Uummrr 280 Samstag, den 28. November 11)14. 7. Jalirgang Ueue Tageszeitung ®'. c rtld)«int leben Werllag. Regelmäßig« Beilagen „Per Ka»rr an» Hellen", „vir Kpiiinllubr". Seingvprci«: Bei een Postanstalten vc-rieliäbitich Mt. 1,05 eei den Agenten manailich S0 P!p. H«n,u tritt Postgebühr oder Trägerlodn. An, eigen: Grundieile 2» i%, lokale 15 P,g, An,eigen von ausiväri» werden durch Po rnachnahme erhoben Effullungsort Frtedbeig. KchriNIritting u»d Verla, irredbrrg lHesirn). Honauerätaße IL , Fernsprecher 43. Postsäieck-Eont« Hr. 4859. 9lni ^ritnljurt a. VI. Keiük Urräiibrrnii«i in brr ürirtu-lngr. Ein englischer Dampfer im Kanal versenkt. — Weitere Fortschritte in Servien. — Greift Persien ein? i ------- ----- - Der deutsche Generalstab . ___ meldet: — . WTB. (Trostes Hcruptquartier, 27. Nov. vormittags. Amtlich. Eine Belästigung der flandrischen Linste durch englische Lchissc sand auch gestern nicht statt. Auf der Front des westlichen Kriegsschauplatzes sind keine wescntlicheu Veränderungen eingetreten. Nordwestlich Langemark wurde ejue Häuscrgruppe genommen und dabei winde eine Anzahl Gefangene gemacht. 2m Argonnenwalde machten unsere Angriffe weitere Fortschritte. Französische Angriffe in der Gegend Apremont und östlich Et. Mihiel wurden zu rückgeschlagen. Zm Osten haben gestern entscheidende Kämpfe nicht stattgcsunden. Oberste Heeresleitung. Unsere Liege im Osten. Der Tank des Kaisers. Berlin, 27. Nav. Der Kaiser sandte an den Generalobersten v. Hindenburg folgendes Telegramm: „Für den jrhon gestern und heute erreichten vielversprechenden Erfolg der von Ihnen geleiteten Operationen sende ich Ihnen in hoher Freude meinen kai- strlichen Dank. Auch Ihres Gencralstabschefs und Ihrer anderen Helfer im Stabe gedenke ich in höchster Ancrkenn- gnn. Ihrer braven, nie versagenden Truppen entbieten Sie ebenfalls meine Grüße und Dank für die unübcrtreff- lirhen Leistungen im Marsch und Gefecht. Meine best.» Wünsche begleiten Sie, für die kommenden Tage. Wilhelm l. K. Ans die Meldung v. Hindcnburgs von dem Siege der 9. Armee in den Kämpfen in Kujawien (Schlacht bei Knt- no) sandle der Kaiser dem Führer der 9. Armee, Exzellenz von Mackensen solgcndes Telegramm: „Als ich Sie an die Spitze der tapferen 9. Armee berief, war ich überzeugt, daß Sie das darin znn, Ausdruck gebrachte Vertrauen voll rcchtscrtigen würden. Ihre vortrefflichen Erfolge diej'r Tage haben mir hierfür den Beweis erbracht, und beglückwünsche ich Sic und Ihre braven Truppen z» diesen Ruhmestaten. Ihre unerschüttcrlicl>e Tapferkeit dem weit ük erlegenen Feinde gegenüber ist des höcl>ste» Lobes wert; sprechen Sie das den tapferen Truppen mit meinem kaiserlichen Gruß »nd den besten Wünschen für die Zukunft ins. Wilhclni I- Ii. Stimme der Presse. Berlin, 27. Nov, Im „Bcrl. Lok. Anz," heißt es zu den gestrigen Kämpfen in Russisch- Polen: In den Berichten über die großen Kämpse, die wir nach der Kriegsbeute, die General von Mackensen machte, nnt vollstem Recht als einen großen Sieg betrachten, zeigt (ich dessen Bescheidenheit und Offenheit. Denn nur ein Mann, der sich auch der noch ausstehenden Hauptentscheid, ung sicher fühlt, kann mit einer derartigen Ruhe darauf Hinweisen, daß er noch weitere Kimpfe mit anrückenden Verstärkungen zu bestehen haben wird, ehe der Tieg als endgültig zu betrachten ist. Im Norden Ostpreußens muß unsere Lage durch die Schläge bei Lodz und Lowicz beein- slußt werden. Die dortige russische Offensive war nur denkbar, solange sich ihr linker Flügel durch eine von War- lckzau ausgehende Offensive gedeckt fühlte. Mit deren Zn- samncenbluch war auch sic gescheitert. Wien, 26. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) In Würdi- >mig der Ereignisse auf dem östlichen Kriegsschauplatz kchieibt der militärische Mitarbeiter des „Neuen Wiener Tagblattes": Was die Oesfentlichkeit da erfährt, ist wohl bedeutungsvoller, als die sehr kurzen Meldungen auf den eilten Blick besagen. Es scheine» sämtliche russischen Angriffe auf Ostpreußen abgewiescn, die Gegenoffensive aus der Richtung Warschau gcschitcrt und alle gegnerisch:» Vorstöße östlich Czenstochau zusanuuengebrochen zu sein. Man nniß sich vor Augen halten, ans welchen ungeheuren Schvierigkeiten die Tapferkeit und die Ausdauer der deutschen und österreichischungarischcn Heere solch' großartigen Ersofgc heraus zu kristallisieren vermochte». Als sich die Verbündeten von dem Raume Fwangorod-Warschrn lr.'i- willig zurückzogcn, war eS die gesanite militärische jinift des ungeheuren Millionen-Heeres, die folgte, um endlich zum kriegsentschidcnden Schage nuSzuholen. Das Zarenreich wurde nicht darüber in Zweifel gelassen, daß ein iol- chr Sieg die letzte krampfhafteste Hoffnung an der Seine und der Themse lei. Trotzdeu, das Deutsch Reich ja mit dem Hauptteil seiner militärisch» Kraft gegen ganz Frankreich, Großbritannien, Belgien und ihre diversen exotischen Bnndcsbrüdcr im Westen kämpft und auch Oesterreich.Ungar» ansehnlich Kräfte zur Niederwerfung des hartnäckigen Gegners auf dein füdlichn Kriegsschauplatz gebnnd.'a hot, vermag der moskowitischc Koloß mit seiner konz'n- trierten Hauptmacht nickst durchzndringen. Noch ist die definitive Entschidnng in dieser vielleicht wicktigst •» Schlacht des Weltkrieges, nicht gefallen, noch muß tagelang mit ungeheurer Erbitterung gerungen werden, eines aber beweisen die jüngsten amtlichen Meldungen von neneni: Die moskowitischn Heere sind nur in der Defensive ein außerordentlich zäber Gegners im Angriff besitzen die zari- schn Arnieen doch nicht so lehr die ihrer Größe entsp'.'ch- ei.de Stoßkraft und nicht den rücksichtslosen Elan, den Oesterreich klngarns und des Deutschen Reiches tapfere Hccrc in so glänzender Weise beseelt. Die Kriegslage im Oste». Der militärische Mitarbeiter des Berner „Bund" spricht sich über die Lage aus dem östlichen Kriegsschauplätze folgendermaßen aus: Wenn es sich um eine Ichroächcre Armee handelte, könnte man sagen, daß die Ruhen auf drei Fronten umklammert, in der denkbar kritischsten Lage wären, besonders, da sich die Basis dieses Keils von der Unterlage Warschau—Zwangorod östlich der Weichsel losgelöst hat und rückwärtiger Verbindung entbehrt. Da die russischen Armeen aber — auch abgesehen von den bei Przemysl und an den Karpathen fechtende» Teile», abgesehen ferner von dem in Ostpreußen kämpjenden Heer — etwa 2 000 000 Streitet zählen, so wäre cs gewagt, zu behaupte», daß diele kompakte Masse sich IN kritischster Lage befindet. Das ist nur dann der Fall, wenn sic jeden Raum zur Entwicklung und operativer Bewegung verloren hat. So weit ist es aber noch nicht, und da di: Verbündeten die weitgespannte Front nicht mit überlegenen Kräften besetzen konnten, so wird sich die Prellung nicht überall in gleichem Muße sühlbar machen können. Die strategische Ueberlegenheit aber ist zweifellos aus seiten der Verbündeten, die dazu noch als Angreiser erscheinen und, auch wenn sie keinen Etsolg erzielen, mit dem Ergebnis zusricdcn sein können, das in der vollständigen Lähmung der russischen Ojscnsioe und starker Erschütterung bestände. Von dcr Front im Westen. Die Franzosen im Dunlel» über die Pläne der Deutsche». Dcr Pariser Korrespondent der Kopenhagencr „Rational-Ti- dcn»c" berichtet seinem Blatt: Die deutschen Pläne sind uns heute noch ebenso unklar wie gestern. Weber die Beschießung von P-'-rn rind §oiü^"s noch die von R-'ws. noch die oewal- lig.il Znfantrneangriffe in. Argonncrwald geben uns die geringste Aufklärung. W.ihrichcnilrch 'st es die Absicht des deutschen Generalstabs, eine» schwachen Punkt In unserer Front zu sinden. Doch hat es de» Anschein, als ob die Beschießung von Ppcin und Soissons intensioer ist als an irgend einer anderen Stelle dcr Front. Zn Flandern scheinen große Truppen- vcrschicbungen vorzugche». Tausende und Abertausende oun Soldaten, die von Thiclt kommen, marschieren in der Richtung aus Ppern und Dixmuide». und zwar nicht nur Jnjanteric, sondern auch Kavallerie und Artillerie. Die deutschen Pioniere machen sortgcsetzt topographische Untersuchungen in den überschwemmte» Gegenden längs des Pscrlanals bis hinaus nach Bixschoode und nördlich van Dixmuide». Die Deutschen haben aus dem Weg zwischen Brügge