Nummer 279 Freitag, den 27. November 1914. 7. Jahrgang eue Tageszeitung •* tn« » a>. coieilung ' >> cheint leben Werttag. Regelmatzrge Beilagen „Lrr Bauer au» Hellen", „?ie Spinnilude". Seiugopreia: Be, den PoitanjlaUen oier-etmuiiny Ml für, C1 ltn '• r "’" n "»nMUch 50 Phr. in,u Mil -1 .ftgedähr ob« Trägerlobn. A«!.itzrn: Grund,eile 20 Pig„ lo'ale 15 Plg, An,eigen von ausmärt» roeraeu our.t, Potnachnayme «hoben fretulliinogort fttitbbeiq. ^itirifllritung nnb Kerl», fttebberq (Sjeijenl. f>anaueeitra&e 12. getn'pted)« 48. Postfcheck-Conlo Sie. 4839, 21ml Rtonlfuil o. SB. 40000 Russen gefangen, 70 Geschütze, sowie 156 Maschinengewehre erbeutet! <*iu englisches Linienschiff mitsamt der Besatzung in die Lust gesprengt. — Nene Niederlage der Serben. — Die Türken in Aegypten. " > — >>>- ...... ..... . ........ ... Der deutsche Generalstab i b — meldet: — » WTB. Großes Hauptquartier, 26. Nov. vormittags. Amtlich. Tie Lage auf dem westlichen Kriegsschauplatz ist unverändert. In der Gegen» 2t. Hitaire und 2ouain * wurde ein mit starken Kräften angesctztcr aber schwächlich durchgesüsirter französischer Angriff unter großen Verluste» für de» Gegner zurückgcschlagrn. Bei Apremont machten wir Fortschritte. In Ostpreußen ist die Lage unverändert. 2n den Kämpfen der Truppen des Generals von Mackensen bei Lodz und Lowicz haben die russische 1. und 2. Armee und Teile der 5. Armee schwere Verluste erlitten- Außer vielen Toten und Verwundeten haben die Russen nicht weniger als über 40 000 unverwunöcte Gesängen« verloren, 7g Geschütze, 160 Munitionswagen, 156 Maschinengewehre sind von uns erbeutet worden. »0 Geschütze sind unbrauchbar gemacht worden. 'Auch in dreien Kämpfen habe» sich Teile unserer jungen Truppen trotz großer Opfer auf das glänzendste bewährt.. Wenn es ungeachtet des Grfolges noch nicht gelungen ist die Entscheidung zu erkämpfen, so liegt es an dem Eingreifen weiterer starker Kräfte des Feindes von Osten und Süden her. Ihre Angriffe sind gestern überall abgewiesen. Ter endgültige Ausgang des Kamp,es steht aber noch ans. Oberste Heeresleitung. Bor der Entscheidung. Noch ist in bem blutigen Ringen in Russisch-Polen leine Entscheidung gefallen, ober wir ahben die sestbcgrünbeie Zuversicht. daß sich der Sieg aus unsere Seite neige» wirb. Zwar ist es den Russe» abermals gelungen, bie Entscheidung hinauszuschieben, inbem sie wiederum, wie vor acht Tagen, starte Reserven in bie Kampjessroni gesanbt haben. Es wirb ihnen nichts Helsen, benn auch wir sinb nicht mützig gewesen unb haben in ben letzten Tage» gewaltige Verstärkungen nach bem Lite» geschasst, so bas, bie Russen ihre Meister sinben werben. Bereits sind uns unb ben Ocsterreichern Gesungene unb sonstige ftr.egsbiute in einer solch hohen Zahl in bie Hände gefallen, wie fieseither in ossener Felbschlacht noch nicht bagewesen ist. Am 18, November würben aus ber Schlacht bei Wloclawer 23 088 Gesungene, 78 Maschinengewehre unb viel Geschütze als Gewinn gemelbet, gestern verzeichneten bie Oesterreich« 29 888 Russen unb 49 Maschinengewehre als Ergebnis und heute schl letzt bie Rechnung mit 48 888 Eesangenen, 1b« Maschinengewehre unb 78 Geschützen ab. Das ergibt also für bie Russen einen Verlust von 92 080 Eesangenen. 275 Maschinengewehren unb, ba auch noch 30 Kanonen unbrauchbar gemacht warben, weit über >88 Geschützen, Rechnet man bozu bie Zahl der Ee- sallrnen so ist ein halbes Dutzenb russischer Armeekorps wieder aus dem Gefecht gesetzt. Das finb doch sürwahr Ergebnisse, die es als vollauf berechtigt erscheinen lassen, batz wir von bem ficheren Sieg, ber in Aussicht steht, sprechen bürsen. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so scheint mit unseren Plänen insosern eine Aenberung eingetreten zu sein, als wir jetzt bie Enischeibung nicht im Westen, sonbern im Osten zu zu erzwingen gebenken. Unsere Stellung im Westen ist gul; wir haben Belgien, bis aus ein kleines Enbe, ganz in Händen, wir haben einen Teil von Frankreich, und zwar seinen fruchtbarsten gewerbereichste» Teil, besetzt, alle Versuche der Gegner, unsere Truppen zu verdrängen, sind gescheitert, sie stehen fest wie eine Mauer von Belsoil bis zum Norbseestrand Unter diesen Umstänben glaubt unsere Heeresleitung bie enlschei- benben Schläge im Osten fühlen zu können, Sinb bie russische» Riesenhecre in ber gegenwärtig aus ber Ebene Polens tobenden Schlacht geschlagen, bann ist die russische Heeresmacht zertrümmert, Was ber Zar uns dann noch entgegenstellen kann, ist Bruch und die Türken werben ihr übriges tun, um den Kolatz nicht zur Ruhe kommen z» laiien. Wir werben bann mit vollen Kräfte» im Westen vorgehen und dort die Abrechnung vornehmen können. Aber nicht mehr Paris dürfte bas Ziel unserer Bestrebungen sein, sonbern England. Ihm gilt ber ehrliche Hatz von Allbeutschland. Deshalb wurde unsere Freude über die gestern gemeloeten Ersolge gegen Rntzlanb »och um ein ganz gewaltiges gesteigert, als heute die Botschaft einlief, batz ein englisches Linienschiff, der „Bulwark" mit Mann und Maus versunken ist. So bekommen die Engländer am eigenen Leibe den Krieg zu verspüren, den sie frevlen Mu'.cs angestiftet haben. Auch sonst haben die Briten schwere Sorgen, Der Gewinn ber Entscheidungsschlacht in Polen wirb auch die Türken in die Lage versetzen, ihre Kräfte besonders den Engländern zu widmen, und England wird seine Last haben in Aegypten, wo heute schon alles drunter und drüber geht, IN Cübafrila, in Indien und anderswo. So wirb der Erfolg in Russisch-Polen weit über ben Osten hinaus seine Wirkling ausüben und wir können freudig feststellen, batz die Tinge gut stehen. Gin engl. Linienschiff vernichtet. London, 26. