Dummer 277 Mittwoch, den 25. Dovemker 1914. 7. Zlchrgong Die , .i-tut o «c »»iritung" » chrml reden Werttag. Slegelmaßrge Betragen „Oer $nutr au» Hessen", „Oie Kp unünli«". Kriugoprei»: Be, den »o>la»ssa>l.-n mec.d.a iiiia) .»t. l.'lo tci den Stßcntcn monaiitch 50 Pig. f-imu tritt 'p oftgedühr ober Irägerlodn. Auieigrn: Erundzctie 20 Psg„ lokale 15 '4'ig., Sinrergen i’o t anomäri-3 njirJM sinh Po ina.chiiafme erbaben Ersüllungrott Friedberg. Kchriftleituny und Oeriag kriedderq lHesteni, Hauaueritratze 12. Fernprccher 48. Postscheck-Tau!» Skr. 4859. 21,nl F>au!Iurt a. :?(. Ei» rn^liliijcr Jlrkr)md»»§ J ss iiinlint. Harte Kämpse im Osten. — Vordringen nördlich von Krakau. — Die Türken «der den Snezkanal. tj=rz - ■ ■ "" » Der deutsche Generalstab J==== meldet: ====» WTI3. Tros;cs Hauptquartier, 24. Nov. vormittags. 'Amtlich. Englische Lchifle erschienen auch gestern an der flandrischen Küste und beschossen Lombardzyde und Zeebrügge. Bei unseren Truppen wurde nur geringer Tchadcn angerichtet, (§ine Anjaht belgischer Laud- einwohner wurde aber getötet und verletzt. Im Westen sind keine wesentlichen Äer- tinderungc» eingetretcu. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist die Lage noch nicht geklärt. In Ostpreußen halten unsere Truppen ihre Stellungen an und nordö.ilich der Secnvlatte. Im nördlichen Polen sind die dort im Tange befindlichen schwere» Kämpfe noch nicht entschieden. Im südlichen Polen steht der Kampf in der Tegcnd von Cstenstochau. Aus dem südlichen Flügel nördlich Krakau schreitet der Angriff fort. Die amtliche russische Meldung, dafi die Generale von Lieber und von Pannewitz in (Ostpreußen gesausten genommen leien, ist glatt erfunden. Der erste befindet sich in Kerlin, der zweite an der Spitze seiner Truppen. Keide find feit längerer Zeit nicht in Ostpreußen gewejen. Oberste Heeresleitung. Der deutle AdmiralsLab . _________ —. meldet: =======., Berlin, 24. Nov. (SB. D. Amtlich.1 Nach amtlich.r Bekanntgabe der engiilchen Admiralität vom 23. November ist dos deutsche Unterseeboot „U. 18" durch eine englisch.'» Patrcmillensahrzciig an der Nordküste Schottlands ;un> Sinken gebracht worden. Nach einer Meldung des Rentec- sckwn Bureaus sind durch den englischen Torpedoboot,er- störcr „Garry" drei Offiziere und 23 Mann der Besatzung gerettet worden, ein Mann ist ertrunken. Ser Stellvertreter de» Chefs des Admiralstabcs: B e h n ährige kräftige, aber fast ungeübte und mit den Verhältnissen des Landes unbekannte Leute. Ten Kanal haben die Engländer außerordentlich stark befestigt. An zwei Ausweichstellen liegt je ein großes englisches Kriegsschiff, mit sehr starker Armierung. Das westliche llfer wird durch Panzerzüge und Panzerautomobile verteidigt. Tie Engländer rechnen init großen Kämpfen im Innern de? Landes. Es ist bekannt, daß es trotz der strengsten Maßregeln den Führern der ägtfptisaien Bewegung gelungen ist, gedruckte PreNnmatianen im Volke za verbreiten, lodaß die Bevölke- rimg über die Verhältnisse unterrichtet ist und das Zeichen zur Erhebung ertvartet, sobald die Türken den Stiezkanal überschritten baden Tin Blutbad in Tilbris. Konstantinopel, 23 Ron. Jtadi einer der hiesigen persischen Botschast zugeqaiiqenrn Depesche war Täbiis, die Hauptstadt der persische» Pwotnz Aserdeidschan. am Samstag der Schauplatz eines surchtbmcn Blutbades. Mehrer« peifische Kurdenstämmc überfielen die in Täbrts weilendenNussen , die sämtlich, zweitausend an Zahl, erschlagen wurden. Diese Nachricht ist mit Vorsicht auszunehmen, da in Täb- ris nur einige Rüsten wohnen. Daß die Knrdcnsüiinme den in der Nähe von Täbkis stehenden russischen Truppen eine so zroßc Niederlage beigebracht haben sollten, ist auch »ich! wahc- jcheintuh. Persien in Kriegsftimmmrg. Budapest, 24. Nov. (W. B. Nichtamtlich). „Az Eli" erhält aus Konklantinopel die Nachrichi, daß zwischen der Pforte und dem persischen Gesandten in Konstant',nopcl, Riza Bey, seit längerer Zeit Verhandlungen über ein türkisch persische» Bündnis gepslogcn werden. Riza Bey wurde auch von dem Sultan in Audienz empfangen. Nach Aeußcrungcn der Ge sandle» wünsch! Persien so lange wie möglich die Neutralität zu beumhrcn. Indessen >st die Auslegung im Lande sehr groß, die Regiermig ist kaum iinstandc diese zurückzudräiigcn. So er- oberlcn persische Bergstämnie die Dörfer zwischen Tolris and Dschulstr An der Spitze der Bcrgstömme steh! Salar ed Dau- leh. Andere Stännne haben das Uralgebirgc besetzt und von dort aus die russischen Grcazlruppc» beunruhigt. In Buschir wurde der engtandsreundtiche Gouverneur entfernt und em re- volurionäres Komitee ernannt, das die Tcheraner Regierung autiorderl«, «Illweder abzudaule» oder sich dem heiligen Krieg VN,»schließen. Infolge dieser Unruhen ist tu Bendc.' Adbas «in englische» Kanonenboot cingetrosse», um dir englische« und sranwsilche» Sraatsangchörigen zu schützen. Englische Anstrengungen in Persien. K « nst an t >» ep e l. 14 Nov (Nichtamtlich). England