieger warscu er- solglos Bomben ab. Die Operationen in de» Karpathen sind noch zu keinem Abschlust gekommen. Die Nachricht von dem Einrückc» unserer Truppen in Bel grad löste auf dem nördlichen Kriegsschauplatz unaussprechlichen Jubel aus. Der Ele,vertretende Lhcj des Gcneralstabs: «. Hofer, Generalmajor. SIS ich, 2. Tez. (31?. B.) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Da der Feind im Rllckzuge ist^saaden gestern keine gröstere» Kämpfe statt. Die vorgetricbcncn Nachrichtenabteilungen sticstcn auf feindliche 'Nachhuten und machten mehrere hundert Gefangene. Belgrad gefallen! Wien, 2. Dezember, (Nichtamtlich). Der Kaiser erhielt von General Frank, dem Kommandanten der 5. Armee eine Huldigungsdepesche, in der es heißt: Ich bitte Eurer Majestät an« Tage der Vollendung des 86. Rcgiernngsjahres die Meldung zu Füßen legen zu dürfen, das; die Stadt Belgrad heute von den Truppen der 5. Armee in Besitz genonitnen lvnrde. Stadt und Heftung Bclgarad. „Prinz Eugen, der edle Ritter, wollt' dein Kaiser wiederum kriegen Stadt und Festung Bclgarad." So singt man heute noch in deutschen Landen zur Erinnerung an die Masfentaten des tapferen Sawoyer-Prinzen. Und zweihundert Jahren nach dessen Walsentaten haben imserc Der- bündetc» abermals Stadt und Festung Belgrad gekriegt u. werden es hoffentlich nimmermehr herausgeben. Mit lebhafter Genugtuung wurde die Kunde davon in Deutschland und mehr noch in Oesterreich ausgenommen. Glaubte doch Mancher cs ginge zu langsam mit der Zernicht,mg des ruchlosen Staates, der den änderen 'Anlatz zu dem Weltkrieg gegeben hat. Aber wohi nwogen sind die Oesterreich:r vorgegangcn. Zunächst haben sie sich ihre Grenzen im Norden und Osten gegen die mit uncrmetzlichcn Massen vor- dringenden MoSkowiterhorden gesichert und als dieses soweit gelungen war, dann konnte die 'Abrechnung mit Serbien beginnen. Nicht über die Donau her, sondern von Nordosten bc- gcnn der Einmarsch der Oesterrcicher. Schlag auf Schlag ging es vorwärts. Slus den festesten Stellungen wurden die Serben herausgcworscn und heute belindet sich ein Viertel von Serbien, der Winkel zwischen Donau u. Dring int Besitze der Oesterrcicher, so datz ihnen Belgrad, tvic cs scheint, mühelos als reise Frucht in den Schob gesallen ist. lieber 100,800 Serben, über ein Drittel des Heeres, sind gesallen oder gefangen genouimcn worden, der Rest, wenn auch nach zähem Widerstand leistend, ist nickst mehr im Stande den Gegner aufzichalten. Verzweiflung und Hoss- nnngslosigkcit herrscht im Lande, die durch Hungersnot ge- steigert werden. Tic blutbefleckte und fluchbeladene Regierung, die sich zum niederen Werkzeug der niederträchtigen Pläne Englands und Rutzlands mitzbrauckien lies;, bat bereits zu Beginn des Krieges Belgrad verlassen und ist nach der alten KönigSstadt Kragujewatz übergesiedelt: auch diese Stadt wurde beim Hcrannahcn der Oesterrcicher von der Ncgicrnng fluchtartig verlassen und die Stadt Risch, wo man-sich aber auch bereits nicht mehr sickwr fühlt, als Zufluchtsort erkoren. Serbien steht also vor dem Ende, nichts hat ihm, wie stark er auch tat, der Dreiverband gebolsen. Gleichwie Belgien dahin sank, ohne datz ihni England die versprochene Hilfe leisten konnte, Io wird Serbien vernichtet und die fo schiilichst erwartete russische Hilfe bleibt aus. Tie Haupt- stadte der beiden Verbündeten des Dreiverbandes sind in, Besitze Deutschlands und Oestercrichs, das kennzeichne! die Lage. ES ist eine furchtbare Warnung alle» denen, d, Nutzland und England vertrauen und ihre Massen gegen die Centrnlmächte kehren. jUiit den, Fall Belgrads wird sich das schtietzliche Schicksal Serbiens rasch vollziehen. Das Land, in den, der lionigsinord eine gefestete Einrichtung ist, wird offenbar bald der Vergangenheit angehören. Tie Erinnerung an Serbien wird, wie jüngst ein bulgarisches Blatt betonte, niemals das Gefühl des Beileids erwecken, sondern es w'ird allgenuin mit Genugtuung emvfnndcn werden, wen» die Vorsehung Unrecht und Laster bestraft. Heimtücke, Erösi.n wahn. Räuberei und Meuchelmord hotten in der 'Seele de» gimzcn Volkes Boden gesunde» und diese Eigenschaften reisie» jetzt das ganze Volk mit i» den Abgrund. Kaiser Franz Jofef. Berlin, 2. Dez. (SB. B. Nichtamtlich). Die „Noidd Allg. Zeitung" schreib!: Die heutig- 6«. Wiederkehr des Ta- »es, an dem der Kaiser und König Franz Josef den Thron be< stieg, lenkt die Gedanken, nicht allein der Völker Oesterreich, Ungarns, sondern auch der weilcstc» Kreise in Deuilchland vas den ehrwürdigen Herrscher, der sich als treuer Bundesgenosse von drei Hoheuzollernlaiscr» bewährt hat. Der Tag sällt dics- mal in eine Zeit gewaltiger weltgeschichtlicher Ereignisse. Das Bündnis Deutschlands mit Oesterreich,Ungarn, das in langcn Friedensjahren als eines der bedeutsamsten Jatioren im politischen Dasein unseres Weltteils sorgsam gepslegt und entfaltet worden ist, zeigt sich jetzt der Welt in der ganzen Kralt -seiner Unerschüttcrlichkeit. Mit besonderer Genugtuung vermag der Kaiser und König auf die vceslosscnen Kricgsmonate auch des. Haid zurückblicke», weil sie eine» weithin leuchtenden Beweis erbracht haben, wie berechtigt das Vertrauen des Herrschers zur Treue seiner Völker war. Zn diesen Monaten schwerer, aber notwendiger Opfer für des Reiches Sicherheit und seine künftige Blüte, hat die hingebende Anhänglichkeit der Volksstämme Oesterreich-Ungarns an die Krone- alle gegenteilige» Vorher- sagunoen seiner Widersacher zu schänden gemacht und die denk- . bar ernsteste Probe glänzend bestände». In fester Hand hält der dsiuhrige Monarch das Ruder des Staates. Die neuen schweren Pflichten, die ihm der Krieg auscrlcgt hat, haben den greise» Herrscher nicht gebeugt. Mit bewundernswerter Frische des Körpers und des Geistes lenkt der Kaiser und König die Geschicke seines Reiches durch die brandenden Wogen dem Ziele entgegen, das seinen treue» Pollern eine Epoche kraftvollen Aufschwungs verbürgt. iHinilirrpräfM (6raf Am iilirr die faar. Budapest, 30. Rov. (SB. B. Nichtamtlich). Abgeordnetenhaus. Bei der Beratung des Berichts belieft send die Verwendung der Honveds und des Landsturms auster- halb des Staatsgebietes ergriff Ministerpräsident Gras Tisza das Wart und führte aus: Man kann jetzt auf Grund der Erfahrungen der letzten Monate sagen, datz der Krieg absolut unvermeidlich war. Einzelne Staaten