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) In der gestrigen Sitzung des Untertzanses teilte Marineministcr Churchill mit, daß das Linienschiff „Bulwark" am 25. November morgens in Shernes; in die Lust geflogen sei. Zwischen 700 und 800 Mann sind umgckommen, nur 12 Mann wurden gerettet. Die anwesenden Admirale berichlelen, sie seien überzeugt, dasz die Ur.ache eine innere Crplosion des Magazins war und keine Erschütiernng des Waffers erfolgte. Tao Schiff sank in 3 Minuten und war verschwunden, als sich die dichten Rauchwolken verzogen hatten. Die Explosion war so stark, daß die Gebäude von Sherneß bis auf die Fundamente erzitterten und wurde nachher Meilen weit vernommen. Das Linienschiff „Bulwark" stammte aus dem Jahre 1809, hatte 15 250 Tonnen Deplacement, 18 bis 19 Meilen Geschwindigkeit, vier 30,5, zwölf 15 cm. Geschütze und 750 Mann Besatzung. GnglischeNicderlage in Ostafrika Amsterdam, 26. Nov. Tie hier verspätet einge- trossene „Times" vom Dienstag verösfcntlicht folgende Erklärung des Staatssekretärs von Indien über die Operationen in Teuisch-Ostasrika: Aus den letzten Mitteilungen ging hervor, daß einer der wichtigsten deutschen Eisenbahnpunkte sehr schwach bc- setzt sei, und es wurde daher eine Truppenmacht von Britisch Ostafrika hingcsandt, um die Eisenbahnstation zu erobern. A,» Abend des 2. November landeten anderthalb Bataillone in einer Entfernung von zwei Meilen vom Platze und gingen dort vor. Tic geringe Truppen,nacht der Engländer aber kam in ein hestigeS Gefecht gerade vor der Stadt, und da der Feind in der Uebcrmacht war. so waren die Engländer genötigt, sich zurückznzichcn und Verstärkungen abzuwarten. Am 4. November um 11 Uhr morgens wurde der Angriff erneuert, aber in einem Abstand von 800 Nords von der Stellung des Feindes kamen unsere Truppen unter ein hestiges Feuer. Auf dem linke» Flügel drang das 101. (?) Grenadier-Regiment trotz starker Verluste in die Stadt ein und kam mit dem Feind * in eilt Bajonettgesecht, Das North Lancalhire-Regiment und die Kaschmir-Schützen ans der rechten Seite gingen ebenfalls unter hcstigem Feuer vor n»d erreichten die Stadt, aber sie wurden von einem Gewehrfcuer empsange.i, das von den Häusern aus aus sie gerichtet wurde, und waren jo genötigt, 500 Aards zurükkziiweichen, Tie Verluste Waren so schwer und die Stellung so stgrk, daß jeder weitere Angriff gls iiiihlos erachtet »iid die Truppcnmacht wieder eingeschisst wurde und zu ihrer Opergtionsbasis ziirück- kihrle, uni eine» neuen Angriff für später vorzubereite», London, 26, Nov. Bei dcni ergebnislosen Angriff dcr englischen Truppen auf eine Eisenbahnstation in Lst- cfrifa waren unter den 800 Mann des engiischen Verlustes 141 weiße Soldaten und Offiziere. Die Helden von Tsingtau. Berlin, 25. Nov, (M, B. Nichtamtlich.) Nach den blshcr vorliegenden 'Nachrichten beträgt die Zahl dcr beim Falle von Tsingtau Gefangen ge«iomnie»en etwa 4250 einschließlich 600 Verwundete. Tie Zahl der Gefallenen soll etwa >70 betragen, darunter 6 Ossiziere. Don dem öster- reichilch-ungarischen Kreuzer „Kaiserin Elisabeth" sind ei» Leutnant und acht Mann verwundet, acht Mann tot. — Tie Behandlung der Gefangenen in Japan soll gut sein. Tic japanische Regierung hat die baldige lleberscndung namentlicher Listen der Toten, Verwuiidete» und Gcfnngc- nen in Aussicht gestellt. Wie drr iimiifr .Finden" rn fall Kinn. Der Bericht des Kapitäns von Müller. Berlin, 25. Nov. (SB. B. Nichtamtlich) Non dcni Koinmandantcii S, M. Schiss „Emden", Fregattenkapitän v, Müller, ist nachstehender telegraphischer Bericht über das Gefecht S. M. Schiss „Emden" mit dem englischen Kreuzer „Sidneh" bei den Kokosinseln eingetrossen. Dcr englische Kreuzer „Sidncy" näherte sich den Kokosinseln mit hoher Fahrt, als dort gerade eine von S. M. Schiss „Emden" ansgeschisste LandiingSabteilung das Kabel zerstörte. Tos Gefecht zwischen de» beiden Kreuzern begann sofort, lliiscr Schlehen war zuerst gut: aber binnen kurzem begann das Feuer der skliwcreren englische» Gclchütze, wodurch schwere Veilustc in uiiseren Geschiitzbedicnnngen cintraten, Tie Munition ging z» Ende, n»d die Geschütze mlisiien das Feuer einstellen, Trohdcni die Ruderanlage durch das feindliche Feuer beschädigt war, wurde der Versuch gemacht, auf Tor- pedoschußweitc an die „Sidney" heranzukommen. Dieser Versuch mißglückte, da die Schornsteine zerstört waren und infolgedessen die Geschwindigkeit der „Emden" stark herabgesetzt war. Das Schiss wurde deshalb in voller Fahrt an der Nord- (Luv-)Seite der Kokosinseln aus ein Riss gesetzt. Inzwischen war es dcr Landnngsabteilung gelungen, ans einem Schooncr von der Insel zu entkomme». Tct cngliscktz? Kreuzer nahm die Versolgung aus kehrte aber an Nachmittag wieder zurück und feuerte aus das Wrack S. M. Schiff „Emden". Ilm weiteres unnützes Blutvergießen z» vcrnieidc», kapitulicric ich mit dem Rest der Besatzung. Tic Verluste S M, Schiss „Emden" betragen: 6 Ossizie-e, 4 Tcckossizicre, 26 Unteroffiziere und 03 Mann gefalle»: 1 Unteroffizier, 7 Mann schwer verwundet. Von dcr Front im Westen. Der Verzweisluntzslamps in beu Argonnrn. Aus Le Havre wirb berichtet: Mit bem Verlaus ber Kämpfe im Argonnen- walb zeigen sich bie von xrivaiei Seite unterrichteten Dep»- iierten sehr unzufrieben. Ein Deputierter legte bem Minister Sewbat Felbpostbricsc vor, in benen mehrere Ossiziere ber un> niatzaeblichen, hoch wohl erwogenen Meinung Ausbruck geben, ber Kampf im Argonnenwalb werbe leibet zu Gunsten bet Deutschen enden, „Wir opfern uns aus, doch wir wissen, batz unser Blut für eine verlorene Sache slietzi", schreibt ein Leutnant, Man versichert, batz auf sranzäsischrr Seite seit der Er- lberimg von Bienne le Chateau 12,888 Mann und eine erschreckend hohe Zahl von Offizieren im Argonnenwalbe gesal- ien ist. Fast alle Briese, die ans der Bretagne an Solbaien der Aigonnerlinie gerichtet werben, lammen mit dem Vermeil „Mort an chamo d'bonneur" an die Ablender zurück. Jlr. 279 Mene Xngeejeitung. Freitag, den 27. November 191« Seite t Re«« deutsche Vorstöße? Ein Telegramm des „Tempr" aus Holland meldet, daß die Deutschen ln Flandern grobe Truppenbewegungen ausfiihren. Man erwarte, daß die Deutschen bald wieder energischer vorgehen würden, da der