macht in Persien verzwci seit« Anstrengungen, um zwecks politischer Ausbeutung eine Spaltung zwilchen Smnten und Schiiten herbetzusühren. Da die iithrrnden Häupter beider Nichtunge» jedoch entschieden für den Islam eintretsv. sind derartige Intrigen aussichtslos. Di« Lunite« und Schiite» sind völlig einig im heilig«« Krieg. Aufstand in Südalgerlr». Paris, 22. Nov. Trotz oster offizichlcn Pertufchungsversuche kann die Tatsache nicht mebr eeteugnet werden, daß die Ausftandsbewcgung von Marolko --s-dalgerieu übergesprungen ist. Die Stämme, die dar ‘ dos War-dt Khedrar bewohnen, haben den hecki- fitut Tageszeitung, «jttwoch, den 25. November 1»14 gen Krieg gegen die Franzosen erklärt »nd den Dersnch gemacht, die Eisenbahnlinie nach Budja abzuschnciden. Das französische befestigte Lager El Eolea ist in die Hände der Aufständischen gefallen. Man glaubt, daß die Stämme der hassl Domra», der hasst Berghawi und der hasst Sirara sich der Ausstandsbcwegung anjchlicßeu werden, um einen Vorstoß nach Noidcn zu unternehmen. In Poris werten bereits Stimmen laut, die die Regierung beeinslusien wollen, die Spanier zur Niederwerfung des gesamten Aufstandes in Marotko und Süd-Algerien b-ranzuzrehen. Französische Schwierigkeiten in Marokko. Der Bericht des französischen Generals Liautcy bestätigt, daß sich ganz Marokko in Bewegung befindet. Wenn auch der Bericht die Lage günstig hinzustellcn sucht, so muh doch zugegeben werden, daß die Franzosen am 13. November eine Niederlage erlitte» und viele Mannschaften und Kriegsmaterial verloren habe«. Was geht in Indien vor? London, 24. Nov. (W D Nichtamtlich). „Morinng Post" meldet aus Kalkutta- Neun Bataillone englischer Territorial-Insanterie und elf Barterien sind am 9. November in Bombay cingetrosfrn. Kopenhagen, 24. ilkov. „Rarionaltidende" perössent- ltcht folgendes Telegramm aus Bombay: „Als bei englische Major Anderson sein Regiment nach Europa einschifscn wollte wurde er von einem fanatischen E-poq übersollen.. der hn mit dem Bajonett durchbohrte und tötete. Der Mörder wurde sofort rrschosien. Der BrlrermrrMmrd. Die Zusammensctznng der anfständsschen Puren. Die englischen offiziellen Berichte sprachen bisher davon, daß die Mehrzahl der Aufständifchcn aus der ärmeren Bevöilc- rnng den sogenannten Landburen, bestünde. In der Tat sind diese Elemente auch unter den Aufständischen vertreten. In der Hauptsache bestehen fcdoch die Anhänger der cmtf- englischen Bewegung aus heftigen Gegnern von Botha und Emuts. Außerdem gehören zu ihnen die sagenanuien Hertzogianer. Um Hcrtzog ist in erster Reihe die gebildete Jugend Südafrikas versaminelt. 'Die Kommando? Der Aufständischen beginnen überall aufzuiauchen, besonders im Westen Transvaals und im Oranje-Freistaats Trupps von Aufständischen haben sich sogar schon in der Nähe von Pretoria gezeigt, auch Rust.'ir- burg ist von ihnen bedroht. Die englische Flagge hcruntcrgeholt. Einige Buren haben die englische Flagge vom Gerichtsgebäude in Kapstadt hcrnntergeholt. Trotz strenger Untersuchung ist es den Behörden nicht gelungen, der Täter habhaft zu werden. Aus Gnlaaricri. Sobraujc. Ter Saal und die Tribünen sind überfüllt. Der Präsident des Miniflerrals, Nadoslavov, erilärte in Beantwortung der Kritiken der Opposition, daß die Regierung der Neutraistät, die sie feit Beginn der europäischen Krise erklärt habe, treu bleibe und daß sie diese Neutralität stets lotjal ausübe, trotz der ungerechtfertigten Vorwürfe, die ihr von der Opposition gemacht würden, die sie energisch zurückloeise. Ta gewisse Mächte geglaubt hätten, über diesen Gegenstand Benierkungen aussprechen zu müssen, gab die Regierung sogleich Erklärungen ab. die als genügend angesehen wurden. Gegenwärtig billigten alle Großmächte die Haltung Bulgariens. Dieses unterhalte die freundschaftlichen Beziehungen zu Rumänien. Griechenland und selbst zu deni kriegführenden Serbien. Seine Beziehungen zu der Türkei seien außerordentlicki aufrichtig. Tie Regierung fei glücklich, Nation mitteiien zu können, daß sie die Integrität des Territorinlbesitzes gesichert habe. Rodoslawow fügte hinzu: Wenn die Umstände uns zwingen. in Verhandlungen für die Vergrösi-rung unseres nati- onaleii Besitzstandes cinzutretc», so werde» wir es niit dem Wohlwollen des gefaulten europäischen Konzertes tun, mit we'ibeui wir die bestiriö"lichston Beziebnnaen »v^-'-bolten wollen. (Leute, anhalt. Veifollsrufc folgten den Worten). Aus Frankreich. Frankreichs Steuerschmclzcn. Eens, 21. Nov.Charles Be- iiott erklärt die Eiiilommcnsteuer für Frankreich unbedingi nct- mendig. Obwohl sich das Volk dagegen sträubt, da es ohnehin schwere Opfer bringt, und die Unzufriedenheit ständig wächst, müsie man doch zu neuen Steuern greifen. England habe schon die Eintomiiicnsteuei verdoppelt, die Bicrsteucr um eine» Penny für den Liter, die Tccslcuer »IN 3 Pence für das Pfr erhöbt. Dadurch vermehrt sich das Mchrcrträgnls jährlich um eine Milliarde: dies fei auch