und Eourtrai und bei dem Dors Dcsnep Artilleriestellungen errichtet. Alles deutet daraus hin, daß dcr Feind die umsasscndsten Vorbereitungen ittisst gegen eine» eventuellen Vorstoß dcr Verbündete». Zn dcr Gegend um Soisions, von wo aus die Deutschen Paris näher sind als an irgend einer anderen Stelle der Front, werde es ihnen schwer sollen, große Hecresmasscn für den Marsch gegen Paris zu konzentrieren, denn dann müßten sie ihre Stellungen >m Norden entblößen, woraus sofort unsere Truppen die Osfensioc ergreisen würden, ihnen in den Rücken fallen und ihre Verbindungslinien abschneiden würden. Der surechtbare Angriff der Deutschen im Argonncrwald ist wohl ein Versuch, mit den deutsche» Truppen bei St. Mihiel Verbindung zu erlange» und gleichzeitig Verdun cinzukreiscn. Dixmuidcn s-st IM dcutschen Besitz. Berlin, 27. Roubr, 'Amtlich). Die Meldung der „Daily Mail", daß Dixmuiden r..: den Verbündete» zurllckcrobcrt sei, entbehrt jeder Grundlage, Dnmnidrn befindet sich nach wie vor i» deutschem Besitz. Emilifchcr Dampfer gefunken. Paris, 27, Roo. Da» „Echo de Paris" meldet au» L» Havre: Der cnglstchc Dampjcr „Malachite" <2000 Tonnen), wnrdc aus dcr Fahrt von Liverpool nach Le Havre, einige Aleilen nordwestlich Le Havlc, durch ein deutsche» Unterseeboot versenk«. Der Kapitän de» Unterscebootes gab der Mann- schas, de» „Malachite" zehn Minute« Zeit, von Bord zu gehen, und wenig ipäter sing dcr Dampscr Feuer. Da» Unterseeboot verschwand. Die Mannschaft der „Malachite" konnte sich »ach Le Havre retten. Ant riiir Hlinf gkratkn. Londo ii, 27. Nov. (SB. B. Nichtamtlich.) Tic „Ti- nies" meldet aus Rarmolith: Ein Fischerboot geriet gcjt.'ci« uns eine Mine und sank mit der Besatzung von neun Mann. Ist". Amsterdam. 27. Nov. lieber den Untergang des deutschen Unterseebootes „U 18" berichtet ein Man» der Besatz»«» des Torpedojägers „Gnrry", der die Verunglück- tcn an Bord nahm, folgendes: Eine? dcr PatroniUciisahr- .'enge, das aus dem Hasen heraussuhr, signalisierte plötz- licki, daß es auf ei» Unterseeboot gestoßen sei. lliiser Kam- Mandant ließ sofort Dampf ansetzen. Wir konnten das Unterseeboot in dcr Richtung des Ankerplatzes fahren sehen. Das Periskop ragte aus dem Wässer. Wir verfolgten d>is Unterseeboot und gaben ihm die volle Breitseite. Plötzlich sc Heu wir das Unterseeboot an die Oberfläche kommen. Als big Bemannung nach oben kam, sank das Unterseeboot plötzlich und die Besatzung wnrdc nuf dos Wasser geschl.-a- dert. Wir „ahmen sic an Bord und erfuhren von den Gerettete». daß einer ihrer Kameraden im unteren Raum des Unterscebootes die Klappen geöffnet habe, um das Boot dann zum Sinken zu bringen. So konnten wir uns des Brotes nicht bemächtigen. (Dieser Held, der in den Un- te> raum des Bootes flieg, um das Boot zum Sinken zu bringen, hat sich also grvpfrrt, um es nicht in die Hände des Feindes gelangen zu lassen.) Einer der Deutschen, der englisch spricht, hat erzählt, daß die Offiziere »nd die Besatzung des Unterseebootes nusgelost hätten, wer in den Unterraum gehen sollte, um das Boot zu vernichten, sobald die Sicherheit der anderen seststand. Das Los sei auf einen dcr Maschinisten gefallen. Der llntrrgang des „Öulniark“ A in ft erd a m, 27. Nov. Das „Nieuws van den Dag" meldet ans London: Als sich die Explosion dcr „Bulwark" c,eignete, war der größte Teil der Besatzung beim ersten Frühstück. Sofort nach dem Unglück setzten andere Schiffe im Hafen ihre Boote aus. Ein. kleiner Teil der Besatzung der „Bulwark" war während der Nacht an Land gewesen plosion statffand. Tie entgingen aus diese Weife dem Tode, wenngleich sic verwundet wurden. Die Kraft der Er- ptosson war so heftig, daß die Passagiere gndcrcr Schisse einige Meter in die Höhe geschlendert wurden und alles Glas auf diesen Schissen zertrümmert wurde. Tic wirkliche llrlachc der Erplosian ist imbekannt, doch glaubt man, daß dos Pulvermagazin explodiert sei. Die Gefechte in Ostafrika. London, 27. Roo. dien. Rottcrdamcr Großhandslshäufcr habe« vertrauliche Nachrichten erhalte», daß in Haidarabad llnrnhen unter der Bevölkerung ausgebrcchen sind, weshalb denn auch am g. November in Bombay englische Infanterie und Artillerie ans dem Mutterland« ausgefchifft worden. Außerdem gärt es weiter am Oberläufe des Indus im sogenannten Pandschab. wo etwa 14 Millionen Mohammedaner wohnen. Doch scheint es bisher zu blutigen Zusammenstößen nicht gekommen zu sein. Die aufrührerische» Elemente beschränken sich aus Zusammenrottungen in den Moscheen, wo dle Derwische trotz des Verbotes der Behörden de» heiligen Krieg predigen. Infolge der strengen englischen Zensur ist man selbst in London außerhalb der Regierungskrcise über die Vorgänge in Ostindien vollkommen unterrichtet. Der Bnrenanfstand. Weitere Ausdehnung des Aufstandes. Amsterdam, 27. Nov. Die Operationen der Engländer in Südafrika staben eine weitere Ausdehnung erfahren, trotzdem wieder einmal nach den letzten Meldungen der Aufstand so gut wie unterdrückt erschienen war. Nun sind die Engländer mit drei Panzcrzügen vorgegangcn. Der eine geriet nabe bei Rcitz in einer Terrainjchlucht in ein mörderisches Feuer. Auch ein anderer Panzcrzug erlitt ein ähnliches Schicksal. Die englischen Blätter sagen nur, daß ein Fcldkornett der Aufständischen getötet wurde. Don ihren eigenen Verlusten spreche» die Engländer nicht. Auch habe» die Ansständi- lchen Angriffe auf Hainerskraal gemacht und schließlich ^»übten 700 Mann zum Teil berittene Regierungstrupven bei Nandsontcin vor 300 Mann Aufständischen, die zum Kommando De Weis gehörten, den Rückzug antreteu. Di: triumphierende Meldung, daß Te Wels Kommando vollständig zcriprcngt sei, bewahrheitet sich also nicht und vorerst sieht cs nicht so aus, als würden die Engländer oder Botha des Ausstandes in der nächsten Zeit Herr, trotzdem, wieder die llebcrgabe einer Reibe von Männern gemeldet wird, wie des Pfarrers va» Brockhutzzcr. lii» Erfolg dr Buren. Berlin, 27. Nov. Die ..B. Z. am Mittag" meldet aus dem Haag: Nach einer Meldung aus Pretoria umringten am Samstag Nachmittag die aufständischen Buren den Polizeiposten von Hanmianskral. Bei Klipdrift kam es zwischen ihnen und englischen Truppen zu einem mehrstündigen erbitterten Kampf. Die englischen Truppen mußten sich unter bedeutenden Verlusten an Offizieren und Mannschaften zurückziehe». Die Aufständisch:» hatten ztoei Tote und fünf Verwundete. Ein nkütrales llrtfil iibrr bir kliglilch-bch- ilchkn Vkllriitzk. Basel, 26 . Nov. (W. B. Nichtamtlich) Unter der lleberschrift „Vor der Krisis" erklärt der „Baseler Anzeiger": England hatte, wie die Enthüllung der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" Nachweise, init Belgien eine Militärkonvention geschlossen. Die Belege hierfür sind so erdrückend, daß man dem deutschen Generalstab heute recht geben muß, wenn er behauptet, daß Belgien eine Konbrn- tion mit seinen Gegnern eingegangen sei. Ans Rußland. Der russische Landsturm. R o in, 27. Nob. Wie hierher gemeldet wird, berief Rußland acht Klassen vom Landsturm ersten Aufgebots ein, nämlich die Jahrgänge 1007 bis 1912. Russische Hilfe für Serbien? London, '27. Nov. Nach einer Meldung der „Times" ans Sofia ist das 10. russische Regiment auf 70 Barken mit Munition und Proviant auf der Donau iu der serbischen Stadt Nadujevaz bei Negotin nugekommen. Falls die Nachricht wahr ist. liegt e>ne arge Verletzung der rumänischen Neutralität vor. Ans Frankreich. Eine Schande füe Frankreich. Die „grandc Nation" ichcini den Befähigungsnachweis erbringen zu wollen, daß sie ihre Größe nur noch in Gemeinheiten und Schandtaten erblicken will. Nachdem in der vorige» Woche deutsche Aerztc und Sanitätssoldaten zu entehrenden Etrajcn vor den oidrntllchen Gerichten in Paris verurteilt worden sind, weil sie ihre Schul digkeit verwundeten Franzoien gegenüber nicht getan hatte», veruiteilte jetzt das Kriegsgericht zwei deutjchc Aerzte und »1 deutsche Krankenträger wegen Diebstahl zu Strafen von einem Monat bis drei Jahren n.,^„^nis, selbst Diakonissinnen öcjin- den sich bei den Venn* Der Diebstahl wird dann er- biicki, daß die Berurtel' -> f, .nzösijch« Eebrauchrgegenstände fici sich getragen hätten. Uu*ti ist es bei Freund und Feind allgemein üblich, im Felde, wenn es daran mangelt, das nächstbeste Material zu nehmen, wo cs sich findet. Diese Schandur- teile finden übrigens selbst in Frankreich Widerspruch. Das darf uns aber nickst genügen. Wir bcsttzen weit mehr Gefangenen als Franzosen. Wir wolle» in Niedertracht gewiß nicht mit unseren von einer nichtsnutzigen Regierung ausgehetzten Nachbarn wetteifern, aber ze geduldiger wir derartige Gemein- beiten hinnehmen. umso größere Gemeinheiten sind unsere deutschen Gefangene ausgesetzt. Darum sollte sür jeden deutschen Gefangenen, der verurteilt wird, mindestens die fünffache Zahl vckn Franzosen zu strenger Hast eingcsperrt werden. Denn auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Ans England. Aufrührerisches aus Irland. A m st e r d a m, 27. Nov. Die englischen Berichte aus Irland sprachen bis vor kurzem lediglich von Sympatbiekundgcbungen, von der scharcnwei- son Anmeldung der Irländer zuin Heere und von der Ergebenheit Rednwnds. 