Nummer 281 Montag, den 30. November 1014. L Jahrgang Neue Tageszeitung D» , c»e kagi»!eit«ng" er!che>»t >eden Werltag. Regelmätzige Beilagen „Der Kaner au» Helle«", „Die Kptnnltube". Seiugopre,»: Bei de» Postanstalten »ieneliayrtich Mk. 1,»s del een Agenten inonailich 50 Pig. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägertobn. Au»ri»rn: Grund, eile 20 Psg., lokale 15 Psg, An, eigen von auswäns werde» durch Pocknachnahme erhoben Eisüllungsort Fttedberg. Zchristlritung und Verlag Fttedberg (Hessens, Hananerilratze 12. Fernsprecher 18. Postscheck.Conto Re. «85g. Am« Frontsurt o. «I. Unser Kaiser im Osten. Generalfeldmarfchall v. Hindcnburg. — Deutsche Angriffe im Oftcn. — Nene Fortschritte der ~ Oefterreicher in Serbien. » " ^ M —— ^ ■» Der deutsche Generalstab - —.......... ■— meldet: ■ ■= • Der Kaiser im Osten. Grvstro Hnuptquartier, 29. Nov. cn Tapferkeit Ihrer Truppen ist wicderuin ein schöner Erfolg beschicdcn gewesen. In langen,, aber von Mut und treuer Pslichtersiillung vorwärtsgetragcncn Ringen haben Ihre Arniecn die Pläne des an Zahl überlegenen Gegners zum Scheitern gebracht. Für dielen Cckiutz der Lstgrenzc des Reiches gebührt Ihnen der volle Dank des Vaterlandes. Meiner höchsten Anerkennung und nieincn kaiserlichen Dank, die Sic erneut mit meinen Grützen Ihren Truppen aus- sprechen wollen, will ich dodurch Ausdruck geben, datz ich Sie 311 , 1 , G c n e ra I s e I d m a rs cha I l befördere. Gott schenke Ihnen und Ihren sieggewohnten Truppen weitere Erfolge! gez.: Wilhelm I. R. Ich bin stolz darauf, diesen höchsten militärischen Dienstgrad an der Spitze solcher Truppen erreicht ;» haben. Ihre Kampsessreudigkcit und Ausdauer haben in bewunderungswürdiger Weise dem Gegner große Verluste beigebracht. Uebcr 60,(XD Gefangene, 150 Geschütz? 11 . gegen 200 Maschinengewehre sind wiederum in unsere Hände gefallen, aber vernichtet ist der Feind noch nicht. Darum weiter vorwärtsl Mit Gott für König und Vaterland, bi? der letzte Russe besiegt ,»n Boden liegt! Hurra I Haupignartier Ost, 27. November 1911. Der Oberbefehlshaber: gez.: v. Hindenbnrg, Generalfeldinarschall. föftifrnllfütniint von sndkildorf. Zugleich mit der Ernennung von Hindenburgs zum Ge»;- ralseldmarschall ist sein Eeneralstabsches von Ludendorss zun, Generalleuinant besördert worden. GenerolfeldmarschaU. Dem Befreier Ostpreußens, den, Sieger von Tannen- burg, Kutno u. Lowicz, deni Generalobersten v. B c n e ck c darf ». Hindenbnrg, ist die höchste Anszcichnnng, die das deutsche Heer kennt, zuteil geworden, der geniale und tapfere Heerführer ist vom Kaiser ans dem Schlachtfeld? zum Gcncralseldniarsck>,ll ernannt worden. Wenn je die Verleihung einer Würde die vollste Zustimmung, ja die flammende Begeisterung des ganzen deutsche» Volkes gefunden und hervorgerufen I)ai, so ist es hier der Fall gewesen. Dem Führer unserer Ost-Armee ist die schwerste Aufgabe in diesem Kriege zngefallen, er sollte mit seinem Heere • den an Kräften weit überleg eenen Feind der sich stolz vermessen hatte, alle sich ihm entgcgeiistellenöm Gegner einiach durch seine Ueberinacht zu zernialmc», aus den deutschen Landen jagen und in, Osten die Grenzen von der russischen Barbe,rcnmacht frei halte». Herr v. Hindenburg hat diese Aufgabe glänzend gelöst, er hat treue Grcnzwacht im Osten gehalten. Tic Scharte ven Tannenburg, wo einst dir Ritter des deutsck)en Ordens slawischer Ucbermacht erliegen mutzten, hat er ansgcwetzt und die inasurischen Seen, in die der übermütige Feind gejagt wurde, werden unzertrennlich mit dem Namen Hindenburg und deutschen! Heldentum verknüpft sein.. Ganze Armeekorps der Russen hat der unvergleichliche General ocr- nichtct, schon mehrere hnndcrttauscnde zu Gefaitgenc» gemacht, einen Artilleriebestnnd erbeutet, der einem mittleren Staate genügen würde, darum gebührt ihm in Ehren, datz er gleich Blücher und Moltke zum Marickull des Feldes er- naunt werde. Er hat den Degen noch nicht eingesteckt, der neue Feld- inarschall. In seinem Armeebefehl, in dem er seinem wackeren Heere die ihm zuteil gewordene Ehrung, die zugleich eine Ehre sür seine tapferen Truppen ist, mitteilt, bat er den Schwur geleistet, nicht zu ruhen, bis der letz'c Russe besiegt am Boden liege. > Fcldmar>'ck>all Hindenbnrg ist der Mann dazu dieses Dersprechciz^lvahr zu machen. N ich gilt cs schwere Arbeit zu leisten. Tie Tatsache, dntz auch der Kaiser ans deni östlichen Kriegsschauplatz geeilt ist, beweist, datz unsere Annahme, die Entscheidung werde ini Osten gesucht, richtig ist. Wir hegen aber die feste tleberzeiigung, daß die Fah:t unseres Kaisers zu dem iieuen Fcldnmrscholl unter dem Vorzeichen geschieht: Dem Siege entgegen! Stimmen aus Oesterreich. Wien, 29. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Tic Blättir begrüben die Ernennung Hin- dcnburgs zum Gcneralseldmarjchall mit Freuden. So sg-,t das „Neue Wiener Tagblatt": Wie einst Namen wie Moltke und Bismarck wie der Ton klirrenden Erzes durch die Welt gingen, so klingt heute der Name Hindciiburgs mit jubelndem Widerhall in tausend und abertausend deutschen Her- zc» wider und ist für immer der Geschichte, der Helden! ig? i.berliescrt. In die Einungen, die Hindcnbnrg erwiesen wurden, mischi sich der echte Jubel des ganzen mächtigen dentichcii Volkes und ieines österreichisch-iingarischen V?r- bündcten. Tic „Neue Freie Presse" zitiert das Dichterwort „Glück hat auf die Tauer nur der Tüchtige" und sagt: Der bisherige Generaloberst v. Hindkiiburg ist eine der volkstümlichsten Gesialien unter den deutschen Heerführern gcworden. Das Blatt würdigt sodaiin die bisherigen Erfolge Hindenbiirgs, ZN (frnuirtiinfl links, Nliikn größt« S'dilmiff, Französische Blätter berichten über die Kriegslage, »ah der große Schlag, de» die Deutiche» sich anschickcn, gegen die sra» pösischc Linie zwischen Rieuport und Vpcr» z» wiederholen, Gegenstand einer planmäßige» Boibcreitung bilde, aus der man das „wissenschaftliche Bcrjahr-n der Deutschen er,cm,;» könne. Aus allen Punttc» der Käste seien schwere Artillerie- Posten ausgestellt, »IN sich gegen die Angrissc der Kriegsschiffe (zu verteidigen. Aus den Aserusein habe der Feind seine Stet- lungen vorzüglich bcscstigt und sich dadurch wichtige Etiiypnnlte geschaffen unter deren Schutz neue wuchtige, mit großen Massen ausgesiihrte Jnsanterieangrisse erjolge» sollten, denen die schwere Ausgabe zufiele die iranzösischen Linien zu durchbrea,. ». Endlich sei es auch nicht unmöglich, datz in seinem Krastbewutz! sein Deutschland gleichzeitig einen Schlag aus der Nordsee und >nr Kanal versuche. Die Kämpfe «in Bclfort. 