notwendig, weil England 43 Millionen für den Kriegsbedarf brauche.. Die Pariser Presse gegen die Zensur. Paris, 2t. Nov. In Pariser Zeitungen vom Sonntag befindet sich eine Protcft- erllärung des Ausschusses der iranzösischcn Prell« gegen die Zensurbehörde. Es wird darin verlangt, daß die Zensur sich ans militärische und diplomatische Nachrichten beschränkt u»o im übrigen de» Zeitungen die Freiheit läßt, ossen ihre Meinung zu äußern. Die Ertlärung hebt hervor, daß dir Zensur täglich eine große Zahl von Zeitungsartikeln, die weder mili- tärisihc, nach diplomatische Geheimnisse berichrcn, unterdrückt, und erhebt dagegen energischen Einspruch. Ans rrutzland. Die rscherkesie» meutern. Berlin, 24. Nov. Die „B. z. am Mittag" meldet ans Wien: Ein aus Lemberg entflohener Oesierreicher erzählte, daß vor einigen Tagen zahlreiche tfcher- krssifche Soldaten gefesieit von einer russischen Patrouille nbge- führt worden seien. Die Tscherkesscn Regimenter hätten bei der Nachricht von der Berkündung des Heiligen Kriege» gemeutert Die Meuterei wurde mir durch Gewalt unterdrückt. Ter Großfürst schwer verwandet. Basel, 24. Nov. sNichtamtlich). Die „Basler Nachrichten" melde» au» Mailand: Der russische Eroßsürft Demetrius ist tu den Kämpfen mit »er deutschen Kavallerie an der Warthe schwer verwundet worden. Ans England. Indische Messerhelden. „Wir taten alles Mögliche, um die Gurkhas im Zaume zu Halle»", sagte er. „Allmählich >a- men wir der deutschen Stellung näher und näher bis >chließ- lich der Befehl zum Augriss kam. Die deiüsche» Graben aalen durch Drahtverhau« geschützt, aber die Gurkhas arbeiteten sich hindurch vud -rstcn vorwärts. Als die Deutschen bas sahen, erhoben sic >.>y, um den Feind zu cmptangen. Arme schwarze Menschen, werden sie dabei wohl gevacht hoben. Die Gurlhas hatten ihre Meller IN der Hand und wollen diese IN ein-r Entfernung von 23 Fuß aus die ihnen gegenützersiehen- den Deutschen. Dann packle» sie ihre Flinten und stürmten wciier, um da« Weil mn dem Bajonett zu vollenden. Sie wurden handgemein und ein wütender Kamps cutspann sich, aber die Moral der Deutschen konnte diesem Anprall nicket ftand- halicn. Sie räumten das Feld die strahlenden und »chnauden- den Gurlhas als Sieger zurücklasiend. — Einen besseren Beweis wie tief England gesunken ist, kann cs nicht geä.n. als daß ein großes Blatt wie die Daily Mail" einen d.-arnaea Bericht veröstentlichen könnt«. Er ist so rechr bezeichnend sür das Gemüt der Engländer, wenn bei diesem rücksichtslosen Volke überhaupt von Gemüt gesprochen werden kann, daß sie die Bestie im Menschen verherrlichen. Und dieses rohgesinnte Volk ersrccht sich noch, uns Barbaren zu schimpsen! Englische» Soldalenmaleriat. Ucber die kanadischen Soldaten entnimmt die „Franks. Ztg." einem Privatbries ans Montreal folgendes: Hier wtnimelt alles von Soldaten, so wie sie eben hier sind, meistens betrunkene Stromer und llnbejckiästigtc. Hier in der Nähe ist fchon seit vier Wochen Mobilmachung von 33 008 Mann, er wird noch vier Wochen dauern, bis diele Bande cinercrzicrt ist und dann werden sie wohl nicht viel können. Letzte Woche war ich auf dem Mobitisationsptatz: da geht .es sehr bunt her. Es find meistens Vagabunden und Ar. beitslose, die sich für den Zweck hergcben, da sie über 4 Mark den Tag. Kost. Kleidung und Lager dabei haben. Die haben eine gure Zelt und wenn sic Urlaub kriegen, dann sind sie alle bcscfscn. Von Soldat keine Ahnung, krumme Schultern, <)- Beine und rote ausgcblasenr Gesichter. Das wird ei» Fressen für die Deutschen geben, wenn die ins Feld kommen. Kanonenfutter!" Die (\cU>c Gefahr. Basel, 24. Nov. (Nichtamtlich). Der „Baseler Anzeiger" untersucht in einem Leitartikel, was Japan im Schilde lühre. Erbetont die Möglichkeit ri^r Äuseinanderletzung mit den Waffen zwischen Japan und tihina wegen der Streitigkeiten betreffend die Schantungbahickonzessioncn usw. und weist da»» aus die Schassung einer fapanischen Flottenbasis auf den deutschen Inselgruppen im Stillen Ozean hin. Der AriilcI schließt: Wenn etwas den Europäern die ganze Gefährlichkeit des Krieges recht deutlich vor Augen führen tan», so ist es die Lage im fernen Osten, und die Bemühungen Japan» in Petersbiirg, mir den Russe» zu einem Bündnis zu gelangen, müßten eigentlich einem jeden zu denken geben. Gelingt der Bündnisab- schluß, dann ist der jetzt noch sehr seine Osten mit einemmal durch die russische Tür in da» Herz Europas gelangt. Die Folgen iann man sich ungesähr vorstcllen. Dann dürste die Zeit toinmcn, in der selbst gewitzen englischen Ministern oas Spötteln vergehe» dürfte. £Yn{ fjriiiriiii nrnrn kn enift. Der Trnstfirma Adler-Company ist vom Hoftnarschall- cmt des Prinzen Heinrich von Preußen die Wetterführung des Warenzeichens „Prinz Heinrich" untersagt worden. Recht fol Die Oessonttichteit bürste es übrigens interessier-m, daß beim Eigarrentrust 30 Millionen Mark englisches Kapital vertreten ist. <8 Millionen befinden sich in deutschen