9?im der strengen Zensur ist es zu- zuschreiben, daß die Wahrheit nicht an den Tag kam. Wie die irische Stimmung ist davon zwei Beispiele: „Irish Frecdom" sagt: Zu Eurem höchst distinguierten Patron und Wohltäter England sagen wir: Kämpfe deine Kämpfe selbst aus! Wir wollen nichts von dem Ruhme deines aufgeblähten Jmperiunis haben! In der Schlacht von Fontenoy, wo wir euch geschlagen haben, baden wir Ruhm geerntet, als in tausend Schlachten, die wir für euch gewonnen haben. Uns geht die Verlegenheit, in der ihr euch befindet, nichts an. Es sei denn, daß wir hoffen, daß ihr geschlagen werdet. — „Irish Dolonteer" v-»i 7 . Nov.'naher schreibt: Auch die Blindesten unter uns wissen letzt. daß der Seeräuber England derselbe unbar-.-herzige Friedensstörer geblieben ist, der er ltkir, als er die dänische Flotte vor Kopenhagen vernichtete und Aegypten? Kampf um dis Konstitution durch die Beschießung Alerandriens unniöz- lich machte Wir sehe» klar, daß das Imperium seinem Wesen nach bleibt, was es immer war: eine unerträgliche Daohung für den Frieden und den Fortschritt in der Welt. Unsere einzige Sicherheit und einzige Hoffnung ans eine nationale Entwicklung und nationale Ehre liegt darin, daß wir das Band, das uns an den englischen Jinperialismns bindet, durchschnciden. Ter einzige Weg zu dem ruhmreichen und glücklichen Irland unserer Träume führt üb erden Zerfall des britischen Reiches. Mpgßlir'tst bis 000 Gramm. Berlin, 27. Nov. (Amtlich.) Vom 2. bis einschließlich 8. D'-öMber sind wieder Feldpostbriefe nach dem Feldheer in: Gewicht von 2.70 Gramm bis 700 Gramm zuge- lassen. Ans der Heimat. * Verwundete in Fricdbcrg. Gestern kam ein langer Sanitätszng hier an. der etwa 130 Verwundete nach Fried- berg und Bad-Nauheim brachte. Die Verwundeten, die hierher fauK-i?, wurden in die verschiedenen Militärlazarette gebracht, wo ihnen, tvie bekannt, die beste Nerpssegnng zuteil wird: sie kamen von den Schlachstseldcrn in Frankreich, z. T. befinden sich recht sclwere Verwundungen darunter. .Hoffen wir, daß ihnen Allen Heilung in Friedberg wrrdel * Friedbcrg. 28. Nov. Zu Ehren unserer siegreichen Helden und zu Gunsten für die notseidcndcn Familien der im Felde stehenden Krieger und das Rote Kreuz, findet im Hotel Trapp hicrsclbst, nächstens ein einmaliges Gastspiel, — Reuters Franzosenzeit — des erfolgreichsten Darstellers Reuter'lcher Gestalten Herrn Anton Melzer statt. W>r haben in diesen Tagen ein Land voll überwältigender Pstichttrcue. voll Eifer und Opfermut in allen Ständen li. Kreise». Jeder besinnt sich auf sich und seine Pflicht und dient dem Vaterlande mit bester Kraft. Auch die Kunst kann ihre nationale Aufgabe erfüllen, denn sie bot nicht Beilage zur „Neuen Tageszeitung". Nr. 280 | _ Samstag, den 2 S. |toocmbci* 1914 » I 7 > Zaljrgauy yfut Isnglnnd. Ts klopft und klopst ans Hollentor, FLus arme Seelen standen davor, Beelzebub schaute die Seelen an; „Wer seid Ihr, und was habt Ihr getan '" Die erste: „Ich lamme aus Delgicrland, Zwei Deutsche starben von meiner Hand Ich habe sie, hinter dem Busch versteckt. Mit meiner Pistol« niedergestreckt. Man griff mich aus am Waldessaum Und knüpste mich an den nächste» Bau», " Der Teuft! schmunzelt: „Geschah Dir recht! Geh ein in die Hölle, getreuer Knecht!" Die zweite: „Ich lampste um Frankreichs Ehr' Und lag aus dem Felde: mich dürstete sehr, La teilte den letzten Trapsen mit mir Ein verwundeter deutscher Ossizier, Ich trank, daraus führt er die Flasche zum Mund Da Lachte ich: „Versluchtcr Prcustcnhund!" Und stietz meine» Dolch mit letzter Krast Dem Mann in die Gurgel, bis a» den Schaft, Flugs hat sein Genast sich ausgereckt Und mich mit dem Kolben »iedcrgestrcckt" Der Teufel schmunzelt: „Geschah Dir recht! Geh ein in die Hölle, getreuer Knecht!" Die Dritte: „Ich kam aus Russenland Und hatte ein deutsches Gehöft verbrannt. Die fliehenden Eltern traf mein Hieb, Last nur die Tochter übrig blieb Doch als ich, müde der blutigen Tat, Mich ihr mit freundlicher Miene genaht, Da hatte die Katze mit Riesengcwalt Ihre Hand um meine Kehle gekrallt. Sie schnürte und schnürte mit solcher Mm' Dast ich aus Erden nicht wieder erwacht, Der Teufel schmunzelt: „Gejchah Dir recht' Geh ein in die Hölle, getreuer Knecht!" Da nahten die letzten, Hand in Hand: „Wir sind zwei Seelen aus Engcland, Ich war ein Krämer, ich ein Diplomat: Mit Ehren man uns begraben hat. Wir waren zeitlebens ein frommes Paar, Und krümmten keinem Menschen ei» Haar, Man wies uns am Himmelstore zurück, Das finden wir beide ein starkes Stück! Die drei armen Seelen, die eben pasfiert. Die haben wir beide Dir zugesührt. Doch geschah es nicht aus Lust an Qual, Uns galt vor allem stets die Moral, Blost für die sittliche Hebung der Welt, Blost für die sittliche Heung der Welt, Drum, lieber Freund, mach aus die Türen! Wir Helsen die böllenglut zu schüren," Da lachte der Teusel: „Aus Engelond! Euch Burschen Hab ich doch gleich erkannt. Ich seh's an Eeuern scheinheiligen Zügen: Ihr möchtet selbst noch den Teusel belügen. Wenn Millionen am Hungertuch nagen. Wenn rings aus der Erde die Mütter klagen, Wenn Europas Gesilde rauche» von Blut. Von Mord und Laster, von Hast und Wut, Stets legt Ihr die Minen, zündet sie an Und bleibt doch „der gute, der fromme Mann", Ihr würdet der Hölle um schnödes Geld Berkaujen die Seelen der ganze» Welt, „Pfui Teufel", war sonst als Fluch bekannt. Jetzt sollt es heisten: „Pfui Engeland!" Der Teufel, Ihr könnt in der Schrift es lesen. Ist wenigstens früher mal gut gewesen, Ihr kanntet nie de» göttlichen Funken, Ihr warft von Anbeginn Halunken, Drum leg ich ins Herz Euch den höllischen Bre 1 > So mögt Ihr Euch schleppen von Land zu Land Doch nimmermehr last ich Euch hier herein! Ihr seid für die Hölle mir zu gemein!" Tariegsandacht. Da heute die eigentliche Andacht „Aus meiner Dorfkirche" nicht erscheint, geben wir im nachstehenden eine weihe- und stimmungsvolle Kriegsandacht wieder, die ln einem Nachbar- crt gehalten wurde. Gedenkseirr in der Heiinatkirche für einen aus dem Feld« der Ehre gebliebene» Helden. Ossenbarung Johannes, Kap, 2, B. IS, Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Krone des Lebens geben, Geliebte Gemeinde! Zu ernster Feier sind wir hier in stiller Abendstunde an heiliger Stätte versammelt, um dem für das Vaterland gefallenen jungen Helden K, W, ünige Worte des Nachrufes z» widmen und Anteil zu nehmen an dem herben Verlust und dem tiefen Schmerz, de» seine Angehörige» durch den Tod des hossnungsvollen lcbcnsfrische» Sohnes erlitten haben. Wen hat es nicht ergriffen, wer wurde nicht in dem innersten Wese» seines Herzens tief erschüttert, als er die Kunde vernahm, die sein treuer guter Kamerad nach Hause berichtete j K. W, ist im heisten Kamps gcsallen: er starb als Held j aus dem Felde der Ehre getreu seiner Losung: Mit Gott für i Kaiser und Reich, Es ist har» und schmerzvoll jür seine El I lern und Geschwister, einen jungen hossnungsvollen blühenden : Sohn und Bruder im Frühling seines Lebens hergcben zu uiüsicn und noch dazu, wo er im seinen sremdeu welschen Lande seinen Tod sand, wo seine Lieben nicht in letzter Stunde um ■ ihn und bei ihm sein konnten, wo sie nicht sein Grab i» ver Nähe in heimischer deutscher Erde haben, um hier dem Toten ! doch