Winter «ine Verlängerung der jetzige» Lage unmöglich mache. Der Frost hindere die Anlage neuer Laufgräben. Verschiedene Zeichen sprechen dafür, daß sehr bald eine Veränderung eintre- ten werde. Der österreichische Äeneralstab — meldet: ----------------- Wien, 26. Noo. (W. B. Nichiamtlich). Amtlich wird verlautbart: 26. Ndvember, mittags. Die Schlacht in Russisch-Polen hat an einem groben Teile der Front den Charakter eines stehenden Kampfes angenommen. In Weslgali- zicn wehren unsere Truppen die über den unteren Dunajec oor- gedrungenen russischen Kräfte ab. Auch die Kämpfe in den Karpathen dauern fort. Der Stellvertreter des Chefs des Ecneralstabs: v. Hofer, Generalmajor. Nene Niederlagen der Serben' 1500 Gesungene. Wien, 26 Nov. (SB. B. Nichtamtlich). Pom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich unter dem 26. November gemeldet: In den Kümpfen an der Kolubara ist seit gestern ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Das Zentrum der feindlichen Front wurde in einer starken Stellung bei Lazarevalsch von den durch ihren Elan rühmlichst beiann- te» Regimentern Nr. 11. 7» und ll)2 erstürmt. Hierbei wurden 8 Offiziere und 1266 Mau» gefangen genommen und "ei Geschütze, vier Munttionswage» und drei Maschinenqe- hre erbeutet. Auch südlich des Ortes Ljig gelang cs, die istlich des gleichnamigen Flusses gelegenen Höhen zu nehmen >nd 860 Gesungene zu mache». Die von Daljewo südwärts wrgerückten Kolonnen stehen vor K a s j c r i c t. Letzter Widerstand der Serben. Nach Mitteilung eines geangenen serbischen Offiziers an einen Mitarbeiter des „Hrv. ^ncwnik" in Sarajewo beabsichtigen die Serben einen energischen Widerstand nur noch bei Risch zu entfalten, wo drei Verteidigungslinien angelegt sein sollen. Die Kämpfe in den Karpnthen. Vertreibung der Russen. Budapest, 26. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) „Az Est" bringt einen Bericht seines Spezialberichterstatters über die Käinpfe im Komitat Zem- plin. Danach haben die Einwohner die durch den Anmarsch der Russen gcsährdeten Gebiete in voller Ruhe verlassen. Unsere Truppen, von Artillerie unterstützt, begannen ans vortrefflichen Stellungen heraus den Angriff gegen die Russen am 24. November. Ein heftiger Kampf sand in dem nur einige hundert Meter breiten Tale des Laborrz- Flusses statt; die Russen verloren viele Tote und Verwundete und mußten schließlich den Rückzug antretcn, der noch andauert. Eine andere osterreichisch-ungarische Abteilung llber- riiinpclte einen von den Russen besetzten Grcnzort durch das Feuer ihrer Geschütze und Maschinengewehre, die im Walde vortrefflich aufgestellt waren und znglcick, mit der Infanterie da? Feuer eröffnet«». Nach kurzem Widerstande ergriffe» die Russen die Flucht nach der Grenze unter Hinterlassung sehr vieler Toter und Gefangener. Am 25. November konnten der Eisenbahn- und Postverkehr bis Kockocez wiederhergestcllt werden. Die Nachricht, daß die Russen das Schloß de? Grafe» Andrassy zerstört hoben, ist falsch. Ein Versuch der Russen, diirch den lizoker Paß cinzndringen, wurde abgeschlagen. — In dein Komitat llng befindet sich kein Russe. Das türkische Hauptquartier —-r^-777-. meldet: ■— Konslantinvpel, 26. Nov. DaS Hauptquartier gibt bekannt: Im allgemeinen hat sich auf den Kriegsschauplätzen nichts verändert. Heute wurde sestgestellt. daß wir dem Feinde bei Morghal vier Geschütze abnahmen, von denen zwei unbrauchbar gemacht worden waren. Der Heilige Krieg. Das Vorrücken der Türken. K o n st a n t i n o p c l, 26. November: Ter Obeikommandicrcnbc des türkischen Heeres, Envcr Pasck>a. und der Marineminister Dschemal Pascha sind zu den gegen Aegypten operierendcii Truppen abgereist. R o ni, 26. Nov Nachrichten aus Kairo besagen, die Engländer sperrten die Karawanenstraße ans der Cyre- naika nach Aegypten mit Schanzgräbcn. Die türkische Armee unter Jzzct Pa sä«, 66.06» Mmiil und 10, »00 Bp. duincn mit f>000 Kamelen rücken auf der Bahnstrecke nach Mekka auf Maan vor. 80 Kilometer von der Grenze. Die Senussen bauten eine Feldbahn nach der Oase cl Stall. 100 Kilometer vom Kanal. Die Engländer verfügen über 50,000 Mann außer den Garnisons- und Sicherheits-Trup- Pen. Am Suezkanal. Nach dem röniischen Blatte „Jtalia" bestätigt, es sich, daß die tnrkiscktc Vorhiit den Suezkanal überschritten hat und mit Verstärkungen ihres Heeres durch die ansässigen Stämme gegen Bubastis vorrückt. Der Suezkanal sei tatsächlich gesperrt. Jedoch werde allen italienischen Schiffen freie Durchfahrt gestattet. Das Vcr- bleiben der englischen Flotte aus dem Golf voii Suez sei unbekannt. DaS englische Geschwader ist vor 8 Tagen be- reit? nach Port Said zurückgezogen worden, wo es aber zurzeit nicht mehr liegt. Rom, 26. Nov. Aus Port Said wird gemeldet, daß den Belästigungen der englischen Kontrolle im Kanal besor- dirs holländische Schiffe ausgeseht sind. Die einer holländischen Gesellschaft gehörende Baggermaschine wurde >v:i- geschafft, weil die Engländer fürchten, daß sie versenkt werde, um den Kanal zu sperern. Die Einkünfte der Sues- pesellschaft blieben seit dem Krieg um etwa vier Millionen Mark hinter der entsprechenden Zeit des Vorjahres zurück. Die Vorgänge in Täbris. K o n st a n t i n o p e 1, 26. Nov. kW. B Nichtamtlich). „Terdjuman-i-tzakikai" bestätigt die gestern Abend hier eingelausene Nachricht, daß in Täbris 3666 Rüsten von Angehörigen persischer Stämme ermordet worden sind. K o n st a n t i n o pe l, 28. Rov. Die Regierungsblätter „Tanin", „Tasvir-i-Eskiar" und „Tcrdsiman-i-Hakikat" bestätigen heute aus Grund von der Psorte zugegangenen diplomatischen Depeschen aus Teheran den Ueberfall von Täbris. Die persischen Tribus, die den Handstreich aus Täbris aussührten. setzen die Verfolgung des Feindes fort; sie hoffen in kürzester Zeit die Russen aus der ganzen Provinz Ascrbeidschan vertreiben zu lönncn. Nähere Details aus dem Norden Persiens fehlen, da die Briefpost von dort überhaupt nicht mehr und der