Kummer 282 Dienstag. den 1. Dezember 1914. 7. Zalsvgang Ueue Tageszeitrm ^ f ',T'wnt!n 8 ™!h?'vi ; ,, ' n ^' rt,a 9- R-S.lm°big- Beilagen „Art *Wr au, t.elle»--. „SMe Spin,»»»--. K.k-gopre..: Bei den Poston,lallen m-r.v„°y...ch Mk. I.w. " mona,Iich50P^ f>in,u »ritt Postgebühr oder Tragerlohn. »«zeigen: Srunüzeile 20 Pfg., lokale 15 P,g„ An,eigen von auswätts locrden durch Po lnachnaj u: „,obca irtumingsott Fttebberg. »chr>Nleitn«g und Verl«, Oriedderq lHeöe»'. ' auauei'irahe 12. Fernlprecher «i. Postlcheck-L.nt» «r. 48Ö9. «ml .Ironlfurt a. i». Wieder 5100 Wissen strfanyeu. Ein ruifischcr Angriff auf ostpreuffcn ;uriickgefchlagen. — Große Niederlage der Nüssen in den Karpathen. — Die Suvodorhöhen in Serbien von den ^efterreichern gestürmt. Der prfiöfrbiinti brttflt um iapanrfiidir Hilft. Wenn es noch notwendig wäre, die üble Lage in der sich der Dreiverband in militärischer Beziehung besindet, zu charakterisieren, so geschieht es wohl am besten durch die Tatsache, detz Franlicich, England und Rutzland sich immer noch bemühen, neue Bundesgenossen zu werben und datz sie sich nicht scheuen, rassenfremdc Elemente in de» Dienst ihrer Absichten zu stellen. Die Armee, die in Frankreich gegcii die deutschen Heere kämpsr, ist jetzt schon eine wahre Mustcrkartc aller möglichen Nationalitäten, Bunt zusammei,gewürfelt kämpfen dort neben den sranzöfischen, belgischen und englischen Truppen exotische Hilss- lorps aller Rassen und Farben, Es ist ein Eingeständnis gro- tzer Schwäche, wenn der Dreiverband trotz der Massen an Mcnschenmatertol, über das er in Europa verfügt, seine Zu- slucht zu den Kontingenten nehmen mutz, di« ihnen sreiwillig oder unfreiwillig von jenen Lölkcrn gestellt werden, deren Länder bisher zu ihrer Eiiislutzsphäre gehört haben. Es scheint ober, datz die Turkos, die Indier und die Scncgalschützen, die von Frankreich und England herangezogen wurden, ebensowenig genüge», um einen entscheidenden militärischen Ersolg her- b.izusührcn, wie die Verwendung der Korps aus dem äutzer- ste» Osten des russischen Ricsenreichcs, denn sonst würde man r'cht immer wieder von neuem ängstlich nach fremder Hilfe ausblicken. Ncuestens wird wieder ernsthaft die Frage diskutiert, ob es nicht möglich wäre, datz Japan durch Truppensendungen nach Europa dem Dreiverband militärische Unterstützung angedeihen lasse. Die in Paris erscheinende Ausgabe des „Herold" berichtet über eine von der französischen Regierung an Japan gerichtete Bitte um Entsendung von Hilsstruppen und gleich- ze>t-g solle» auch von Rutzland den, einstigen Gegner Japans, i» derselben Richtungen Unterhandlungen eingeleitct worden sein. Es wird von einer halben Million japanischer Truppen gesprochen, die aus de» europäische» Kriegsschauplätzen vereint mit Franzosen, Engländern und Russen kämpsen sollen. Man schämt sich nicht, die gelbe Rasie förmlich darum anzubettcln, datz sic in den Konflikt der europäische» Mächtegruppen ein- grcisc. Von Seile lener, die in diesem Kriege schon so otele Beweise von Schamlosigkeit und Niedertracht gegeben haben, war sreilich auch die Würdelosigkeit zu erwarten, die darin liegt, datz man durch die Anrufung der Unterstützung der schlitzäugigen Ostasiate» di« „gelbe Gefahr" gewisiermatzen freiwillig in das Herz Europas vcrpjlanzt. Man will Japan dadurai dem Plane des Dreiverbandes günstig stimmen, datz man ihm in widerlich ekelhastcr Weise schmeichelt. Man spricht daher von „törichten Vorurteilen" gegen die gelbe Rasie und erklärt weiter, „datz man die Söhne Nippons als die edelste Rasie des Orients schätze, die cs wert sei, für die Kultur Europas (!> zu kämpfen," Wenn das, wofür die Mächte des Dreiverbandes das Schwert gezogen haben, , wirlkich die „Kultur Europas" wäre, dann wäre sie allerdings nichts anderes wert, als von Frankreich, England, Rutzland und deren fremdrasiigen Helfern aus allen Erdteilen verteidigt zu werden. Im übrigen mögen sich unsere Feind- immerhin der Unterstützung Japans versichern sic mögen, wenn es ihnen gejällt, auch noch die Austral- ncger nach Europa zur Schlachtbank schleppen. An dem endgültigen Ausgange des Kampfes wird auch das nichts ändern können. Die Geschichte aber wird ihr Vcrdammungsurteil über jenen Teil der europäischen Staaten sällen, der gegen dir die höchste Kultur repräsentierenden Staaten unseres Weltteiles sich mit Tod und Teufel verbündete. Der deutsche Generalstab — meldet: -- -* W. T. B. Grosses L'attptqnarticr, de» 30. November, vormittag». Amtlich. Aon der Westfront nichts zu melden. An der ostprenstifitien Grenze miss glückte ein Ueberfallsvcrfnch starker russischer Kräfte auf deutsche Befestigungen östlich Trakestnen unter schweren Verluste» der Angreifer. Einige Offiziere »nd 000 Mann wurden von uns gefangen genommen. Südlich der Weichsel führten die gestern mitgeteilten Gegenangriffe ,zu nennenswerten Erfolgen. 18 Geschütze und mehr als 1500 Gefangene waren unsere Beute. In Südpolen ist nichts wesentliches vor gefallen. Oberste Heeresleitung. Der Kaiser an General von Mackensen. Aus Danzig meldet die „B. Z. a, M": Der Kaiser hat an den General der Kavallerie von Mackensen soigcndes Telegramm gesandt: „Dkc 9, Armee hat unter Ihrer bewährten sicheren Führung i» den schweren, aber von Erfolg gekrönten Kämpfen sich von neuem unübertrcsslich geschlagen, Ihre Leistungen in den »crjlosiene» Tagen werden als leuchtendes Beispiel für Mut, Ausdauer und Tapferkeit der Geschichte erhalten bleiben. Sprechen Sic das Ihren vortrefflichen Truppen mit Meinem kaiserlichen Dank aus, den Ich dadurch zu betätigen wünsche datz Ich Ihnen den Orden Ponr l- mcrite verleihe, dessen Insignien Ich Ihnen zugehen lasien werde, Eott sei seiner mit Ihnen und unseren Fahnen!" In einem Armeebefehl vom 27. November teilt General v. Mackensen dieses Telegramm seinen Truppen mit und fügt hinzu: „Ich freue mich, meinen heldenmütigen Truppen eine solche Anerkennung zur Kenntnis bringen zu können. Das Verdienstkreuz gilt der ganze» 9. Armee." Kaiser Franz Joses an Gcneralscldmarschall von Hinden- burg, Posen, M. Nov. - bische Heer nach Mazedonien zuriickznziehen. ES soll später aus gricchifckieü Gebiet übertreten, auf 3alonif zunächst, den bulgarischen Einmarsch erschweren »Nd dann, wenn möglich, gcmcinsani mit den Griechen Vorgehen. Jedenfalls soll eine Entwaffnung des serbischen Heeres vermieden werden. Fürst Trubchkoi soll als Gesandter nach Serbien gehen, ohne Aufenthalt in Sofia zu nehmen. Tie An- nahme, daß er an einer Verständigung Serbiens mit Bulgarien arbeiten solle, entfällt daniit. Die Russe» in de» Karpaihc». Budapest, 29. Nov. Nach Meldungen aus dem nördlichen Teil des Komitats Zcniplin werden die dvrt eingcdrungcnen Russen von nnse- reu Truppe» verfolgt. Bei ihrer Flucht versuche» die russischen Soldaten, die Häuser in Brand zu setzen und womöglich zu plündern. Bei