nah zu sei», um sich hier bei ihm auszuwcinen, um ihm > hier eine stille Träne des Schmerzes und der Wehmut »ochzu- weinen, wo sie ihm doch sinnige zarte Blumen aus seinem Gra beshügel pflanzen und sie jür ihn pjlegen können, wo sie ihm Lech in heimatlicher Erde einen Gedenkstein setzen könnten mit der Inschrift, dast der, der hier ruht, als Held gesallcn ist >n der Blüte der Jahre im heisten Kamps für sei» Vaterland Wohl wäre cs hart und schmerzvoll in ruhigen friedlichen Zeiten zu hören und zu wisien, da brausten im fremden Land bei einem unbekannten Dorj lieg» dein Sohn begrabe». Man lonnte ihn nicht mehr sehen, man konnte seine sterbliche Hülle nicht zum Grabe geleiten, als Fremder, unbekannt und unbe- weint liegt er da draustcn in einem einfachen schlichten Grab, Aber jetzt lebe» wir in einer anderen Zeit, in einer harten rauhen Kri^czcit mit anderen Forderungen, mit anderen Anschauungen, die aber auch ihre uneingeschränkte Geltung in iommcndcn Friedcnszeiten behalten. Jetzt ist cs nicht hart und schmeizvcll, den Sohn im sremdcn Land begraben zu wisien, nein, es ist ehrenvoll u, dankenswert, zu wisien, dein Sohn starb den Heldentod sür jein Vaterland und für »ns alle, und wer den Tod im heiligen Kampfe sand, ruht auch in fremder Erde im Vaterland, Das Vaterland schuldet ihm Dank, wir alle sind ihm zum Danke verpslichtct: denn auch er hatte lapscr mit» \ Julius DhLPWlMNNbp 1 K'tiinkfnrt a. M. Zcil 71-7!» Zu Weihiiac'lits-Ciesclienkeii geeignet Grosse Posten Konfektion et zu sehr vorteilhaften Preisen. Damenkleiderstoffe mt. Seilt fle, Samte. 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Und wehe uns allen, wenn unsere in der Feldschlacht gefallenen Söhne auf heimatlichem Boden in heimischer Erde eine Ruhestätte fände», denn dann stände der Feind auf deutschem Boden, dann loderte der Kriegsbrand hell auf im deutschen Lande und verwüstet würden unsere gesegneten deutschen Fluren, Einfach und schlicht wird wohl sein Grab sein. Da mahnt kein Marmorlrcuz, sein Stein, kein Kranz, kein sinnig Blümlei» an den Heldennamen dessen, der darunter seine Ruhestätte gesunden hat, ein einfaches schlichtes Holzkreuz wird darauf stehen, wie es ihm die Kameraden gesetzt haben, ein Seitengewehr und Helm darauf zum Zeichen dafür: Hier ruht ein wackerer deutscher Soldat, der seine Pslicht getan hat, getreu seinem Eott, getreu seinem Vaterland, getreu seinen Lieben in der Heimat, getreu bis in den Tod. Wie ist auch er vor wenigen Wochen gleich den vielen anderen voll Begeisterung und voll Siegeszuversicht ausgezogen, wie hat sich sein junges Herz begeistert für die Größe des „wie hat sich sein junges Herz begeistert für die Größe des scheu Massen." Wie hat auch er vor wenigen Wochen in düsterer Todesahnung vom Vaterhaus und seinen Lieben Abschied genommen, in düsterer Vorahnung seines nahen Heldentodes, Auch ihm gingen da die Worte durch das Herz: Wer weiß, ob ich euch wiederseh. Und noch einmal sah er beim Abschied vom Zuge aus aus sein Heimatort, wo er seine Jugend verlebte, wo er so froh, frei und glücklich war, noch'einmal sah er zurück aus den Kirchturm seines Heimatsortes und sprach in düsterer Todesahnung die bedeutungsvollen Worte: Wer weist, ob ich ihn noch einmal seh in »keinem Leben, So war ihm das Bild seiner Lieben, das Bild seiner geliebten Heimat, das ihm in dem alles überragenden Kirchturm verkörpert war, tief in die Seele geprägt und es ging mit ihm auf langem schier endlosen Marsch in drückender Sonnenhitze, es war bei ihm bei den nächtlichen Biwakseuern, wo er mit seinen Kameraden zu- sammensast und erzählte von der Heimat und den Lieben, wie sie zu Hause auch beisammensitzen, an sie denken, für sie sorgen, für sie beten. Dieses Bild von der Heimat und den Lieben ging mit ihm hinein in die heiste Schlacht, und in Gedanken an die Lieben in der fernen Heimat ist er den Heldentod, den ehrenvollen schlichten Eoldatentod gestorben. Und wer als Held sein Blut sür der Freiheit Gut Seinem Land und seinem Volke gab, der schläft süß im Grab, Es ist nicht so, wie man noch vor Jahrhunderten sagen konnte: * Hunderttausend Kugeln pfeifen über meinem Haupt hin Wo ich fall, scharrt man mich nieder Ohne Klang und ohne Lieder, niemand fraget wer ich bin. Nein, hier sind Herzen, die in Treue und Liebe dein ge- eenken, sür die dein Herzblut geflossen ist, du sollst ein Denkmal haben, das nicht verwittert und zerbröckelt und der Zahn der Zeit zernagt, es ist das Denkmal in unseren Herzen, das da bleibt und nicht vergeht. Wie er im Leben war, so wollen wir auch den Toten im Herzen bewahren. Jedem ist sein Gedächtnis fest und unauslöschlich ins Herz gegraben, wie er war, treu wie Gold, freundlich und zuvorkommend, hilfsbereit und tapfer, ein guter Kamerad: Ja der Krieg verschlingt die Besten, Aber bei unserer Klage lastet uns auch nicht vergesten den Trost über unseren gefallenen Helden, Die alten Griechen hatten ein Sprichwort, das hiest: Wen die Götter lieben, dem schenken sie einen frühen Tod. Ja es gilt auch heute noch für unser« Zeit: Wen Eott lieb hat, dem schenkt er einen frühen Tod, er nimmt ihn weg von dieser Erde, wo man doch nur Kamps und Streit, Not und Elend kennt und führt ihn in sein himmlisches Reich, wo Freude, Friede und Ruhe die Fülle ist, und wo man Schmerz, Sorge und Herzeleid nicht kennt. Wohl ist euer Sohn gefallen von tödlicher Kugel, die ohne Wahl sein Opfer trifft, und euer Herz möchte fragen: Warum gerade er unter Hunderten und Tausenden? Aber er ist nicht gefallen ohne Gottes Willen, ohne den Willen desten, der die Menschen lüstet sterben und spricht: Kommet wieder Menschenkinder. Darum sprich im Glauben: Des Herrn Wille geschehe. Und, wenn im Kugelregen der Schlacht, wenn auf blutiger Wahlstatt diesem ehrenvoll gefallenen jungen Krieger oas Bewusttsein beseelte: Ich wag« mein Leben im Dienste der Pslicht. ich vergieste mein Blut für Kaiser und Reich, fürs Vaterland u. für meine Lieben daheim, sollte nicht auch euch, liebe Leidtragende, der Gedanke erheben: Unser Sohn ist den schönsten Tod gestorben, den Heldentod aus dem Felde der Ehre. Wir haben unser Teuerster und Liebstes zum Opfer gebracht, weil Eott es gewollt, und Gottes Wille geschehe. Und wir, die wir hier an dieser Stätte trauernd uns vrr sammelt haben und dabei der vielen, vielen Toten gedenken, wir wollen uns hier geloben, niemals unserer teuren Toten zu vergesten, auch niemals der unermcstlich grasten Opfer, die sie gebracht haben. So wollen wir auch Dich nicht vergesten, Tu getr Wir schmücken auch Dich mit dem Lo,betreib d -, Sieger«. Bleib Du im ewigen Leben mein guter Kamel d So wollen wir auch Dein gedenken und nimmer vergesten, So woll.-n wir auch Dich zum letzten Mal grüsten von Deine: gekielten n warst der Unsrige und sollst auch stets der Unsrige bleiben. Und wenn vor 100 I ihren der begeisterte Sänger der Freiheitskriege todrsahnend sein Do!k an seine teure» Toten gen 'Hut hat ihrer niemals zu vergesten. Io gelten auch heute noch feine Wort« sür unsere Zeit, für diesen Fall: Und sieb» du einsi, mein Volk, bekränzt vom Glücke I» deiner Vorzeit hcilgem Siegesglanz Vergist der teuren Tote» nicht und schmücke Auch unsere Urne mit dem Siegeskranz. Amen. Chronik^ .** efchiiflt. 20. Noveruber. I» Russisch-Polen schritt uns:- - ff südlich Plozk fort. Die über Mlawa und Lipno zurückgegangerun Teile des Feindes setzten ihren Rückzug fort. Neue Tageszeitung. Samstag, den 28. November 1911 Die Schlacht in Polen zwischen unseren Verbündeten und den Rüsten nahm einen günstigen Fortgang, Wiederum schwere Verluste der Rüsten vor der Festung Przemysl, Lord Newton gibt den englischen Eesamtvcrlust aus 80 000 Mann an. 21. November. Ucbcr die Zeppelinwerft in Friedrichshafen (Bodeusce) warfen zwei englische Flieger Bomben herab; einer wurde her- untergeschosten. Die Werst bleibt unversehrt. In der Gegend westlich von Ezenstochau kämpfen deutsche Truppen Schulter an Schulter mit den Oesterreichern und gewannen Boden, auch bei Lodz machten die deutschen Angriffe Fortschritte. Die Oesterreicher haben in den letzten Schlachten in Russisch-Polen über 15 000 Gefangene gemacht. Schwere Berluste der Engländer in Deutsch-Ostasrika, Ihre Eesamtverluste betragen dort bisher 900 Mann. Die serbische Regierung zieht sich angesichts des österreichischen Vorgehens nach llesküb zurück. Sieg der Türken über die Rüsten in Transkaukasicn bei Otwin und Lima». Bei Schett el Arab schlugeir die Türken die Engländer, die schwere Verluste erlitten. 