2» französische» Blättern, die in Genf cingctrosscii sind, wird aus B c l s 0 r t berichtet, datz die dortige Besatzung während der letzte» Wochen eine Anzahl Aussalloersuche nach dem Elsaß »nlernommen hat. Achtmal wurde der Versuch gemacht, die Ojfcnsioe zu ergreifen, doch jedesmal ist diese Absicht gescheeitert. Wie schweizerische Blätter »litzutcilen wissen, sind die Angriffe der Franzosen auf die deutschen Stellungen unter großen Verlusten sür die sianzös,scheu Truppen zurückgeschlagcn worden. Die Baseler „National-Zcitung" gibt die bisherige Verluste der Franzosen in den Kämpfen bei Bclfort mit annähernd 20 000 Toteii und Verwundeten aii. llodl riit rngiilchtt vninplrr von riitrm dkiillchkn llntrrlfrboot vkrnichttl. Außer dem englische» Dampfer „Malachite", der auf dkl Fahrt von La Havre nach Liverpool von einem deutsche» Unterseeboot zum Einten gebracht, und dessen Besatzung in Sou. thampton gelandet wurde, ist auch der englische Dampier „Pr I NI 0" durch ei» deutsches Unterseeboot bei Antifle in den Grund gebohrt worden Die Besatzung des Dampfers kounte gerettet werden und ist nach Fccamp gebracht worden. . Die dentfchcn Neferven. Ueber Zürich der „Kölnischen Zeitung" zugehende Depeschen melden: Der militärische Mitarbeiter des italienischen Blattes „Zlalia" beurteilt den deutsche» Bormarsch im Osten sehr günstig. Man mutze bewundernd fragen, woher Deutsch, land seine unclschöpsliche» Reserven nehme. Man müsse nicht nur an die Mannschaftsrescroen denken, sondern auch die ganz« Ausrüstung und Vorbereitung, die die Neuordnung eines Armeekorps verlange, verdiene Bewunderung. Deutschland Hatz»' seit Beginn des Krieges die Anzahl seiner Armeekorps verdrci» sacht. Khr. v. d. Golß nach der ssürkki. Wie mir aus zuverlässiger Quelle erfahren, ist der Gene» ralseldniarschall Freiherr von der G 0 l tz von seiner Stellung- als Gencratgouvcrneur von Belgien enthoben und für di» Dauer des mobile» Verhältnisses der Person des Sultans und dessen Hauptquartier zugetcilt worden. Zu seinem Nachfolger als Eencralgouvcrncur vo» Belgien ist der General del Kavallerie von B i s s i n g ernannt worden. Die bclqifchc Krieqskontribntion Der „Berliner Lokalanzciger" meldet aus Brüssel: Die Kriegsiontribution t-er Belgier ist ans 875 Millionen Franken scstgesetzt worden. Die Bank „Societe Generale" wird für 120 Millionen Noten emittieren und 875 Millionen hiervon von der deutschen Regierung übergeben. -- Zn Antwerpen wurde eine Filiale der Reichsbank eröffnet. (Hcfcchtc in Oftafrika. Der Kolonialstaatssekrctiir vcrössentlicht eine Mitteilung über einige kleine Gefechte in Lstasrika. Am 8. Oktober griff der Feind mit ungefähr 505 Eingeborene», 80 Europäern und sechs Maximgeschützen unsere Stellung bei Gazi an. Der Feind wurde zurückgeschlagcn. — Am 2. November kam es zu einem kleinen Gesecht oberhalb Meima am Teavo-Flusse. Ferner fand ein Scharmützel mit einer feindlichen Patrouille westlich von Navrmar am Natron-See statt. »tr. 281 Der österreichische Generalstab — meldet: W B. Wien, 28, Roo. (Nichtamtlich). Amtlich wird verlautbart: Der gestrige Tag verlies an unserer ganzen Front in Russisch-Polen und Westgalizien sehr ruhig. In den Karpathen wurden die auf Homonna vorgedrungenen Kräfte geschia- ge» und zurückgedrängt. Unsere Truppe» machten 15 0 0 E e - f a n g e n e. Der Stellvertreter dcs Chefs des Eeneralstabs: v. Hofer, Generalmajor. Wien, 28. Nov. (W. B. Nichtamtlich). Amtlich wird verlautbart: Die Lage ist unverändert. In Russisch-Polen verlies der gestrige Tag im allgemeinen ruhig: einzelne schwächliche Angriffe der Russen wurden abgewiesen. Die Kämpfe in den Karpathen dauern fort. Die Kämpfe in Serbien. Wien, 28. Nov. (W. B. Nichtamtlich). Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich verlautbart: Auch gestern wurde aus dem südlichen Kriegsschauplatz fast auf allen Fronten gekämpft. Mehrere wichtige verschanzte Positionen wurden hierbei erstürmt, vor allem die dominierende Stellung von S i l) a k. Insgesamt wurden etwa 9 0 0 Gefangene gemacht und drei Geschütze erbeutet. Tcr von dem serbischen Presseburea» verlauibartc „Sieg" über eine österreichisch-ungarische Kolonne bei Rogatiza verwandelte sich gestern in einen Einmarsch unserer Kolonne in Uzice. Mit dem erbeuteten Train wurde der 18 Jahre alte Enkel des Woimo- den Putnik gefangen: in Anbetracht seines jugendlichen Alters und seiner verwandtschaftlichen Beziehungen zum serbischen Heerführer wurde die Versagung getroffen, ihn mit Rücksicht »u behandeln. weitere Erfolge in Serbien. (W. B. Nichtamtlich). Vom sü,. gen KrieMschauplatz wird amtlich gemeldet: Der Gegner leistet in der jetzigen Eesechtssront verzweifelten Widerstand und versucht, durch heftige Gegenangriffe, die bis zur Bajonett- tämpsen gedeihen, unsere Vorrückung aujzuholtcn. — Die am östlichen Kalubara-User stehenden eigenen Truppen haben stellenweise wieder Raum gewonnen. Die über Valjewo und >üd- lich vorgerückten Kolonnen haben im allgemeinen die Höhe des Ljig-Flnffes und die Linie Suvobor, sowie das Etratzendreieck östlich llziel erreicht. Gestern wurden insgesamt zwei Regimentskommandanten, 18 Offiziere und 124.", Mann gefangen genommen. Vollständige Vertreibung der Serben aus Bosnie«. Stach den crsolgreichen Kämpfen bei Romanja-Planina haben an der iüdostlichen Grenze des Serajewoer Bezirks noch einig« serbi- iche Banden und auch eine größere Abteilung regulärer Truppen Stellung genommen, welche den bosnischen Flügel unserer Armee andauernd beunruhigten. Donnerstag wurden die Serben durch unsere bosnischen Regimenter angegriffen, ihre Stellungen erstürmt und der Feind verjagt. Die Serbe» haben große Verluste erlitten, es wurden 888 Gefangene gemacht. Durch die Vertreibung dieser Truppen ist der letzte Rest der Serben aus Bosnien geworfen. Verleihung des fcii'mint Kreiijes an kn WkiM LlWlS Sniiwlor. Wien, 25. Nov. Erzherzog Leopold Salvator, der vor einigen Tagen zu kurzem Aufenthalte vom Kriegsschauplatz in Wien eingetrojjen ist, empfing gestern von Kaiser Wilhelm folgende Depesche: Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit Erzherzog Leopold Salvator voii Oesterreich. Großes Hauptquartier, 24. November 1814. Eurer K. und K. Hoheit erfolgreiche Tätigkeit als Ec- ncralartillcrieinspektor und oberster Wasfenvorgcsetzter der in meiner Armee so ruhmreich am Kampfe beteiligten österreichisch-ungarischen Mörserbatterien veranlaßt mich zu der Bitte, daß Eure K. und K. Hoheit das Eiserne Kreuz 2. und 1. Klasse, deren Insignien Eurer K. und K. Hoheit zugehen werden, von mir annehnicn und tragen wollen. Wilhelm. Daraus antwortete Erzherzog Leopold Salvator mit sol- cndcr Depesche: Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser und Köiiig von Preußen, Großes Hanpiquarticr. Wien, 24. November. Für die allergnädigsten Worte der Anerkeiiiiung Meiner Tätigkeit sowie der der östcrrcichischeii Mörserbatterien, denen das Glück zuteil wurde, unter dem allerhöchsten Befehl Eurer glorreichen Majestät in den Reihen der ruhmvollen deutschen Armee kämpsen zu können, bitte ich Meinen ehrfurchtsvollen Dank huldvollft ciitgegenzunehmen. Diesem Danke schließe ich auch ehrerbicligst jenen für die allergnädigste Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. und 1. Klasse an. Mit großer Befricdigiing nehme Ich diese Ehrenzeichen entgegen und werde sie mit Sioltz tragen, Erzherzog