Telegraph nur unregelmäßig funktioniert. Die Haltung der Scnufsi. K o n st a n t i n o p e l, 26. Rov. iW. V. Nichtamtlich). Der Scheich Mehmed el Senuffl, ein Resse des Großen Scheich, und der Scheich Geschir ei Senussi, die hier eingctrofscn sind, erklärten gegenüber den Vertretern türkischer Blätter, sie seien drei Monate vor der türkische» Mobilmachung abgcreist. Sie hätte» sich in Sollum eingcschisjt und seien über Alexandrien. Port Said und Damaskus nach Medina gereist und sodann über Aleppo zurückgekehrt. In allen türkischen Städten ^cicn sie mit großen Ehrenbezeugungen empfangen worden. Der Große Scheich habe bereits vor der Prollamierung des Heiligen Krieges allen Zaujas in Marokko und Tunis besohlen, den Heiligen Krieg gegen die Franzosen zv eröffnen. Der Krieg dauere seit Prollamierung des Dsckii- had fort. Auch die Zaujas in Aegypten erhielten denselben Befehl. In diesem Augenblick durste der Heilig« Krieg gegen die Engländer bereits begonnen sein. Wir wollten, sagten die beiden Senussi, den Dschihad schon lange vorher eröffnen, aber eine innere Stimme gebot uns, eine günstigere Zeit abzuwar- ten. Dis senusstschen Slreitkräste, die gegen die Engländer marschieren sollen, belausen sich aus einige hunderttausend Krieger. Alle wurden ansgefoidert, ihre Psiicht zu crsüllen. um den Islam zu letten. Auf die Frage, ob der Krieg gegen Zta- lie» foridauern werde, sagten die Senussi: Da die von dem Khalisat erlaffenen Fetwas den Heiligen Krieg nur gegen die kriegführenden feindlichen Mächte proklamiert haben, wäre es unmöglich, gegen eine Macht vorzugehen, dick heute mit dem Khalifat freundschastliche Beziehungen unterhalte. Die Senussi richteten also ihren Haß gegen die Mächte, welche die Feinde des Khaiisais seien. Der Ausruf zum Heiligen Krieg. Konstantinopel, 26. Siov. sW. B. Nichtamtlich). Die Regierung ließ den Blättern eine vom 21. November datierte Proklamation betreffend den Heiligen Krieg karabisches Datum: 2. Muharrem 1333) zu- peh-n. Tie Proklamation trägt oben den eigenhändigen Ra- menszug des Sultans und darunter die Worte: Ich befehle, daß diese Proklamation in allen muselmanischen Ländern verbreitet werde. Sie ist gezeichnet vom gegenwärtigen und drei früheren Scheichs ü> Islam, sowie von 24 hohen geistlichen Würdenträgern. Der Proklamation geht eine Bemerkung voran, in der sestgestellt wird, daß der Heilige Krieg gegen die Feinde des Islam gerichtet ist, dir ihre Feindseligkeit durch Angriffe gegen das Kalifat kundgegeben haben, während für die Staatsangehörigen der übrigen Mächte, welche die Verträge beobachten und ihre Freundschaft bekunden, die islamitischen Grundsätze der Gerechtigkeit und des Friedens wechselseitige gute Beziehungen erheisch». Die Pläne der Engländer. Konstantinopel, 28. Nov. lW. B. Nichtamtlich). Wie das Blatt „Turan" erfährt, verfolgen die Engländer mit ihrer Truppenlandung an der Küste bei Fao den Zweck, auf diese Weise indirekt den türkischen Vormarsch gegen den Suezkanal zu hindern. Die Engländer seien zu der Erkenntnis gelangt, daß sie in Aegypten keinen ernstlichen Widerstand werden leisten können, sondern dort eine Niederlage erleiden werden. Sie beabsichtigen daher, die Türken durch die Bewegung einzuschuchtern, die sie mit einigen nicht- muselmanischen indischen Truppen ausführen in der Meinung, sie könnten die Türken veranlassen, auf die Besetzung Aegyptens zu verzichten. Das Blatt meint jedoch, daß die Engländer damit kein Gluck habe» werden, und daß die Türken bei Bassoiah über genügende Etreitkräfte verfügen. Ans Frankreich. Die Lebensmittelversorgung Frankreichs. Basel, 24. Nov. kW. B. Nichtamtlich). Die „Nationalzcitung" bringt einen Bericht über die wirklichsten Bedarfsmittcl in Frankreich. Das einheimische Korn ist zurzeit sehr rar. Die Bevölkerung furchtet ein teilwciscs Zuruckhalten des Getreides und fordert Gcgcnmaßregcln dagegen, von denen die Requisttion die mildeste fein würde. Der offizielle Preis des Alkohols ist 66—86 Franke», was einem Aufschlag von ungefähr 2.66 Fr. in den letzten Tagen gleichkommt. Die Brennereien kämpfen fortwährend mit großen Schwierigkeiten. Sie ziehen es vor, ob Ver- sandbahnhof zu verkaufen, statt lieferbar Paris. Der Zucker ist sehr rar. Die Schwierigkeit rührt daher, daß die Reqvisi- tion alle Zufuhren bedroht, wodurch auch die Händler das Risiko laufen, für ihre Waren weniger bezahlt zu erhalten, als der Einkaussprcts betrug. Bezüglich der Weine wird aus vielen Gegenden eine starke Enttäuschung gemeldet, sowohl was die Güte wie die Menge anbetrisft. Das Ergebnis bleibt weit hinter der wirklichen Ernte zurück. Trotz aller Anstrengungen, die Flußschifjahrt noch tm Gange zu hatte», ist ver Verkehr stockend, darunter leidet besonbtrs bte Kohkenzusuhr. In Paris sind sämtliche Vorräte für öffentitche Zwecke requiriert worden, sodaß großer Mangel herricht. Die Preise sind ganz beträchtlich gcksttegen. fodaß st« vielfack, nnerlchwingN» geworden sind. Die Regierung will abhelfen und Eisenbahnwagen für Kohlenttansporte ab Ronen zur Beifügung stellen. Aus England. Ein englischer Offizier, der ans Indien zurllckkehete, gab seine Verwunderung Ausdruck, wie cs England gelinge, mit 60—70,000 Mann W-is«» und 100,000 Dian» Einge- borencntruppcn die Hu.iderte i-.m Millionen Inder zusr n> meuzuhalten. Aber «ich l,u-r muß die Unsick)erl,e,t beziig- ftch der Afghanen große Sorge Hervorrufen, meinte dieser Herr. „Es ist sichm", sagte er, „daß cs den Engländern bisher gelungen ist, die Inder über d:e wahre Lage hinweg, zutüuschen, woraus siel» die zahlreichen Sympathiekundgebungen indischer Fürsten und indischer und selbst inoham- nicdanischer Kreije erklären lassen. Aber wird man es ver- hindern können, daß uuiselmanftche Emissäre über Klen,- asicn, Persien und Afghanistan ihren Wog nach Indien sin- den? Die Afghanen sind äußerst tapfere Leute. Sie sind Krieger vom Scheitel bis zur Sohle und äußerst blntdür- stig. Sollten sie wirklich in