neideten Deutschland seine graste wirtschaftliche Entwicklung, andererseits wurde unsere Friedensliebe als Schwäche gedeutet und daraus zurückge- sührt, dast die Monarchie unfähig und schwach sei, während tatsächlich unsere Politik von der Friedensliebe aller leitenden Faktoren der Monarchie und namentlich von dem ftiedliebend- sten Monarchen der Welt diltiert war. (Zustimmung). De» Krieg ist heute mehr als jemals nicht nur ein Ringen der Armee», sondern der Völker und Skationen. Zn diesem Ringen haben die ungarischen Truppen und die ungarische Ration austcrordcntlichcs geleistet, wie dieses auch der Höchstkomnie,- dicrcndc, Erzherzog Friedrich, ausdrücklich bezeugt hat. Der Ministerpräsident sagte daraus, er sei glücklich, aus Grund unmittelbarer Eindrücke sagen zu können, dast auch die leitenden Falioren der grasten deutschen Ration von Anerkennung und Vertrauen sär die ungarische Armee erfüllt seien. (Lebhasie Zustimmung). Der jetzige Klieg sei auch der erst- unier dem dualistischen Regime. Der Dualismus hat nunmehr die Feuer, probe bestanden, und dabei durch die Wahrheit erhärtet, dast nur eine solche Gestaltung der Monarchie im Stande sei, Ne höchste Leistungsjähigteit zu bewahren, welche Ungarns berechtigten Setdständigleitsbestrebungen Rechnung trage und oen- noch die Einheit der Eesllhle und Bestrebungen verbürge. Gras Tiszn erltärte lchliestlich, er glaube den Eesühlen aller Ausdruck zu geben, wenn er sage, da» in Strömen vergossene Hr 384 3lut w«rd« für dt« üngarische Nation Früchte tragen. Der Kamps werde ohne Ermatten und ohne Kleinmütigkeit fortgr- >ht werden müssen, bis die Bedingungen der künftigen Sicherheit für die ungarische Nation geschaffen sind. Die Hoffnung der Serben. London, t. Dez. Der „Times" wird aus Petersburg gemeldet, daß nach einem Telegramm aus Nisch der Zustand an der serbischen «enze sehr ernst sei. Mehr als ein- halbe Million Oesterreicher ständen den Serben gegenüber, die sich je- ,och noch rechtzeitig in Desensivstcllung zurückziehen konnten. Zn vielen serbischen Regimentern sei die Anzahl der Offiziere »on 75 auf 8 bis 10 gesunken und die Serbe» setzten nun noch ihre Hoffnung daraus, datz die Russen bald vor Budapest erschienen! glt^lltnbahnbnickt über drnWarbar ariyrrnat. Salonik, 2. Dez. (SB. B. Nichtamtlich). Die Eisenbahn- brücke über den Wardar zwischen Strumitza und Dcwirkapu ist von Banden zersprengt worden. Der Mittelpseiier wurde in 2 drittel, der nördliche vollständig zerstört. Drei Brückenseldcr ind eingestürzt. Der Verkehr zwischen Ucsküb und Salonik ist .ingestcllt. Die Wiederherstellung der Brücke wird längere Zeit beanspruchen. Bei der Zerstörung soll ein blutiger Kamps zwi- chcn den Banden und serbischem Militär statlgesunden haben. Eisenbahnwagen mit Verwundeten passierten Salonik auf dem liege nach Monastir. Das türkische Hauptquartier -- --- — meidet: ===» Konstantnopel, 2. Dez. (Nichtamtlich) Unsere Trup- - - die in der Zone des Tjchoroth vorrücktcn, haben einen i . Erfolg davongetragen und heute die Stadt Slrdanutsch, :ü Kilometer östlich des Tfchorolh-Flnsses. besetzt. SIu» Aegnpte». Mailand, 2. Dez. Die letzten Nachrichen aus Aegypten besage», datz vollkommene Ruhe anhalte. Die Engländer verstärken die Sicherungsmatznahmen zum Schutze :egen einen Einfall der Türken. Wettere indische Truppen ömmen an und setzen die Reise nach kurzer Rast nach Marseille ort. Indessen wurde der längste Jndertransport, der schon rach Europa in See gestochen war, drahtlos zurückberufen und nieder ausgeschisft. Neue britische Truppen kommen an, andere »erden erwartet. Die Sinai-Halbinsel wird von türkischen «I. Zeduinen Patrouillen durchzogen, die bis auf 20 Km. an den vuezkanal vordringe». Die Türken sollen, von deutschen Ingenieuren unterstützt, eine Bahn von Maan nach dem Suezkanal bauen. Personen, die in Kairo aus Palästina und Syrien an- ickommen sind, erzähle», datz vier deutsche Offiziere in der Ey- :enaika bei den Senusscn anzeiominen seien und große Eeldbc- räge mitgebracht hätten. Die Engländer wollen aber der Treue der Senusscn sicher sein. Mailand, 2. Dez. Nach römischen Informationen des „Eorriere della Sera" marschiere» 100 000 Türlen gegen den -uezkanal. Französische Niederlagen inBIarotko. Konstontinopel, Dez. Nach Mitteilungen aus amtlicher Quelle hat im südlichen Marokko in der Schauja bei Ealaka zwischen Senufsis nid französischen Truppen unter dem Befehl des Generals ar- ou ei» Gefecht stattgcfundcn. Der Führer der Schaujas, Scheich lbdiillah, fand hierbei zwar den Tod, doch wurden die Fran- oscn in die Flucht geschlagen. Die Senussi trugen auch in den legenden von Kanmen und SBadai glänzende Siege davon. Die Haltung Italiens. Rom, 2. Dez. In parlamentarische» Kreise» erwartet »an, datz die Erklärung, die morgen bei der Kammereröffnu «g ie Regierung durch Salandra zur auswärtigen Politik Italiens abgebeii wird, ein: kurze Bestätiguiig und Bekräftigung er Neutralität sei» wird, die zu hallen Italien entschlossen ist, nenn nicht die Wahrung dringlicher Lebensintereffen eine Aen- ' »ng erheischen. Die Regierungsparteien werden diese For- ,, : akzeptieren: auch von den Sozialisten ist neben der Betonung des unbedingte» Neutralitätswillens nur eine prinzipielle Verwahrung gegen die Nisstiingci, und die Rüstungskrcdite zu rwarten. Für eine Intervention werden nur die Rcpublila- ker, die Resormsozaliste», die Nationalisten und ein Teil der radikale» eintretcn. An einem Vcrirauensootum für die Re- iernng zweiselt niemand. Ans Frankreich. Bersrühter Jubel in Paris. Der „Eclair" schreibt: Paris 'Hielte drei Tage, als Petersburg die Vernichtung der Hinden- urgifchen Armee berichtete. Jetzt ist cs aber grabesstill. Es ist üchcrlich, wenn amtlich aus Russland gemeldet wurde, datz feit Ritte November 700 000 Deutsche und Oesterreicher gcsangen oorden seien und datz seit Ai!galt die Zahl der Gefangenen Z'A Millionen betrage. Es sei »nbcgreislich, sagt das Blatt, dotz >>e Petersburger Zensur derartige Lügenmeldnngen der russi- >hen Blätter zulätzt. Ans Erholungsurlaub. Mailand, 2. Dez. Nach einer Meldung des „Eorriere della Sera" aus Ventimiglia sind etwa 000 senegalische Iritsipen in Nizza und Mcntone untergebracht norden, da die Kälte ihren Aufenthalt in Nordfranlrcich nicht »ehr erlaubt. Ans Rußland. Rutzlaad zeigt fei» wahres «esickt. Die „Rowoje Wreinja" vom 24. 