Leopold Salvator. ijiildklibiilü und (tyismog IiuDriri?. Wien, 28. Rov. Aus dem Kriegspresiequarticr wird geneidet: Dem Armceobcrlomniaiidailtcii Erzherzog Friedrich st folgendes Telegramm zugcgangeii: „Euer K. und K. Ho- :e!t melde ich untertänigst, daß ich durch die Gnade Seiner Najestät d. Kaisers und Königs, meines allergiiüdigstcn Herrn, zum Gcneralfeldmarschall bejördert wordcii bi». Indem ich »einer Freude Ausdruck gebe, diesen höchsten militärischen Dienstgrad im Kamps- Schulter an Schulter mit dem verbün- ettn österreichisch-ungarischen Heere erworben z» haben, ver- arre ich in größter Ehrerbietung: Euer K. und K. untertü- igster v. Hindenburg." Aus dieses Telegramm und die weitere Melduiig, daß der öeneralstabschef Hindendiirgs, General 'o. Ludendorff, zum Ge «ealleutnant befördert worden ist, richtete Erzherzog Friedlich nachstehende Depesche an deii Generalseldmarschall v. Hin- tenburg: „Mit ausrichtigster Freude beglückwünsche ich Eure R«n« Tageszeitung, «»«tag, Un SO. November 1914 Exzellenz namens der mit Stolz auf den Steg der ruhmgekrönten Führer des mit ihr Schulter an Schulter kämpfenden Teiles der deutschen Wehrmacht blickenden österreichisch-ungarischen Arme« anläßlich Ihrer Beförderung zum Eeneralscldmar- fchall. Ich gcdcnke gleichzeitig mit den herzlichen Gefühlen Ihres für seine hervorragenden Verdienste in West und Ost von seinem Kriegsherrn ebenfalls beförderten und ausgezeichneten Chefs des Stabes. Die Führer und die Armeen der in seltener Eintracht kämpfenden Verbündeten sind sich eins in den Gefühlen der gegenseitigen Achtung und der festen Zuversicht: Der endgültige Sieg muß kommen! — E. d. I. Erzherzog Friedrich, K. und K. Armeeoberkommandant." ! Das türkische Hauptquartier fl meldet : = • W. B. Konstantinopel, 28. Nov. Das Hauptquartier teilt mit: Unsere Truppen im Tschoroktale warfen einen Aussallvcrsuch der Russen in der Gegend der Flußmündung zurück. Die Geschütze der Landbcsestigungcn von Batum nahmen an diesem Kampfe teil aber ohne jeden Erfolg. Unsere Truppen drangen in der Gegend von Atscherc^ 18 Kilometer südöstlich von Batum vor. — Die Russe» behaupten in ihren amtlichen Mitteilungen, daß unsere Truppen im Kaukasus besiegt und ans Erzerum zurüügcgangcn seien. Diese Nachricht ist voll- stäiidig salsch. Unsere Truppen sind bereits zur Offensive gegen den Feind übergcgangen, der keinerlei Bewegungen außerhalb seiner befestigten Stellung gemacht hat und im Gegenteil nach den Kämpsen im freie» Felde eine weitere Strecke von unseren siegreichen Truppen zurückgewichen ist. Schwere Beschädigung eines russische» Linienschiffes. K o n- ft a n t i n o p c l, 28. Nov. (W. B. Nichtamtlich). Das Blatt „Turan" erfährt, das russische Linienschiff „Swjatoi-Jcrstasf" sei bei dem letzten Seckampf i»i Schwarzen Meer s o schwer beschädigt worden, daß die Ausbesserung zwei bis drei Monate dauern werde. Die Zuversicht der Türkei. (W. B. Nichtamtlich). Der „Tanin" dementiert in formeller Weise die Friedensgeriichte. Kein Mensch denke an Frieden. Das Blatt führt an, feit dem Kriegsbeginn haben die erlauchten Verbündeten der Türkei gegen die achte Macht anzukämpfen, nämlich gegen die Lüge. England und Frankreich setzten, indem sie ihre Herrschaft über die Kabel ausnützten, unaufhörlich falsche Nachrichten in die Welt. Nur diesem Umstand ist es zuzuschrciben, daß die Fran- posen in Marokko bleiben können, falls es dort überhaupt noch Franzosen gibt, und daß die Inder sich noch nicht erhoben haben. Unsere Verbündeten und wir find von der gleichen Zuversicht an den großen endgültigen Erfolg erfüllt und antworten in unserer Art mit Siegen. Während unsere mächtigen und heroischen Verbündeten mit unerschütterlichem Vertrauen auf den Sieg kämpsen, Übernahmen wir eine wichtige, aber weniger drückende Ausgabe. Wir schwuren, mit unserer moralischen Kraft zu kämpfen, hinter der unsere materielle Macht zurückbleibt, bis das Ergebnis der vollständigen Erfüllung unserer nationalen Wünsche bringt. Keine Macht konnte uns in diesem Kamps aushalten. Herzliche Aufnahme v. d. Goltz Paschas in Konstantinopel. Das Konstantinopeler Blatt „Serwet-l-Finun" bringt eine Begrüßung v. d. Goltz Paschas mit einem Bild und ein Faksimile eines Briefes, den der Feldmarschall vor einiger Zeit geschrieben hat und worin es heißt: „Trotz allem hängt mein Herz noch innig an den Konstantinopeler Erinnerungen, und ich denke an die Türkei zurück wie an eine liebe Heimat." v. d. Goltz Pascha, so versichert das Blatt, wird hier die alte Liebe und Hochachtung wiederfinden, die diesem ausgezeichneten Menschen und Soldaten gebührt. Zekti Pascha Generoladjutani des Kaisers. General Zckki Pascha ist »ach Berlin abacreist, um sich im Aufträge des Sultans in das Große Hauptquartier zu begeben. Er ist der Person des Kaisers als Gcncraladjutant attachiert. Zekki war vor Ausbruch des Krieges Inspektor der zweiten syrischen Ar- niceinspektion in Damaskus und schon zur Zeit des Sultans Abdul Hamid wiederholt längere Zeit in Deutschland. Die Entsendung Zekkis wird als ein neuer Beweis für die Herzlichkeit der deutsch-türkischen Beziehungen angesehen. Die Wirkung des Heiligen Krieges. Nach aus Mekka ein- getroffenen Nachrichten soll der oberste Wächter der Koaba gleich nach Bckanntwcrden der Nachrichr von der Verkündigung des Heiligen Krieges das Heiligtum geöffnet haben, wo dann Gebete für den Sieg der türkischen Armeen verrichtet wurden. Wie ei» Bagdader Blatt erführt, ist der Dragoman dcs britischen Konsulats in Bagdad, ein Afghane namens Abdulla Arbaäs, freiwillig in die türkische Armee cingetreten. Er gab damit einen Beweis dafür, welch tiefer Eindruck durch die Verkündigung des Heilige» Krieges hervorgerufen worden ist. Die Somalis gegen England. Nachdem die Muselmanen des Somali-Landes Kunde erhalten haben, daß an der Grenze von Aegypten Muselmanen mit den Engländern im Kampfe stehen, ziehen mehrere tausend Somalier gegen Aegypten. Die Tpe-ruuz des Suezkanals. Ucber die Aussichten der Tür- len am Suezkaiial äußert sich ein Mitarbeiter der „Kölnischen Zeilung", der im Jahre 1882 als Kriegsberichterstatter der Besetzung des Suezkanals durch die englische Flotte beigewohnt hat, cs sei ein Leichtes, selbst für ein kleines Streitkorps, den Kanal für die Schiffahrt zu sperren. Einige Dynamitpatro- »cn und Fliegerbomben würden genüge», den lose» Sand drr hohen Scitendünen zum Rutschen zu bringen und dann brauche man nur mit einigen zum Scheitern gebrachten Schiffen nach zuhelfen. Die jetzige englische Truppcnmacht in Aegypten genüge nicht, »», die ganze Länge des Suezkanals zu decken. Außerdem fei mit der Erhebung der ägyptischen Fellache z» rechne». Eine antjeuglijqe Verschwörung in Aegypten. Die „Athener Zeitung „Embros" meldet aus Alexandria: Bei dem Leutnant der ägyptischen Polizei Mors wurden Eeheimpapicre Uiid eine große Menge Dynamit entdeckt, das zur Sprengung von Brücken, Kasernen, Eijenbahnftatione» und Schleusen bestimmt war. An der Spitze der