de» in den letzten Tagen in den Karpatben stattgchabtcn Kämpfen wurden sehr viele Russen getötet und verwundet und mehrere tausend Mann gefangen. Unter den Gefangenen befinden sich Soldaten von Truppen, die sich aus den Gouvcrnenicnts Odessa und Kiew, iowic aus Bcffarabien ergänzen. Diese Gefangenen erzählen, daß die hinter der Front marschierenden russischen Offiziere die Soldaten mit dem Revolver zuni Vormarsch antreiben. Damit erklärt es sich, daß viele Gefangene Verwundungen am Rücken aufweiscn. Budapest, 30. Nov. Aus dem Unger-Komitat wurde die Hauptmacht der dort cingedrungenen Russen zerschlage» und über die Grenze gejagt. Jetzt gibt es dort an der Grenze n»r »och kleinere Trupps, die von unseren Soldaten verfolgt werden. Der nördlich von der Ortschaft Ho- monna ini Zemplincr Komitat ansgefochtenc Kampf mit den cingedrungenen Russen, die etwa anderthalb Korps stark waren, endete, wie bereits bekannt, mit einem vollständigen Sieg unserer Truppen. Die Russen gerieten, nach, dem unsere Truppen in der Nacht zuni Samstag einen überraschenden Bajoncttsturm auSgcführt hatten, wobei 1500 Russen gefangen wurden, im Laborc-Tal in das Schrapnellseuer unserer Geschütze. Auch der diesmalige Ausflug der Russen in die Karpathen Ijct ihnen also mehrere Tausend Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen gekostet. Grone Verluste der Russen bei Homonnn. Budapest, 30. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Nach Bericksten, die hier an anitlichen Stellen eingetroffen sind, war die Niederlage der Russen in dem Gefecht bei Homonna nockz viel größer, als anfänglich angenommen wurde. Unsere Truppen hatten die russische Stellung an beiden Flügeln umfaßt und einen doppelten Flankenangriff gegen sie gerich'-'k. Das Feuer unserer Artillerie brachte den Russen schreckliche Verluste bei. Der bravouröse Sturmangriff der Fußten»- pcn war so unwiderstehlich, daß der Feind eiligst den Rückzug antreten mußte. Während des Rückzuges wurden die Russen von unseren Geschützen mit einem Hagel von Schrapncllschüssen verfolgt. Neben 1 nOO Gefangenen verloren die Russen in diesem Kample Tausende Tote und 91*. 282 Neue Tageszeitung. Dienstag, den 1. Dezember IStt Veite» Verwundete. In dem Komitat Ung drangen die Russen nur wenig über die Grenze, da sich ihnen sofort eine überlegene Gruppe unserer Kräfte entgegenstclltc, der cs sofort beim ersten Zusammenstoß gelang, den Feind zurllckzuwec- fen. Die Verfolgung des Feindes jenseits der Grenze ist im Zuge. Von der Front langen unausgesetzt russische Gefangenentransporte an. Aus Przcinysl. B u d a p c st, 30. Nov. Ein Bravour- stück ganz besonderer Art, das von unseren! Fliegerkorps in Przeniysl ausgeführt worden ist, wird bekannt. In Prze- mysl wurde dieser Tage ein Mann der Besatzung von einem wütenden Hund gebissen. Im Aeroplan wurde der Mann aus der Festung an die Grenze und von dort mit der Eisenbahn in das hiesige Pasteurinstitnt gebracht, wo er sich derzeit in Behandlung befindet. 35,003 Russen gefangen. Wien. 30. Nov. Die Zahl der russischen Gefangenen in der Schlacht in Polen erhöht sich in Lesterreich bereit? auf 35,000 Mann. In deni benachbarten Przemysl erscheint wieder ein Tagesblatt, betitelt „Kriegsnachrichten". In Galizien herrscht strenge Kälte, in Serbien starkes Stnrmwetter. Eine schwere Selbsttäuschung. Wien, 28. Nov. (W. B. Nichtamtlichs. Das „Fremden- blatt" tritt den Auslassungen der sranzösischen und russischen Blätter über eine angebliche Kriegsmlldigkeit Oesterreich-bn garns und den neuerdings int „Icmps" enthaltenen Gerüchten entgegen, daß besonders Ungar» den Frieden wünsche und daß der jüngste Besuch des Grasen Tisza im Deutschen Hauptquartier mit diesen Fricdcnswünschen in Verbindung stehe, indem das Blatt daraus hinwcist, daß die ganze Bevölkerung und alle alitäten und Stände der Monarchie mit tatfreudigem C,mt entschlossen seien, den ihnen ausgezwungcncn Kampf mit dem Einsatz aller Kräfte durchzusühren. Das „Fremsen- blatt" erinnert an die Begeisterung, mit der die Kriegsanleihe in beiden Staaten der Monarchie zu einer großen und eindrnäs- vollcn Kundgebung des Patriotismus wurde, an die Kundgebungen zahlreicher Körperschaften und Vertretungen und an die Begeisterung, mit der im ungarischen Reichstage Majorität und Opposition sich in Huldigungen für Herrscher und Armee sowie in Bekundungen des Vertrauens auf den endgültigen Sieg vereinten. Das „Fremdcnblatt" erklärt! Gewiß wünscht die ganze Monarchie den Frieden, aber nur darum, weil wir überhaupt immer Frieden wünschten und weil wir diesen Krieg führen, um endlich nach langen Jahren unaufhörlicher Bedrohung unserer ruhigen Entwicklung den dauernden Frieden zu haben. Man geht nicht fehl, so betont das Blatt, in der Annahme, datz diese Auslassungen französischer und küssijcher Blätter von der Friedenssehnsuch! der Monarchie und besonders Ungarns keinen anderen Zweck haben, als die Friedenssehnjucht im eigenen Lande durch den Hinweis zu beschwichtigen, der Gegner fei ohnehin bereits mürbe und werde nicht mehr lange im Kampfe aushalten. Das ist aber eine schwere Sclbstenttnu- schung, ähnlich jener, als unsere Feinde vor einigen Monate» sich und anderen einrcdcn wollten, wir könnte» keinen Krieg rühren, wir wären von vorichercin schon geschlagen, denn wir hätten keine Armee mehr. Wie sich unsere Gegner von den Gefahre» des Selbstbetruges sehr bald überzeugen muhten, so wird auch der fetzigen Friedensphantasic die schwere Enttäuschung aus dem guh folgen. Die Bevölkerung der Monarchie ist entschlosien, den Kamps mit aller Energie bis zu einem siegreichen Ende durchzukämpfen, denn sie ist sich bewußt, daß der Krieg ein notwendiger und gerechter ist, wie nur je ein Krieg sein konnte. I Das türkische Hauptquartier I] II ----- - — meldet : — ----.« Konstantinopel, 30. Nov. (W. B. Nichtanitlich.) ~ amtliche Bericht aus dem .Hauptquartier voin 29. Nov. st: Die Russen, die wir am 22. November in der Umgebung von Tontak geschlagen und in nördlicher Richtung znrückgeworsen haben, halten, nachdem Verstärkungen bei ihnen cingctrossen sind, gegenwärtig eine Stellung in der Nähe von Kilitsck)-Gcndeg. Unsere Truppen nehmen eine Stellring vor den feindlichen Linien ein. Ein türkijchrr Tant «» Hindcuburg. K o n ft ant i - nopel, 30. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Anläßlich dos neuen Sieges v. Hindenbnrg sendet der „Tanin" in einem schwungvollen Leitartikel einen begeisterten Gruß an den (tzencralfeldinarslball. Das Blatt bewundert die Größe des Sieges ebenso wie die Bejckxidcnbeit, mit welcher Hinden- burg im Gegensatz zu der russischen Prahlerei darüber spricht, gcldinarsckiall Hindenbnrg habe auf den glorreichsten Seiten der Weltgcschickste seinen Namen eingetragen, der nicht nur von den Verbündeten Deutschlands, sondern auch von den Militärs der ganzen Welt inst Ehrfurcht iverdc erwähnt werden. „In diesen Zeilen" sagt der „Tanin" weiter, „die wir schreibe», >»» die Liebe der Osmanen >n Hindenbnrg zu verdolmetschen, möchten wir betonen, daß dieser Feldherr, weil er ine wichtigsten Siege gegen die größten Feinde des Islams erraizg, als der wahre Held nicht nur des -Osmancntnms, sonder» des ganzen Jslanis degrüßt wird. Bon der Goltz Pnscha. Berlin, 30. Nov. Der „Lck- "alanzeiger' schreibt! Als Geiieralfcldinarschall Frhr. v. d. o-eltz vor 18 J /1- Jahren den türkische» Dienst verließ, nah», chm der damalige Herrscher, Sultan Abdul Haniid, das Ber- chrcckien ab, daß er i» den türkische» Dienst zurückkehren werde, wenn jemals die Türkei feiner Dienste bedürfen olltc. Dieses Versprechen hat er bei seinem letzte» Besuch in der Türkei, im Jahre 1910, dem jetzigen Sultan Meh- ned gegenüber wiederholt. Auf dieses Versprechen hin hat der Sultan sich jetzt an Kaiser Wilhelni mit der Bitte gewandt, ihm von der Goltz-Pascha für den Krieg gegen Rußland und England zur Verfügung zu stellen. Der Feld- marschall wird in den nächsten Tagen mit seinem Stabe und seinen Adjutanten nach Konstantinopel abrcisen. Die heUige Fahne. Konstantinopel, 30. Nov. Die „Agcnce Ottomane" erfährt aus Medina, daß sich 30 000 Atüsel- manen, darunter Sajids, lllcmas, Scheiiss und Beduinen um die heilige Fahne, Sandschak-i-Schcrif, geschart haben, die unter der Entfaltung großen Pompes von der heiligen Stätte her cingeholt wurde. Die Begeisterung der Bevölkerung ist groß. Tausend Mann, darunter der böjährige Muskl der Schasiitca ließen sich als Freiwillige cinjchreiben und schworen am Grabe Muhameds, die Waste» nicht srüher niederzulegen, als bis die Rechte des Vaterlandes und oes Kalifats anerkannt sein würden. Vorbereitungen in Jasja. Paris, 30. Nov. Der„Temps" meldet aus Port Said, daß der Kommandant derEendarinerie in Jaffa das gesamte muselmanische Volk zusammenberuscn, Waffen verteilt, und cs ermahnt habe, einer etwaigen Landung der Verbündeten äußersten Widerstand entgegenzusetzen. Sobald die Flotte der Verbündeten austauche, sollen alle Schaluppen und Segler auf der Reede versentt weiden. Sollte trotzdem eine Landung erfolgen, werde die Stadt angezündct und die Bahnstation in die Luft gesprengt werden. Aegypter und Engländer. Die Engländer fühlen sich bemüßigt, sortwälirend zu versichern, daß ihre mohammedanischen Untertanen ihnen die Treue halten würden. Daß dies eitel Schwindel ist, die Uneingeweihte» über die wahre Gefahr hin- wcgzutäuschen, geht aus den verschiedenen Nachrichten hervor, die beweisen, daß die Verkündigung des heiligen Krieges überall im Gebiete des Islams gezündet 'hat. Auch in Aegypten müsse» dies die Engländer sehr unliebsam crsahren. Heule werden aus diesem Lande solgcude Meldungen bekannt! Konstantinopel, 30. Rov. (Nichtamtlich). Wie der „Agcnce Ottomane" von zuständiger Seite mitgeteilt wird, haben die Notadel» Aegyptens an den Sultan eine gemeinschast- liche Adresie gerichtet, in der sie ihre unerschütterliche Anhänglichkeit und Ergebenheit für das Kalifat ausdrücken. Jaffa, 30. Nov. Zweihundert Sudanesen, die beim Anblick der islamitischen Fahne von der englisch-ägyptischen in die türlische Arme« übergctreten find, werden im Triumph unter großem Jubel der Bevölkerung durchs Land gefühlt. Aus Jaffa wird gemeldet! Hier kam ein Teil eines Trupps von 200 englisch-sudanesischen Kamelreitern durch, die Vorpostendienste an der ägyptischen Grenze getan hatten. Sie sind zu den heranrückenden Türken ubcrgegangen, weil sie nicht gegen die heilige Sache des Halbmondes lämpsen wollen. Ihr Erscheinen in Jaffa erweckte große Begeisterung. Die Türkei und Jtalirn. Eine bemerkenswerte Auslassung. Der Osinanische Lloyd veröffentlicht einen bemerkenswerten Artikel, in dem es heißt! Der Einfluß des ita- linischen Handels und der italienischen Sprache ivar einst sehr groß und säst ausschließlich herrschend. Diese wurde erst seit Napoleon HI. durch die französische Sprache verdrängt. Die zahlreichen italienischen, sowie die deutschen und österreichisch-ungarischen Fahnen, mit denen wir die Häuser der Geschäfte geschmückt sehen, beweisen uns, daß die künstlich geförderte französische Flut, welche aber nun- mehr zurückweicht, die alte Schicht italienischer Kultur verdeckt hat, die hinter der Frankreich? nicht zurücksteht, dieser gegenüber aber den Vorteil hat, niemals an gierige Ausbeutung und diplomatische Intrigen gedacht zu haben, da sie sich loyal und klug an die Verträge hielt. Die Türkei tilgte soeben die Erinnerung an den durch die kolonialen Ziele Frankreichs entfachten Streit in Tripolis und kann in nutzbringender Weise die Erinnerung an die türkische-ita- lienische Jnteressengcineinschaft wieder erwecken, die durch das Frankreich Napoleons 111. säst ansgelöscht ist. Persisch türkische Verbrüderung. Konstantinopel, 29. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Das persische Fest des 10. Muharrcin wurde gestern unter größerer Beteiligung gefeiert als in den vergangenen Jahren und gab Anlaß zu Kundgebungen für die persisch-türkisck)e Brüderschaft und den gemeinsamen Dschihad. Ernste Lage in Marokko. R o in, 28. Nov. (W. T. B.) lNichtamtlich.) Nach hier gelangten Meldungen aus zuverlässiger Quelle ist die Lage in Französilch-Marokko ernst. Ueberall, auch an der Küste, finden schwere Kämpfe statt, die anscheinend durch die gewaltsame französische Rekrntier- nng peranlaßt worden sind. Ein schwedisches Urteil. Der militärische Vertreter des „Stockholmer Dagblads" schreibt! Es muß die außerordentliche Befähigung der Deutschen in der offenen Feldschlacht besonders anerkannt werden. Ebenso wie im August die sranzösischen Truppen beim Zusammenstoß mit den vorrllckenden deutschen Armeen gänzlich zusam- menbrachen, so werden auch in der jetzigen Schlacht in Polen die Raffen über den Hausen geworfen werden, sobald sie im ofseuen Feldkriegc die Deutschen treffen. Diese Taktik ist zweifellos eine Folge der systematischen Ausbildung, und die Deutschen sind Meister in dieser Art der Operationen. Aus Frankreich. Frankreich als Bajall Englands. Daß die Engländer ihrem brutalen, selbstsüchtigen Wesen entsprechend lm Lande ihrer Bundcsgenosien wie im Feindesland hausen, ist belaunt. lieber- cinstimmcnd wird gemeldet und wird tn Feldpostbrirsen mitgeteilt, daß die Engländer sich tn Rordsrantreich schlimmer wie di« Wilden benehmen, so daß man füglich sagen kann, wo die Engländer gewesen sind, wächst kein Era» mehr. Aber mehr noch, die aus ihre staatliche Selbständigkeit so außerordentlich eisersüchtigen Franzosen müssen sich auch noch gefallen lassen, von de» Engländern gewissermaßen als unterjochtes Volk behandelt zu werden. Sa wirb den „Züricher Neuesten Nachr." aus dem Aargau geschrieben: In brr französischen Hafenstadt Le 5avre scheinen die Engländer eigentliche