'November behandelt in dem Leitartikel das gegenwär- ig« Verhalten der bulgarischen Politiker und lätzt sich in der rbtttertsten und deschimpfeadsten SBeise über die Red- des Ab- ieordnete» ibenadiew aus, den sie als einen gewesenen Meo- h«» bezeichnet. Dt« Zeitung zitiert das Eenadiewiche Wort: Wi sind keine Russophoben. uiid die Interessen Bulgariens -I«ue Tageszeitung. Donnerstag, de» 3. Dezember 1914 Seite 2 - — -------- — --- sind mit den Interessen Rußland« nicht unvereinbar." Sie bemerkt dazu folgendes: Mit diesen negativen Phrasen, die jcg- lichen realen Inhalts entbehren, charakterisiert der Redner die Beziehung Bulgarien» zu Rußland. Augenscheinlich fand unsere Diplomatie in der letzten Zeit in Sofia gegenüber den Bulgaren nicht den richtigen Ton, wenn der verantwortliche Rainer der Mehrheit d»s Ministeriums sich bei Erwähnung Rußlands auf die eben erwähnte halb herablassende Phrase beschränke. Das Blatt kommt auf die Möglichkeit des Einrückens Bulgariens in Mazedonien zu sprechen und »ersteigt sich zu fol- gcnder plumper Drohung: In diesem letzten Falle — und wir sind überzeugt, datz unsere Ansicht der Stimme des gesamten denkenden Rußlands entspricht — würde nichts das Gefühl des Widerwillens und der Entrüstung zurückhalten können. Sluf die Bulgaren würden die grausamen Worte Taras Bulbas an- gewendct werden: Ich habe dich geboren, und ich werde dich auch töten. Die deutschen Unterseeboote. Der Flottenkorrespondent der „Times" schreibt: In den ersten vicrMonaten des Krieges vcrnichtctcn deutsche Unterseeboote sieben britische Kriegsschiffe und vier Handelsschiffe, ferner durch Kanonenschüsse 3 britische Kricgsschisfe und 00 Handelsschisse. Russen und dergkcilljcn auf englischen Universitäten. Der Vizekanzler der'Universität Sheffield sagte gestern in einer Ansprache bei einer Versammlung des Direktoriums der Universität. die deutschen Universitäten seien viel von Franzosen.Russen, Serben und dergl. besucht. Er hosse, daß cs nach dem Kriege England möglich sei, in dieser Hinsicht zum guten Teile an die Stelle Deutschlands zu treten. — Mir wünschen den englischen Universitäten Glück zu dem EefinLcl, das ihnen in Aussicht steht. Die Türen unserer Hochschulen sind dieser Sorte hoffentlich ein für allemal verschlossen. Ans England. Englisch« Unverschämtheiten gegen Amerika. „Daily Telegraph" meldet aus Washington: Bryan gab zu verstehen, datz er sich wegen der englisch-französischen Proteste, betrefsen.d eine Ncutralitatsoerletzung durch Ecuador und Kolumbien nicht werter bernühen werde. Gegenüber den englischen Behauptungen, datz sich eine deutsche gunlcnstation in Kolumbien befände, begnügt sich die amerikanische Regierung mit einer Erklärung an die Regierung Kolumbiens, datz dies nicht der Fall sei. — Es läßt sich nicht sagen, was die Vereinigten Staaten tun, wenn England und Frankreich selbständig gegen Ka- lumbien vorgehcn sollten. — Der Korrespondent des „Daily Telegraph" glaubt, die Vereinigte» Staaten wurden sich einem energischen Auftreten Englands und Frankreichs nicht wider- setzcn, man müsse abwarten, ob England und Frankreich dies wagen werden und ob nichr schliiiimstcnfalls die Vereinigten Staaten sich dennoch bemühen würden. Der König von England ,n Frankreich. Berlin, 1. Dez. Der „Lokalanzeiger" meldet aus Rotterdam. Amtlich wird gemeldet, daß König Georg von England gestern das eng- Usche Hauptquartier in Nordfranlrcich besucht hat. Er machte Sonntag »acht die Ucberfahrt nach dem Kontinent. Deutjcher Reichstag. Annahme der Kriegsvorlagen. Be»Iiu, 2. Dez. (W. T. B.) Der Reichstag nahm nach der mit überaus stürmischem Bcisall ausgenommrnen Rede des Reichskanzlers die angcfvrdcrtcn 5 Milliarden der nenrn Uriegstreditc gegen die einzige Stimme des sozial, drmokrafsschcn Abg. Dr. Liebknecht an. Sihnilgsvericht. Dritte Sitzung. Berlin, 2. Dezember. 1 Uhr nachmittags. S(m Bimdesratstifche: Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hallwcg, Dr. Delbrück, v, Jagow, Großadmiral v, Tirpitz, Graf Hertling, Kraetke, Dr. Sols, Dr. Sydow, v. Wendel, Beseler, b. Löbell, Havenstcin, und eine Wille von Bevoll- niächtigtcn znm Bnndesrat und Kommissarien. Das Haus ist vollständig besetzt. Sämtliche Zuhöror- tribünen sind schon vor Beginn der Sitzung überfüllt. Präsident Dr. Kämpf eröffnet die Sitzung uni 4Vi Uhr mit folgender Stnfprache: Meine Herren I Nach »iermonatlicher Vertagung heiße ich Sie alle zu treuer Arbeit in diesem Hause willkommen. Diejenigen aber unter uns, die mit in das Feld haben ziehen köiiucn, und die aus dem Felde herbeigeeilt sind, um au den wichtigen Arbeiten des Reichstages teilzunchm"», begrüße ich ans das allerherzlichste. (Lebhafte Zustimmung.) Seitdem wir am 4. Slngust unter dem gewaltigen Eindruck der ans uns cinstnrmcnden Ereignisse uns getrennt haben, sind wichtige welthistorische Ereignisse eingetreten, vor allem aber hat sich gezeigt, daß alle Gedanken des dcut- üßrn Volkes ans diesen geivalffgeu Krieg gerichtet sind in dem Vertrauen, daß die Einigkeit d-S deutschen, Volkes alle Hiudci nisse überwinden werde, in dein Bewußtsein des Sieges, das gefrageu wird von der Stärke der militärischen Macht Deutschlands zu Wasser und zu Lande und von dem Bewußtsein der wirtschaftlichen Stärke des deutschen Vaterlandes. (Erneuter lebhafter Beifall.) Der Präsident gedenkt dann der gefallenen und gestorbenen Abgeordneten und rühriff die Opferwilligkeit des deutschen Volkes, die sich nicht nur in der zahlreichen An- zahl von Kriegsfreiwilligen, sondern auch in der glänzenden Slnsnahnie der Kriegsanleihe beteiligt habe. Zu unsren Gegnern hat sich das japanische Reich gesellt, das für seinen Undank nur anführen kann: die Beutegier nach dem Wahrzeichen deutscher Kultur, das wir im fernen Osten ausgerichtct haben. Dagegen ist den treu verbündeten Reichen Deutschland und Oe st errich - Ungarn ri» neuer Bundesgenosse erstanden in dem Osmaneureiche (Bravol), das mit allen islamitischen Völkern das englische Joch obfchüttcln und damit die Grundsätze der englischen Kolonial::'erschüttern will. Nachdem der Präsident die Tapferkeit der jungen meist aus Freiwilligen gebildeten Regimenter rühmend gehoben, und die Tätigkeit unserer Flotte gepriesrn ' verliest er ein Glückwunschtelcgramni nebst Antwort rr Anlaß des Geburtstages der Kaiserin, ferner gramme, die er