Verschwörung steht der Bruder Seite 2 des Vizekönig» Machwed. Bis jetzt wurden 208 Notabel» verhaftet. \ Die Engländer aus Eyperu. Dem „Tanin" wird gemeldet, daß dieEngländer, die auf Cypern bald die Mohanimedaner bald die Griechen zu begünstigen pflegten, nunmehr die Griechen gegen die Mohammedanern aufhctzcn. In mehreren Orten sei cs bereits zu blutigen Kämpfen zwischen den Griechen und Mohammedanern gekommen. Auf der Insel sei ein Ans stand ausgrbrochen. Uom Änilmu. Griechenland bleibt neutral. Wie der „Voss. Zlg." aus Konstantinopel berichtet wird, glaubt man dort, daß Griechenland zu seiner Neutralität fest eutschlossen sei. Von Veniselos wird erwartet, daß er das Land nicht in gefährliche Abenteuer stürzen wird. Man glaubt daß er für eine gute Behandlung der Muhammedaner nsttcr gricchisclier Herrschaft Sorge tragen wird. Letzte russische Anstrengungen in Bulgarien. Aus Sc- fia wird dem „Berl. Tagcbl." gemeldet: Hier ist der neue inssische Gesandte für Serbien, Fürst Trnbctzkoi, eingc- troffcn. Er soll die Mission haben, Bulgarien mit Serbien zu versöhnen, nachdem Serbien einen großen Teil Makedoniens an Bulgarien abgetreten haben wird. Trnbctzkoi wird den Premierminister Nadoslawow, sowie die Führer aller Parteien besuchen. Auch der russische Gen.'-al Wladislawow wird in Sofia erwartet, der mit einer 6eio’i- deren Mission betraut sein soll und von Sofia nach Nisch gehen wird. Ans Frankreich. Frankreich—Rußland bettelt um japanische Hilfe. Genf, 28. Nov. Exminister Pichon konstaftcrt im „Petit Journal" mit hoher Befriedigung: Die Idee, japanische Truppen nach Rußland und Frankreich kommen zu kaff -n, breche sich Bahn. Die wärmsten Anhänger seien die Franzosen, weil sie den heroischen, edlen (l) Geist Japans schitz- tcn. Die Russen hätten den einstigen Groll gegen ihre Besieger vergessen und England bereite geheim alle Schritte vor, damit Nordamerika seine Einwilligung gebe. Bisher regen sich gerade in Amerika viele Stimmen gegen Jap in, doch habe England genügende Garantien geboten. Pichon beglückwünscht die Ententemächte, weil sie einen - neuin tapferen Kämpfer in der europäischen Arena einfllhrsn. Auch die Russen schauen lehnsuchtsvoll nach den Gelben. Die „Rußkoje Slowo" schreibt: Angesichts der immer noch stationären Lage auf dem westlichen Kriegsschauplatz und angesichts des Eingreifen» der Tiirkei in den europäischen Krieg und der Unruhe» in Persien, ist die Regierung der Frage der Entsendung einer japanischen Armee nach dem östlichen Kriegsschauplatz näher getreten. Es finden augenblicklich diplomatische Vrrhand- lnngcn zwischen Petersburg »nd Tokio darüber statt. Die französische Kriegsnot treibt sonderbare „Geistes"- blüten. Daß Rußland die japanischen Hiebe so leicht verschmerzt hat, überrascht den Kenner der russischen Volksseele durchaus nicht. Auf jeden Fall ein edles Paar, das lim den amerikanischen Segen bettelt. Iie 5>mirtfilnnj i>n deutschen Militärärzte. Der Verband der Aerzte Deiitschlands erläßt folgende Erklärung: „Der ruchlose Feldzug, de» unsere Feinde mit Lüge und Verleumdung gegen Deutschlands Ehre und Ansehen führen, hat ei» neues, fast unglaubliches Opfer gefordert. Pariser Richter haben sich bereit finden kaffen, gefangene deutsche Aerzte wegen „Gewalttätigkeiten gegen Einwohner und Nachlässigkeit bei der Behandlung von Verwundeten" zu ein und zwei Jahren Gefängnis zu verurteilen. Wem treibt diese Nachricht nicht die helle Glut der Empörung in das Gesicht, Deutsche Aerzte sollen geplündert und sich gewalttätig an friedlichen Bürgern vergriffen, deutsche Aerzte sollen durch ihr Berhalten Kranken gegenüber eine derartige Strafe uerwirkt haben! Jedes Wprt der Rechtfertigung aus diese ungeheuerliche Lüge würden wir für eine Herab sctzung unseres Standes halten: cs drängt uns, nur der allgemeine» Entrüstung und der Zuversicht Ausdruck zu geben, daß Deutschland diesen Faustschlag nicht ruhig hinnehmen, sondern so erwidern wird, wie es von jeher deutsche Art gewesen ist." Die Vorsitzenden des Deutschen Aertzeverbandes Dr. med. H. Dippe. Dr. med. Hartmann. Ucber die Begründung des unerhörten Urtcilsspruches gehen verschiedene Mitteilungen durch die Presse. Aus ihnen geht hervor, daß der Oberstabsarzt des deutschen Feldlazaretts pu dem die Verurteilten gehören, aus einem vcrlaffenen Schloß Wein requiriert hat, da die Vorräte im Lazarett zu Ende gingen, und Wein »m so notwendiger war, als die übrigen Verpslcgungsmittcl aus naheliegende» Gründen unzulänglich waren. Nach einer Meldung soll auch eine Milchkuh für diesen Zweck requiriert worden sei». Als das Lazarett den Franzose» in die Hönde siel, sollen Belege für die Bezahlung des Weins nicht ausfindig gewesen sei», und daraus soll das stanzösisckie Gericht die Behauptung begründet haben, daß nicht rechtmäßige Requisitton, sondern „Plünderung" Vorgelege» habe! Das Borgehen gegen die Angeklagten war aber um so unerhörter, als der leitende Oberstabsarzt der Gefangennahme entgang-n war und doch, vorausgesetzt, daß eine Unregelmäßigkeit oder Versäumnis vorlag, er allein als der anordnende Vorgesetztr dafür hätte haftbar gemacht werde» können. Daß di« requirierten Sachen auch de» sranzösischen Verwundeten, die von de» gefangen genommenen Aerzten auch in größerer Zahl versorgt wurde», in gleicher Weise zugute gekommen sind wie den th. m etiJt 3. deutschen, stellt die ganze Unfinnigteit der Anklage und de» Urteil» noch in ein schärferes Licht. 15s ist von diesem ftanzösisihen Kriegsgericht nicht Recht gesprochen, sondern ein unerhörter Gewaltakt begangen worden, der eine Schande für die ganze franzöfilche Rechtsprechung ist. Wir können nur die Erwartung wiederholen, datz von deutscher Seite in schärfster Weise gegen diesen schnöden Rechtsbruch vorgegangen werde. Die neu« Feldunisorm der Franzose». Die „Times" melden aus Calais vom 22. November: Durch Calais niar- schierlen französische Truppen, die mit einer neuen Felduni- forn, ausgerüstet waren. Die »euc Uniform hat eine Helle blaugraue Farbe, die in der grauen Winterlandschaft schwer sichtbar sein soll, sich jedoch so sehr von der deutschen Feldunisorm unterscheidet, datz Verwechselungen ausgeschlossen seien. Kappe, Rock und Hose besitzen die gleiche Farbe. Um die französischen Patrioten mit dem Verschwinden der historischen roten Hosen zu versöhnen, sind in das Blau rote Fäden eingewebt. Einige ältere Truppen, die neu ausgerüstet werden mutzten, sind mit dieser Unisorm augscstattct. Zunahme des Alloholverbrauchs in Frankreich. Der Temps erörtert in seiner Dienstagsnummer die erschreckende Zunahine des Alloholvcrl»auches, besonders des Absynthgenusses. Die Verbote seien, vor allem in der Normandie, in der Bretagne und im Pariser Becken, gänzlich erfolglos geblieben. Der Verlaus von Absynth in Flaschen blühe nach wie vor. Die Stra- tzcn seien voll Betrunkener, darunter befänden sich beurlaubte und verwundete Soldaten. Auch der Landsturm, der die Brüllen zu bewachen habe, sei den Bestechungen der Wirte zugänglich. Der „Tcmps" sordert Abhilfe, weil sonst die Sicherheit des Landes gcsährdet sei. Ans Hnßland. Was der russische Gcnrrnlslnb erklärt. Petersburg, 29. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telcgraphen-Agentur: Die oerschiedeiicu Gerüchte, die über den Umfang des russischen Sieges zwischen Weichsel und Warthe umlaufen, erklärt der russische Generalstab dauiit, daß diese Gerüchte zum Teil von Privatkorrcspon- denzen genährt sind, die einigen Zeitungen von dem Kriegs- schauplatz zugingen. Der Grotze Generalstab warnt vor den Gerüchten, die durch die Tatsachen nicht begründet sind lind mit Vorbehalt ausgenommen werden müssen. Wie zu Ansang des Krieges weist der Generalstab auf die Notwendigkeit hin, alle Nachrichten, die nicht aus amtlicher Quelle stammen, mit Vorbehalt auszunehmen. Zweifellos ist der deutsche Plan, die rnllische Front auf dem linken Weichlel- ufer zu umspannen und einen Teil d—, russischen Armee cinzukreiscn, vollständig gescheitert. Es geht aus den Mitteilungen des Generalstabs und des Generalissimus hervor, datz die Deutschen gezwungen sind, sich von Azgow und Tuszin über Brzcziny auf Strykow unter für sie äuherst ungünstigen Bedingungen zurückzuziehen. Bei dem Rückzüge erlitten die Deutschen ungeheure Verluste, indessen sind die Kämpfe noch nicht vollendet. Die Schlacht entwickelt sich an der ganzen Front sehr günstig für uns, aber der Feind setzt hartnäckig seinen Widerstand fort. Es ist unmöglich. den Kmnpf als beendet zu betrachten. Es ist nötig, das endgültige Ergebnis abzuwarten, mit der festen Zuversicht, daß die russischen Truppen von dem Bcwuhtsein der Notwendigkeit durchdriingen sind, ihre heldenhaften Anstrengungen zu Ende zu iühren, uni den Widerstand des Feindes endgültig zu brechen. (Annierkung des Wolsfschen Telegraphen-BurcauS: Der löbliche Versuch des russischen GcneralstabS, die Wahrheit zu sagen, hält, wie der zweite Teil der amtlichen Auslassung beweist, nicht eben lange vor. Aber es ist immer- hin bezeichnend, das; man es sogar in Ruhland für notwendig hält, von der englischen Lllgenberichterstattung abzu- rücken und die unausbleibliche Enttäuschung nicht all»> protz werden zu lassen.) Die neuen russischen Verluste. Berlin, 29. Nov. Der Kriegsberichterstatter der „Sera" meldet, der „Post" zufolge, datz die Verluste der Russen in den letzten, seit Ende voriger Woche andauernden Kämpfe in Polen nahezu 129.000 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen betragen. Die sinnländischen Regimenter haben fast die Hälfte ihres gesamten Bestandes eingebntzt. Es sei, so erklärt der Bcrichtcrstaticr, zwecklos, zu leugnen, daß 66,000 Mann Unverwundete dem Feinde in die Hände gefallen seien. Ans England. Englisches Mitgesühl für Serbien. London, 28. Hioobr. Der Korrespondent der „Times" berichtet aus Kragujewaijch. Zn der Gegend von Lazarewatsch wurde eine schwere Schlacht zcliesert, in der nach oberflächlicher Schätzung mehr als eine halbe Million Soldaten kämpften. Die Oefterreicher machen den Versuch, den Operationen aus diesem Teil des Kriegsschau Platze» ein Ende zu bereiten: sie haben nicht weniger als iünf Armeclorps dort an der Front stehen. Dotz alle diese Mannschaften aus anderen Kampsschauplätzen entbehrt werden töv- re», ist nicht allein überaschcnd, sondern es legt zu gleicher Zeit ein bedeutendes Zeugnis für die Dienste ab, die Serbien der gemeinschaftlichen Sache erweist, und gibt einen Begriss von dem Umsange der Anstrengungen, die Oesterreich noch leisten lanu. um die österreichisch-deutschen Streitkräste gegenüber den Bundesgenosten zu vermehren, wenn Serbien unglücklicherweise durch die Uebcrmacht und die Zahl der Kanonen über- wältigt werde» sollte. Die Furcht in England. Mailand, 28. Noo. Nach hierher gelangten Meldungen werden in zahlreichen Orten der englischen Osttüste Vorbereitungen für einen eventuellen deutschen Angrisj getrosten und Wachen ausgestellt. Die Bürgermeister machen bekannt, dotz beim Herannahen einer Gesahr die Mene X«gM)cit«R|. „«„tag. kl 3«. Rovember 111« Bürger alarmiert und mit Angaben über die Möglichkeit der Flucht versehen werden. pmiMt Land'iigsabg. Ernst fmitr Mllrn. Oberförster Ernst Meyer aus Tawelluingke», Hauptm. d. R. im Gardeiäger-Bataillon, Ritter des Eisernen Kreuzes 2. und 1. Klage, ist im Felde gefallen. Der Eefallenc vertrat seit 1818 den Kreis Tilsit-Niederung im Preutzischen Abgeordnetenhaus als Mitglied der Konservativen Partei. Sein Andenken wird allezeit in hohen Ehren gehalten werden. Vrstramg für ichöhrmiche Ruft nnD Zrichrn. In Zaber» wurde, wie die Stratzburger Post" mitteilt, die 7t Jahre alte ledige Rentnerin Marie Eatzer wegen Aus- kwtzens aufrührerischer Ruse und össentlichcr Ausstellung eines auftüherischen Zeichens zu drei Monaten Eeiängnis, 100 3,’ff. Geldstrafe und Tragung sämtlicher Kosten verurteilt. Die Angeklagte hatte am IS. August die einrllckenden Franzosen mit dem Ruse „Vivent les ftancais" begrüßt und eine ftanzösische Fahne ausgehängt. Sie gibt an, daß sie den Franzosen habe einen guten Empfang bereiten und dadurch ihr Haus schützen wollen. Im übrige» habe sie ihre Sympathie für Frankreich nie verhehlt, zumal sie auch verschiedene Verwundete als Offiziere in der sranzösischcn Armee habe. Tic ßtnii(frs(|rtii|t der KkldPstbne't km liit jn 10 v. S. übtkschritikil ttirrlifn. Berli n, 28. Nov. Wie wir hören, soll bei portopflichtigen Fetdpostbriesen fortan über die Ucberschrcitung der vorgeschriebenen Gewichtsgrenze bis zu 10 Prozent des Höchstgewichts hinmeggcsehe» werden, so datz kllnstig, solange das Meistgewicht 200 Gramm beträgt, ein Uebergewicht von 28 Gr. und bei Zulassung von 000-Gramm-Fetdpostbricsen ein Ueder- gewicht von 00 Gramm gestattet ist. Briese im Gewicht von 00 Gramm bis zu 270 Gramm kosten während der Zeit, wo auch OOO-Eramm-Briese zugeiassen sind 10 Psg. Zchickl lluui, Steinl,iim. £opar (auf deutsch: Umbrach u. j. io. in die Front! So sehr die Bestrebungen anznerkennen sind, die den Genutz des Alkohols im Uebermatz bekämpfen, so angebracht ist es gerade jetzt in Winterszeit unseren bei strenger Kälte bei Wind »nd Wetter im Schützengraben stehenden Truppen, eine kleine Gabe Branntweins znkommen zu lassen. Sie sind nicht immer in der Lage, sich Kaffee, Tee oder dergleichen zu bereiten und da tnt ein Schluck gebrannten Wassers gut. Unsere Soldaten sind dankbar dafür. ES gibt Packungen, die es ermögliche.» kleinere Senonngen ins Feld z» schicken. Zwei Kameraden. Ich halt' einen Kameraden, Einen bessern sindst du nit! So fltngt's durch Flur und Mahden, Im Eturmlaus und lm Schritt. So tlingt’s von Holm und Hügeln, Von schroffer Felsenwand, So klingt'? aus Windesflügeln Zum Firn vom Meeresstiand. Es singen's die tollen Jungen, Es summt's der Greise Schar, Wird wo ein Schwert geschwungen, Rauscht's bergquellftisch und klar: Es braust von tausend Lippen An der Weichsel und am Rhein, Rainauf und querfeldein. Eine Kugel kommt geflogen: Gilt sie mir oder gilt