Händen, wovon 5% Millionen dem Geschäftsführer des Trustes gehören. IlfHU Wglil |)aliftf fiir fcir 21. Lklklvt- Sinifion aMMkn. Die avgekiindigte Entsendung eines voni Stellvertretenden Generalkommando des 48. Armeekorps bestellten Kommissars auf die Etappenlinien des 18. Refervekorps hat zu dein erfreulichen Ergebnis ■flefülirt, daß auch hier neun für die 21. Reserve-Division bestinimte Waggons, welche infolge lleberlnstuiig der Bahnlinien zurückgeblieben waren, aus- gesunden wurden und dem von Frankfurt obgegangenen Paketsonderzug augchangt werden konnten: aus diese Weif« wurden etwg 20,000 bei de« immobilen Etappen-Komin.in» danturen Frankfurt a. M. und Darmstadt ausgegebcne Pakete nachträglich den einzelnen TruppenteUcn zugeführt. Da die in der Wcihuachls-Pakelwoche ausgegebenen Pakete in Sondcrzügcn Msammengestcllt werden, die eine besondere Begleitung «rlüillen, darf mit Sicherheit erwartet werden, daß olle ans dem Bezirk des 18. Armeekorps entsandten Tng>penteile rechtzeitig in den Besitz ihrer Weih- «achtsseadutigen gelangen iverden. UY:!)«ii!iitepl{ftf hir «nirrr Kritykr. Lau amtlicher Stelle wird darauf aufmerksam ge- niacht, daß ru der Zeit vom 23. bis 30. November Weihnacht k P ak c t e für alle im Beide stehenden Heeresangr- horigen. d. h. für alle zum KriegSdienft emgezogenen Per- jonen, init Ansnahine der in festen Standorten der Hestnat befindlick^n. abgesandt werden können, vermag der Absender das Armee-, Reserve-, Omrdwehrksrps oder bn Ar- fff# E7V Sltue «ittw.ch. de« 2S. R-oember 1S1L. Seite 4. mee, denen der Paketempfünger ongehört. nicht anzugeben. Io Tann da? Paket bei der Post ohne einen solchen Zitsatz oufgeliefert werden. Das Paketdepot wird dann durch die Post nachgetragcn. Die? gilt insbeiondere auch für mit Namen bezeickmete Verbände, für Kavallerie-Divisionen u. Landfturmformationen. An die im Inland? in festen Standorten stehende» Truppen sind Pakete jederzeit nach den allgemeinen Postvorschriften zulässig. Deutschland und Oesterreich. Wer und die Freunde Hand in Hand. Tie wie zwei Brüder sich erkannt, Tie Treu gelobt sich in Gefahr, Tie ihren Schwur gcinacht so wahr. Tan Ti""?. t>r>r Feinde Schar wird bleich? Tcutschlnnd und Oesterreich! Wer hat zum Kampfe sich gestellt. Co furchtbar droht die halbe Welt, Troh aller Feinde tlebermacht G-stem-t ".,ch j» i-der Schlacht? Wer straft den Feind mit "kühnem Streich? Deutschland und C.' reich! s Wer führt das starke Völkerpanr Mit Adler iiiid mit Toppelaar? Zwei Kaiser sind'S, von ilirei» Thron flieht Segen wie ein Gotteslohn. Zwei Herrscher hat. den" keiner gleich: Deutschland und "Oesterreich! s Wer glaubet fest nii vasten Sieg. Ta ncid"iche Tücke zw-'ng zum "Wer zog »um fttmntf rilg wie rin Mann, Ries Gott sür's st'echt zum Zeunen an. Und dab vom au^"^" "*""er weich"? Deutststsartd inid "O-stterreichl 1 Z'cnllche Lrlddriefe. Im Schützengraben bei Tonguescourt. 11. Nov. 1914. Liebe Neue Tageszeitung! Möchte heute mal einige Wort« des Lobes unserer Feldpost sagen. Man hört ja säst nichts als Klagen über st«, dir Vielbeschäftigte. „Es wird einem verleidet. Paket« ins F«Id z» schicken, ste komme» ja doch nicht an!" — Und wie «s tn allen Tonarten heißt. Mag vieles wahr sein! Aber vieles ist sicher auch Ungeduld und .Mißverständnis. Es lst nun einmal Krieg, und die Besörderung kan» nicht so regelmäßig »rsolgen wir in Friedenszeito». Bei großen Paketen -hat es manch nal gar «inen Monat gedauert, aber angekommen find sie schließlich doch — und die Freude ist sicherlich durch den langen Verbleib kaum gemindert an der langen-Eervelatrvurst aus der Heimckt, Zwieback und Ehokolade, Zigarren und Tabak. Dies« Klagen habe» etwas sehr bedenkliches. Biele Leute könnten abgch.ilteti werden, überhaupt »och etwas zu schicken. Wir hier im Feld« ober wären die die es entgelten mußten! Nun, komm: mal wirklich ei» Paket nicht an, so ist es das-Schlimmste auch noch nicht. Flugs wieder eins geschickt! Ich persönlich habe alles fast erhalten, was zu Dause abgeschickt wurde. Daß ,a manches ausbleibt, sehe ich an meiner geschätzleu „Neuen Tage»- zettunq". brr mir ins Feld zugeschickt wird. Aber, Nichts zu machen, so groß auch jedesmal die Trauer über die ausgeblie- be»e Nummer ist. Und noch eins! Schreibt die Adrcsie ganz genau vnd deutlich Besonders, wen» es an ein Neserve- oder Landivehr-Nr- gimew geht dick unterstreichen Res.. Landw. Das wird all bei der Post übersehen. Wenn die Sachen schon mal an eme salsche kovipagnie gekommen sind, werden sie wohl kaum alle das Ziel erreichen. Sollte mich freasn. durch diele Zeilen angeregt zu haben, recht oltdie Feldpost z» benutzen. Sie vermittelt zwischen uns. unseren Lieben und der trauten Heimat. Sie ist für uns Krieger «in nicht zu unterschätzender Fuktor, der sie ost in Not und Kriegsenltehrungen ausrecht erhält und ihr Herz mli neuen Hossnungen ersällt. Ihr daheim. gebt dieser Hossnung täglich ueue Nahrung, schreibt und packt! Aizesclvwcbel