aus Anlaß des Falles von Tsingtau > i den Kaiser und den Staatssekretär v. Tirpitz gesandt Hai sowie die emgegangenen Antworttclcgramme, ferner d » Telegrammwechsel zwischen den Präsidenten des ungarischen Abgeordnetenhauses und des Deutschen Reichtstag>s. Hierauf tritt das Haus in die T a g e s o r d n u n g ein. Auf der Tagesordnung stehen NachtragSetals (Kriegsvorlagen). Reichskanzler v. Bethmann-Hollwcg: Meine Herren! S. M. der Kaiscr„ der drangen bei der Armee weilt, hat mir bei meiner Abreise aufgetrogen, der deutschen Volksvertretung, mit der er sich in Sturm und Gesurr in der gemeinsamen Sorge um das Wohl des Vaterlandes bis zum Tode eins weiß, seine besten Wünsche und herzliche» Trüg: zu übermitteln und zugleich von dieser Stelle aus in seinem Namen der ganzen Nation Dank zu sagen Zur die dei- spicllose Aufopscrung und Hingabe für die gewaltige Arbeit, die drautzcn und daheim von allen Schichten des Volkes ohne Unterschied geleistet worden ist und weiter geleistet wird. (Lebhafter Beifall). Auch unser erster Gedanke gilt dem Kaiser, der Sir, nee und Marine, unseren Soldaten, die im Felde und aus hoher See für die Ehre und Größe des Reiches kämpfen. (Beifall). Doll Dank und mit selsensestem Vertrauen blicken wir auf sic (erneuter Beifall), blicken wir zugleich aus unsere österrcichisch-ungarischen Waffenbrüder (lebhafte Zustimmung), die treu mit uns vereint in glänzend bewährter Tapferkeit den große» Kampf kämpfen. Roch jüngst hat sich uns ln dem uns ausgezwungenen Kampfe ein Bundesgenosse zugesellt, der genau weiß, daß mit der Vernichtung des Deutschen Reiches cs puch mit seiner staatlichen Selbstbestimmung zu Ende wäre (sehr richtig), das o t. tomanische Reich. Obwohl unsere Gegner eine gewaltige Koalition gegen uns aufgeboten haben, so werden sie hoffentlich die Erfahrung machen, daß auch der Arm unserer mächtigen Verbündeten bis an die schwachen Stellen ihrer Wcltstellung reicht. (Beifall). Slm 4. August bekannte der Reichstag den unbeugsamen Willen des gesamten Volkes, den ihm ausgezwungene» Kampf auszunehmen und seine Unabhängigkeit bis zum äußersten zu verteidigen. Seitdem ist Großes geschehen. Wie kann man die Heldentaten der einzelnen Armeen, Regimenter und Schwadronen auszählen bei einem Kriege, dessen Fronten durch die ganz« Welt gehen. Ihre Taten wird die SBeltgeschichte verzeichnen. (Lebhafter Beifall). Die unvergleichliche Tapferkeit unserer Truppen hat den Krieg in Feindesland getragen. Roch stehen wir fest und stark da und tonnen mit aller Zuversicht der Zukunft cntgegenfehcn. (Lebhafter Beifall). Aber dt- Wider- ftandskraft des Feindes ist noch nicht gebrochen, wir sind nicht am Ende der Opfer. Die Nation wird diese Opfer weiter nagen mit demselben Heroismus, mit dem es sse bisher getragen har, denn wir müssen und wollen diesen Verteidigungskrieg, den wir von allen Seiten bedrängt für unser Reich und unsere Freiheit führen, bis zum guten Ende durchkämpfen. (All- seitiger, lebhafter Beifall). Dann wollen wir aber auch der Dreistigkeit gedenlcn, mit der man sich an unseren in Feindesland lebenden wehrlosen Landsleuten zumteil in einer jeder Zivilisation hohnsprcchenden Weise (lebhafte Zustimmung) ver- grisfen hat. Die Welt muß cs erfahre», baß niemand einem Deutschen ungesühnt ein Haar krümmen tanh. (Lebhafter, wiederholter Beifall). Der Reichskanzler geht dann des näheren Uber die Beziehung Englands zu dem Kriege ein. Die Verantwortung an diesem größten aller Kriege liegt für uns klar. Die äußere Verantwortung tragen diejenigen Männer in Rußland, die die allgemeine Mobilisierung der russischen Armee betriebe» und durchgesetzt haben, (Zustimmung), die innere Verantwortung aber trügt die britische Regierung! (Erneute lebhafte Zustimmung.) Das Londoner Kabinett tonnte den Krieg unmöglich machen, wenn cs in Petersburg unzweideutig erklärte, England sei nicht gewillt, aus dem österreichisch-serbischen Konflikt einen Kontinentaltrieg der Mächte herauswachse» zu lassen. Eine solche Sprache hätte auch Frankreich gezwungen, Rußland energisch von allen kriegerischen Maßnahmen abzuhaltcn: dann aber gelangen unsere Vermittlungs. altionen zwischen SBien und Petersburg und es gab keinen Krieg. England hat das nicht getan. England kannte die kriegslüsternen Treibereien einer zu», Teil nicht verantwortlichen, aber mächtigen Gruppe um den Zaren. (Zustimmung). Es sah. wie das Rad ins Rollen kam, aber es fiel ihm nicht in die Speichen! (Lebhafte Zustimmung). Trotz aller Friedensbeteuerungen gab London In Petersburg zu verstehen, England steh: auf Seiten Frankreichs und damit auch Rußlands (lebh. Zustimmung): das zeigen klar und unwiderleglich die inzwischen erfolgten Publikationen der verschiedenen Kabinette, insbesondere das Blaubuch, das die englische Regierung hcrausgegeben hat. Sinn gab es in Petersburg kein Halten mehr. Wir besitzen darüber das gewisse unverdächtige Zeugnis des belgischen Geschäftsträgers in Petersburg. Er berichtet — Eie kennen feine Worte, aber ich will sic hier wiederholen — am 30. Juli an seine Regierung: „England gab anfänglich zu verstehe», daß es sich nicht in einen Konflikt hincinziehen lassen wolle: Sir George Vuchana» sprach das offen aus. Heute aber ist man in Petersburg fest davon überzeugt, ja man hat sogar die Zusicherung, daß England Frankreich beiftehen werde. Dies« Beistand fällt ganz außerordentlich ins Gewicht und hat nicht wenig dazu beigetragen, der Kriegspartei Oberwasser zu verschaffe» " (Hört, hört!) Bi» in deu Sommer hinein haben di« englische» Staatsmänner ihrem Parlament versichert, lein Vertrag. keine Abmachung binde die fchrankenlof« Selbstbestimmung 281 England», falls ein Krieg ausbräche: frei könne Großbritannien sich entschließen, ob e» an einem europäischen Kriege tellneh, inen wolle odee nicht. All» war e» keine Bündnispflicht, kein Zn'ang, auch keine Bedrohung des eigenen Landes, die die eng, tischen Staatsmänner veranlaßlc, den Krieg entstehen zn lassen und dann selbst in ihn elneutretcn?! Dann bleibt nur übrig, das, das Londoner Kabinett diesen Weltkrieg, diesen «»gehen- ren Weltkrieg kommen ließ, weil ihm die Gelegenheit gekommen schien, mit Hilfe der politischen Entente-Genoffen den Lebensnerv seines größten europäischen Koiikueeeuten aus dem Weltmärkte zu zerstören! So trägt England mit Rußland zusammen — über Rußland habe ich mich am 4. August ausgesprochen -- vor Gott und der Menschheit die Verantwortung für diese Katastrophe, die über Europa, die über dle Menschheit herangcbro- chen ist! Die Verletzung der belgischen Neutralität bezeichnet sod-inn der Reichskanzler als eine Marke, Unzweideutig sei inzwischen sestgestelll, daß sich Belgien mit England verbunden habe. Nicht um der belgischen Neutralität willen, die es selbst mit untergraben hat, hat uns England den Krieg erklärt, sondern weil es glaubte, zusammen mit zwei großen Militärmächten des Festlandes unser Herr werden zu können! (Wiederdo!