sic Dir? Es stürzen wie Mecreswogen In der Feinde Marschland wir. Und kommen auch Kugeln wie Flocken Aus uns herab geschneit, Wir stürmen ohne Stocke» ^Apf den Feind in Gottes Geleit. Und unsre Banner wehen Schwarzgelb und schwarzwcitzrot, Wir halten und wir stehen Zusammen in grimmer Not: Wir stehen oder sterbe» Blutbrüder im Verein. Im heißen Siegcswcrbe» Soll noch gesungen sein. Ich halt' einen Kameraden Dies „halt" — das mag ich nit — Wenn wir im Blute baden, Klingt's sensenscharf beim Schnitt: Ich Hab' einen Kameraden, Ball Kraft und Herrlichkcii, Gesellt durch Gottes Gnaden Für alle Ewigkeit! Salzburg Richard v. Strele (im „Reuen Wiener Tagblatt"). - jfcüriäaP-xi Ans der Heimat. * Friedberg, 30. Nov- (Orisgrwerbeverein) Am Samstag, den 28. November sprach, wie angekündigi, Herr Reallehrer H. Kahl aus Darmstadt in einer Verjanimlung deS hiesigen Gewerbevereins über: „Die Bedeutung deS großen Weltkrieges für daS dentsche Volk." Wnnl-benswert wäre es gewesen, wenn dieser zeitgcmWe und sehr lehrreiche Vortrag besser besucht worden wäre. Redner verstand es meisterhaft die Ursachen deS großen Weltkrieges zu erläutern und die Einwirkung desselben auf die allgemeine Weltlage S» schildern. Für die vortrefflichen Ausführungen wurde dem Redner reicher Beifall gezollt. ' Jricdbcrg Fauerbach, 30. Nov. Der Krieger- und Militär-Verein hielt gestern Abend im Saale der „Loreley" bei Kamerad Iah. Bauer einen Vortrags-Abend ab. Als Redner hierzu wurde Herr Seminarlehrer Ko.b- Friedberg gewonnen. Ter Präsident des Vereins, Herr Loos, hieß die Erschienenen herzlich willkommen und pe- dachte in einleitende» Worten unserer tapseren Krieger im Felde, die Gut und Blut für unsere gerechte Sache opferten. Sein Hoch galt deni Vaterlonde, Sr. Majestät dem Kaiser vnd Sr. König!. Hoheit dem Grobherzog. Hierauf stimmte die Versammlung „Heil Dir im Sicgcrkranz" an, daS steh, end gesungen wurde. Herr Seminarlehrer Koch ergriff sodann das Wort zu seinem lehrreickzcn Vortrag: „lieber den Kampf Deutschlands und seine Wcllmachtstcllnng." Er führte an der Hand zahlreichen Materials den Nachweis, wie unsere größten Feinde England, Frankreich und Nuß- land ihre Einkreisungspolitik gegen Deutschland betrieb:» und aus welchen Gründen sie diesen frivolen Weltkrieg heiausbcschworen. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine interessanten Ausführungen. Der Vorsitzende stattete den Dank der Versammelten ab, worauf man bei Gesang vaterländischer Lieder noch geniüllich beisammen blieb. Zu begrüßen wäre cs, wenn dieser lehrreiche Vortrag der breiten Oeffcntlichkcit übergeben würde, oder in anderen Ver- sammlungen der Krieger- und Militärvereine wiederholt würde. * Franksurt a. M„ 28. Rov. Die beiden aus dem Kriegsgefangenenlager zu Hammclburg entsprungenen sranzösischcn Soldaten, der 28 Jahre alte Porzellanmaler Du Fartrc und der 22jährige Korporal Prieux haben die Schweiz zu Fuß erreicht und sind in Gens «»gelangt. Beide hatten sich von einer Waschfrau in Hammelburg Zivilkleidung verschalst. Ans dem Kreise Hana». * Hanau, 28. Noo. Die Gemeindcjagd im nahen Woher- les ersteigerte um cmen jährlichen Pachtpreis von 1080 Mark Herr Oberländer aus Ofsenbach a. M. Hessen-Nassau. * Wiesbaden, 28. Nov. Die hiesige Schlachthasverwal- tung weist daraus hin, datz »ach Paragraph 10 der Aussüh- rungsbestimmungen des Fleischbeschaugesctzcs das Fleisch von unreifen und nicht genügend entwickelten Kälbern als minderwertig zu erklären ist, in Zukunft bei der Beurteilung solcher Kälber mit größerer Strenge als bisher verfahren werden wird. * W. "*">»«». 28. Nov. Die hiesige Fleischerinnung hatte bet dem Magistrat oeunEegt, die Lehrlinge von dem Fortbff- dungsschulunterricht in Anbetracht der gegenwärtigen Lage bis zum 1. Januar 1910 zu befreien. Der Magistrat konnte deni Antrag gerundsätzlich nicht stattgeben. * Rettert, 28. Noo. Nach langem schweren Leiden verstarb hier das Mitglied des Kreisausschusice des Unterlahtt- kreifcs Lorenz Gemmcr, eine bekannte Persönlichkeit. * Aus Nassau, 28. Nov. Die starken Fröste in den Nächten vom 20.—23. November haben die Ackerschnecke, die in zahlreichen Gemarkungen an de» Wintersaaten vor allem be- Irächtlichen Schaden angerichtet, völlig vernichtet. * Kästet, 28. Nov. Die städtischen Latcrnenwärter in Kassel Kornrumps, Fahlbusch, Hohmeyer und KIcinschmidt haben von ihrem Verdienst in den Kriegsmonaten zu 0 bis 10 Mk. zur Unterstützung von bcdüistigen Angehörigen im Felde ge sallencr Gaswcrksarbeiter gestistct. Starkenbiirg. * Darwstadt, 28. Noo Mit dem Eisernen Kreuze erster K laste wurden deloriert die Flügeladjutanten des Grotzherzogs von Hesien Major Freiherr v. Mastenbach und Rittmeister v. Schröder. — Dem tommandicrenden General des 1t. Arinee- torps General der Infanterie v. Pluskow ist das Fürstlich Waldeck'jche Verdienstkreuz erster Klast« mit Schwertern verliehen worden. * Pftmgjtadt, 30. Nov. Hier wurde in einer der letzten Nächte ein dreister Einbruch verübt. Der Einbrecher, eine etwa 10 Jahre alte Persönlichkeit in schäbigem Anzuge, drang aus dem Nebenzimmer des Hotel Strauß in das Wohnzimmer, öffnete mit Gewalt den dort stehenden Schrank, den er durch- wühlte. Er jand dabei etwa 00 Mark in Silbergeld, das er mitnahm. Einen weiteren wesentlich höheren Betrag lietz er liegen, oder hat er ihn nicht entdeckt, anscheinend wurde er gestört, che er zu Ende war und jlüchtcte durch das Fenster in den Rachbarhoj der Brauerei Hildcnbarnd. Dort wurde er durch das Personal entdcckt und sestgenommen und nach einer gehörigen Tracht wohioerdicnter Prügel in das Wachtlokal gesperrt. Andern Tages war aber der Vogel ausgeslogen. Er ist durch das Fenster nach Beseitigung des jedensalls nicht sehr starken Gitters entflohen und gelang es bisher nicht, den Burschen wieder sestzunehmen. Aus Rheinhestro. * Mainz, 28. Nov. El» geriebener Gauner hat in den letzten Tagen eine Anzahl Geschäftsleute in der Umgegend gehörig hereingelegt. Der Schwindler gab sich als Inhaber der bekannten Tabak- und Zigarreniabrik Johann Daniel Haas in Dillenburg aus und zog Rechnungsbeträge ei». Franksurter Wetterbericht. Boransjag«: Bedeckt, zeitweise Niederschläge, südwestliche Winde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschel, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neue» Tageszeitung" «. G., Friedberg i. H. 5ft. 281 3lcuc infl«s,)tUuHR. an'ontag, seit JO. -iovemoer 1814 &B» i WirOWichrr Mationsdnicht Anfang November 1914. ^Zusammenstellung »ach Berichten der Tages- », Fachpresse) initgetcilt von der Landgräsl. Hessische» couc. Landesbank, Filiale Fricdberg. Ans den, fast fortwährenden Sinken der Zahl der Arbeitssuchenden und der stetigen Zunahme der offenen Siel- len läßt sich schließen, daß auf dem Arbeitsmarkt eine all- gemeine Besserung eingetreten ist. Bei 386 berichtenden Firmen waren im September 324,100 Arbeiter beschäftigt gegen 427,700 in, Vorjahr, d. i. eine Abnahme von 24%; die entsprechende Ziffer in, August betrug 