Hoheitsrechte auszuüben. jo ^ B. das Z-nsurrecht über Briefe. E, ist nun schon das zweitemal, daß ich Briese erhielt aus Havre mit dem a m tl. englischen Zensurbande über dem ausgeschnittenen Umschlag (Ausdruck: „Oprned by Ccnsor") und tm Innern de? Brieses einen Zettel aufgcllebt mit „Leiters to the United Kingdom are likely to paß the Censor cxpeditionsly, if the are chort u. clearl, writtcn in Euglish". Darunter mit Bleistift geschrieben: „La lettre a plu, de chance b’ arriver dcstina- tion si elle a öcrite cn angles". Der englische Vermerk heißt: Briese a» das Vereinigte Königreich können nur durch die Zensur kommen, wenn sie klar und deutlich in Englisch geschrieben sind. Und gehorsamst fügt die französische Regierung den stier- merk dazu: Der Brief hat mehr Aussicht, an feinen Bestimmungsort anzukommcn, wenn er englisch geschrieben ist. Man muß sich fragen: Steht Havre heute unter englischer Verwaltung? Soweit die Zuschrift: das schweizer Blatt bemertl dazu: Die Sache ist in der Tat merkwürdig, wie wir uns an der Hand des eingesandten Dokuments überzeugen konnten. Dabe> ist es freilich lediglich Sache Frankreichs, ob und welche staatliche Hoheitsrechtc es England einräumen will, Poincarö a» der Front. Paris, 30. Nov. (W. B. Nichtamtlich). Poincare, Viviani, Dubost und Dcschanel besuchten am Samstag die Stellungen der französischen Armee in oen Argonnen und die Stadt Clermont-en-Argon»e, welche völlig zerstört ist, wo sie das Fort Dou-au-Mont und die vorgesehenen Stellungen besichtigten. Poincare hat am Abend Verdun ,-cr- lajsen. Ans Rußland. Russische Illusionen. Stockholm, 29. Nov. „Stock- holms Dagblad" bringt folgendes Situationsbild! Am gleichen Tag, da ganz London über den vermeintlichen großen russischen Sieg in Polen jubelt, die „Morning Post" von einer wahrhaft napoleonischcn Waffentat der Russen und die „Times" von einer Panik in Berlin redet, kann Deutschland den Siegesbcricht seines neuen Feldmarsck)alls feiern. Das Wort der „Morning Post", die Welt werde staunen, wenn einmal die Geschichte dieses Krieges geschrieben werde, versieht das schwedische Blatt mit dein fatalen Zusatz: Stau- ncn ja, aber am meisten über die Petersburger Selbstsng- gestionen und die englischen Illusionen. Ein russische Stimme über die „Emden." Die Tate» des Kreuzers „Emden" haben überall in der Welt Bewunderung erregt, und selbst die englische Presse konnte nicht umhin, den Erfolgen dieses kleinen Kreuzers, sowie der Tatkraft und der Unternehmungslust, gleichzeitig aber auch der ritterlichen Gesinnung seines Kommandanten volle An- erkeniinng zu zollen. Ein Mißton klingt uns nun aus der russischen Presse entgegen. Hören wir. was der „Ss- wet" über den Untergang des Kreuzers „Emden" zu sagen bat: „Der Untergang dieses Feindes ruft nicht die Ge- fühle der Achtung und Verehrung hervor, die man einem tapferen Gegner cntgegenbringt. Das ist nicht möglich. Diese Gefühle verdient nur ein würdiger und ehrlicher Feind, der offen und gerade seine kriegerische Pflicht ersiillt. Der deutsche Pirat aber hat sich an dieselbe Ränbertrktik gehalten, toclche auch die Verachtung und den Haß gegen die deutschen Landtruppen erweckt. Volle Vernachlässig- ung des Völkerrechts und der Kriegsregcln, der Wechsel der Flaggen, Maskierungen — das alles sind Handgriffe, die vor Hunderten von Jahren nur von Seeräubern angewandt wurden. Ihnen wurde nach Verdienst auch Ehre zuteil, indem man die ganze Mannschaft ohne Ansnahnic — wenn man sie gefangen hatte — unverzüglich an den Rahen anf- hing. Die milderen Sitten unseres Jahrhunderts schützen die verbliebenen Mannschaften des Kreuzers „Emden" vor einem so strengen Schicksal. Das britische Schiss „Syd- ncy" hat nach Vernichtung des Korsars sogar de» lebend gebliebenen Deutschen Hilfe geleistet. Eine solche Groß- inut hätte wohl bessere Anwendung verdient. . . Man fragt sich erstaunt: WaS ist geschehen, um den „Sswet" so in Wut zu versetzen? Wir meinen, im Hause des Gehängten spricht man nicht gern vom Strick, und einer russischen Zeitung steht es nicht gut an, von der Außerachtlassung der Kriegsregeln zu reden. Der Gedanke an gewisse Vorkommnisse in Ostpreußen liegt zu nahe. Die Drohung mit Japan. Köln. 29. Nov.- Die ,.Kölnisck>e Zeitung" meldet von der holländijck>cn Grenze: Dem „Telegraaf" zufolge sind laut der Moskauer „Rußkoje Slowo" zwischen Petersburg und Tokio Unterhandlungen im Gange über die Entsendung eines japanischen Heeres nach dem östlichen Kriegsschauplatz. Aus England. Schottischer Sturmangriss. Paris. 27. Nov. lieber einen Sturniangriff schottischer Regimenter auf eine deutsche Stellung bei Hazebronck (?) meldet das „Journal": Man kann sich keine Vorstellung machen, mit welcher Sorgfalt die Deutschen ihre Schützengräben zu decken verstehen. Zirka 10 Meter vor den letzteren befindet sich an fest eingc- ramniten Pfählen ein künstlich verworrenes Netz von Sta- chcldrähtcn mit elektrischer Hochspannung. Die Berührung einer dieser Stacheln ist sofort tätlich Alan kann sich denken, welcher Massenangrisf notwendig ist, »in dieses Hindernis zu beseitigen, doch dann bietet sich den deutschen Schnell- fenergeschützen, den „Kaffeemühlen", «in so deutliches Ziel, daß sie Kugel» auf die Angreifer wie den Strahl aus ci- nem Sprengsthlauch senden können. Die schottischen Regimenter, die versuchten, diese furchtbaren Schützengräben zu nehmen, wurden bei de» vergeblichen Beinllbungen. dies« Stacheldrähte zu zerreißen, unter dem furchtbaren Feuer der Feinde säst gänzlich ausgeriebe». Die Leute stürzten reihenweise, ohne daß jedach !^:r Eifer der Truppen nach- 911. 2*2 ffof» 8. liefe. ES ist sicher, dafe di« Schotten sich bir »uni letzten Mann hätten niedermetzeln lassen, wenn sie nicht von ihren Offizieren buchstäblich zum Rückzug gezwungen (?) worden wären. Die Engländer verhöhnen das Eiserne Ären; — und sich selbst. Wie man uns meldet, tragen viele englische Söldner eine grobe Nachbildung des Eisernen Kreuzes nnt einer Inschrift, die die deutschen Soldaten verhöhnt. Sie haben dieses Spottkreuz aber bezeichnenderweise auf ihren Rücken angebracht — woraus doch wohl hervorgeht, das, sie sich selber bcwufet sind, dem Gegner, den sie verhöhnen wollen, diese Seite öfter als die andere zu zeigen! Die Not der indische» Truppen. Haag, 28. Nov. Der Londoner „Standard" meldet, das, die indischen Truppen unter der Kälte sehr zu leiden hätten und eine Ablösung notwendig sei. Manche Leute mufetcn mit Seilen ans den Laufgräben gezogen werden, da ihre Glieder vollständig erstarrt seien. Die Unruhcn auf drr Jnsrl Man. Kristiania, 30. Nov. Aus London wird gemeldet, dafe bei der Ilntersnch- nng in dem Gefangenenlager auf der Insel Man die Untersuchungsrichter zu dcni Resultat gekommen seien, das, der Tod der erschossenen Gefangenen durch berechtigte Mafe- regeln herbeigeführt worden