- tes lebhaftes Sehr richtig!) Schon seit dem 2. August, seit seinem Versprechen der Kriegsfolge an Frankreich, war England nicht mehr neutral, sondern tatsächlich im Kriegszustand mit uns: die Motivierung seiner Kriegserklärung vom 4, August mit der Verletzung der belgischen Neutralität war nichts als ein Schaustück, geeignet, das eigene Land und das neutrale Ausland über die wahren Beweggründe zum Kriege irrezusüh- ren! (Sehr richtig!) Jetzt, wo der bis in alle Einzelheiten ausgearbeitete englisch belgische Kriegsplan enthüllt ist, ist die Politik der englischen Staatsmänner für alle Zeiten vor der Weltgeschichte gekennzeichnet! (Sehr richtig!) Die englische Diplomatie selbst hat ja auch »och ein übriges dazu getan: Aus ihren Rus entreißt uns Japan das heldenmütige Kiautschou und verletzt dabei die chinesische Neutralität, (Sehr richtig!) Ist England gegen diesen Neutralitätsbruch eingeschritten? (Sehr richtig! Sehr gut!) Hat es da seine peinliche Fürsorge für die neutrale» Staaten gezeigt? (Sehr gut!) In Frankreich habe der Reoanchegedanke alle vernünftige Erwägungen erstickt, Vereinbarungen mit Rußland seien wegen des obwaltenden Deutschenhasses unmöglich gewesen, England habe am freiesten dagestanden, aber sein alter Grundsatz die jeweilig stärkste Macht im Kontinent zu bekämpfen, habe zum Kriege gedrängt. In Deutschland gelte der Satz, die Welt sei weit, es sei Raum für alle Völker vorhanden, in sriedltchem Wettkampse die Kräste zu messen, England dagegen sei .inzig von dem Gedanken beseelt, Deutschlandmllsse nieder- gehalten werden. Und als nun der Krieg ausgebrochen ist, läßt England jede» Schein fallen und laut und voll verkündet es: England will kämpjen, bis Deutschland ntedergerunZen ist, wirtschastlich und militärisch! Panslawistischer Deutschenhaß stimmt jubeln» zu) Frankreich hofft mit der ganzen Kraft einer alten soldatischen Ration die Scharte von 1878 auszuwetze». Daraus haben wir an unsere Feinde nur die eine Antwort: Deutschland läßt sich nicht vernichten! zLebhastes, wiederholt sich erneuerndes Sehr richtig!) Wie unsere militärische, so hat sich auch die finanzielle Kraft Deutschlands glänzend bewährt, sich rückhaltlos in den Dienst des Vaterlandes gestellt. Das wirtschaftliche Leben wird ausrechter- tzalten: die Zahl der Arbeitslosen ist verhältnismäßig gering: die Organisationskraft und Organisationskunst Deutschlands sucht in immer neuen Formen Uebeln vorzubeugen, Schäden auszugleichen, Kein Mann, keine Frau entzieht sich der freiwillige» Milarbeit, keine Werbetrommel braucht gerührt zu werden, (Sehr richtig- und Heiterkeit). Und alles zu dem einzige» und großen Zweck, für das Land der Väter, für die Hoff- nung der Kinder und Enkel alles hinzugeben an Gut und Blut, Wenn dieser Geist, diese sittliche Größe des Volkes, wie sie die Weltgeschichte »och nie gekannt hat, wenn der vielfach bewährte Heldenmut unseres Volkes in Waffen gegenüber einer Welt von Feinden von unseren Gegnern als „Militarismus" geschmäht wird, wenn sie uns „Hunnen" und „Barbaren" jches- te», wenn sie eine Flut von Lügen über uns auf dem Erdenrund verbreiten — ich glaube wahrlich, wir können stolz genug sei», uns darum nicht zu grämen! (Lebhafter Beifall). Dieser wunderbare Geist, der die Herzen des deutschen Volkes durch- gliiht ln nie gesehener Einigkeit, in der unbedingten Hingabe des einen an den anderen — er wird und muß siegreich bleiben, Und wenn ein ruhmvoller, wenn ein glücklicher Frieden erkämpft sein wird, dann wollen wir diesen Geist Hochhalten als dar heilige Vermächtnis dieser furchtbaren und großen Zelt, (Bravo). Der Reichskanzler gab weiter seiner Freude Ausdruck, über He Einigkeit in deutschen Landen, es gäbe keine Parteien mehr. Zwar würden auch die Parteien nach Beendigung des Krieges wiederkehren, allein in künftigen Parteikämpfen werde es nur Deutsche geben. Meine Herren! Ich schließe meine kurzen Ausführungen, Die Zeit ist nicht für Worte, Nicht über alle Fragen, die das Volk und die auch uns >m tiefsten bewegen, kann ich sprechen. Nur noch eins: In Treue und mit Dank gedenken wir der Söhne Deutschlands, die auf den Schlachtfeldern in Osten und Westen, auf hoher See, an den Gestaden des Stillen Ozeans und in unseren Kolonien für die Ehre des Vaterlandes :hr Leben gelassen haben. Vor ihrem jetzt verstummten Helden- mund einigen wir uns in dem Gelöbnis, auszuharren bis zum letzten Hauch, damit Kinder und Enkel in einem stärkeren Deutschland frei und gesichert gegen fremde Drohung und Gewalt an der Größe des Reiches weiterbauen können. (Großer Beifall). Und dieses Gelöbnis soll hinausschallen zu unseren Söhnen und Brüdern, die weiterkämpfen gegen den Feind, zu deni Herzblut Deutschlands, das in zahl- und namenlosem Heldentum auswallt, für das wir bereit sind, alles herzugeben, was wir haben — hinausschallen auch zu unseren Landsleuten im Ausland, den draußen für uns Sorgenden, den von der Heimfahrt Abgeschnittenen und Gefährdeten, den widerrechtlich Gefangenen und Mißhandelten, Wir halten durch, bis wir die Sicherheit haben, daß keiner mehr wagen wird, unseren Frieden «W r»^,,ett, U,. Donnerstag, »en I. Dezember 1»1» zu stören, einen Frieden, in dem wir deutsches Wesen and deutsche Kraft entfalten und entwickeln wollen als freies Volk! (Ungeheurer jubelnder Beifall im ganzen Hause und aus den Tribünen Stürmisches Händeklatschen, das sich immer wieder erneut. Die Beifallskundgebungen dauern minutenlang). Abg. Hanse (Sv,.): Die fozjpldemokratifche Fraktion stehe auch heute »och auf dem Standpunkt ihrer Erklärung vom 1. August über den Krieg, dessen tiefere Ursachen ökonomische Gegensätze bilden. Noch seien die Grenzen unseres Landes von feindlichen Truppen bedroht: daher müsse das deutsche Volk auch heute noch seine