22. November. Zwischen der deutschen Regierung von Deutsch-Südwest und dem Burcngeneral Maritz soll ein Vertrag zustandegekommen sein, der die Unabhängigkeit der Burenstaaten zum Ziel hat, Bormarsch der Türken gegen den Suczkanak, Die deutsche Besatzung von Kiautschau ist in ein Konzentrationslager nach Japan gebracht worden, 2Z. November. In Polen schob das Auftreten neuer russischer Kräfte aus Warschau die Entscheidung noch hinaus. Die Oesterreicher haben in der zur Zeit noch andauernden grasten Schlacht in Polen und Galizien weitere 2100 Russen gefangen. Russische Truppenteile besetzten wiederum einige Karpa- thenpässe. Im Argonnenwalde machen die Deutschen ständige und erfolgreiche Fortschritte. Ein kleines englisches Geschwader, das sich zweimal der slanderischen Küste näherte, wurde jedesmal von unserer Artillerie vertrieben. Die Engländer sind unter starken Verlusten von den Türken bei Kantara am Suezlanal geschlagen worden, 21. November. Die englischen Schisse beschostcn Zeebrügge und Lombard- zyde Der deutsche Angriff in Russisch-Polen schreitet nördlich von Krakau fort' Das deutsche Unterseeboot „17 18" wurde in der Nordküste Schottlands zum Sinken gebracht. In Deutschland wird die Nachricht bekannt, daß der englisch« Ueberdreadnougbt „Audacions" am 29, Oktober, auf eine Mine gelaufen und gesunken sei. In Oesterreich befinden sich 110 000 Kriegsgefangene, Die Franzosen erlitten in Marokko eine bedeutende Schlappe gegen die Aufständischen, Aus der englischen Insel Man lehnten sich die gefangenen Deutschen gegen die Engländer auf, wobei 1 Deutsche den Tod fanden. Die Schweiz erhebt in Bordeaux und London Protest gegen das völkerrechtswidrige Uebersliegcn der schweizerischen Grenze bei dem Ueberfall auf Fridrichshasen. 25. November. Bei Arras machten die Deutschen Fortschritte, Die Ecgenossensive der Rüsten ist in der Gegend t r Lowycz-Strykow-Brzezyny gescheitert. Auch in der Gegend von Ezenstochau brachen sämtliche russischen Angrisse vor der deutschen Front zusammen. Die Oesterreicher machten in der Schlacht in Russisch Polen bisher 29 000 Gefangene und erbeuteten 19 Maschinengewehre, Die Türken errangen bei Moroni einen neuen Sieg, Der kurdische Stamm der Schahscoenen hat Täbris fKau- kasus) besetzt, 20, November. In der Gegend von St. .Hilaire und Souain wurde ein mit starken Kräften angesetzier, aber schwächlich durchgeführter französischer Angriff unter grasten Verlusten sür den Gegner zurückgeschlagen. In den Kämpfen der Truppen des General» v, Mackensen ; bei Lodz und Lowicz hoben Cie 1. und 2. und Teile der 5. rus- I fischen Armee schwere Verluste erlitten. Auster vielen Toten und Verwundeten hoben sie über 10 090 unverwundelc Eesan- ! gene, 70 Geschütze und 158 Maschinengewehre, 100 Proviantwagen verloren, o sterdem wurden 30 Geschütze unbrauchbar ge- ! macht. Auch in diesen Kämpfen haben sich die deutschen jungen ! Truppen trotz grostcr Opfer auf das glänzendste bewährt. Das Einsetzen weiterer russischer Verstärkung schob die Entscheidung hinaus. Das englische Linienschisj „Vulwark" ist mit etwa 750 Mann Besatzung bei Shernest in die Lust geflogen. In den Kämpfen an der Kolubara wurde bei Lazarewatz das Zentrum der serbischen Stellung durchbrochen. Die Serben verloren 1500 Gefangene, drei Geschütze und drei Maschinengewehre. ^enilche Feld' riefe. Ueber die Wirkung des Tum-D»mgeschostes gibt ein Feldbrief des Cesr. H o r a ch, eines Sohnes des Beigeordneten Horach in Reichelsheim in der Wetterau interestan« ten Einblick. Der Brief lautet: Lorgies, den 1. 11. 11. Liebe Eltern und Schwestern! Gestern habe ich Brief und Palete erhalten und daraus ersehen. daß es Euch allen gut geht, was bet mir auch der Fall ist. Ich will Euch nun einiges über unsere Einrichtung schreiben. Lorgies ist etwa mit unserem Heuchelheim zu vergleichen; am Nordostausgang befindet sich ein grösterer Guts- Hof, der mit Sümpfen umgebe» ist. Im Innern des Dorfes befinden sich kleinere Gehöfte, In einem der besten von den vielen Ställen haben wir 11-10 Pferde untergebracht; es ist einer der schönsten Ställe, die ich in Frankreich antras; er hat Mauern von drei Backsteinlängen und ist außerdem noch durch starke Pfeiler geschützt, er bietet also säst vollkommene Sicherheit, Auch wir haben darin Logis bezogen, im großen Gang stehen neben Futterkästen die Betten, Tische, Bänke und Stühle, Vor dem Stall befinden sich vier Feldlüchen, neben der Türe ist unser Herd, ans dem wir koche», er ist verfertigt aus dem Teil einer Zrck-Zack-Egge. Hinter der Hosrrite stehen unsere Patroncnwagen und die Eescchtsleb.'.ismittelwagen, alles dieses ist Eefcchtsbagagc der zweiten Tefechtsftaffel, ihr lchlie- ßen sich beim längeren Anhalten einer Schlacht die Offiziers- pserde an. Abends gehen die Küchen- und Brotwagen zu deu Schützengräben, Die vier Küchen und die Patroueuwagen stehen unter dem Besch! eines Feldwebels Außer einem Gefreiten und einem Arbeilcr habe» wir in jeder Küche auch einen Metzger, der jeden Tag eine Kuh oder zwei Rinder schlack, tet. Dabei hatten wir Gelegenheit, die Wirkung eines Dum-Dum-Eeschosscs festzuftellc». Es ging uns nämlich ein Rind durch, da nahm ich ein englisches Dum-Dum-Ge- schoß und der Gefreite vom Patronenwagen schoß und tras damit das Rind ins Borderblatt, später 'chotz ich cs mit deutsche: Munition durch de» Kops, etwa handbreit unter den Hörnern, tot. Beim Zerteilen der Rindes schnitt der Metzger das stcckcngeblicbene Dum-Tum-Geschoß heraus und so konnten wir die Schußwirkung genau seststellen. Das englische Dum- Dum Geschoß sicht so aus: Aus der Zc» ; ergabt |iri>, das Blei-Geschoß abge- schnitten und seine Spitze durch eine aus Aluminium ersetzt ist. Das ganze ist mit dem Slahlmantel umhüllt. Das Geschoß batte sich nun folgendermaßen entwickelt. Es hatte den Schulterblattknochen zersplittert, der Keschoßmanicl blieb davor hängen, die Bleisüllung flog durch und beides sah nachher, wie folgt aus: of/rt/Mfj- 3/ec. /rtarrff/'. " Man sicht - . j o,. Geschoßmantel durch die Züge eingerissen und durch den Einschnitt b, ganz herumgebogen wurde. Die Bleikugel druckte, sich beim Aufschlag ganz zusammen und trat aus dem Stahlmantel heraus. Dies grausame und barbarische Geschoß stellt England ln bas rechte Licht. Gefreiter Horach. Der Briefschreiber sendet uns auch ein Gedicht, dem wir als Stimmungsbild folgende Verse entnehmen: Eald'ner Friede herrscht aus Erden Hirten hüten ihre Herden. Zu der goldenen Sommerzeit, Niemand denkt an Völkerstreit. Der „alte Mann" zählt die Parole Noch 80 Tag! Dann: „Eott besohle". Plötzlich zuckt es jäh aus am Himmel. Ueber'm Balkanstaatgewimmrl. Den Frieden stör'n die bösen Serben, Oesterreich'» Thronfolger muß sterben, Doch unser Kaiser ist bereit. Oesterreich-Ungarn hat's bewiesen, Wie treue Wassenbrüder schießen. Tapfer kämpst's mit seinen Heeren, Kaum kann Rußland sich erwehren. Wenn Deutsche sich mit Oesterreich paaren. Dann wird der Zar schon was erfahren. Jetzt droht des Gewitters Schwere, England pocht an deutscher Ehre. Aus! spricht Erey zum grankenreiche, Rüttle an der deutschen Eiche, Hast Du 70 die Blamage, Fordere Dir doch jetzt Revanche! Der Franzmann damit einverstanden, „Sieg!" sehr schnell in deutschen Landen. Sieht die deutschen Heere slieh'n Ist sehr bald auch in Berlin. Geteilt wird dort dar Deutsche Reich Mit La Russte und England gleich. Der deutsche Michel denkt: Run ja! Kommt nur her. ich bin schon da! Schon ist der Franzmann in Mülhausen, Da hört er deutsche Kugeln sausen. Fahr wohl du schöner Traum: Berlin, Ich muß jetzt schnell den Belfort hin. Die Schwaben. Hessen, Sachsen, Bayeo», Mit Preußen ihren Bund erneuern. Hier ist kein Bangen, kern Verzagen, Ein Jeder will den Franzmann jagen. Und schon in mancher großen Schlacht, Hat man ihm höllisch heiß gemacht. Nr. 280 Seile 3. Unser Vetter über m Meer, Schickt gar braun« Indier her. Doch che diese Kerle knallen. Ist Antwerpen