sei, welche die Militärbehörde hätte treffen müssen. NkatlniiiW Zulassung von Mposspaktlkli. Berlin, 2g. Nov. sW. B. Nichtamtlich). Feldpostbriefe im Gewicht von mehr als 250 bis 500 Gramm werden voraussichtlich allmonatlich einmal für die Dauer einer Woche zugelasscn werden. Eine häufigere Zulassung ist nicht angängig. — Die Beförderung von Paketen bis zu 8 Kilo, neben den lederzcit durch Vermittlung der Ersatztruppenteile u. Etap- venbehördcn zulässtgen Sendungen, wird nach einer zwischen der Post- und der Heeresleitung getroffenen Vereinbarung gleich- jalls tunlichst einmal monatlich für acht Tag- zugelassen. Die Bestimmungen über di« Beschaffenheit der Verpackung der Pakete werden durch die Heeresverwaltung nach den Ersahrungcn v der beiden ersten Paketwochcn geregelt werden. vtr Kailkr beim 18. Arnitkkorps. Im Lause der vergangenen Woche besuchte der Kaiser die Truppen des 18. Armeekorps. Wie ein Laufseuer verbreitete sich die Anwesenheit des obersten Kriegsherrn unter den Truppen, die, wo der Kaiser immer erschien, ihn subelnd begriifeten. Der Kaiser lieh sich von dem kommandierenden General, Erz. v. Schenck, auf einem Kommandeur-Beobachtungsstand, von wo aus die Stellung der beiden Linien scharf zu sehen war, über die Lage genaue Meldung erstatten und verfolgte längere Zeit einen im Gange befindlichen Artiellriekampf. Beim Abschied beauftragte der Kaiser de» kommandierenden General, den Truppe», die er heute nicht habe sehen können, seinen Grus, zu übermitteln, wünschend, das, dem Korps weiter noch recht grofee Erfolge beschieden sein möchten. Julius Robert Mayer. In zahllosen Anffähen können wir dieser Tage über das Leben eines Mannes lesen, der sich durch eine Natur- erkenntnis von seltener Fruchtbarkeit unsterblich gemacht ha«. Es ist Julius Robert Mayer, geboren zu Hcilbronn, der Sohn eines Apothekers. Sein Geburtstag kehrte an dcni unseres Grofeherzogs zum hundertsten Male wieder. Gestorben ist Robert Mayer am 20. März 1878. Mehr soll 'hier von seinem Leben nicht berichtet werden, weil sich dies, wie bereits erwähnt, erübrigt. Nur nicht oft genug kann man erwähnen, dafe er ein Märtyrer der Wissenschaft war, lvie so mancher, der den Menschen das Licht brachte, von d<» Zeitgenossen aber nicht gehört und beachtet wurde. Mögen in Kriegszeiten die Sinne nach anderem stehen als nach Wissenschaft, mag die durch den Krieg verursachte Umwertung aller Werte eine Besänftigung mit den Gei- stcsherocn der Menschheit als unnütz finden, eine Erinnec- ung an Robert Mayer und eine Erbauung an seinen Ge- danken kann gerade jetzt als wohltuend empfunden werden. Gibt doch seine Erkenntnis in ihrer Erweiterung auf das ganze Weltall eine Weltanschauung eine „Religion", die uns Trost spenden kann, tröstet für all das Blut, was dieser Krieg fliesten lästt. Es ist der Satz von der Erhaltung der Energie, dem Arbeitsvermögen eines Körpers, den Mayer auch auf die Erscheinungen der Wärme als anwendbar dargetan hat. Darnach stellt eine Wärmemenge weiter nichts dar als eine andere Form von Energie wie diejenige der mechanischen Arbeit. Wärme läfet sich in mechanische Arbeit und mecha- uischc Arbeit in Wärme verwandeln. Berechnet, nicht experimentell bestätigt, hat Mayer, dafe die Einheit der Wärmemenge, die Kalorie, d. i. die Wärmemenge, die nötig ist. um 1 Kg. Wasser um 1 Grad zu crwärnien, gleichwertig ist mit einer Arbeit, djc geleistet werden imife, um 421 Kg. 1 Meter hoch zu heben. Andere Physiker haben später den Sab Mayers durch Versuche bestätigt. — Durch blofees Schütteln von Wasser in einem Glas entsteht eine, wenn auch lebr geringe, Wärmemenge, eine Tatsache, welche die Physiker der damaligen Zeit schier den Kops verlieren liefe, wenn sic daran hätten glauben sollen. Die Idee des Perpetuum mobile, einer Maschine, die einmal in Gang gesetzt bis in Ewigkeit weitcrläuft, mit einemal falsch und töricht, das tvar etwas ungeheuerliches. — Nicht als ob man vorher über die Verwendung von mechanischer Arbeit in Wärme und Wärme in Arbeit nichts gewufet hätte. — Die Dampfmaschine war längst erfunden — die strenge mathematische Jnbeziehungsetzung der beiden Energieformen, da» war die Tat des schwäbischen Naturforschers. Sein Satz der Aequivalanz von mechanischer Arbeit und Wärme wird in der Wistcnschaft als erster Hauvffatz der Wärme- Tageszeit, mg. SiitKq, Mm 1. »tjmMt 1*1« lehre bezeichnet; der zweite Haupffatz, auf den wir hier nicht eingchen wollen, bildet mit ihm zusammen die Grundlage für die gesamte Wärnietechnik. Mayers Gedanke war fruchtbringend für die weitere gesamte Pbysik und Technik. Die Verwandlung elektrischer Energie in theorctilckie oder in mechanische — man denke an das elektrische Licht und die Elektromotoren —, von mechanischer oder thermischer Energie in Elektrizität — man denke an die mit Dampfmaschinen oder Gasniotorcn betriebenen Dynamos und an die Thermoelektrizität —, alles dies sind Beispiele sür die Wandelbarkeit der Energie. Alle Vorgänge in der Natur beruhen auf der Verwandlung der Energie einer Bcweg- ungsart in eine andere; niemals verschwindet Energie. Auch die radioaktiven Erscheinungen, die anfangs dem Gesetz zu widersprechen schienen, müssen sich ihm beugen. Die gesamte im Weltall vorhandene Energie must daher stets von gleicher Eröfee sein. In dieser Hinsicht sind wir sogar berechtigt, von der Einheit der Naturkräfte zu sprechen. Wenn wir so sehen, wie in der uns umgebenden Natur nichts an Energie verloren gebt, liegt der Schlust nahe, dafe dies auch der Fall sein wird mit all den pspchi- schen Energien der Menschen. Ter Geist eines Heeres, die Opfer an Gut und Blut, die es bringt, sind Energieformen, die nie verloren gehen, die sich nur in andere umsetzen, ,ind dazu beitragen, die Menschheit ihreni Ideal, deni ewigen Frieden, immer näher zu bringen. Ob dieser ewige Friede im Sinne der allgemeinen Natur liegt, ob ihn der Satz von der Erhaltung der Energie verlangt, das wissen wir nicht, das kommt auf den uns völlig unbekannten Zweck der Welt an; als denkende und wollende Wesen müssen wir ihn aber postulieren, und wir haben nach Analogie aller andern Naturgeschehnisse allen Grund, zu hoffen, dafe nichts ge- schieht, das- für die Erreichung dieses Ziels nicht von Nutzen wäre. Dr. Eh. Uom Felde & fr Ehre. * Dortelweil, 1. Dez, Ten Heldentod sür's Vaterland er litt Leopold D e u s ch von hier. Er war erst kürzlich als Erjatz- rcservist ausgerückt, bei den Kämpfen in Flandern ereilte ihn das tragische Geschick, als er aus einen Augenblick den Kopf aus dem Schützengraben hob. „Eine Kugel kam geflogen . Allgemein wird der ruhige und bescheidene junge Mann betrauert und sein altes Mütterchen herzlich bedauert. * Dortelweil, 1. Dez. Der Pionier Adolf Reinhardt von hier erhielt das Eiserne Kreuz. Als erster hat er de» Mcr- lanal durchschwommen und sich am jenseitigen