Indien einsallen, so bleibt cs unsere Hoffnung, daß sie derart hausen, daß das indische Volk einen Abscheu vor ihnen bekoinnit. Stellt sich aber ein kluger und energischer Befehlshaber an ihre Spitze, der Mord und Plünderung zu verhüten weiß, Io muh man befürchten, daß die eingeborenen iuobammcdanisck>cn Truppen mit den mohammedanischen Afghanen gc»ieinsck>asiiiche Sache machen, und daß auch die stets zur Widersetzlichkeit geneigten Hindus in Bengalen in Aufruhr kommen. Die Inder sehen eben nicht ein, daß, wenn es gelingen würde, die englische Oberhoheit abzuschlltieln, unter der das Land gioße Fortschritte gemacht hat und die Lage der Inder selbst außerordentlich verbessert worden ist. wiederum ein Rückschlag kommen würde, der für das indische Volk selbst am fatalsten wäre. Man kann sich nicht verschleiern, daß die Lage ernst ist für England »nd daß die Zukunft Indien» als die bedrohlichste Angelegenheit für England in diesem Augenblick zu erachten ist. Kommt es aber wirklich zur Gäbrung in Indien, so ist es fraglich, ob die jetzigen Männer bei der Regierung in England die den Krieg gemacht haben, am Ruder bleiben können »nd ob die Kriegsbereiischaft dann noch anhält. Eine „Nation von Heuchlern." Amsterdam, 26. Nov. In Falmouth hat ein Gentleman namens Samuel Phillip ein kleines Mädckien vergeivaltigt. Der Richter nec- urteilte diesen Herrn lediglich zu einer Strafe von 10 Schilling und zu I2y 2 Schilling Kosicnersatz ,da sich der betref- ende Verbrecher als englischer Soldat an die Front zu begeben hatte. Die „Truth", die diesen Fall mitteilt, macht auf die Entrüstung aufmerksam, die in England über die Missetaten entstanden ist, die die Deutschen angeblich begangen haben sollen, und erklärt: „Man imrd sich »licht wundern, wenn die Deutschen sagen, daß wir eine Nation von Heuchlern sind " England am Abqrnnde. Unter dieser Ueberschrist veröffentlicht der wirkliche Geh. Lberregierungrrat und Ministerialdirektor im preußischen Ministerium des Innern, Dr. Freund, einen Aufsatz im ..Wiener Deutschen Volksblatt", dem wir folgendes entnehmen. Die Schleier fallen. Der Welt gehen die Augen aus. Das stolze Land, in dem, wie einst im Reiche Karls V., die Sonne nicht unterging, war aus seinen Lorbeeren eingeschlasen. Es erwacht und sicht sich am Rande des Abgrundes. Jhering, der große Jurist, hat einmal ausgesprochen, daß ebenso wie der Ein» zclmensch ein Volk atmen wüste. Denn das Atmen ist Aus. »ahme des Fremden und Verarbeitung mit dem Eigenen. Rur ein solches Atmen ist Entwicklung. England hat in seinem Schlaf das Atmen verlernt. Wie China wollte cs sich aus sich heraus entwickeln und erkennt nun zu spät, daß es ein Opfer der Verletzung des wichtigsten physiologischen Naturgesetzes geworden ist. England hat im Kampfe der Barone mit den Königen den Parlamentarismus geschaffen. Die Welt hat ihn wie ein Dogma angebetet und in hundert Spielarten nachgcahmt. Der Parlamentarismus sollte gleichzeitig die Stimm« und die Kraft des Volkes darstellen. Die Geschichte der jungen Freundschaft zwischen England einerseits und Frankreich und Rußland andererseits lehrt, daß die Stimme des Bolkes im Parlamente gefälscht worden ist. Eduard VII. und Lord Erey sind lächelnd über das ohnmächtige Parlament hinweggegangen. Das englische Volk muß. wenn es an seine Macht aus früheren Zeiten denkt, tief beschämt sein Haupt verhüllen. Mit schwächlichen Seufzern und bangen Zweisein entlädt sich das Herz des englischen Volkes, das einstmals in dem verantwottlichen Parlamente schlug, jetzt in einer unverantwortlichen Tagespreste. Es steht feine Söhne sich verbluten, seine Schisse in den Grund gebohrt, seine Küsten bedroht, seinen Kredit erschüttert, seinen Reichtum schwinden. Er weiß, daß alles dies das Wer? leichtfertiger Könige und Minister gewesen ist und schämt stch, daß das Parlament zum Spielball dieser Abenteurerpolitik sich hat erniedrigen lasten. Der Parlamenterismus atmet nicht mehr, er ist zur Form versteinert. Und gerade er war da» Ideal, das in Deutschland jahrzehntelang bewundert wurde. Männer wie Gneist haben geglaubt, uns diese Jnstitutton als ein Palladium der Freiheit der Böller Vorhalten zu dürfen. Und nun — ? Das englische Parlament ist eine wesenlose Gestalt. Es ahmt wohl äußerlich die Eefichtszüge des Bolkes nach, aber ihm kehlt das Herz. Wehe dir, Englandl Englands Wirtschaftspolitik ruht auf dem Individualismus, das heißt, aus dem Prinzip der Einzelwirtschaft, der Ein» zcldienstes im Gegensätze zur Eesanitwirtfchest, dem Gesamtdienst«. Der wirtschaftlich« Individualismus verkörpert stch t« der Figur des englischen Kaufmannes. Auch der englisch« I»- dividnalism»« hat das Atmen verlern». >1» die Gesellschaft de^ Rt. »7, (Seite a. gabt ft unter btt Führung bt* Ehepaare, Sidne, SBebb im Anfänge btt Achtzigrrjahre dt- votlgtn Iahrhnnderk» ihn durch tin staats- und munizipalsazialistilche» Programm ousrüt- ttin wolllt, letzte er sich zur Wehr, anstatt sich durch Annahme sozialer Reformen zu starten. Den Ichiimmsten Auswuchs zeigt da, individualistische Wirtschastsprinzip aus dem Gebiete der Geundbesitzoerteilung: nach Lloyd Georg« besindet sich „der größte Teil de» englischen Boden- in der Hand weniger Personen", die ,cder sozialen Bodenresorm den zähesten Wider- stand entgegensetzen, anstatt dessen aber gewaltige Strecken landwirtschastlichen Bauernlande» zu Jagd- und Sportzwecken verwenden. Bis in die neueste Zeit hinein, wo viel zu spät eine soziale Arbeileroersicherung organisiert worden ist, ver- lannte England die Kraftquelle, au» der wir Deutschen seit länger als einem Menschenalter UN» verjüngt haben. Bei UN» ist die Arbeiterversicherung rechtzeitig durchgesührt worden, hat die Verstaatlichung der Eisenbahnen und Wasserstraßen, vieler Bergwerke und bedeutend-r Schisfswersten die Gelamtbeit de» Veiles zur verantwortliche» Leitung dieser Berufe beruhe»: die Erlrägnisie stießen wieder der Gesamtheit zu. Aus dem Wege einer