d. Res. Brau», -Lehrer in Holzhausen. Morbrriind iiir Cifbffira'jrn nadj OÜpmis'kn. Wir bitten unsere Freunde aus dem Lande, sich sür Ostpreußen. gu dem aus der.vierten" Seite ausgefordert wird, ebensälls an dem Hilssmer.k beteiligen zu mallen Vielfach ist noch Stroh. Gemüse u. d-rgl. vorhanden, das ent behrlich ist. Gebt Jeder nach .seinen lträste» sür unsere Brüder ,m armen Ostpreußen. Zeiget, daß es nur eia Alldeutichl.,»» gib,, bas treu nereint basteht und das fich brüderlich Leid und Freud z» teilen gesonnen ist. Die Be,IM- und ribchtz-Zentrole in Friedberg Hot sich wieder in enigcgcilkammciiber Weise bereit erklärt, die Sahen anzunehmen und ihr- Räume zur Aufbewahrung zur V-tjug. ung zu stellen, bis ein Waggon zur Absendung bereit ist. Also ftiftet Stroh. Heu, Gemüse usw. sür Ostpreußen. Der «erlag »er „Neuen Tageszeitung". Ueber «ingelausen« Spenden wird an dieser Stelle guit- tiert. Ans der Heimat. Landsturm.Infanterie-Bataillon Friedierg. Uns geht folgendes Schreiben zu: Markirch, 22. 11. 1911. Der »erehrlichen Redaktion teile ich ergebenst mit, wie bem Landsturm-Inlanterie Bataillon Jriebberg gestern weiter« 71kts«rne Kreuze, sodaß sich deren Zähl jetzt ans 20 "beläuft, verliehen wurden und zwar un: Feldwebelleutnant und Da- tawons-Adjudair« Freitag von Butzbach. BntaMonsarzt Dr. Mattheß von Altenstadt. Feldwebelleutnant Otto von Bad- Nauheim, Feldwebel Lenchtgcns von Friedbcrg, Unieroffizier Schmidt von Friedberg. Gefreiter Doll von Friedberz. Mit diesen Neuauszoichnungen ist die Liste derer, die in Dvrschlag gebracht find, noch nicht abzeschlosien und bars das Bataillon ottf weitere Dcrleihungcn in der nächsten Zeit rechne». Aus mein Gesuch an dir zum Korps Ebcrhardt gehörige Division Ferling. zu der das Landsturmbataillon zählte, wiid dieses, das teilweise seit dem 1. und vereinigt seit dem 7. September treue Bogcsenwachl ausudte und das der Erholung bedürftig ist, schon heute Nacht teilweise nach Straßburg zurückgezogen. Es fuhren zunächst ob die 2. und 3. Kompagnie, demnächst am 21. nachts. Stab. i. und 1. Kompagnie. Die Ablölung wvide bereits heute Morgen durch zwei Kompagnien des bayerischen Landsturmbataillons Rolenheim bewirkt, von dem die beiden letzten Kompagnien am Dienstag iriih eintresscn. Das diesseitige Landstuimbataillon wird in der Margare- tenkaleine. unweit Haupkbahnhof, untergebiacht und wird noch seinem aollzähligen Eintresscn i» den eisten Tagen z» keinerlei Dienst hcrangezogcn. Do die Mannschaften laut Eouv.rne- mentrbcsehl einen längeren Urlaub als sieden Tage nicht erhalten laste tch bereits % des Bataillons Donnerstag und Freilag l26 und 27.i aus Utlavb gehen Der in Straßburg verbleibende Rest tritt nach RLcklchr des großen Urlaub- lchworms ebcnialls die Reise nach der Heimat aus sieben Tage an Welche Ausgabe noch Bollendung des Urlaubs dem Landsturmbataillon gestellt wirb, kann ich noch nicht lagen. Jeden- salis werde ich dies noch meinem Eintressen in Straßburg ei» sahrcn. Zum Schlüße sühre ich noch an. daß ich der Witwe des am 13. 11.it« Lazarett za Schlcttstadt verstorbenen Landsturmmanns Sporcnberg von Echzell aus versügbaren Mitteln des Ba'aillon. heule 3011 Mark als Unterstützung habe zug'h.'n lasse Weimer, Oberst n. B--tnillonskommandeur. Zentrale für Kriegosürsorge. Hilfsbedürftige Angc- rige von Kriegsteilnehmern, die noch nicht um llnterstätz- »ng nochgesucht haben, können ihre Gesuche Donnerst.ig Barniittng von II —12 lkhr im Geschäftszimmer RathiuS üft. 14 miinillich Vorbringen. Die Auszasilimg an die Ilnter- itützten, die persönlich zu erscheinen haben, findet im Ge- scklästSzimmer Mittwoch Nachmittag von 3—6 Uhr statt. * Regiment 221. Nach einer Mitteilung der Kaisers. Postdirekiio» ist eS zweckmäßig, die Weihnachtspakete vormittags, aber nicht alle an demselben Tage ausznliescrn. Ans drin Minie Han«». * Hanau, 25. Nov. Unter dem Vorsitz des Herrn Oberamtmann Simmel- Jriebberg sand hier die General. Versammlung der Landw. Ein- und Vertäu sage nossenschast sKornhaus Hanaus statt. Mit Genugtuung konnte sesigestellt werden, deß der Geschäftsgang im Jahre ■iai3.11 «in befriedigender gewesen ist. Das Geschäst in Fat- ter- und Düngemitteln mar recht gut, ebenso besriedigte das Ergebnis in Kohlen, Sämereien usw. Nach sämtliche» Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 10287.81 M. Die Umsätze betrugen in Getreide 1.235 510 Futtern,Ulet 1 125 210 Düngemittel 329 905 ,« und Kohlen 83 030 Insgesamt 515110 Ztr. im Betrag von 2,773,655 Dem Kornhaus sind im abgelausenen Geschästsjahr 55 neue Mitglieder beigetretcn. Ueber den Geschäftsbericht fand eine sehr anregende Aussprache statt. Schließlich wurde die Bilanz genehmigt: eine Aendeiung in der Zusammensetzung des Vorstandes und des Aussichtsrates ist nicht ersolgt. Es ist eikteu- lich. daß es der oortreftlichc» Leitung der Genosjenschast gelungen ist, auch in wirischastlich schweren Zeiten so erfolgreich zu arbeiten. Es dürste damit der