ganze Kraft für den Schutz des Landes einsetzen. Dir Sozialdrmokratjr billigr dröhalb dir grsordrrtr,, neuen Kredite. In dankbarer Erinnerung gedenken wir aller derer, die Leben und Gesundheit für das Wohl des Vaterlandes hingegeben haben. Wie am 4. August stehen wir auch heute noch in Uebereinstimmung mit der Internationale auf dem Standpunkt, daß ein jedes Volk ein unvergängliches Recht auf Integrität und Unabhängigkeit hat. Diese bei fremden Nationen anzutasten hieße den Keim zu neuen Kriegen legen. Wir fordern, daß dem Kriege, sobald da? Ziel erreicht ist und der Gegner zum Frieden geneigt ist, ein Ende gemacht wird durch einen Frieden, der geeignet ist, zur Freundschaft mit den anderen Völkern zu fuhren. Wir verlangen, daß für alle Angehörigen und Hinterbliebenen der Kriegsteilnehmer in ausreichendster Weile gesorgt wird und daß den Arbeitslosen und den wirtschaftlich in Bedrängnis Geratenen Arbeitsgelegenheit und Hilie z» teil wird. Ferner muß dafür Sorge getroffen werden, daß das Volk hinreichend mit Nahrung und Gebrauchsgegenstände» versorgt wird, Abg. Dr. Spahn (Z.): Namens sämilicher übrigen Parteien des Hohen Hauses (Lebhafter Beifall!) habe ich folgende Erklärung nbzu- geben: Auch wir haben zahlreiche Wiinsckze der Gesetzgebung zu unterbreiten. Wir sind fest eutschlosseu, die soziale Fiic- serge für alle Kriegsteilnehmer »nd für die durch den Krie§ Geschädigten.sorgsam auszubauen, (Beifall!) Dankbar gedenken wir auch derer, die durch den Feind schwere Wunden erlitten haben (Beifall!) Aber heute konnnt es darauf nicht an: heute gilt es der Rücksicht auf Pas Wohl des deutschen Vaterlandes alles andere hintanznstellenl (Beifall!) In dem uns freventlich ansgedrnngenen Kriege wollen wir dnrchhalte». bis ein Sieg errungen ist, der den u n g e h e n r e n Opfern entspricht (Lebhafter Beifall!) und der uns daurrndru Schutz für alle Zeitc» gewährleistet! Zu unseren braven Soldaten in Heer und Flotte, die Schulter an Schulter mit den verbündeten Truppen kämpfen, haben wir dankersü!>es Vertrauen, daß der Kanipf bis zu diesem Ziele geführt wird. (Lebhafter Bei. fall »nd Händeklatschen.) Der Nachtragsetat wird hierauf in zwe iter Lesung ohne Debatte im Einzelnen angenommen. Auf Antrag des Abg. Dr. Spahn (Z.) tritt das Hans dann sc fort in die dritte Lesung ein und nimmt unter lebhaftem Beifall und Händeklatschen den gesamten Nachtragsetat dcbattelos gegen die einzige Stimme des Abg, Liebknecht an. Auf Antrag Spahns tritt das Haus auch sofort in die Beratung de? inzwischen eingegangenen Antrages auf Vertagung des Reichstages bis zum 3. März ein, Der Antrag wird e i n st i m in i g a n g e n o m m e n, Abg. Gros Westarp (fünf.): Es liegt eine Reibe von Petitionen vor, die sich mit dcn Maßnahmen zur Linderung der Kriegsnot befaisen. Darunter verdienen in erster Linie die besondere Berücksichtigung, die darauf hinzielen, Hilfe für die elsaß-lothringische i')>d ostpreußischen Flüchtlinge zn sch iften, daniit sie bald ihre alte Heimat in altem Glanz und neuer Blute erstehen schen. Ich beantrage, alle eingegangenen Petitionen dem Herrn Reichskanzler zu übergeben, Ter Antrag Westarp wird ebenfalls, einstinnnig angenommen. Der Präsident Kämpf gab »ochnials dem ein- wütigen Gedanken des denischen Volkes Ausdruck, den ans- gezwungenen Krieg sortzulctzen bis zum Ende, das wir un- gesetzt hätten. Das drutschc Volk kan» nicht trsirgt werde», so lange es einig ist. Reichskanzler ü. Brthmnu» Hollwrg verliest hierauf die aus dem Hauptguartier datierte kaiser- liche Verordnung, durch die dcc Reichstag bis zum 3, März 1912 vertagt wird, Präsident Tr. Kämpf erbittet und erhalt die Ermächtigung, den Parlamenten der mit uns treu verbundenen Länder Oesterreich Ungarns und des ottomanisckicm Reiches namens des Reichstages eine Sympathiekundgebung zngehen zu lassen und die Tagesordnung für die nächste Sitzung, die man ja noch nicht genau kenne, felbst sestzustelleu. Er schließt die Tagung mit einem Hoch aus den Kaiser, in der da? Haus dreimal begeistert einstimmte. vom Felde b,r Ehre. Der Oberleutnant der Landwehr-Kavallerie, Alfred ö, Helm oll. früher in Fauerbach, jetzt in Birkeneck (Ober- Bayern) ist mit dem Eifernen Kreuz ausgezeichnet worden. Dem Veterinärarzt Dr, Koch voni 8. Fußart.-Regt-, dom Sohn unseres trefflichen Ober-Inspektors Koch, wurde das E i I e r n e Kreuz verliehen, — Pie gleiche Ebrung Seite 8. wurde Herrn Zahlmeister F u e t> t c r vom 3. Bat. des 163. Jns.-ReatS. zuteil. Ans der Heimat. * Fricdbcrg, 3, Dez. Bei der Ergänzuugswahl zur Handelskammer wurden gestern die Kausleute Max Krämer und Franz Weber neugewähli. * * Obrr-Erlenbach, 2. Dez. Lehrer Blank von liier steht z, Zt, »»irr den Waffen, feine Familie befindet sich bei deii Estern, Tie Gelegenheit hielten einige junge Burschen non tuet geeignet z» einem Einbruch in die leerstehende Wohn- niig und entwendeten eine Anzahl Flaschen Wein. Wacht- meisierRoth von hier gelang es. die Diebe zu ermitteln lind Nird ihnen wohl das Geiicht klar machen, daß das Eigentum eines deutlchen Soldaten nicht vogelfrei ist, — Letzten Sonniag wurde auch hier mit Ausführung des Erlasses über die militärische Borbereitnng der Jugend begonnen. Auf Einladung batten sich 36 Jünglinge eiiigesunden, die sich bereit erklärten, iiiiter Leiliing deS Wachtmeisters Roll, sich die erste Ausbildung int Kriegshandwerk aiiziieignen. Auch 12 Mitglieder des Turnvereins, die in der Nersamm- Inng nicht anwesend waren, werden sich an den llebiing:» beteilige». * Blrichrnbach, 3. Dez, Gestern Abend wurde unser Dorf durch die Ortsschelle »nd das Fciierwehrsignnl alar- niiert. Ein kleiner Bürger von 2'<- Jahre ans dem benach- barten Rahrbach, war am Nachmittag aus der Suche nach seiner Mutter, welche ln unserem Wald mit Eichel» lesen beschäftigt war, in den Wald gelaufen und sich hierbei verirrt. Da hier unglücklicherweise zufällig alle Petroleum- lampen streiken, so mußte man (nmtlidK Fahrrad-Laternen mobil machen. Nach einer halben Stunde fand man den klcinen Burschen in besten Zustande mitten im Walde träumend unter einer Eiche sitzend vor. Franksort a, M,, 3, Dez, 188« Rinder standen auf dem letzten Viehmarkt zum Verkauf, eine Zahl, die seit Jahr und Tag nicht-ausgetriebeii, ln einer Höhe, wie sie in früheren Jahren überhaupt »ach nicht beobachtet worden ist. Ein Zeichen, daß