26,6% (Rcichs- arbeitsblatt.) Die Zahl der Konkurse hat sich von 476 im September auf 393 im Oktober erhöht, bleibt aber hinter der Vorjahrszisscr zurück. (Im Vorjahr stieg die Zahl von 680 auf 765.) (Franks. Ztg.) Landwirtschaft. Ilm einen, weiteren Steigen der sehr hohen Preise für Brotgetreide vorzubcugen und auch für nnvorhergcscne Fäl- lc vorbereitet zu sein, hat die Reichsregierung Höchstpreise für Brotgetreide festgesetzt und eine Reihe von Maßnahmen über ein schärferes Ausmahlen, Verbot der Versiittcrung und Zusatz von Kartoffelmehl erlassen, sodaß selbst im ungünstigen Falle Deutschland imstande wäre, auch bei langer Kriegsdauer seinen Lcbensmittelbedars selbst zu decken. Der Verlust an Brotgetreide reicht bis über die neue Ernte aus, sodaß Deutschland in das nächste Erntejahr sogar mit gewissen Getrcidereserven eintreten kann. (Nordd. Allg.) Tie Zuckerproduktion ist durch Gesetz kontingentiert worden, doch wird dadurch eine Einschränkung der Fabrikation zunächst nicht herboigeführt. Die Ausfuhr muß von Fall zu Fall genehmigt werden und wird nach den neutralen Ländern nur in den, früher stattgehabten Umfang erfolgen. Durch diese Maßnahmen soll die Rübenernte für deutsche Zwecke erhalte» bleiben und außerdem verhindert werden, daß England auf Umwegen deutschen Zucker bezieht und dadurch seinen Zuckerniangel und die stark gestiegenen Zuckcrprcise beseitigt. (Bcrl. Tagcbl. u. a. in.) Kohle- Die Gcwiunergebnisse der Kohlengewerkschaften im 3. Quartal bleiben erheblich hinter denjenigen des Vorjahres zurück, sodaß größtenteils eine Ausbeute nicht zur Ausschüttung komnit. (Bcrl. Tagebl. Voss. Ztg. u. a.) Die Nachfrage nach Brennstoffen ist nach wie vor lebhaft. Ter Versand in, Ruhrkohlengebiet betrug Ende Oktober täglich etwa 24,000 Waggons gegen 21—22000 im September. (Franks. Ztg.) Beim Kohlensyndikat betrug in, September arbeitstäglich die Förderung 211,903 T. (177,816 T. im Vormonat und 329,273 im Vorjahr) und der rechnungsmäßige Absatz 138,306 T. (97,921 T. im Vormonat und 264,867 T. in, Vorjahr). (Rhein. Wests. Kohlensyndikat.) Eisen. Am Efsrnmartt ist die Lage im großen ganzen verändert Der Absatz beim Roheisenverband hat sich im Ok- tcb-r wieder etwas ermäßigt, da die Verbraucher im September durch Abnahme der restlichen Ouartalsmengen größere Lager angcsammclt haben; der Oltobervcrsand betrug 4g Proz. vcr Beteiligung gegen 4g,7 Prozent im September. (Berliner Börscn-Zeitung, Börscn-Kouricr). In Halbzeug stellte sich der Jnlandsabsatz im Oktober aus etwa ein Drittel der Beteiligung, doch hat die Aushebung des Ausfuhrverbots einen günstigen Einfluß aus das Halbzeuggeschäft ausgeübt (Berl. Lokal- anzeiger), in Stabciscn wird nur das Notwendigste gelaust; befriedigend bleibt dagegen das Geschäft im Eisenbahnmaterial. (Berliner Lokal-Anz., Kölner Ztg.) Die Wcißblvchsadri- lation hat durch die Arbeitercinbcrusungcn eine Einschränkung von etwa 25 Prozent erfahren, doch ist infolge des Ausfalls der englischen Einfuhr die Nachsrage eine sehr große und übersteigt die Lcistungssähigkeit der deutschen Werkzeuge. sBreslauer Zeitung). Maschinen und Werkzeuge. Die Lage der Kleincisenindu- ftrie hat sich im Oktober etwas gcbcsiert und das Vertrauen kehrt allmählich wieder, doch leiden z. B. die für den Baumarkt arbeitenden Zweige nach wie vor unter schlechter Ve- slhästigung, die sür den Militärbcdars tätigen Fabriken sind dagegen flott beschästigt und erzielen lohnende Preise. (Leipz. Tagebl.) In der Maschinenindustric ist nach anfänglichem Stillstand eine Belebung eingetreten, wenn auch Umsatz und Preise noch zu wünschen übrig lasten. (Voss. Ztg.) Die Lage der Automobilindustrie hat sich nicht so gut gestaltet wie man crwaitete und wird nur als desriedigend bezeichnet. (Wirtsch. Korresp.). Schissbau. Die Kricgsschisswelstcii sind zu auskömmlichen Preisen sehr gut beschäftigt; auch im Handelsschisfbau hosit das Echissbaugewerbe durch die mastenhaftc Vernichtung von Handelsschiiscil nach Friedcnsschluß zu einer sinanzicllen Konsolidierung zu tommcn. (Franks. Ztg.) Texiil-Industrie. In vielen Zweigen der Textilindustrie ist die Beschäftigung weiter eine überaus starke, so sind z. B. die thüringische Wirkwaren-Jndustrie und die Eladbacher Textil Industrie äußerst lebhaft beschäftigt und mit Aufträgen aus Monate hinaus versehen (Bert. Tageblatt, Bcrl. Börsen-Ztg., siölner Bolkszeitung). Leder. Die Leder-Industrie ist sür Heereszwecke nach wie vor sehr lebhaft beschästigt, inzwischen ist auch auf allen andere» Gebieten eine ganz erhebliche Besterung eingetrcten. Die Aussichten werden als durchaus günstig bezeichnet, nur in Sport- und Luxusartikel» liegt der Geschäftsgang noch darnieder. (Berliner Tageblatt). Aus den Ledervorräten und den inländischen Schlachtungen steht genügendes Rohmaterial zur Verfügung, uin den Hecrcsbedarf vollauf zu befriedigen und darüber hinaus auch den Bedarf der Zivilbevölkerung zu decken. Pciroleu»,. Die deutschen Pelroleumvorrate weiden bei vorsichtiger Disposition noch lange zur Deckung des einheimischen Konsums ausrcichen. W. Merkblatt sür di« Hinterbliebenen der gesaltcne» oder an Wunde» und sonstigeu Kriegsdienftbeschädigungen gestorbenen Teilnehmer om Kriege 1814. A. E n a d e n g e b ü h r n i s j c. 1. Hintecliißt ein gefallener usw. Kriegsteilnehmer eine W:lwc ober legitimierte Abkömmling«, so werden für einen gewisse» Zeitraum nach dem Tode des Kriegsteilnehmers Gna- dcngebührnistc gewährt. 2. Gnadengebührnisie können auch gewährt werde», wenn der Verstorbene Verwandte der aufsteigenden Linie, Geschwister, Geschwisterkinder oder Pslegelindcr, deren Ernährer er ganz oder überwiegend gewesen ist, in Bedürftigkeit hint-rlätzt, oder wenn und soweit der Nachlaß nicht ausreicht, n,n die Kosten der letzten Krankheit und der Beerdigung zu decken. 3. Der Antrag aus Zahlung der Enadengebühinisse ist entweder an diejenige stellvertretende Korpsintcndantur, zu oeren Ecschästsbereich der Truppenteil ustv. des Verstorbenen gehör» oder an das für den Wohn- oder Ausenthaltsort zuständige Bezirkslommando zu richten. Letzteres sorgt oann für die Weitergabe. An Belegstücken sind dem Antrag bci- zusügen; :,) eine Bescheinigung des Truppemeils usw. über oie Höhe des Gnadcngehalts oder der Enodcnlöhnung des Verstorbenen und über die Dancr der Empsangsbe-ech- tigllNg, b) eine militärdienstlich beglaubigte Bescheinigung über den Tod des Kriegsteilnehmers, <■) in den Fällen zu 2 außerdem eine amtliche Bescheinigung über den Verwandtschaftsgrad und das Verhältnis zum Verstorbenen. Können Bescheinigungen der zu a und l> erwähnten Art nicht gleich beigcbracht werden, so sind bestimmte Angabe» über den Dienstgrad, die Dienstleistung und den Truppenteil oder die Behörde des Verstorbenen erforderlich und als Ausweise über den Tod die in Händen der Antragsteller besindlichen Mitteilungen der Truppenteile usw, Auszüge aus Kriegsranglisten oder Kriegsstammrollen, Todesanzeigen und Nachrufe der Truppenteile und Behörden im Militär-Wochenblatt oder in sonstigen Zeitungen und Zeitschriften beizufllgen. Auch ein Hinweis auf die Nummer der amtlichen Verlustlisten würde genügen. Auf Antrag stellt das Zentral-Nachweise-Bureau des Kricgsministeriums in Berlin NW. 7, Dorothcenstr. 