Beweis erbracht sein, daß bas Unternehme» ein Segen jüi unsere landwirischasiliche Bevölkerung bildet und daß es für alle Zette» fest in unserem heimischen Bauernstand gcwurzelt ist. * Franksuri o. M., 21. Nov. Am 21. November passierte die Leiche des verstorbenen Eeneralquarticrmeisters v. lloigts- Nhectz von Nordirankreich kommend den hiesige» Bahnbos aus dem Wege nach Naumburg, wo ste beigesetzt weiden wird. Hrstrn Rasinu. * %. Obrrvrsel, 23. Nov. 70 junge Schlesier im Alter van 16—19 Jahren sind hier angelommen und werden i» Biirg-.r- .uartieren unlergebracht. Sie werden möglichst so verteilt werden, daß sie sich ihrem Berus« entsprechend nützlich machen können. — Durch die hiesige Polizei hat eine Revision cer diesigen Bäckereien stattgesunden. Einige Beanstandungen sind vorgekommen. * Höchst a. an.; 21. Nov. Der Regierungspräsident des Regierungsbezirks Wiesbaden hat an die Landräte des Bezirks eine Deriügung erlasten, bei Zurückhaltung von Kartoiieln mit Beschlagnahme der Kartosseloorräte oorzugehen. Aus der Erwägung in Güte mit den kreisu»IWxen Landwirten auszutoar- men, haben verschiedene Landräte die Landwirte durch dv- einzelnen Bezirksvereine zu außcrordenUichen Bersammluimen ein- berusen. So auch der 12. landw. Bezirksverein im Kreise Höchst, besten heutiger Versammlung der Landrat des Kreises, Klausen, anwohnte. Der Bereinsoorsttzende Bürgermeister Fleck-Zeilsheim sührte aus, daß wie man früher unberechtigterweise den Landwirten Brot- und Kartosselwucher vorgeworsen habe, man ihnen jetzt Kartosselwucher nachsage. Dieser Bor- wurs sei völlig unberechtigt. Durch das vollkommene Fehlen der Einkuhr lei der Kartosselpreis in die Höhe gegangen, aicr auch am Platze gewesen, da sonst bet der diesjährigen Ernte im allgemeinen die Erzielung der 3 prozentigen Verzinsung des Bodcnwertes unmöglich gewesen. Zu eiiler Beschlag» «hin« der Kartosseloorräte sollten es die Landwirte nicht kommen lüge», londern auch den deutschen Opserstnn zrigen. Landrat Klausel erbos» auch von der Landwirt sch äst größeren Gemernsinn. Brot und Fleisch seien teurer geworden. Hülscnsrüchte fehlten fast vollkommen, sodaß die -minderbemittelte Beoöklerung das Gros des Kreise, Höchst a. ®i. — auch stärkeren verbrauch von Kartossein angewiesen sei. Bon den 7200 im Kreist Höchst zur Fahne Geeilten seien 5200 Familienväter. 1800 Anträge auf Kriegsunterslsitzung seren his jetzt enigegangen und brruckgch tigt worden. Für dies« staotssetrs Unterstützten jei der Karte' srlhöchftpicis von 6 Mark nicht lehr leicht zu erschwingen, dem Erzeuger werde der Preis gerecht. Die Karlosselerzeugung de» Kreises reiche sür den Kreis hin. die Landwirte soll'«» indes- jen mehr wie bis jetzt sür die Versorgung des eigenen Kreise» Sorge tragen. Daß die Kartosscln zurückgehalten würven gehe daraus hervor, daß sich das Krankenhaus der Stad« Höchst a. M. und die Lungenheilstätte Ruppertshain nicht mit Kanas, sein eindeckrn konnten. Kartossein seien aber bei der guten Mittelernte genügend vorhanden. Im eiornen Interesie iolllea es die Landwirte nicht zur Durchführung der von den Bkbör. den in Aussicht gestellten Maßnahmen lammen lasten. Die Fragen, ob eine freiwillige Herausgabe der Kait-sicln viel- leicht durch Erhöhung des Höchstpreises erzielt werden könne, cd dazu ei» Anlaß vorliege und ob diese Preiserhöhung gegem über der minderbemittelten Bevölkerung vcranl-"ari > werden könne, verneinte der Landral. — Nachdem aus oer Versammlung der Höchstpreis mehrsach als zu niedrig angeietzt bezeichnet worden, erklärte Landrat Klausel in d.w Höchstpreis, kestsiyungsko,»Mission nochmals eine Desprechung aus der «last, herbeizukühren. daß wie im Landkreis Wiesbaden als Höbst, preis 6 Mark festgesetzt werde und den Landwirten für da, Ansahien 50 Psg. vergütet werdcn. Dies lalle jedoch nur un. 1er der Bedingung geschehen, daß dieser Preis als migemencner angesehr» werde und die Landwirte Ihre Kanolselnorräte aus den Markt bringen. Damit war dt- Versammlung einverstanden. Erbenheim. 21. Nov. Der Landwirt Maurer na» hier fuhr am 21. November Kartosscln von Erbenbelm nach Wi-s- baden, als ans der Erbenheimer Landstraße eln Aula .bm ent, gegensiibr, vor dem sein Wagenpferd scheute. Maurer stieg vom Wagen, um das Tier zu beruhigen, geriet aber unter da, Gefährt und erlitt so schwer» Verletzungen, daß er bald daraus verstarb. • Kirchhain, 21. Nov. Das Ehepaar AuguN Fuchs in Amöneburg beging körperlich -und geistig rüstig, das Galdene Hochzeitssest. Die Militärvorbereitungsanstal« für bas 11. «imeekorvs ist am 2. November d. I. in Jena mit 300 Zöglinge» im Alter ocn 10—17 Jahren, die in drei Kompagnien eingeteilt sind, eröfsnel worden. Starkknburg. • Darmstadt, 25. Nov. Ans Verfügung deS Ministeriums sind die KreiSämter jetzt angewiesen worden in sämtlichen Orten des Groß herzogtun,6 die Knrtvsselvorräte >cst- zustellen. Die Ausnahme wird in all den Betrieben criol- gen von denen man voraussetzen kann, daß