verständigen Bodenresorm ist hier der Grund und Boden in grotzem Umsange in Staat»- und Gemeindebesitz ubergegangen. Hand in Hand mit dieser Entwicklung geht bei UN» der Fortschritt des Gemeinnützigleitsprinzip, im Gesell- schastsrechte. Ich erinnere an die gemeinnützigen Bau-, Konsum-, landwirtschaftlichen Genosienschasten. Soweit wir ein Gegenstück zu dieser Erscheinung in England sehe», nehmen wir mit Verwundern wahr, daß dort die Gemeinnützigkeit nichts »nderes wie ein Wort ist. Ein Wort sür eine andere Art privaten Erwerbes Und dieser englische Indi»iduali»mus, wie er sich in dem Buche des verstorbenen Bankier» Lord Adedur, »alt, hat bi» in unsere Tage hinein bewundernde verehicr gesunden Jetzt erwacht die Welt und wird sehen, wie der Wucherer au» dem Tempel vertrieben wird. Wehe dir, Englandl „Gerechtigkeit ist die Grundlage der Reiche". England galt Jahrhunderte lang als der Hort des privaten und östent- ltchen Rechtes. Ihering hat einst den reisenden Engländer, der sich nicht da» geringste Unrecht gesollen läßt, al» da» Muster eine» Kampier» um das Recht dargestellt. Im „Kaufmann von Venedig" hat uns Shakespeare gezeigt, wie her Jude Shylock in seinem Handel um das Psund Fleisch die Kraft des Rechtes Venedigs an der Durchsetzung seines eigenen Rechte» mißt und e> probt, er hat damit die englilche Austastung von der Ver- ansernung des Einzelrechtes in dem Gesetze zum Ausdrucke gebracht Der englische Richter, vom Friedensrichter hinaus bis zum Mitglied« des königlichen Eerichtshoses, galt als der unbeugsame und unbestechliche Vertreter der Gerechtigkeit. Die Regelung de» Rechtsverkehres im Vcrhältniste der Völker zueinander. das heißt des Völkerrechtes, ist durch keinen Staat in ähnlicher Weise gesördert worden wie durch England. Die Grundsätze des Seekrieges, insbesondere das Kaper-, Priien-, Neutralität»-, Flaggen-, Konterbandenrecht fußten !m wesentlichen aus englischen Grundlagen. Und was erleben wir heute Wir erleben, daß ein englischer Polizcirichter Ueber- grisse des großstädtischen Janhagels gegen wehrlose Deutsch« mit der Begründung straslos läßt, daß er in diesen llebergris- sen eine gerechte Vergeltung gegen die deutsche Krieasührung erblicke. Wir erleben, daß England in neutralen Gewästern feindliche Schisse in Grund bohrt. Daß es neutrale Schisse derjenigen seiner Pastagierc beraubt, IN denen es wehrsähigr Deutsche vermutet, daß es willkürlich die Liste der Konterban- dcnwaren erweitert, daß es ohne jede Rechtsstütze ein ostcnes Meer blockiert. Das stolze England, dem in seiner ruhmvollen Vergangenheit Recht vor Macht ging, ist so tief gestinken, daß ihm einaestandcnermahen Macht vor Recht geht, daß ihm das Recht zur Machtsrage geworden ist. Aber wie im Leben des Einzelnen. so ist tm Lebe» der ganzen Völker Egoismus nicht nur ein Mangel der Moral, sondern auch ein Mangel der Intellektes. Der Egoismus schasst Rei- bungsslöchen und Feindschaften ringsum. Der Pfeil des Unrechtes. den England aus den Gegner obschietzt, muh notwendig aus de» Schützen zurückprallen, sobald er das Uebergewicht verliert. Wer leine Macht mihbraucht, muh wisten, dah sein Opser im Augenblicke der veränderte» Machtverhältniste auch ihm gegenüber das gleiche Spiel treiben wird Die Götti» Themis loht sich auch heute nicht ungestraft die Binde von den klugen reihen. Wehe dir. England! Sahen wir eben, wie England zu seinem Unglücke leichtfertig die Grundlage des Rechtes verlöht, so wendet sich unser Blick nunmehr ans ein anderes Gebiet, aus dem e» eigensinnig eine überlebte Einrichtung ausrechterhält. Das Prinzip des Söldnerheeres mutet uns vom Standpunkte der modernen Welt wie ein Vcrsteigerunasprodukt an. Gewiß, das Milizsystem war beguem und genügend, so lange die anderen Völker mit ihren stehenden Heeren sich willig dazu hergoben, sür England die Schlachten zu schlagen. Gcwih, das Milizsystem ermöglichte es der englischen Industrie, die Arbeiterschast in der Fabrik fest,zuhalten, anstatt sie in den Iabren der besten Ansbildunas- sähigfeit zu einem mehrjährigen Militärdienste zu entlasten. Aber über dieser Entwicklung übersah England das arohe ethische und soziale Fortschrittmoment in der ullaemeinen Wehrpflicht. Do» ethische, insosern jeder Volksgenoste sich mitverantwortlich für die Sicherheit des Vaterlandes fühlt das sozial«. indem sich eine Art von Familienband um die Soldaten aller Grade schlingt. Nichts ist charakteristischer sür das Fehlen dieser hohen Kulturelemente des verlästerten Militari» mu, in dem heutigen. England, als das Bild, das sich nach der Schilderung eines meiner Freunde jetzt in der englischen Gesellschaft zeigt. In den Krieg ziehen die Arbeitslosen und hie sonstigen Proletarier, die wenig oder nichts zu verlieren haben, während di« oberen Hunderttausend sich nach wie vor dem Tenni«. und Golstpiel widmen. Wenn nach dem schönen Schillerschen Worte die Nation nichtswürdig ist, „die nicht ihr alle» freudig jetzt an ihre Ehre", so ist der englischen Nation ein hartes Urteil gesprochen, wenn der Reich« in seiner alten Bequemlichkeit zu Haus« bleibt und den Armen in den Krieg ziehen läßt. Englands Militärverwaltung hat das Atmen »erlernt. Wen» «» sich aus die Seguungen der allgemeinen Nene I«gf|et«,i> ,. gretto* In *7. ftratmbtr Hl«. Wehrpflicht besinnen wird, dann wird e» ,« spät sein. Weh«' dir, England! «ersteigern»« gekaperter deutscher Schiffe. Köln. 26. November. Die britische Admiralität läßt der „Kölnischen Zeitung" zufolge durch Schiffsmakler in nordischen Blättern an, eigen, daß eine Anzahl deutscher Schisse, die > Is gute Prisen erklärt worden sind, mit dem I. und 3.D?z.