die Landwirte infolge der Fultermittelfrage Ihr Vieh abstoßen. Der gesamte Austrieb an Rinber wurde bei lebhaftem Handel in guter Ware nahezu geräumt Natürlich fiele» die Preise für vollfleischige, ausgemüstete Ochse» höchsten Schlachtwertes bis zu 8 Mark pra Zentner Schlachtgewicht, ebenso die Bullenpreise., während die Kühe sich aus der vorwöchigen Höhe hielte». Die mittleren Mast- und besten Saugkälber gingen pro Pfund Schlachtgewicht 3—4 Psennig zurück, sowie geringe Mast- und gute Saugkälber, Schweine standen 2388 Stück zum Verkauf, Ebenfalls ein starkes Angebot, das nicht völlig abgesetzt werden konnte. Sie machten wieder einen Preissprung rückwärts durchschnittlich um 2 Psg. pro Psd, Schlachtgewicht, bei gedrücktem Geschäft, Hossentttch merkt der Konsument endlich auch die starken Zufuhren an den Fleischpreisen, die er zahlt. Sie sind immer noch nach Lage der Verböltnisfe recht hohe, ' F, C, Frankfurt n. M„ 29. Nov. Die fünf Söhne des Verstorbenen Oberstleutnants z, D von Both, Ritter des Eisernen Kreuzes, der lange Jahre in Frankfurt a. M. im 81. Infanterie-Regiment als Chef der 7, Koiiip,, sodann als Major und Koiiiincmdeiir des 2, Bat. gestaiiden, wurden für ihr tapferes Vövhalten mit deiii Eisernen Kreuz dekoriert »nd zwar: Haiipttnaiin der Res, und Führer eines Gards- Ersatz-Bat, Heinrich v, Both, OberregicrnngSrat in Posen, Major Friedrich v, Both, Abteilungs-Kommandeur im Feldartillerie-Regt, Nr. 20, Stabsarzt int Landwehr-Jnf,- Regt, Nr,'83 Dr. med. Hans v, Both, Leutnant der Reserve int Grenadier-Regt. Nr. 89, Ulrich v. Both, Regicrungs- baumeister in Berlin lind Oberleutnant im Grenadier-Regt. Nr. 89, K»no v, Both, Major Friedrich v, Both erhielt auch das Eiserne Kreuz erster Klasse, — Mit dem Eiserne» Kreuz ausgezeichnet wiirde der 16jährige Pfadfinder Kurt Fie- low, Sohn eines Postschaffners aus Kottbus der sich bei Kriegsausbruch einem Kurhejsischeii Jnfanterie-Regiiiient angeschlossen zahlreiche Gefechte und Schlachten auf franzö- sischeiii Boden milgGnacht und mehreren Soldaten und zwei Offizieren das Leben gerettet, * Franksurt o. M., 3. Dez, Französisches Sanitötsperso- nas, 8 Aerztc und 8ö Sanitäter, passierten von Halle kommend in Begleitung eines Infanterie-Detachements die hiesige Station in der Richtung »ach Basel, um über die Schweiz wieder nach Frankreich zu gelangen: ebenso kamen von Köln mehrere sranzöslsche Role-Kreuz Schwestern hier an, die denselben Weg nahmen, Hessen-Rasiau. * Vom Mai», 3. Dez, Der 88jährige Landwirt Balthasar Schenk in Gnötzheim, der älteste Einwohner des Ortes und der weiteren Umgegend, ist verstorben, Ter Verstorben« leistete seine Mlitärdienstzeit vom Jahre 1838 bis 1844 bei dem 15. bayerischen Infanterie-Regiment in Landau In der Pfalz ab. Aus Rheinhesicn * Mainz-Lastet, 3. Dez, Die hiesigen Bäckermeister beschlossen infolge der hohe» Mchlpreise vom 1, Dezember ab die „Dreingabe", das ist bei Abnahme von zehn Brödchen elf 3trf. zu geben, wegsollen zu lassen, sowie nur eine Sorte Brot zu backe». Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Trüb, regnerisch, mild, südwestliche Winde, Kirchliche Anzeigen. Gottesdienst in dee Stadtkirche. Freitag, 4. Dezember, abends 8 1 / t Uhr: Kriegsbittan- dacht, Herr Pfarrer D i« h l. Verantwortlich sur den politifchen und lokalen Teil: Otto H i r f ch e l> Friedberg; für den Anzeigenteil: K. Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" «, G,, Fricdber, i. H. TU. 28« Ticut Lag«sz«>tu»g. Donnerstag, Sen 3. Dezember 1914, Seit« l Bell.: Sonntagsruhe im .Handelsgewerbe, KelranntmachnttA. Auf Grund des § 105 b. Abf. 2 der Gewerbeordnung und der 88 143 Abf. 1 und 145 der Ausführungsverordnung hierzu bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis, .daß der erweiterte Geschäftsverkehr im Handelsgewerbe an drei Sonntagen vor Weihnachten und zwar am 6., 13. und 20. Dezember 1914 auf die Zeit von 7—9 Uhr vormittags und von 11 Uhr vormittags bis 8 Uhr nachmittags ausgedehnt ist. Friedberg, den 1. Dezember 1914. Der Bürgermeister: Stahl. Kekarmtmachrmg. Die in Friedberg wohnhasten im Jahre 1895 geborenen Militärpflichtigen, iowie die Pflichtigen früherer Jahrgänge, welche bis letzt eine endgilligc Entscheidung »och nicht erhallen haben, werden aufgefordert. sich in der Zeit vom l. bis einichliestlich 1 (I. Dezember 1. Js. im hiesigen Stadthaus. Zimmer Nr. 10, II. Stock, zur Retrutierungsstammiolle anmmelden. Auswärts Geborene des Jahrgangs 1895 haben hierbei eine standesamtliche Eeburtsnrlundc. die Leute aus früheren Jahrgängen dagegen ihre Militärpapicre lLofungsfcheine, Musterungsausweis pp. vorzulege». Friedberg, den 30. Nooeniber I91 J . Der Bürgermeister Stahl. Bekanntmachung. Durch Erlast des Herrn Reichskanzlers darf nur noch eine Sorte durchgemahlenes Roggenmehl und zur Brotbereitung ein durchgemahlenes Weizenmehl herge- ftellt werden. Aus diesem Grunde können wir ab 4. Dezember nur e i n gemischtes Brot Herstellen, das nach dem Gesetz 5 Prozent Kartoffelmehl als Zusatz enthalten must. Rach einer auf dem Grohh. Kreisamt zu Friedberg stattgehabten Besprechung beträgt der Preis dieser Sorte Krot für 2 Kilo (iS Pfy. Weirenmelsi 0 per 27 Psd. ?ie Mlr-Ai!iil»!li nNkdbm-Failklbliiii. Sclmhhiger Heinrich Hess Feleion 420. Frledfierg Kaiserstr. 40. 'Brunnenbau n. Bshrnngen, 'Bunipnnlap billigst. Strfan Kulm, Inheiden Uniryrit. Meihnachtsbitte. Die lieben Kleinen unserer hiesigen Lleintinderschulc wollen wir mit linder Hand an der Kriegsnot voruberfuhren " und ihiien auch diesmal die Freude einer Ehristbescherung bereiten. Wir bitten deshalb um gütige Zuwendung von E-ld und sonstigen, ihr Herz crjreuenden Gaben in der angenehmen Hoffnung, daß wir auch jetzt nicht vergeblich ritten. Friedberg, am 1. Dezember 1911. Fräulein Amalie Blum. Frau Pfarrer Kleberger. Frau Krcisrat Freifrau Schenk zu Schweinsbcrg. Frau Bürgermeister Stahl. Frau Kaufm. A. Weber. WeihnachtsvMe für die Verwundeten. Das diesjährige WeihnachtSsest soll auch unsere» rer- wundetcn Kameraden in den hiesigen Lazaretten einen Strahl dantbarcr Liebe für ihre grasten Opfer drallsten im Dienste des Vaterlandes bringen und ihnen in der Heimat eine kleine Freude beschccrcn. Darum bitten wir alle Freunde derselben in Stadt und Lalid um Geschenke aller Art, besonders um praktische Gegenstände (Wollenes