sie Vorräte an Kartossel haben, die a» Verbraucher abgegeben werdcn können. Die Ortspolizeibebörden haben dabei mitzinvirken und ist die Richtigkeit der Angaben du>-ch die Betriebsin- Haber zu bescheinigen und werden sajsche Angaben schwer bestraft. * Darmstadt, 22. Nov. Ein frisch geschlachtetes Schwein gestohlen wurde im hiesige» Schlachthnus einem Metzgermeister, der sich nur kurze Zeit von dem getötete» Tier cntsernt halte. Trotz aller Bemühungen der Polizei hat man von dem Täter bis jetzt keine Spur. Das Tier hatte eine» Wert von etwa 120 Mark. * Michrlstadt, 16. Nov. Atz ein schönes Zeichen von bewußtem Erleben einer großen Zeit darf es nngelehon werden, wenn am hiesigen Amtsgericht die Einberufung des sonst monatlich 2mal tagenden Schöffengerichts seit dem 21. Juni l. Js. nicht mehr erforderlich geworden ist. Einige schwebende Verfahren wurden durch Vermittclnng des Gerichts unter dankenswerter Mitwirkung der dabei vctei- ligtcn Rechtsanwälte vergleichsweise erledigt und es ist auch sür den Jahresrest keine Verhandlung mehr zu erwarten. Möchte» die hierin schon vor KriegSbeginn zum Ausdruck gckouuueue» friedfertigen Gesinnungen dar Bevölkerung des oberen Mümliugtales und ihre Achtung vor den Gesetzen sich immer -mehr festige» imd verbreiten, denn eine in der Ausregung begangene Tat oder eine in der Hitze entfahrene kränkende Aeußeruug kann nicht würdiger und wirkungsvoller gesühnt werdcn. als durch reuiges, zurück nehmendes Bekenntnis -oder freiwillige Ilebrrnahiuc einer Buße, Nebenbei bleibt hierdurch nllen Böteiligteu viel Verdruß und meistens auch Geld erspart. In diesem Sinne bei den vorgeschriebeneu -Sübndtarmmen zu wirken, sollten sich unsere Bürgermeister und Beigeordneten in noch höhe- rem Maße als seither zur "Ausgabe machen, damit es sich auch hier beloahrheitet, Tigß wir sind „ein einig Volk von Brüdern". Infoluc rinrr MvlorlitlMWiiy SKfT* tonnte gestern nur ein Teil unserer Au'lage zum SSW Versandt kommen. Trotzdem fo'ott Hilfe zur TgSF~ Stelle war. gelang es erst gegen Abend den 9 tF~ Schaden zu beheben, weshalb auch der zurückge- bitebene Teil der Zeitungen erst heute befördert •aST - werden kann. Wir bitten die Verzögerung, an S^jr der wir keine Schuld tragen, gütigst entschuldigen 8W zu wollen. Frankfurter Wrtierb-rickit. Voraussage: Meist bedeckt, zeitweise Niederschläge, etwat. wärmer, südwestliche Winde. „Römerbmnnen " Hervorragendes Tafelwasser. Verantwortlich für den püiitische» und likkolen Teil: Otzä v H i r I che l, Iricdüerg; isür Iben Anzeigenteil: K. Schm i b t , Friedberg -Druck und Lerlgg war .alteneu Tgge<>j":ri»gg" R. 'G.» Fr iodberg f. H. Nr. 277 Neue Tageszeitung. Mittwoch, drn 28. November 1911. Leit, t Am CI. Oktober fiel auf dem Felde der Ehre in Nord- Jra»lre>ch »n«r tleuer Kamerad äger Urttcr des Eiserne» Kreures Gffizier-Stellvertrelrr im Inf.-Regt. |U*. 168. eorg Kriegsfreiwilliger im 24. Jäger-Kataillon, Marl . g Cohn un'eres Schützenbruders Georg Hoffmonu, fiel am 30. Oktober als hoff- uungsooller, tapfeier Jüngling im Älter von -0 3al>ren im Sturm bei OTstsicje. Wir werden die en beiden Helden für alle Zeilen ein treues Ange- denlen in Ehren bewahren. Irr NorKnnd des!. iMlier^er Sdjiikntifrriiiö. Empfehle für Ein Wagnergeselle auf fofort gesucht Ludwig Hanstcin, Wagenbauer, Friedbcri i. H. Pfd. T« Pfg. | Caklian, mittel 28 Pf. \ Seheiifische, göl)54Pf, I feste westfälische j a« p M. 1 ß j Mk. J | gut geräucherte Aß Rotwurst pfci.BÜP> 3- 88 Frankfurt Würsislaen Paar 9) PI I h rh <: o ff Reib U. grün I L i U 0 u II) mit Schalen \ Pid. 4 8 Pig. Weiasgries Pfl. SS Pfg, | Maisgrics Pli Pfg. | Weizenmehl Ffd,2JFfg, Blütenrr ehl OPfl.’ilff», j .. 00 Ffd,25Fld. ff. Cognac, Arrac, Rum, Punsch Gffenzen in ', und Flaschen zu allen Preisen. Bruchsichere Verpackung gratis. Schmidt Friedberg. Knilcrsiralrc 7. 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Schau von Natur an» und feit Jahrzehnten noch daran gewöhnt, einen guten Teil ihrer Jungmannfchaft an die Grotzstädtc und Industrie- bezirke obzugeben, ist diese Provinz nun auch noch von derbem Kriegsleid heimgefucht worden. Jazwiicivn wurde ihr ja Entschädigung zugefagt. Aber auch lo bleibt noch die »ssentliclpi Mildtätigkeit anzuruse», um in der Zwischenzeit, d. h. bis zu der nicht im Handumdrehen zu erledigenden Abnieffung aller Einzrlichäden und der Auszahlung der Entschädigungen, über die angenbliekliche Notlage hinwegzuhelfen. Hat doch leider in einer ganzen Reihe von Kreisen der größere und ärmere Teil der Bevölkerung nichts als das nackte Leben gerettet. Obendrein ist die Antwort ans die Frage, ob die Bevölkerung zu bleiben oder zu fluchten habe, ob sie noch in der Fremde aus- harrcn müsse oder zuruckkehre» dürfe, anscheinend nicht von allen zuständigen Stellen immer mit sicherer Voraussicht erteilt worden, so daß hier und da das an sich schon große Durcheinander noch erweitert worden ist. Dankbar sei anerkannt, daß sich eine ganze