schon gesallen. Belgien wird ein deutscher Staat Durch diese «rohe Wasjentat. Jetzt kennt man erst Deutschlands Stärke, Mit Unverstand ging man zu Werke, Sogar die gelben Japanesen, Wolle» sein dabei gewesen. Dachten wie im Russcnkricge, Feiern über Deutschland Siege, Doch unserer Feinde Plane scheitern, Gott gab Heldenmut de» Streitern, Er war mit unseren deutschcn Massen, Die bisher den Sieg erschassen. Und geht ei» Volt an seiner Hand Siegt nicht der Feinde Unverstand, Es srcut uns noch nachträglich mitteilen zu können, datz dem Ecsreitcn Horach die Silberne Hohenzellern'sche Verdienstmedaille für gute Führung und tapseres Aushalten im Granatscuer bei Rossoncourt, Bazain und Lyronville und beim Sturmangriss auf Loosenzohelle verliehen worden ist. Die jungen Regimenter im Felde. Schon zweimal hat die deutsche Heeresleitung sich veranlaßt gesehen, den Heldenmut der jungen Regimenter, die sich zum größten Teil aus Kriegrsrciwllligen zusammensetzen, rühmend heroorzuheben. Welch' prächtiger Geist in diesen jungen Truppen wohnt, geht auch aus ihren Feldbriejen hervor. Auch cus Friedberg kämpfen eine ganze Anzahl Kriegsfreiwilliger in den jungen Regimentern, Der Gesängnisaussehcr Egly hat drei Söhne in dem einen Regiment, Er erhielt von zweien folgende Briese: Fr.... bei Lille, den 11. 11. 14. L, E. ..... Essen haben wir genug. Tie Feldkiiche kommt jeden Tag zwennal. (Sestern und vorgestern waren wir wieder im Schützengraben. Kaum waren wir dort, so fingen die Engländer an zn schieße». Sch . . - wurde, als er mit Fr . . . auf Vorposten ging von einem Schrapp,rell tätlich getroffen. Er diente in Fricdberg bei de» 168cc'i Gegen Abend erhielten wir den Befehl, daß wir 301 Meter Vorgehen sollten. Um V>U Uhr abends gingen wir vor und warfen bis gegen 5 Uhr morgens einen Schützengraben a»S. Wir wurden bei der Arbeit durch die 6. Kompagnie des . . Regt«, unterstützt. Zusällig traf ich den bei uns im Ouartier gewesenen E . . . Bei der Arbeit wurden wir durch keinerlei Feuer gestört. Das war ein wahres Wun- der. Ten ganzen Tag werden wir von den Engländern stark beschossen, ohne daß sie ober nur Einen getroffen hätten. Unsere Artillerie hat noch Verstärkung bekommen, stiegen Abend sieht man überall brennende Dörfer, die von der Artillerie in Brand geschossen worden. Es ist rin ickMierlich schöner Anblick! Wir sind noch ca. bllv Meter voin IcinblidK» Schützengraben, an mehreren Stellen sind die Unscrige» bis auf 200 Meter vorgerückt. Bald werden wir hier durch fein. Auch kann ich Euch die erfreulich: Mitteilung machen, daß etliche 1000 Franzosen znni Aerger der Engländer aus unseren rechten Flügel übergelaufen sind. Tic Engländer Hausen hier wir die Wilden. Was sie vom Vieh nicht essen können, das stechen sic ab: überall liegt das tote Vieh, ga»zc Dörfer sind abgebrannt..... Grüße! Euer Karl. Fr...... 12. 11. 1914. Liebe Eltern! Heute abend gehen wir wieder in den Schützengraben. In den vergangenen 2 Tagen sind wir Ivieder 200 Meter vorgegange». Wir mußten Tag und Nacht graben und schanzen. In den 48 "Stunden habe ich kaum 4 Stunden geschlafen. Zum Schlüsse sind einige von uns stehend cin- geschlascn. Jetzt sind wir in den 14 Tagen etwa 1 Km. vorwärts gekommen und mußten hierbei 4 Schützengräben anlegcn. Wir geben die reinsten Erdarbeiter, Tie erste Nacht stand ich auf Vorposten. Als ich mit einem Käme- radcn einen Toppclpostcn ablösen wollte, wlirdcn wir aus dem Wege von Schrappncll- und Jnfanterrefener überrascht. Wir suchten Deckung, doch zn spät. Mein Nebenmann brach, durch die Brust geschossen, einen halben Meter neben mir, tot zusammen, ich blieb dagegen vollständig unverwiin- det. Nachdem ich mit einem Anderen durch das Feuer oor- ging, wurde auch dieser nach kurzer Zeit verwundet. So lag ich fast eine Stunde iin anhaltenden Artillerie- und Jn- santeriefcuer. Ich kann Gott danken, daß ich glatt davon gekomnien bin, Tas Wasser ist hier schon schleckst, ich bin Euch deshalb dankbar, wenn Ihr uns außer Ehokoladc auch Bonbons senden wolltet. Hoffentlich sehen wir uns bald Ivieder! Es grüßt Euch Euer Friede!. Herr Obcrwachtmeister Ohl von hier, der ebenfalls ein.-» Sohn in den jungen Regimentern hat, erhielt solgende» präch »igen Brief: Fr o m e ll e r, den . , 11. 14. . Liebe Eltern und Schwester! Aergcrlich kehren wir eben in den Schützengraben zurück. Wir sind vorgegange» und sollte» eine feindliche Stellung im Sturm nehmen, im letzten Augenblick wurde jedoch Uinkehr befohlen. Schmutzbcdeckl fitzen wir wieder hier. Ich benütze die Zeit, um Euch einen Brief zu schreiben! Ein steifer Wind fegt über die Ebene, es ist ziemlich kalt. Heute Rächt regnete es unaufhörlich. Wir sind ziemlich naß. Gott sei Dank weiden wir heute Abend wieder aus zwei Tage abgelöst. Das Leben im Schützengraben ist nicht gerade fchön. Kommt im Geist einmal zu uns, Ihr seht da eine weite Ebene, hie und da unterbrochen von einer Reihe Weiden, oder einem kleinen Wäld- Beue Tageszeitung. Samstag, den 28. November 1814 chen. Vereinzelt liegt ein Gehöft in der Ebene, Dann seht Ihr lang« Erdauswürfe, unsere Gräben, in denen wir sind. Das ganze Land ist von Gräben durchzogen. Es ist noch dunkel. Die Leute ruhen in ihren Unterständen. Wachen sind ausgestellt, «inen Ueberfall zu verhindern. Der Wind jagt die Wolken gespenstig hin und her: das helle Mondcslicht er fcheint und verschwindet von Wolken bedeckt. An einer anderen Stell« sieht es anders aus. Regsame Gestalten eilen geschäftig hin und her, es wird noch geschanzt. Der Graben ist noch nicht tief genug, es müssen Unterstände gebaut werden zum Schiitze gegen Schrapnells, Allmählich dämnicrt es, er wird heller. Run ist es gefährlich, weiter zu arbeiten, damit der Feind nichts steht. Die Leute gehen zur Ruhe, Roch ist die Sonne nicht aufgegangcn, da gehen einige Leute mit ihren Kochgeschirren zurück und holen Kaffee. Es wird getrunken und gegessen, dann wird geschanzt, so weit der Feind nichts sicht. Mittags gibt es nichts zu essen, es wäre gewagt, am lichten Tag den Graben zu »crlasien, selbst kochen geht auch nicht, der Rauch verrät die Stellung. Am Nachmittag beschäftigt sich jeder Mann so gut er kann, reinigt das Gewehr, schreib. Karten in die Heimat, wenn der Feind uns in Ruhe läßt. Viele schlasen auch. Gar oft aber erschallt der Rus der Wachen: „An die Gewehre!" Dann eilt alles an die Schießscharten und wartet auf weitere Bcsehlc. — So vergeht der Tag, Die Dunkelheit bricht herein. Da sieht man gespcnster- gleich eine lange Reihe dunkler Gestalten langsam dahiuziehen. Es sind Leute, die den Kameraden im Graben das Abendbrot bringen, Oder sollte es die lang ersehnte Ablösung sein? Alles späht. Doch nein, die Leute tragen Tornister, keine Gewehr«: «Iso noch eiutlse Zeit ansharrcn im Graben, Es wird 19 Uhr etwa, dann aber geht alles, froh, daß die Zeit im Graben herum ist, heim in die Quartiere, So geht es bei uns nun schon >4 Tage zu. Ihr könnt Euch denken, daß wir all« froh sind, wenn der Krieg vorbei ist: es ist keine Kleinigkeit, im Sturm und Regen im Graben zu liegen. Hoffentlich kommt der Friede bald. Heute bin ich reichlich mit Post bedacht worden. Eure beiden Pakete, zwei von Großeltern, > von Fam, Heil, I von Richen mit Zigarren, Heute Nacht sollen wir wieder vor. Ich höre, ein Sturm aus der ganzen Linie soll vorbereitet werden, ob's wahr wird? Es muß bald einmal ein Schlag geführt werden, damit es ein Ende nimmt. Hoffentlich kommt es bald. Nun herzliche Grüße an Euch Alle. Auf WiederschenI Euer Karl. Kirchlichr Anzrigen. Evanaelische Gemeinde. 1. Sonntag im Advent, 29, November, Gottesdienst in der Etadtkirch«. Vormittags 9X Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Mitwirkung der Ehorschuls. Anschließend Beichte und hl. Abendmahl. Abends 8}( Uhr: Herr Pfarrer Kkeberger. Gottesdienst in der Bnrgkirch«. Vorm. 11 Uhr: Kindergottcsdienst, Herr Pfr. Diehk. Nachm, 8)4 Uhr: Herr Kandidat Faudt. Kollekte für die Herberge zur Heimat. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Voimittags 19 Uhr: Herr Pfarrer Zatzmann Kathviilche Gemeinde 1. Sonntag im Advent, 29 November. Beichtgelegrnheit am Samstag nachmittag von 4 Uhr und Sonntag früh von }',C> Uhr an. Für Aushilfe im Beichtstuhl durch einen fremden Geistlichen Samstag nachmittag und Sonntag früh ist gesorgt. '47 Uhr: Frühniesie. 