Unterzeug, Hosenträger, Geldtäschchen, Briefpapier, Taschenlämpchen, Zigarren, Tabak, Aepfel, Nüsse und derglh nlid Bücher oder um Geldspenden, die cs ermöglichen, den Weihnacht;» tisch für liniere Verwundeten zu dechen und daS Herz der dielen, die das schönste Fest der Liebe und Freude fern von ihren Lieben feiern müssen, ein wellig zu erfreuen. Gaben für bestimmte Verwundete, die etwa bem Geber uohestehcn, werden am besten verpackt und init RauienSangabe des zu Beschenkenden übersandt. Alle Gaben bitten wir an Frau Oberinspektor Koch in der Gewerbeschille spätestens biS zum 15. Dezember einzusenden oder abzngeben. Prof. Werner. Stabsarzt Dr. Achcrt. Obcrinsp. Koch. zu versende»: Wasserdichte aus dä,m f !n - In« uulb gummierten Stofi mit Aermel 160 Gramm. Hose Kose aus dem gleichen Stotr 160 Gramm. aus Regenhaut Batist ieidgrau. über Uniiormshose zu tragen,besonders praktisch für Kava! eristen und Artilleristen 175 Gramm. WWüI-«I. ,eldÄrau 1440 Gramm. Vom 2. bis 8. Dezember sind Feldpostbriefe bis zum Gewicht von500Gramm zulässig. W eifonachts-Feldpostbriefe für unsere Truppen. Zigarren — Zigaretten — Tabak] Versand nach Angabe vorschriftsmässiger Adresse, Zigarrenhaus Aelolf Wollt, Friedberg i. H, Fernsprecher 221 Ziehung 19 .u. 2 I.Uezembcn ^Weihnächte yem p srifi IThüringcr Museums m Eisenach. 3333 Geilrinne zus.mark Friedberg i. H. dem Rathause gegenüber. Telelon Ä'o I, feiSIBOilis II 5000 I Bar ohne Abzug zahlbar keÄSÄ iLofferlebank G.m.ü.fl. EisGimeli. Juü»:c Pfd. ** Pfg. Cabltau, mittel 35 Pf. Vortrefflicher Brotbelag jo'nannisbeer-Gsiae eigene Fabrikation. Pfund Pfg. Feine Gelees ‘tSlS (Apfel-, Brombeer-, Erdbeer-, H mbeer-, Johannisbeer-, Quitte) I Qlas S9 Pfg. Em braver von okc-cnilichen Eltern, rer die lilebgerei erlerneu will, kann oiori einireten bei Itrinfjavti weih, Mhgkrmslr.. . ab-b.auhcim, Haupa.r. 17. Ein älteres erfahrenes liensMddwi b,s zum 15. Dezember oder 1. . anuar bei hohem Lohn oe.ucht. Zu er razen unter H. 2904 bei der Neuen Tages,eitung. innrer SrijnrtDcr (tf ud)t. Johann tbetf, Schneiderei, Nieder-Wöllsiadt. Toilcttcartikcl T«r-1'or!llgtii, Fenster kder, Tchmiimiiic, L iisleni» nnS Pinkel schrnlilier, Wollbeien uni) Äeiirtua djintii empfiehlt IlEiliali! Stemel Uw. Inh. : Jos. Buob Friedberg, Kaiserstr. 75. Zu verkaufe». guL Arbeitspferd unter Garantie. weil überzählig UNS einen IS Monat alten Linr- »leutaler ZudiibnUc» bei Georg Libb.ich, Klein-Karben. Habe einen reinen Timmen» toter, IS Monare alten, erstklassigen ^nchtbnUcu preiswert abzugeben Klhnrider, Grm.-Oiinlikhnikr. idruchenbrücken. Ständig frische Schweine- Gerauben, üleinlotber und Klnt abzugeben Klhlveink - Snlicrri itotiamfs, '' omtu ger.andsiratze. 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Aber wir dürfen vielleicht darauf Hinweisen, daß über den Anforderungen des Krieges auch die Barmherzigkeits-Werke des Friedens nicht leiden dürfen. Wir wollen gewiß in diesen, Jahr keine große Weihnachtsbescherung halten und auch unsere Pfleglinge haben soviel Vaterlandsliebe und soviel Opfersinn, daß sie sich gerne bescheiden, damit den Bedürftigere» geholfen werden kann. Aber eine andere Bitte legt sich uns sehr nahe.- Die Anftalt selber bedarf dringend der llnterstiitzung. Die Gabe» und Kollekte» sind in den letzt- vergangenen Monaten fast ausgeblieben, die Kosten aber in allen Zweigen größer geworden. Wir schränken 'ins ein und sparen, soviel wir können, aber dock, erfüllt uns ernste Sorge, wie es weiter gehen wird, wenn wir durch- kommen sollen. So wagen wir es denn in dankbarer Erinnerung an die uns schon so oft und reichlich z» teil gewordene Unterstützung und im Blick auf Weihnachten, das Fest der Liebe, um eine Gabe der Barmherzigkeit zu bitten für unsere Anstalt. Lasset uns Gutes tun und nicht müde werden! Nikder-Ramstadt, im Dezember 1914. Anstalt für Epileptische. Weimar, Pfarrer. Verein für Unterjiüdung nrnier Kinder. Bitte um Weihnachten. Zum bevorstehenden Weihnachisseste haben sich 70 bedürftige Kinder gemeldet, welche mit einer Weihnachisunierstützung erfreut werden sollen. Da unsere Einnahmen In diesem Jahre infolge der schweren Zeiten, welche über unser Vaterland hereingebrochen sind, gegen frühere Jahre bebeutenb zurückblieben, unsere Bedrängten zu Hause aber hierunter nicht leiben sollen, so dürfen wir auch wohl in diesem Jahre die höfliche Bitte aussprcchen, uns nach Möglichkeit mit baren Zuweisungen un» lerstützen zu wollen. Gaben werden dankend entgegengenommen von den'Vorstandsmitgliedern: I. Dörr. Kaufmann. W. Georg!, Apotheker. I. Heineck, Geometer 1. Kl. 8. Kleberger, Pfarrer. Th. Mörschel, Bauunternehmer. Ph. Philipps, Haupilehrer. H. Rausch, Kaufmann. W. Roßbach. Fabrikant. Dr. L. Eeyd, Rechtsanwalt. R. Walz, Professor. Mjl Des groftr» misst« ClDclschmins Schweinezucht Äerein Lang-Göns (Hessen.) Erstklass. Zuchttiere von oor- zügl. Abstammung stets __ vorrätig. _ Bekanntmachung. Es ist vielfach angeregt worden, Feldpostbriefe mit Warcninhalt, die von den Truppenteilen nicht ausgeh'in» digt werden.könne», weil die Enipfänger abkommandicit verwundet, vermißt oder tot sind, nicht an den Aufgabeort zur Rückgabe an den Absender zurückzusenden, sondern den Truppenteile» zur beliebigen Verwendung zu überlassen. Ohne ausdrücklichen Wunsch des Absenders ist dies nicht inäglich. Wenn der Absender aber durch einen aus der Sendung — sei es handschriftlich oder durch gedruckten Zeitcl anzubringenden Vermerk — etwa folgenden Inhalts: „Wem, unbestellbar, zur Vrrsügung des Truppenteils" zum Ausdruck bringt, daß er die Preisgabe wünscht, so werde» die Postverwaltung und die Truppenteile diesem Wunsche entsprechen. Unbestellbare Sendungen, die einen solchen Vermerk nicht tragen, werden nach wie vor an den Absender zurückgeleltet werden. K r a e t k e. Krkannlmachnng. Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß die Apotheken der Stadt Friedberg künftig abwechselnd in monatlicher Ablösung während der Nachtstunden geschloffen sein werden. Es ist also nur eine der Apotheken nachts zur Verfügung der Bevölkerung. Welche Apotheke den Nachtdienst hat, ist durch Aushangschild an beiden Apotheken ersichtlich. Außerdem werden alle Veränderungen im Nachtdienst durch Anzeigen der Apothekenbesitzer in den Fiicd- berger Tageszeitungen veröffentlicht werden. Friedberg- den 24. November 1914. Großherzogliches Kreisamt. Lerberg.