48, besondere Todesbcscheinigungen aus. 8. Vcrsorgungsgcbühriiisie. 4. Nach Ablauf der Enadenzeit erhalten die Witwe und die Kinder — letztere bis zu 18 Jahren, — Witwen- und Waisengeld, sowie Kriegswitwen- und Kriegswaisengeld. 5. Der Antrag auf Bewilligung der Versorgungsgebührnisie z» 4 ist an die Ortspolizcrbehörde des Wohnorts oder des anläßlich des Krieges gewählten Aufenthaltsorts zu richten. An Belegstücken sind beizufügen: t) die Ecburtsurlunden der Eheleute (tonnen Wegfällen, wenn die Geburtslage aus der Heiratsurkunde ersichtlich sind oder wen» nur Waisen- und Kriegswaisengeld beansprucht wird oder wenn die Ehe über g Jahre bestanden hat); 2) die Heiratsurkunde oder, wenn Waisen aus mehreren Ehen versorgungsberechtigt sind, die bctresfenden Heiratsurkunden (Eeburts- und Heiratsurkunden der vor dem 1. 4. 1887 verheirateten, bei der preußischen Mi- litiirwitwenkasse versicherten Offiziere und Beamten befinden sich in der Regel bei der Eeneraldirektion der preußischen Militär-Witwenpensionsanstalt in Berlin W 66, Leipziger Straße 5); 31 die standesamtliche Urkunde über das Ableben des Ehemanns und, falls die versorgungsberechtigien Kinder auch ihre leibliche Mutter verloren haben, noch die standesamtliche Urlunde über das Ableben der Ehesrau (für den Ehemann gegebenenfalls einen der oben zu 3 erwähnten Ausweise); 4) die standesamtliche Geburtsurkunde sür jedes vcisorg- ungsberechtigtc Kind unter 18 Jahren; 5) amtliche Bescheinigung darüber, daß a) die Ehe nicht rechtskräftig geschieden oder die eheliche Gemeinschaft nicht rechtskräftig ausgehoben war (kann wegfallen, wenn in der Stcrbcurkundc die Ehefrau des Verstorbenen mit ihrem Ruf-, Mannes- und Ee- burtsnamcn als dessen Witwe bezeichnet ist), b) die Mädchen im Alter von 16 Jahren und darüber nicht verheiratet (oder verheiratet gewesen) sind, c) keins der Kinder oder wer von ihnen in die Anstalten des Potsdamfchen Großen Milftärwaiscnhouscs ausgenommen ist; 6) gerichtliche Bestallung des Vormundes oder Pflegers; 7) Außerdem ist im Antrag anzugcbcn, al ob und wo der Verstorbene als Beamter im Reichs-, Staats- oder Kommunaldienste, bei den Versicherungsanstalten sür die Invalidenversicherung oder bei ständischen oder solchen Instituten angestellt war, die ganz oder zum Teil aus Mitteln des Reichs, Staates oder der Gemeinden unterhalten werden, b) der zukünftige Wohnsitz der Witwe. C- Kricgseltcrngeld. C. Den Verwandten der aussteigcndcn Linie (Vater und jeder Großvater, Mutter und jede Eroßmuttcr> kann sür die Dauer der Bedürftigkeit ein Kricgselterngeld gewährt werden, wenn der verstorbene Kriegsteilnehmer a> vor Eintritt in das Heer oder b) »ach seiner Entlassung aus diesem zur Zeit seines Todes oder bis zu seiner letzten Krankheit ihren Lebensunterhalt ganz oder überwiegend bestritten hat. Der Antrag ist cbcnsalls an die Ortspolizeiverwaltung des Wohnorts oder des anläßlich des Krieges gewählten vorübergehenden Aufenthaltsort zu richten. Ihm ist eine standesamtliche Sterbeurlundc über de» Gefallenen usw. falls eine solche noch nicht zu erlangen ist, ein Ausweis der zu 3 bezeichnet»» Art beizusiigen. Kelmimtrrrachrrng. Die in Fricdberg wohnhafte» INI Jahre 1885 geborenen Militärpflichtigen, lowie die Pflichtigen srühercr Jahrgänge, welche bis setzt eine endgiliige Entichewung noch nicku erhallen haben, werde» ausgefordcrt, sich in der Zeit vom l. bis einschließlich 10. Dezember !. Js. im hiesigen Stadthaus, Zimmer Nr. 10, II. Stock, zur Relruiieruugsstauuniolle cinzurnetden. Auswärts Geborene des Johrgangs 1895 haben hierbei eine standesamtliche Eeburtsurlnnde, die Leute aus früheren Jahrgängen lagegen ihic Militärpapiere (Losungsscheine, Musterungs- auswcis pp. vorzulegen. Friedderg. den 30. November 1914. Der Bürgermeister Stahl. Fleischverdingung sür die Garnison Fricdberg (Hessen), einschließlich der Reserve- Lazarette, für i. u vom 1. Januar bis 3t. Mär, l9l5 findet am Dezember . 9 Uhr vormiftags im Eeschäitszimmer der Garni'orverwaüu sg, Leonhardstr. Nr. 14, statt. Die Lieferungsbedingungen ve.-cch daielbst aus, können auch gegen Zahlung der Selbstlosten bezogen werden. Versiegelte Angebote mit der Austchrist ..Angebot aus Fleischlieserung" sind im Eeschäjtszimmei bei Earnisonvcrwaltung vor Beginn des Termins abzugebcn. _KmiilMvttlvlllliW frirbbft g j. K. Strohlieserung. Für den hiesigen Faselstall soll die Lieferung von 20 Ctr. Stroh vergeben werden. Angebote sind bis zum 7. Dezember ds. Zs-, Vormittags 11 Uhr bei mir einzureichen. Friedberg, den 30. November 1914. Der Bürgermeister _ Stahl. _ §§ MMitiilchlilg. §§ Die Vorräte trockener Prellsteine aus der Fürst!. Grube Weckesheim sind ausverkauft. Wir ersuchen unsere Kundschaft, sich im Bedarfsfälle an die Fürstl. Grube Wölfersheim wenden zu wollen. Friedberg, den 28. Nov. i914. _____ jätWidif K kl Mmaltung. Infolge der riesig gestiegenen Mehlpreise sind wir leider gezwungen, ab 1. Dezember die Dreingabe an Brödchen bis aus weiteres aufzuheben. Mithin kosten 7 Brödchen 21 Pfg., 10 Brödchen 30 Pfg. __ Sie Mer-JnilW Kn kNttll-Flliltrblllh. Meihnachtsbitte für die Verwundeten. Das diesjährige Weihnachtsfest soll auch unseren per- wundetcn Kameraden in den hiesigen Lazaretten einen Strahl dantbarcr Liebe für ihre großen Opfer draußen im Dienste des Vaterlandes bringen und ihnen in der Heimat eine kleine Freude besche-ren. Darum bitten wir alle Freunde derselben in Stadt und Land um Geschenke aller Art, besonders um praktische Gegenstände (Wollenes Unterzeug, Hosenträger, Geldtäschchen, Briespapier, Taschenlämp- chen, Zigarren, Tabak, Aepscl, Nüsse und dergl.) und Bücher oder um Geldspenden, die cs ermöglichen, den Weihnachtstisch für unsere Verwundeten zu decken und das Herz der vielen, die das schönste Fest der Liebe und Freude fern von ihren Lieben feiern müssen, ein wenig zu erfreuen. Gaben sür bestimmte Verwundete, die etwa dem Geber nahestehen, werden om besten verpackt und mit Namensangabe des zu Beschenkenden übersandt. Alle Gaben bitten wir an Frau Oberinspektor Koch in der Gewerbeschule spätestens bis zum 13. Dezember einzusendcn oder abzugeben. Prof. Werner. Stabsarzt Dr. Achert. Oberinsp. Koch. Cognac Rum 2 -Ziniilier-WnW mit abgcscht. Vorplatz und Zubehör an ruhige Leute p. 1. Dez. zu vermieten, Näheres Friebberg» Fauerbach. Klau ensir. 12._ Steinhäger Arac in Feldpostpakung nach Vorschrift Porto IO Pfg-. s Zum Verlaut, fertige M-Poli-Pakttlhen mit Cigarren, kaufen Sie am besten bei Carl Worrel, Rodheim v. b. Höhe. Laternen UCUlg uUiül Cl s uu Weingrosshandlung Frlodliera; i. II. Wiederverkäufer Rabatt. lturinsicher. felbstverserttgt, große Auswahl, Reparaturen billigst. Hch. Schmidt, Spengicrmkstlkr, Friedberq, Vorstadt z. Garten 13.