>m- der öffentlich versteigert werden sollen. Die Schisse siezen in den Häsen London, Folmouth. Boston, Wick, Fovey und Leitb. wo ihre Beschlagnahme erfolgt ist. Es sind die st.ih. lernen Dreimastschoner „Elle", „Gerhard", .Johann", „Bo- livia" und „Erika", die hölzernen Segllr „Trido", „Neptun" und „Theodor" sowie der Fischlogger „Berlin". Auster den Angehörigen der Verbündeten Staaten können die neutralen Staaten die Schiffe erwerben. Die Haltung Portugals. Ueber die Haltung Portugals erfährt die „Nationalzeitung": Die Berliner portugiesische Gesandtschaft war von der gestrigen Nachricht, dah Portugal zum Kriege entschlosien fei, auf das höchste über- lascht, da sie keinerlei Kenntniste über derartige Absichten besah. Nach Meinung der Gesandtschaft ist die Reuterm.'l- dnng aus Listabon nicht richtig ausgelegt worden, da s sich bei dem parlamentarisch regierten Portugal darum handelte, dah edi Regierung für alle Fälle sich Vollmachten g?- ben lieh. Eine Mobilisierung ist in Portugal bisher nicht angeordnet worden. Es erscheint auch sebr fraglich, ob die englische Regierung überhaupt jemals die portugiesische Hilfe in Anspruch zu nebmen gedenkt, da die Friedenspräsenzstärke Portugals nur 30.000 Mann beträgt, die l'!> Tage dienen und somit militärisch nicht vollkommen ausg.'- bildet sind. Ilfbrr die Zlkn'ral liilMrlchinq drr 5ch«tii durch sranMcht otift flifgrr. urteilen die „Züricher Neuesten Nachrichten": Die Sache hat leider auch eine recht ernste ichweizerilche Seite. Au» Meldungen au» Basel sowohl wie au» Kaiserstuhl, Eschenz, Berlingen usw. ist ersichtlich, daß das sranzöstsche Geschwader sowohl für den Angrisssslug als sür den Rückzugsslug schweizerisches Lausgebirt benützte, und zwar bewuhi. denn Eschenz und Berlingen liegen ties in der Schweizeizone. Ohne bi« Sache irgendwie überlreiben zu wollen, liegt darin ein bc- wassneier Durchbruch durch die schweizerische Lustzone von seiten des verbündeten Geschwaders, sei cs nun ein englische« oder französisches. Der Bundcsrat wird sicherlich nicht versäumen, bei den Negierungen der Verbündeten kategorischen Protest gegen diesen lrasien Neutralitätsbruch einzulegen und denselben oe» Mächten zu notifizieren. Die verbündeten Regierungen werden ihre Kriegsleitungen anzuweisen haben, bah die Militärflieger und Militärluftschifser die schweizerisch« Lustzone strengstens respektieren. Eine Wiederholung der Vorkommnisie vom Samstag mühte zu gravierenden Folgen führen. Nebenbei bemerkt, sind fremde Kriegsslugzeuge, die durch schweizerisches Lustgebiet gehen, nicht nur genau zu beobacht .n, sondern wenn ste in Schuhnähe sind, von unseren Truppen ohne weiteres z» beschießen. Wir wollen nicht riskieren, daß Deutschland sich für ein schweizerisches Iagdpatent aus sranzöstsche und englische Raubvögel anmelbet. Und zu dem Protest des schweizerischen Bundesrats sagt dasselbe Blatt: Das Cchweizervolk hat allen Grund, seine oberste Landes- bchörde zur cnischicbenen und würdigen Haltung zum Schatze schweizerischer Integrität und einer unanfechtbare» Stellung unseres Landes zu beglückwünschen. Roch mehr denn sonst steht es in diesem Falle Mann für Mann hinter ihr. Diese Haltung kann auch im Auslände nur einen allerbesten Enbruck machen. Run hat man in London und Bordeaux das Wort. Äiis der Primat. Lnndsturm-Insanterie-Baiaillo» Friedberg. ilns geht solgcndes Schreiben zu: Markt rch, 23. 11. 14. Den in meiner gestrigen Mitteilung namhaft gemachten mit dem Eisernen Kreuz dekorierten Ossizicrcn, Untcrossizic- rcn und Mannschaften des Landsturm-Inf. Bataillons kann ich heute felgendes hinzufügcn, die durch die Gnade Sr. Kgl. Hoheit unseres Grohheizogs mit der Tapserkeitsmedalllc ausgezeichnet wurden: Oberst Weimer, Kommandeur des Land- sturm-Inf.-Bat. Fricdberg aus Nidda: Hauptmanu Halse, Generalstahsofsizier beim Gouvernement Strahburg, z. Z. beim Stabe der Abteilung Fcrling: Leutnant Becht, Tcleson-Ossi- zicr beim Stabe der Abteilung Ferling: Leutnant Schütz. Kompagniesührer aus Nidda: Feldwcbelleutnant Metzger, Kompagniesührer aus Friedberg: Felbwcbelleutnant Naumann aus Bleichenbach: Gcsreiter Friedrich Wals aus Düdelsheim: Landsturmmann Philipp Kappes aus Groh-Kar- ben: Landsturmmann Wilh. Köppler aus Vilbel: Lond- sturrnmann Friedrich Höhr aus Fauerbach bei Ridba. Die 7 Letztgenannten gehören sämtlich dem Landsturm-Insanterie- Bataillon Friebberg an. Weimer, Oberst und Bataillonskommandeur. ' Friedberg. 27. Nov. sLrtsgcwctbcvrrria.) Auf den am Samstag Abend 8 Uhr statt» »denden Vortrag des Herrn RenllehrerS H. Kahl aus Darmstadt fei nochmals hingewiesen. Das Dbema lautet: „Was predigt der Weltkrieg dern deutsche» Volke." Ein zahlreicher Besuch, wäre dringend zu empfehlen. Derselbe findet im Vereinslokal „Zum Ratskeller" statt. • Friedberg. 27. Roo. Von morgen Samstag ab werden im diesigen Zentraltheater Episoden -ur der Zeit der Frei- heit-kriege von 1806—1813 ausgesührt. Ueber di« Aujfühtl-n« diese» Film», welche zwei Stunden in Anspruch nimmt, bringt di« „M8nchen-Aug»h«raer Zeitung solgende Notiz: "Da» Volk steht aus. Vor geladenem Publikum fand tm I». perial-Theater die Vorsührung diese» von Ludwig Illica sür den Film bearbeiteten Werkes statt, welche» im ganzen al» meisterhaft durchgesührt gelten kann. Die großen Männer, die sich in jener Zeit sük ewig ein Ruhmesblatt in der Geschichte Deutschlands geschaffen habe», erstehen vor den Augen der Zuschauer. In sechs Asten sind mit durchweg schönen Bilder» geschichtlich« Momente packend wiedergcgebcn. Einzelne Menschenschicksale mit ihrem Irren und Fühlen, lhrer Reue und Sühne, kommen durch die Darsteller wirkungsvoll zur Geltung. Den um den Sitg der deutschen Freiheit gesallencn Heiden, welchen noch hundert Jahre» bei Leipzig ein steinernes Denkmal gesetzt wurde, ist durch de» Film lebendige, packende Er- »mcrlmg gewidmet." Im übrigen verweisen wir aus die Anzeige in heutiger Nummer. * Girßen, 27. Nov. Nächsten Sonntag nachmittag wird im hiesigen Stadtthcatcr aus vielseitige» Wunsch einmal ein heileres Werk, das bekannte liebenswürdige, harmlose Lustspiel: „Im weißen Rößl" gegeben. Am Sonntag abend wird in einer ebenfalls st-henswürbigk» Vorstellung W.idenbruchs „Die Nabensteinerin" wiederholt, die neulich so außerordentlichen Beifall gefunden hat. Die Mittags-Vorstellung findet bei Volkspreisev. die Abend-Vorstellung bei »einen Preisen statt. * Frankkurt a. M., 27. Roo. Die Süddeutsche Mühlen» :r» einiqung ging mit dem Preise für Weizenmehl ll vom 25. November dieses Jahres ab von 4t ,« aus 42 .