8 Uhr: Militärgottesdirnst (Singmesse mit Predigt), dabei Advents Standcskommunion der Jünglinge. MIO Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2 / Uhr: Adventsandacht. Danach Versammlung des Iungftauen-Bercins, Während der Woche: Mittwochs und Freitags Abends 8 Uhr- Krtcgsandachten. Mitwochs Nachmittags 2 Uhr, Beginn des Erstkommu- »ionsunterrtchtes. Jeden Sonntag nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Borromäus Bücherei. Feierabend Friedberg. Sonntag, den 29. November: Besuch des Abcndgottes- dienstes: dann im Vereinslokal: Borlcsung von Kricgsbrie- sen, Epirlplan de» Stadtthcater» in Gieße». Sonntag, den 29, November, nachmittags halb 4 Uhr: .Im ine Balksvr, — Abends halb 8 Uhr: „Die Rabensteiaelin". Kl, Pr, Dienstag, den 1 Dezember, abends 8 Uhr: „Der Strom". I I'»:» • V ’nn bei ge »kicksen Pr, (ermäßigt). De»ncr--tag, den :!. Dezember, abends 8 Uhr in Marburg: „Iopf »ud Schwert". 3. Abonn, Bvrst. Fre- m den 4 r, abends 8 Uhr: „Zapf und ,:t“. 4. Frcita 'n:i Vorn, bei gew. Pr. (erinäßigt). Täuschender Schein. Ciaal-Roman von Ludwin Blümcke. (Forljetzuag) „Nanu, ha. denn der Herr von Wal-wi e einen Doppelgänger?" fragte Erwin üdeirajcht den Kutfch-r. „Nee, dal is jo uns' jung Herr", an-wnue e die er grinsend in seinem breiten Plattdeutsch, Haituiia annehmend und die Zügel stra er saisend. Run sah nian auch, daß der Schnurrbart n >t grau, sondern blond und daß das Gesicht dieses Rieten dem des andern durchaus nicht ähnlich war. Ein Monokle ans Auge klemmend, trat der junge Schloßherr Udo von Scbullentat an die Seite, gab dem Kutscher ein Zeichen, zu halten, lüftete aus des Volontär-Verwalters achtungsvollen Gruß nur so nach gnädiger Herren Manier herablassend ein wenig seinen grünen Federhut, zog dann seine goldene Uhr mit der schweren Kette, und schaute auf das Zisferblatt, als mußte er es sich erst ganz genau ansehen, ehe er klug daraus wurde. Erwin war derweil vom Wagen gesprungen und hatte sich vorgestellt. „Ich bitte meine Verspätung zu entschuldigen", sagte er dann, durch das Eebahren des offenbar sehr hochnäsigen Junkers recht unangenehm berührt. „Habe mich inzwischen bereits beim Feuerlüjchen auf dem Katzenberg betätigt." „Wäre keineswegs nötig gewesen", schnarrte Udo v. Schultentat darauf, das Monokle wieder fallen lassend, seine grauen, kalten Augen weit ausreißend und den Schnurrbart drehend. „Hoffentlich ist der ganze Kram trotz Ihrer Hilfe niedergebrannt. Der Kerl verdiente es." „Gott sei Dank nur der Kuhstall, Herr o. Schultcn- tal. Aber drei Kühe und wohl sechs Schweine hgt der arme Mensch außerdem verloren", sagte Erwin darauf, seinen Widerwillen gegen den Mensche», den er fortan als Sohn seiner Herrin respektieren sollte, nur EU Mühe verbergend. „Wenn ich sage, der Kerl verdiente es, daß er um Haus und Hof käme, dann dürfen Sie mir schon glauben, Herrn - Ru-seid." „Rudorp", verbesserte der Volontär. „Oder auch so. — Kerl hat nämlich schon im Zuchthaus gesessen und ist ein Spitzbube. Gibt ohnehin Lumpengesindel genug in der Gegend. Aber nun fahren Sie nur zu. Im Schloß warlel alles seit vier Stunden auf Sie. — Muß noch aus einen Rehbock. Warte nachher — Adieu!" — Erwin stieg wieder in den Wagen und kam sich auf einmal sehr klein vor. „Bist du denn als abgedankter Leutnant rein gar nichts mehr? Ha, so hätte dir jemand begegnen sollen, als du den Degen noch an der Seile tragen durstest. Aber nun hast du nichts mehr, darum bist du nichts." So seufzte er vor sich hin. Weiler ging es an wogenden Kornfeldern und sattgrünen Wiesen vorüber durch ein freundliches Kirchdorf mit sauberen Häusern und einer wunderschönen Linden- straße. Nicht weit dahinter lag der Schloßhos mit seinen neuen, großartigen Wirtschaftsgebäuden und dem ebenfalls neuen, von Parkanlagen und Eoldstschteichen umgebenen Schlößlein. Das war kein imposanter, him- melragender Bau, wie ihn Junker Udo sich wohl gewünscht hätte, sondern ein schlichtes, aber vornehm und geschmackvoll anmutendes Herrenhaus. Ein von blühenden, süßduftenden Akazien eingefaßte kurzgeschorene grüne Rasenfläche dehnte sich vor der leuchtenden weißen Terrasse, neben der ein paar dunkelgrüne Lebensbäume standen, weithin aus, und Erwin fielen auf den ersten Blick zwei große, stern- sörmige Beete von seltener Blumenpracht aus. Alle Regenbogensarden düntten ihn in wundervoller Anordnung darin oettrelen zu sein. Eine Diana aus weißem Marmor, stand aus hohem Sockel im Hintergrund und schien das schlanke Reh aus Majolika, das sich von einer Zwergengrotte entsernte, mit schußbereitem Bogen scharf zu beobachten. „Wunderbar!" ries der Fremdling unwillkürlich aus, als er nun abgestiegen war und sich der Terrasse mit hastigen Schritten näherte. Da schritten aus den Parkanlagen zwei Damen auf ihn zu. Die vorangehende, eine, ttotz ihrer schlichten, schwarzen Kleidung, sehr vornehm anmutende, weißhaarige Matrone mit blasieni, milden Gesicht, mußte Frau Oberst o. Schultental, die Herrin von Heinrichs- walde sein, das erriet Erwin auf den ersten Blick, und die alte Dame gefiel ihm recht wohl. Das chr solgende überschlanke, säst mager zu nennende, hochausge- schosiene junge Mädchen in Heller Seide war ein Sommergast, der Landlust genießen sollte, um roie Backen zu bekommen: Fräulein Agathe Rehseid, Tochter eines reichen Vankdirettors und Geschästs>reundes der Schloßherrin. „Ah, Herr Leutnant Rudorp", redete die Frau Oberst diesen nun mir verbindlichem Lächeln an, ihm ihre wohlgepflegle, ringgeschmllckle Hand reichend, die er ehrerbie.ig an seine Lippen sührle. „Sie haben eine weite Reise hinter sich und Illhlen sich gewiß recht abgespannt. Johann soll gleich |iit eine Erquickung sorge». Wie gefällt Ihnen denn Ihr neues Heim ? Liegt Heinrichswalde nicht wundervoll?" Das klang so recht herzlich und natürlich, daß er Udos Behandlung vollständig vergaß und sosorl oo es Vertrauen zu seiner Herrin und Gebieterin saßte. Schon, datz sie ihn mit „Herr Leutnant" titulierte, wie es chm ja immer noch gebührte, hob chn wieder etwas, und er bestätigte aus voller Ueberzeugung, dag er geradezu entzückt sei von Heinrichswatde, besonders von dem reizenden Schloß mit seiner Umgebung. Die Bankierslochler, der er auch gleich vorgesteltt wurde und die Frau o. Schultental ihre liebe junge Freundin nannte, lächelte, dag er chr« etwas zu großen, unschönen Zähne sehen konnte und sagte mit einer belegt klingenden Stimme: „Nicht wahr, es ist wirklich paradiesisch hier?" 'Man tonnte diese junge Dame mit ihren scharf«« Zügen im ommerjprossigen Gesicht, dem großen Mund, der nicht kleinen 'Rase und der langen, schmächtigen Gestalt unmöglich schön nennen, aber in den leuchtenden braunen Augen lag dennoch etwas, das junge Herren über ihre vielen Schönheitsfehler milder urteilen ließ. Ia, dieie Augen mußte jeder geradezu bewun- de.n; ebenso suchte das volle, überaus sorgfältig sti- siette, dunkelblonde Lockenhaar seinesalelchen. (.F. f.) Jlr. 19* Seite 4. Neue Tageszeitung. Samstag, den 28. November 1814. Zahnarzt Winkler, Friedberg. Telefon 384. Während des Krieges bin ich täglich nach- mittag* von 2—6 I hr und Sonntags von S—12 l'hr persönlich zu sprechen. „Hassia“-Schrotmühlen, Häckselmaschinen, Rüben- u. Dickwurzmüklen empfiehlt A. J. Tröster. Butzbach. ,Römerhof, Frankfurt a. M. Kafierstrage Nr. 72. Telefon Amt I 5461, Gutes biirgerl.Lpeife-Reftanrant in nächster Nähe des Hauptbohnhoss. Hochfeine Siere der Seaueeei Kinding. Mittageifen von 12—3 Uhr. Reichhaltige Abendkarte, Münchener Augustiner Sräu. Ero'ge» Nebenzimmer zirka 8b Perionen lassend, rrffpunkt der perriiisslei laadwirle »en iroultfurl o.lll. u. Umgegend Herren. ». Knahen- liOilen - Joppen und .loppenaiizügc Bekanntmachung. 