User festgesetzt. Wir freuen uns, dafe wir auch in Dortelweil so tapfere und mutige Streiter haben. Obcr-W'ddersheim, 1. Dez. Gefreiter Feld. Weis vom Artillerie-Regiment Rr. bt, ein Sohn des verstorbenen Bürgermeisters Weis, welcher von feiner schweren Verwundung wieder soweit hergestellt ist, um demnächst wieder an die Front aus- rücken zu könne», erhielt für sein tapferes Verhalte» das Eiserne Kreuz zuerkannt. Wir beglückwünschen den wackeren Helden zu dieser Auszeichnung. ZN den hessischen §lii»b1irgsmallleil. Keine kampslojen Landtagseriatzwahlen in Hesse». Die am 2g. November stattgehable Versammlung der Vertreter der hessischen Landtagssraktioncn und die Vertrauensmänner der Parteien haben zu feinem Ergebnis geführt. Wohl fand der grundlegende Gedanke auch diesmal Zustimmung, doch lonnte man sich über die Verteilung der Mandate nicht verständigen, da die sozialdemokratische Partei darauf bestand, dafe ihr zwei Landlagsmandate in Mainz abgetreten werde». Trotz ucr- schiedcner weiterer Vorschläge lonnte man eine Einigung nicht erzielen und die Versammlung mufete ohne Verständigung auseinandergehen, Danach wird die Ersatzwahl der Abgeordneten vorläufig von der Regierung ausgesetzt werden, bis der Fric- dcnszustand cingetreten ist und die Regierung wird die notwendigen Vorlagen soweit, wie es die Verhältnisse erheischen, vorlege», — Als der merkwürdige Plan im Landtag ausze- heckt worden ist und die Schalmeien auf allen Seiten angestimmt worden sind, wollten wir keinen Mifeton in das allgemeine Friedenslonzert bringen, umso mehr können wir jetzt unserer Genugtuung über diesen Ausgang Ausdruck geben. Erstlich hat der Landtag überhaupt nicht üb —^-ine Zusammensetzung zu befinden, das kommt den Wählern zT^Wenn die Abgeordneten selbst über die Fortdauer ihrer Mandate zu bestimmen hätten, dann würde das Parlament vollständig zur Farce herabsinken. Zum andern müfete, wenn wirklich kampflose Wahlen stattfin- dcn sollte», doch der Grundsatz seststehen, dafe das Uebereinkom- men unterschiedslos aus alle Parteien und Abgeordneten ausgedehnt wird, dieser Grundsatz sollte aber nicht gewahrt werde». Zum dritten endlich ist es doch geradezu rücksichtslos, dafe einen grofecn Teil der hessischen Wählerschaft — und wahrlich nicht dem schlechtesten — dem nämlich, der gegenwärtig draufeen im Feld« steht, das „heiligste Recht des Bürgers", so heifet doch wohl der Fachausdruck! genommen werden sollte; da er aufeer- siande ist, sich an den Wahlen, wenn sie auch kampflos sind, zu beteillgen. Darum ist es gut so, dafe der so schön ausgesonncne Plan gescheitert ist und der Weg, den die Regierung eingefchla- gen hat und allein gangbar ist, beschritte» wird, die Wahlen nämlich aus ruhigerer Zeiten zu verschieben. Aus der Heimat. • Friedberg. 1. Dezember. Vaterläadifcher Abend, An, nächsten Sonntag den 8, Dezember, abends 8H Uhr, veranstaltet da; L Friedberger Doppelquartrtt im Saale de» Hotel Trapp eine» Vaterländische» Abend bestehend aus Liederoor- trägen und Rezitationen. Nähere« wird noch bekannt gegeben. Der Ertrag soll der hiesigen Lazarettverwaltung zu Weihnachtsgeschenken für die Verwundeten znr Verfügung gestellt werden. In Anbetracht de, gute» Zweckes und drr bekannre» Leistungen des Doppelquartctts daff man wohl auf eine» ftar ken Besuch der Bcranstallung hossen. * Friedberg, L Dez. Jungwehr. Mittwoch, den 2. Dczbr., 8.30 abends. Unterricht über Marschsicherung, Vorposten- und Fctdwachdienst, 1. Kompagnie: Etädt. Turnhalle an der Ock- städter Landstrafee. 2. Kompagnie: Turnhalle des Lehrerseminars, 3. Kompagnie: Turnhalle der Augustincrschule. Sonntag, den 8, Dezember, 2 Uhr nachm,, Abmarsch vom Hofe der Augustincrschule zu einer Geländeübung. * Frikdbcrg, 31. Roo. Der Verein Eoncordia in Bod '^anheim hielt vorgestern Abend im Saale des Sprudel.Httels eine Veranstaltung zum Besten des Roten Kreuzes ab, Herr Hartman» Stall trug einige Gedichte vaterländischen Inhalts vor und erweckte damit Helle Begeisterung, Das Sologuailett fang mehrere Lieder in vollcndclei Weise und Herr Marnilh spendete einige Lieder und eisang sich reiche» Beifall. Ferner hatte der z. Zt. in Bad-Rauhcim wetlende belannte Pianist Raonl von Koczalski seine Kunst der gute» Sache zur Bering- ung gestellt. Er erwies suh wieder als der beste Chopinspielcr der Gegenwart und auch in den anderen Stücken entfalte,e er einen solchen Dust und eine Poesie, dann wieder eine so elementare Kraft und eine alle Schwiciiglcitcn vergesse» lassende Technik, dafe man ihn sicher zu den ganz Erofeen unter den Klavierspielern rechnen mufe. Herr Dr. Strecker hielt eine von glühender Begeisterung und Liebe zum Vaterland und seiner gerechten Sache durchlodcrnde Ansprache, die nicht enden ,ocl. lenden Jubel erweckte. So war es eine erhebende Feier, die dem Roten Kreuz auch einen namhaften Betrag zugeführt haben wird. Frkcdberg, >. Dezember, Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Gewicht über 250 Gramm dis 500 Gramm sind vom 2, bis tinschlicfelich 8, Dezember von neuem zugclasien. Die Gebühr betrügt 20 Psg, Die Sendungen müsic» dauerhaft verpackt sein, Rur sehr starte Pappkasten, festes Packpapier oder dauerhafte Leinwand sind zu verwenden. Für die Wahl des Ver- packungsstosfcs ist die Natur des Inhalts mafegcbcnd; zerbr ch- tichc Gegenstände sind »ach Umhüllung mit Papier oder Leinwand ausschliefelich in starken Schachteln oder Kosten z» verpacken, Die Päckchen, auch di« mit Klammerverschlufe versehenen, muffen allgemein mit dauerhastem Bindsade» scsi umschnürt werden, bei Sendungen von grüfeercr Ausdehnung in mehrsachcr Kreuzung, Die Auffchristen sind auf die Sendungen »rcderzuschrciben oder unbedingt haltbar aus ihnen zu befestige» und müffen deutlich und richtig sein. Aus die Versendung kleiner Bekleidung«- »nb Gebrauchsgeqenstände braucht sich der Päckchenverkehr nicht zu beschränken. Es sind auch Lebens- und Eenufemittel zuläsfig, aber nur soweit, als sie sich zur Beförderung mit der Feldpost eignen, Ausgcschloffen sind l.icht verderbliche Waren, wie frische» Obst, Butter, Fett, frische Wurst: ferner feuergefährliche Gegenstände, wie Patrone», Streichhölzer und Taschcnfeuerzeug« mit Benzinsüllung, Päckchen mit Flüssigkeit sind nur zugclasien, wenn die Flüssigkeit in einem starken, sicher verschlosienen Behälter enthalten und dieser >>, einem durchlachten Holzblock oder in einer Hülle aus starker Pappe fest verpackt ist, sowie sämtliche Zwischenräume mit Baumwolle. Sägespähne» oder einem schwammigem Stosse so angesüllt sind, dafe beim Schadhastwcrdcn des Behälters die Flüssigkeit aufgesaugt wird. Sendungen, die den vorstehenden Bedingungen nicht entsprechen, werden von den Pastanstalten unweigerlich zurückgewiesen. * Dortelweil, t. Dez. Merkwürdige Zufälle. Am Freitag, den 20. November, starb plötzlich aus dem Weg nach Vilbel der