« sür den Doppel, zcntncr in die Höhe. * Franksurt a. M., 27. Ro». In der hiesigen Straßenbahn ist es laut einer Verordnung verbaten, daß milfahrendc Damen stricken, weil dadurch den Mitsahrendrn Verletzungen bet- gcbracht werden könnten. Hesirn-Rasiau. * x. Usingen, 26. Roo. Dem Kreis Usingen sind 200 junge wehrfähige Deutjchc aus Schlesien Lbcrwicjen worden, die in den einzelnen Gemeinden unlergebracht und bcjchäftigt werden müsien. Einstweilen haben sie hier in Usingen Ausnahme gefunden. Es wirb bedauert, baß nur 18 Landwirte vorhanden, dagegen >03 Arbeiter, die meisten» Grubenarbeiter sind. Was den Loh» andctrisst, so ist van Seiten des hiesigen Landrats- nmtcs den jungen Leuten bedeutet worden, daß bei den »einen landwittjchaftlichcn Betriebe» im Kreise tein wirklicher Ar- bcitsmangel herrscht, die Ausnahme mit Rücksicht aus ihre Notlage geschehe und die Beschäftigung daher vorläusig nur gegen freie Kost und Logis ersolgcn könnte. Die jungen Leute waren alle damit cinveiftanden. Jedoch würde es sich cmpschlcn, st> Anerkennung sür geleistete Arbeit, ein »einer Taschengeld zu gewähren. * jr. Oberursel, 26.310». Der hiesige Taunusklub hat ein« sehr erfolgreiche Tätigkeit auszuweisen, die Milgliederzahl ist bis jetzt aus 415 gestiegen. Am 10. März 1915 begeht der Verein sein 25jährigcs Bestehen. * Husheim i. T., 27. Roo. Der in der hiesigen Heilanstalt wegen eines Nervenleidens untcrgebrachte Ob-rtelegraphcnaj- sistent Birkelbach aus Franksurt a. M. warf sich hier vor einen Eisenbahnzug und wurde betöret. * Wiesbaden, 27. No». Freiherr Rudolf v. THUngen und Freifrau Elisabeth v. Thüngen geb. Prinzessin zu Menburg und Bübingen auf Hcilsberg haben, angeregt durch das Beispiel des Prinzen Heinrich von Preußen, als Liebesgabe für unsere tapfere Marine eine sehr wertvolle Goldmünze, die von der Kaiser!» Katharina II. von Rußland dem Dichter Thim- mel einst verliehen worden war. gespendet. Die Münze, bisher als wertvolles Erbstück in der Familie betrachtet, würbe der Prinzessin Heinrich von Preußen zur Verfügung gestellt, wofür die hohe Frau in liebenswürdigster Weise brieslich ihre» Dank abstattetc. Starkriiburg. * Darmstabt, 25. Nov. Heute am Geburtstag des Großl-cr» zogs Ernst Ludwig erfolgten zum ersten Male seit seines Regierungsantritte» keine Verleihungen von Orden und Titel im Hinblick auf die Kriegswirrcn. die sonst sehr zahlreich waren. * An» dem Großherzogtum Hesien, 21. Nov. Eine neue Bestimmung über die Jagdwasscnpäsie ist im Großherzogium Hesien ergangen, die auch eine Erhöhung ihrer Gebühren im Gefolge hat. Die Gebühren sür einen Iagdwasfenpaß betragen für Personen, die im Grvßherzogtum wohnen, jährlich 30 Mark, für Angehörige der anderen Bundesstaaten 45 Mark, sür Ausländer 100 Mark. Die zuständigen Kreisämter -r- tcilen die Jagdwasscnpäsie. In sämtlichen Kreisen der Provinz Rhrinhessen und im Kreise Groß-Gerau in der Provinz Starleiiburg dürfe» Jagdwasscnpäsie jedoch nur mit Genehmigung des zuständigen Krrisamts abgegeben werden. Franksurir, A-rii ei bericht. Voraussage: Zeitweise Niederschläge, etwas wärmer, jlld- westliche Winde. W Wer "PC für den p Monat Dezember \jSf ~ noch nicht auf die MP „Neue Tageszeitung " "W U a bonniert Hai, beeile sich, dies ~p> W lojort zu "W> Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ott« Hi r I chel. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schmidt< Frirdberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A. G , Friedberg i. H. R». 273 Neue Tageszeitung. Aeeitag, Len 27. N«»»mbe» 1814 knaits # 5 Kilo-Feldpolt-Pakete Seif» v vom 23. bis 30. November. Wir empfehlen unser großes Lager in warmen wollenen Winterwaren! 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Wir bringen zur allgemeine» Kenntnis, daß die Apotheken der Stadt Friedberg künftig abwechselnd in monatlicher Ablösung während der Nachtstunden geschlossen sein werden. Es ist also nur eine der Apotheken' nachts zur Bersügung der Bevölkerung. Welche Apotheke den Nachtdienst hat, ist durch Aushangschild an beiden Apotheken ersichtlich. Außerdem werden alle Veränderungen im Nachtdienst durch Anzeigen der Apothekenbesitzer in den Fricd- berger Tageszeitungen veröffentlicht werden. Friedberg- den 24. November 1914. GroschcrzoglichcS Kreisamt. H c r b e r g. . Theater! Frieiiberg. Bitfil Drei Söiwer.er, j imedten (Kille) 12 . 50 . , U t 9.25 Göttern von 95 pfg. an, Bettücher von l' 25 M.an Hosenträger, Halsbinden, Shawls, Fusslappen Taschentücher. Taschenlampen, Feuerzeuge, Batterien MV bekannt billig. Kaufhaus Schleimer Friedberg. Kaiserstr. 66. Zu kauten gesucht jedes Qüantmn Schafwolle. ab heute zum Verkauf. 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An Wochentagen Beginn 7—9 Unr, dann 9—11 Uhr. Weihnachtsbitte! Das Reserve-Regiment Nr. 222 hat, da es als Kriegs- bildung einen dauernden heimatlichen Standort nicht besitzt, bisher keinerlei Liebesgaben erhalten. Um nun den Tapferen im Felde, die mit Begeisterung zum Kamps sür »ns hinauszogen, eine Weihnachtsjrcudc zu bereiten, bitte ich, als Fra» des Regimentskommandeurs, recht herzlich um Gaben. Willkommen sind: Warmes Unterzeug, Strümpfe, Handschuhe, Taschentücher, Cigarren, Cigaretten, kurze Pfeifchen und Tabak, Bücher, Zeitungen, Seife, Kerzen, Fette zu Haut- behandlnng in Tuben, Löffel, Taschenmesser, elektr. Tnfchenlampcn mit Rcscrvcbatterie, Tee, Dauerwurst, Speck, Schokolade, Keks, Zucker und Salz. Es wird gebeten die Gaben, gut verpackt, bis spätestens zum 20. November ds, Js. im hiesigen Stadthaus, Zimmer Nr. 4 gefälligst abgeben zu wollen, wo sür die Wciterbeiördcrnng Sorge getragen wird. Frau Rose yott. 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