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Hesie».Nassau. * Vom Main, 27. Nov. In Zellingen ertrank der 7jährige Sah« des Mälzers Baurnnä», der auf einer leicht gefrorenen Fläche des Altwassers des Mains sich mit Schlittschuhlaufen vergnügte. Der 12>ährige Sohn des Tünchers Wittmann von dort, der seinen Kameraden retten wollte, ertrank ebenfalls, * Wiesbaden, 27. Nov, Von den 70 Abgeordneten des Kommunoilandtages für den Regierungsbezirk Wiesbaden wurden die Abgeordneten Landrat v. Zitzewitz-Dillenburg, Landrat Dr. Thon Marienbcrg, Landrat Bllchting- Limburg, Stadtrat Dr. Hengsbergcr-Frankfurt, sowie Kausixann und Stadtverordneter v Lasaulr Frankfurt zu den Fahnen «inberufe». Der Abgeordnete v. Lasaulx fand am 17. November bei den Kämpfen um Ppern de» Heldentod. Abg. v. Zitzewltz wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. * Wiesbaden, 27. Nov. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters a. D. Dr. v. Idcll Wiesbaden hielt gestern im Landeshausc der „Landesausschuß" eine Sitzung ab. In derselben wurden folgende Beschlüsse von allgemeinem Interesse gesoßt: Als geeigneter Termin für die Einberufung des 13. Kommunallandtagcs des Regierungsbezirks Wiesbaden soll Monlag, den 26. April 1911, dem Obcrpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau in Vorschlag gebracht werden. — Der Landes- ausschlutz beschloß den Ausfcher Zimmermana bei der Eorri- xcnden-Anstalt Hadamar am 1. April kommenden Jahres, oen Landeswcgemcistcr Kapsteinat in Niedernhausen vom 1. Juli k. I. aus ihren Antrag unter Pensionsbcwilligungen in den Ruhestand zu versetzen. — Der Krankcnpfiegestation Katzen» tinbogen wurde eine Unterstützung sür drei Schwester» aus weitere drei Jahre bewilligt. — Von dem Pflegepersonal der Lau» dcs-Hcil und Pslegcanstaltcn erhielte» fünf Pfleger die rcgle- mcntsmätzigcn Dienstprämie» für Sjährige ununterbrochene An- Itallsdienstzeit von je 300 Mark, zwei Pfleger für 12jährige Dienstzeit Dienstprämien von je 400 Mark zugebilligt. — Fräulein Ida Lcmka an der Landcs-bcil und Pflegeanstalt Herborn wurde definitiv als Oberköchin dortselbst ongestellt und Sekretär und Kassierer Gasteier von der Corrigenden-Anstalt Hadamar zum Verwalter der dortigen Landespslegc-Anstalt ernannt. — In das Kuratorium der landwirtschaftlichen Win terschulc zu Nastätten wählte der Landesausschuh den Bürgermeister Göller von Vogel und in das der landwirtschaftlichen Winterschule zu Idstein an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters a. D. Körner-Idstein . den Orkonomierat Haber Eltville, als Vcrtrauenspcrson für die Waiscnpflegc im 2. Bezirk des Unterwcsterwaldkrcises de» Rentner Otto Sahm-Selters. — Aus dem Meliorationsfonds für >811 wurde den Gemeinden Lirfcld, Nicdertiefenbach, Holzhauje» im Kreise Bieden lops und Sticrstadt Darlehen zu Konsolidationszwccken bewilligt. ebenso NUS der ständischen Hilfskasse den Gemeinden Berg ebrrebach, Münster fObcriahnkreis), Kramberg und Obcrnhof Darlehen zu Wasferleitungsanlage«. — Zur Verbesserung des Feuerlöschwesens bewilligte der Landesausschutz LUS Mitteln der Rassauischc» Brandversicherung-anstalt der Gemeinde Hoi,Hausen im Kreise Bicdenlopf eine Prämie, der Gemeinde 7 obenan ein Darlehen. Der Bcitragsfutz der Nassauifchcn Vrandversicherungsanftalt für 1915 wurde auf 36 Pfg pro 1000 Mark Beitragskapital fixiert. F. E. Bo» dr» Etappen Inspektionen des westlichen icoefchauplatzeö wird berichtet, daß auf den Feldern und in Ortschaften des oecupicrtc» Gebietes zahlreiche landwict- sü.litlidic Maschinen stehen geblieben nnd dem Verderben gesetzt sind, Masckiiiicnfabrikantc» und Landwirte die für die erwähnten Maschinen Interesse haben werdet, daran- ausmerkfain gcmackst. F, C, Wirsbabe», 27. Nov. Die Ausdehnung des Au?- j>ahmetarifs für Kartoffeln auf Kar-toffeljtärkcmehl zur . Brotbereitung und Einführung eine» Aisnahmetarifs für Mais zur Verfütterimg ist in Kraft getreten. * F- G. Wiesbaden. 26. Nov. Die Maul- und Klauen- feurhe ist in folgenden Orten des Regierungsbezirks auS- gcbrochsn: In den Geineinden Biebrichs Erbenheim, Werlbock,, Eddersheim, Delkenheim, Kloppenheim rm Landkreise Wiesbaden ,in Mittelheim, Hallgarten, Winkel im Rhein- gnukreis, in Okriftel, Unterliedeibach, Sindlingen, Hattersheim, Nied, Zcilsheim, Sossenheim im Kreise Höchst, in Ober-Ursel, Eronberg, Weißkirchen, Kalbach im Obertau- nus-Krcis, in Niederzeuzheim im Kreise Limburg, in Selters, Montabeur, Dielbach im Unterwesterwald in Hachkn- turg, Limbach, Luckenbach, Niedcrmörsbach, im Obcrwrst.'r- wald in Meudt. Niedersain und Mähren im Kreise Wei't7-> bürg sowie im Stadtkreis Wiesbaden nnd Kreis Frankfurt a. M. * Limburg o. d. Lahn, 27, Nov, Die hiesige Handelskammer beschlotz, dem Roten Kreuz 1000 Mark zu überweisen. — Zum Vertreter der hiesigen Handelskammer im Brzirksciirn- bahnrat wurde Fabrikant Bierbrauer-Löhrbcrg und zum Stellvertreter Georg Baltzer-Diez gewählt. <5. G. Hünfcld. 27. Nov. Während der Ausübung seines pricsterlichen Berufes starb auf dem östlichen Kriegsschauplätze den Tod sür das Vaterland der Tivifionspfarrer P. Schwaun aus der Kongregation der Oblate» in Hü.r- fcld. ein hervorragender Förderer der JngendbeNx-gnng. * Aus »er Rhön, 27. Nov. Nachdem dem Wehrmann Kir- chendiencr Alois Hohmann aus Klcinfassen in der Rhön wegen feines tapferen Verhaltens bet den Kämpfen auf dem westlichen Kriegsschauplatz das Eiserne Kreuz 2. Klasse Ende Oklobcr verliehen worden war, erhielt er nunmehr für wiederholt wichtige Patrouillengänge das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Starkrndurg. * Darmstadt, 27. Nov. Die Verpflcgungs- und Er- frischungsstation vom Roten Kreuz, die in deni hiesige» I rükknunx meiner gros»en sowie sämtliche Handarbeiten nebst Zubehör Kaufhaus Schleimer Friedberg Kaiserstr. 66 Liebesgaben I tiir niilcrr tupfrrcit SoRmtm empfehlen in großer Auswahl Kolter und Schlafdeüen Kriegswesten wasserdicht in Seide und Kamelhaar Warme Unterwäsche Kopsschützer zu 2. 70 2. - • 59 ■< Locken, Hosenträger, Taschentücher lieeker k I Friedberq i. H. mit abgeschl. Vorplatz und Zu behör an iuhige Leute p. I.De-, zu verinicten. 'Näheres Friedbcrg- Fauerdach. Klau ennr. 12. Z»m Veriand fertige Fkld-floll-tilil'.dlhrii mit Cigarren, kaufen Sie am besten bei Carl Morres. Rodheim v. d. Höhe. Ständig frische Schweine-Hieraubcn» üleinlolbrr nnd öl «1 abzugeben Zchwki« - Sahmi 6imnrt, Homdurgerlandstroh» Cognac Ruin Steinhäger Arac in Feldpostpackung: nach Vorschrift Porto 10 Pfg. Geori Sdierer i Co Weiagrosshandlung Fpledberjc I. II Wiederverkäufer gesucht. Hauptbahnhof eingerichtet ist, bat sich bei der Anwesenheit der 5000 Schlesier ausgezeichnet bewährt. Da es sehr schwer war, die plötzlich über Nacht ohne jede Vorbereitung hier eingetroftenen jungen Leute alle in ausreichender Weise zu verköstigen hat sich die Verpflegungsstelle bereit erklärt, während der Mittagszeit 1000 z» speisen-, sie hat ihre Zusage auch glast und zur allgemeinen Zufriedenheit erfüllt, während die an anderen Plätzen veilöstigten, wie man dies auch mit Rücksicht auf die ungenügende» Vorbereitungen vorausgesehen wurde, nicht jo zufrieden gestellt werden konnten. Die Verpslegungsslation kochte in ihre > vier Dampfkesseln ein vorzügliches schmeckendes Essen und der Einzelne erhielt täglich je 200 Gramm F'eilch. auch am abend je 200 ©ramm Wurst etc. Diese Einrichtung, bat sich vorzüglich bewährt. Vereinigte Landwirte» Erhöhung des MUihPreifes. Unseren Mitgliedern zur Kennlnis, daß >» einer Versammlung des Milchhändlrrvrrrins zu Fra»! .nt a. Main am 26. ds. Mts. beschlossen worden ist, den Cinkaufsprei» der Milch frei Frankfurt a. u. Umgegend auf 17',- Pfg. zu erhöhen. Dieser Preis soll also de» Landwirte» bezahlt werden. Plan wolle danach in den einzelnen Ortsgruppen die Preise richten. Der Vorstand. Bekannlmachmnz. Alle von Strastburg (Cls.) nnd Markirch beurlaubten Unteroffiziere und Mannschaften de» Landsturm-Bataillons Friedberg haben sich hellte Samstag Abend 7* Uhr beim hiesigen Vezirkskommando, Klofterkaserne zum (Zurncktransport nach Strastburg zu melden. Friedberg, 21t. Nov. 1SM4. (Harilijonkoinmaiido. Ich empfehle In enorm groUor Auswahl Normalhemden Seidene Hemden von Mk.7.- a u „ Unterhosen Bester Schutz gegen Kälte u. Ungeziefer. Futterhosen Normalhosen Reithosen Unterjacken Gestrickte Westen Fangjacken aus Kamelhaarvvol'e, Wolle und Halbwolle Knie=, Kopf= u. Ohrenschützer Luiigen= u. Leibschützer Socken, Strümpfe, dauerhafte Qualitäten aus K'’ine'haarwolle, Wolle ii. Halbwolle. Hand- u. Maschinengestrickt. 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