Reihe von Instanzen uni die Linderung der augenblicklichen Not bemühen. Hier nur ein Wort zugunsten der vom Bund der Landwirte eingerichtete» Hilssguclle. Im Einverständnis mit dem Obcrpräsidcnten will sie nicht Geld sammeln, um» dein Kleidung, Lebensmittel und Saatgut zur Versüguag stellen. Für das bittere Heute soll sie dem kleinen Bauer mit Ferkeln und Hühnern, mit Haus- und Küchengeräten bcispringen. Dabei kann sic sich aus die Erwägung stützen, daß sich in Stadt nnd Land in manchem Schrank alte, aber noch gut erhaltene warme Kleidungsstücke varsindcn, dir hier in zweckmäßigster LiebcStätigkcit abgegeben werden tonnten. Daneben ist natürlich auch für die nächste Juli »ft vorzusargen. Neben Heu und Stroh sollen deshalb fiir die Frühjahrsbestellung namentlich Saatgetreide (mög- stchst gute Saat) in großen Massen beschafft werden. Erfreulicherweise ist die Hilfsstelle des Bunde? schon seit Wochen ein Mittelpunkt der Licbestätigkeit geworden, der von Gebern und Hilfsbedürftigen lebhaft in Anspruch genommen wird. Tic geschädigten Ostpreußen erbitten hier nicht nur Naturalliefcrungcu für Menschen, Vieh, zur Dodcnknltnr usw-, sondern verlangen auch Raterteilung auf dem westen landwirtschaftlichen Gebiete, wünschen Sachverständige, Beamte. Hilfsarbeiter usw. Damit wirkt das von der Vuudesorgachsation in langer, zäher Arbeit geweckte und gestärkte Zulammengchörigkcitsgefühl zwischen Groh- und Klcingrundbcsitz, zwilchen Ost- und Westelbien, ;w:- sck>cn Gctreidcbauer und Viehzüchter, zwisck>en städtischem und ländlichem Mittelstand wohltätig nach. Aus allen Provinzen und Landesteilen, auch ans dem entserntesten Süden nnd Westen haben Bundcsmitglicder und sonstige hilfsbereite Mittelstandssrcunde in rühmlicher Opferwilligkeit ihr Scherflein für die amen Ostpreußen angcmeldet. So hoben aus der Generalversammlung einer westpreußi- schcn Znckersabrik 12 Herren 52 Waggonladungen Stroh gespendet, der Bezirk Minden in Westfalen stistere 1410 Ferkel, eine andere Hauptgruppe dort eine Ladung Hühner, die „Fahnengruppe" aus der Julei Fehmarn schenkte 23 Waggons Futter und Streustroh und die kleinen Bauern des Westerwaldes und der Eisei, die aus den Gebirgswegen ihrer Heimat Sammelladungen Heu nur mit Ochsengespannen transportieren können, haben an Opferwilligkeit gewetteifert; hier sammeln die Bundesfrauen, ren Männer im Felde stehen, Kleidungsstücke, Betten und Lebensmittel, dort meldet der Psarrer oder Lehrer eines armen Dörfchens freudig den Erfolg seiner charitativen Tätigkeit an. Aber nach immer ist daS Heer der Hilssbc- dürstigcn unendlich größer als die Zahl der Geber. Die ersten Sendungen sind bereits im weiten Notstandsgebiet angekammen und werden dort von besonderen Hilfsansschüssen verteilt, in denen neben den Vertrauensmännern des Bundes Vertreter der Ortsbehörden und der Landwirtschastskammer Mitwirken. Diese Organisation bietet die Gewähr, daß die Gaben, an wirklich Hilssbedürs- tige gelangen. Aber das Größere bleibt erst noch zu tun, um das bange Los der armen Ostpreußen zu mildern und eine Menge Vieh vor Untergang oder Verschleuderung zu bewahren. Man muß die Geschädigten selbst sprechen bören, um das Riesenelend abschätzen zu können. Da schreibt ein Amtsvorsteher aus dem Kreise Neidcnburg: „Zwei Drittel meines Amtsbezirks sind abgebrannt. Die stehcngebliebenen Wirtsck>aften sind ihrer Hobe völlig beraubt. Es fehlt alles, die Not ist unbeschreiblich," Ei» Frcigntsbesitzer im Kreise Insterburg meldet: „Ich verlor die ganze Ernte, 91 Stück Vieh, darunter 84 Milchkühe, sämtliche Kleider und viel totes Inventar." „Erbarmen Sie sich ineinerl" — ruft ein kleiner Besitzer au? dem Kreise Osterade — „meine Familie und ich haben nichts anzuziehen, mein Haus und mein ganzer Besitz sind verbrannt/ Elend und immer wieder Elend und dabei dach ost die rührende Bescheidenheit, mit der ein Landwirt, der in düsterster Ersüllung des alten PhilosowhenworteS „all das Sein« mit sich trägt", nichts als ein Ferkel und einen Stamm Hühner erbittet. Erschütternd die Klagen kleiner Handwerker, denen alle Vorräte davongeschleppt worden lind, tränenweckend die Berichte von Bauern, die sich im Fleiß« von Jahrzehnten und in darbender Sparsamkeit vom Landarbeiter zu eigenem Besitz emporarbeiteten und jetzt von vorn auzusangen haben. Wer möchte jalcher Not sein Her, verschließen? Tie Hilfsstelle des Bundes der Landwirte (Berlin SW., Tcssaiier Str, 26) erbittet herzlich die Anmel- ung weiterer Opfer der Barmherzigkeit. Tie Liebesgaben müßten in den einzelnen Dörfern und Städten je nach Vereinbarung vom Vertrauensmann des Bundes, vom Ortsvorsteher, Pfarrer oder Lehrer gesammelt und von ihm bei der Bundeshilssstellc angcmeldet werden. Diese über- lendet dein angegebenen Vertrauensmann den Frachtbrief >md die Lieserungen gehen für Waggonladungen wie für Stückgut frachtfrei an die erwähnten HilfSansschüsie in Ost- pieiißen ab. Gatt wecke mildtätige Herzen und leane jeden CScbci!.