Metzgermeister Iah. Margraf von hier. Ein Schlagansall hatte dem erst 51jährigen kräftigen Manne ein rasches Ziel gefetzt. Am Samstag den 28. November ging nun fein Schwager Mohr auch nach Vilbel; in der Lohgasic erlitt er ebenfalls einen leichten Anfall und Blutsturz. An den Folgen liegt er nun krank darnieder. Mohr — seines Berufes Obcrbahnasiistcnt — ist in weiten Kreisen als ein eifriger Jör- tcrcr des Kricgerocrcinswesen bekannt, allseitig geachtet »ud beliebt. Wir hossen und wünschen, dafe er bald wieder herge- stcllt werden möge. * Burg-Erüfenrode, 30. Noo. Zur Nachahmung empfoh- len! Unser Beigeordneter Herr M. Mosch erosch, der auch sonst schon viel sür's Vaterland getan, hat sein fchweistes Schwein schlachten und ganz zu Wurst machen taffen, die später, wenn geräuchert, zu geeigneter Zeit in, Feld geschickt werden fall. Er meinte, unsere braven Soldaten hätten es ja verdient, dafe man für sie sorge, * F, C. Frankfurt a. M,, 20, Nov. Bei der Kairegn- lierungsarbeitcn am Fahrtor wurde in der vergangene» Nacht eine 100 Meter lange »nd 12 Meter voin User entfernte Sperrwand eingedrückt. Das Wasser ftrömte in die bereits trocken gelegte, drei Meter Unter dem Wasserspie.z -I des Main liegende Baustelle und überflutete diese sowie die dort befindlichen Maschinen. Der Schaden beläuft sich aus 15,000 Mark, Ein Dampfer, der in der Nähe wenden wollte, soll die Spcrrwand eingedrückt haben, * j. Oberstedten, L Dezember. Der Tiesbauunternehinee Heinrich Döll von hier verunglückte beim Holzsällen im Ge- meindcwald, er erlitt eine schwere Gehirnerschütterung, welcher er nach kurzer Zeit erlag. Kirchliche Anzeinen. Gottesdienst in der Stadtkirche. Mittwoch, den 2, Dez., abends 8 % Uhr: Kriegsblttandacht. Herr Pfarrer Ritter, Gottesdienst tm Stadtteil Fauerbach, Mittwoch, den 2. Dezember, abends ff» Uhr' Kriegsbittandacht, Herr Pfarrer Zatzmann. Frankfurter Wetterbericht, Voraassag«: Bedeckt, zeitweise leichte Niederschläge, kein« Temperaturveränderung, südwestliche Winde, Verantwortlich für den polifischen und lokalen Teil: O t t o Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch m i d t, Friedberg. Druck und Verlag der .Neuen Tages-eitn8g7- A. G„ Friedberg i. H Sit. 282 Sette«. Dnnlrsaflung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme | bei dem uns beiroffenen Verluste unseres innigit- j geliebten, unvergeßlichen Sohnes Gmz AßMillM | sagen aus diesem Wege innigsten Dank. Friedberc, den 30. November 1014. Gtl?rg ßofFumnn \i frnu. | Bakterien tötende Wirkung, dauerhaiteste, lielag kautt man am besten u. billigsten im Tapeten- u. Linoleumhaus Jean Kogler, Feldpost-Liebesgabe! | Empfehle als Irelbsoitbttef *n WO Gramm brutto verpackt: in feiten Pappschachteln I Nr. 1 20 Stück Zigarren Mt. 1.20 Nr. 2 „ „ „ „ 1.40. 3n Italien Zeoernholzki sichen. Nr. 3 „ „ „Kronprinz" Mt. I KO s dir. 4 „ „ „Kaiser Wilhelm II." Mt. 2.—. M I «r I 1 Rarrcher-PaKct „Agca" Weihe Packung. I M. Gelbe Packung. I M. I P'erse, best.Erzeugnis I I Karler-Pseise ».>>4,1 I I I Palet Tabat 4 „ 1 Pate« Tabat | 1 Plersen-Re.urger I 1 Pleiftn-Rerniger Porta 10 Pfennig. portofreie Feldpostbriefe mit der Aufschrift: „Erüge aus der Heimat. 4—5 Zigarren enth. oder 20—20 Stück Zigaretten. , Versandt erfolgt lirett ab meinem Geschäft nach Auf- \ gäbe voiichiifts-näßiger Adresse. Eigarrenhiius Adolf Ulolff gegenüber dem neuen Hahnhof. > Frirdberg i. A. Fenissirechkr yr. 221. Bekanntmachung. Es ist vielfach angeregt worden, Feldpostbriefe mit Warcninhalt, die von den Truppenteilen nicht ausgshän- digt werden können, weil die Empfänger abkommundieit verwundet, vermißt oder tot find, nicht an den Aufgabeort zur Rückgabe an den Absender zurückzufenden. sondern den Truppenteilen zur beliebigen Verwendung zu überlasten. Ohne ausdrücklichen Wunsch des Absenders ist dies nicht möglich. Wenn der Absender aber durch einen auf der Sendung — sei cs handschriftlich oder durch gedruckten ZiNcl anzubringcnden Vermerk — etwa folgenden In- Halts: „Wenn unbestellbar, zur Verfügung des Truppenteils" zum Ausdruck bringt, daß er die Preisgabe wünscht, io werden die Poftverwaltung und die Truppenteile diesem Wunsche entsprechen. Unbestellbare Sendungen, die einen lolck>en Vetmerk nicht tragen, werden nach wie vor an den Abscndcv zurtickgelcitet werden. Är ar tkr. Strohlieferung. Für den hiesigen Faselstall soll die Lieferung von 20 t^tr. stroh vergeben werden. Angebote sind bis zum 7. Dezember ds. Zs-, Vormittags II Uhr bei mir einzureichen. Friedberg, den 30. November 1914. Der Bürgermeister _ Stahl. _ Maiiiltllillihiillg. Die Vorräte troistener PrrKsteine auf der Fürst!. Stube Weckes heim find ausverkauft. Wir "suchen unsere Kundschaft, sich im Bedarfsfälle an die Fiirstl. Grube Wölfersheim wenden zu wollen. Friedberg, den 28. Noo. 1914. liirlilidjc Cfrprrnialtntia. 9Ie«e Tageszeitung. Dienstag, den I. Dezember 1011 . Äekarrntrrnilhimy. Tic in Friebberg wohnhaften im Jahre 1893 geborenen Militärpflichtigen, iornie die Pflichtigen früherer Jahrgänge, weiche bis letzt eine eudgiltige Entscheidung poch »ich! erhalten haben, werden aufgefordert, sich in der Zeit vom I. bis einichlre'glich 10. Dezember I. 3s. im hiesigen Stadthaus, Zimmer Nr. 10, ti. Stock, zur Retrutierungsflammrolle aniumewen. Auswärts Geborene des Jahrgangs 1895 haben hierbei eine flandesamtliche Geburtsurtunde, die Leule aus früheren Jahrgängen cagege» ihre Mililärpapiere lLofungsicheine, Mufterungs auswers pp. vorzulegen. Friebberg, den 30. Nov.'mber 1914. Der Bürgermeister Stahl, Lvrihnachtsbitle für die Verwundeten. Das diesjährige Wcihnachtsfest fall mich unseren verwundeten Kameraden in den hiesigen Lazaretten einen Strahl dankbarer Liebe für ihre großen Opfer draußen im Dienste des Vaterlandes bringen und ihnen in der Heimat eine kleine Freude bcschccren. Darum bitten wir alle Freunde derfelben in Stadt und Land um Geschenke aller Art, besonders um praktische Gegenstände (Wollenes Unterzeug, Hosenträger, Geldtäschchen, Briefpapier, Taschenlämp- chen, Zigarren, Tabak, Aepscl, Nüsse und dergi.) und Bücher oder um Geldspenden, die es ermöglichen, den Weihnachtstisch für unsere Verwundeten zu decken und das Herz der vielen, die das schönste Fest der Liebe und Freude fern von ihren Lieben feiern müssen, ein wenig zu erfreuen. Gaben für bestimmte Verwundete, die etwa dem Geber nahestehen, werden am besten verpackt und mit Namensangabe des zu Beschenkenden übersandt. Alle Gaben bitten wir an Frau Oberinspektor Koch in der Gewerbeschule spätesten? bis zum 18. Dezember einzusenden oder abzugeben, Pros. Werner. Stabsarzt Tr. Achrrt. Oberinsp, Koch. MorDfrunij für fifbreqabfn mul) (Oftprrufirn. Wir bitten unsere Freunde auf dem Lande, fich für Ostpreußen, zu dem aus der vierten Seite ausgefordert wird, ebenfalls an dem Hilfswerk beteiligen zu wollen. Vielfach ist noch Stroh, Gemüse u. dergi. vorhanden, das ent behrlich ist. Gebt Zeder nach seinen Kräften für unsere Brüder im armen Ostpreußen. Zeiget, daß es nur ein Alldeutichl.rnd gibt, das treu vereint dasteht und das sich brüderlich Leid und Freud zu teilen gesonnen ist. Die Bezugs- und Abiatz-Zentrule in Friebberg hat sich wieder in entgegenkommender Weise bereit erklärt, die Gaben anzunehmen und ihre Räume zur Aufbewahrung zur Verfügung zu stellen, bis ein Waggon zur Abfendung bereit ist. Alfa stiftet Stroh, Heu, Gemüse ufw. für Ostpreußen. Der Verlag der „Neuen Tageszeitung". lleber eingelaufene Spenden wird an dieser Stelle quittiert. Bekanntmachung. Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß die Apotheken der Stadt Friedberg künftig abwechselnd in monatlicher Ablösung während der Nachtstunden geschlossen sein werden. Es ist also nur eine der Apotheken nachts zur Verfügung der Bevölkerung. Welche Apotheke den Nacht- dienst hat, ist durch Aushangschild an beiden Apotheken ersichtlich. Außerdem werden nllc Veränderungen im Nachtdienst durch Anzeigen der Apothckenbesitzer in den Friedberger Tageszeitungen veröffentlicht werden. Fried berg- den 24. November 1914. Grosiherzogliches Krcisamt. H e r b e r g. E e ! u ch I wird für Privathausholt bei Friebberg au s Laub evangel. Äliidchcn bas kochen kann Eimiitt 1. Jan. Angeb. an bie Ex>. b. N. Tgsrig. ÄlktS Zi«lIllkr,vasien°bG'ew» ! iür ruhige, lautere Är.ett per ! bald zu mieten ge,ucht. Off. unr. F. T. au die Erp. b. Neuen Igsztg 2-Ziinuier-Wo1i«illlli MN abgeschl. Vorplatz unb Zubehör an ruhige Leule p. t.Te-. ,u vermieten. Näheres Friedberg- Fuurrboch, Klau ertiti. 12. 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Hintec'.ässt »in gefallener «sw. Kriegsteilnehmer eine Witwe ober Icgitiinterte Abkömmlinge, so werben für ein.-n grwis- fen Zeitraum nach dem Tobe des Kriegsteilnehmers Gna- bengebührnisie gewährt. 2. Gnobeugebühruisie können auch gewährt werben, wenn der Vkrftorbeue Verwandte der auffieigeuben Linie, Gesihwlster, Iscichrristerkinber ober Pflegekinber, deren Ernährer er ganz ober überwiegend gewesen ist, in Bebürstrgkei« hinr-rlötst, »der roenr, und soweit der Nachlaß nicht ausreicht, um die Koster, der letzten Krankheit und der Beerdigung zu decken, 3. Der Antrag auf Zahlung der Gnadengebuhrnrsie ist entweder a» diejenige stellvertretende Korpsintenbaniur, zu oeren Gcichäft.-dererch der Truppenteil ufw, des Verstorbenen gehört ober an bas für den Wohn- ober Ausrnthaltsort zu- stänbige Bezirkskommanbo zu richten. Letzteres sorgt oann für die Weitergabe. An Belegstücken sind dem Antrag beizufugen: si) eine Bescheinigung des Truppenteils ufw. Uber die Höhe des Gnadengehalts ober der Gnabentöhnung des Verstorbenen unb über die Dauer der Empfangsbe-ech- trgung, I,) eine militördienftlich beglaubigte Bescheinigung über den Tob des Kriegsteilnehmers, <1 in den Fällen zu 2 außerdem eine amtliche Bescheinigung über den Verwandtfckiastsgrab unb bas Verhältnis zum Verstorbenen. Können Bescheinigungen der ZU a und b erwähnten Art nicht gleich beigebracht werben, lo sind bestimmte An- gaben über den Dienstgrad, die Dienstrristung unb den Truppenteil ober die Behörde des Verstorbenen erforderlich unb als Ausweise über den Tod die in Händen der Antragsteller befindlichen Mitteilungen der Truppenteile ufw., Auszüge aus Kticgsionglisten ober Kriegsstammrollen, Todesanzeigen unb Nachrufe der Truppenteile unb Behörden im Militär-Wochenblatt ober i» fcnstigen Zeitungen und Zeitschriften beizusügen. Auch ein Hinweis auf die Nummer der amtlichen Verlustlisten würbe genügen. Auf Antrag stellt bas Zentral-Nachweife-Buieau des Kriegsmintsteriums in Berlin NW. 7, Dorolheenstr. 48, besondere Todesbeschelnigungen aus. I!. Versorgungsgebührnisie. 4. Nach Ablauf der Gnabenzeit erhalten die Witwe und die Kinder — letztere bis zu t8 Jahren — Witwen- und Waifengeld, sowie Kriegswitwen- unb Kriegswaifengeld. 5. Der Antrag auf Bewilligung der Versorgungsgebührnisie zu 4 ist an bie Ortspolizeibehörbe des Wohnorts ober des anläßlich des Krieges gewählten Aufenthaltsorts zu richten. An Belegstücken find beizusügen: 1) die Geburtsurkunden der Eheleute (können wegfallen, wenn die Geburtslage aus der Heiratsurkunde ersichtlich sind oder wenn nur Warfen- und Kriegswailengeld beansprucht wird oder wenn die Ehe über g Fahre bestanden hat): 2) die Heiratsurkunbe oder, wenn Waisen aus mehreren Ehen »erforgungsberechtigt sind, die betreffenden Heiratsurkunden (Eeburks- und Heiratsurkunden der vor dem 1. 4. 1887 verheirateten, bei der preußischen Mt» litärwitwenkasie versicherten Offiziere und Beamten be» finden sich in der Regel bei der Eeneraldirektion der preußischen Militär-Witwenpensivnsanstalt in Berlin W 06, Leipziger Straße 5); 3) die standesamtliche Urkunde über das Ableben des Ehemanns und, falls die rerforgungsberechtigten Ktnver auch ihre leibliche Mutter verloren haben, noch die standesamtliche Urkunde über das Ableben der Ehefrau (für den Ehemann gegebenenfalls einen der oben zu 3 erwähnten Ausweise); 4) die standesamtliche Geburtsurkunde für jedes versorg-' ungsberechligke Kind unter 18 Jahren: 5) amtliche Bescheinigung darüber, daß a) die Ehe nicht rechtskräftig geschieden oder die eheliche Gemeinschaft nicht rechtskräftig aufgehoben war (kann wegfallen, wenn in der Sterbeurkunde die Ehefrau des Verstorbenen mit ihrem Ruf-, Mannes- und ffie* burtsnamen als dessen Witwe bezeichnet ist), b) die Mädchen im Alter von 16 Jahren und darüber nicht verheiratet lodet verheiratet gewesen) find, c) keins der Kinder oder wer von ihnen in die Anstalten des Potsdamschen Großen Militärwaisenhauses ausgenommen ist: 6) gerichtliche Bestallung des Vormundes oder Pflegers: 7) Außerdem ist im Antrag anzugeben, a> ob und wo der Verstorbene als Beamter im Reichs-, Staats- oder Kommunawienste, bei den Versicherungsanstalten für die Invalidenversicherung oder bei ständischen oder solchen Instituten angestellt war, die ganz oder zum Teil aus Mitteln des Reichs, Staates oder der Gemeinden unterhalten werden, b) der zukünftige Wohnsitz der Witwe. C. Kricgseltcrngeld. 6. Den Verwandten der aufstetgeitden Linie (Vater und jeder Großvater, Mutter und jede Großmutter) kann für die Dauer der Bedürftigkeit ein Kriegseltetngeld gewährt weiden, wenn der verstorbene Kriegsteilnehmer a> vor Eintritt in das Heer oder b) nach feiner Entlastung aus diesem zur Zelt feines Todes oder bis zu feiner letzten Krankheit ihren Lebensunterhalt ganz oder überwiegend bestritten hat. Der Antrag ist ebenfalls a» die Ortspolizeivcrwaltung des Wohnorts oder des anläßlich des Krieges gewählten vorübergehenden Aufenthaltsort zu richten. Ihm ist eine standesamtliche Sterbeurkunde über den Gefallenen ufw. falls eine solche noch nickrt zu erlangen iftz ein Ausweis der z» 3 bezeichncten Art beizusügen.